Kommentar zum 1. FC Köln: Der Frust rund ums Geißbockheim ist verständlich, die Sorge berechtigt

1. FC Köln gegen Leverkusen
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Kommentar zum 1. FC Köln: Der Frust rund ums Geißbockheim ist verständlich, die Sorge berechtigt

Mit nur einem Sieg aus zehn Pflichtspielen und zwei Punkten aus den vergangenen sechs steuert der FC geradewegs auf die Abstiegsränge zu. Auch, wenn die Tabellensituation komfortabel ist, sind Sorge und Frust berechtigt. Ein Kommentar zum Jahresabschluss des 1. FC Köln.

Nur zwei Punkte holte der FC aus den vergangenen sechs Pflichtspielen. Kein anderes Team der Liga beweist eine ähnlich schwache Form. Der FC wird in den kommenden Wochen sicherlich einige Dinge hinterfragen. Ein Kommentar zum Jahresabschluss des 1. FC Köln.

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Unter der Woche betonte Lukas Kwasniok, kein großer Freund vergangener Statistiken zu sein. Kein Wunder, denn diese spiegeln dann auch des Öfteren eine etwas verschobene Realität wider. Die Geißböcke können sich zum Beispiel wenig dafür kaufen, dass sie gegen Union Berlin deutlich mehr Ballbesitz, mehr Torabschlüsse und sogar deutlich mehr gewonnene Zweikämpfe auf dem Konto hatten. Am Ende standen am Samstagabend Null Punkte. Die spielen in Statistiken ein, an denen der Trainer eher schlecht vorbeikommt, die die aktuelle Realität und vor allem Gefühlslage aber dann auch nicht widerspiegelt. Die Kölner belegen nach der Niederlage das erste Mal in dieser Saison einen schlechteren Platz als Rang zehn. Aber: Als Aufsteiger liest sich die Tabelle aktuell sehr beachtlich: Köln ist zum Jahreswechsel Tabellenelfter, hat noch eine Menge Gegner und vier Punkte zwischen sich und den Abstiegsrängen.

Der Absturz ist mehr als brutal

Zur Wahrheit gehört natürlich, dass die Geißböcke aktuell noch von dem starken Saisonauftakt zehren. Ein Polster, das man sich in Köln angefuttert hat. Kwasniok erklärte, dass der Auftakt den ein oder anderen hat träumen lassen. Ganz sicher haben die frühen Punkte aber auch über schon damalige Probleme hinweggetäuscht. Die Erfolge über Regensburg und Mainz waren mehr als glücklich und zeigten schon früh in der Saison, dass es der Aufsteiger schwer haben würde, wenn er den Ball hat, das Spiel machen muss. Möglicherweise ist das auch nicht die Kernaufgabe eines Liga-Neulings. Der Absturz von dem vermeintlich besten Transfersommer der Vereinsgeschichte bis zur Weihnachtstristesse mit gerade einmal einem einzigen Sieg aus zehn Pflichtspielen ist mehr als brutal. Die Enttäuschung, die Trainer und Team in den Sozialen Netzwerken entgegenströmt, ist also durchaus verständlich.

Nur zwei Punkte aus sechs Spielen

Der FC wollte sich eigentlich mit einem guten Gefühl in die Winterpause verabschieden, der Frust kurz vor Weihnachten ist rund ums Geißbockheim aber groß. Und berechtigt. Zwei Punkte holten die Kölner aus den Begegnungen seit dem Erfolg über den Hamburger SV. Und das, obwohl sich der FC mit den Gegnern wie Borussia Mönchengladbach, St. Pauli, Werder Bremen und auch Union Berlin auf Augenhöhe wähnte. Kwasniok würde die Begegnungen sicherlich als Highlight-Spiele bezeichnen. Nur sollten genau diese, zumindest das ein oder andere, gewonnen werden. Und sowohl Union als auch St. Pauli waren Kontrahenten, bei denen das hätte gelingen können, eigentlich müssen. Und da hilft es auch nicht, dass Kleinigkeiten sicherlich hier und da den Unterschied gemacht haben. Gelinde gesagt, ist die Entwicklung der Kölner besorgniserregend.

Thomas Kessler kündigte indes an, dass man nun in Ruhe schauen werde, welche Dinge gut gelaufen seien, welche nicht. Es wird die ein oder andere Analyse geben, zu der auch sicher seine Transfers gehören werden, von denen unterm Strich dann doch nicht alle eingeschlagen sind. Ein emotionaler Schnellschuss ist nicht zu erwarten. In keine Richtung. Dennoch: Der FC wird wohl nicht daran vorbeikommen, auf dem Transfermarkt nachzubessern. Denn schon das kommende Spiel hat einen besonderen Charakter. Sollte der FC auch gegen den 1. FC Heidenheim nicht gewinnen und dann in das Duell gegen die Bayern gehen, dann könnte der Abschluss der Hinrunde ungemütlicher werden als der Weihnachtsfrust nach Samstag.

Kommentar: Die Niederlage im Nachbarschaftsduell verdeutlicht die Realität des 1. FC Köln

1. FC Köln gegen Leverkusen
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Kommentar: Die Niederlage im Nachbarschaftsduell verdeutlicht die Realität des 1. FC Köln

Die Niederlage gegen Bayer 04 am Samstagabend war durchaus verdient. Das sah auch FC-Trainer Lukas Kwasniok so. Und umso mehr zeigt das Duell gegen die Werkself, dass der Klassenerhalt das Saisonziel ist beim 1. FC Köln: Ein Kommentar zur Niederlage gegen Leverkusen.

Gegen Mannschaften wie eben Bayer 04 Leverkusen wird deutlich, dass ein Überraschungsmoment alleine eben nicht reicht, um Punkte mit nach Hause zu nehmen. Eine deutliche Erkenntnis für den 1. FC Köln: Ein Kommentar zur Niederlage gegen Leverkusen.

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Als Lukas Kwasniok vor einigen Wochen auf die beiden Niederlagen gegen Frankfurt und Gladbach angesprochen wurde, da setzte der Trainer ein Lächeln auf und erklärte, dass es in Köln ja nur eine Frage der Zeit gewesen sei, bis die erste kritische Frage auftauche. Nach Lächeln war dem 44-Jährigen am Samstagabend gar nicht so zumute. Der FC hat eine verdiente 0:2-Niederlage gegen Leverkusen einstecken müssen und kann sich eigentlich sogar bei Marvin Schwäbe bedanken, dass die Pleite nicht noch höher ausgefallen ist. Nach nunmehr fünf Pflichtspielen ohne Sieg muss sich der Trainer nicht den kritischen Frage während der Pressekonferenz stellen, vielmehr mehren sich die kritischen Töne in den Sozialen Medien. Kwasniok hatte am Samstag offensichtlich keine große Lust in die tiefe Fußballanalyse zu gehen.

„Unterlegen von der ersten bis zur letzten Minute“

Doch der Trainer brachte die Erkenntnis des Kölner Spieltags ganz einfach auf den Punkt. Seine Mannschaft sei „unterlegen von der ersten bis zur letzten Minute“ gewesen. Die Wahrnehmung war absolut zutreffend und bedurfte keiner sportwissenschaftlichen Expertise. Kwasniok urteilte, dass sie selten einem Gegner so unterlegen gewesen seien und brachte das Kräfteverhältnis mit dem Vergleich eines „Champions-League-Aspiranten gegen einen Aufsteiger“ ebenfalls trefflich auf den Punkt. Allerdings gehört zu der ganzen Wahrheit auch, dass Leverkusen an diesem Samstagabend durchaus verwundbar gewesen ist. Alleine schon, weil mit Alejandro Grimaldo und Patrik Schick die beiden Topscorer der Werkself angeschlagen fehlten.

Auch Leverkusen wirkte im Abspiel, im Spielaufbau nicht immer sattelfest. Die Kölner hatten durchaus ihre Ballgewinne und wenn auch wenige, aber ihre Chancen. Dieses Spiel hätte einen anderen Verlauf nehmen können, wenn Kwasnioks Mannschaft die Wünsche des Trainers umgesetzt und eben mutig nach vorne gespielt hätte, mit den Attributen, die es zum Bestehen eines Nachbarschaftsduells eben braucht. Die Geißböcke standen aber tief in der eigenen Hälfte, warteten erst einmal die Angriffe des Gegners ab, verirrten sich nur selten in die Offensive. Der FC trat für ein emotionales Lokal-Duell seltsam passiv, seltsam blockiert auf, gefühlt ohne Feuer und ohne den nötigen Biss. Und das lag sicher nicht (nur) an der fehlenden aktiven Fan-Szene.

Der FC wird um den Klassenerhalt spielen

Die Niederlage am Samstagabend war definitiv verdient. Natürlich darf ein Aufsteiger gegen den Vizemeister, einen Champions-League-Aspiranten, verlieren und dabei vielleicht auch so deutlich unterlegen sein. Der Vergleich ist nun mal nicht von der Hand zu weisen, auch, wenn der fulminante Saisonauftakt über die Kräfteverhältnisse offenbar hinweggetäuscht hat. Der FC ist Aufsteiger, wird in dieser Spielzeit um den Klassenerhalt spielen. Das dürfte nach dem 0:2 endgültig klar sein. Kwasniok rechnete am Samstag selbst vor, wie dieser gelingen soll – mit zehn Siegen. Aktuell stehen die Kölner bei vier. Heißt in den verbleibenden 20 Partien noch sechs Erfolge, etwa alle drei Partien ein Dreier. „Das ist machbar“, erklärte der Trainer. „Aber schwierig“. Vor allem wenn man so deutlich vor Augen geführt bekommt, dass der Überraschungsmoment alleine am Ende in dieser Liga nicht ausreicht.

Die Kölner müssen auch weiterhin nicht in Panik verfallen. Das Polster ist auch nach dem 14. Spieltag noch ein komfortables, es ist aber ganz sicher auch ein trügerisches.

Für und Wider des personellen Roulette am Rhein: Verzockt sich Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln?

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Für und Wider des personellen Roulette am Rhein: Verzockt sich Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln?

Der 1. FC Köln rotiert sich durch die Saison – und gefühlt manchmal auch ins eigene Chaos. Zwar setzt Trainer Lukas Kwasniok unbeirrt auf maximale Variabilität, doch nach Wochen ohne Sieg stellt sich die Frage beim 1. FC Köln: Überraschungsmoment gegen Stabilität?

Auch vor dem Spiel gegen den FC St. Pauli ließ der FC-Coach eine rundum erneuerte Startelf auflaufen. Am Ende stand bekanntlich das bittere Unentschieden und damit das fünfte sieglose Spiel infolge für den 1. FC Köln: Überraschungsmoment gegen Stabilität?

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Aufmerksame Beobachter werden beim Blick auf die Startformation des 1. FC Köln gegen den FC St. Pauli am vergangenen Samstag mal wieder die Stirn gerunzelt haben. Said El Mala im Sturmzentrum? Denis Huseinbasic und Tom Krauß gemeinsam auf der Sechser- bzw. Achterposition? Dreier- oder Viererkette? Viele Fragen lagen in der Luft, bevor der Ball rollte. Doch nicht erst seit Samstag sorgt FC-Trainer Lukas Kwasniok Woche für Woche für Kopfzerbrechen bei Fans, Gegnern und vielleicht sogar bei den eigenen Spielern. In fünf der vergangenen sechs Spiele nahm er mindestens vier Veränderungen vor, in allen bisherigen fünfzehn Pflichtspielen, an allen dreizehn Bundesligaspieltagen und in beiden Pokalrunden ließ er rotieren. Seine Vision hinter dieser konsequenten Variabilität hat er bereits mehrfach erläutert.

Ist jetzt die Zeit für Veränderungen?

Nach dem spektakulären Testspiel gegen Atalanta Bergamo Anfang August sagte der Trainer beispielsweise: „Wir werden schauen, dass wir den gesamten Kader nutzen, weil jedes Spiel andere Herausforderungen mit sich bringt und jedes Mal andere Spielertypen gefragt sind. Bei mir gibt es keine Stammelf, sondern eine Startelf, die sich je nach Bedarf und natürlich nach der persönlichen Verfassung einzelner Spieler verändert.“ Und auch gut fünf Monate später rückt er nicht von seinem Credo ab. So erklärte er am Samstag im „aktuellen sportstudio“: „Diese Woche haben die Jungs schon zwei Tage vor dem Spiel gewusst, wie wir auftreten werden. In Hoffenheim allerdings erst drei Stunden vor Spielbeginn. Monotonie ist der Tod der Aufmerksamkeit, das habe ich schon ein paar Mal gesagt.“

Dieser Pragmatismus ging im erfolgreichen Saisonstart des FC durchaus auf. Doch nach dem Unentschieden gegen die Kiezkicker wird der Negativtrend beim 1. FC Köln deutlicher. Seit dem Heimsieg gegen den Hamburger SV Anfang November wartet der FC auf einen Sieg in der Liga. Ist nun der Moment gekommen, Kwasnioks undogmatischen Ansatz zu hinterfragen? Die Rotation fordert mitunter einen schmerzhaften Tribut, der sich möglicherweise bei ruhenden Bällen bemerkbar macht. Gerade in Phasen, in denen es auf einstudierte Abläufe ankommt, wirkt der 1. FC Köln häufig anfällig. Das beginnt bereits bei den Standardsituationen, die in einer Mannschaft mit stetig wechselnder Besetzung naturgemäß schwerer zu automatisieren scheinen.

Standards ein Zeichen für mangelnde Eingespieltheit?

Wenn also eine gewisse Eingespieltheit fehle, könnten diese Zahlen ein Beweis sein. Der FC kassierte bereits elf Gegentore nach ruhenden Bällen – Negativrekord in der Bundesliga. Besonders auffällig war das passive Abwehrverhalten nach einer Ecke gegen Werder Bremen, bei der mangelnde Abstimmung und unklare Verantwortlichkeiten letztlich zum Treffer von Marco Friedl führten, oder auch zum Frankfurter Anschlusstreffer des völlig freien Arthur Theate. Ein Blick ins Detail macht das Problem noch deutlicher. Vier Gegentore fielen nach Ecken, was ebenfalls den Liga-Höchstwert bedeutet. Drei Treffer kassierte der FC nach Freistößen; auch hier steht keine Mannschaft schlechter da. Zusätzlich ließ Köln in dieser Saison bereits vier Strafstöße zu.

Diese Werte dürften auf strukturelle Schwierigkeiten hindeuten, die sich durch jede weitere Rochade wohl eher vergrößern als verringern. In der Offensive sieht es nicht viel besser aus. Alle 52 Ecken des FC blieben in dieser Saison ohne direkte Wirkung. Insgesamt gelangen der Mannschaft erst zwei Treffer nach Standards.

Das spricht für den Kwasniok-Weg

Zunächst einmal wäre es vermessen, die Leistungen der Geißböcke aus den vergangenen Wochen als unzureichend zu bewerten. Zwar ist es für sich genommen kein Beweis dafür, dass in Köln alles richtig läuft, aber als Aufsteiger nach dreizehn Spieltagen mit 16 Zählern in der oberen Tabellenmitte zu stehen, ist durchaus beachtlich und alles andere als selbstverständlich. Hinzu kommt, dass der FC derzeit mit einem akuten Notstand in der Innenverteidigung kämpft. Die Ausfälle von Timo Hübers, Joel Schmied und Dominique Heintz erschweren die Arbeit des Trainerteams erheblich. Abstimmungsprobleme oder sichtbare Kommunikationslücken können durchaus ihre Ursache in dieser personellen Notsituation haben. Wer jede Woche eine andere Besetzung in der letzten Linie aufs Feld schicken muss, kann kaum defensive Perfektion erwarten.

Darüber hinaus könnte man die Marschroute des Kölner Trainers insofern deuten, dass er seine Mannschaft mit der ständigen Rotation keineswegs überfordert, sondern vielmehr das bestmögliche aus seinen Schützlingen herausquetscht. Er treibt seine Spieler an ihre Leistungsgrenze, so wie er es bereits in Paderborn, Saarbrücken oder Jena getan hat. In seinem System gibt es keinen Raum, um sich auszuruhen. Wer nachlässt, riskiert bereits am nächsten Spieltag den Platz auf der Bank. Dieses Prinzip der inneren Konkurrenz belebt den Kader, verschärft den internen Wettbewerb und verhindert träge Selbstzufriedenheit. Zudem ist der Kader des FC erkennbar auf die Anforderungen des Coaches zugeschnitten. Sportchef Thomas Kessler und Kaderplaner Gabor Ruhr nutzten den Sommer, um mit Personalien wie Jakub Kaminski Spieler an Bord zu holen, die nahezu jede Position bekleiden können.

Kwasniok: „Werden diesen Weg weiterhin verfolgen“

Im „aktuellen sportstudio“ erklärte der 44-Jährige, warum er seine derzeitige Herangehensweise trotz der Rückschläge aus den vergangenen Spieltagen für alternativlos hält: „Ich will unberechenbar bleiben, aber nicht um meiner selbst willen, sondern um das nächste Spiel zu gewinnen. Das ist als Aufsteiger und Underdog in der Liga sicherlich hilfreich, um den Gegner zu überraschen und eine gewisse Kreativität an den Tag zu legen. Wenn wir immer gleich spielen, haben wir mit den aktuellen Möglichkeiten einfach nicht ganz so hohe Wahrscheinlichkeiten, gegen die Top-Teams zu gewinnen. Deshalb werden wir diesen Weg weiterhin verfolgen, in der Hoffnung, bessere Ergebnisse als heute einzufahren– am besten am kommenden Wochenende in Leverkusen.“ Vor der Begegnung mit dem Bayer-Club dürfen sich alle Beteiligten wieder darauf freuen, was sich Kwasniok und sein Team für diese knifflige Aufgabe ausgedacht haben. Sicher scheint vorab nur eines: Auch gegen die Werkself wird es Überraschungen geben.


Kommentar: Der 1. FC Köln hat eine große Chance liegen gelassen – in mehrfacher Hinsicht

Enttäuschte Spieler des 1. FC Köln nach dem 1:1
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Kommentar: Der 1. FC Köln hat eine große Chance liegen gelassen – in mehrfacher Hinsicht

Das 1:1 gegen St. Pauli fühlte sich für den FC und seine Fans wie eine bittere Niederlage an. Der späte Treffer fiel höchst unglücklich, aber der Sieg hätte auch früher schon entschieden sein können. Nun stehen vier sieglose Spiele in Folge in der Statistik des 1. FC Köln: Der FC hat eine Chance vertan.

Die Frustration über die verlorenen Punkte war am Samstag besonders groß. Zu recht, denn die Geißböcke hätten den Deckel früher draufmachenden können. Die Möglichkeit dazu hatte der 1. FC Köln: Der FC hat eine Chance vertan.

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Die Bilder und Worte der Kölner Protagonisten sprachen nach dem 1:1 gegen St. Pauli wohl für die Gefühlswelt der gesamten FC-Anhängerschaft. Während der Gegner sich über das Unentschieden nach neun Niederlage in Folge (in der Liga) freute, als hätten sie sogar einen Sieg errungen, saß Lukas Kwasniok mit versteinerter Miene auf der Trainerbank, seine Mannschaft ging mindestens genauso frustriert in die Katakomben. Kwasniok sagte später, es gehe ihm gar nicht gut, Marvin Schwäbe sprach von einem Scheißmoment, der den Sieg gekostet habe, Luca Waldschmidt von dem nervigsten Punkteverlust. Es war nicht nur ein nerviger Punktverlust, es war ein unnötiger und es war einer, der dem FC noch sehr wehtun kann.

St. Pauli fand in der Offensive nicht statt

Das späte 1:1 fühlte sich für die Geißböcke wie eine Niederlage an. Zu recht, denn der FC stand gegen offensiv schwache Nordlichter so sicher, dass sich die Kiezkicker bis zum Ausgleich einen xGoals-Wert von 0,1 erspielt hatten. Auf gut Deutsch: St. Pauli strahlte über 90 Minuten mal gar keine Torgefahr aus. Die größte Chance vergab Abdoulie Ceesay, weil er sich trotz einer Serie von neun Niederlagen in Folge entschloss, ein Tor des Monats mit der Hacke erzielen zu wollen – vergeblich. Die Innenseite hätte mit großer Wahrscheinlichkeit schon zwei Minuten vor dem Ausgleich das 1:1 markiert. Bis dahin war von der von Kwasniok angekündigten spielstarken Mannschaft vom Millerntor nichts zu sehen. Zur Wahrheit gehört wohl auch, dass sich auch die Kölner in mehreren Phasen im Kreieren von Chancen richtig schwer taten.

Und dennoch kam der FC schon in den ersten 45 Minuten zu Großchancen, die der Begegnung frühzeitig eine Kölner Wendung hätten geben können. Genauso hätten Luca Waldschmidt, Ragnar Ache und Florian Kainz das Spiel nach der Said-El-Mala-Führung entscheiden müssen. Es wäre also viel zu leicht den rutschigen Boden als Schuldigen für das bittere Unentschieden auszumachen. Wobei der Treffer wohl ohne den Fehltritt von Marvin Schwäbe niemals gefallen wäre. Immerhin bezifferte die DFL die Torwahrscheinlichkeit bei dem Abschluss auf 1,9 Prozent. So aber landete die Kugel im Netz und am Ende stand das bittere Remis, der nervigste Punktverlust. Ein unnötiger und eben einer, der hinten raus sehr schmerzhaft werden kann.

Der Blick muss nach unten gerichtet werden

Denn am Ende des Tages setzt sich ein sehr negativer Trend der Kölner fort. Der FC hat zum vierten Mal in Folge nicht gewonnen, nur einen Sieg in den vergangenen acht Spielen eingefahren und in den vergangenen zehn Spielen nur noch 0,9 Punkte pro Schnitt eingefahren. Ein Schnitt, der auf die Saison hochgerechnet nichts anderes als akute Abstiegsgefahr bedeuten würde. Aktuell profitieren die Kölner noch von dem Polster, das sich der FC in den ersten drei Saisonspielen angefuttert hat. Der FC steht nach wie vor mit 16 Punkten aus 13 Spielen und Platz neun für einen Aufsteiger sehr gut da.

Die von Kwasniok und Kessler immer wieder angesprochene Tatsache, dass man als Bundesliga-Aufsteiger als Underdog gelte und der Klassenerhalt das eigentlich ausgegebene Ziel der Saison sein sollte, darf trotz des erfolgreichen Starts in die Spielzeit nicht aus den Augen verloren werden. Und tatsächlich muss der Blick so langsam nach unten gerichtet werden. Die Kölner haben nicht nur die große Chance verpasst, den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf acht Punkte zu vergrößern, er ist durch das Remis auf fünf Zähler geschrumpft.

Am Ende zählen die Punkte

Und während der FC am kommenden Wochenende zum Nachbarn, aber eben auch zum Vizemeister reist, kommt es am Millerntor zum Keller-Duell zwischen St. Pauli und dem 1. FC Heidenheim. Bei einer Niederlage in Leverkusen ist es also alles andere als ausgeschlossen, dass der Vorsprung auf den Relegationsplatz auf nur noch zwei Zähler zusammenschrumpft. Eine Serie von fünf sieglosen Spielen in Folge würde der allgemeinen Zufriedenheit zudem nicht besonders gut tun. Aber: Selbst mit einer weiteren Pleite müssen die Alarmglocken in Köln sicherlich noch nicht schrillen. Die Saison ist lang, der FC hat eigentlich zu viel Qualität, um doch noch in den Abstiegskampf zu rutschen. Eigentlich. Denn am Ende zählen die Punkte. Und davon hat der FC zuletzt zu wenig gesammelt – egal, ob mit Glück oder mit Pech.

Kommentar: Ein spätes Tor, ein wichtiger Punkt, aber auch die schwächste Leistung der Saison

Lukas Kwasniok beim Spiel gegen Bremen
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Kommentar: Ein spätes Tor, ein wichtiger Punkt, aber auch die schwächste Leistung der Saison

Mit seinem Last-Minute-Treffer hat Said El Mala dem FC im Weserstadion einen Punkt gerettet. Allerdings täuschten das späte Tor und das Ergebnis über eine desolate erste Halbzeit hinweg. Ein Kommentar zum 1:1 des 1. FC Köln gegen Bremen.

Mit einem späten Tor haben die Geißböcke die dritte Niederlage in Folge abwenden können. Die Kölner fuhren einen wichtigen Zähler ein. Doch die erste Halbzeit war schon erschreckend schwach. Ein Kommentar zum 1:1 des 1. FC Köln gegen Bremen.

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Als Lukas Kwasniok in der vergangenen Woche auf die beiden jüngsten Niederlagen gegen Frankfurt und zuvor Gladbach angesprochen wurde, da lächelte der Coach und sagte: „Willkommen in Köln. Es wurde auch Zeit nach fünf Monaten, dass die erste Frage mal kritisch ist.“ Natürlich hat Kwasniok schon andere kritische Fragen seit seinem Amtsantritt im Sommer beantwortet. Wie sonst hatte er auch dieses Mal die passende Antwort parat. Der Trainer erklärte, dass es als Aufsteiger nun mal wahrscheinlich sei, auch mal zwei, vielleicht sogar drei oder vier Spiele in Folge zu verlieren. Tatsächlich hat der starke Saisonauftakt mit sieben Punkten aus drei Spielen und dem (wenn auch sehr glücklichen) Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals Hoffnungen geweckt – oder die Menschen „träumen lassen“, wie der Coach sagte.  

Schwächste Saisonleistung

„Willkommen in Köln“ ist der Klischee-Liebhaber geneigt zu sagen. Schließlich wird dem FC-Fan nach zwei Siegen gerne der Traum von Europa nachgesagt. Wohl kaum hat nur ein Kölner Anhänger nach dem dritten Spieltag ernsthaft damit gerechnet, dass es für den Rest der Spielzeit genauso weiterlaufen würde. Im Stillen gehofft und vielleicht auch eben geträumt möglicherweise. Die einnordenden Worte des Kölner Trainers sind also absolut richtig. Man darf nun mal nicht vergessen, wo der FC herkommt und auch nicht in welches Regalfach er in dieser Bundesliga-Spielzeit wohl gehören wird. Als Aufsteiger ist das erste Ziel der Klassenerhalt. Alle Träume, die darüber hinaus gehen, sollten erst mit dem Erreichen des ersten Ziels neu gesteckt werden.

Es war klar, dass es in dieser Saison auch mal zwei Niederlagen in Serie geben würde und angesichts der Gegner im Oktober und November mit Dortmund, den Bayern und Frankfurt waren auch die vier Niederlagen in fünf Pflichtspielen vor dem Duell gegen Bremen keine Alarmglocke wert. Die erste Halbzeit im Weserstadion dagegen schon. Die Leistung der Kölner war in den ersten 45 Minuten beängstigen schwach. Die Defensive war mehr als nur anfällig, die Offensive fand abgesehen von Said El Mala als einziger Aktivposten so gut wie gar nicht statt. Und das ist sicherlich nicht mit der doch hohen Anzahl an Verletzten zu erklären. Die Geißböcke konnten froh sein, dass die (noch nicht einmal übermäßig starken) Bremer die schwächste FC-Leistung dieser Saison nicht frühzeitig zu ihren Gunsten ausgenutzt hatten.

Ein schmeichelhafter Punkt

Unterm Strich stand ein schmeichelhafter Punkt. Der späte Ausgleich von El Mala darf nicht über den Auftritt im ersten Abschnitt hinwegtäuschen. Kwasniok sprach nachher von einem Sender-Empfänger-Problem und stellte sich demonstrativ vor die Mannschaft. Tatsächlich korrigierte der Trainer zur Halbzeit und das offenbar auch gut. Denn die Kölner fanden wieder in die Spur. Möglicherweise auch, weil Bremen den Faden verlor. Kwasniok hat am Ende des Tages recht, wenn er sagt, dass ein Aufsteiger zwei, vielleicht auch drei oder vier Spiele in Serie verlieren darf. Die Kölner haben sich früh ein wichtiges Polster erarbeitet, belegen nach wie vor einen guten zehnten Tabellenplatz.

Die Leistung von den ersten 45 Minuten in Bremen sollte sich so aber in den drei Spielen bis zur Winterpause nicht wiederholen. Folgen keine Punkte gegen St. Pauli, Leverkusen oder Union Berlin, dann werden sicherlich weitere kritische Fragen folgen, möglicherweise heißt es für Köln dann vor allem aber „Willkommen im Abstiegskampf.

Der richtige Matchplan, falsche Entscheidungen – kein Grund zur Sorge: Kommentar zum 1. FC Köln

Enttäuschte Spieler des 1. FC Köln nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt
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Der richtige Matchplan, falsche Entscheidungen – kein Grund zur Sorge: Kommentar zum 1. FC Köln

Mit der 3:4-Niederlage am Samstagabend kassierten die Kölner bereits die fünfte Liga-Niederlage und finden sich nun erstmals in der unteren Tabellenhälfte wieder. Das ist ärgerlich, aber kein Grund zur Sorge. Denn beim FC läuft nach wie vor viel richtig. Ein Kommentar zur 3:4-Niederlage des 1. FC Köln.

Vor der Saison wäre eine Niederlage gegen den Champions-League-Teilnehmer Frankfurt alles andere als eine Überraschung gewesen. Am Samstagabend hatte der FC dennoch die Chance, die Hessen zu schlagen. Individuelle Fehler machten den offenbar guten Matchplan zunichte. Besorgniserregend ist die aktuelle Entwicklung aber noch nicht. Ein Kommentar zur 3:4-Niederlage des 1. FC Köln.

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Nach dem elften Spieltag ist es nun soweit: Zum ersten Mal in dieser Saison stehen die Kölner in der unteren Tabellenhälfte. Das ist ärgerlich für den Aufsteiger, aber nicht besonders besorgniserregend. Denn das zu Beginn der Spielzeit gesammelte Polster der Kölner ist mit sieben Punkten Vorsprung auf Rang 16 groß. Wohlgemerkt ein Saisonbeginn, der noch im Sommer als besonders schwer erklärt wurde. Dementsprechend groß war auch die Euphorie. Die jüngste Tendenz hat den Verein und seine Fans nun aber doch auf den Boden der Tatsachen geholt. Vier der vergangenen fünf Pflichtspiele gingen verloren, davon aber immerhin auch drei gegen Champions-League-Teilnehmer, die nun wahrlich nicht der Kragenweite der Kölner entsprechen. Nach dem 3:4 gegen Frankfurt ist die Bilanz erstmals negativ in dieser Spielzeit.

Der richtige Matchplan

Den sieben Punkten aus den ersten drei Saisonspielen folgten in den nächsten acht Partien ebenfalls sieben Zähler, der Schnitt pro Spiel ist in jenen acht Duellen auf 0,875 geschrumpft und das wiederum hoch gerechnet auf 34 Spieltage wären 29 Punkte. Die Situation sähe ohne das anfängliche Polster weitaus bedrohlicher aus. Man könnte also meinen, dass die Alarmglocken schon einmal vorsichtshalber aus der Kiste gekramt werden sollten. Doch dazu besteht aktuell noch kein Anlass. Lukas Kwasniok hatte auch gegen die Eintracht wieder einen passenden Matchplan ausgearbeitet. Bis zum Kopfball von Jonathan Burkardt nach einer halben Stunde hatte man eigentlich den Eindruck, der FC würde nach der frühen Führung mit einem weiteren Konter die Weichen eher auf Erfolgskurs setzen, als den Ausgleich kassieren zu können.

Falsche Entscheidungen

Dass individuelle Fehler die Kölner Marschroute konterkariert haben, ist ärgerlich, diese gehören aber zum Profifußball nun einmal dazu. Am Samstagabend wurden dann jedoch an zu vielen Stellen zu viele schlechte Entscheidungen getroffen – das aber vornehmlich auf dem Platz. Sei es der geblockte Torschuss, der besser ein finaler Pass im Sechzehner geworden wäre oder das Abspiel im Zentrum zum Nebenmann, das sich als langer Ball auf den davoneilenden Jakub Kaminski besser geeignet hätte. Ob Kwasniok mit der Aufstellung und seinen Wechseln alles richtig oder eben alles falsch gemacht hat, ist rein spekulativ. Fest steht, selten zuvor hatte der FC einen Trainer, der so präzise die Antworten auf die Stärken und Schwächen seiner Gegner und dem eigenen Team gefunden hat.

Natürlich liegt auch der 44-Jährige mal falsch, doch meist folgt dann schnell auch die Korrektur. Die fast erfolgreiche Aufholjagd hat jedenfalls gezeigt, dass der FC über eine intakte Mannschaft verfügt, dass jederzeit mit dieser Mannschaft zu rechnen ist. Und das eben nicht nur in den 90 Minuten auf dem Feld, sondern auch in den 34 Begegnungen einer Saison. Am Samstagnachmittag steht das Auswärtsspiel gegen Bremen auf dem Spielplan. Mit einem Sieg wäre nicht nur die Bilanz wieder ausgeglichen, der FC würde sich wieder in der oberen Tabellenhälfte wiederfinden. Und das wäre etwas, was man vor der Saison für einen Tabellenplatz nach zwei Drittel der Hinrunde sofort unterschrieben hätte.

Zu früh? Noch nicht gut genug? Nein! Die DFB-Nominierung hat sich Said El Mala verdient

Said El Mala im DFB-Trikot
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Zu früh? Noch nicht gut genug? Nein! Die DFB-Nominierung hat sich Said El Mala verdient

Die Nominierung von Said El Mala für den A-Kader der deutschen Nationalmannschaft hat ein wenig überrascht. Die Frage, ob die Berufung für den Youngster der Geißböcke zu früh kommt, darf sicherlich gestellt werden. Doch der 19-Jährige hat bisher eben überzeugt beim 1. FC Köln: Said El Mala hat sich die DFB-Nominierung verdient. Ein Kommentar.

Mit seinen 19 Jahren ist der Kölner Shootingstar seit Wochen in aller Munde, sorgt für Diskussionen, bringt aber eben auch Leistung beim 1. FC Köln: Said El Mala hat sich die DFB-Nominierung verdient.

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Die Frage nach Willy Baumgärtner wäre in einer Quizshow vermutlich eine für die höheren Beträge. Die Antwort: Bis heute ist der 1953 verstorbene Berliner der jüngste Nationalspieler, den es für die deutsche Nationalmannschaft je gegeben hat. 17 Jahre war Baumgärtner bei seinem Debüt – übrigens auch Premier der DFB-Auswahl – damals alt. Sein letztes Spiel für Deutschland bestritt der Stürmer ein Jahr später, im Alter von 18 Jahren. Dem Vernehmen nach soll er seine gesamte Fußballer-Karriere vergeblich auf eine weitere Nominierung gewartet haben. Sollte Said El Mala in der kommenden Woche tatsächlich für die A-Nationalmannschaft gegen Luxemburg oder dann die Slowakei zum Einsatz kommen, wäre El Mala der 25-jüngste Nationalspieler Deutschlands. Der erste beim FC seit nahezu sechs Jahren.


Die richtige Entscheidung?

Die Freude ist unter den Kölner Fans natürlich ungeteilt groß. Ob die Nominierung durch Julian Nagelsmann aber zu diesem Zeitpunkt die richtige Entscheidung ist, wird heftig diskutiert. Da sind die Fans und Experten, die monieren, die Nominierung komme zu früh, El Mala habe noch keine Konstanz im Verein bewiesen, müsse erst einmal seine Leistung bestätigen und befürchten, dass der Youngster verheizt werde. Ein durchaus verständlicher Gedanke. Wie Lukas Kwasniok zu recht anmerkte, gibt es genügend Beispiele von diesen jungen, früh empor gestiegenen Hoffnungsträgern, die besonders hart auf den Boden der Tatsachen geknallt sind. Doch es gibt auch die anderen Beispiele. Jamal Musiala, Florian Wirtz und Lukas Podolski waren bei ihrer ersten Nominierung für den A-Kader jünger als es El Mala jetzt ist.

Auch Mario Götze war gerade einmal 18, als er das erste Mal für die DFB-Elf auflief, bei seinem weltmeisterlichen Final-Treffer 22 Jahre. Die Gegenfrage wird also erlaubt sein: Wären die Spieler erfolgreicher geworden, wenn man sie länger vor der DFB-Auswahl geschützt hätte? Und überhaupt: Wie wird ein junger Spieler überhaupt verheizt? Indem er das gleiche Trainingspensum, die gleichen Einsatzminuten eben nur in einem anderen Trikot absolviert, sicher nicht. Zumal der 19-Jährige wohl bei der U21 ebenfalls Training und Spielzeit bekommen hätte. Die Frage, ob es ein zu jung für die A-Nationalmannschaft gibt, ist in diesem Alter nur schwer zu beantworten. Es gibt Argumente in beide Richtungen.

Anerkennung der bisherigen Leistungen

Vielmehr könnte die Frage also lauten, ob El Mala schon gut genug für die A-Nationalmannschaft ist. Und auch darin scheiden sich die Geister. Immerhin hat der Youngster im vergangenen Jahr noch 3. Liga gespielt, ist beim FC kein Stammspieler und blickt gerade einmal auf neun Bundesliga-Spiele zurück. Doch man kann diese Bedenken auch anders lesen. El Mala hat in neun Bundesliga-Spielen bereits vier Tore geschossen. Ist mit drei Toren und zwei Vorlagen nach Einwechslungen der gefährlichste Joker der Liga. Der Offensivspieler gehört zu den Dribbelkönigen der Liga, ist der beste deutsche Dribbler. Kein anderer Spieler erzeugt im Eins-gegen-Eins so viel Torgefahr. Alle 16 Minuten sucht der Kölner im Schnitt den Abschluss. Warum sollte man dem 19-Jährigen bei so beeindruckenden Zahlen also nicht die Chance geben?

Die Nominierung für die Nationalmannschaft bedeutet nicht, dass der Youngster in seiner Entwicklung schon fertig ist. Sie bedeutet auch nicht, dass der 19-Jährige im kommenden Sommer der große WM-Held für Deutschland werden wird. Genauso wenig, dass El Mala nun der Alleinunterhalten beim FC sein muss. Die Berufung ist vielmehr eine Anerkennung des bisher geleisteten. El Mala hat sich diese verdient. Und ganz nebenbei ist es für den 19-Jährigen die Chance, einen weiteren Schritt seiner Karriere zu gehen. Nageslmann ist bekannt dafür, dass er Dinge ausprobiert, Spieler ein-, Spieler aber auch wieder auslädt. Dass der Bundestrainer nun „immer wieder mal“ U21-Nationalspieler in den Profikader holt, ist für El Mala alles andere als ein Freifahrtschein für weitere Nominierungen. Die wird es geben, wenn er weiter Leistung bringt. Dann wird er auch die Chance auf die WM bekommen. Und auf ein paar Spiele mehr als Willy Baumgärtner.

Isak Johannesson hat viel Erfahrung mit den Derbys: „Aber das ist natürlich viel größer“

Isak Johannesson jubelt mit dem 1. FC Köln
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Isak Johannesson hat viel Erfahrung mit den Derbys: „Aber das ist natürlich viel größer“

Isak Johannesson hat sowohl in Kopenhagen als auch in Düsseldorf Derbys erlebt. Da sogar gegen den FC. Der Isländer kennt auch die Schattenseiten der Rivalität. Vor allem nach seinem Wechsel zum 1. FC Köln: Isak Johannesson weiß um die Bedeutung des Derbys.

Am Samstag steht ein besonders brisantes Duell auf dem Spielplan für den 1. FC Köln: Isak Johannesson weiß um die Bedeutung des Derbys.

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Die Wucht der Kölner Fans hat Isak Johannesson in den vergangenen Wochen, aber auch in der vergangenen Spielzeit kennenlernen dürfen. Nach seinem Last-Minute-Treffer gegen Regensburg, nach dem Treffer gegen Wolfsburg zum Beispiel. Oder bei den stimmungsgeladenen Begegnungen wie zuletzt gegen den Hamburger SV. Mit Fortuna Düsseldorf erlebte der 22-Jährige auch schon Derbys in und gegen Köln. Doch die nächste Stufe wird der Mittelfeldspieler dann wohl am Samstagabend kennenlernen. „Ich habe ja schon Derbys gegen Köln gespielt. Aber das kommende ist natürlich viel größer. Ich freue mich darauf“, sagte Johannesson am Mittwoch am Rande der Trainingseinheit. „Ich habe schon viele wichtige Dinge über das Derby gehört. Es ist das wichtigste Spiel für Köln.“

„Es herrscht eine große Rivalität“

Die Magie eben jener Derbys erlebte die Kölner Neuverpflichtung auch schon in Dänemark, als er mit Kopenhagen gegen Bröndby antrat. „Zwischen den Fans herrscht eine große Rivalität. Ich mag es, genau diese Derbys zu spielen. Aber auf das gegen Gladbach freue ich mich besonders“, sagt Johannesson und liefert den Grund direkt mit. „Wir haben einen guten Start hingelegt. Wenn wir drei Punkte holen, sind wir in einer richtig guten Position vor der Länderspielpause“, sagt Johannesson. Aktuell belegen die Kölner den siebten Tabellenplatz. Mit einem Erfolg beim Nachbarn würden die Geißböcke in der Tabelle auf jeden Fall klettern. Denn Leipzig und Hoffenheim werden sich im direkten Duell so oder so Punkte abnehmen. Auch, wenn Gladbach nicht optimal in die Saison gestartet ist, wird das aber kein Selbstläufer.

„Wir müssen uns nur auf uns konzentrieren. Aber natürlich gucken wir auch ein wenig auf Gladbach“, sagt der Isländer und weist darauf hin, dass die Borussia trotz schwerem Start eine gute Rolle spielen kann. „Mit einer guten Leistung haben wir eine gute Chance, zu gewinnen.“ Wie viel eine Rivalität unter Nachbarn bedeutet, musste der Mittelfeldspieler im Sommer ertragen. Nachdem der 22-Jährige seinen Abschied aus Düsseldorf Richtung Köln bekannt gegeben hatte, wurde er in den Sozialen Medien massiv angegangen. Johannesson sperrte zwischenzeitlich sogar die Kommentarfunktion seines Instagram-Accounts. Den Wechsel an sich bereut Johannesson auch nicht. „Ich bin sehr glücklich in so einem guten Team zu spielen. Ich bin froh, dass ich den Schritt gemacht hab.“

Und dieser Schritt führt den Isländer am Samstagabend eben in den Borussia Park. „Die Fans werden uns natürlich wieder unterstützen. Sie werden alles geben. Wir werden alles geben“, sagt der Isländer. „Sie sind super wichtig für uns. Sie geben uns so viel Energie.“

Ohne Tor, Einsatz oder Chance – für Abgänge des 1. FC Köln hat sich der Abschied bislang nicht ausgezahlt

Damion Downs und Max Finkgräfe spielen nicht mehr für den 1. FC Köln
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Ohne Tor, Einsatz oder Chance – für Abgänge des 1. FC Köln hat sich der Abschied bislang nicht ausgezahlt

Mit Damion Downs und Max Finkgräfe haben zwei Eigengewächse den FC im Sommer verlassen, den Kölnern aber einen großen Umbruch ermöglicht. Für die beiden Youngster läuft es bislang aber nicht rund. Doch da gibt es noch mehr Ex-Akteure des 1. FC Köln: Für diese Ex-Spieler läuft es nicht rund.

Sie galten einst als Hoffnungsträger, wurden dann aber Abgänge des 1. FC Köln: Für diese Ex-Spieler läuft es bei ihren neuen Clubs nicht rund.

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In dieser Spielzeit gehört es wohl eher zur Ausnahme, dass mehr als die Hälfte der Startelf zum Stammpersonal der Vorsaison gehörte. Am Sonntagabend war es mal wieder soweit. Doch insgesamt hat der FC ein neues Gesicht verliehen bekommen. Zwölf neue Spieler, von denen aktuell acht bis neun Akteure regelmäßig zum Einsatz kommen. Einzig Ron-Robert Zieler als Nummer zwei, der verletzte Rav van den Berg und der letzte Neuzugang Alessio Castro-Montes sind aktuell hinten dran. Und damit dieser Umbruch überhaupt möglich war, war es auch nötig, Spieler abzugeben. Alleine Damion Downs und Max Finkgräfe haben dem FC zwischen 13 und 15 Millionen Euro eingebracht. Thomas Kessler machte in der Vergangenheit keinen Hehl daraus, dass mit beiden gerne verlängert hätte.

Noch keine Minute auf dem Feld

Doch die beiden Eigengewächse wollten bekanntlich einen anderen Weg einschlagen. Es ist reine Spekulation wie der Weg der Youngster beim FC weitergegangen wäre, genauso ist die Überlegung müßig, ob der FC ohne die Transfers nun in den gleichen Sphären spielen würde. Für die Abgänge verläuft der Abschied aus Köln jedenfalls alles andere als wie erhofft. Finkgräfe wollte bei RB Leipzig den nächsten Karriere-Schritt gehen. Ein mutiger Schritt, denn mit David Raum hat das ehemalige Kölner Talent einen Nationalspieler als direkten Konkurrenten. Und erwartungsgemäß gab und gibt es an dem kein Vorbeikommen. Unmittelbar vor dem Spiel gegen seinen Ex-Club verletzte sich Finkgräfe zudem am Innenband und arbeitet seitdem am Comeback.

Unterm Strich steht noch kein einziger Einsatz auf dem Konto des Linksverteidigers. Und der Weg zurück in den Kader wird sicherlich kein einfacher. Damion Downs hat es zwar nicht zu einem Club gezogen, der den Anspruch hat Champions League zu spielen, der Sprung zum FC Southampton war aber dennoch ein großer. Die Championship ist einfach noch einmal ein anderes Kaliber als die 2. Bundesliga. Und diese Erfahrung muss der Angreifer schmerzlich machen. Bislang kommt der Angreifer in der 2. britischen Liga auf sieben Einsätze, davon einer von Beginn an. Downs saß aber auch schon in zwei Begegnungen 90 Minuten auf der Bank und ganze vier Mal auf der Tribüne (einmal krank). Auf die Scorerliste hat es der Stürmer mit einem Assist gebracht.

Trainerwechsel kann Situation verändern

Dabei hatte man sich in England viel von dem Wechsel versprochen. Southampton liegt allerdings auch weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Am Montag wurde Trainer Will Still entlassen. Interimstrainer wird nun Tonda Eckert, der von 2013 bis 2016 im Kölner Nachwuchs als Co-Trainer tätig war und unter anderem mit Spielern wie Salih Özcan oder Ismail Jacobs arbeitete. Still hatte Downs immer wieder den Rücken gestärkt. Der Stürmer war auch von einigen Fans so hart angegangen worden, dass er sein Instagram-Profil löschte. Auch bei einigen weiteren Abgängen will es einfach nicht rundlaufen. Florian Dietz wartet beispielsweise bei Jahn Regenburg noch immer auf seinen ersten Treffer. Zuletzt war er drei Mal nur Zuschauer.

Justin von der Hitz ist mittlerweile fester Bestandteil der Nürnberger Zweitvertretung. Leart Pacarada riss sich in Heidenheim das Kreuzband, fällt Monate aus. Mathias Olesen kommt zwar in Fürth auf Spielzeit, sportlich läuft es beim Kleeblatt aber schlecht. Die Spielvereinigung belegt aktuell den 16. Tabellenplatz. Jacob Christensen schaffte es bei Molde zuletzt zwei Mal in die Startelf. Aber auch der Däne kommt bislang erst auf fünf Einsätze. Ganz anders ist die Situation da wiederum bei anderen Ex-Kölnern. Tim Lemperle ist bei der TSG Hoffenheim genauso Stammspieler wie Dejan Ljubicic bei Dinamo Zagreb. Für den Mittelfeldspieler steht diese Woche noch ein Europa-League-Duell mit Celta de Vigo auf dem Programm.

Déjà-vu für Ex-FC-Profi: Marvin Obuz dreht bei Rot-Weiss Essen wieder auf

Marvin Obuz für Rot-Weiß Essen im Duell gegen Borussia Dortmund
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Déjà-vu für Ex-FC-Profi: Marvin Obuz dreht bei Rot-Weiss Essen wieder auf

Im Sommer hat Marvin Obuz den FC wohl endgültig verlassen. Das ehemalige Talent ist wieder zu Rot-Weiss Essen zurückgekehrt. Kein Wunder, an der Hafenstraße feierte er seine größten Erfolge. Zunächst wollte es nicht rundlaufen. Aber Marvin Obuz blüht bei Rot-Weiss Essen wieder auf.

Er galt einst als großes Kölner Talent, durchlief zahlreiche Juniorenmannschaften bei den Geißböcken und hat den Sprung zu den Profis nie so richtig geschafft. Im Sommer endete die Zeit beim FC. Bei seinem neuen Club wollte es zunächst aber auch nicht laufen. Zunächst, denn mittlerweile sieht die Welt wieder anders aus. Marvin Obuz blüht bei Rot-Weiss Essen wieder auf.

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Möglicherweise fühlen sich diese Tage ein wenig nach Déjà-vu bei Marvin Obuz an. Der gebürtige Kölner avancierte am vergangenen Wochenende zum Matchwinner bei Rot-Weiss Essens Erfolg über den 1. FC Schweinfurt. RWE setzte sich 2:1 gegen den Aufsteiger durch und befindet sich als Tabellenfünfter mit drei Zählern Rückstand zur Spitze auf Tuchfühlung mit den Aufstiegsrängen. Beide Tore bereitete Obuz vor und ragte auch sonst aus einer solide auftretenden Essener Mannschaft hervor. Der Offensivspieler scheint nach anfänglichen Schwierigkeiten an der Hafenstraße wieder angekommen zu sein. Im Sommer lief der Vertrag bei den Geißböcken aus. Das ehemalige Kölner Talent, das vergeblich auf seinen Durchbruch im zweiten Versuch hoffte, kehrte seinem Heimatverein den Rücken.

Seit einigen Wochen dreht Obuz auf

Und das in der Hoffnung, ein zweites Mal in Essen durchzustarten. Das tat Obuz nämlich bereits in der Saison 23/24. Als der FC gegen den Abstieg kämpfte, hoffte der Offensivspieler nicht nur auf Einsatzzeit, Essen spielte lange um den Aufstieg mit und Obuz hatte genau daran seinen großen Anteil. Sieben Tore erzielte der Außenspieler damals, bereitete 14 vor. Und genau darauf bauten sie nun auch wieder an der Hafenstraße. Obuz wurde in die 3. Liga geholt, obwohl auch Angebote aus der 2. Bundesliga vorgelegen haben sollen. Unter anderem hat sich wohl auch der Karlsruher SC um die Dienste bemüht. Am Ende wurde es Essen. Doch der Saisonauftakt verlief alles andere als perfekt. Obuz verletzte sich in der Vorbereitung, hatte Mühe, den direkten Anschluss zu finden.

Erst in den vergangenen Wochen dreht der Offensivspieler zunehmend auf. Und genau das erinnert auch an die Spielzeit 23/24. Denn auch damals hatte das ehemalige Kölner Talent seine Anlaufschwierigkeiten. Im Oktober 23 startete der Lauf des heute 24-Jährigen. Und das mit einem 2:1-Erfolg über Saarbrücken. Beide Tore bereitete Obuz vor. In den folgenden sieben Spielen war der ehemalige U20-Nationalspieler an sechs Toren direkt beteiligt. Eine Bilanz, mit der Obuz nun sicher auch gerne an seine beiden Vorlagen vom Wochenende anknüpfen würde. Der erste Schritt ist gemacht.