Paqarada hat das Training beim 1. FC Köln wieder aufgenommen
Simon Bartsch
Leart Paqarada hat das Training beim 1. FC Köln wieder aufgenommen. Linton Maina und Dejan Ljubicic drohen für den Pokalfight gegen Osnabrück auszufallen.
Der 1. FC Köln hat am Mittwoch mit der Vorbereitung auf das erste Pflichtspiel der Saison begonnen. Am kommenden Montag ist der FC in der 1. Runde des DFB-Pokals zu Gast beim VfL Osnabrück. Während sich Kristian Pedersen und Leart Paqarada wieder im Training befinden, konnten Linton Maina und Dejan Ljubicic nur individuell trainieren.
Bild: Herbert Bucco
Der Österreicher hatte im Testspiel gegen den FC Nantes einen Tritt gegen den Knöchel einstecken müssen. Zwar gaben die Verantwortlichen später an, dass offenbar keine strukturelle Verletzung vorliege, dennoch konnte Ljubicic nicht mit der Mannschaft trainieren. Ein Einsatz am kommenden Montag bleibt vorerst offen. Möglicherweise steigt der Mittelfeldspieler bereits am Donnerstag wieder in das Training ein. Für Linton Maina dürfte ein Einsatz in der ersten Runde des Pokals dagegen zu früh kommen – selbst wenn er bis Montag genesen sollte. Der Außenspieler hatte sich zunächst einen grippalen Infekt eingefangen, fiel darauf hin eine gute Woche aus. Unmittelbar nach seinem ersten Training litt Maina dann unter Rückenproblemen und konnte nun ebenfalls nur eine Art Reha-Training absolvieren. Da Maina einen Großteil der Vorbereitung verpasst hat, deutete Steffen Baumgart bereits an, dass er zumindest keine erste Wahl sein werde.
Das sieht bei Paqarada ganz anders aus. Der Abwehrspieler war ebenfalls im Duell gegen Nantes gefoult worden, erlitt aber offenbar nur eine Muskelverletzung. Am Mittwoch stand der Linksverteidiger genauso wie sein Backup Kristian Pedersen auf dem Platz. Pedersen hatte sich im Vorbereitungsspiel gegen Ajax Amsterdam mit muskulären Problemen auswechseln lassen. Jan Thielmann, Steffen Tigges, Florian Dietz und Noah Katterbach fehlen ebenfalls weiterhin.
Nächster Abgang: 1. FC Köln verleiht Maxi Schmid
Simon Bartsch
Nach Tim Lemperle, Jonas Urbig und Marvin Obuz hat der 1. FC Köln auch Maxi Schmid verliehen. Der Keeper wechselt zu Roda Kerkrade um Spielpraxis zu sammeln.
Die Verantwortlichen des FC haben einen weiteren Spieler verliehen, der Spielpraxis sammeln soll. Wie der Verein am Nachmittag bekanntgab, verleiht der 1. FC Köln Maxi Schmid an Roda Kerkrade. Der Angreifer hat zudem seinen Vertrag bei den Geißböcken bis Sommer 2025 verlängert.
Bild: Herbert Bucco
Zuletzt hatte der Kölner Angreifer noch die Vorbereitung bei den Profis absolviert, bekam sogar viel Einsatzzeit und erzielte gegen Amsterdam sogar einen Treffer. Dennoch galt der Stürmer als einer der potenziellen Leihspieler. „Maxi hat sowohl in der vergangenen Spielzeit unserer U21 als auch in der aktuellen Vorbereitungszeit bei den Lizenzspielern mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Wir sind überzeugt, dass die Leihe nach Kerkrade der richtige Schritt für seine weitere Entwicklung darstellen wird. Wir wünschen Maxi alles Gute für die kommende Saison und die spannende und anspruchsvolle Aufgabe in Kerkrade“, sagte der Leiter der Lizenzspielerabteilung Thomas Keller. Der Vertrag des 20-Jährigen wäre im kommenden Sommer ausgelaufen, somit mussten die Kölner den Kontrakt vor der Leihe verlängern.
Schmid spielt seit 2018 für den FC und feierte 2019 mit der U17 den Gewinn der B-Junioren-Meisterschaft. In der vergangenen Saison feierte Schmid sein Profi-Debüt und das sogar im internationalen Wettbewerb. Gegen den 1. FC Slovacko kam Schmid allerdings nur eine Minute zum Einsatz. Zwar stand der Stürmer auch im Bundesliga-Kader der Kölner, das Debüt steht aber noch aus. Der Stürmer sammelte in 30 Regionalliga-West Spielen 17 Torbeteiligungen und soll nun in der zweithöchsten niederländischen Liga bei Roda JC Kerkrade Spielpraxis sammeln.
Gute Nachrichten beim 1. FC Köln: Marvin Schwäbe verlängert beim FC
Simon Bartsch
Es war bereits durchgesickert, jetzt hat es der FC offiziell bestätigt: Nach Davie Selke hat auch Marvin Schwäbe seinen Vertrag beim 1. FC Köln verlängert.
Während sich Kölns Vakanzen noch weitestgehend im Bereich der Gerüchte und Spekulationen befinden, sorgt der FC bei einigen Leistungsträgern für Klarheit. Schon in der vergangenen Woche hatten es mehrere Medien berichtet, jetzt hat es der Verein offiziell bestätigt: Marvin Schwäbe hat seinen Vertrag beim 1. FC Köln verlängert. Der Kölner Keeper hat einen Vertrag bis 2027 unterschrieben. Es ist eine folgerichtige Verlängerung.
Bild: Herbert Bucco
Als Schwäbe vor zwei Jahren zum FC wechselte, ging er davon aus, die Rolle des Ersatzkeepers anzutreten, er wollte sich aber dem Zweikampf mit Timo Horn stellen. Nur wenige Monate später stand der heute 28-Jährige aber im Kölner Kasten. Horn hatte sich verletzt, fiel Monate aus. Den Platz zwischen den Pfosten gab Schwäbe nicht mehr her, überzeugte vor allem in der Vorsaison und hatte somit seinen Anteil an der Conference-League-Qualifikation. Auch in dieser Spielzeit war Schwäbe ein wichtiger Rückhalt seines Teams, der 28-Jährige leistete sich aber auch einige Patzer.
„Marvin ist für unser Spiel von großer Bedeutung. In der Defensive ist er ein sicherer Rückhalt für unsere Mannschaft, in der Offensive ein wichtiger Anker für unseren Spielaufbau. Seine gezeigten Leistungen und seine stetige Bereitschaft sich weiter zu verbessern, sprechen dabei für sich. Hinzu kommt seine hohe Identifikation mit dem FC und unserer Mannschaft. Für die Erreichung unserer weiteren sportlichen Entwicklungsziele kommt Marvin deshalb eine tragende Rolle zu, die wir mit seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung manifestieren“, sagt Sportdirektor Christian Keller.
Marvin Schwäbe ist wichtig für den FC
Wie wichtig Schwäbe für den FC ist, zeigt gool.ai. Das Online-Portal berechnet anhand von 15.000 bis 20.000 Daten die Marktwerte von mehr als 90.000 Profi-Fußballern. Das vollkommen objektiv und leistungsbasiert, jde Veränderung hat direkte Auswirkung auf den Marktwert. Gool berechnet den Marktwert von Schwäbe auf 3,6 Millionen Euro. Damit ist er der fünft wertvollste deutsche Torhüter. In der Bundesliga wird aktuell nur Manuel Neuer mit 6,64 Millionen Euro von den deutschen Torhütern besser bewertet. Dass der FC mit seinem Keeper nun verlängert hat, ist also mehr als verständlich.
Bereits am vergangenen Mittwoch hatte der FC die Vertragsverlängerung von Stürmer Davie Selke bekannt gegeben. Nun folgt mit Marvin Schwäbe die nächste Säule der Kölner. „Für mich passt hier alles sehr gut zusammen. Der FC, die Stadt, unser Trainer-Team, unsere Mannschaft, unsere Fans – deswegen brauchte ich kaum Bedenkzeit für meine Entscheidung, meinen Vertrag hier zu verlängern. Es macht mich stolz, für den FC im Tor zu stehen. Ich habe mich in den vergangenen zwei Jahren weiterentwickelt und freue mich auch in Zukunft meine nächsten Schritte beim FC zu machen“, sagt Schwäbe. „Wir hatten als Mannschaft großartige Momente in der vergangenen Saison, vor allem das Erreichen der Conference League war etwas ganz Besonderes. Ich habe jedes Mal Gänsehaut, wenn ich bei Heimspielen vor der Südkurve stehe und ich hoffe, dass wir unseren Fans auch in der neuen Saison mit guten Leistungen etwas für ihre Unterstützung zurückgeben können.“
Schwäbe spielte im Jugendbereich für Kickers Offenbach und Eintracht Frankfurt. 2013 wechselte der Torhüter zur TSG Hoffenheim, wurde aber 2015 an den VfL Osnabrück, den Pokalgegner des FC, und anschließend zu Dynamo Dresden verliehen. Im Sommer 2018 zog es Schwäbe zu Bröndby IF. Mit dem Club wurde er dänischer Meister, bevor er 2021 zum FC wechselte. Insgesamt kommt Schwäbe auf 290 Profi-Pflichtspiele.
Auch der 1. FC Heidenheim ist an Benedict Hollerbach interessiert
Simon Bartsch
Noch Anfang Juni schoss Benedict Hollerbach Wehen Wiesbaden im Grunde im Alleingang in die zweite Liga. Der Angreifer wird aber wohl in der Bundesliga spielen. Ob für den FC, ist nun fraglich. Offenbar zeigt auch Heidenheim Interesse.
Wie der „Kicker“ berichtet, bekommt der FC im Buhlen um Benedict Hollerbach weitere Konkurrenz aus der Bundesliga. Demnach ist auch der 1. FC Heidenheim an Hollerbach interessiert.
Foto: picture alliance/dpa | Jörg Halisch
Das Fachmagazin hatte schon unter der Woche berichtet, dass der eigentlich geplante Deal mit dem Angreifer noch platzen könne. Als möglichen Grund nennt der „Kicker“ die Transfersperre, in der der FC wertvolle Zeit in Bezug auf die Verpflichtung verloren habe. In der Zwischenzeit hat sich die Marktlage um Hollerbach komplett verändert. Durch den Aufstieg hat sich der sonst auslaufende Vertrag automatisch verlängert, Hollerbach dürfte mit den guten Leistungen zum Saisonende den eigenen Wert noch in die Höhe getrieben haben. Laut „Kicker“ ist auch Heidenheim an einem flexiblen, variabel einsetzbaren Stürmer interessiert.
Noch in der vergangenen Woche hatte das Fachmagazin einen möglichen Tausch als Transferparameter in den Raum geworfen. Um wen es sich bei dem möglichen Tauschpartner handelt, nannte der „Kicker“ nicht. Zuletzt war Jonas Urbig mit Wehen Wiesbaden in Verbindung gebracht worden – allerdings als Leihe, da man in Köln große Stücke auf den Keeper hält und der 19-Jährige bei einem Zweitligisten wie in der Vorsaison Spielpraxis sammeln soll. Urbig war im Winter an Regensburg verliehen worden und hatte sich als Nummer eins durchgesetzt. Auch der VfL Osnabrück soll sein Interesse an dem Keeper bekundet haben. Zu den weiteren möglichen Wackelkandidaten im Kader gehören Nikola Soldo und nach der Verpflichtung von Luca Waldschmidt auch Sargis Adamyan sowie einige junge Spieler wie die Leih-Rückkehrer Marvin Obuz und Meiko Sponsel, die laut dem „Geissblog“ erst einmal bei der U21 zum Einsatz kommen sollen.
Hollerbach überzeugt mit hoher Torquote
Schon Anfang Juni hatte der „Kicker“ berichtet, dass Hollerbach beim FC ein Thema sein soll. Gespräche hätten demnach schon stattgefunden, der FC befände sich im Rennen um den Angreifer in der „Pole Position“. Nach dem 2:1-Erfolg im Relegations-Rückspiel gegen Bielefeld wollte der Angreifer das Interesse aus Köln noch nicht bestätigen. „Die Frage stellt sich bei mir aktuell nicht“, sagte der Doppel-Torschütze damals. „Ich hab jetzt Vertrag, der sich durch den Aufstieg um ein Jahr verlängert hat. Ich werde jetzt die Zeit erst einmal genießen, erst einmal vom Fußball abschalten und dann werden wir sehen.“ Ein klares Dementi hört sich anders an.
Auch Wehen-Coach Markus Kauczinski wurde auf den möglichen Wechsel des 22-Jährigen nach Köln angesprochen. „Wenn er dort hingehen sollte, glaube ich, dass sie einen sehr sehr guten Fang gemacht haben“, sagte er mit einem breiten Grinsen bei Sat1 und deutete damit wohl den FC-Transfer an. Die Online-Plattform gool.ai berechnet den Marktwert des Angreifers auf 465.900 Euro. Bei einem Wechsel zum FC würde der Marktwert um mehr als das Zehnfache steigen. Zu den Stärken des Angreifers werden vor allem die Tor- und Torschussquote sowie die progressiven Läufe aufgeführt.
104 Pflichtspiele für Wehen Wiesbaden
In den Spielen gegen die Arminia zeigte Hollerbach noch eine weitere Stärke. Sein enormes Tempo, mit dem er auch immer wieder das Eins-gegen-Eins suchte. Der Angreifer kam auf einen maximal Wert von 34,2 km/h. In der gesamten vergangenen Saison waren beim FC nur Linton Maina (34,8) und Dejan Ljubicic (34,7) schneller. „Wenn er erst einmal vor dem Mann ist, ist es brutal schwer gegen ihn. Weil er einfach einen schnellen Antritt und ein gewisses Durchsetzungsvermögen hat“, bescheinigt auch Kauczinski.
Der 22-Jährige wurde in Starnberg geboren. Mit acht Jahren wechselte Hollerbach zu den Junioren von 1860 München. Von 2014 bis 2019 durchlief der Angreifer die Juniorenmannschaften von Bayern München, anschließend wechselte er zum VfB Stuttgart. „Ich kann mich glücklich schätzen, in zwei der vielleicht besten Nachwuchsleistungszentren in Deutschland gespielt zu haben“, sagte Hollerbach einst dem DFB. Im Sommer 2020 folgte dann der Wechsel zum SV Wehen Wiesbaden. Für den SV bestritt Hollerbach 104 Pflichtspiele (davon 5 im Hessenpokal) und erzielte 24 Tore, alleine 19 davon in der abgelaufenen Saison.
Von der Regionalliga zur U21-EM: Der Aufstieg von Denis Huseinbasic
Simon Bartsch
Im vergangenen Sommer spielte er noch das Endspiel im Hessenpokal, jetzt reist er mit der deutschen U21 zur EM: Der rasante Aufstieg von Denis Huseinbasic.
Mit einem verdienten 3:1-Erfolg über die Schweiz neigt sich das Trainingslager der U21 in Südtirol dem Ende zu. Genau drei Wochen nach dem Ende der Bundesliga-Spielzeit ist für Denis Huseinbasic noch keine Sommerpause in Sicht. Vor einem guten Jahr gewann der Mittelfeldspieler den Hessenpokal mit Kickers Offenbach, nun steht der Mittelfeldspieler vor seinem ersten großen Turner. Huseinbasic reist am Sonntag mit der deutschen U21 zur Europameisterschaft nach Rumänien und Georgien. Es ist es eine beeindruckende Entwicklung des Profis des 1. FC Köln: Der rasante Aufstieg von Denis Huseinbasic.
Bild: Herbert Bucco
Den 9. Oktober vergangenen Jahres wird Huseinbasic so schnell wohl nicht vergessen. Nach einer guten Stunde wurde der damals 20-Jährige gegen Borussia Mönchengladbach eingewechselt. Das fünfte Profi-Pflichtspiel, der dritte Bundesliga-Einsatz, das erste Derby. Zu diesem Zeitpunkt war die Begegnung wohl schon entschieden. Gladbach führte 3:1, Florian Kainz hatte Gelb-Rot gesehen und Dejan Ljubicic war bereits verletzt ausgewechselt worden – und doch hatte das Spiel für Huseinbasic noch ein absolutes Highlight parat. Der Youngster erzielte sein erstes Pflichtspiel-Tor für die Geißböcke, das die Niederlage allerdings nicht verhindern konnte.
Es wäre doch schön, wenn wir nicht nur eine Sternschnuppe haben.
Steffen Baumgart
Für Huseinbasic war es das erste Profi-Tor, für Christian Keller die Bestätigung seiner Einschätzung: der bisherige Regionalliga-Spieler hat das Zeug zum Bundesliga-Profi. Keller hatte den Youngster noch zu seiner Zeit bei Jahn Regensburg gescoutet. Zur Überraschung des Sportdirektors stand er auch in den Notizbüchern der Kölner Scouts. Die Verpflichtung war also nur noch Formsache, eine günstige dazu. 50.000 Euro soll der FC für den Mittelfeldmann bezahlt haben. Wie sich in der vergangenen Saison herausgestellt hat: ein Schnäppchen. Huseinbasic kommt in 24 Bundesliga-Einsätzen und 777 Spielminuten auf vier Treffer. Ein Jahr zuvor erzielte Huseinbasic in der Regionalliga ebenfalls vier Tore, allerdings bei 33 Einsätzen und 2850 Einsatzminuten.
Eine beeindruckende Leistung. Und doch kam der Youngster gerade im finalen Saisondrittel nur noch als Joker zum Einsatz – nicht ohne Grund: „Der Junge kommt aus der Regionalliga. Und da wäre es doch schön, wenn wir nicht nur eine Sternschnuppe haben, sondern wenn das etwas länger dauert und wir ihn kontinuierlich so aufbauen, dass er ständiges Mitglied der Startelf ist“, sagte Steffen Baumgart. Ein mittelfristiges Ziel, denn aktuell ist die Konkurrenz für Huseinbasic im Mittelfeld groß. Zwar gibt es durch den Abschied von Ellyes Skhiri eine Lücke auf der Sechs, doch die Rolle passt nicht perfekt auf den Youngster und Keller sagte bereits, dass man noch einen erfahrenen defensiven Mittelfeldspieler verpflichten werde. Auf der Acht und oder Zehn hat Huseinbasic mit Dejan Ljubicic und Florian Kainz sowie dann wohl wieder Mark Uth und Luca Waldschmidt ebenfalls Großkaliber vor der Brust.
Dennoch gehört die Zukunft dem Youngster, genauso wie dem verletzten Jan Thielmann oder Eric Martel, den weiteren U21-Nationalspielern. „Sie sind sicherlich noch keine fertigen Bundesligaspieler. Sie können weitere Schritte nach vorne machen“, sagte Keller in der vergangenen Woche dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Tatsächlich hat Huseinbasic seinen Marktwert vervielfacht, ist laut der Online-Plattform gool.ai rund 2,5 Millionen Euro wert. Und der gebürtige Südhesse hat schon Begehrlichkeiten geweckt. Die „Bild“ berichtete im Frühling, dass die Glasgow Rangers genau wie die Celtics Interesse an dem 21-Jährigen haben.
Sollte Huseinbasic bei der EM im Juni einen ähnlichen rasanten Aufstieg erleben wie beim FC, werden sich noch ganz andere Klubs um den Youngster reißen. Am kommenden Donnerstag steht das erste Gruppenspiel gegen Israel auf dem Spielplan (18 Uhr).
Weiterer Abgang beim 1. FC Köln: Tim Lemperle wird nach Fürth verliehen
Simon Bartsch
Christian Keller hatte es bereits angedeutet – jetzt ist es amtlich: Tim Lemperle wird verliehen.
Tim Lemperle wird in der kommenden Saison für Greuther Fürth in der 2. Bundesliga auf Torejagd gehen. Das gab der FC am Freitagmittag bekannt. Tim Lemperle wird nach Fürth verliehen
Bild: Herbert Bucco
Im Februar hatte der Stürmer den Vertrag beim FC noch einmal bis 2025 verlängert, in dem Wissen er würde ausgeliehen werden. „Tim bringt extrem viel mit, um sich perspektivisch in der 1. Bundesliga durchsetzen und etablieren zu können. Um das zu realisieren, ist es für die Entwicklung von Tim wichtig, dass er deutlich mehr Spielzeit sammelt als wir es ihm momentan ermöglichen können. Die Leihe nach Fürth macht deshalb für alle Beteiligten Sinn, auch weil die SpVgg in Bezug auf Spielidee, verantwortliche Akteure, Umfeld und die gezielte Entwicklung junger Spieler ein sehr passfähiger Leihpartner ist“ sagte Christian Keller, der die Leihe schon in einer Medienrunde angekündigt hatte. „Wir müssen ihn jetzt unbedingt ans Spielen bringen“, hatte Keller gesagt.
In der vergangenen Spielzeit kam Lemperle nicht über zwölf Kurzeinsätze hinaus. Spätestens seit dem Transfer von Luca Waldschmidt war klar, dass er in dieser Saison beim FC ebenfalls nicht sonderlich viel Spielzeit erhalten würde. Das soll sich in Fürth ändern. „Ich hatte offene Gespräche mit unserem Trainer Steffen Baumgart und unserem Geschäftsführer Christian Keller. Ich möchte mich langfristig beim FC durchsetzen, brauche dafür aber kurzfristig mehr Spielzeit und glaube, dass mir das Leihgeschäft dabei helfen wird. Es gibt viele positive Beispiele von Spielern wie Salih Özcan, bei denen der Weg gut funktioniert hat. Greuther Fürth hat sich sehr um mich bemüht und die 2. Bundesliga hat ein hohes Niveau. Ich habe richtig Bock darauf, mir meine Spielzeiten in Fürth zu erarbeiten, um anschließend noch stärker zurückzukommen“, so Lemperle.
Lemperle seit 2017 beim FC
Tim Lemperle wurde am 5. Februar 2002 in Frankfurt am Main geboren. Der U21-Nationalspieler begann beim TuS Makkabi Frankfurt mit dem Fußballspielen, wechselte danach in den Nachwuchs des 1. FSV Mainz 05 und später zum FSV Frankfurt. Ab Sommer 2017 wurde Lemperle im Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Köln ausgebildet. Im Mai 2020 unterschrieb er seinen ersten Profi-Vertrag beim FC und wurde im letzten Spiel der Saison 2019/20 erstmals in der Bundesliga eingewechselt. Insgesamt kommt Lemperle bislang auf 26 Spiele in der Bundesliga und zwei Tore. Die Juniorennationalmannschaften des DFB durchlief der vielseitige Stürmer von der U17 bis zur U21.
„Ich möchte in der neuen Saison so viel Spielpraxis wie möglich sammeln und der Spielvereinigung mit guten Leistungen helfen, eine erfolgreiche Saison zu spielen. Dafür werde ich vom ersten Tag an alles geben“, erklärte Tim Lemperle bei seiner Vorstellung in Fürth. „Wir bemühen uns schon lange um Tim, denn wir sind überzeugt, dass er über ein sehr großes Potential verfügt. Wir freuen uns, dass wir ihn nach Fürth lotsen konnten, insbesondere weil auch viele andere an Tim interessiert waren“, so Fürths Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi.
In einer Botschaft auf Instagram meldet sich Mark Uth bei den Kölner Fans. Nach einem bescheidenen Jahr hofft der Stürmer auf ein schnelles Comeback.
Die offenbar unmittelbar bevorstehende Verpflichtung von Ex-Nationalspieler Luca Waldschmidt domminierte in den vergangenen Tagen die Schlagzeilen rund um den 1. FC Köln. Dabei gab es aus Kölner Sicht eine ebenso erfreuliche Nachricht eines anderen ehemaligen Nationalspielers: Mark Uth postete am Montag auf Instagram ein Video, in dem er seine Rückkehr ankündigte. Nach einem harten Jahr hofft Mark Uth auf sein baldiges Comeback beim 1. FC Köln.
Bild: Herbert Bucco
Die sportliche Bilanz der vergangenen Saison ist bei Mark Uth schnell erzählt: 182 Spielminuten, fünf Einsätze, ein Tor – eine überschaubare Statistik. Dabei hatte die Spielzeit recht verheißungsvoll angefangen – zumindest für Uth. Beim Pokal-Aus gegen Jahn Regensburg vor etwa einem Jahr hatte der Kölner Angreifer noch für den FC zum zwischenzeitlichen 1:2 getroffen. Es folgte für den Offensivspieler eine besonders schwere Saison. Uth verletzte sich, musste operiert werden. Nach neun Wochen gab der ehemalige Nationalspieler sein Comeback, kam in drei Ligaspielen sowie in der Conference League zu einigen Kurzeinsätzen, bevor er sich einem weiteren Eingriff unterziehen musste.
Was für ein Gefühl, wieder schmerzfrei gegen den Ball zu treten.
Mark Uth
Im Winter kristallisierte sich dann zunehmend heraus, dass für den Offensivspieler die gesamte Saison gelaufen sei. Seit dem Frühling läuft die Reha und die offensichtlich positiv. „1 Jahr Schmerzen, 1 Jahr als Zuschauer auf der Tribüne, 3 Operationen, monatelang Ungewissheit“, schrieb Uth auf Instagram. „Was für ein Gefühl, wieder schmerzfrei gegen den Ball zu treten.“
Auch die Kölner Verantwortlichen dürfte das Comeback freuen, wenn es sie wohl auch vor ein Luxusproblem stellen wird. Denn mit Luca Waldschmidt steht der FC kurz vor der Verpflichtung einer hängenden Spitze. Noch vor wenigen Monaten hatte Steffen Baumgart betont, er suche händeringend einen Zehner. Der Kölner Trainer hatte mit unter anderem Mathias Olesen, Dejan Ljubicic und Denis Huseinbasic zahlreiche Kandidaten getestet, diesen Zehner dann in Florian Kainz gefunden. Damit der FC flexibler ist und Kainz wieder auf die Außenbahn rücken kann, wird nun Waldschmidt verpflichtet. Mit einem gesunden Mark Uth haben die Kölner gleich zwei starke Offensivspieler für diese Position.
Bereits in der vergangenen Woche hatte sich Sportchef Christian Keller positiv über ein mögliches Comeback des gebürtigen Kölner geäußert. „Der Verlauf ist aktuell sehr positiv. Wir gehen schon davon aus, dass Mark im Laufe der Vorbereitung voll ins Training einsteigen kann“, hatte Keller in einer Medienrunde unter anderem dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ gesagt. „Er hat wirklich gute Fortschritte gemacht. Jetzt hat er noch ein paar Wochen. Deshalb sind wir sehr positiv gestimmt.“
Das ist auch Uth. „Ich werde alles dafür geben, möglichst schnell wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen und freue mich wahnsinnig, schon bald wieder vor euch spielen zu dürfen“, schreibt er weiter auf Instagram. In dem dazugehörigen Video gibt Uth auch eine kleine Kostprobe seines schmerzfreien Kickens.
1. FC Köln: Eric Martel – auf den Spuren von Skhiri
Simon Bartsch
Eric Martel wurde in den vorläufigen Kader für die U21-Europameisterschaft nominiert. Kein Wunder, der 21-Jährige gehört zu den absoluten Leistungsträgern beim 1. FC Köln und: Eric Martel befindet sich bereits auf den Spuren von Skhiri.
Die Fäuste geballt, die Muskeln angespannt, ein lauter Schrei – als Eric Martel vor genau zwei Monaten seinen ersten Bundesliga-Treffer erzielte, konnte er seine Gefühle kaum bändigen. „Das ist der Traum eines jeden Jungen. Da gehen die Emotionen mit einem durch“, erklärte der 21-Jährige nach seinem Tor beim 3:1-Erfolg in Augsburg. Für das Kölner Talent war es sogar mehr als der Debüt-Treffer, Martel zeigte seine Offensivqualitäten, die die FC-Verantwortlichen noch als Defizit ansehen. „Er kann noch offensiver denken und agieren, aber da sieht man schon eine deutliche Entwicklung“, sagte Christian Keller, der Sportdirektor des 1. FC Köln: Eric Martel bewies einmal mehr, dass er sich auf den Spuren von Skhiri befindet.
Bild: Herbert Bucco
Erst vor wenigen Tagen teilte der FC ein Bild von Eric Martel auf den Social-Medien-Kanälen: Es zeigte den Youngster bei einem gemeinsamen Abendessen mit unter anderem Maximilian Schmid. Dazu die Worte „Sommerpause eingeläutet.“ Doch Martels Sommerpause ist nicht von langer Dauer. Der Mittelfeldspieler ist für die U21-Nationalmannschaft für die Europameisterschaft in Rumänien und Georgien (21. Juni bis 8. Juli) nominiert. Am heutigen Samstag bricht das Team zum Trainingslager nach Prad am Stilfserjoch in Südtirol auf. Diese Nominierung kommt nicht überraschend, sie ist folgerichtig. Martel ist seit November 2021 fester Bestandteil der U21, spielte zuvor auch schon in der U20 und U19.
Er hat einen brutalen Sprung hingelegt und ist noch lange nicht fertig“
Christian Keller
Und: Martel kann auf eine sehr gute Spielzeit im deutschen Oberhaus zurückblicken. Obwohl gerade erst 21 Jahre alt geworden, kam der Youngster wettbewerbsübergreifend in 35 Spielen zum Einsatz. Durch seine konsequente Defensivarbeit und eine überragende Laufleistung hat er den Abgang des Kölner Eigengewächses Salih Özcan nahezu vergessen gemacht. Gerade in der zweiten Saisonhälfte hat sich Martel für FC-Trainer Steffen Baumgart zu einem absoluten Leistungsträger entwickelt. Mittelfristig soll Martel in die Fußstapfen von Ellyes Skhiri treten, den er in einem Interview mit der „Kölnischen Rundschau“ als sein Vorbild bezeichnete. „Er hat einen brutalen Sprung hingelegt und ist noch lange nicht fertig“, sagte Christian Keller im Interview dem „Express„.
Skhiri und Martel liegen bei vielen Parametern gleichauf
Laut gool.ai hat der 21-Jährige seinen Marktwert tatsächlich auf 4,7 Millionen Euro gesteigert, liegt damit in der internen Rangliste der wertvollsten FC-Spieler auf Platz sieben. Das Online-Portal prognostiziert dem Mittelfeldspieler einen Marktwert von 7,5 Millionen Euro bis zum Sommer 2025. Damit ist er noch weit von Skhiri und dem für den Tunesier errechneten Marktwert von 15 Millionen Euro entfernt, nach den reinen Zahlen sind Skhiris Fußstapfen für den jungen Bayer aber nicht unerreichbar groß. Im Gegenteil – bei vielen Parametern bewegen sich die beiden Sechser auf Augenhöhe.
Zwar spulte Skhiri insgesamt 115 Kilometer mehr in der Liga ab, doch Martel spielte auch deutlich weniger. Hochgerechnet auf die Kilometer pro 90 Minuten kommt Skhiri auf 12,4 Kilometer, Martel auf 12,38. Der Tunesier absolvierte 19,25 Sprints pro Spiel, der U21-Nationalspieler 18. Skhiri gewann von 272 Zweikämpfen 56 Prozent, Martel von 304 Zweikämpfen 51 Prozent. Tatsächlich gibt es auch zahlreiche Daten, in denen der deutsche Youngster erfolgreicher ist. So brachte Martel 30 Prozent seiner 20 Flanken zum Mitspieler, Skhiri nur 23 Prozent von 13. Auch bei den erfolgreichen tödlichen Pässen und den gewonnen Zweikämpfen unter Druck schneidet der 21-Jährige deutlich besser ab.
Tatsächlich sind es die von Keller angesprochenen offensiven Parameter, die aktuell den großen Unterschied zwischen den beiden Akteuren machen. Skhiri kommt beispielsweise auf 27 Torschussvorlagen, während es bei Martel sieben sind. Der Tunesier war bei 75 Prozent seiner 32 Dribblings erfolgreich, Martel gerade einmal bei 50 Prozent seiner zwölf. Und: Skhiri erzielte sieben Treffer, Martel einen. „Ich muss noch mehr versuchen, Lösungen nach vorne zu suchen und da mutiger spielen. Ich würde mir wünschen, dass mal einer von mir reinfällt“, hatte Martel im März gesagt. Vier Wochen später fiel dann einer rein.
Datenscout würde diese Kaderlücken beim 1. FC Köln schließen
Simon Bartsch
Die Datenanalysten von Global Soccer Network beraten europäische Spitzenclubs und geben Transfer-Empfehlungen ab. Für uns haben sie nach möglichen Alternativen für Skhiri und Co. geschaut. Für die Kaderlücken des 1. FC Köln sieht der Datenscout diese Spieler.
Die Erleichterung nach der Entscheidung des internationalen Gerichtshofs, die Transfersperre gegen den FC vorerst auszusetzen, war bei den Kölner Verantwortlichen groß. „Jetzt können wir im Rahmen unserer durch die wirtschaftliche Konsolidierung begrenzten Möglichkeiten auf dem Transfermarkt aktiv werden“, sagte FC-Sportdirektor Christian Keller. Später betonte der 46-Jährige, dass man durchaus wieder in der Lage sei, Geld für neue Spieler in die Hand zu nehmen. Und dennoch wird es schwer, die Abgänge der beiden Leistungsträger Ellyes Skhiri und Jonas Hector zu kompensieren. Das Datenanalyse-Unternehmen Global Soccer Network (GSN) arbeitet mit einigen europäischen Spitzenclubs zusammen, spricht ihnen Transfer-Empfehlungen aus, vergleicht Spieler. Für uns haben die Experten den FC-Kader analysiert. Für die Kaderlücken des 1. FC Köln sieht der Datenscout diese Spieler.
1.FC Köln vs. Eintracht Frankfurt, 20. Spieltag, 12.02.2023, 17.30 Uhr, Ellyes Skhiri (1. FC Köln) jubelt über sein Tor zum 2:0, Bild: Herbert Bucco
GSN analysiert anhand von 12.000 bis 15.000 Daten pro Akteur sowie Algorithmen mehr als 500.000 Fußballspieler weltweit. Darunter natürlich auch die Profis des FC. Bei der Kaderanalyse der Kölner hat das Team einige Schwachstellen ausgemacht. Der Weggang von Ellyes Skhiri fällt besonders schwer ins Gewicht. Laut der Berechnung kommt der Tunesier auf einen GSN-Index von 72.65 und fällt damit in die Kategorie „internationale Klasse“. Der Index berechnet sich aus 130 Eigenschaften und Charakteristika aus dem technischen, mentalen, taktischen und physischen Bereich. Es fließen unter anderem aber auch „weiche“ Faktoren wie die Ausbildung sowie Leistungsparameter und Ligazugehörigkeit in die Analyse mit ein. Bei Skhiri sehen die Experten sogar noch ein Potenzial bis zu 73.24.
Skhiri wird dem FC an vielen Ecken und Ende fehlen, der Abgang ist kaum zu kompensieren. Zumal der Mittelfeldspieler einen Marktwert von rund 15 Millionen Euro aufweist. Auch wenn die Kölner auf dem Transfermarkt wieder handlungsfähig sind, sie werden wohl kaum ins oberste Regalfach greifen können und wollen. Dustin Böttger, Gründer und CEO von GSN sowie ehemaliger Scout unter anderem bei der TSG Hoffenheim, nennt gleich drei interessante zentrale Mittelfeldspieler, die auf ein ähnliches Leisutngsniveau wie Skhiri kommen – allerdings unabhängig von finanziellen Gegebenheiten.
Weitere Kandidaten wären laut dem Experten Soualiho Meite und Jefferson Lerma. Meite kehrt von einer Leihe von Cremonese zu Benfica Lissabon zurück. Sein GSN-Index liegt bei 68.62, die Prognose bei 70.94. Interessanter dürfte aber vor allem Lerma vom FC Bournemouth zu sein. Der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft aus, Lerma sagte bereits, dass er sich vorstellen könne, in der Bundesliga zu spielen. Aktuell liegen dem 28-Jährigen Angebote aus England, Spanien und Italien vor. Tatsächlich liegt der aktuelle GSN-Index bei 71.96, der mögliche bei 76.20. Eine Verpflichtung dürfte allerdings ebenfalls an den Gehaltsvorstellungen des Kolumbianers scheitern.
Natürlich betont auch Böttger, dass Daten und Zahlen nicht die ganze Wahrheit sind. Unter anderem auch, weil es immer Unwägbarkeiten gibt. „Wir überprüfen in back-checks regelmäßig, wie genau unsere Zukunftsprognosen tatsächlich sind“, sagt Böttger. Aktuell bewegt sich die Trefferquote auf die 90 Prozent zu. „Wir arbeiten jeden Tag an unseren Systemen, um sie weiter zu verbessern. Um damit den Entscheidungsträgern in Clubs eine noch bessere Grundlage bei Verpflichtungen und Transfers zu bieten.“ So empfahl das Unternehmen 2013 gleich mehreren Bundesligisten die Verpflichtung von Riyad Mahrez, die Klubs lehnten ab. „Im Januar 2014 ist er dann für 500 000 Euro aus der Ligue 2 nach Leicester gewechselt“, so Böttger. 2018 verpflichtete ManCity den Außenspieler für mehr als 65 Millionen Euro.
Junges Talent zum Schnäppchen-Preis
Neben dem Sechser sieht der Experte bei den Geißböcken Lücken auf den defensiven Außenbahnen. Zwar hat der FC mit Leart Paqarada einen Ersatz für Jonas Hector gefunden, die Experten von GSN sehen den Transfer aber skeptisch. „Paqarada war in der abgelaufenen Spielzeit der beste Zweitligaspieler, qualitativ wird er aber nicht der Unterschiedsspieler sein, den sich der FC wünscht“, sagt Böttger. Nach der Analyse kommt der Abwehrspieler auf einen GSN-Index von 62.40 und liegt damit – rein statistisch – eher im unteren Durchschnitt der Bundesliga. Böttger bringt mit Jean-Kevin Duverne einen weiteren interessanten Profi ins Spiel. Der 25-Jährige spielte zuletzt für Stade Brest. „Der aktuelle GSN-Index liegt bei 68.88, damit wäre er ein guter Bundesligaspieler, der mögliche Wert liegt aber bei 73.11“, sagt Böttger. „Und er wäre ablösefrei.“
Auf der rechten Seite sind Michal Karbownik von Brighton & Hove Albion und Johaneko Louis-Jean von Girondins Bordeaux interessante Kandidaten. Die Außenverteidiger sind auf beiden Seiten einsetzbar, fühlen sich aber auf der rechten Seite wohler. Sie kommen auf einen Index von 64.85 beziehungsweise 64.65 und sind damit aktuell in der Kategorie „unterdurchschnittlicher Bundesliga-Spieler“ einzuordnen. Sie haben aber laut KI auch jeweils ein enormes Potenzial. So ist für Karbownik ein Index von 71.63 und für den 18-jährigen Louis-Jean ein Index von 79.63 zu erreichen. Sollte die Prognose stimmen, wäre der Franzose ein echtes Schnäppchen. Aktuell wird der Marktwert vom Online-Portal transfermarkt.de mit 400.000 Euro beziffert. Dem Vernehmen nach ist der FC aktuell aber an dem Japaner Daiki Hashioka für diese Position interessiert.
Datenexperte sieht weitere Kaderlücken in der Offensive
In der Offensive sieht der Datenexperte ebenfalls mehrere Baustellen. So verfüge der FC über keinen waschechten Zehner – sollte Ondrej Duda nicht nach Köln zurückkehren. Florian Kainz fühlt sich eher auf dem Flügel zu Hause, Mark Uth ist eher in die Kategorie „Knipser“ einzuordnen. Für Böttger wären Filip Krovinovic von Hajduk Split mit einem aktuellen GSN-Index von 71.28 und einem möglichen GSN-Index von 75.35 sowie Kelechi Nwakali von SD Ponferradina mit einem aktuellen GSN-Index von 68.35 und einem möglichen GSN-Index von 74.19 zwei interessante Kandidaten.
Mit Benedict Hollerbach scheint der FC im Sturm aber bereits fündig geworden zu sein. Nach den bisherigen Berechnungen von Global Soccer Network ist das Potenzial des Stürmers aber überschaubar. Für den Datenexperten wären andere Spieler die bessere Variante. Vor allem Tim Prica klingt vielversprechend. Der Stoßstürmer hat aktuell einen GSN-Wert von 71.73, es ist aber ein Index von 82.99 möglich. Der 21-jährige Schwede war zuletzt an Aalborg verliehen und kehrt im Sommer zur WSG Tirol zurück. Der Marktwert wird auf nur 800.000 Euro geschätzt. Aber auch Zan Vipotnik von Maribor könnte interessant sein. Vipotnik kommt aktuell auf einen Wert von 69.22, das Potenzial liegt aber bei 79.56 und damit bei der Kategorie „internationale Klasse“.
1. FC Köln: Linton Maina avanciert vom Toptalent zum Leistungsträger
Simon Bartsch
Als Linton Maina vor gut einem Jahr als Neuverpflichtung des 1. FC Köln vorgestellt wurde, gab es auch kritische Töne. Doch der 23-Jährige scheint den Durchbruch unter Steffen Baumgart geschafft zu haben. Das zeigen die Daten rund um den 1. FC Köln. Linton Maina – vom Toptalent zum Leistungsträger.
Im Mai vergangenen Jahres verkündete der FC die erste Neuverpflichtung für die folgende Spielzeit: Linton Maina wechselte von Hannover 96 zu den Geißböcken. „Linton ist ein sehr schneller Spieler, der in die Tiefe geht und stark im Eins-gegen-eins ist. Damit bringt er wichtige zusätzliche Offensiv-Elemente in unser Spiel“, sagte Christian Keller damals. Die Euphorie des FC-Sportdirektors teilten nicht alle Kölner Anhänger. Denn das einst hochgelobte Talent hatte bis dato seine Bundesligatauglichkeit noch nicht unter Beweis stellen können. „Unsere Aufgabe wird es sein, ihn so zu entwickeln, dass er sein Potenzial konstant abruft“, sagte Keller. Eine Aufgabe, die die Fans gerade dem Kölner Trainer zutrauten. Und tatsächlich. Unter Steffen Baumgart und beim 1. FC Köln wurde Linton Maina vom Toptalent zum Leistungsträger.
Dass der FC im vergangenen Sommer keine großen Luftsprünge würde machen können, betonten die Kölner Verantwortlichen so gut wie bei jeder Gelegenheit. „Die Verpflichtungen, die wir tätigen, werden in der riesigen FC-Fanlandschaft wahrscheinlich nicht für Begeisterungsstürme sorgen“, sagte Keller damals. Tatsächlich hielt sich die Freude über die Verpflichtung von Maina bei einigen Kölner Fans in Grenzen. Und das nicht ohne Grund. Maina galt in jungen Jahren als vielversprechendes Talent, als wandelbarer Akteur, technisch versiert, auf verschiedenen Positionen einsetzbar. Der gebürtige Berliner durchlief zahlreiche Junioren-Nationalmannschaften, die Karriere in der Bundesliga war so gut wie sicher.
Maina gab schon 2018 mit gerade einmal 18 Jahren sein Profidebüt für die 96er. Doch es folgten vier komplizierte Spielzeiten. Bei Hannover 96 kam Maina auf 69 Einsätze in der 2. Bundesliga und 22 im Liga-Oberhaus. In diesen 91 Ligaspielen erzielte er elf Tore und bereitete 14 vor. Für die kolportierten Offensivqualitäten ein überschaubarer Wert. Nicht wenige Experten hielten Maina für ein ewiges Talent, Kritiker sprachen von der fehlenden Ernsthaftigkeit eines Fußballprofis. Mit dem Wechsel zum FC und zu Steffen Baumgart sollte nun der Durchbruch in der Bundesliga gelingen.
Linton Maina mit deutlicher Leistungssteigerung
Beim FC hat sich der 23-Jährige tatsächlich zu einem Leistungsträger entwickelt. Der Plan von Keller und Baumgart, junge Spieler weiterentwickeln zu wollen, scheint aufzugehen. Der Offensivmann kommt wettbewerbsübergreifend auf 42 Einsätze für den FC, so viel wie kein anderer Feldspieler. Maina scheint in Köln deutlich besser in das Spiel integriert zu sein. Das zeigen zahlreiche Daten. So absolvierte der 23-Jährige in der abgelaufenen Bundesliga-Saison 2320 intensive Läufe, in seiner letzten Spielzeit bei Hannover 96 waren es „nur“ 1389. 73 Flanken hat Maina in der Liga für Köln geschlagen, bei 96 waren es in der Vorsaison 14. Auch seine Torschussvorlagen konnte er von 16 auf 35 und damit seine Tor-Assists von einem auf acht steigern und Maina spulte 335 Sprints sowie rund 100 Kilometer mehr als noch in der Spielzeit 21/22 ab.
Doch die Leistungssteigerung wird nicht mit Trainer Steffen Baumgart allein zu erklären sein. Die Kölner Spielweise passt einfach zu Mainas fußballerischen Veranlagung. Der 23-Jährige sucht immer wieder das Eins-gegen-eins und die tiefen Läufe bei Balleroberung. Für das schnelle Umschaltspiel scheint er prädestiniert zu sein. Bei Maina läuft aber noch nicht alles rund. „Ich weiß, dass bei mir noch Luft nach oben ist. Ich kann sicher noch mehr Zug zum Tor entwickeln, noch torgefährlicher werden“, sagt der Offensivmann, dem vor dem Tor in vielen Situationen die Kaltschnäuzigkeit fehlt. Tatsächlich kam Maina in der letzten 96-Saison noch auf 42 Torabschlüsse, war dabei sechs Mal erfolgreich, beim FC sind es in dieser Liga-Spielzeit nur 35 Abschlüsse und drei Tore. „Die Chancen, Treffer zu erzielen, bekomme ich. Ich nehme mir vor, effizienter zu werden“, sagt Linton Maina, der beim 1. FC Köln vom Toptalent zum Leistungsträger geworden ist.