Kommentar: Vielversprechende Ansätze reichen nicht zum Klassenerhalt

Ein Kommentar zum wiederholten harmlosen Auftritt des 1. FC Köln
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Kommentar: Vielversprechende Ansätze reichen nicht zum Klassenerhalt

Am Sonntagnachmittag spielte der 1. FC Köln 1:1 gegen Augsburg und nahm einen Punkt mit zurück nach Köln. Die Tabellensituation bleibt nach dem 27. Spieltag unverändert für die Geißböcke. Ernüchternd ist allerdings die Tatsache, dass die Kölner selbst mit offensivster Ausrichtung kaum Torchancen herausspielen konnten. Ein Kommentar.

Trainer Timo Schultz war mit dem einen Zähler zufrieden, sah vielversprechende Dinge in der Offensive. Dennoch konnte der FC keine Punkte im Abstiegskampf gut machen und hat nun einen Spieltag weniger Zeit, um aufzuholen. Vielversprechende Dinge zu sehen, reicht nicht, um die Liga zu halten. Ein Kommentar zum wiederholten harmlosen Auftritt des 1. FC Köln.

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Die gute Nachricht vorweg: auf den ersten Blick hat sich für den 1. FC Köln nach dem 1:1 in Augsburg zunächst einmal wenig verändert. Der FC hat noch immer nur einen Punkt Rückstand auf Mainz 05 und damit den Relegationsplatz, der Abstand zum VfL Bochum hat sich ebenfalls nicht verbessert, der Vorsprung auf Darmstadt ist nicht geschrumpft. Zudem sind die Kölner unter Timo Schultz auch weiterhin auswärts unbesiegt. Bei fünf Spielen in der Fremde alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Nur hört es dann erstaunlich abrupt mit den guten Nachrichten auf. Fakt ist, die Kölner sind am Sonntag nicht über ein 1:1-Unentschieden beim FCA hinaus gekommen. Bei einem Gegner, der deutlich mehr Torgefahr entfachte als der FC und unterm Strich als Mannschaft der Stunde gefeiert wird. Insofern ist es nur verständlich, dass Timo Schultz mit dem Zähler zufrieden war. 

Auf dem Papier war alles auf Offensive ausgelegt

Der zweite Blick ist dann aber doch ein wenig ernüchternder. Und das nicht nur, weil den Kölnern bei gleicher Ausgangslage nun ein Spieltag weniger zur Rettung bleibt. Timo Schultz, der den einen Zähler „gerne mit zurück nach Köln nimmt“, klang vor dem Spiel noch ganz anders. Die Zeit des Punktehamsterns sei vorbei hat Schultz sinngemäß gesagt und angekündigt, dass „in der Crunchtime nur noch Dreier zählen“. Und man mit dem ersten Dreier in Augsburg anfangen werde. Auch wenn Luca Waldschmidt mit ein wenig mehr Glück, jeder Menge Fußball-Romantik und sicher einer rot-weiß gefärbten Brille den Siegtreffer auf dem Fuß hatte, war Augsburg am Sonntag den drei Punkten deutlich näher als der FC. Marvin Schwäbe rettete Köln den Zähler.

Dabei kann man Schultz nicht den Vorwurf machen, wenig probiert zu haben. Im Gegenteil. Der 46-Jährige ließ seinen vollmundigen Worten auch Taten folgen, stellte zwei Stürmer auf, brachte mit Denis Huseinbasic und Dejan Ljubicic zwei zentrale Mittelfeldspieler, die er als deutlich offensiver einschätzte als eine Variante mit Eric Martel. Schultz stellte den Offensivspieler Jan Thielmann als Rechtsverteidiger auf und ging wenige Minuten vor Spielende sogar das Risiko ein, mit Luca Waldschmidt einen Unterschiedsspieler zu bringen, der erst seit knapp einer Woche komplett mit der Mannschaft trainiert. Auf dem Papier war also alles auf Offensive ausgelegt. Nur sprechen die zwei (!) Torschüsse aufs Tor, die neun Flanken, von denen gerade einmal eine beim Mitspieler ankam, die erschreckend wenigen Offensivaktionen eine ganz andere Sprache. 

Vielversprechend reicht nicht mehr

Das Trainingslager in Spanien sollte dem FC helfen, das Spiel mit dem Ball anzutreiben. Unterm Strich war davon – abgesehen von dem Geniestreich von Florian Kainz vor dem 1:1 – nicht viel zu sehen und es einmal mehr die starke Defensive, die eine Pleite verhinderte. Der FC war am Sonntag sicher nicht mit dem FC Augsburg auf Augenhöhe, ertrotzte sich mit Glück einen Punkt. Schultz betonte nach dem Spiel, dass er vielversprechende Dinge in der Offensive gesehen habe, vielversprechende Kontersituationen, die aber nicht zum Torabschluss führten. Vielversprechend alleine reicht für die Bundesliga nicht. Und wieder einmal darf und muss die Frage nach der Qualität des Kaders gestellt werden. Wenn alle alles reinwerfen, wie Schultz erklärte, dann muss nach dem harmlosen Auftritt in Augsburg die Frage erlaubt sein, ob vielleicht einfach nicht mehr geht.

Die Kölner brauchen Siege, brauchen Punkte. Christian Keller sprach am Sonntag von den nun folgenden Endspielen. Endspiele haben die Kölner etwa zum gleichen Zeitpunkt der Hinrunde ebenfalls ausgerufen. In den verbliebenen sieben Spielen gab es damals sechs Punkte und ein Trainer-Aus. Auch wenn Mainz in dem gleichen Zeitraum damals nur fünf Zähler sammelte, wird das halbe Dutzend den Geißböcken mit großer Wahrscheinlichkeit nicht helfen. Nein, rein tabellarisch hat sich am Wochenende nicht viel beim FC verändert, fußballerisch aber leider auch nicht.


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Kommentar: Heiligt der Zweck die Mittel?

1. FC Köln: Ein Kommentar zum Kurztrainingslager
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Kommentar: Heiligt der Zweck die Mittel?

Am Samstag kehrt der 1. FC Köln von seinem Kurztrainingslager in Spanien zurück. Unter anderem mit einer sportlich mäßigen Leistung gegen einen isländischen Erstligisten im Gepäck. Doch das 2:2 gegen Breidablik Kópavogur sollte nicht als Gradmesser gelten. Wie erfolgreich die Maßnahme angesichts der dünnen Personaldecke gewesen ist, werden die Ergebnisse der kommenden Wochen zeigen. Ein Kommentar.

Das Trainingslager des FC in Algorfa war von einigen personellen Störgeräuschen umgeben. Ein optimaler Ablauf war so nicht möglich für den 1. FC Köln: Ein Kommentar zum Kurztrainingslager.

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Mit dem 2:2-Unentschieden gegen Breidablik Kópavogur ist am Freitagnachmittag der sportliche Teil des Kurztrainingslagers im spanischen Algorfa zu Ende gegangen. Ein Kurztrainingslager, in dem sich die Geißböcke das nötige Selbstvertrauen, den Mut und auch ein spielerisches Element für den Abstiegskampf erarbeiten wollten. Nachdem die ersten Wochen zur Stabilität der Geißböcke dienten, wolle man den Schwerpunkt nun auf die Arbeit mit dem Ball legen, hatte Coach Timo Schultz unter anderem dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ verraten. An weiterer Stelle betonte der Trainer, dass ein Manko die wenigen Tore seien und man daran arbeiten werde.

Keine optimalen Voraussetzungen

Das 2:2 gegen den isländischen Erstligisten bremst ein wenig die Euphorie, die das Trainingscamp bei dem ein oder anderen Fan ausgelöst haben mag. Denn wirklich viel lief bei den Geißböcken in der Offensive auch weiterhin nicht zusammen. Abgesehen von den beiden Treffern von Faride Alidou und Damion Downs waren die Kölner nur sehr selten gefährlich. Die Geißböcke leisteten sich im Spielaufbau einige Fehlpässe, waren zu unpräzise. Im Defensivverbund ließ sich der FC gerade beim Ausgleich viel zu leicht überrumpeln. Kurzum: Die Kölner riefen am Freitag sicherlich keine Leistung ab, die Mainz, Darmstadt oder am kommenden Spieltag gerade Augsburg das Fürchten lehren müsste.

Nun wird in jenen Partien auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht dieselbe Elf auflaufen, die in Algorfa zunächst den Platz betrat. Denn hier beginnt das eigentliche Problem des Trainingslagers. In der Theorie ist die Vorstellung von einem Einspielen der Mannschaft, dem Heraufbeschwören eines Geistes, dem Schaffen einer Gemeinschaft eine fußballromantische und eine, die im Abstiegskampf den Unterschied machen könnte. Wenn aber ein Gros der Mannschaft fehlt, verpufft der Sinn der Maßnahme ganz schnell. Mit Eric Martel, Denis Huseinbasic, Jan Thielmann, Linton Maina, Dejan Ljubicic, Marvin Schwäbe und auch Max Finkgräfe fehlten gleich sieben (!) Spieler, die realistische bis sichere Chancen auf einen Startelf-Platz haben. Dass Benno Schmitz am Freitag neben Jacob Christensen auf der Sechs auflief und Steffen Tigges teilweise als Linksaußen fungierte, sprach Bände.

Am Ende entscheiden die nackten Ergebisse

Natürlich gehört zur Wahrheit, dass den FC mal wieder ein gewisses Pech im Bezug auf den Kurztrip nach Spanien umgab. Die Erkrankungen von Maina und Ljubicic konnte man bei der Planung genauso wenig erahnen wie die Rückenbeschwerden eines Max Finkgräfe. Dass mit Kainz und Schwäbe gleich zwei Stammspieler ein weiteres Mal glückliche Väter geworden sind, ging ebenfalls mit einem gewissen terminlichen Pech einher. Das Glück im Unglück, dass mit Ljubicic, Kainz und Finkgräfe drei mögliche Länderspiel-Nominierungen ausblieben, war somit nur von kurzer Dauer. Die personelle Situation wäre in Köln natürlich die selbe gewesen. Und dennoch: Über die Sinnhaftigkeit der Tage in Spanien entscheiden am Ende die nackten Ergebnisse. Und zwar die, nach dem 2:2 gegen einen isländischen Erstligisten. Eine Diskussion über mögliche Reisestrapazen oder etwa die Kosten eines Fünf-Sterne-Ressorts sind im Nachhinein müßig. Ob die Art und Weise des Spanientrips von Glück oder Pech verfolgt war, interessiert am Ende der Spielzeit ohnehin keinen mehr. Sollte das Unterfangen Klassenerhalt, mindestens aber Relegation verpasst werden, muss die Frage nach Zweck und Mittel erlaubt sein. Spätestens dann.


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Kommentar: Das Trainingslager als Chance – wohl die letzte

1. FC Köln: Kommentar zur Situation des FC
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Kommentar: Das Trainingslager als Chance – wohl die letzte

Nach der 1:5-Niederlage des FC gegen RB Leipzig am Freitagabend und den bisherigen Ergebnissen des 26. Spieltags stehen die Geißböcke auf Tabellenrang 17. Das Trainingslager ist die Chance, noch einmal etwas zu verändern. Es ist wohl die letzte Chance. Ein Kommentar.

Noch acht Spieltage bleiben dem FC, um die direkte Konkurrenz hinter sich zu lassen und zumindest den Relegationsplatz zu belegen. Von den Top-Mannschaften trifft Köln nur noch auf die Bayern und Mainz hat lediglich einen Zähler Vorsprung. Für Schwarzmalerei ist es immer noch zu früh beim 1. FC Köln: Kommentar zur Situation des FC.

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1:5! Die Landung auf dem Boden der Realität war für den FC am Freitagabend eine besonders harte. RB Leipzig hat die Geißböcke mit seinem schnellen Offensivfußball an zahlreiche Grenzen geführt und dem Zuschauer schonungslos aufgezeigt, dass eben doch noch dieselbe Mannschaft auf dem Platz steht wie noch vor dem Jahres- und Trainerwechsel. Leipzig hat den Kölnern erbarmungslos die Fehler der vergangenen Kaderplanungen und einige individuelle Schwächen offen gelegt – wieder einmal. So, wie im Hinspiel in Leipzig. Der von Timo Schultz oft zitierte Begriff von Augenhöhe mag möglicherweise Definitionssache sein. Mindestens gegen Leipzig waren die Kölner sehr weit entfernt von gleichwertig – der Definition, die der Duden vorschlägt. Dennoch war es erstaunlich, dass die unter Schultz eigentlich stabile Defensive dermaßen auseinanderfiel. Wenn es auch die ersten Anzeichen dafür schon gegen Gladbach gegeben hat.

FC nur noch auf dem 17. Tabellenplatz

Ein Ausreißer? Zumindest sprach Christian Keller später davon, dass Leipzig eben in einer anderen Klasse spiele. Sportlich hat der Sportdirektor mit dieser Aussage definitiv recht, faktisch spielen die Geißböcke mit RB in einer Liga – wenn auch alles andere als klar ist, wie lange noch. Denn das ohnehin schon bittere 1:5 brachte noch den ein oder anderen unerfreulichen Nebenschauplatz mit sich. Nachdem Mainz am Samstag gegen Bochum gewann, belegt der FC nun den 17. Tabellenrang und damit einen direkten Abstiegsplatz. Und damit nicht genug, die Kölner büßten gleich sechs Minuspunkte in Sachen Tordifferenz auf Mainz ein, haben nun -27, der direkte Konkurrent kommt auf -24. Das Ziel, auf dem Relegationsplatz in die Länderspielpause zu gehen, wurde also verfehlt.

Auch, wenn der Kölner Hintermannschaft gegen Leipzig die Stabilität fehlte, der FC im Rückspiel gegen RB viel von den Kölnern des Hinspiels hatte und die Geißböcke dem Gegner schon vor den drei Gegentreffern in acht Minuten hoffnungslos unterlegen waren, für Schwarzmalerei ist es weiterhin zu früh. Es sind noch acht Spiele, es gibt noch Punkte zu holen, Mainz ist nur einen Zähler entfernt und Köln hat fünf der Top-Sechs schon zwei Mal bespielt. Zwar wird Timo Schultz nicht müde zu betonen, dass man mit einer kleinen Serie, sich auch ganz schnell wieder ein wenig befreien könne. Der Fokus muss aber nur noch auf Rang 16 und einer Saisonverlängerung liegen. Der Trainer hat aber bereits bewiesen, dass er auf Situationen schnell eine passende Antwort findet. Er wird auch jetzt gegenüber seiner Mannschaft den richtigen Ton anschlagen, das Team aufbauen.

Trainingslager als Chance

Zudem funktionieren unter dem Trainer Mannschaftsteile, die unter Steffen Baumgart keine Rolle mehr spielten. Einige Langzeitverletzte kehren wieder auf den Platz zurück, werden dem Kader wieder mehr Breite verpassen. Es ist noch nichts verloren, auch wenn sich der FC bis zum Saisonende wird noch ganz schön strecken müssen. Wenn man dem 1:5 etwas positives abgewinnen will oder kann, dann ist es der Zeitpunkt. Nach dem 0:6 im Hinspiel wirkte der FC wie ein angeschlagener Boxer, der sich von Spieltag zu Spieltag, von Runde zu Runde rettete. Der FC strauchelte. Nun verabschieden sich die Kölner mit der deutlichen Pleite ins Kurztrainingslager: Tapetenwechsel, Köpfe frei kriegen in Spanien. Timo Schultz hat also genug Zeit, die Mannschaft noch einmal neu einzustellen, den Reset-Knopf zu drücken. Es ist aber auch der letzte Pfeil, die Mannschaft noch einmal in eine andere Richtung zu lenken.


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Kommentar: Kein Sieg im Derby, aber einer für die Moral

 1. FC Köln: Kommentar zum Unentschieden gegen Gladbach
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Kommentar: Kein Sieg im Derby, aber einer für die Moral

Beim Unentschieden im Rheinderby lief die Offensive des FC endlich wieder an, bei der Defensive aber nicht alles rund. Auch deswegen gaben die Kölner wieder einmal einen möglichen Dreier aus der Hand. Und dennoch war das 3:3 auch ein Sieg der Moral. Ein Kommentar.

Zwar gaben die Kölner im Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag die zweimalige Führung noch aus der Hand, doch die Geißböcke kamen auch nach dem Doppeltreffer von Hack zurück und glichen zum Unentschieden aus. Trotzdem steht auf der Haben-Seite nur ein Punkt für den 1. FC Köln: Kommentar zum Unentschieden gegen Gladbach.

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Nein, unmittelbar nach dem Schlusspfiff des Rheinderbys wusste wohl keiner so recht, wie er das 3:3-Unentschieden einordnen sollte. Weder die Spieler auf dem Feld noch die Zuschauer. Der FC führt nach einer knappen Stunde, hat das Spielglück auf seiner Seite, steuert dem Sieg entgegen. Robin Hack dreht innerhalb von 150 Sekunden die Partie, das Momentum liegt auf Seiten der Fohlen, Gladbach steht unmittelbar vor der Wiedergutmachung nach der Pleite aus dem Hinspiel. Dann schlägt Youngster Damion Downs zu und gleicht die Begegnung wieder aus. Unterm Strich bleibt eine Punkteteilung in einem packenden, in einem wilden und wie Florian Kainz zu recht sagte, in einem chaotischen Spiel. Das Derby hatte so ziemlich alles im Gepäck – der Zuschauer war letztendlich der Sieger.

FC muss Lehren aus dem 3:3 ziehen

Trotz des Remis kann und muss der FC positive, aber auch negative Lehren aus der Begegnung ziehen. So haben unerklärliche individuelle Fehler die Kölner vielleicht mehr gekostet. Der FC war erstaunlich anfällig in der Defensive, also dem Teil der Mannschaft, den Timo Schultz in den vergangenen Wochen stabilisiert hatte. Den Teil, der dem FC und seinen Fans zuletzt Mut gemacht hat. Zu viele Fehler, zu leichte Fehlpässe, zu wenig Spielfluss – ein wirklich gutes Spiel haben die Kölner nicht gemacht. Zudem haben die Geißböcke schon wieder Führungen aus der Hand gegeben – am Sonntag gleich zwei.

Am Ende bleibt also wieder nur ein Punkt. Ein Zähler, der trotz den Patzern und Niederlagen der Konkurrenz nur wenig Einfluss auf das Tableau nimmt. Sollte der FC am Freitagabend nicht gegen die wiedererstarkten Leipziger gewinnen, droht Mainz vorbeizuziehen (Heimspiel gegen Bochum) und Wolfsburg und Union Berlin auf zehn Zähler zu entfliehen (Heimspiele gegen Bremen und Augsburg). Timo Schultz wird nicht müde zu betonen, dass seine Mannschaft mit der Konkurrenz auf Augenhöhe spielt. Das stimmt oft, aber natürlich nicht immer – vor allem aber reicht das nicht. Das zähe Punktesammeln kann den Kölnern am Ende der Saison noch um die Ohren fliegen. Spieler und Trainer betonen, dass Siege her müssen. Doch die lassen weiterhin auf sich warten. Nur drei Spiele hat der FC weiterhin in dieser Saison gewonnen – schlechter war der FC noch nie.

Momentum bei Gladbach, FC beweist Moral

Acht Punkte holte Köln in neun Spielen unter Timo Schultz. Es fehlen sieben Zähler zum direkten Klassenerhalt. Zwar fanden die Kölner am Samstag auch endlich wieder in der Offensive statt, den Geißböcken fehlte aber die Balance zwischen wichtiger Stabilität und mutigem Angriffsfußball. Das Rheinderby hatte viel vom Baumgartschen Offensive-auf-Kosten-der-Defensive-Problem. Dabei war das 3:3 wahrlich nicht nur etwas für Kölner Schwarzmaler. Im Gegenteil: Das Remis war ein Mutmacher – und das in vielerlei Hinsicht. Der FC hat einen Angriff, der Tore schießt. Faride Alidou verdoppelte seine bisherige Torausbeute auf vier Treffer, Damion Downs war erstmals in der Liga erfolgreich. Zwei Spieler, die unter Steffen Baumgart keine Rolle gespielt haben, nun Hoffnungsträger des Clubs sind.

Der FC hat zudem zum zweiten Mal in dieser Saison drei Tore geschossen und dieses Mal auch zwei aus dem Spiel heraus. Selbst wenn die Defensive anfällig war, spielte die Offensive bundesligatauglich. Neben den Toren gab es schließlich noch weitere Chancen. Das macht Hoffnung auf mehr. Am wichtigsten war aber, dass die Kölner nach dem Doppelschlag innerhalb von 150 Sekunden zurückgekommen sind. Obwohl der Moment Gladbach gehörte, die Fohlen die Kölner Führung gedreht haben, waren die Geißböcke da, gaben sich nicht auf und holten noch einen verloren geglaubten Punkt. Der FC hat das Derby zwar nicht gewonnen, ein Sieg für die Moral war das 3:3 aber allemal.


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Kommentar: Ein Duell ohne Ertrag – aber eins, das Mut machen muss

1. FC Köln: Kommentar zur Niederlage gegen Leverkusen.
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Kommentar: Ein Duell ohne Ertrag – aber eins, das Mut machen muss

Zwar kassierten die Kölner eine erwartbare 0:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen. Doch die Geißböcke schlugen sich einmal mehr achtbar. Das Duell blieb zwar ohne Punkte, es war aber ein Mutmacher für den FC. Ein Kommentar.

Mit einer konzentrierten Defensivleistung machten es die Kölner dem Spitzenreiter schwer. Trotz Niederlage ein absoluter Achtungserfolg, den die Kölner auch so empfinden sollten. 1. FC Köln: Kommentar zur Niederlage gegen Leverkusen.

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Eine gewisse Enttäuschung lässt sich nach der doch verdienten 0:2-Niederlage des 1. FC Köln gegen den Titelkandidaten Bayer Leverkusen unter einem Großteil der Kölner Fans nicht verbergen. Die Hoffnung, dass ausgerechnet die Geißböcke den Nachbarn auf dem Weg zur ersten, zur lang ersehnten Deutschen Meisterschaft noch ins Straucheln bringen, Leverkusen die erste Pleite der Spielzeit einschenken würden, war groß, der Gedanke hatte viel von dem Begriff der Fußball-Romantik. Einer gewissen Euphorie konnte man sich in den Tagen vor dem Duell dementsprechend in Köln auch nicht so recht entziehen. Die Hoffnung wuchs mit jedem Tag, mit jeder Schlagzeile. Und das, obwohl jede Statistik, der Saisonverlauf, die bisherigen Leistungen mit aller Macht gegen einen Überraschungserfolg der Kölner sprachen.

Wieder einmal bleiben das „Aber“ und das „Hätte“

Die Enttäuschung ist aber auch groß, weil die Kölner einen leidenschaftlichen Kampf an den Tag legten, Willensstärke bewiesen – selbst als Leverkusen den Geißböcken mit dem 2:0 den Stecker gezogen hatte. Die Kölner Spieler stemmten sich gegen die vermeintliche Übermacht, warfen so ziemlich alles in die Begegnung und offenbarten damit die Qualitäten, die Steffen Baumgart etwa zur gleichen Zeit der Hinrunde so dringend von seinem Team eingefordert hatte. Nur um das Bild nicht zu babyblau zu malen: Leverkusen war dem FC in nahezu allen Belangen, in fast allen Statistiken überlegen, war das dominante, das bessere Team, hat den Sieg absolut verdient und ist dem Titel – ebenfalls verdient – einen großen Schritt näher gekommen. Und doch bleiben nach dem 0:2 im Nachbarschafts-Duell mal wieder das „Aber“ oder das „Hätte“.

Hätte Jan Thielmann in der Anfangsphase nicht den Roten Karton gesehen, wäre das Spiel ein anderes geworden. Hätte Dejan Ljubicic die Führung noch vor dem Platzverweis erzielt, wäre es vielleicht gar nicht erst zum übermotivierten Einsteigen des 21-Jährigen gekommen. Hätte Sargis Adamyan ins anstatt ans Tor getroffen, wäre Leverkusen möglicherweise noch einmal nervös geworden. Alles Spekulation: es gibt sicherlich zahlreiche Experten, die Bescheinigen, dass das Spiel in Überzahl nicht zwingend das einfachere ist. Unterm Strich bleibt die Niederlage, Leverkusen weiterhin ungeschlagen und der FC bei drei gewonnenen Saisonspielen. Die Ausgangslage hat sich für den FC durch die erwartbare Niederlage nicht dramatisch verschlechtert. Die Rückstand zum rettenden Ufer beträgt acht Zähler, es gibt noch ein minimales Polster auf den direkten Abstiegsplatz. Es bleiben nur weniger Spieltage, um wichtige Punkte zu sammeln.

Köln bei Kontern gefährlich

Viel wichtiger sind aber die positiven Aspekte, die der FC aus der Begegnung gegen den Primus der Liga ziehen sollte. Köln hat leidenschaftlich verteidigt und gegen die spielfreudigste Mannschaft der Liga trotz Unterzahl nur wenig zugelassen. Der xGolas-Wert von 1,6 spricht zumindest für die Kölner Defensivarbeit. Die Taktik „Bus parken“ ist eine, die der FC offenbar kann. Zudem war Köln in den Umschaltmomenten unerwartet gefährlich. Die Flanken – unter anderem zwei hervorragende von Rasmus Carstensen – fanden plötzlich Abnehmer (70 Prozent kamen an), die Pässe in die Tiefe ermöglichten Kontersituationen und die Dribblings über das Zentrum waren meist erfolgreich. Ausgerechnet gegen die beste Defensive der Liga kam Köln zu mehreren guten Möglichkeiten. Zudem blüht nun neben Faride Alidou mit Sargis Adamyan ein Spieler auf, den so mancher Fan im Sommer gerne verkauft gesehen hätte.

Am Ende steht die Niederlage, ein 0:2 und keine Punkte. Wenn sich die Enttäuschung gelegt hat, sollte sich beim FC schnell das Gefühl einstellen, dass das Team gegen einen übermächtigen Gegner ein starkes Spiel gemacht hat. Eins ohne Ertrag, aber eins, das Mut machen muss.


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Kommentar: Dem FC gelingt ein Achtungserfolg – es wird aber mehr brauchen

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Kommentar: Dem FC gelingt ein Achtungserfolg – es wird aber mehr brauchen

Mit dem 1:1 beim VfB Stuttgart musste man nicht unbedingt rechnen. Der Punktgewinn gegen den Tabellendritten ist durchaus als Achtungserfolg zu werten. Doch das wird dem FC in der Endabrechnung nicht reichen. Ein Kommentar.

Mit einer konzentrierten Defensivleistung entführten die Kölner einen Punkt aus Stuttgart. Ein absoluter Achtungserfolg, ein verdienter dazu. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Es wird mehr als Achtungserfolge brauchen. 1. FC Köln: Kommentar zum Punktgewinn in Stuttgart.

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Nein, mit einem Punkt gegen den VfB Stuttgart konnte man vor dem 23. Spieltag beim 1. FC Köln nicht unbedingt rechnen. Der FC traf schließlich als 16. mit 16 Punkten auf den Tabellendritten, der sich punktetechnisch auf Tuchfühlung mit dem Rekordmeister befindet und dessen bester Stürmer mehr Tore erzielt hat als der gesamte FC zusammen – wohlgemerkt nach zwei Dritteln der Saison. Allerdings haben die Kölner allen Statistiken getrotzt, sich gegen viele Erwartungen einen Punkt beim Champions-League-Anwärter eingeheimst und in den letzten Minuten sogar an der Sensation geschnuppert. Ein Achtungserfolg.

Mehr Stabilität für die Kölner

Bevor nun irgendwer auf die Idee kommt, man habe sich auch im siebten Spiel unter Timo Schultz mit dem Gegner auf Augenhöhe befunden: Das hat man nicht. Der VfB war in nahezu sämtlichen Statistiken deutlich (!) besser. Und es wird sicherlich einige Beobachter gegeben haben, die sich nach den Anfangsminuten für eine Phase von gut zehn Minuten an Spiele von vor der Winterpause erinnert gefühlt haben, als der FC innerhalb von einer Aktion das Selbstvertrauen für das gesamte Spiel verlor und auseinanderbrach. Das ist gegen Stuttgart nicht passiert, obwohl die Schwaben die Kölner minutenlang in der eigenen Hälfte einschnürten.

Der FC hat die Phase überstanden und stand angeführt von Jeff Chabot in der Defensive fortan stabil, ließ nach dem Wechsel trotz der hohen individuellen Qualität der Stuttgarter nur noch wenig zu. Timo Schultz hat der Mannschaft eine andere Struktur verliehen. Eine Struktur, die den Geißböcken keine Angst vor Gegnern aus dem oberen Tabellendrittel machen muss. Ein 0:6 gegen Leipzig wie in der Hinrunde ist in dieser Konsequenz, mit diesem konzentrierten Spiel, mit deutlich mehr Selbstvertrauen sehr unwahrscheinlich. Selbst gegen Mannschaften wie Leverkusen ist ein Zähler in dieser Verfassung sicher nicht ausgeschlossen.

Die Konkurrenz kann den Gegnern ebenfalls wehtun

Schultz hat recht, dass seine Mannschaft jedem Gegner wehtun kann, wenn sie denn ihre Topleistung abruft. Die Geißböcke haben sich tatsächlich in den meisten Spielen unter dem neuen Trainer zumindest phasenweise auf Augenhöhe mit dem Gegner befunden und auch regelmäßig gepunktet. Allerdings meist nur einfach. Und da liegt das Problem für den FC: Die Strategie „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ wird den Geißböcken im Abstiegskampf nicht reichen – selbst wenn der Punkt gegen Stuttgart durchaus ein Erfolg ist. Denn die direkte Konkurrenz hat angefangen, zu punkten. Am Wochenende gewannen mit Augsburg und Mönchengladbach die beiden Mannschaften im direkten Kölner Umfeld, der Abstand zum sicheren Klassenerhalt beträgt mittlerweile acht Punkte.

Die Geißböcke müssten also drei Siege mehr holen als die Konkurrenz. Für eine Mannschaft, die in dieser Spielzeit erst drei Siege insgesamt geholt hat, ein kaum erreichbares Ziel. Das heißt: aktuell geht es um nicht mehr als „nur“ Rang 16, die Relegation. Und selbst diese Aufgabe wird eine große Herausforderung: Das Programm bis zur Länderspielpause hat es mit den Begegnungen gegen Leverkusen, Gladbach und Leipzig in sich. Zum Kölner Übel scheint sich der FSV Mainz unter Bo Henriksen stabilisiert zu haben, schrammte am Wochenende ebenfalls nur knapp an einer Überraschung gegen Leverkusen vorbei, kann offenbar auch jedem Gegner mit einer konzentrierten Leistung wehtun. Darmstadt verpasste höchst unglücklich einen Sieg gegen Bremen. Die Konkurrenz schläft nicht. Auch wenn das Programm schwer ist, die Kölner werden wohl mehr brauchen als Achtungserfolge.


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Kommentar: Ohne Sturm gewinnt man keine Spiele

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Kommentar: Ohne Sturm gewinnt man keine Spiele

Das 0:1 gegen Werder Bremen war am Freitagabend weitaus mehr als nur drei verlorene Punkte. Denn die Konkurrenz hat am Samstag kräftig gepunktet. Dadurch wachsen die Abstiegsnöte wieder und der erschreckend harmlose Sturm macht kaum Hoffnung auf Änderung. Ein Kommentar.

Eigentlich wollte der FC den Druck auf die direkte Konkurrenz erhöhen – das Gegenteil ist der Fall. Das Aufflackern der Hoffnung hat am Freitag einen herben Dämpfer erlitten. Und einige Vorzeichen machen nicht gerade Hoffnung auf mehr beim 1. FC Köln: Kommentar zur Niederlage gegen Bremen.

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Der Boden, auf den die Kölner Spieler am Freitagabend zurückgeholt worden sind, war nicht so seifig, wie es den Anschein hatte. Er war brutal hart. Der FC ist mit der 0:1-Pleite in einer schwachen Begegnung gegen Werder Bremen auf den Boden der Realität zurückgeholt worden. Nach sechs Punkten aus fünf Spielen unter Timo Schultz folgte eine blutleere Vorstellung gegen Werder und die brutale Erkenntnis, dass der Abstiegskampf noch eine zähe, vor allem aber enge Kiste werden wird. Zumal Mainz und Union Berlin dem FC nicht den Gefallen taten, die Kölner Vorlage vom Elfmeterpunkt kläglich zu verschießen. Nach den Erfolgen der Kontrahenten beträgt der Vorsprung auf Mainz einen Zähler und der Rückstand zu Union mittlerweile acht, der zum rettenden Ufer mit Bochum sechs Punkte. Das Ziel, den Druck auf die Konkurrenz zu erhöhen, ging gründlich daneben.

Der neue Anzug passt besser

Das 0:1 ändert nichts an dem spielerischen Aufwind, den die Kölner seit dem Engagement von Timo Schultz erfahren haben. Der neue Coach hat dem FC mehr Stabilität verpasst und wieder Selbstvertrauen eingehaucht. Der Glaube an den Relegationsplatz ist zurück und er ist auch nicht unberechtigt. Die Geißböcke spielen trotz der Pleite gegen Bremen nicht wie ein Absteiger. Das Duell hätte mit einem fehlerfreien Schwäbe oder einem Foulelfmeter genauso gut unentschieden enden können. Köln hängt nach wie vor und wohl auch bis zum Ende der Spielzeit die desolate Hinrunde hinterher. Auch gegen Bremen zeigten die Kölner eine ordentliche Leistung – allerdings nur in der Defensive. Der FC stand kompakt und ließ nur wenige dicke Chancen zu. Sehr zum Gefallen des Kölner Trainers.

Denn entgegen seiner Ankündigung im Januar, er wolle die DNA von Steffen Baumgart auch weiter tragen, ist das Spiel der Geißböcke unter Schultz deutlich defensiver geworden. Der FC läuft nicht mehr vogelwild an, rennt nicht mehr blind ins Verderben, steht tiefer und dadurch auch sicherer. Eine 0:6-Klatsche wie gegen Leipzig im Spätsommer des vergangenen Jahres ist beim Fußball des neuen Trainers eher unwahrscheinlich. Auch, wenn der Baumgartsche Hurra-Fußball lange Zeit deutlich attraktiver war, scheint der neue Anzug dem aktuellen Kader besser zu passen. Das Credo „die Null muss stehen“, hat dem FC ein solides Fundament gegeben. Ein Fundament, auf das sich aufbauen lässt. Dass sich die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs durch ein Spiel ohne Gegentor erhöht, ist zumindest keine höhere Mathematik.

Unterm Strich steht immer das gleiche Ergebnis

Doch passt eine entscheidende Variable bei dieser Rechnung nicht. So lange die Kölner kein Tor schießen, steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit nicht. Gegen Bremen blieb der FC einmal mehr erschreckend harmlos. Weder die Idee, mit Tempo hinter die Ketten zu kommen, noch der Plan, mit dem schnellen Durchspielen des Zentrums, noch der späte Einsatz der Zielstürmer Florian Dietz und Steffen Tigges lösten am Freitagabend so etwas wie Gefahr aus. Eine ernstzunehmende Torchance erspielten sich die Kölner in 90 Minuten nicht. Die größte Gefahr strahlte ausgerechnet in Person von Mitchell Weiser ein Ex-Kölner bei einem Klärungsversuch aus. Ähnlich harmlos war der FC auch schon gegen Hoffenheim, als ein Geniestreich von Max Finkgräfe dem Spiel noch eine andere Wende hätte geben können.

Das 2:0 über Eintracht Frankfurt, vielleicht aber auch die ordentlichen Leistungen zuvor, haben die große Schwäche der Kölner für einige Tage vergessen lassen, spätestens nach dem 0:1 ist die Wunde aber wieder offengelegt. Und am Ende steht das unterm Strich immer und immer wieder das gleiche Ergebnis: der FC hat keinen konkurrenzfähigen Sturm. Ausgerechnet jetzt stehen die schweren Spiele gegen Stuttgart, Leverkusen, Gladbach und Leipzig vor der Tür. Timo Schultz brachte es am Ende der Pressekonferenz am Freitag treffend auf den Punkt: „So wird es nicht reichen.“


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Kommentar: So spielt kein Absteiger

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Kommentar: So spielt kein Absteiger

Beim 1:1 in Hoffenheim spielte der FC in der Offensive lange zu harmlos, fand kaum statt. Dennoch wäre gegen die TSG auch ein Erfolg möglich gewesen. Am Ende steht ein Punkt gegen einen Europa-League-Anwärter und die Erkenntnis, dass der FC in der Liga mithalten kann. Ein Kommentar.

Das 1:1 bei der TSG Hoffenheim hatte schon viel von Magerkost. Lange gab es so gut wie keine Annäherung an das Gehäuse der Sinsheimer. Und doch fühlte sich das 1:1 wie eine Niederlage an. Auch, weil der FC einmal mehr einem Gegner auf Augenhöhe begegnet ist. 1. FC Köln: Kommentar zum Spiel in Hoffenheim.

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Von den jüngsten 16 Duellen gegen Hoffenheim nur zwei gewonnen, in den vergangenen 20 Jahren nur zwei direkte Karnevalsspiele für sich entschieden – rein nach der Statistik gab es für den FC am Sonntagabend wenig in Sinsheim zu holen. Die Enttäuschung eigentlich vorprogrammiert – und tatsächlich fühlte sich das achtbare Remis bei der TSG wie eine Niederlage an. Der FC hat an drei weiteren Punkten geschnuppert, die den Kölnern nach dem Erfolg der Eisernen gegen Wolfsburg auch sehr gut zu Gesicht gestanden hätten. So wurde es einer, der nach einem durchschnittlichen Auftritt zweier angeschlagener Klubs doch verdient war. Einer, der für die Kölner aber noch sehr wichtig werden kann und einer, mit dem vor dem Spieltag nicht unbedingt zu rechnen gewesen ist.

In der Hinrunde noch Ausrede

Vor allem aber war es bereits der sechste Punkt im fünften Spiel unter Timo Schultz. Das ist sicher keine gigantische Ausbeute, die Situation nach wie vor bedrohlich und die Geißböcke alles andere als über den Berg. Eine Hochrechnung, wie viele Punkte die bisherige Ausbeute am Ende der Spielzeit bedeuten könnten, macht auch keinen großen Sinn. Dafür ist der Fußball bekanntlich zu unberechenbar. Doch sind diese sechs Zähler mehr als nur ein Hoffnungsschimmer. Zur Erinnerung: Die Kölner Verantwortlichen hatten vor dem Saisonauftakt mehrfach betont, wie schwer das Auftaktprogramm gegen die Teams aus der kolportierten oberen Tabellenhälfte sein werden würde. Als die Kölner sich am fünften Spieltag gegen Werder Bremen erstmals mit einem Gegner auf Augenhöhe wähnten, war aus der Mahnung längst eine Ausrede geworden. Mit nur einem Zähler lag der FC punktgleich mit Darmstadt (17.) und Mainz (18.) auf dem Relegationsplatz.

Es folgte der schwache Auftritt bei Werder, die Gewissheit, dass das eine schwere Saison werden würde und nicht nur das harte Auftaktprogramm Grund für eine drohende Misere sein könne. Fünf Monate später hat sich die Tabellensituation nicht grundlegend verändert. Der FC ist noch immer oder wieder 16., die Konkurrenz ist auf einen Hauch Distanz gebracht. Allerdings holten die Geißböcke aus den gleichen Begegnungen sechs Punkte. Eine Ausbeute, die dem FC in der Hinrunde zu diesem Zeitpunkt Rang zehn eingebracht hätte. Und das ohne Leistungsträger wie Luca Waldschmidt oder Davie Selke. Timo Schultz hat dem FC Stabilität und Selbstvertrauen zurückgegeben. Attribute, die bei dem Hurra-Fußball von Steffen Baumgart verloren gegangen sind. Das Spiel mag vielleicht nicht mehr so attraktiv sein, es ist aber effektiv. Und nur darauf kommt es im Abstiegskampf an. So lag am Sonntag ein Sieg in der Luft, bei dem die Kölner genau einen Schuss direkt aufs Tor gebracht hätten.

Spiele auf Augenhöhe

Der Ausgleich in der Nachspielzeit war bitter, aber durchaus leistungsgerecht. Leistungsgerecht gegen einen Gegner, der sich im Kampf um die Europa League sieht. Sicher war das Spiel gegen Hoffenheim kein Leckerbissen und gerade die Offensive zu harmlos. Und doch bleiben nach den ersten Wochen unter dem neuen Trainer zwei wichtige Erkenntnisse. Erstens: So wie die Kölner aktuell auftreten, spielt kein Absteiger. In keinem der bisherigen Schultz-Spiele, auch nicht bei der 0:4-Klatsche gegen Dortmund, war der FC chancenlos. Die Kölner spielten größtenteils auf Augenhöhe, hätten vielleicht mit ein wenig mehr Spielglück sogar noch mehr Punkte geholt. Zweitens: Es befinden sich dieselben Spieler im Kader wie noch vor Weihnachten. Und dieser hat in den vergangenen Wochen bewiesen, dass er zumindest aktuell doch die Qualität für die Bundesliga hat. Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Erkenntnis nicht zu spät kommt.


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Kommentar: Ein Lebenszeichen zum richtigen Zeitpunkt

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Kommentar: Ein Lebenszeichen zum richtigen Zeitpunkt

Mit dem verdienten 2:0-Erfolg über Eintracht Frankfurt hat der 1. FC Köln wichtige Punkte im Abstiegskampf gesammelt. Viel wichtiger aber, die Kölner haben ein Lebenszeichen an die Fans und die direkte Konkurrenz geschickt. Ein Kommentar.

Kampfgeist und Willen waren den Kölnern am Samstagabend anzumerken. Die Mannschaft von Timo Schultz zeigte ein leidenschaftliches Spiel mit starker Defensivarbeit und endlich auch erfolgreicher Offensive. 1. FC Köln: Kommentar zum Sieg gegen Frankfurt.

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Seit der Trennung von Steffen Baumgart hat sich der Ton beim 1. FC Köln verändert – und das nicht nur, weil das FC-Spiel nicht mehr vom Pfeif-Code des 52-Jährigen angetrieben wird. Sachlich und nüchtern, fast schon vorsichtig bewertet Timo Schultz die Leistungen seiner Mannschaft. Auch nach dem 2:0 über Frankfurt blieb der Coach komplett bei sich und ordnete den so nicht erwartbaren Erfolg ein. „Es sind nur drei Punkte“, sagte Schultz. „Wir schauen schon auch auf die Tabelle und wissen, dass wir Ergebnisse brauchen.“ Soll heißen: Der Sieg gegen Frankfurt war wichtig, aber der Weg ist nach wie vor noch ein langer. Schon allein der Blick auf die Tabelle gibt dem Trainer Recht.

Weder Zufall noch Ausreißer

Und doch war der 2:0-Erfolg über Frankfurt am Ende ein wenig mehr als „nur“ drei wichtige Punkte. Auch, weil der Spieltag für den 1. FC Köln von den Ergebnissen her nicht besser hätte laufen können. Darmstadt, Mainz und Union Berlin kassierten Pleiten, während die Geißböcke dreifach punkteten. Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt vor dem Nachholspiel zwischen Mainz und Union am Mittwoch nur noch zwei Punkte, der Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze vier. Vielmehr aber sind die drei Zähler über die Hessen ein wichtiges Lebenszeichen und das wohl genau zum richtigen Zeitpunkt.

Ein wichtiges Lebenszeichen, denn was auch immer Timo Schultz in den vier Wochen seiner Amtszeit mit der Mannschaft gemacht hat, es scheinen die richtigen Stellschrauben gewesen zu sein. In allen vier Begegnungen seit seiner Verpflichtung spielte der FC lange auf Augenhöhe mit, war phasenweise das bessere Team und stellte vor allem aber unter Beweis, dass die Kölner doch die Qualität zur Bundesliga haben. So wie gegen Frankfurt spielt jedenfalls kein Team, dessen Weg in Liga zwei vorgegeben ist. Nach vier Spielen lässt sich zudem festhalten, dass es sich bei der positiven Entwicklung weder um einen Zufall noch um einen Ausreißer nach oben handeln kann. Am Samstag kam nun auch endlich das Spielglück wieder hinzu. Die FC-Profis rufen das ab, was es in der Theorie zum Klassenerhalt braucht. Allerdings gilt es die Bürde der desolaten Hinrunde auszugleichen.

Aufwind in schwieriger Phase

Zur richtigen Zeit nicht nur, weil damit der Ausgang des Nachholspiels keine dramatische Auswirkung auf die Tabellensituation der Kölner hat. Vielmehr aber, weil der FC den Fans Hoffnung gibt, in einer Phase, in der der Verein nach einer Kette von Fehlern und Fehleinschätzungen mehr als nur mit dem Rücken zu Wand steht. Erst vergangene Woche sorgte die Veröffentlichung des CAS-Urteils für neuen Zündstoff. Dieser Sieg kann den gebeutelten Kölnern in einer besonders schweren Phase Aufwind geben.

Timo Schultz hat den Schulterschluss mit den Fans als mögliches Pfund angesprochen, versprochen, den Fans etwas für die Unterstützung zurückzugeben. Das Versprechen haben Trainer und Mannschaft am Samstagabend gehalten. Der FC hat bewiesen, dass er sich mit Kampf und Leidenschaft gegen den Abstieg in Liga zwei stemmen wird. Es ist richtig, dass Schultz bereits auf die Euphoriebremse tritt. Gewonnen ist noch nichts. Am Ende hat Timo Schultz Recht. Für die Tabelle sind es nur drei Punkte. Für die Fans, vor allem aber die direkte Konkurrenz ist es ein starkes Zeichen: Der FC lebt – nicht mehr, aber bestimmt auch nicht weniger.


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Kommentar: Ein Pünktchen Hoffnung. Eins, das nicht blenden sollte

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Kommentar: Ein Pünktchen Hoffnung. Eins, das nicht blenden sollte

Beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg spielte der 1. FC Köln nicht wie ein Absteiger. Unterm Strich steht aber nach wie vor nur ein Punkt. Die Leistung darf Hoffnung machen, sie sollte aber nicht über die vorhandenen Schwächen hinwegtäuschen. Ein Kommentar

Mit einer ordentlichen Leistung hat der FC am Samstag einen Punkt mit nach Hause genommen. Die Leistung macht Hoffnung, der Punkt nur in Teilen. Es bleibt schwer für den 1. FC Köln: Kommentar zum Punktgewinn in Wolfsburg.

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Es ist eine seltsame Gemengelage, die das Geißbockheim nach dem 1:1 in Wolfsburg gerade umgibt. Hat der FC nun einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf eingesammelt? Ist dieser aufgrund der ordentlichen Leistung, vor allem aber in der Endabrechnung dann doch zu wenig? Von einem Hoffnungsschimmer ist auf der einen Seite die Rede, auf der anderen steht wiederum das große „Aber“. Und das ist alleine an einer einfachen und bitteren Statistik festzumachen: Der FC hat mit dem Remis beim VfL Wolfsburg die schlechteste Bilanz der eigenen Vereinsgeschichte eingefahren. Nie standen die Kölner schlechter da – noch nicht einmal in der bisherigen Katastrophensaison 2017/18. Daran gibt es nach der desaströsen Hinrunde auch nicht viel schönzureden.

Direkter Klassenerhalt in weiter Ferne

Mit zwölf Zählern aus 19 Spielen haben die Geißböcke sogar Glück, dass sie aktuell den Relegationsplatz belegen. Und das auch, weil das Keller-Duell zwischen Union Berlin und Mainz noch aussteht (Immerhin haben die Rheinhessen aus den vergangenen fünf Spielen gegen die Eisernen nur einen Punkt geholt.). Steffen Baumgart bezeichnete den Abstiegskampf vor einigen Wochen als ein Schneckenrennen, bei dem es bis zum Ende spannend bleiben wird. Seit diesem Wochenende ist zumindest der direkte Klassenerhalt den Kölnern dann doch in einem recht schnellen Tempo davon geeilt. Fünf Punkte zu Union, schon acht zu Bochum und neun zu Augsburg. Der FC wird sich wohl oder übel vorerst mit dem Kampf um den Relegationsplatz begnügen müssen. Und den zu halten wird aufgrund der auch weiterhin anhaltenden desolaten Sturmleistung schwer genug werden.

Angesichts der schwachen Ergebnisse der direkten Konkurrenz besteht trotz zwölf Zählern immerhin noch die Hoffnung auf den Relegationsplatz und nach dem ordentlichen Auftritt gegen die Wölfe umso mehr. Der FC wirkt unter Timo Schultz aktuell deutlich stabiler, in der Defensive kompakter, im Spielaufbau zielstrebiger. Es werden wichtige Zweikämpfe im Mittelfeld gewonnen, die Bälle erobert und der Gegner zu Fehlern gezwungen. Zudem blühte am Samstag mit Faride Alidou ein bereits abgeschriebener Spieler auf, der – wenn es sich denn nicht um einen positiven Ausreißer gehandelt hat – wie ein gefühlter Neuzugang empfunden werden kann. Gerade in Zeiten der Transfersperre. Mit Max Finkgräfe und Justin Diehl gibt es zudem zwei Jungprofis, die den Kölnern ganz offensichtlich frischen Wind verleihen. Die Ansätze machen durchaus Hoffnung. Das müssen sie auch.

Auf die dicken Strohhalme kommt es an

Sie dürfen aber nicht blenden. Der FC hat in Wolfsburg gegen einen aus VfL-Sicht enttäuschend schwachen Gastgeber auf Augenhöhe mit- und nicht wie ein Absteiger gespielt. Köln hat den Gegner aber nicht dominiert und sicher auch nicht nur unglücklich Remis gespielt. Entgegen der Äußerungen von Thomas Kessler („Es gibt keine zwei Meinungen, wer als Sieger hätte vom Platz gehen müssen“) hätte der FC einen Sieg in Wolfsburg genauso wenig verdient wie eine Niederlage. Tatsächlich war ein deutliches Chancenplus beim VfL zu sehen. Der FC hat weiterhin erhebliche Probleme, Chancen zu kreieren und ist in der Defensive auch nicht 90 Minuten stabil. Am Ende steht also ein Punkt, der die Kölner vorerst auf den Relegationsplatz hievt. Es ist nicht mehr als ein Pünktchen Hoffnung.

Zum Klassenverbleib, den großen Sprüngen im Schneckenrennen wird es mehr brauchen. Um es frei nach den Worten von Steffen Baumgart (in Bezug auf die Routine der Spieler) zu sagen: am Ende wird es auf die dicken Strohalme, nicht auf die dünnen ankommen. Das gilt auch für die Punkte. Sich an einem Sieg festzuklammern, macht zumindest deutlich mehr Hoffnung als an einem Unentschieden. Das Heimspiel gegen die Eintracht wäre ein guter Zeitpunkt.


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