Kader des 1. FC Köln gegen die Bayern: Eine Überraschung, ein leiser Abschied
Simon Bartsch
Mit der Begegnung gegen den FC Bayern München endet für die Geißböcke am Samstag eine insgesamt durchwachsene Spielzeit. Für die Partie gibt es einige Kader-Veränderungen beim 1. FC Köln: Das ist der Kader gegen Bayern München.
Aufgrund der Leistungsdiagnostik zu Beginn der Woche gab es in der Vorbereitung auf das Spiel gegen die Bayern nur eine öffentliche Einheit – und die am Freitag. Anschließend machte sich die Mannschaft auf den Weg nach München. Sportlich geht es nicht mehr um viel, der FCB hat den Titel sicher, die Geißböcke den Klassenerhalt. Doch der FC will sich wohl mit einer guten Leistung von den Fans verabschieden. Und mit diesem Kader geht es nach München.
Florian Kainz ist mit von der Partie
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Am vergangenen Wochenende wurden sie noch emotional verabschiedet, gegen den FC Bayern München reichte es für Dominique Heintz dann wieder nicht für den Kader. Der Routinier stieg am Freitag nicht mit in den Mannschaftsbus. Gegen Heidenheim hatte Heintz noch eine reguläre und damit noch einmal Spielzeit im Kölner Stadion bekommen. Die erhielt auch Florian Kainz. Der Österreicher beendet bekanntlich seine Karriere, spielte gegen den FCH gute 20 Minuten. Und möglicherweise kommen gegen den Rekordmeister noch weitere dazu. Kainz reiste mit dem Team nach München und wurde von den Fans am Geißbockheim noch einmal mit Jubel begleitet. Es wird also die letzte Dienstreise als Fußballprofi.
Florian Kainz ist mit von der Partie
Tom Krauß nicht dabei
René Wagner entschied sich damit für Kainz und gegen Denis Huseinbasic. Der Mittelfeldspieler erhielt damit wieder nicht das Vertrauen des Trainers. Die Zeichen stehen möglicherweise auf Abschied. Nach wie vor sind die Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian nicht dabei. Zudem fehlen Ragnar Ache aufgrund seiner muskulären Verletzung sowie Tom Krauß. Der Mittelfeldspieler hat seit Wochen Probleme mit den Knien. Das verriet Wagner am Donnerstag auf der Spieltags-Pressekonferenz. Demnach habe der Spieler wochenlang unter Problemen gespielt. „Gegen Heidenheim wurden die Schmerzen dann wieder im Spiel akuter und wir mussten wechseln“, sagte er Trainer. „Jetzt war es einfach an der Zeit, sein Knie ruhen zu lassen. Er hat sich die vergangenen fünf, sechs Wochen für die Mannschaft aufgeopfert.“
Diese Spieler sind am Samstag in München mit von der Partie
Tor: Marvin Schwäbe, Ron-Robert Zieler Abwehr: Sebastian Sebulonsen, Cenk Özkacar, Rav van den Berg, Kristoffer Lund, Jahmai Simpson-Pusey, Joel Schmied Mittelfeld: Felipe Chávez, Isak Johannesson, Jakub Kaminski, Linton Maina, Jan Thielmann, Alessio Castro-Montes, Eric Martel, Florian Kainz Sturm: Marius Bülter, Luca Waldschmidt, Said El Mala, Youssoupha Niang
Verletzt, gesperrt oder nicht berücksichtigt: Luca Kilian, Timo Hübers, Tom Krauß, Ragnar Ache, Denis Huseinbasic, Dominique Heintz, Fynn Schenten, Cenny Neumann,
“Es war mir eine Ehre“ – Nein, uns war es eine Ehre: Mit Dominique Heintz verlässt ein „guter Kerl“ den 1. FC Köln
Simon Bartsch
Der Abschied von den Geißböcken fällt dem Innenverteidiger nicht leicht. Im vereinseigenen Interview verriet der 32-Jährige, welche Pläne er hat und welche Emotionen er verbindet mit dem 1. FC Köln: Dominique Heintz spricht über den Abschied und seine Zukunft.
Mit lautem Jubel und Beifall bedachten die Fans vergangenes Wochenende den Auftritt von Dominique Heintz im Müngersdorfer Stadion. Der Innenverteidiger der Geißböcke bekam dabei den Lohn für seine Zeit beim FC.
Dominique Heintz vom 1. FC Köln (Foto: come-on-fc.com)
Der Abschied von Dominique Heintz am vergangenen Wochenende war schon ein besonders emotionaler. Schon bei der Einwechslung kurz vor Schluss der Begegnung gegen den 1. FC Heidenheim war der Pfälzer von den Fans mit Standing Ovations und lautem Jubel bedacht worden. Spieler wie Jan Thielmann schubsten den 32-Jährigen Richtung Trainerbank, wollten den Innenverteidiger nochmal auf dem Feld sehen. Von den Mannschaftskollegen gab es anschließend Umarmungen, von Thomas Kessler wertschätzende Worte: „Heinzi, bei dir fällt es mir besonders schwer, wir haben die Kabine geteilt. Der Aufstieg wurde dir genommen, weil der FC gerade Geld brauchte, den haben wir uns letztes Jahr wiedergeholt. Ihr seid immer hier zu Hause“, so Kessler.
„Das lag nicht an mir“
„Heinzi“ hat in seinen beiden jeweils dreijährigen Phasen in Köln Spuren hinterlassen. Dabei war der Wechsel nach Freiburg 2018 keine Entscheidung, die von Seiten des Spielers getroffen wurde, verriet der 32-Jährige im vereinseigenen Podcast. „Das hat Gründe gehabt, die man jetzt auch sagen kann. Das lag nicht an mir. Ich habe gesagt, ich bleibe da nach dem Abstieg und möchte das wieder gutmachen. Aber manchmal kommen im Fußball dann auch andere Menschen dazu im Verein. Und die, die da damals tätig waren, haben eine andere Meinung gehabt hier beim FC, das muss man dann manchmal auch akzeptieren“, so Heintz. Man habe ihm wenig Spielzeit oder sogar gar keinen Kaderplatz in Aussicht gestellt. Dann müsse man in jungen Jahren natürlich auch überlegen, dass man gerade gut unterwegs ist und man so gute Spiele gemacht hat, dass man schauen müsse, dass man weiter Spielzeit bekommt und auch gebraucht wird.
Dass weder der Verein noch die Fans dem Abwehrspieler einen Vorwurf ob des Transfers zum SC Freiburg gemacht haben, zeigte die Freude über die Rückkehr im Sommer 2023. Dennoch scheint die Situation des Abgangs nach dem Abstieg den 32-Jährigen nachhaltig zu beschäftigen. „Vielleicht kann man das nochmal klarstellen, dass es nicht so war, dass ich einfach abhauen wollte, weil wir runtergegangen sind. Für mich wäre das eine Jahr kein Problem gewesen. Das habe ich ja auch das letzte Mal, als wir jetzt abgestiegen sind, so gemacht“, betonte Heintz noch einmal ausdrücklich. „Da wurde ich dann aber gewollt und gebraucht. Ich wollte damals aber auch kein Fass aufmachen, so bin ich nicht.“
„Einfach ein feiner Kerl“
Nein, so ist Heinzi nicht. Der Fußballprofi bestach in all den Jahren durch seine Bodenständigkeit, die Fannähe, ohne den Eindruck zu vermitteln, er würde durch Autogrammanfragen gestört. Der Pfälzer grüßte jeden freundlich, nahm sich selbst im FC-Fanshop Zeit für die großen und kleinen Anhänger der Mannschaft. Und auch gegenüber dem Team zeigte der FC-Profi wahre menschliche Größe. Zuletzt als er langjährige Mitarbeiter des Vereins am Silvesterabend vor dem Trainingslager in La Nucia zu sich nach Hause einlud, damit diese nicht alleine im Hotel den Jahreswechsel feiern mussten. Kein Wunder also, dass auch die Reaktionen auf den Abgang beim FC mit lobenden Worten für den Innenverteidiger gespickt waren. Von „Danke für alles, Heintzi“, bis „Einfach ein feiner Kerl“ schlug dem 32-Jährigen Wertschätzung entgegen. Zum Abschied ebenso wie nach der Bekanntgabe seiner Rückkehr zum FC im Sommer 2023.
Die Freude über die Rückkehr zum FC war aber nicht nur auf Fanseite, sondern auch auf Seiten des Spielers groß. „Ich war froh, nach guten Gesprächen dann wieder hier zu sein, dass der FC mich dann nochmal geholt hat. Das ist selten, dass man nochmal zur alten Wirkungsstätte zurückkommt und dass es so schnell wieder passiert“ so Heintz. „Die letzte drei Jahre sind genauso schön wie die ersten drei. Deswegen bin ich stolz, in den sechs Jahren für den Verein alles gegeben zu haben.“ Egal, ob als Stamm- oder Ergänzungsspieler, auf Heintzi war in den vergangenen Spielzeiten immer Verlass. Besonders positiv fiel der Pfälzer durch seine ruhig und bodenständige Art auf. Immer nett grüßend, mit einem lockeren Spruch oder einem Rat für die jüngeren Mannschaftsmitglieder nahm der 32-Jährige eine Vorbildfunktion innerhalb des Vereins ein.
“Das ist kein ,Tschüß`, sondern ein ,Bis bald`“
Auch seine eigene Arbeitseinstellung trug dazu bei: „Es ist wichtig, dass du im Training jeden Tag Gas gibst, dass du für die Mannschaft da bist und zeigst, dass du ein erfahrener Spieler bist, dass dich nichts umhaut und du bereit bist, jeden Tag ans Limit zu gehen“, so Heintz. „Dann kann man auch persönlich mit einem guten Gefühl nach Hause fahren und sagen ,Ich habe heute alles so investiert, dass ich mit mir zufrieden bin“. Genau dies sei ein guter Weg, den er die ganzen Jahre eingeschlagen habe. „Wenn man dranbleibt und gute Trainingseinheiten abliefert, dann wird man auch wieder belohnt“, so das Credo des Abwehrspielers. Auch Trainer René Wagner hatte zum Abschied lobende Worte für den Innenverteidiger und beglückwünschte künftige Vereine zu einem super Spieler und tollen Menschen.
Der Abschied fiel Heintz sichtlich schwer. „Es war mir eine Ehre hier spielen zu dürfen. Der FC ist meine Familie und wird immer einen tiefen Platz in meinem Herzen haben. Das ist kein ,Tschüß`, sondern ein ,Bis bald`“, sagte Heintz unter Tränen. Der Innenverteidiger wäre gerne noch geblieben, müsse die Entscheidung des Vereins aber akzeptieren. Das täte natürlich weh, weil es jetzt natürlich auch noch mehr Spaß mache, da wo man jetzt wieder sei. Den Kopf in den Sand stecken wird Heintz aber nicht. „Ich werde trotzdem weiter Fußball spielen. Ich habe noch Bock, ich bin noch fit“, so der Pfälzer. Seine Zeit in Köln werde er vermissen, die Leute, die Mannschaftskollegen, den Weg zum Geißbockheim, die Stadt und am meisten das Stadion und die Heimspiele und die Siege mit der Hymne. „Wenn man rausläuft, das war natürlich immer ein Highlight.“
Den FC werde Heintzi noch oft besuchen kommen und es gäbe auch noch einen Plan nach der Karriere, verriet der 32-Jährige. „Man weiß ja nie, was der Fußball noch so bringt und ob ich vielleicht irgendwann hier nochmal aufschlage in anderer Funktion, wenn ich später vielleicht auch meinen Trainerschein habe“, so Heintz. Willkommen ist der bodenständige Pfälzer sicherlich und vielleicht ist das „Tschüß“ dann wirklich nur ein „Bis bald“.
Mit Glück gegen den Rekordmeister: So will der 1. FC Köln gegen Bayern München punkten
Tim Vrastil
Wenn der 1. FC Köln am letzten Spieltag der Bundesligasaison am Samstag beim FC Bayern München antritt, steht für beide Mannschaften sportlich nichts mehr auf dem Spiel. Die Münchner haben sich bereits vorzeitig zum Deutschen Meister gekrönt und auch die Kölner haben das Saisonziel Klassenerhalt einen Spieltag vor Schluss erreicht. Dennoch dürfte die Partie in der bayrischen Allianz Arena alles andere als bedeutungslos werden: So will der 1. FC Köln gegen Bayern München punkten.
Während es für die Rheinländer um Coach René Wagner darum geht, sich mit einer engagierten Leistung aus der Spielzeit zu verabschieden, wollen die Münchner Bayern sicher noch einmal sportlich die Muskeln spielen lassen, ehe man im Anschluss die Meisterschale in die Höhe streckt.
Vor der letzten Herausforderung in dieser Saison fahren die Kölner mit einer Mischung aus Erleichterung, Realismus und Hoffnung in die Allianz Arena nach München. Wenngleich die Partie sportlich für keine der beiden Teams mehr eine wirkliche Relevanz darstellt, geht es für die Kölner um Coach René Wagner darum, sich möglichst mit einer ordentlichen Leistung aus der Saison zu verabschieden. Dass die Rollen vor dem Duell mit dem bereits feststehenden Deutschen Meister aber ziemlich klar verteilt sind, daran ließ FC-Trainer Wagner auf der Spieltags-Pressekonferenz im Vorfeld keinen Zweifel. „Wir werden alles reinhauen und wollen eine gute Leistung bringen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man in München gewinnen kann, wenn man eine gute Leistung bringt. Wenn man Glück hat gegen Bayern, dann lassen sie einen nah dran und wenn man ganz viel Glück hat, dann kann man auch mal ein Spiel gewinnen in München oder auch zuhause.“
Schlechte Bilanz trotz durchaus guter Leistungen gegen den FCB
Erinnerungen weckte der Coach auf der PK an die letzten Begegnungen mit dem Rekordmeister, wo der FC trotz einer jeweils „guten Leistung, wie wir sie in der Hinrunde oder im DFB-Pokal gezeigt haben“, mit 1:3 und 1:4 verlor. Gerade deshalb sei die mentale Herausforderung für seine Spieler enorm. „Du musst Gas geben ohne Ende, mit der Hoffnung, nah dran zu sein an einem Unentschieden oder mit ganz viel Glück an einem Sieg. Wenn aber alles normal läuft und man bringt eine super Leistung, schlagen sie einen trotzdem.“ Gegen die Geißböcke spricht außerdem die Bilanz: Die Kölner konnten keines der letzten 22 Duelle mit dem Bundesliga-Rekordmeister für sich entscheiden und warten seit vier Partien auf einen Ligasieg, umso größer ist die Sehnsucht also nach einem Erfolg gegen den deutschen Branchenprimus.
Dass die Münchner mit Blick auf das anstehende Pokalfinale in der kommenden Woche gegen den VfB Stuttgart derweil eine B-Elf ins Rennen schickt, glaubt Wagner nicht. „Wir glauben, dass die Bayern mit ihrer besten Mannschaft auflaufen werden. Wenn ich der Trainer in München wäre, würde ich die beste Mannschaft aufs Feld stellen, um mich so auf das DFB-Pokalfinale vorzubereiten.“ Gerade unter Cheftrainer Vincent Kompany habe man beim FCB nie wirklich das Gefühlt, „die Mannschaft will in irgendeiner Art und Weise etwas wegspielen. Ich glaube nicht, dass die Münchner mit dem Pokalfinale die Woche darauf irgendeinen Grund haben, jemanden zu schonen. Wir bereiten uns also auf die stärkste Mannschaft vor.“ Neben dem bereits pulverisierten Liga-Torrekord wollen die Münchner sich mit einem Sieg gegen den 1. FC Köln einstimmen auf die Übergabe der Meisterschale im Anschluss an die Partie vor heimischem Publikum in der Allianz Arena.
Martel ersetzt Krauß im Mittelfeld
Personell muss der FC gegen die Bayern auf Mittelfeldmotor Tom Krauß verzichten, der aufgrund von Knieproblemen gar nicht erst nach München mitfahren wird. Für ihn wird aller Voraussicht nach Rückkehrer Erik Martel in die erste Elf rücken, der nach Gelbsperre wieder zur Verfügung steht. In der Innenverteidigung ließ Wagner zudem durchblicken, dass wohl auch Jahmai Simpson-Pusey nach seinem Ausfall aus disziplinarischen Gründen im Vorfeld der Partie gegen den 1. FC Heidenheim (1:3) wieder auflaufen wird. Er habe laut Coach „aktuell die Nase“ vorn im Vergleich mit Innenverteidigerkonkurrent Rav van den Berg. Auf dem Weg nach vorne sollen wie zuletzt eigentlich immer Senkrechtstarter Said El Mala und Leistungsträger Jakub Kaminski für Gefahr sorgen.
Gerade El Mala könne „mit seiner Qualität im Umschalten und mit seiner Qualität, Tiefe hinter der Kette anzubieten für jeden Kader ein wichtiger Spieler sein“ und soll diese Qualitäten möglichst auch gegen den Rekordmeister wieder unter Beweis stellen. Mit aktuell zwölf Toren und fünf Vorlagen ist der gebürtige Krefelder nach wie vor Kölner Topscorer. Eine weitere Torbeteiligung könnte trotz der fehlenden sportlichen Relevanz der Partie eine mögliche Ablöse bei einem etwaigen Sommerabgang des Juwels noch einmal in die Höhe schießen lassen. Zuletzt soll Medienberichten zufolge der Premier-League-Club FC Brentford sein Interesse bekundet haben.
Unabhängig von der Personalie El Mala ist die Partie für den 1. FC Köln eine gute und zugleich auch die letze Gelegenheit, sich nach dem geschafften Klassenerhalt mit einer guten Leistung gegen die stärkste Mannschaft des Landes von den eigenen Fans zu verabschieden. Die Münchner werden vor der anschließenden Meisterfeier allerdings sicher etwas dagegen haben und wollen sich mit einem Sieg sowohl die Stimmung vergolden als auch Selbstvertrauen tanken, ehe man in der kommmenden Woche im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart nach dem Double greift.
Abschied vom 1. FC Köln? Ist Jakub Kaminski in diesem Sommer wirklich ein Verkaufskandidat?
Simon Bartsch
Zuletzt strahlte der Pole nicht mehr die Leichtigkeit und die Gefahr der vergangenen Wochen aus. Dennoch ist er einer der Gewinner der Saison. Und doch: Jakub Kaminsi könnte den 1. FC Köln im Sommer schon wieder verlassen.
Sieben Tore und fünf Vorlagen lautet die eindrucksvolle Bilanz des Offensivspieler. Kein Wunder, dass der FC Kaminski fest binden, die Kaufoption unbedingt zielen will. Doch wie sieht es mit dem Spieler aus?
Jakub Kaminski ist für den FC in jeglicher Hinsicht ein Gewinn
So richtig rund liefen die vergangenen Begegnungen auch für Jakub Kaminski nicht mehr. Der Pole war zwar auch weiterhin einer der Aktivposten der Geißböcke, doch die große Gefahr strahlte der Offensivspieler nicht mehr aus und wenn, vergab er die Chancen zu leicht. „Kuba ist einer unserer besten Spieler und das hat er die gesamte Saison bewiesen. Und daran hat sich für uns nichts geändert“, sagte René Wagner am Donnerstag. Tatsächlich ist Kuba in dieser Spielzeit unumstrittener Leistungsträger, vermutlich der Kölner Akteur, der in dieser Saison insgesamt die besten Leistungen brachte – und das eigentlich sehr konstant. Kaminski kommt auf sieben Tore und fünf Vorlagen. Eine bessere Bilanz erreichte der 23-Jährige in der Bundesliga bislang nicht. Kein Wunder, dass die Kölner die Kaufoption ziehen, wie Thomas Kessler in der vergangenen Woche sehr deutlich machte.
20 bis 25 Millionen für Jakub Kaminski?
Rund fünf bis sechs Millionen Euro wird der FC an den VfL Wolfsburg überweisen. Eine stolze Summe und doch ein Schnäppchen, angesichts der Marktwert-Explosion des Spielers. Denn Kaminskis Marktwert wird von dem Online-Portal transfermarkt.de auf zwölf Millionen Euro geschätzt. Der Kontrakt soll dann bis 2029 gelten. Doch wie bereits berichtet, ist alles andere als gesagt, dass der Offensivspieler den Vertrag auch erfüllen wird. Laut Sky-Experte Florian Plettenberg habe „der Spieler schon vor, zu wechseln“ – allerdings sagt der Reporter nicht wann.. Tatsächlich plant der Pole mittelfristig den Wechsel in die Premier League. Daraus macht Kaminski auch keinen Hehl, betonte das schon während der Saison. So im Interview mit come-on-fc.com. „Es ist nun mal die beste Liga der Welt – mit hohem Tempo und hoher Intensität. Die Fans leben Fußball in England. Das wäre schon ein Traum“, so Kaminski, Aber schon in diesem Sommer? Das ist erst einmal unwahrscheinlich, wäre aber durchaus möglich, selbst wenn der FC die Kaufoption zieht. Denn in dem neuen Vertrag ist eine Ausstiegsklausel vereinbart und die soll bei rund 20 Millionen Euro liegen.
„Stand jetzt ist er unser Spieler“
Viel Geld, aber Geld, das man in England auch zahlt. Und laut Plettenberg wäre es möglich, dass die Kölner den Spieler tatsächlich schon bald verkaufen wollen. 20 bis 25 Millionen Euro sollen für den Schienenspieler drin sein. Konkrete Angebote liegen laut Sky vor. Thomas Kessler wich der Frage vor einer Woche in einer Medienrunde noch aus. „Stand jetzt ist er unser Spieler“, sagte der Geschäftsführer, schränkte aber auch ein: „Nicht jeder Spieler, der im kommenden Jahr Vertrag beim 1. FC Köln hat, wird auch ganz sicher beim 1. FC Köln spielen.“ Das bedeutet aber nicht, dass Kaminski ganz sicher im Sommer weg ist. Ein Vertrag ist jedenfalls noch nicht unterschrieben. Auch, weil die Kölner den Offensivspieler halten wollen. Und Kaminski? Der hatte im Interview mit come-on-fc.com im vergangenen Jahr gesagt: „Meine Freundin und ich fühlen uns hier in der Stadt wohl und sind gut angekommen.“
Ein Transfer würde den Kölnern jedenfalls eine hübsche Summe in die Kassen spülen und wäre schon jetzt unabhängig von einem El-Mala-Transfer der zweitteuerste der Vereinsgeschichte. Nicht umsonst ist Jakub Kaminski wie von come-on-fc.com berichtet der eigentliche Königstransfer des vergangenen Sommers. Das weiß auch Kessler, wie er in der aktuellen Folge der Doku „Geliebter Fußballclub“ durchblicken lies: „Wir müssen realistisch sein: Unsere Mannschaft ist genau da aufgehängt, wo wir aktuell in der Tabelle stehen“, sagt Kessler. Kaminski sei „von seinem Potenzial ein Spieler, der besser ist als eine Mannschaft, die in der Region unterwegs ist“.
Letztes Saisonspiel für den 1. FC Köln: Entscheidet der FC Bayern über Wagners Zukunft?
Simon Bartsch
Für den FC steht am Samstag das letzte Spiel der Saison an. Sowohl nach oben als auch nach unten kann es nur noch einen Platz gehen. Und dennoch wirkt es so, als stünde mehr auf dem Spiel für den 1. FC Köln: Entscheidet das FCB-Spiel über die Zukunft von René Wagner?
Schon vor der Saison hatten sich die Kölner vorgenommen, dass die Entscheidung über die kommende Spielzeit vor dem letzten Saisonspiel gegen den FC Bayern München gefallen ist. Zwar sind die Geißböcke tatsächlich gerettet und doch geht es allem Anschein nach im Duell gegen den Rekordmeister um viel.
Rein sportlich hat die Situation etwas kurioses. Nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt hatte Lukas Kwasniok erklärt, dass er den Spielplan gar nicht so schlimm fände. Zudem hatte der Ex-Coach gesagt, dass er sich sicher sei, vor dem finalen Spieltag gegen die Bayern den Klassenerhalt in trockene Tücher gebracht zu haben. Nichts anderes war der Auftrag des Trainers. Das ist dem FC gelungen – allerdings am Ende ohne Kwasniok. Und obwohl der Abstieg verhindert wurde, könnte das Spiel gegen den Rekordmeister dann doch zu einem Schicksalsspiel werden. Wenn man so will, ist der Klassenerhalt wiederum unter René Wagner gelungen, der ebenfalls genau den als Saisonziel vorgegeben bekommen hat. Doch der ist offenbar dann nicht unbedingt eine Garantie für die Beförderung vom Interims- zum Cheftrainer. Zumindest hat sich der Ton nach der 1:3-Pleite gegen den 1. FC Heidenheim in Köln wieder ein wenig verändert.
Vertrauen zu den Spielern
Noch in der vergangenen Woche schien der Verbleib des Trainers in die kommende Saison recht sicher. Und das hat Gründe. In erster Linie hat Wagner den FC über die Ziellinie gebracht, das geforderte Ziel, den Klassenerhalt zwei Spieltage vor Saisonende eingefahren. Es ist natürlich nicht zu sagen, ob Lukas Kwasniok das nicht auch gelungen wäre. Fakt ist, dass Wagners kommunikative Art innerhalb der Mannschaft auf offene Ohren stößt. Gleich mehrere Spieler fühlten sich ganz offensichtlich vom Trainer abgeholt, performten zumindest zunächst besser. Das Beispiel Said El Mala zeigt, wie sich das Momentum eines Spielers durch ein wenig mehr Vertrauen verändern kann. Auch unter Kwasniok war der Offensivspieler zwischenzeitlich in der Spitze zu finden. Ein Versuch, der noch misslang. Nun scheint sich der 19-Jährige plötzlich auch auf der Position wohlzufühlen. Und der gute Draht besteht offenbar nicht nur zwischen Trainer und Spielern.
Auch den Staff, die Führungsebene, die Mitarbeiter erreicht der Coach mit seiner Art. Und Wagner gilt als akribischer Arbeiter, als Analyst, als Taktiker. Die sportliche Führung sieht in dem 37-Jährigen ein großes Trainertalent. Ein Talent, das auch bei anderen Clubs Interesse findet. Ob das Vertrauen aber grenzenlos ist, erscheint nach dem 1:3 am vergangenen Wochenende fraglich. Der Auftritt gegen Heidenheim war ein Offenbarungseid und er zeigte, dass Wagner der Mannschaft dann vielleicht doch nicht die erhoffte Stabilität bereits eingeimpft hat. Im Gegenteil, so wirklich überzeugend war nur die Begegnung gegen Leverkusen. Der Sieg über Werder Bremen, gepaart mit der Überzahl, kaschierte die spielerischen Mängel wie gegen Heidenheim und zuvor gegen St. Pauli. Dass der FC den Klassenerhalt früh in trockene Tücher gebracht hat, lag auch an der Schwäche der Konkurrenz. Mit 32 Punkten wäre man in den vergangenen zehn Jahren sieben Mal abgestiegen.
Schwacher Punkteschnitt
Und es ist nicht davon auszugehen, dass am Samstag weitere Zähler dazukommen werden. „Es ist eine Chance, sich auf dem allerhöchsten Niveau mit den besten Spielern in Deutschland, vielleicht sogar europaweit zu messen. Wir müssen mit voller Energie ins Stadion gehen und gucken, dass wir da dagegen halten“, so Wagner zu der anstehenden Herausforderung. Null Punkte würden wiederum bedeuten, dass Wagner bei einer Niederlage gegen den FCB auf einen Punkteschnitt von 0,85 kommen würde. Von den aktuellen Bundesliga-Trainern erreichten auf die gesamte Saison gesehen nur Alexander Blessin, Dieter Hecking und Frank Schmidt schlechtere Werte. Einen besseren wiederum erreichte Kwasniok (0,96).
Dann würden die Kölner zudem mit drei Niederlagen aus den letzten vier Spielen der Saison gehen. Wagner würde zumindest nicht unbelastet, ganz sicher nicht ohne Druck in die neue Spielzeit starten. „Es geht nicht darum, dass ich eine Chance für mich sehe, sondern ich sollte mit dem Staff zusammen eine Aufgabe erfüllen. Das haben wir geschafft. Wenn ich mir jeden Tag darüber Gedanken machen würde, würde es mir irgendwann nicht mehr gut gehen. Ich hoffe, dass ich diesen Job noch ganz ganz lange machen darf und in diesem Business noch lange arbeiten darf. Und da muss ich mich auf das konzentrieren, was ich beeinflussen kann. Das sind die Jungs in der Kabine, das ist der Staff um mich herum und die interne Kommunikation mit dem Verein. Alles andere kann ich nicht beeinflussen“, so Wagner. Der Auftritt seiner Mannschaft gegen Heidenheim lässt zumindest die Frage zu, ob der Coach denn auch wirklich immer die richtige Ansprache findet. Auch die disziplinarische Verfehlung von Jahmai Simpson-Pusey hat Spuren hinterlassen, allerdings wählte Wagner eine deutliche Reaktion.
U21 des 1. FC Köln empfängt Schalke: Am Tag der Abschiede den achten Platz verteidigen
Daniel Mertens
Die U21 des 1. FC Köln empfängt am Samstag (14 Uhr) die U23 des FC Schalke 04 zum Abschluss der aktuellen Regionalliga-Saison. Die FC-Reserve will in den letzten 90 Minuten den achten Platz verteidigen, ehe mit dem Abpfiff für die Spieler die Sommerpause beginnt.
Für einige Spieler wird es der letzte Auftritt im FC-Trikot.
Evangelos Sbonias konnte kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist: „Es kommt ein kurzes Gefühl auf: Wo ist die ganze Zeit hingegangen“, sagte der U21-Trainer im Gespräch mit come-on-fc.com vor dem anstehenden Saison-Finale. Hinter seiner Mannschaft liegt eine Saison mit vielen Aufs und einigen Abs, unterm Strich dürfte der Coach aber zufrieden sein mit der Bilanz seiner Schützlinge.
“Wir wollen unsere beste Leistung bringen am Ende der Saison“
Im letzten Auftritt geht es noch darum, den aktuellen achten Platz in der Tabelle zu verteidigen. Dafür soll gegen die U23 des FC Schalke, die aktuell auf dem dritten Rang liegt, ein Heimsieg zum Abschluss her: „Wir wollen unsere beste Leistung bringen am Ende der Saison. Wir haben jetzt eine sehr gute Phase nach einer nicht so guten Phase.“ Ein Selbstläufer werde dies jedoch nicht: „Wir spielen gegen einen sehr starken Gegner, der eine sehr stabile Saison gespielt hat in der es zwischendurch so aussah, als könnten sie um den Aufstieg mitspielen. Das ist ihnen nicht ganz gelungen, aber auch die letzten Ergebnisse waren sehr beeindruckend. Daher hängen die Trauben noch mal sehr hoch im Franz-Kremer-Stadion.“
Doch auch die U21 beeindruckte zuletzt am Sonntag noch beim 1:1 in Dortmund. „Deshalb erwarte ich ein Spiel auf Augenhöhe, ein hochklassiges Spiel. Darauf freuen wir uns“, sagte Sbonias. Der Coach kann dabei wieder auf Sargis Adamyan zurückgreifen, der in Dortmund seine Gelb-Sperre abgesessen hat. Bernie Lennemann sei wieder im Training: „Da müssen wir aber schauen, wie der Muskel reagiert“, ließ der Trainer den Einsatz des Stürmers noch offen. Für Adamyan und Lennemann wird es mutmaßlich der letzte Spieltag für den FC sein. Bei dem Duo enden die Verträge Ende Juni, Verlängerungen dürfte es eher nicht geben. Auch bei Mikail Özkan, Arda Süne, San-Luca Spitali sowie den beiden Torhütern Tobias Trautner und Gavin Didzilatis laufen die Arbeitspapiere aus. Die Leihe von Max Lippert aus Bielefeld endet zudem. Der Samstag wird daher auch ein Tag der Abschiede.
Keine großen Rotationen
Eine große Rotation zugunsten der Spieler mit bislang weniger Einsatzzeiten sei nicht geplant: „Das ist nicht der Plan. Wir haben das natürlich im Blick und müssen den Spielverlauf abwarten. Die anderen Jungs haben sich das aber auch verdient. Ich habe deswegen nicht den Plan, groß zu rotieren. Es ist ein normales Spiel.“ Malek El Mala habe sein Comeback in Dortmund derweil gut verkraftet und könnte daher zum Saison-Abschluss weitere Einsatzminuten sammeln. Aus der U19 bleibt Maik Akumu für die Offensive weiterhin bei der U21 und nimmt daher weiter nicht am U19-Höhenflug in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil.
Spieler des 1. FC Köln fällt gegen Bayern aus: Der aufopferungsvolle Kampf des Tom Krauß
Simon Bartsch
Seit Wochen ist Tom Krauß einer der Leistungsträger beim FC. Aber in den ersten Spielen unter René Wagner kam der 24-Jährige kaum zum Einsatz. Und das hatte Gründe, wie der Trainer nun auf der Pressekonferenz erklärte. Am Samstag fehlt der Mittelfeldspieler des 1. FC Köln: Tom Krauß fällt gegen den FC Bayern aus.
Die Personale Tom Krauß ist beim FC spätestens seit dem erreichten Klassenerhalt klar. Auch kommende Saison wird der Mittelfeldspieler für die Geißböcke auflaufen. Vorher gibt es nun aber eine Pause.
Sollte es noch einen Beweis gebraucht haben, warum Tom Krauß ein absolut perfektes Beispiel für absolute Leidenschaft und puren Willen ist, so hatte René Wagner diesen am Donnerstag auf der Pressekonferenz im Gepäck. Der Mittelfeldspieler wird die Reise zu den Bayern am Samstag nicht mit antreten, so der erste Teil der Nachricht. Doch die Gründe sind erstaunlich. „Tom hat sich in den letzten sechs Wochen mit massiven Knieschmerzen für den Verein, für die Mannschaft, für das Ziel durchgebissen“, sagte der Trainer. Tatsächlich hatte Krauß im ersten Spiel unter dem neuen Coach eine ordentliche Partie gegen Frankfurt abgeliefert und war fortan wenn überhaupt nur noch Ergänzungsspieler. Gegen St. Pauli und Leverkusen spielte der 24-Jährige gar nicht, gegen Bremen die letzten Minuten. Die Nicht-Berücksichtigung hatte Fragen aufgeworfen. Die Wagner nun also mit der Verletzung beantwortete.
„Er hat sich aufgeopfert“
Krauß war also kein Verlierer unter dem neuen Coach, vielmehr ein Spieler, der sich trotz der Knieprobleme in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Gegen Union Berlin lief der Sechser wieder 90 Minuten auf, am vergangenen Sonntag eine knappe Stunde. „Gegen Heidenheim wurden die Schmerzen dann wieder im Spiel akuter und wir mussten wechseln“, sagte Wagner. „Jetzt war es einfach an der Zeit, sein Knie ruhen zu lassen. Er hat sich die vergangenen fünf, sechs Wochen für die Mannschaft aufgeopfert.“ Eine Eigenschaft, die der Mittelfeldspieler auch in den bisherigen Begegnungen an den Tag gelegt hatte. Krauß ist sich für keinen Grätsche, keinen Einsatz zu Schade. Und auch für keine Position. Zu Beginn der Saison war die unter Lukas Kwasniok noch nicht genau definiert. Krauß spielte in der Defensive gefühlt alles. Die Leistungsexplosion kam dann Ende des vergangenen Jahres.
Der Mittelfeldspieler war aus der ersten Elf nicht mehr wegzudenken, brachte Woche für Woche konstant seine Leistung und avancierte zum Leader im Zentrum. Nach einigen Jahren mit Leihen und Unzufriedenheit, scheint der 24-Jährige in Köln glücklich zu werden. Und das wird dem FC wohl in der kommenden Spielzeit in die Karten spielen. Denn die Zukunft des Spielers ist längst geklärt. Es gibt keine Kaufpflicht, die aus zwei Teilen bestand. Sowohl die Anzahl der Spiele als auch der Klassenerhalt sind erreicht – Krauß spielt in der kommenden Saison für den FC. Und das hoffentlich mit kuriertem Knie.
Offiziell: Timo Hübers verlängert seinen Vertrag beim 1. FC Köln
Simon Bartsch
Es hatte sich bereits angedeutet, nun ist es offiziell: Der 1. FC Köln verlängert mit Timo Hübers. Das gab der Verein am Donnerstag bekannt. Der Abwehrspieler hatte sich vergangenes Jahr schwer am Knie verletzt und arbeitet an seiner Rückkehr.
Timo Hübers wird dem FC mindestens ein weiteres Jahr erhalten bleiben, das gab der Verein am Donnerstag bekannt. Die Kölner haben den Kontrakt mit dem Ex-Kapitän um ein Jahr verlängert.
Eine große Überraschung ist es nicht mehr. Der FC hat den Vertrag mit Timo Hübers verlängert. Das hatten beide Seiten in den vergangenen Wochen schon mehrfach angedeutet, nun ist der Vertrag unterschrieben. Hübers hatte sich im vergangenen Oktober schwer verletzt, der Vertrag wäre eigentlich Ende Juni ausgelaufen. „Ich habe großen Respekt davor, wie Timo mit dieser Situation umgeht. Nach dem ersten Schock hat er unglaublich schnell eine beeindruckende Professionalität und Stärke gezeigt. Sicher hilft ihm dabei auch die Erfahrung, eine ähnliche Situation bereits erlebt zu haben“, sagt Thomas Kessler. Tatsächlich hat Hübers schon mehrere Knieverletzungen in seiner Karriere erlebt.
„Gleichzeitig sieht man jeden Tag, mit welchem Ehrgeiz und welcher Disziplin er an seinem Comeback arbeitet. Er ist nahezu täglich am Geißbockheim, sucht bewusst die Nähe zur Mannschaft und ist ein wichtiger Teil unserer Gruppe. Für uns war deshalb klar, dass wir ihm auf seinem Weg das volle Vertrauen und unsere maximale Unterstützung geben“, so der Geschäftsführer weiter. „Er bekommt von uns die Zeit, die er braucht – ohne Druck. Die Vertragsverlängerung ist ein bewusstes Zeichen unserer Wertschätzung.“
„Dafür bin ich sehr dankbar“
In der vergangenen Woche hatte Kessler angedeutet, dass mit einer Rückkehr vielleicht gegen Ende des Jahres oder zu Beginn der Rückrunde gerechnet werden kann. Dass Hübers so verbissen auf das Comeback hinarbeitet, dürfte auch an der Unterstützung von Verein, Freunden, Familie und Fans liegen. „Die Anteilnahme und der positive Zuspruch nach meiner Verletzung waren riesig. Die Verantwortlichen des 1. FC Köln waren von Anfang an für mich da und haben mir signalisiert, dass ich mich voll auf meine Reha konzentrieren kann und mir keine Sorgen um meine Zukunft machen muss. Dafür bin ich sehr dankbar“, so Hübers. „Mit Thomas Kessler war ich über die ganze Zeit hinweg immer wieder im Austausch – und es erfüllt mich mit großem Stolz und spricht für eine große Wertschätzung, dass mein Vertrag jetzt verlängert wurde. Gleichzeitig fühle ich mich nach wie vor sehr wohl am Geißbockheim – das ist ein Vertrauensvorschuss, den ich unbedingt zurückgeben möchte. Im Idealfall, indem ich wieder da anknüpfen kann, wo ich vor meiner Verletzung aufgehört habe.“
René Wagner äußert sich zu seiner Zukunft beim 1. FC Köln: „Aktuell habe ich noch nichts gehört“
Simon Bartsch
Wie geht es weiter mit René Wagner? Das scheint aktuell die wichtigste Frage rund um das Geißbockheim zu sein. Der 37-Jährige genießt Vertrauen der FC-Bosse, doch unumstritten ist er nicht beim 1. FC Köln: Das sagt René Wagner zu seiner Zukunft.
Nach dem 1:3 gegen den 1. FC Heidenheim war die Kritik an Trainer René Wagner heftig. So sicher wie die Beförderung des Interims-Trainer kolportiert wurde, ist sie am Ende nicht. Nun äußerte sich der Coach zu seiner Zukunft beim FC.
René Wagner stellt das erste Mal seine Startelf auf
Viel deutete bereits auf eine Beförderung des 37-Jährigen hin. Doch die Leistung gegen Heidenheim hat Fragezeichen hinterlassen. René Wagner scheint nicht so sicher als Cheftrainer, wie vielleicht zunächst angenommen. Vor allem bei einigen Fans hat der Coach einen schweren Stand. In den vergangenen Tagen war die Kritik in den Sozialen Medien heftig. „Ich bewerte das gar nicht, was außerhalb passiert. Natürlich bekommt man Sachen mit. Man wird vielleicht schon ein wenig mit Samthandschuhen angefasst, weil sie sich Sorgen machen, wie es einem geht, wenn man es das erste Mal erlebt“, sagte Wagner am Donnerstag auf der Pressekonferenz. „Ich spüre das hier gar nicht. Ich merke, dass die Jungs sehr selbstkritisch mit sich umgegangen sind. Wir wollen einfach besser werden.“ Und das muss die Mannschaft auch. Die Leistung gegen Heidenheim glich einem Offenbarungseid.
„Es geht nicht darum, dass ich eine Chance für mich sehe“
Gegen die Bayern soll es besser werden, weil es durchaus auch um die Zukunft des Trainers geht. „Es geht nicht darum, dass ich eine Chance für mich sehe. Ich sollte eine Aufgabe mit dem Staff erledigen. Das haben wir geschafft. Wenn ich mir jeden Tag darüber Gedanken machen würde, würde es mir nicht mehr gut gehen“, sagte der gebürtige Dresdener. „Ich hoffe, dass ich diesen Job noch ganz lange machen darf und in diesem Business noch ganz lange arbeiten darf.“ Wagner wolle sich auf das konzentrieren, was er beeinflussen kann. Die Leistung sei nicht gut gewesen, um ein Bundesliga-Spiel zu gewinnen. Insofern war Wagner auch klar, dass er nicht von den Fans „durch die Stadt getragen“ wurde. Verein und Fans hätten es verdient, das Spiel zu gewinnen, sie hätten es aber nicht geschafft, so Wagner. Er wolle das Spiel einordnen.
Und so kamen Fragen auf. Die wurden auch durch die Äußerungen der Verantwortlichen befeuert. So hatte Wagner am Mikro von DAZN gesagt, dass man am Montag vielleicht mehr über seine Zukunft wisse, Thomas Kessler ruderte nach dem Spiel zurück, erklärte, dass ein Termin in seinem Kalender zumindest nicht vermerkt sei. „Ich habe selber ein wenig spekuliert, ich weiß es einfach nicht. Thomas hat einen guten Job gemacht, mich da rauszuhalten, um die Aufgabe zu erfüllen“, so Wagner. „Aktuell habe ich noch nichts gehört. Das wird von dem Bayern-Spiel auch nicht passieren. Wir konzentrieren uns jetzt auf das Spiel gegen München.“ Die Begegnung gegen den Rekordmeister könnte also zum Gradmesser werden. Vor allem bei einer Niederlage würden weitere Fragen aufkommen.
Da das generelle Vertrauen in Wagner groß ist, wäre eine Option denkbar, in der ein neuer Cheftrainer kommt und Wagner wieder in die zweite Reihe rücken würde. „Denkbar ist erst einmal alles. Darüber kann ich mir keine Gedanken machen, wenn ich noch keine Info habe, was der Plan ist“, so der Coach weiter. „Ich kann es schwer einschätzen. Wir haben die Aufgabe erfüllt, die wir bekommen haben. Alles andere werden wir nach dem Bayern-Spiel erfahren. Ich bin aktuell in einer Position, in der ich ruhig bleiben möchte, weil ich es nicht beeinflussen kann.“ Eine gute Leistung seiner Mannschaft am Samstag wäre ein erster Schritt.
Jonas Hector wunderte der Auftritt des 1. FC Köln gegen Heidenheim nicht
Simon Bartsch
In der aktuellen Folge des Podcasts „Schlag und fertig“ spricht der ehemalige Nationalspieler über die Pleite des 1. FC Köln am Wochenende: Jonas Hector zeigte sich unglücklich über die Ansetzungen des 33. Spieltags.
Bereits auf der Couch hat der FC den Klassenerhalt am Samstag fix gemacht. Die unterschiedlichen Ansetzungen des Spieltags waren der Grund.
Jonas Hector beim Spiel des 1. FC Köln gegen Hoffenheim
Möglicherweise werden bei Jonas Hector am vergangenen Sonntag noch einmal Erinnerungen an den 27. Mai 2023 hochgekommen sein. Der ehemalige Nationalspieler wurde damals gemeinsam mit Timo Horn emotional beim FC verabschiedet. Drei Jahre später stand der Ex-Kapitän der Geißböcke dann auf dem Rasen Spalier für seine ehemaligen Mitspieler Florian Kainz, Dominique Heintz und Luca Kilian. Zuvor hatte der ehemalige Linksverteidiger das Spiel der Geißböcke gegen Heidenheim verfolgt und dürfte ob der Leistung der Kölner ähnlich frustriert gewesen sein. „Die haben die Klasse fix auf der Couch gehalten. Sie wussten, sie können entspannt ins Spiel gehen“, sagte Hector in der aktuelle Folge von „Schlag und fertig“. „Und genau das hat man ja auch gesehen, dass sie wussten ‚Alles klar, wir sind durch und haben dann noch eine Verabschiedung von den drei Spielern‘, Heidenheim musste halt mit allem, was sie hatten gewinnen. Und das hast du über die 90 Minuten auch gesehen“, sagte Hector und erklärte, dass er die Begegnungen des vorletzten Spieltags ebenfalls lieber parallel zueinander ausgetragen haben würde.
„Da ist eine gewisse Lockerheit zu spüren“
Dann wäre der FC nämlich nicht vor der Begegnung bereits gerettet gewesen. Möglicherweise wäre die Partie aufgrund der Ausgangslage eine ganz andere geworden. „Bei Köln hätte schon sehr viel passieren müssen, sie waren also schon durch“, so Hector, der aber darauf hinwies, dass es aber auch andere Konstellationen gäbe. Der Kampf um den Relegationslatz bleibt somit aber extrem spannend. Wolfsburg, Heidenheim und St. Pauli haben alle 26 Punkte, können es alle noch in die Relegation schaffen. „Hat man schon mal mit weniger Punkten die Klasse gehalten? Ich kann mich nicht daran erinnern“, sagte Hector. Der Ex-Kapitän der Geißböcke rechnet den Heidenheimern die größten Chancen aus. „Du hast das Gefühl, dass sie das Momentum und gepunktet haben. Für sie wäre es wohl auch weniger schlimm, wenn sie runtergehen“, so der ehemalige Linksverteidiger. Der 35-Jährige ließ es sich am Sonntag nicht nehmen, sich mit Frank Schmidt zu treffen. „Da ist eine gewisse Lockerheit zu spüren gewesen, nicht so der extreme Druck.“
Immerhin gab es keinen „Nicht-Angriffs-Pakt“ am Sonntag – so wie offenbar in der Regionalliga zwischen Greifswald und Lok Leipzig. Der Ex-Kapitän konnte sich aber auch nicht erinnern, dass er mal in einer ähnlichen Situation steckte. Die Zeit habe man dagegen schon mal runtergespielt, wie beim 2:0-Erfolg über Leverkusen 2019.