Kommentar: Baumgart hat Fehler gemacht, verpokert haben sich andere

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Kommentar: Baumgart hat Fehler gemacht, verpokert haben sich andere

Am Donnerstag haben der 1. FC Köln und Steffen Baumgart die Reißleine gezogen und gehen getrennte Wege. Eine logische, aber harte Entscheidung. Dem Coach die Hauptschuld zu geben, wäre aber zu einfach. Ein Kommentar.

Abstiegsplatz, Trainerentlassung, Transfersperre und somit keine Möglichkeit nachzubessern sowie mangelnde Kaderqualität. Der 1. FC Köln steht nach dem 16. Spieltag vor einem Scherbenhaufen. Die Fehler, die zu dieser Misere geführt haben, wurden allerdings bereits vor einiger Zeit gemacht. Ein Kommentar zur Trainerentlassung von Steffen Baumgart.

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Als der FC am Donnerstagnachmittag die Trennung von Steffen Baumgart bestätigte, befand sich der baldige Ex-Trainer bereits im obligatorischen Weihnachts-Skiurlaub in Österreich. Wer Baumgart am Abend zuvor nach der 0:2-Niederlage bei Union Berlin im Gespräch mit den Medienvertretern gesehen hat, der wird eine gewisse Notwendigkeit für diese Erholung erkannt haben. Baumgart wirkte leer, desillusioniert, ratlos. Sachlich, aber bestimmt, vertröstete er die Anwesenden, die auf eine Antwort warteten, die sie eigentlich alle schon kannten. Obwohl Steffen Baumgart noch einmal in sich gehen wollte, ankündigte, dass man sich nun Gedanken machen würde, dürfte die Nachricht der Trennung am Donnerstag nur noch wenige überrascht haben. Erste Anzeichen hatte es schon zu Beginn der Woche gegeben, als Baumgart erstaunlich sachlich eine vermeintliche Diskussion um seine Person als „normal“ abtat, sie verdichteten sich am Mittwoch, als der 51-Jährige sinngemäß von der Verantwortung sprach, die man zum Wohle des Vereins übernehmen müsse.

Das Kartenhaus bricht zusammen

Nach einer Bilanz von zehn Toren und zehn Punkten aus 16 Spielen, dazu einem unsäglichen Pokal-Aus gegen einen Zweitligisten ist eine Trainerentlassung nun wahrlich keine Sensation, keine Überraschung, vielmehr eine erwartbare und eine konsequente Entscheidung. Wäre da nicht dieses „aber“. Denn mindestens bis in den Spätsommer hinein war ein 1. FC Köln ohne Steffen Baumgart nicht vorstellbar und ist es gefühlt noch immer nicht so recht. Selten hat ein Trainer so gut zu den Geißböcken gepasst wie der hemdsärmelige, launische, nahbare, vielleicht auch Schlager hörende Baumgart. Der Rostocker hat die Herzen der Kölner durch seine Art, seinen Humor, aber vor allem durch seinen attraktiven Fußball im Sturm erobert. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Baumgart nach der knappen Relegations-Rettung zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen ist. Schlechter als in der Spielzeit 20/21 hätte es wohl kaum laufen können. Baumgart motivierte, entwickelte und redete seine Spieler besser, als sie es möglicherweise waren und wurde zum sehnsüchtig erwarteten Heilsbringer.

Er sprach seinen Spielern freundschaftlich Vertrauen zu und bekam dieses auf dem Feld über die erwartbaren 100 Prozent hinaus zurück. Die Gefahr dieser Art Trainer ist es, dass das sportliche Kartenhaus in sich zusammenfallen kann, wenn die Spieler den Glauben an und in sich verlieren. Spätestens nach dem 0:6-Debakel gegen Leipzig war das ganz offensichtlich der Fall. Total verunsichert schlitterte der FC von einer schwachen Leistung in die nächste und Baumgart verlor zunehmend den Glauben, seine Spieler motivieren, sie zu einer Leistung über die Grenzen hinaus bringen zu können. Der 51-Jährige wirkte zunehmend ratlos, auf dem Trainingsplatz unwirsch, verließ taktisch seinen fest implementierten Weg, den er nie verlassen wollte und traf seltsame, wohl auch falsche Personalentscheidungen. Vermutlich in der Hoffnung, den richtigen Hebel, den Schalter zu finden. Er hat probiert, gemacht und musste am Ende feststellen, dass auch seine Grenzen irgendwann erreicht sind.

Baumgart trägt nicht die Hauptschuld

Und damit kommt das zweite „aber“, dass die logische, die konsequente Trennung dann doch wieder relativiert. Denn Baumgart die Hauptschuld an der Krise zu geben, ist zu einfach. Der Trainer konnte nur mit dem Kader arbeiten, den ihm Christian Keller zur Verfügung gestellt hat. So logisch, so richtig, so wichtig der selbst auferlegte Sparkurs der FC-Bosse möglicherweise sein mag, er hat den FC in das aktuelle sportliche Desaster geführt. Baumgart trägt sicherlich an der Misere eine Teilschuld, die Verantwortung sollte der Coach aber nicht alleine übernehmen müssen. Die Abgänge der Stammkräfte konnte der Entwickler nicht kompensieren. Offenbar blieben seine Wünsche ungehört. Baumgart sah sich und seine Mannschaft zunehmend nicht mehr wettbewerbsfähig und stellte dementsprechend das Konstrukt des 1. FC Köln in Frage. Das hat sicherlich zu Rissen im Vertrauensverhältnis zwischen Trainer und den FC-Bossen geführt.

Dabei gibt es durchaus einige Ungereimtheiten angesichts der Qualität des aktuellen Kaders. Die genauen Zahlen werden nur die Kölner Verantwortlichen kennen, dennoch muss die Frage erlaubt sein, ob der wirtschaftliche Zwang so groß war, dass ein sportlicher Niedergang zumindest in Kauf genommen wurde, wohlwissend, dass am Ende einer sportlichen Misere die Frage nach dem Trainer die erste sein würde. Natürlich hat das Damoklesschwert Transfersperre die Transferverhandlungen im Frühling konterkariert. Die Aussagen vom 1. September, man sei auf allen Positionen ordentlich besetzt, der Kader sei stark genug für die Liga und werde sich ausreichend entwickeln, waren aber eine grobe Fehleinschätzung.

Verpokert haben sich andere

Genauso wie die Vorbereitung auf die von einigen Experten prophezeite Transfersperre. Keller betonte damals, er halte nichts von einem unnötigen Aufblähen des Kaders aufgrund einer etwaig drohenden Sperre. Das Motto „Et hätt noch immer jot jejange“ fliegt dem Sportdirektor gerade um die Ohren. Ob falsch beraten oder beratungsresistent – angesichts eines möglichen Supergaus wäre Sicherheit wohl die bessere Variante gewesen. Natürlich geht diese Feststellung im Nachhinein leicht von der Hand – die jetzigen Folgen können für den FC essentiell werden: Kein Trainer, offensichtlich zu wenig Qualität im Kader, keine Möglichkeit nachzubessern – am Ende mag Steffen Baumgart falsche Entscheidungen bei der Aufstellung, im taktischen Bereich getroffen haben, verpokert haben sich andere.


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Einzelkritik

Stimmen zum Spiel

Kommentar: Defensive auf Kosten der Offensive wird nicht die Lösung sein

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Kommentar: Defensive auf Kosten der Offensive wird nicht die Lösung sein

Seit der 0:6-Niederlage gegen RB Leipzig hat der FC in der Liga nur noch ein Spiel verloren, allerdings auch nur ein Spiel gewonnen. Und das gegen die vermeintlichen Mannschaften auf Augenhöhe. Die stabilisierte Defensive legt die Offensive lahm. Und das wird am Ende nicht reichen. Ein Kommentar

Mit dem Remis gegen Mainz tritt der 1. FC Köln auf der Stelle. Aus den Spielen gegen die Klubs auf Augenhöhe holte der FC genau einen Sieg. Das ist zu wenig im Abstiegskampf. Ein Kommentar zu Kölns müdem 0:0 gegen Mainz.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat Steffen Baumgart die bevorstehenden Begegnungen als Endspiele ausgerufen. Endspiele, bei denen man nur diese eine Chance habe. Der FC hatte gerade gegen RB Leipzig eine bittere 0:6-Klatsche kassiert, die Defensive wurde dabei regelrecht auseinander genommen, die Offensive rannte im Baumgart-Style oft an, aber damit geradewegs hinein ins Verderben. Der Kölner Trainer betonte, dass nun die Spiele auf Augenhöhe kommen würden, an denen man sich messen lassen werde. Das schwere Auftaktprogramm, das man den Kölnern sicherlich nicht absprechen kann, das aber auch als Ausrede für die Misere herhalten musste, war passé, nun sollte die Aufholjagd folgen. Eine Aufholjagd, an deren Ende die Tabelle wohl eher die Wahrheit sprechen würde.

Defensive auf Kosten der Offensive

Auch, wenn auf diese Ansage des Trainers noch das Pokal-Aus gegen Lautern folgte, der FC hat sich seit der bitteren Klatsche einigermaßen stabilisiert. Zumindest wenn es nach den reinen Ergebnissen geht. Denn nach dem Leipziger Tore-Allerlei haben die Kölner nur eins der ausgelobten Endspiele verloren. Das Endspiel gegen die Bayern – also ein Duell, das schon aufgrund des Gegners auf verlorenem Posten stand. Nur ein Endspiel verloren, aber eben auch nur ein Endspiel gewonnen. Unterm Strich hat der FC aus den fünf Duellen gegen die vermeintlichen Gegner auf Augenhöhe aus Bremen, Augsburg, Bochum, Darmstadt und Mainz sechs Punkte geholt. Chance genutzt oder Chance vergeben? Da die Kölner in dieser Spielzeit gegen die Top-Teams eben nicht überraschen können, sind diese fünf Endspiel-Punkte selbst in diesem Schneckenrennen-Abstiegskampf wohl eher zu wenig.

Der FC kann bislang von Glück sagen, dass die direkte Konkurrenz ebenfalls alles andere als überzeugt und genauso wenig punktet. Die Tabelle ist im Keller eng wie lange nicht mehr. Es werden wohl gleich mehrere Vereine bis zum Ende der Spielzeit zittern müssen. Der FC ist einer davon. Denn zur Fünf-Punkte-Wahrheit gehört auch, dass aktuell die Fantasie fehlt, wie die Geißböcke spielerisch mal wieder einen Sieg einfahren wollen. Steffen Baumgart hat seinen Offensiv-Fußball-Weg verlassen, um die Defensive zu stabilisieren. Das hat gegen Darmstadt gut und gegen Mainz einigermaßen gut funktioniert. Der Preis ist aber hoch. Denn diese Maßnahme hat das Offensivspiel der Kölner komplett ausgehebelt. Der FC fand im Angriff gegen Darmstadt wenig und gegen Mainz so gut wie gar nicht statt.

Hoffen auf Lausanne

Nachdem Baumgarts Hurra-Fußball zu Beginn der Saison gescheitert ist, müssen sich die Kölner nun eingestehen, dass sie die Buspark-Variante ebenfalls nicht sonderlich voran bringt. Aktuell sind Mannschaften wie Mainz und Bochum augenscheinlich eben doch mehr als Gegner auf Augenhöhe, denen der FC nur mit einer gehörigen Portion Glück jeweils einen Zähler abtrotzte. Es fehlt die Qualität im Kader. Die Offensiv-Variante ist zu anfällig, die Defensiv-Idee zu ungefährlich, einen Mittelweg gibt es bislang nicht. Und der Glaube, dass der FC gegen die widererstarkten Freiburger und Eisernen auf den Erfolgskurs findet, ist überschaubar. Angesichts dieser Erkenntnis und der bisherigen Leistungen bleibt nur die stille Hoffnung, dass der internationale Sportgerichtshof den FC von der Bedrohung Transfersperre befreit. Sonst wird der Rest der Saison nicht nur schwere Kost, es wird auch eine ernüchternde.


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Kommentar: Nur kleine Risse am Geißbockheim… noch

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Kommentar: Nur kleine Risse am Geißbockheim… noch

Die Worte von Steffen Baumgart zur Transferpolitik kamen für Christian Keller sicher nicht überraschend. Ein großes Thema wird man beim FC wohl nicht daraus machen. Es stellt sich aber die Frage, was, wenn Ljubicic den Verein im Winter doch verlässt. Ein Kommentar

Als Steffen Baumgart am Dienstag zum Interview in die Mixed-Zone ging, wird er wohl selbst noch nicht gewusst haben, welchen Ton er später anschlagen würde. Am Ende wurden es deutliche Worte Richtung Kaderplanung beim 1. FC Köln. Ein Kommentar zu Baumgarts Kritik an der Transferpolitik.

Wenn Christian Keller in den vergangenen Monaten nach den Eigenschaften gefragt worden ist, die er an seinem Trainer besonders schätzt, so fielen häufig die Worte Authentizität und Ehrlichkeit. Worte, mit denen auch viele Fans den Kölner Coach beschreiben. Authentisch und ehrlich wirkten die Worte, die Steffen Baumgart am Dienstagmittag nach dem Auftakttraining zum Mainz-Spiel wählte. Der 51-Jährige merkte sinngemäß an, dass es nicht das Ziel sein darf, Jahr für Jahr an Substanz zu verlieren, die besten Spieler abzugeben um sich dann mit Akteuren zu „verstärken“, von denen man nicht absehen kann, ob sie denn jemals eine Verstärkung sein werden. Baumgart forderte ein Umdenken, er forderte Verstärkungen zur Winterpause. Denn Zeit zum Entwickeln, die habe man nun nicht mehr. Es gehe ja schließlich nur um den Klassenerhalt. Baumgart redete nicht nur sich den Frust von der Seele, er sprach auch aus selbiger der Fans.

Für den FC ging es bergab

Da Keller immer mal wieder die offene Kommunikation zwischen ihm und Baumgart lobte, wird ihn die Denke des Trainers nicht überrascht haben. Dass Baumgart sich aber in einem Mixed-Zone-Interview nach dem Training dazu äußerte, dürfte dem Sportdirektor nicht geschmeckt haben. Der so oft kommunizierte gemeinsame Weg scheint zumindest im Punkt Transferpolitik nicht deckungsgleich zu sein. Nun sind die Äußerungen von Baumgart durchaus verständlich, logisch und aus der rein sportlichen Sicht auch richtig. Fakt ist, der FC hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Leistungsträger verloren. Der aktuelle Kader ist qualitativ um einige Stufen schwächer, als der, den Baumgart 2021 übernommen hat. In diesem Fall lügt die Tabelle nicht. Der Conference-League-Teilnehmer der vergangenen Spielzeit befindet sich mittlerweile im Abstiegssumpf und der Ausgang ist komplett offen.

Der Frust einiger Fans, die sich nun in ihrer Denke bestätigt sehen, ist verständlich. Man sollte aber einige Punkte nicht gedankenlos vermischen. Nicht jeder der genannten Leistungsträger wurde verhökert, um Platz und Gelder für neue Spieler zu erhalten – ehrlicherweise sogar nur wenige. Jonas Hector und Ellyes Skhiri haben den Klub beispielsweise aus eigenen Stücken verlassen. Der Verein hat sich gestreckt, um die beiden Spieler weiter zu binden, diese wollten nicht in Köln bleiben. Auch Salih Özcan suchte die neue Herausforderung und war aufgrund seiner Ausstiegsklausel nicht zu halten. Sebastiaan Bornauw brachte dem FC rund 13 Millionen Euro ein, dieser Transfer wurde vor Christian Keller getätigt. Bei Anthony Modeste verhielt es sich möglicherweise anders. Wie genau, wissen vermutlich nur die Beteiligten. Sicher ist aber, dass die Kölner Chefetage nicht mehr bereit war, das hohe Gehalt zu zahlen.

Was passiert, wenn Ljubicic geht?

Nicht von der Hand zu weisen ist indes, dass die Kölner wichtige Leistungsträger verloren haben und diese nicht annähernd adäquat ersetzt wurden. Im Gegenteil: einige Transfers gingen ordentlich daneben. Darunter auch Verpflichtungen, die sich der Trainer gewünscht haben soll. Der Aderlass, die mangelnde Qualität werden Baumgart mit Sicherheit beschäftigt und er wird diese mit großer Wahrscheinlichkeit auch intern kommuniziert haben. Nun fordert der Kölner Trainer öffentlich mehr Qualität. Ob es die geben wird, ist aber fraglich. Denn eine Geldquelle, abgesehen von abgehenden Spielern, die Baumgart aber halten will, wird sich wohl nicht so schnell auftun. Es ist jedenfalls kaum vorstellbar, dass die Kölner Verantwortlichen ihren Sparkurs komplett verlassen. Auch der Kölner Trainer fand auf die Frage nach Geldquellen keine schnelle Antwort.

Und so bleibt die öffentliche Äußerung, die aus sportlichen Gründen durchaus verständlich ist. Baumgart will nicht der Alleinverantwortliche in der Krise sein. Ob das Vertrauensverhältnis der Kölner Führungsetage durch diese Äußerung einen Riss bekommen hat, ist offen. Man wird das Thema am Geißbockheim nicht zu hoch kochen lassen wollen. Zumal auch den FC-Bossen klar ist, dass der Sparkurs ein riskanter Weg ist. So fällt Baumgarts Arbeitszeugnis auch deswegen „sehr gut“ aus, weil die FC-Bosse durchaus wissen, mit welcher Kader-Qualität der Trainer arbeitet. Das sagte Keller zumindest vor einigen Wochen in einem WDR-Podcast. Sie machen ihren Trainer ganz sicher nicht zum Alleinschuldigen an der Misere.

So oder so – dieses Störgeräusch kommt zum falschen Zeitpunkt, es wird aber am FC vorbeiziehen. Vorerst. Denn es stellt sich durchaus die Frage, was passieren wird, wenn die Kölner Verantwortlichen tatsächlich mit einem Abgang von Dejan Ljubicic zum Winter geplant haben und diesen dann auch verwirklichen würden. Die FC-Bosse hätten dann in der Wahrnehmung Baumgarts öffentlichen Wunsch nicht respektiert. Für einen ehrgeizigen Trainer, dem Niederlagen nicht besonders gut schmecken, wäre diese wohl nur schwer hinnehmbar. Der Ball liegt bei Keller und Co.


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Kommentar: Die Hoffnung ist geweckt, doch Zweifel bleiben

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Kommentar: Die Hoffnung ist geweckt, doch Zweifel bleiben

Mit dem 1:0-Erfolg über Darmstadt haben die Kölner einige Negativserien gestoppt und zudem vorerst den Abstiegsplatz verlassen. Das macht Hoffnung, darf aber nicht über deutliche Schwächen hinwegtäuschen. Ein Kommentar.

Die Erleichterung war den FC-Protagonisten am Freitagabend deutlich anzusehen. Kein Wunder, der Erfolg über die Lilien hat neue Hoffnung im Abstiegskampf geweckt. Doch es bleiben deutliche Schwächen. Ein Kommentar zum 1. FC Köln und dem 1:0 gegen Darmstadt.

Die Bekanntmachung der Strafanzeige gegen Vertreter von Ljubljana, die Retourkutsche mit Bestechungsvorwürfen gegen den FC aus Ljubljana und die deutlichen Worte gegen ein mögliches Comeback von Justin Diehl – ausgerechnet die Woche vor dem so wichtigen Keller-Duell gegen Darmstadt wurde von einigen doch heftigen Störfeuern geprägt. Die Mannschaft hat sich davon aber offensichtlich nicht aus der Ruhe bringen lassen, drei wichtige Punkte eingefahren und gleichzeitig den ersten Auswärtssieg seit Mai und das erste Zu-Null-Spiel seit April eingefahren. Vor allem aber haben die Geißböcke zum ersten Mal seit September die Abstiegsplätze verlassen, wenn auch möglicherweise nur für wenige Tage, und das vor dem nächsten Keller-Duell, einem Heimspiel gegen Mainz, einem weiteren Gegner auf Augenhöhe. Am Ende einer polternden Woche ist zumindest sportlich ein wenig Ruhe eingekehrt.

FC erspielte sich wenige Torchancen

Das auch, weil Steffen Baumgart in dieser Krise von seinem Hurra-Fußball Abstand nimmt, sich nicht zu schade ist, auf vermeintliche Leistungsträger zu verzichten oder sie zur Halbzeit vom Platz zu nehmen und variabler in seiner taktischen Ausrichtung geworden ist. Genauso haben die Spieler aber auch den Abstiegskampf angenommen, leidenschaftlich verteidigt und ein Stürmertor in gewisser Weise erzwungen. Diese Punkte alleine machen Hoffnung, dass Steffen Baumgart, Christian Keller und Co. am Ende des Tages doch recht behalten werden und die Mannschaft tatsächlich bundesligatauglich ist und die Klasse halten wird. Zwar ist die Ausführung, dass man in Köln ja entweder Himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt sei, wie es Timo Hübers nach dem Spiel sagte, abgedroschen und klingt ehrlich gesagt nach dem desaströsen Saisonauftakt wie der verharmlosende erste Versuch, das Debakel schön- vielleicht sogar wegzureden.

Dennoch ist eine gewisse Zuversicht, vielleicht ein leichter Funken Euphorie bei vielen Kölner Fans zu lesen, zu hören, denen man mit einer deutlichen Mahnung entgegentreten sollte. Die Kölner haben am Freitag viel richtig gemacht, wichtige Punkte eingefahren, die Abstiegsränge vorerst verlassen, über den Berg ist der Geißbock aber noch lange nicht. Aus dem Arbeitssieg abzuleiten, dass diese Mannschaft tatsächlich besser als drei andere Teams der Liga ist, kommt deutlich zu früh. Zur Wahrheit gehört nämlich auch, dass sich die Kölner am Freitag gegen einen erstaunlich harmlosen Gegner nur wenige Torchancen erspielten. Erst als Darmstadt aufmachte, um vielleicht doch noch einen Punkt einzusammeln, schraubten die Kölner ihr Konto der „Torschüsse aufs Tor“ auf sechs hoch. Außerdem ließen die Geißböcke erneut die wenigen großen Chancen aus. Max Finkgräfe und Luca Waldschmidt hätten etwa erhöhen müssen.

FC hat sich einen Vorteil erarbeitet

Zudem zeigt die Formkurve einiger vermeintlicher Leistungsträger weiterhin erschreckend deutlich nach unten. Ein Florian Kainz ist ein Schatten seiner selbst. Der misslungene Freistoß in Halbzeit eins, das böse Foul gegen Mehlem stehen symptomatisch für die aktuelle Situation um den Kölner Kapitän. Sie werfen Fragen auf. Auch Dejan Ljubicic ist weit von seinen Maximalleistung entfernt – selbst wenn er sich im zweiten Durchgang deutlich steigerte. Und auch der Treffer von Davie Selke sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Stürmer bis zu dem Tor eher unscheinbar agierte, so wie in den meisten seiner bisherigen Saisonspielen.

Fakt ist: Die Punkte gegen Darmstadt waren wichtig, sie machen Hoffnung – und das zu recht. Sie waren aber auch notwendig, um überhaupt eine Rolle im Klassenerhalt spielen zu können. FC-Trainer Steffen Baumgart sprach vor dem Duell von einem Schneckenrennen in Bezug auf den Abstiegskampf. Der FC ist die ersten Zentimeter vorangekommen, hat sich einen Vorteil erarbeitet. Der Weg zum Ziel ist aber noch weit. Und: Sollten die Geißböcke am Sonntag gegen Mainz verlieren, ist die Kölner Schnecke plötzlich wieder ganz weit hinten.


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Kommentar: Spiel verloren, aber eine wichtige Erkenntnis gewonnen

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Kommentar: Spiel verloren, aber eine wichtige Erkenntnis gewonnen

Der 1. FC Köln war im Heimspiel gegen die Bayern erwartungsgemäß chancenlos und hat das Duell absolut verdient verloren. Gewonnen hat FC-Trainer Steffen Baumgart aber eine wichtige Erkenntnis. Die Frage ist nur, was er daraus macht. Ein Kommentar.

Die 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern viel für den FC sehr schmeichelhaft aus. Köln hatte Glück, dass es nicht das nächste Debakel gab. Der FC hat zwar das Heimspiel verloren, aber Steffen Baumgart eine wichtige Erkenntnis gewonnen. Ein Kommentar zum 1. FC Köln und dem 0:1 gegen Bayern.

Steffen Baumgart hat es also getan. Der Trainer des 1. FC Köln ist von einer seiner Grundideen des Fußballs abgerückt. Gegen die Bayern ließ der Kölner Trainer, dem zunehmend einige Fans eine gewisse Sturheit in Sachen Aufstellung, taktische Ausrichtung und dem Einsatz von Nachwuchskräften nachsagen, eine Dreier- respektive Fünferkette spielen. Das erschien vor dem Bayern-Spiel so wahrscheinlich wie für den FC das Erreichen der Königsklasse. Ersteres ist geschehen und es hat unterm Strich noch nicht einmal wehgetan. Dass der Kölner Coach nach zweieinhalb Jahren von seinem Viererketten-Dogma abweicht, wird der aktuellen Situation, der Krise geschuldet sein. Es ist auf jeden Fall ein Zeichen, dass auch Baumgart nun nach anderen Lösungen sucht. Mit hoher Intensität, Mut und Klarheit ist es alleine nicht (mehr) getan. Auch wenn das auch weiterhin die Grundzutaten für erfolgreichere Zeiten sein sollten und zwei Spielzeiten offenbar auch das Heilmittel waren. 

Kölner Überraschungsmoment verpufft

Ob der Zeitpunkt dieser taktischen Maßnahme klug gewählt war, ist eine berechtigte Frage. Zumindest hat sich schnell gezeigt, dass die Bayern individuell zu gut besetzt sind, als dass die taktische Überraschung sie aus dem Konzept hätte bringen können. Genauso wurde sehr schnell deutlich, dass die individuelle Klasse der Kölner für dieses Spiel gegen die Bayern nicht reicht. Offen bleibt auch, ob die Zeit vor dem Duell für das Einstudieren dieser offenbar sehr komplexen Maßnahme ausgereicht hat, gerade weil Spieler wie Eric Martel, Jan Thielmann und Florian Kainz die dazugehörigen Trainingseinheiten verpasst haben. 

Gravierend war aber viel mehr die Fehleinschätzung des Trainers, mit aggressivem Anlaufen, einem hohen Offensivdruck, eine ball- und spielsichere Umschaltmannschaft wie die Bayern zu Fehlern zwingen zu können. Im Gegenteil, die Münchener hatten auch durch diese Maßnahme leichtes Spiel, viele Freiräume, kamen immer wieder in erstaunliche Überzahl-Situationen. Es war nur dem nicht erklärbaren Unvermögen der zahlreichen Nationalspieler vor dem Tor sowie dem erneut überragenden Marvin Schwäbe im Tor zu verdanken, dass der FC nicht schon in den ersten 30 Minuten in das nächste Debakel steuerte. Das Experiment mit der Dreierkette gepaart mit dem aggressiven Offensivfußball ist gescheitert und das ehrlicherweise ziemlich kläglich.

Baumgart rührt Beton an

Das änderte sich nach dem Wechsel schlagartig. Denn im zweiten Abschnitt rückte der 51-Jährige von dem Grundprinzip, dem Fundament seines Fußballverständnisses ab. Er rührte Beton an, parkte den Bus – Dinge, die im Baumgartschen Fußball-Kosmos eigentlich nicht existieren. Der Kölner Beton bestand aus einer tief stehenden Fünferkette sowie einer defensiv ausgerichteten Viererformation. Die alleinige Sturmspitze hatte in dem Abwehrbollwerk wohl nur einen symbolischen Charakter. Denn die Kölner fanden fortan im Angriff so gut wie gar nicht mehr statt. Dafür stand die Hintermannschaft aber sicher. Die Bayern wurden zwar nochmal gefährlich, aber bei weitem nicht mehr in der Schlagzahl wie in Halbzeit eins. „Wir haben tiefer gestanden, was ich mir normalerweise nicht auf die Fahne schreibe, aber es war notwendig. Und dann haben wir gut verteidigt“, sagte der 51-Jährige. „Die zweite Halbzeit war besser. Die Dreierkette hat es gut gemacht. Wir nehmen da sehr viel mit.“

Auch, wenn das nicht der Plan des Trainers war: Baumgart wird nicht verborgen geblieben sein, dass eben jener Beton manchmal das erfolgversprechende Fundament gegen Offensivkräfte wie die Bayern sein kann. Punkte ermauern ist sicherlich keine Dauerlösung und mag nicht Baumgarts Verständnis von Fußball entsprechen, es kann aber gerade in der aktuellen Phase ein probates Mittel für Punkte gegen Top-Mannschaften sein. Der FC hat das Spiel gegen die Bayern knapp, aber völlig verdient verloren. Die gewonnene Erkenntnis einer funktionierenden Defensivtaktik könnte aber noch viel wichtiger werden als ein Überraschungs-Remis gegen den Rekordmeister. Die Frage ist nur, was Baumgart daraus macht.


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Kommentar: Wenn der FC diese Endspiele nicht gewinnt, gegen wen gewinnt er dann?

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Kommentar: Wenn der FC diese Endspiele nicht gewinnt, gegen wen gewinnt er dann?

Nur eine Woche nach der ordentlichen Leistung gegen den FC Augsburg folgte gegen Bochum ein spielerischer Einbruch. Der FC hat von den bisherigen zwei Endspielen keins gewonnen. Das kann nicht reichen. Ein Kommentar.

Das 1:1 gegen Augsburg hat am vergangenen Wochenende Hoffnung gemacht, das 1:1 gegen Bochum diese schnell verpuffen lassen. Gegen den VfL war der FC nicht bundesligatauglich. Das ist eine bittere Erkenntnis. Denn gerade gegen die Gegner auf Augenhöhe wollte der FC eigentlich punkten. Ein Kommentar zum 1. FC Köln und dem 1:1 gegen Bochum.

Auch wenn das Ergebnis das gleiche war, das Zustandekommen hätte wohl kaum unterschiedlicher sein können. Am vergangenen Wochenende das 1:1 gegen Augsburg, das aufgrund der spielerischen Laune und Qualität der Kölner durchaus zu einem nicht unverdienten Sieg hätte führen können. An diesem Samstag das 1:1 gegen Bochum, das aufgrund der fehlenden spielerischen Qualität, einer teils desolaten Leistung unter der Kategorie schmeichelhaft noch eben schmeichelhaft einzuordnen wäre. Der FC hat innerhalb von nur acht Tagen zwei Gesichter gezeigt, die nicht unterschiedlicher hätten sein können. Gegen den FCA bäumte sich der FC gegen die nächste Niederlage, gegen den VfL wirkte es so, als habe er sich bereits mit dieser abgefunden. Die Hoffnung nach dem Augsburg-Spiel ist erstaunlich schnell verpufft. „Die Jungs hatten ganz klar mit dem Kopf zu tun“, sagte Steffen Baumgart nach dem Remis an der Castroper Straße.

FC wirkt komplett verunsichert

Dazu gab es am Samstagabend wohl kaum zwei Meinungen. Dennoch erstaunlich: Schließlich hat gerade der Kopf den FC über zwei Spielzeiten in höheren Sphären spielen lassen. Möglicherweise sogar über der eigentlichen Qualität. Motivator Baumgart redete seine Spieler seit Amtsantritt stark, sprach ihnen Mut zu, schenkte ihnen auch so Vertrauen und stärkte so das Selbstvertrauen. Das scheint den Kölner Akteuren abhanden gekommen zu sein. Wie gegen Lautern begann der FC eigentlich mit breiter Brust, kam auch zu ersten Möglichkeiten, verlor dann aber aus dem Nichts den Faden und fand ihn anschließend nicht mehr wieder. Die Kölner Profis waren sichtbar verunsichert. Auch, wenn Baumgart nach dem Spiel erklärte, die Mannschaft habe im zweiten Abschnitt zumindest den Kampf angenommen, fehlte Köln über das komplette Spiel die Körpersprache, die Leidenschaft, der Willen, um im Abstiegskampf zu bestehen.

Zur ganzen Wahrheit gehört wohl auch, dass es aber eben nicht alleine der Kopf war, der zu diesem Spielverlauf führte. Motivation alleine kann die fehlende Qualität nicht wett machen. Die Offensive fand gegen die kämpfenden Bochumer wieder einmal so gut wie nicht statt. Mehr als der Selke-Treffer war aus Kölner Sicht nicht drin. Die Defensive ließ dem Gegner unerklärliche Räume, verhielt sich teils stümperhaft in den Zweikämpfen und schaute das ein oder andere Mal lieber nur zu, als die Gegner an ihren Chancen zu hindern. So unter anderem beim 0:1, als Lukas Daschner gleich von fünf Kölner Spielern beim Torschuss begleitet anstatt gehindert wurde. Sportdirektor Christian Keller brachte es am Sonntag auf den Punkt: „Das war nicht bundesligatauglich“, was der FC da bot.

Eine schnelle Rettung ist nicht in Sicht

Und das ist eine richtige, aber genauso erschreckende Einordnung. Die Kölner waren gegen Bochum nicht bundesligatauglich. Gegen einen Gegner, den die Kölner Verantwortlichen eigentlich als direkten Konkurrenten im Abstiegskampf ansehen. Die Wahrheit sah am Samstag aber ganz anders aus. Köln war mit dem VfL heillos überfordert. Und das, obwohl die FC-Verantwortlichen in den vergangenen Wochen noch einige Register gezogen haben. Mal wählte Baumgart die vertrauensvolle Anrede an seine Mannschaft, mal die laute. Er probierte es mit einer Wutrede, um dann wieder leise Töne anzuschlagen. Er versuchte es mit einem Denkzettel für einige Spieler, Christian Keller wollte die Einzelgespräche mit den Spielern Akteuren. Nach dem Spiel gegen Bochum bleibt die Erkenntnis, dass diese Maßnahmen genauso verpufften, wie die Hoffnung in einige Langzeitverletzte, die nun wieder für den FC auf dem Platz stehen.

Der Kölner Coach wiederholte zuletzt, dass er derjenige sei, der Lösungen anbieten müsse. Entweder er hat sie nicht gefunden oder die Mannschaft kann sie aktuell nicht umsetzen. Egal, welche Variante zutrifft, eine schnelle Rettung scheint nicht in Sicht. Ob ein anderer Trainer bessere, wirksamere Lösungen auf dem Zettel hat, ist offen. Zumal ja auch die Frage nach der Qualität des Kaders weiterhin im Raum steht. Die Diskussion ist aktuell ohnehin keine. So verharren Keller und Baumgart in ihren Durchhalteparolen, sprechen von der Notwendigkeit des Kölner Wegs, von der Bundesligatauglichkeit des Kaders. Das mag vielleicht auch stimmen. Unterm Strich betonte Baumgart vor einigen Tagen, dass es ab nun nur noch Endspiele gäbe. Gegen Augsburg, Bochum und auch Bremen holte der FC genau zwei Punkte. Wenn Köln die Spiele gegen die Gegner auf Augenhöhe nicht gewinnt, gegen wen dann?


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Kommentar: Ordentliche Leistung, am Ende zählen aber nur die Punkte

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Kommentar: Ordentliche Leistung, am Ende zählen aber nur die Punkte

Der 1. FC Köln hat gegen Augsburg bewiesen, dass er gegen Gegner auf Augenhöhe mithalten kann. Nur reicht das eben nicht, wenn unterm Strich nicht die nötigen Punkte stehen. Ein Kommentar.

Beim 1:1 gegen den FC Augsburg hat der 1. FC Köln eine gute Reaktion auf die beiden schwachen Leistungen gegen Leipzig und Lautern gezeigt. Das macht Hoffnung. Unterm Strich steht aber nur ein Zähler gegen einen möglichen Konkurrenten im Abstiegskampf. Und das ist zu wenig. Ein Kommentar zum 1. FC Köln und dem 1:1 gegen Augsburg.

Gerade im Abstiegskampf ist bei einem Unentschieden der obligatorische Reflex, sich die Frage nach dem gewonnenen Punkt oder den verlorenen Zählern zu stellen. Für den 1. FC Köln kann es da nur eine Meinung geben. Der FC ist ein Verlierer des Spieltags.

FC zeigt Reaktion

Steffen Baumgart hatte sich vor dem Duell gegen den FCA von seiner Mannschaft eine Reaktion auf die schwachen Leistungen gegen Leipzig und Lautern gewünscht, er hat sie bekommen. Jedenfalls kann man den Geißböcken nicht den Willen oder die Leidenschaft absprechen. Genauso wenig wie eine deutlich sichtbare Leistungssteigerung gegenüber der vergangenen Spiele. Der FC war den Augsburgern in nahezu allen Belangen überlegen, in vielen sogar deutlich. Die Statistik spricht eine eindeutige Sprache. Wenn der FC gewonnen hätte, hätte sich Augsburg jedenfalls nicht beschweren dürfen. Und daraus sollte der FC Hoffnung, Mut und Motivation schöpfen. Die Geißböcke haben wie auch schon gegen Gladbach bewiesen, dass sie durchaus in der Lage sind, mit anderen Bundesliga-Teams mitzuspielen. Dass das angeblich entschlüsselte Baumgartsche System sehr wohl erfolgreich sein kann und dass Baumgart mit seinem Weg gegen Gegner auf Augenhöhe vielleicht doch nicht gänzlich falsch liegt. Der FC war gegen Augsburg konkurrenzfähig und der FCA ist in der aktuellen Form alles andere als Fallobst.

Nur stehen am Ende des zehnten Spieltags fünf Punkte auf dem Haben-Konto und der FC am Ende der Tabelle. Baumgart brachte es nach dem Spiel auf den Punkt – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn unterm Strich ist genau der zu wenig für den Aufwand, den Köln betrieb. Statt mit einem Sieg die Abstiegsränge zu verlassen, haben die Kölner die Rote Laterne übernommen. „Dann nützt es auch nicht, dass es besser war als in den Wochen zuvor“, sagte der Trainer. „Zwar haben wir einen Punkt mehr als gestern, aber das Ergebnis ist nicht so wie gewünscht.“ Gerade nach der Ankündigung, dass nun die Gegner auf Augenhöhe kommen würden und gerade in der aktuellen Situation waren drei Zähler das angestrebte, wenn auch nicht so deutlich kommunizierte Ziel. Wenn Christian Keller und Co. trotz des schweren Auftaktprogramms betonen, dass die Kölner einige Punkte haben liegen lassen, dann sind auf diesem Konto nun zwei weitere dazugekommen. Punkte, die der FC in der Endabrechnung möglicherweise dringend benötigt.

Ohne funktionierenden Sturm gewinnt man kein Spiel

Vor allem aber offenbarte das Remis einmal mehr die große Schwachstelle des 1. FC Köln. „Ohne Tore gewinnst du kein Spiel“, sagte Mark Uth. Es hätte genauso gut heißen können „Ohne funktionierenden Sturm gewinnst du kein Spiel“. Köln fehlt ein gefährlicher Stoßstürmer. Dass von 26 Torschüssen insgesamt nur drei von Steffen Tigges und Davie Selke abgegeben wurden, verdeutlicht wir lau das Lüftchen Sturm bei den Kölnern aktuell ist. Baumgarts Argument, dass die Stürmer, am Freitag sprach er von Selke, eben auch nicht alles alleine können, darf bei 31 Flanken und 26 Torschüssen nicht zählen. Unabhängig von der Diskussion um die Nöte des Kölner Sparkurses, der FC hat es im Sommer versäumt, den Angriff weiter zu stärken. Ein Problem, das offensichtlich war. Ein Problem, das mit der vermeintlichen Stärke des vorhandenen Personals abgetan wurde. Aber auch ein Problem, das sich am Ende des Tages rächen könnte. Spätestens wenn der FC die volle Transfersperre aufgebrummt bekommt und weder im Winter noch im kommenden Sommer weitere Spieler wird verpflichten dürfen.

Unterm Strich bleibt also die Erkenntnis, dass der FC durchaus mit den selbst auserkorenen Gegnern auf Augenhöhe mithalten, gegen Augsburg trotz Chancenwucher aber nicht gewinnen kann. Das mag Pech gewesen sein, nur wird danach am Ende der Spielzeit keiner mehr fragen. Dann geht es nur noch um Punkte und davon haben die Kölner weitere zwei liegen gelassen.


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Kommentar: Debakel lässt die Euphorie verpuffen

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Kommentar: Debakel lässt die Euphorie verpuffen

Eine knappe Woche hat die Euphorie durch den Derbysieg die bedrohliche Situation ein wenig vergessen gemacht, sie kaschiert. Das 0:6 hat die Krise wieder schamlos offen gelegt. Und das zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Ein Kommentar.

Die berechtigte Euphorie nach dem 3:1-Erfolg über Gladbach ist am Samstagabend wie ein Kartenhaus zusammen gefallen. Das Selbstvertrauen dürfte sich nach dem desolaten Auftritt wieder im Keller befinden. Und das unmittelbar vor den Duellen gegen die direkte Konkurrenz. Ein Kommentar zur 0:6-Pleite des 1. FC Köln.

Die Bilder hätten kaum unterschiedlicher sein können. Steffen Baumgart ausgelaugt auf der Reservebank, gezeichnet von einer fiebrigen Erkältung, vor allem aber auch von der großen Erleichterung, die er auch später im Interview beschrieb. Ganze sechs Tage später dann ein ganz anderes Bild: der schimpfende, wütende Baumgart, der bei seiner Kritik auch seine Spieler nicht länger ausklammern wollte, noch auf dem Spielfeld auf sie sichtbar erregt einredete. Wut und Frust waren am Samstag mindestens genauso verständlich wie die Erleichterung nach dem Derbysieg am vergangenen Sonntag.

Leipzig ist ein anderes Kaliber

Beim 0:6 in Leipzig boten die Kölner eine desolate Leistung, stellten ihre Bundesligatauglichkeit selbst in Frage, wie auch Thomas Kessler richtig bemerkte und ließen so ziemlich alles vermissen, was es im Abstiegskampf braucht. Auch mit Baumgarts mutigen, selbstbewussten Offensivfußball hatte das Spiel in Leipzig wenig gemein. Die Kölner standen tief, fanden offensiv so gut wie nicht nicht statt und erinnerten viel mehr an jene Mannschaft, die vor drei Spielzeiten mit ihrem destruktiven Zerstör-Kick nur hauchdünn am Abstieg vorbeischrammten. Anderer Trainer, zum Großteil andere Mannschaft – und doch muss der Vergleich angesichts der aktuellen Situation, der vermeintlich zurückgekehrten Krise erlaubt sein. Denn der FC hatte am Samstag viel von einem Absteiger.

Erstaunlich, dass exakt dieselbe Mannschaft auf dem Feld stand, die eine Woche zuvor Gladbach dominiert hat. Eben ein Team, dass ebenfalls in dieser Spielzeit schon zeigte, wie man gegen RB bestehen kann, nur unglücklich 0:1 verlor. Nun ist Leipzig ein anderes Format, ein anderes Kaliber, das in anderen Sphären agiert, als die Fohlen und auch als die Geißböcke. Alleine der Kaderwert der Leipziger ist sechs Mal so hoch wie der des FC, Doppeltorschütze Lois Openda kommt gemeinsam mit dem wohl kommenden Superstar Xavi Simons auf einen Marktwert, der den des gesamten Kölner Kaders übersteigt. Baumgart hat recht, wenn er sagt, dass die Schere zwischen den Topteams und dem Rest der Liga größer wird und die ersten Sechs wegziehen, während die unteren Acht ums Überleben kämpfen. Das ist nicht von der Hand zu weisen und die Schere wird größer werden. Nur hatte man am Samstag nicht den Eindruck, dass die Kölner das letzte Hemd gaben, ums Überleben kämpften. Alarmierend, dass der Ausfall der Stabilisatoren das Kartenhaus hat zusammenfallen lassen.

Köln darf gegen Leipzig verlieren, nur nicht so

Nur um das Klarzustellen: eine Mannschaft wie Köln darf in Leipzig verlieren, Punkte wird kein Verantwortlicher erwartet haben. Aber die Mannschaft, die nach dem Derbysieg doch vor Selbstbewusstsein hätte strotzen sollen, versank in Mutlosigkeit. Der FC wirkte vollkommen verunsichert, ängstlich, seltsam fehl am Platz. Köln hat eine große Chance liegen lassen und das sicher nicht aufgrund des Ergebnisses. Der Derbysieg hat am und um das Geißbockheim eine Euphorie ausgelöst. Eine Euphorie, die der Krise trotzte, sie kaschierte, Hoffnung weckte. Nicht wenige Fans, nicht wenige Experten sahen in dem Erfolg den Auftakt der Wende, sie hofften zumindest darauf und darauf, dass die Kölner Verantwortlichen mit ihren Planungen, ihren Taktiken, ihren Strategien am Ende doch recht behalten würden. Diese Euphorie, dieser Kredit, dieser Glaube ist mit dem 0:6 in Leipzig vorerst verpufft. Der Derbysieg sollte Köln eigentlich beflügeln, ausgerechnet RB hat dem FC diese Flügel aber gestutzt. Köln hat auf der Euphoriewelle reitend eine fast schon historische Bruchlandung erlitten.

Das Derby wie auch beispielsweise die knappe Niederlage gegen den BVB haben gezeigt, dass der FC durchaus mithalten, auch Gegner schlagen kann. Sie haben gezeigt, dass Köln per se das Zeug zum Klassenerhalt hat. Dazu muss beim FC aber vieles zusammenlaufen. Von der Kaderdichte, über die Leistung auf dem Feld bis hin zur Mentalität. Das Selbstvertrauen für die bevorstehenden Aufgaben gegen die Mannschaften auf Augenhöhe, für die richtungweisenden Wochen im Herbst dürfte nach der bösen Pleite aber ähnlich tief im Keller stecken, wie der FC in der Tabelle – gelitten hat es allemal. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Den Mut muss sich der FC nun im Pokal zurückholen. Und das gegen einen sicherlich aufopferungsvoll kämpfenden Zweitligisten, in einem euphorischen Stadion – es gibt leichtere Aufgaben. Diese war selten so wichtig.

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Matchwinner Kainz

Kommentar: …und es sind doch mehr als drei Punkte

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Kommentar: …und es sind doch mehr als drei Punkte

Mit dem 3:1-Erfolg über Gladbach ist dem FC der erhoffte erste Saisonsieg gelungen, die Geißböcke haben drei Punkte eingefahren. Mehr nicht. Rein rechnerisch stimmt das. Doch die Punkte sind nicht alles, was die Kölner eingefahren haben. Ein Kommentar.

Der FC hat das Derby also gewonnen. Und das absolut verdient. Damit haben sich die Kölner ein wenig Luft in der Krise verschafft. Vor allem aber Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben gesammelt. Insofern hat der FC deutlich mehr als nur drei Punkte eingefahren. Ein Kommentar zum Derbysieg des 1. FC Köln.

„Es war noch nie so wichtig, ein Derby erfolgreich zu gestalten“, hatte FC-Trainer Steffen Baumgart vor einigen Tagen fast schon pathetisch gesagt. Möglicherweise werden andere Trainer, andere Protagonisten in der Historie der Geißböcke eine andere Wahrnehmung haben. Mit Sicherheit war der Zeitpunkt eines erfolgreichen Derbys aber kaum besser zu wählen. Nach sieben Spieltagen Krise ist dem FC ausgerechnet im Duell gegen den Rivalen, im rheinischen Derby, dem Spiel, dem beide Fanlager so unglaublich viel Bedeutung beimessen, der Befreiungsschlag gelungen. Mehr Balsam geht für die geschundene Kölner Fanseele zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Oder? Thomas Kessler trat nicht nur all den beschwingten FC-Fans gehörig auf die Euphoriebremse, der Leiter der Lizenzspielabteilung brachte es nur wenige Minuten nach dem mehr als verdienten 3:1-Erfolg bruchlandend auf den Punkt: „Am Ende sind es aber auch nur drei Punkte“, sagte Kessler und garnierte diese Ausführung noch mit dem Hinweis, dass es noch viel Arbeit gäbe.

FC befindet sich weiterhin in der Krise

Rein rechnerisch hat der ehemalige Keeper der Kölner, der sich somit natürlich auch der Bedeutung des Derbys durchaus bewusst ist, absolut recht. Es sind eben nur drei Punkte, die der FC eingefahren hat. Kessler wirkte in diesem Moment der Freude ein wenig wie die Spaßbremse oder wie ein Spielverderber, dabei waren die mahnenden Worte wohl eher als „Ball flach gehalten“ gemeint. Auf dem Konto hat der FC nun vier Punkte – nach acht Spielen. Das ist nicht viel. Es ist nach wie vor sehr wenig. Zwar haben die Kölner den schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte damit vom Tisch, das macht die Punkteausbeute nach nahezu einem Viertel der Saison aber nur einen My besser. Der FC befindet sich trotz der drei Punkte gegen erschreckend schwache Fohlen nach wie vor in der Krise, im Abstiegskampf, ist noch nicht über den Berg. Das und die schlechten Leistungen wie gegen Bremen darf auch der Derby-Erfolg nicht kaschieren.

Und doch ist eine gewisse Euphorie durchaus angebracht. Köln dominierte den Gegner phasenweise nach Belieben. Und auch wenn es zwei Elfmeter und eine Rote Karte benötigte, am Ende war der Sieg absolut verdient, nicht glücklich oder vom Schiedsrichter falsch beeinflusst. Und dann sind es eben doch mehr als nur drei Punkte. Der Berg ist nach dem verdienten Erfolg wieder in Sicht. Gerade in Bezug auf die bevorstehenden Spiele gegen Konkurrenten auf Augenhöhe, in Bezug auf den Rückenwind und das Selbstvertrauen war dieser Sieg tatsächlich essentiell. Er kann den Wendepunkt bedeuten.

Beste Saisonleistung der Geißböcke

In den strahlenden Gesichtern auf dem Feld, während der Interviews war zu sehen, von welcher Last dieser Erfolg die Akteure befreit hat. „Es ist schon eine ganze Menge abgefallen. Ich bin keiner, der mit den Gefühlen hinter dem Berg hält. In der einen oder anderen Situation hat man mir schon angesehen, dass eine gewisse Erleichterung da ist“, sagte der sichtbar gezeichnete Baumgart. Und das sicher nicht nur wegen der drei Punkte. Erleichterung, weil der Trainer gesehen hat, dass sein Weg, seine Art Fußball zu spielen doch noch funktioniert. Seine Jungs doch in der Lage sind, mit ihrem angeblich entschlüsselten System Gegner zu dominieren, das Spiel zu gestalten. „Wir wissen, dass wir mit diesem Fußball nicht jedes Spiel gewinnen werden. Aber dafür, dass wir Tabellenletzter waren, sieht das nach Fußball aus, was wir da machen“, sagte der Trainer glücklich.

Das tat es und das sollte den Kölnern Mut machen für die bevorstehenden Aufgaben. Der FC hat im Derby die mit Abstand beste Saisonleistung abgerufen, sich auf die eigenen Stärken konzentriert und wahrlich nicht wie ein Absteiger gespielt. In dieser Form, mit der Motivation eines Derbysiegers und einer besseren Chancenverwertung kann und wird der FC auch in der nächsten Saisonphase punkten. „Wir müssen Zutrauen in unsere Qualitäten haben. Es wurde viel über die Qualität der Mannschaft geschrieben. Wir sind überzeugt davon, mit der Mannschaft unsere Ziele zu erreichen“, sagte Kessler und klang dabei schon fast trotzig. Fakt ist: Am Ende sind es rechnerisch nur drei Punkte. Aber Punkte, die durchaus Hoffnung auf mehr machen. Und das ist nach dem schwachen Saisonauftakt sehr sehr viel wert.

Einzelkritik

Matchwinner Kainz

Kommentar: Wochen der Wahrheit – jetzt wird es wohl Antworten geben

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Kommentar: Wochen der Wahrheit – jetzt wird es wohl Antworten geben

Vier Spiele gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf, das CAS-Urteil zur möglichen Transfersperre – der 1. FC Köln steht vor einigen stürmischen Wochen. Es wird vermutlich Antworten auf einige offene Fragen geben. Ob die aber schmecken werden, ist eher fraglich. Ein Kommentar.

Mit dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach startet der FC in einen möglicherweise stürmischen Herbst. Gut möglich, dass die Kölner noch vor dem Winter vor einem Desaster stehen. Wochen der Wahrheit – es wird Antworten geben. Ein Kommentar zu der Lage des 1. FC Köln.

Christian Keller hatte sich ganz offensichtlich sehr gut vorbereitet. Auf der Mitgliederversammlung Ende September wehrte sich der 44-Jährige gegen die Kritik an seinem Sparkurs, rechtfertige die Sommer-Transfers oder eben Nicht-Transfers und ließ sich sogar zu einer gewissen Spur Optimismus zum CAS-Urteil hinreißen. Unabhängig der Aussagekraft oder des Wahrheitsgehalts seiner Worte (denn das wäre rein spekulativ) hinterließ der Sportdirektor einen souveränen Eindruck, machte unterm Strich sogar eine gute Figur. Er hatte die passenden Antworten auf die berechtigten Fragen. Die Mitgliederversammlung ist mittlerweile fast drei Wochen her. Die Fragen, die Keller beantwortet hat, sind zum Teil aber unbeantwortet oder es haben sich neue Fragen daraus entwickelt, die den Kölner Fans unter den Nägeln brennen. Die Kritik an dem Geschäftsführer Sport wächst, die Ungeduld steigt. Die gute Nachricht: viele Fragen werden in den kommenden Wochen beantwortet. Die schlechte Nachricht: viele Fragen werden in den kommenden Wochen beantwortet.

Vorentscheidung in der Liga, Entscheidung in Lausanne

Denn aktuell liegt die Range der Reaktionen auf die Antworten zwischen kollektivem Aufatmen und bewusstloser Schockstarre. Ausgerechnet mit dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach startet der FC nun in die zweite Saisonphase. Und diese wird für die Kölner nicht nur eine richtungweisende, es wird wohl eine vorentscheidende werden. Zumindest wenn die Geißböcke nicht schleunigst das Ruder herumreißen. In den kommenden sieben Spielen werden es die Kölner gleich mit vier Gegnern auf Augenhöhe zu tun bekommen. Dazu noch das Derby gegen Gladbach, das Pokalspiel auf dem Betzenberg und mit den Partien gegen die Bayern und gegen Leipzig zwei Aufgaben, die der FC wohl nicht wird lösen können – zumindest fehlt dazu nach den bisherigen Leistungen jegliche Phantasie. Auf die Frage nach der Qualität, also der Bundesligareife, die viele Fans nach dem desolaten Start wiederum zu recht infrage stellen, wird es noch vor dem Winter Antworten geben. Wenn es die Geißböcke in dieser Phase nicht aus dem Keller schaffen, dann wohl gar nicht mehr.

Es wird sich wohl bis zum Winter auch noch die Frage klären, ob die Kölner auf ihrem Weg noch einmal nachbessern können, nein dürfen. Während der FC gerade um das aktuelle Überleben kämpft, rätseln in Lausanne kluge Köpfe über die Zukunft des Klubs. Sollten die CAS-Richter den FC freisprechen, und davon ist nicht wirklich auszugehen, dann wird die Causa Potocnik irgendwann in der Kölschen Folklore zwischen Toni Polsters Bläck-Fööss-Band und einem kaputten Faxgerät angesiedelt werden. Sollten die Richter aber zu dem Schluss kommen, dass zum Beispiel die zeitliche Nähe zwischen Kündigung des Spielers und Neuvertrag (keine 24 Stunden) nicht so richtig für den FC spricht und die Kölner dem Spieler dementsprechend doch vielleicht ein wenig angestiftet haben, sich für einen Umzug nach Köln zu entscheiden, dann steht der FC vor dem wohl größten Desaster der Vereinsgeschichte. Im Worst-Case-Szenario würden die Kölner absteigen und dürften dann keine neuen Spieler verpflichten. Spätestens dann werden sich neue Fragen auftun. Besonders interessant wird die nach der Verantwortung werden.

Wie geht es weiter mit dem FC?

Der FC steht vor entscheidenden Wochen, die Wochen der Wahrheit wenn man so will. An deren Ende wird man dann nämlich sehen, ob die Kritik an Kellers Sparkurs berechtig war. Ob die Sommer-Transfers ausgereicht haben und ob der Kölner Optimismus in Sachen Transfersperre richtig dosiert war. Der FC steht vor einem unruhigen Winter. Und das gilt nicht nur für Spieler und Trainer.