Der 1. FC Köln offenbart seine Probleme im eigenen Spielaufbau

Wie lange spielt Eric Martel noch für den 1. FC Köln?
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Der 1. FC Köln offenbart seine Probleme im eigenen Spielaufbau

Kontrolle, Ruhe und Klarheit im Spielaufbau – all das fehlte dem FC in den vergangenen Begegnungen zu häufig. Auch am Samstagabend in Leverkusen. Vor allem in der eigenen Spielhälfte gerieten die Kölner immer wieder schnell unter Druck. Der 1. FC Köln offenbart Probleme im Spielaufbau.

Der Samstagabend hat gleich mehrere Probleme bei den Geißböcken offenbart. Gerade auf dem Weg nach vorne will einfach nicht viel zusammenpassen. Auch die Verletzung von Abwehrchef Timo Hübers tut ihr Übriges und verstärkt die strukturellen Probleme auf dem Weg zum gegnerischen Tor. Der 1. FC Köln offenbart Probleme im Spielaufbau.

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Der 1. FC Köln konnte durch die 0:2-Niederlage gegen Rhein-Rivalen Bayer 04 Leverkusen auch das fünfte Bundesligaspiel in Folge nicht gewinnen und muss langsam aber sicher den Blick nach unten richten. Trotz Tabellenplatz zehn und einer weiterhin für einen Aufsteiger mehr als beachtlichen Ausgangslage vor dem letzten Ligaspiel des Jahres gegen den 1. FC Union Berlin sorgen zuletzt vermehrt Probleme im eigenen Aufbauspiel für Kopfschmerzen bei den FC-Anhängern. Spätestens seit der schweren Verletzung von Abwehrchef Timo Hübers wirkt die Defensive der Kölner mitunter nervös und leistet sich immer wieder auch individuelle Fehler, die den Gegner zu guten Gelegenheiten einladen.

Martel als Hübers-Vertreter

Lukas Kwasniok hatte am Freitag angekündigt, dass es in Leverkusen nur etwas zu holen gebe, wenn seine Mannschaft mutig nach vorne spielte. Die Aufstellung deutete auch daraufhin, nur sah es auf dem Platz ganz anders aus. Im Gegenteil, Kwasniok erklärte später, die Kölner hätten gegen Leverkusen von Beginn an kaum eine Chance gehabt. Das wirkte tatsächlich so, nur nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit. Tatsächlich setzen viele Gegner den FC früh unter Druck und versuchen, den Spielaufbau der Geißböcke schon früh in deren Spielhälfte zu stören. Jenen Mannschaften gelingt es mit aggressivem Pressing häufig, Ballverluste in gefährlichen Zonen zu erzwingen. Die FC-Innenverteidiger leisteten sich in den vergangenen Partien schon den ein oder anderen Fehler und brachten so auch Keeper Marvin Schwäbe mehrfach unnötig in Bedrängnis. So auch gegen Leverkusen als Sebastian Sebulonsen Malik Tillman einlud, der aber den FC noch verschonte.

Ohne Timo Hübers fehlt Coach Lukas Kwasniok augenscheinlich der zentrale Aufbauspieler aus der Abwehr. Durch den Ausfall des Innenverteidigers, der in dieser Saison wohl nicht zurückkehren wird, musste zuletzt immer wieder Leistungsträger Eric Martel als Innenverteidiger ran. Zwar hat der FC durch die Umbesetzung einen starken Passgeber in der letzten Kette, dennoch ist der 23-Jährige kein gelernter Innenverteidiger und fehlt vor allem als Bindeglied zwischen der Abwehr und der eigenen Offensivabteilung. Unter Coach Kwasniok ist Köln taktisch höchst flexibel unterwegs, die wechselnden Positionen der Spieler können aber auch für für Unstetigkeit und Abstimmungsprobleme im Spielaufbau sorgen – gerade dann, wenn sich die Rolle und Aufgabe einzelner Spieler von Spiel zu Spiel verändert und die Profis nicht wissen, wer in Pressing-Situationen die primären Aufgaben im Ballbesitz von hinten heraus übernimmt.

Kernkompetenz Aufbauspiel

Neben Martel durften in den vergangenen Spielen sowohl Dominique Heintz, Cenk Özkacar als auch Rav van den Berg in der Innenverteidigung ran. Auch wenn vor allem der junge Niederländer van den Berg vielversprechende Ansätze in Sachen Spielverständnis und Passspiel zeigt, bleibt festzustellen: Das Hübers-Aus ist eine deutlich merkbare Schwäche für das FC-Spiel. Der ehemalige Hannoveraner war bis zu seiner schweren Verletzung der wichtigste Ballverteiler aus der eigenen Abwehr heraus, verfügt über eine hohe Passsicherheit auch unter Gegnerdruck. Dazu agierte er immer wieder auch mutig im Andribbeln und half so maßgeblich dabei, frühe gegnerische Pressinglinien zu überspielen und sich so etwas Platz im Mittelfeld und auf dem Weg zum gegnerischen Tor zu verschaffen. Gemeinsam mit Leistungsträger Martel war er – wenn man so will – der erste Taktgeber und Tempobestimmer, ehe es in das Umschaltspiel und die Offensivbewegung geht.

Durch das monatelange Fehlen von Hübers fehlt dem 1. FC Köln nun ein Innenverteidiger im Kader, der das Aufbauspiel als seine Kernaufgabe sieht. Allerdings ist das natürlich nur ein Teil des Problems. Der FC verließ sich in der jüngeren Vergangenheit gefühlt zu oft zu sehr auf die Personalie Said El Mala. Der Offensivspieler wurde oft gesucht, nicht immer gefunden. Und nicht immer war der 19-Jährige in seinen Dribblings erfolgreich. Das muss er in diesem Alter wohl auch noch nicht, nur fehlen den Geißböcken aktuell die kreativen Ideen, Chancen zu kreieren. Spieler wie Isak Johannesson finden aktuell nicht ihre Form, die Wingbacks strahlen bislang noch keine, mindestens zu wenig Gefahr aus. Aktuell fehlt dem FC die spielerische Idee.

Verliert sich der 1. FC Köln in der Underdog-Rolle?

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Verliert sich der 1. FC Köln in der Underdog-Rolle?

Der 1. FC Köln wollte in Leverkusen leiden, zupacken und mutig umschalten – und lieferte genau das Gegenteil. Statt der angekündigten Grundtugenden zeigte der Aufsteiger eine zahnlose, fahrige Vorstellung. Der 1. FC Köln lässt den Worten wenig Taten folgen.

Neunzig Minuten schwer verdauliche Kost im Nachbarschaftsduell zwischen Bayer Leverkusen und den Geißböcken. Vor allem blieb eine Erkenntnis: Der 1. FC Köln lässt den Worten wenig Taten folgen.

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Auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Duell mit Leverkusen präsentierte FC-Coach Lukas Kwasniok seinen Plan, wie der Aufsteiger der Werkself ein Schnippchen schlagen sollte. Er forderte Effizienz. Man müsse bereit sein, Phasen ohne Ball auszuhalten, „mal zu leiden“, um im richtigen Moment zuzupacken. Das entscheidende Duell gelte es zu gewinnen und in Umschaltmomente zu kommen. Das Aufeinandertreffen mit dem spielerisch überlegenen Lokalrivalen wolle man trotzdem mit breiter Brust bestreiten, als Underdog mit Grundtugenden und gepflegtem, mutigem Fußball, der hinten dicht hält und vorne eiskalt zuschlägt.

Einen Tag später folgte die ernüchternde 0:2-Niederlage in der BayArena. Mit den vom FC-Trainer geforderten „Grundattributen“ hatte dieser Auftritt wenig zu tun. Der 44-Jährige ging nach dem Abpfiff zähneknirschend mit seiner Mannschaft ins Gericht: „In den ersten 45 Minuten waren wir deutlich unterlegen. Mit dem Ball waren wir nichts. Auch gegen den Ball hatten wir Probleme. […] Wir waren heute leider von der ersten bis zur letzten Minute unterlegen. Champions-League-Aspirant gegen Aufsteiger, selten war man in dieser Saison so klar unterlegen.“

Zahnlose Offensive: FC findet keine Mittel gegen Bayer

Eigentlich war alles angerichtet, um Kasper Hjulmands Elf den Abend zu vermiesen. Zwei schwer zu ersetzende Leverkusener Schlüsselspieler mussten pausieren. Edel-Allrounder Alejandro Grimaldo und Stürmer Patrik Schick, die erfolgreichsten Scorer der Werkself, saßen verletzt auf der Tribüne. Dazu las sich die Startformation des Effzeh wie eine Kampfansage, ganz im Sinne von Kwasnioks Ankündigungen. Der FC setzte auf die identische Anfangsformation wie am vergangenen Spieltag gegen St. Pauli. Auf dem Papier blieb Kwasniok seinem Versprechen vom mutigen Fußball treu. Allerdings nur bis Schiedsrichter Harm Osmers anpfiff.

Denn dann offenbarte sich, dass die Domstädter im Duell mit den rasch kombinierenden Leverkusenern kaum die Füße auf den Rasen bekamen. „Wir haben gar keinen Zugriff bekommen, wollten sie auch in Mann-Mann anlaufen. Aber ich habe da keine Aktion gesehen, weil es einfach zu lange gedauert hat, bis es vom Geist in den Beinen war und die Jungs dann beim Gegenspieler gewesen sind. Da war der Ball meistens weg, während die Leverkusener das einfach deutlich besser hinbekommen haben“, monierte Kwasniok im Sky-Interview. Damit brachte er den Auftritt seines Teams auf den Punkt. Zu langsam im Kopf, zu spät in den Zweikämpfen.

Kwasnioks Konzept verpufft gegen Leverkusen

Von der erhofften Durchschlagskraft in der Offensive blieb lediglich eine nennenswerte Gelegenheit von Luca Waldschmidt in der 20. Minute. Said El Mala ließ Leverkusens Malik Tillman mit einer Finte stehen, zog in den Strafraum der Gegner und passte den Ball mit dem Außenrist auf den einlaufenden Waldschmidt. Dieser bewies in dieser Situation kein gutes Timing und konnte das Zuspiel nicht verwerten. Damit war die beste Gelegenheit vertan, gegen die Werkself in Führung zu gehen. Ansonsten ging beim 1. FC Köln nur wenig zusammen: Schlampige Zuspiele und eine quasi unsichtbare vordere Kette aus Marius Bülter, El Mala und Waldschmidt brachten Kwasniok dazu, zur Pause gleich drei Wechsel vorzunehmen: „Weil es eben nicht so gut war, habe ich in der zweiten Halbzeit gesagt, dass es nur noch um den zweiten Ball geht. Wir haben Körperlichkeit und Geschwindigkeit reingebracht. Das war die Idee für die zweite Halbzeit, aber leider ist sie nach hinten losgegangen“, gab der 44-Jährige im Anschluss an die Partie zu.

Der Blick geht nach unten

Köln muss den Blick vorerst klar nach unten richten. Zwei Punkte aus fünf Partien haben das mühsam erarbeitete Polster deutlich schmelzen lassen. Dennoch sei das kein Grund zur Panik, meint Kwasniok: „Uns war von Anfang an klar, dass wir einzig und allein um den Klassenerhalt kämpfen würden“. Mit Ruhe, fokussierter Arbeit und Punkten in den direkten Duellen auf Augenhöhe, wie am kommenden Samstag gegen Union Berlin, könne der FC die Trendwende noch aus eigener Kraft erzwingen. Vielleicht stimmt gegen die Köpenicker dann auch wieder die Verbindung zwischen „Beinen und Geist“.


Enttäuschung im Nachbarschaftsduell: 1. FC Köln unterliegt Bayer Leverkusen verdient

Keine Chance: Marvin Schwäbe ist beim Gegentor machtlos
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Enttäuschung im Nachbarschaftsduell: 1. FC Köln unterliegt Bayer Leverkusen verdient

Der FC hat die erhoffte Überraschung im Nachbarschaftsduell klar verpasst. Der 1. FC Köln unterliegt bei Bayer Leverkusen verdient 0:2. Die Niederlage wurde von einem Aufreger um die Fanszene begleitet.

Lukas Kwasniok hatte am Freitag erklärt, dass es ein perfektes Spiel brauche, um aus Leverkusen etwas mitzunehmen. Er sollte recht behalten. Denn die Kölner lieferten eben kein perfektes Spiel ab. Die Folge: Der 1. FC Köln unterliegt bei Bayer Leverkusen verdient 0:2. Martin Terrier und Robert Andrich trafen für Leverkusen.

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FC-Trainer Lukas Kwasniok sorgte mit seiner Aufstellung für eine kleine Überraschung. Denn erstmals in dieser Spielzeit schickte der Coach dieselbe Elf auf den Platz wie in der Vorwoche. Zudem berief der Trainer erstmals Nachwuchsspieler Cenny Neumann in den Kader. Bei Leverkusen fehlten mit Alejandro Grimaldo und Patrik Schick die beiden gefährlichsten Offensivspieler. Doch der erste ernste Aufreger fand ohnehin außerhalb des Stadions statt. Zwischen 500 und 600 Fans der aktiven Szene reisten schon vor dem Duell ab, da sie nicht mit den Einlasskontrollen einverstanden waren. Von „Nacktkontrollen“ war die Rede. Auch Teile der Leverkusener Fanszene verließen während des Spiels die Begegnung oder rollten ihre Fahnen ein.

Schwäbe stark in den Zweikämpfen

Auf dem Feld übernahm Leverkusen von Beginn an die Kontrolle. Der FC tat sich zunächst schwer, griffig in die Zweikämpfe zu kommen. Schon nach sechs Minuten holte sich Eric Martel unnötig den gelben Karton ab. Den Freistoß aus dem Halbfeld brachte Aleix García vor das Tor, aber Edmond Tapsoba war aus kürzester Distanz offenbar selbst überrascht und schob die Kugel am Tor vorbei (6.). Nur drei Minuten später machte es Christian Kofane besser. Nach Pass von Malik Tillman war der Angreifer durch, scheiterte aber an dem herauseilenden Marvin Schwäbe (9.). Tillman selbst versuchte es aus der Distanz, wählte aber das falsche Stockwerk (17.). Der FC stand in dieser Phase zu tief, fand kaum Entlastung und verschenkte aber auch zu viele Bälle im Spielaufbau.

Erst Mitte der ersten Halbzeit war Said El Mala auf der linken Seite mal durch. Der starke Pass mit dem Außenrist war für Luca Waldschmidt nur hauchdünn falsch getimed (23.). Auch die nächste Chance gehörte Waldschmidt, der in der Box zum Abschluss kam, die Kugel aber zu zentral auf Mark Flekken brachte (28.). Doch Leverkusen war auch weiterhin die bessere Mannschaft und hatte weiterhin Chancen. Unter anderem verpasste Robert Andrich bei einer Ecke den Ball frei stehend (32.), ein Versuch von Jonas Hofmann parierte Schwäbe stark (36.). Doch insgesamt verteidigte die Kölner Hintermannschaft ordentlich bis gut, ließ bis zur Pause nichts mehr zu, Köln sorgte aber auch nicht mehr für Gefahr.

Starker Schwäbe gleich doppelt machtlos

Kwasniok wechselte zur Pause, brachte mit Linton Maina, Cenk Özkacar und Ragnar Ache drei neue Spieler. Und der FC fand nun im Schlussdrittel auch deutlich mehr statt. Allerdings hätte Leverkusen die Führung erzielen müssen, als Sebastian Sebulonsen Tillman mit einem haarsträubenden Fehler in Szene setzte. Doch der US-Amerikaner setzte im Alleingang deutlich zu hoch an (50.). Keine zwei Minuten später hatte Ibrahim Maza das 1:0 auf dem Fuß, doch Schwäbe rettete den Versuch aus kurzer Distanz (52.), genauso wie bei einem Kopfball von Kofane (56.). Auf der anderen Seite hatte kurz zuvor Sebastian Sebulonsen mit einem Freistoß Flekken vergelich geprüft. Der Niederländer war auch beim Versuch von Maina aus knapp 20 Metern zur Stelle (61.).

Leverkusen hatte nach wie vor mehr Spielanteile, doch die Kölner waren deutlich besser im Spiel. Das reichte aber nicht. Nach einer tollen Flanke von Arthur ging der gerade erst eingewechselte Martin Terrier mit der Hacke zum Ball und vollendete artistisch (66.). Und nur wenige Minuten später war der Kölner Keeper erneut machtlos. Bei einem Eckball stieg Andrich am höchsten und köpfte ein (72.). Der zweite Gegentreffer zeigte beim FC Wirkung. Köln versuchte es zwar weiterhin, doch dem FC fiel nicht mehr viel ein, Leverkusen setzte weiterhin Nadelstiche. Treffer fielen aber in der Schlussphase nicht mehr.

Im letzten Spiel des Jahres empfängt der FC am kommenden Samstag den 1. FC Union Berlin mit Ex-Coach Steffen Baumgart.

1. FC Köln: Schwäbe – van den Berg, Martel (79. Sebulonsen), Sebulonsen – Kaminski, Huseinbasic (46.Özkacar), Krauß, Thielmann – Bülter (46. Bülter), El Mala (73. Lund), Waldschmidt (46. Ache); Tore: 1:0 Terrier (66.); 2:0 Andrich (72.)