Knappes Ergebnis: Marvin Schwäbe zum Spieler des Monats April gewählt
Simon Bartsch
So wirklich überrascht die Wahl des Kölner Keepers nicht. Denn der 31-Jährige befindet sich in einer anhaltenden Top-Form und sichtete zuletzt so manchen Punkt beim 1. FC Köln: Marvin Schwäbe wird Spieler des Monas April.
Als Rückhalt der Mannschaft und Fels in der Brandung ist Marvin Schwäbe einer der konstanten Leistungsträger bei den Geißböcken und damit maßgeblich an den eingefahrenen Punkten beteiligt.
Die Wahl zum Spieler des Monats vom 1. FC Köln hat einen Sieger – und der heißt Marvin Schwäbe. Der Kölner Keeper wurde von den Fans des Clubs zum Spieler des Monats April gekürt und bekam am Rande der Trainingseinheit zur Vorbereitung auf das Duell gegen den 1. FC Heidenheim den goldenen Geißbock überreicht. In der offiziellen App des 1. FC Köln stimmten die Fans ab und hoben Schwäbe mit 33 Prozent der Stimmen auf Rang eins. Reichlich knapp. Denn auf dem zweiten Platz reiht sich Jakub Kaminski mit lediglich 29 Stimmen weniger ein. Die weiteren Plätze belegten Luca Waldschmidt mit 22 Prozent und Said El Mala mit 12 Prozent der Stimmen.
Auszeichnung für überzeugende Leistungen
Die Auszeichung hatte sich Schwäbe unter anderem für seine Leistungen im Auswärtsspiel gegen den FC St. Pauli verdient. Dabei war der Kölner Torhüter bereits gegen Eintracht Frankfurt einer der Gewinner auf dem Platz. Denn der 31-Jährige hatte trotz zweier Gegentreffer maßgeblich zum Punktgewinn beigetragen. Gegen Bremen bekam Schwäbe die Woche drauf nicht ganz so viel zu tun, hielt den Kasten aber abgesehen von einem verwandelten Elfmeter sauber. Immer wieder wurde die Kölner Nummer Eins in der Vergangenheit als der Rückhalt der Geißböcke gesehen, als mentaler Fels in der Brandung. Doch auch rein statistisch lässt sich die Leistung des Keepers sehen. Vor allem im Duell gegen St. Pauli.
Denn am Ende der Begegnung stand trotz eines gegnerischen xGoals-Wert von 2,3 nur ein Gegentreffer und die Geißböcke nahmen einen Punkt aus der Hansestadt mit nach Köln. Gegen Pauli war dabei alleine der Reflex gegen Andréas Hountondji Gold wert. Der Stürmer hatte Cenk Özkacar mit einer einfachen Drehung stehen lassen und den Ball aus kurzer Distanz aufs Tor gebracht. Schwäbe fuhr mit einem bemerkenswerten Reflex noch den Fuß aus, hielt somit zunächst die Null. Schwäbe parierte einige weitere Abschlüsse, unter anderem einen von Lars Ritzka aus kurzer Distanz. Nur zwei Mal hatte der Kölner Keeper das Nachsehen. Zunächst rettete Marius Bülter für den seinen Torhüter auf der Linie, beim Tor von Karol Mets nach einer Ecke war Schwäbe chancen- und demnach auch schuldlos.
Gegen den 1. FC Heidenheim am Sonntag kann der Keeper dann das nächste Mal beweisen, dass er die Auszeichnung nicht umsonst in den Händen hält.
Bleibt René Wagner Trainer des 1. FC Köln? Die Entscheidung ist noch nicht gefallen
Hendrik Broschart
Zwei Spieltage vor dem Saisonfinale hat der FC eine gewisse Planungssicherheit. Für Thomas Kessler intensiviert sich nun die Arbeit und der Fokus auf das Oberhaus. Eine besonders wichtige Personalie ist dabei der Trainer. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen beim 1. FC Köln: In der Trainerfrage gibt es erste Tendenzen.
Die Saison ist noch nicht beendet und es wird schon fleißig über den Trainer diskutiert. Kein Wunder, es ist die wohl wichtigste Baustelle, die Thomas Kessler nun lösen will. Es gibt bereits eine klare Tendenz, eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.
René Wagner wirkte schon recht glücklich, als er nach dem Spiel bei Union Berlin seine Mannschaft auf dem Feld abklatschte. „Wir haben auswärts wieder einen Punkt gesammelt. […] Am Ende sind wir zufrieden mit dem Punkt“, sagte Wagner nur wenige Minuten nach dem Schlusspfiff. Nicht wirklich zufrieden waren aber viele Anhänger in den Sozialen Medien. Denn die Geißböcke verspielten eben auch eine 2:0-Führung. Und als Ursache machten viele Fans die Wechsel des Trainers verantwortlich. Der hatte eben bei jener Führung sämtliche Aktivposten der Offensive vom Feld genommen. Es fiel umgehend der Anschlusstreffer und damit kam es zum spielerischen Bruch beim FC.
Kessler sucht nach der richtigen Lösung
In den Sozialen Medien hat der Trainer also einen schweren Stand. Und das, obwohl er erst seit einem guten Monat mit der Mannschaft arbeitet und ehrlicher Weise auch seinen Job, das Erreichen des Klassenerhalts, gemacht hat. Ob ihn das aber dazu qualifiziert, die Mannschaft auch in der kommenden Spielzeit durch die Bundesliga zu führen, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Und das war dem Vernehmen nach am Geißbockheim durchaus diskutiert worden. Thomas Kessler gilt als Befürworter des Trainers und das setzt den Geschäftsführer Sport in gewisser Weise unter Druck. Denn die Suche nach dem richtigen Coach für die kommende Spielzeit gilt als die Hauptaufgabe, der sich der ehemalige Kölner Keeper aktuell widmen muss. Schon allein, weil diese Position auch Verhandlungsgespräche mit Spielern beeinflussen könnte.
Mit seiner Wahl im vergangenen Sommer hat Kessler bereits daneben gelegen. Nur so ist die Entlassung von Lukas Kwasniok vor einem guten Monat zu interpretieren. Dabei ist der Coach auch an nicht fußballerischen Dingen gescheitert. Für Kessler definitiv eine kleine Niederlage, die er dann wiederum mit der Beförderung von René Wagner zu korrigieren versuchte. Damit ist der Geschäftsführer direkt das nächste Risiko eingegangen. Wagner ist als Cheftrainer unerfahren. Doch Kessler hält große Stücke auf den gebürtigen Dresdener, hat ihn ihm vergangenen Sommer nach Köln geholt, um ihn mittelfristig in Position zu bringen. Das ging nun schneller als gedacht. Sportlich ist das Saisonziel erreicht, dennoch gibt es nach den insgesamt höchst unterschiedlichen Leistungen unter Wagner, hinter Wagner weiter einige Fragezeichen.
Die ersten Namen wurden gehandelt
Und die werden eben hinter verschlossenen Türen am Geißbockheim diskutiert. Die ersten Namen wurden bereits medial gehandelt. Trainer, von denen einige wie Christian Eichner schon ins Profil passen würden, andere wie Dino Toppmöller, Sandro Wagner oder Steffen Baumgart erscheinen dann schon eher unwahrscheinlich. Aktuell geht die Tendenz Richtung Wagner. Allerdings ist die Entscheidung nach Informationen von come-on-fc.com noch nicht gefallen. Intern ist man von der Arbeit des 37-Jährigen überzeugt. Gerade die Kommunikation gegenüber der Mannschaft soll besonders gut ankommen. Auch bei den Spielern. Gleich mehrere Akteure deuteten das Vertrauen des Trainers an und blühten zuletzt auf. Damit ist der Verbleib aber nicht sicher. Sollten beispielsweis Leistung und Ergebnisse in den verbleibenden beiden Spielen nicht stimmen, wird Wagner als Cheftrainer nicht zu halten sein. Dann könnte der gebürtige Dresdener vielleicht auch wieder ins zweite Glied rücken.
Mentalitätsmonster vs. Konzentrationsschwäche? Die zwei Gesichter des 1. FC Köln
Simon Bartsch
In dieser Saison zeigten sich die Kölner mit später Treffern schon oft als Mentalitätsmonster und Comeback-Könige. Doch Tore fielen beim FC in der Schlussphase eben nicht nur auf der einen Seite. Die Bilanz zeigt eine Kuriosität in der Schlussphase beim 1. FC Köln: Der FC offenbart zwei Gesichter.
Beim 2:2 gegen Union Berlin haben die Kölner einen sicher geglaubten Sieg verspielt. Es war nicht das erste Mal in dieser Spielzeit, dass die eigentlichen Mentailtätsmonster Punkte noch weggaben.
Tom Rothe erzielt den Anschlusstreffer gegen den FC (Foto: Maja Hitij/Getty Images)
Ein wenig kurios erschienen die reinen Fakten schon. Bislang glänzten die Kölner Trainer durch ihr Goldenes Händchen bei ihren Jokern in der Schlussphase. Erst nach dem 1:1 gegen St. Pauli war René Wagner für die Hereinnahme von Luca Waldschmidt noch gelobt worden. Auch gegen Leverkusen kam der Joker spät und traf. Am vergangenen Samstag dann ein anderes Bild. Wagner nahm nach 70 Minuten gleich drei Wechsel vor, wechselte die Aktivposten Said El Mala, Jakub Kaminski und Marius Bülter aus und in diesem Moment kippte das Spiel. Der FC gab eine sichere 2:0-Führung bei den Eisernen noch aus der Hand, fing sich zwei Gegentreffer in der Schlussphase und verpasste damit die Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt. Die folgte dann am Sonntag. Aufgrund der Tordifferenz ist Köln wohl nicht mehr von St. Pauli und dem VfL Wolfsburg einzuholen. Das 2:2 war schmerzhaft, führte Köln aber einen Schritt weiter Richtung Ziel.
Viele Gegentore in der Nachspielzeit
Und dennoch bleibt der bittere Beigeschmack, denn die Kölner haben nicht das erste Mal eine Führung verspielt. Und das wirkt dann ebenfalls ein wenig kurios. Denn eigentlich wurden die Geißböcke in der Liga bislang nicht grundlos als die Mentalitätsmonster und Comeback-Könige beschrieben. Neun Mal gelang dem FC nach einem Rückstand noch ein Remis, einmal feierten die Geißböcke sogar noch einen Sieg. Heißt: Ganze zehn Mal kamen die Kölner nach einem Rückstand zurück und fuhren noch Punkte ein. Nur eine Mannschaft feierte in dieser Spielzeit noch öfter ihr Comeback – zuletzt gleich zwei Mal in Folge. Der FC Bayern München führt die Liste mit 13 Spielen, in denen der FCB nach Rückstand noch punktete, an. Gerade in der Schlussphase sind die Kölner besonders erfolgreich, erzielten bereits 19 Tore in der Schlussviertelstunde sowie in der Nachspielzeit. Nur die Bayern und Stuttgart waren noch erfolgreicher.
Mentalitätsmonster also schon, aber irgendwie dann auch nur in Teilen. Denn die Kölner haben in dieser Spielzeit eben auch schon einige Male Führungen noch verspielt. Ganze neun Mal vergaben die Kölner ihre gute Ausgangslage. Fünf Mal stand nach einer Führung noch ein Remis, vier Mal gab es sogar noch eine Niederlage. Nur der VfL Wolfsburg ist in dieser Bilanz schwächer als der FC. Und auch bei den Gegentreffern sind die Geißböcke oft spät anfällig. Elf der 55 Kölner Gegentore fielen in der Schlussphase – eigentlich ein ordentlicher Wert. Nur kassierte der FC bereits sechs Gegentreffer in der Nachspielzeit. Nur Frankfurt und Wolfsburg waren kurz vor Spielende noch anfälliger. Das Hinspiel gegen Heidenheim könnte da als gutes Omen dienen. Die Kölner kamen gleich zwei Mal nach Rückstand zurück, spielten Remis. Allerdings würde das am Sonntag die Kölner Klassenerhalt-Party schon ein wenig trüben.
Neue Position, neue Chance, neue Angebote? Said El Mala hat die Form-Delle beim 1. FC Köln wieder verlassen
Simon Bartsch
Mit seinem Treffer gegen Union Berlin machte Said El Mala am Wochenende das Dutzend Bundesliga-Tore voll. Der Offensivspieler hat seine kleine „Delle“ überwunden und befindet sich wieder in Topform und das in neuer Position für den 1. FC Köln: Said El Mala überzeugt auch als Mittelstürmer – zumindest nach seiner Interpretation.
Auch am vergangenen Wochenende hatte Said El Mala wieder einmal seinen Anteil am Punktgewinn der Kölner. Ein Punkt, der die Geißböcke dann am Ende doch entspannt in das letzte Heimspiel der Saison gehen lässt.
Nach seinen guten Auftritten gerade in diesem Jahr war lange über einen adäquaten Ersatz für Ragnar Ache diskutiert worden. Der Stürmer hatte sich bekanntlich im Spiel gegen den FC St. Pauli eine muskuläre Verletzung zugezogen. Ache wird voraussichtlich bis zum Saisonende ausfallen. Ein schmerzhafter Verlust. Der Angreifer befand sich gerade in starker Form und das Kölner Spiel war zuletzt eben auf den gebürtigen Hessen zugeschnitten. Die Diskussionen um einen Ersatz waren mehr als verständlich. Luca Waldschmidt zeigte sich bekanntlich in ansteigender Form, ist aber alles andere als ein Zielstürmer. Marius Bülter wollte zuletzt nicht mehr so recht funktionieren, spielte zudem meist auf den Außen und Youssoupha Niang hatte zunächst unter René Wagner noch nicht die ganz große Rolle einnehmen dürfen. Dabei hatte René Wagner die Antwort auf die Ersatz-Frage schon mit seinem Amtsantritt gefunden.
El Mala sollte sich belohnen und belohnte sich
Said El Mala bekleidet bei Wagner die Rolle in vorderster Front. Und das bereits seit dem ersten Spiel unter dem neuen Trainer. Allerdings da noch gemeinsam mit Ache. „Ich mag ihn in der Eröffnung und im Übergang gern neben Ragy aktuell, weil wir einfach dann immer die Chance haben, über den langen Ball auf Ragy auch gefährlich hinter die letzte Linie zu kommen“, erklärte Wagner damals. „Ich möchte einfach, dass der Spieler ein bisschen flexibler wird, nicht nur außen steht und auf seine Situation wartet, sondern auch mal von innen tief gehen kann.“ Nun fehlt Ache und El Mala bleibt dennoch im Sturm – und meist alleine. Nominell spielten auch Akteure wie Marius Bülter mit dem 19-Jährigen in vorderster Reihe, doch die Wahrheit sah in der Realformation meist anders aus.
Die „neue“ Position scheint dem Offensivspieler nicht ungelegen zu kommen. In den jüngsten vier Spielen holte sich El Mala drei Scorer ab, war gegen Leverkusen trotz der vergebenen Chancen wohl einer der besseren Spieler, hätte das Spiel fast schon alleine auf Seiten der Geißböcke ziehen können. „Er muss sich belohnen mit vielleicht sogar ein, zwei Toren. Das tut er nicht, aber das wird er in Zukunft besser machen und daran arbeitet er aber jeden Tag im Training“, sagte Wagner vergangene Woche. Das Vertrauen des Trainers tut offenbar gut. Denn die ersten Versuche als Mittelstürmer noch unter Lukas Kwasniok gingen nicht auf. Am Samstag bewies der Spieler seine Stürmer-Qualitäten mal so ganz El-Mala-untypisch mit einem Treffer aus der Box, überlegt, ins lange Eck. Wagner hatte auch erklärt, dass sich der Offensivspieler zwischenzeitlich in einer Delle befunden habe. Und, dass dieser da raus gefunden hat, ist möglicherweise zu einem gewissen Anteil Wagners Verdienst.
Gibt es doch noch das WM-Happy-End
Mit dem Tor gegen Union machte der 19-Jährige das Dutzend Treffer voll in dieser Bundesliga-Saison. El Mala ist damit der viertjüngste Bundesliga-Spieler der Historie, der diese Marke knackte. Ein weiterer Rekord, mit seinen 19 Scorern gehört er auch zu den gefährlichsten Teenagern Europas. Und somit wird auch die Diskussion bleiben, ob der Offensivspieler nicht doch noch auf den WM-Zug aufspringen wird. Sorgen vor einem neuen, einem weiteren Hype hat man beim FC aktuell offenbar nicht mehr. „Du hast nicht das Gefühl, dass er unruhiger wird, wenn es um ihn lauter wird. Ganz im Gegenteil: Ich habe das Gefühl, wenn es um ihn lauter wird, wird er noch ruhiger, noch klarer, noch besonnener. Und im Training noch akribischer.“
Die Leistung und die Tore geben der Arbeit recht. Mit seinen Treffern macht sich der Offensivspieler aber nicht nur für die Nationalmannschaft interessant. El Mala steht weiterhin im Fokus einiger Interessenten. Und jeder Treffer wird die FC-Bosse nicht nur aus sportlicher Sicht erfreuen. Einer möglichen Ablöse schaden die Tore jedenfalls nicht. Mit einem gewissen Geldsegen würde der Kader-Umbruch sicherlich leichter von der Hand gehen. Ein Abgang ist nach wie vor nicht fix: „Wir sind sehr froh, dass wir Said haben, er ist jede Woche wichtig für uns. Wir erhoffen uns noch viel von ihm“, sagte Thomas Kessler, schränkte zwar die „letzten beiden Spiele“ ein, sprach aber ganz offensichtlich von den letzten Partien der Saison. Wie es dann weitergeht, werden die kommenden Wochen zeigen.
Weiteres Interesse aus England
Und die werden spannend. Denn laut Informationen der „SportBild“ soll der Poker um El Mala weitergehen. So wird berichtet, dass Brighton sein Angebot von 35 Millionen Euro für den Shootingstar keineswegs zurückgezogen und der Club weiterhin großes Interesse am Kölner Talent habe, der FC die Offerte allerdings abblockte. 50 Millionen Euro werde der Verein jedoch nicht bieten. In Südengland gehe man davon aus, dass Clubs wie Brentfort und Fulham weitere Kandidaten im Transferpoker um den 19-Jährigen sein könnten, Angebote lägen allerdings noch keine vor. Und auch ein weiterer englischer Top-Club hat wohl ein Auge auf den Kölner Torjäger geworfen. „SportBild“ will von Gesprächen wissen, in denen der FC Chelsea bei El Malas Mutter und Beraterin hinterlegt habe, sich vorstellen zu können, Brighton zu überbieten.
Und das mit einem Deal, der beinhalten würde, den Shootingstar noch ein Jahr an den FC zu verleihen. Die jüngsten Entwicklungen lassen den Transfer laut „Sport Bild“ allerdings eher unwahrscheinlich werden. Chelsea verpasste zuletzt die Teilnahme an der Champions League, büßt somit Millionen ein. Zudem droht dem englischen Club eine zur Bewährung ausgesetzte Transfersperre wegen begangener Transfervergehen. Nach Informationen von come-on-fc.com beobachtet Chelsea den Spieler aber weiterhin, genauso wie die beiden Clubs aus Manchester.
Seltsame Diskrepanz: Wird Sebastiaan Bornauw deswegen zur Option für den 1. FC Köln?
Simon Bartsch
Im Winter hatte man sich schon weitestgehend geeinigt. Ein Deal kam aber nicht zu Stande. Nun könnte es den nächsten Anlauf geben für den 1. FC Köln: Deswegen könnte Sebastiaan Bornauw zur Option werden.
Er ist seit Jahren der Wunschspieler des Trainers, wird von seinem Coach immer wieder in höchsten Tönen gelobt. Zum Einsatz kommt er aber nicht. Und das könnte für den 1. FC Köln ein Türöffner werden.
Selbst die englischen Journalisten wirken über die Personalie Sebastiaan Bornauw dieser Tage mindestens irritiert. Der Innenverteidiger steht seit vergangenem Sommer bei den Peacocks unter Vertrag. Und das auf Wunsch von Daniel Farke. Der Coach von Leeds United gilt als großer Fan des Abwehrspielers, wollte ihn im vergangenen Sommer unbedingt zu den Whites holen. Das Interesse ist aber älter. Farke hatte den Innenverteidiger 2021 schon als Trainer von Norwich auf dem Zettel. Der Deal kam nicht zu Stande. Bornauw wechselte in jenem Sommer vom FC zum VfL Wolfsburg. Zu Beginn dieser Saison erhielt der Belgier die Chance, Wolfsburg Richtung Insel zu verlassen – für sechs Millionen Euro. Nach wie vor ist der Trainer von den Fähigkeiten des Abwehrspielers überzeugt, lobt diesen und seine Leistungen regelmäßig, nur finden diese sehr selten in Pflichtspielen auf dem Platz statt. Bornauw kommt bei den Whites nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus.
Leeds sucht weitere Verstärkung
In der Hinrunde 2025 kam Bornauw auf genau zwei Einsätze in der Liga, jeweils für die letzten Minuten. Und so kam es nicht von ungefähr, dass der Innenverteidiger mit seinem Ex-Club anbandelte. Nicht nur das, es soll bereits eine mündliche Einigung mit dem FC gegeben haben. Ein Wechsel kam aber nicht zu Stande, weil sich Stammverteidiger Joe Rodon verletzte und Farke erneut die Stärke in seinem Innenverteidiger entdeckte. Von den fünf Spielen zum Jahresauftakt spielte Bornauw drei von Beginn an, heimste viel Lob seines Trainers ein, sah sich im Aufwind und war dann doch wieder nur zweite Wahl. Seit Anfang Februar hat der 27-Jährige in der Liga nicht mehr gespielt. Und die Whites suchen ganz gezielt nach weiteren Verstärkungen in der Innenverteidigung. Verstärkungen, die aber Stammplatz-Potenzial haben.
Danilho Doekhi soll wie schon im vergangenen Winter ein Thema in Leeds sein. Doch in England werden noch weitere Namen gehandelt. Das Portal „LeedsUnited News“ nennt etwa Ladislav Krejčí als Transferziel. Alle gehandelten Namen hätten gemein, dass sie den Konkurrenzkampf für Bornauw erheblich erhöhen würden. Ein eindeutiges Zeichen, das Farke nicht so wirklich mit dem Abwehrspieler plant – selbst, wenn die Worte für den Ex-Kölner nach wie vor positiv sind. Und das öffnet wohl die Tür für eine mögliche verspätete Rückkehr. Der FC sucht für die kommende Spielzeit noch einen routinierten Innenverteidiger. Kontakt dürfte es zwischen Verein und Spieler weiterhin geben, die Leitung ist sicherlich keine besonders lange. Allerdings hat Bornauw in Leeds noch Vertrag bis 2029. Die Whites werden somit sicher nicht weniger als die investierten sechs Millionen für den Spieler verlangen. Eine Leihe wie im Winter dürfte angesichts potenzieller Konkurrenz zumindest schwieriger sein.
Eine Rückkehr von Bornauw nach Köln wäre sicherlich für alle beteiligten Parteien eine interessante und logische Option. Doch einige Hürden sind dabei noch zu überspringen. Denn auch Leeds wird wieder ein Wörtchen mitsprechen wollen.
Vorbereitungsstart vor Heidenheim: Rav van den Berg zurück im Training des 1. FC Köln
Redaktion
Der FC ist am Dienstag in die Vorbereitung auf das letzte Heimspiel am Sonntagnachmittag gestartet. Der Klassenerhalt ist so gut wie sicher und nur noch Formsache. Doch der FC will zum Abschluss nochmal gewinnen. und personell sieht es gut aus beim 1. FC Köln: Rav van den Berg steigt wieder ins Training ein.
Die Kölner erwarten den 1. FC Heidenheim zum letzten Heimspiel der Saison (17.30 Uhr, DAZN und im Liveticker bei come-on-fc.com). Und personell entspannt sich die Situation weiter.
Es könnte eine kleine Klassenerhalts-Feier werden, wenn die Kölner am Sonntagabend den 1. FC Heidenheim erwarten. Es ist allerdings nicht unwahrscheinlich, dass für die Kölner dann schon alles klar ist. Denn St. Pauli spielt samstags bei RB Leipzig und der VfL Wolfsburg empfängt den FC Bayern München. Beide Teams müssen gewinnen, um die Geißböcke noch abzufangen. Die wiederum sind am Dienstag in die Vorbereitung auf die Partie gegen das Team von der Ostalb gestartet. Und das mit nahezu voller Kapelle. Denn auch Rav van den Berg trainierte wieder mit der Mannschaft. Der Innenverteidiger hatte die Einheit am vergangenen Freitag frühzeitig abbrechen müssen. Gegenüber come-on-fc.com hatte der Niederländer erklärt, dass es nicht so schlimm sei und er diese Woche wieder ins Training einsteigen werden. Van den Berg sollte recht behalten.
René Wagner und Jakub Kaminski im Training
Keine öffentliche Einheit mehr
Dafür fehlen weiterhin die Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian, die in dieser Spielzeit wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. Das gilt wohl auch für Ragnar Ache, der nach wie vor unter einer muskulären Verletzung leidet und im Reha-Bereich arbeitete. Mit nahezu der kompletten Mannschaft geht es nun also in Richtung letztes Heimspiel. Am Donnerstag gibt es noch einen weiteren freien Tag. An den anderen drei Tagen (Mittwoch, Freitag und Samstag) wird komplett hinter verschlossenen Türen gearbeitet. Am Sonntag steht dann das letzte Heimspiel an. Und das eben gegen Heidenheim für die es zu diesem Zeitpunkt sogar noch um die letzte Chance auf den Klassenerhalt gehen könnte. Am letzten Spieltag sind die Kölner dann am darauffolgenden Samstag bekanntlich zu Gast beim FC Bayern München. Wie Lukas Kwasniok schon frühzeitig in der Saison prophezeit hat, werden die Kölner dann wohl nichts mehr mit dem Kampf um die Klasse zu tun haben.
Transfergerücht: Hat der 1. FC Köln diesen U-Nationalspieler im Fokus?
Simon Bartsch
Der Klassenerhalt ist so gut wie sicher und die Planungen für die kommende Spielzeit dürften damit noch einmal intensiviert werden. Dabei sollen die Kölner einen Mittelfeldspieler ins Visier genommen. Ist der 1. FC Köln an Kofi Amoako interessiert?
Seit Sonntag wird sich Thomas Kessler intensiver mit dem Kader für die Bundesliga auseinandersetzen. Bislang musste der Geschäftsführer Sport zweigleisig fahren. Nun aber können wohl Gespräche über einen Platz im Erstliga-Kader geführt werden. Und dabei soll ein Talent von Dynamo Dresden in den Kölner Fokus gerückt sein. Das berichtet das Online-Portal transfermarkt.de
Kofi Amoako im Dress der U20-Naitonalmannschaft (Foto: Mateo Villalba Sanchez/Getty Images for DFB)
Möglicherweise müssen die Kölner in den kommenden Wochen auf Abgänge im zentralen Mittelfeld reagieren. Denis Huseinbasic könnte die Geißböcke möglicherweise verlassen. Der siebenmalige bosnische Nationalspieler war noch unter Christian Keller für 50.000 Euro zum FC gewechselt, hatte sich zunächst richtig stark entwickelt. In dieser Saison will es für Huseinbasic nicht mehr so recht laufen, zuletzt spielte er sogar gar keine Rolle mehr. Kein Wunder also, dass über einen Abgang spekuliert wird. Auch hinter Eric Martel steht nach wie vor ein Fragezeichen. Der Sechser hat seinen Vertrag trotz Angebot bislang nicht verlängert. Martel hatte sich im vergangenen Sommer Bedenkzeit über eine Vertragsverlängerung erbeten und das Ende der Hinrunde als Ziel genannt. Die ist bekanntlich schon seit einigen Monaten vorbei. Eine Entscheidung steht noch aus. Doch der FC schaut sich bekanntlich schon nach Alternativen um.
Im Sommer ablösefrei
Nun bringt das Online-Portal transfermarkt.de ein Talent ins Spiel. Demnach sollen die Kölner die Fühler nach Kofi Amoako ausgestreckt haben. Ein Eins-zu-eins-Ersatz wäre der 20-Jährige wahrlich nicht. Denn Amoako fehlt die Erfahrung auf dem großen Parkett. Interessant ist der 20-Jährige aber allemal. Amoako gilt als großes Talent, spielte schon in diversen U-Nationalmannschaften, aktuell in der U20 des DFB, stand aber auch schon im Kader der U21. Unter Vertrag steht der Spieler noch bei Dynamo Dresden. Und bei den Sachsen ist der Sechser genauso Stammspieler wie Julian Pauli, kommt mittlerweile auf 30 Einsätze in der 2. Bundesliga. Amoako würde also genau in das Prinzip passen, junge Spieler zu verpflichten, sie weiterzuentwickeln, um einen sportlichen oder wirtschaftlichen Benefit daraus zu erzielen. Der Marktwert des gebürtigen Niedersachsen wird bereits auf zwei Millionen Euro geschätzt.
Allerdings gibt es auch einen Haken. Denn der FC soll sich dem Vernehmen nach nicht in der Pole Position befinden. Es gibt gleich mehrere Mit-Interessenten. Darunter der Hamburger SV, Union Berlin und auch der 1. FSV Mainz 05. Aus dem Ausland gibt es ebenfalls Interesse. So ist Leeds United ein aussichtsreicher Kandidat im Buhlen um das Zweitliga-Talent.
Der eigentliche Königstransfer des 1. FC Köln: Jakub Kaminski ist einer der Saisongewinner
Redaktion
In Berlin zeigte Jakub Kaminski einmal mehr sein Gesicht der vergangenen Spiele. Ein Fixpunkt und Aktivposten in der Offensive, jedoch glücklos beim Torabschluss. Ein Muster der vergangenen Spiele. Und doch gibt es zurzeit wohl kein Zweifel beim 1. FC Köln: Der eigentliche Königstransfer heißt Jakub Kaminski.
So richtig schlau wurden viele Fans aus der Auswechslung des Polen nicht. Jakub Kaminski ging am Samstag recht früh vom Platz. Klar, ein wenig heftete zuletzt das Pech an seinen Schuhen, doch der Außenspieler war sicher wieder ein Aktivposten. Auf die gesamte Saison betrachtet, ist Jakub Kaminski wohl die erfreulichste Entdeckung der Geißböcke – neben der überstrahlenden Entwicklung von Said El Mala. Das zahlt sich für den FC nun aus.
Jakub Kaminski ist einer der großen Gewinn der Saison
Jan Thielmanns Meinung war schnell gefällt. „Kuba ist Weltklasse.“, lobte Jan Thielmann seinen Mitspieler nach dem furiosen 4:0 im Testspiel gegen Atalanta Bergamo im Sommer. „Mit dem werden wir noch viel Spaß haben“, prognostizierte der 23-Jährige. Und tatsächlich: Jakub Kaminski macht in Köln viel Spaß. Sehr viel. „Kuba“ hat sich zum absoluten Gewinner der Geißböcke gekrönt. Das war in der Form sicherlich nicht abzusehen. Anfang Juli 2025 verkündete der 1. FC Köln den Transfer des Polen. Thomas Kessler fand damals lobende Worte für das Profil des Offensivspielers und sprach von einer Soforthilfe mit Entwicklungspotenzial. Dennoch kam die Verpflichtung für einige Fans überraschend. Schließlich hatte Linton Maina nach einer starken Saison (27 Spiele, 14 Scorer) seinen auslaufenden Vertrag verlängert.
Außerdem wusste der Neuzugang bei seiner vorigen Station in Wolfsburg nicht wirklich zu überzeugen. Im Januar 2022 hatte sich der VfL Wolfsburg die Dienste des damals 19-Jährigen ab Sommer desselben Jahres gesichert und rund zehn Millionen Euro an Lech Posen überwiesen. Nach einer soliden ersten Saison mit vier Toren und drei Vorlagen in 31 Ligaspielen begannen die Probleme des Hoffnungsträgers. In den nächsten beiden Spielzeiten gelangen dem Flügelspieler in 39 Bundesligapartien, gerade einmal fünf Vorlagen und kein einziger Treffer. Dennoch waren die Kölner Verantwortlichen sowie Trainer Lukas Kwasniok überzeugt von seinen Fähigkeiten.
Veränderte Rolle
Zu Beginn der Saison deutete sich schon an, welches Potenzial der polnische Nationalspieler mitbringt. Er kristallisierte sich zu einem großen Gewinner der Vorbereitung heraus. Genau diesen Gedanken dürften auch die größten Kritiker nach dem Saisonstart gehabt haben. Die Leihgabe war direkt zu Beginn der Fixpunkt in der Kölner Offensive und avancierte nach den ersten fünf Spielen mit drei Toren zum besten Torschützen der Geißböcke. Auch in den folgenden Spielen zeigte der Sommerneuzugang gute Leistungen. Beim 4:1-Heimsieg gegen den Hamburger SV wurde Kaminski dann erstmals als rechter Schienenspieler auf den Rasen geschickt. Selbst auf dieser Position steuerte er ein Tor und eine Vorlage bei und wurde somit zum Matchwinner. „Er ist unser bester Spieler.“, schwärmte Kwasniok nach der Partie. „Er kann auf der linken Schiene, er kann links vorne, er kann rechte Schiene, rechts vorne.“, lobte der Trainer die Variabilität seines Spielers.
Zeitgleich wurde der Hype um Youngstar Said El Mala immer größer. Und es stellte sich zunehmend die Frage, wie man die beiden individuell wohl besten Spieler, die sich beide auf dem linken Flügel zu Hause fühlen, gleichzeitig auf den Platz bekommen könnte. Die Variabilität des Allrounders wurde somit sein Fluch und Segen zugleich. Er startete folglich immer häufiger als Schienenspieler, da die Alternativen Sebastian Sebulonsen und Alessio Castro-Montes verletzt ausfielen. Dadurch konnte man zwar beide Spieler unterbringen und die Problemposition besetzen, das jedoch sehr zum Leidwesen der Offensivqualitäten des 23-Jährigen. In den nächsten Wochen und Monaten blieben sowohl Siege als auch Scorer von Kaminski meist aus. Anfang März durfte der Ex-Wolfsburger nach längerer Zeit wieder offensiv starten. Dabei gelang ihm direkt ein Treffer gegen den BVB, doch das Spiel ging mit 1:2 verloren.
Neuer Trainer, gleiches Vertrauen
Auch der neue Cheftrainer René Wagner zählt wie sein Vorgänger auf den unermüdlichen Polen. Wieder in der Offensive angekommen, zeigte Kaminski seine Qualitäten mit Ball und tat dem zeitweise gehemmten Offensivspiel des FC sichtlich gut. Er kreierte viele Chancen sowohl für sich selbst als auch für seine Mitspieler. Die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor aus den ersten fünf Spielen scheint dem 29-maligen Nationalspieler jedoch ein Stückchen abhanden gekommen zu sein. Sowohl gegen Bayer Leverkusen als auch bei Union Berlin ließ er gleich mehrere Chancen liegen und konnte seine engagierten Leistungen nicht krönen, womit der endgültige Klassenerhalt erst einmal vertagt wurde.
Nichtsdestotrotz ist die Leihgabe kaum noch aus der Kölner Mannschaft wegzudenken. Er stand in allen 32 Bundesligaspielen in der Startelf und absolvierte 29 davon über die volle Distanz. Mittlerweile kommt Kaminski auf sieben Tore und fünf Vorlagen und zählt zusätzlich zu den laufstärksten Spielern der Liga. Kaminski belegt in den Statistiken „Sprints“, „intensive Läufe“ und „Gesamtdistanz“ die Plätze zwei, drei und vier. Kein Wunder, dass er seinen Marktwert laut transfermarkt.de von fünf auf zwölf Millionen Euro steigerte. Wenig überraschend verkündete Thomas Kessler vor wenigen Wochen dann, dass man die Kaufoption in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro ziehen werde.
Verbleib oder Geldregen?
Das Aktivieren dieser Option heißt jedoch nicht zwingend, dass der Top-Transfer seinen Vertrag beim 1. FC Köln komplett erfüllen wird. Denn Kaminski macht keinen Hehl daraus, dass er eines Tages in der Premier League spielen will. Spätestens dann wollen Thomas Kessler und Co. ebenfalls kassieren – und das deutlich über Einkaufswert. Offenbar befindet sich im ausgehandelten Vertrag des Polen eine Ausstiegsklausel in Höhe von rund 20 Millionen Euro. Sollte Kaminski den FC also verlassen, würden die Domstädter zumindest ordentlich abkassieren. Aktuell ist das jedoch kein Thema. Der Dauerbrenner betonte in mehreren Interviews, wie wohl er sich in der Stadt Köln und beim FC fühle. So könnten Jan Thielmanns Worte weiter Bestand haben.
Jahmai Simpson-Pusey und Cenk Özkacar – Von kritisch beäugten Transfers zu Startelf-Dauerbrennern beim 1. FC Köln
Simon Bartsch
Wenig Einsatzzeit, kaum Spielroutine und Vereinswechsel: Die Skepsis gegenüber den zwei Neuzugängen der Geißböcke war zu Beginn groß. Doch die Abwehrspieler haben sich festgespielt beim 1. FC Köln: Jahmai Simpson-Pusey und Cenk Özkacar sind unumstritten.
Sicherlich ist die Verletzungsmisere, die die Geißböcke besonders hart um den Jahreswechsel herum plagte, mit ein Grund für die Chance, die sowohl der junge Jahmai Simpson-Pusey als auch Cenk Özkacar bekamen. Genutzt haben die beiden Verteidiger diese aber und sind aktuell aus der Startelf beim 1. FC Köln nicht mehr wegzudenken.
Jahmai Simpson-Pusey und Cenk Özkacar vom 1. FC Köln
Die ersten Minuten der Begegnung gegen Union Berlin am vergangenen Samstag waren für Jahmai Simpson-Pusey alles andere als ein einfacher Einstieg in die Partie. Gleich zwei Mal geriet der Kölner Innenverteidiger zu Beginn der Begegnung mit Gegenspieler Ilyas Ansah aneinander, dessen volle Körperhärte der 20-Jährige brutal zu spüren bekam. Doch der Engländer ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, spielte beeindruckend souverän weiter und verteilte innerhalb der ersten zehn Minuten ganze 20 Pässe an die Mitspieler – alle kamen an. Die Routine des jungen Akteurs überzeugte abermals beim 1. FC Köln. Und so bestätigte der von Manchester City ausgeliehene Defensivspieler den seit seinem Wechsel zu den Geißböcken entstandenen starken Eindruck.
Vom kritisch beäugten Transfer zum Startelf-Dauerbrenner
Kein Wunder also, dass es Simpson-Pusey sowohl unter Ex-Trainer Lukas Kwasniok als auch unter René Wagner seit Winter neun Mal in die Startelf schaffte, davon sieben Mal durchspielte. Einzig wegen einer Muskelverletzung (vier verpasste Duelle), der beiden Rot-gesperrten Spiele und der Geburt seines Kindes verpasste der 20-Jährige Partien, stand sonst immer auf dem Platz. Der zunächst kritisch beäugte Wintertransfer hat sich als einer der Kölner Stammspieler etabliert.
Der Erfolg mag auch an der Arbeitseinstellung des Engländers liegen. Im Interview mit come-on-fc.com verriet Simpson-Pusey kurz nach dem Trainerwechsel, er werde jede Entscheidung des neuen Coaches akzeptieren. „Wenn ich nicht berücksichtigt werde, werde ich mich nicht hinsetzen und aufgeben. Dann werde ich noch härter an mir arbeiten, um Teil des Teams zu sein“, so der Innenverteidiger. Doch auch Wagner setzt auf die Eigenschaften des Defensivmannes und ließ ihn die vergangenen vier Duelle jeweils 90 Minuten auf dem Platz.
Chance bekommen, nutzen und Level beibehalten
Doch nicht nur Simpson-Puseys Transfer sorgte zu Beginn ob seiner fehlenden Einsatzzeit bei Celtic Glasgow und seines jungen Alters für Skepsis beim ein oder anderen Anhänger der Geißböcke. Auch der Wechsel von Özkacar an den Rhein warf zunächst Fragen auf. Denn der Abwehrspieler eilte in der Vergangenheit von Leihe zu Leihe, ohne wirklich viel zu spielen. So auch zunächst in Köln. Auf gerade einmal vier Startelf-Einsätze kam der Türke vor der Winterpause.
Doch die Situation hat sich grundlegend geändert. Der Abwehrmann profitierte – als einziger Innenverteidiger, der verschont geblieben ist – von den vielen Verletzungen seiner Mitspieler, wurde immer wieder in die Anfangsformation berufen und hat sich dementsprechend zum absoluten Stammspieler entwickelt. „Ich bin jemand, der immer 100 Prozent gibt. Ich glaube, wenn man immer alles gibt, dann wird deine Chance kommen“, sagte Özkacar noch Anfang März. Aktuell ist der 25-Jährige unumstrittener Startelf-Kandidat. Das Schwierige sei es nun aber, „dieses Level auch beizubehalten“, so der 25-Jährige.
Die Konkurrenz hinter sich gelassen
Gegen Union Berlin lieferte der Abwehrspieler erneut einen sehr routinierten Auftritt. Özkacar überzeugte im Spielaufbau und gewann starke 75 Prozent seiner Zweikämpfe. Die gute Form hält der Defensivspieler nun bereits seit Längerem. Denn seit dem 20. Spieltag stand der Türke lediglich in zwei von 13 Duellen nicht über die volle Spieldauer auf dem Platz, elf Begegnungen absolvierte der 25-Jährige seit Ende Januar über die vollen 90 Minuten.ie Chance hat Özkacar also genutzt und gemeinsam mit Simpson-Pusey die Kritiker Lügen gestraft. Der nach langer Verletzungspause wieder einsatzfähige Schmied und auch der hochgelobte Kölner Königstransfer van den Berg müssen sich aktuell hinten anstellen und haben Schwierigkeiten, an die beiden Mannschaftskollegen ranzukommen. Und das, obwohl gerade der Niederländer im Sommer als Königstransfer kam. Ein Spieler, für den die Kölner rekordverdächtige acht Millionen Euro auf den Tisch blätterten. Noch nie war haben die Geißböcke einen teureren Abwehrspieler unter Vertrag genommen.
Wie es zukünftig mit den zwei Defensivspielern weitergeht beim 1. FC Köln, werden die kommenden Wochen zeigen. Vor allem Özkacar wird wohl sicher fest verpflichtet. Auch den Engländer würden die Kölner gerne halten. Die Sky Blues haben die Hand auf dem Deal. Dass Simpson-Pusey und Özkacar in den verbleibenden zwei Begegnungen der Saison auflaufen werden, ist wohl nun auch unter den Fans unbestritten. Und auch dann werden sich die Verteidiger wieder der vollen Härte der Gegner entgegenstellen.
Der 1. FC Köln strebt den nächsten Kader-Umbruch an: Wer geht, wer bleibt, wer wackelt? Und wo sind Baustellen?
Simon Bartsch
Bereits im vergangenen Sommer hat FC-Geschäftsführer Sport Thomas Kessler den Geißböcken ein neues Gesicht verliehen. Auch für die kommende Saison wird sich wohl einiges verändern beim 1. FC Köln: Wer geht, wer bleibt und wo muss nachgebessert werden?
Seit vergangenem Wochenende ist die Ausgangslage mit dem so gut wie sicheren Klassenerhalt eine andere am Geißbockheim. Thomas Kessler kann nun mit einer neuen Verhandlungsposition in die Kaderplanung starten. Und es gibt einiges zu tun.
Thomas Kessler und Tim Steidten bei einem Spiel des 1. FC Köln
Am Montag nach dem 2:2-Unentschieden bei Union Berlin herrschte am Geißbockheim eher wenig Betriebsamkeit. Trainer René Wagner hatte seinem Team freigegeben, erst am Dienstag beginnt die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim. Eine festliche Stimmung ob des erreichten Saisonziels wird aber auch dann nicht zu erwarten sein. Wagner hatte schon in der vergangenen Woche angekündigt, dass es nach dem Duell gegen die Eisernen zwei weitere Aufgaben gäbe, auf die man sich konzentrieren werde. Zudem sollte man im Profi-Sport erst dann jubeln, wenn der letzte Meter gegangen ist. Soll heißen: Zumindest offiziell erfolgt das große Aufatmen am Geißbockheim wohl erst, wenn auch in der Theorie die Klasse gehalten ist. Und dazu fehlt aktuell ein Punkt.
Weiterer Umbruch steht an
Intern wird man sich hinter verschlossenen Türen aber ebenfalls schon sehr sicher sein. Der Vergleich der Tordifferenzen, gepaart mit dem Restprogramm gerade der direkten Konkurrenz, lässt wohl kaum noch Rechenbeispiele zu, wie der FC doch noch in die Abstiegszone rutschen könnte. Und so werden die Kaderplanungen nun intensiviert. Die ersten Fragezeichen sind bereits angegangen worden, viele Positionen stehen ohnehin schon für die kommende Spielzeit fest, doch es gibt noch einige Baustellen, die Thomas Kessler und Co. wohl dringend angehen werden. Fakt ist, dass der Umbruch, den der Geschäftsführer in der vergangenen Spielzeit angestoßen hat, noch nicht abgeschlossen ist. Rund 25 Millionen Euro hatte Kessler damals investiert, nun folgen sicher weitere Millionen, die mit diversen Kaufoptionen zusammenhängen. Welche Baustellen dann noch geschlossen werden können, hängt unter anderem mit dem wohl angepeilten Verkauf von Said El Mala zusammen.
Sollten die Kölner den Offensivspieler tatsächlich für die erhoffte Ablöse von rund 50 Millionen Euro abgeben, könnten die Kölner wohl die angestrebten Kaufoptionen ziehen und hätten noch Geld in der Portokasse für weitere Transfers. Die werden je nach Position auch nötig sein. Denn rundum zufrieden ist man mit dem Kader noch nicht.
Keine Probleme gibt es aktuell auf der Keeper-Position. Mit Marvin Schwäbe haben die Geißböcke einen gestandenen Bundesliga-Keeper zwischen den Pfosten. Der Routinier strahlt viel Ruhe aus und überzeugt immer wieder mit starken Reflexen. Schwäbe ist in der jüngeren Vergangenheit zu einem wichtigen Aufbauspieler bei den Geißböcken geworden. Allerdings offenbart der Routinier ab und an Schwierigkeiten bei der Strafraumbeherrschung. Mit Ron-Robert Zieler gibt es zudem einen Weltmeister als Nummer zwei, der als starker Ersatz umgehend zur Verfügung stünde. Ob die Kölner einen weiteren Keeper in den Kader berufen, hängt wohl auch mit dem Trainer zusammen. Unter Steffen Baumgart füllte Matthias Köbbing etwa als Trainingskeeper ein Quartett auf, unter Lukas Kwasniok war „Köbbes“ die Nummer drei. Gut möglich, dass der FC im Fall der Fälle dann aber auf einen starken Keeper aus dem Nachwuchs, Spieler wie Mikolaj Marutzki zurückgreift. Große Not besteht nicht.
Veränderungen in der Innenverteidung
Veränderungen wird es ganz sicher in der Innenverteidigung geben. Die Abgänge von Dominique Heintz und Luca Kilian stehen fest. Timo Hübers wird wohl schon bald die Tinte unter einen neuen Kontrakt setzen. Allerdings ist nicht klar, wann der Ex-Kapitän wieder ins Spielgeschehen eingreifen wird. Auch deswegen schauen sich die FC-Bosse nach einem weiteren Routinier um. Die Kaufoption soll bei Cenk Özkacar gezogen werden. Der Innenverteidiger hat zuletzt mit konstant guten Leistungen überzeugt, die feste Ablöse soll bei rund zwei Millionen Euro liegen. Nicht ganz so einfach wie kolportiert scheint die Situation bei Jahmai Simpson-Pusey sein. Auch den zweiten Stamm-Innenverteidiger würde der FC zu gerne halten. Kein Wunder, der 20-Jährige hat seit seinem ersten Einsatz bei den Geißböcken überzeugt und anfängliche Skepsis früh zerstreut. Dem Vernehmen nach soll die feste Ablöse bei sieben bis acht Millionen Euro liegen.
Viel Geld, aber ein Invest, das sich ganz sicher lohnen würde. Schließlich dürfte der Marktwert bei einer entsprechenden Leistungsentwicklung weiter steigen. Das Problem: Manchester City hat die Hand auf dem Deal, verfügt über eine Kaufoption. Pep Guardiola gilt als großer Fan des Youngsters und wird die positive Entwicklung genau beobachtet haben. Auch Simpson-Pusey selbst sieht sich mittelfristig wieder in der Premier League, möchte aber auch auf Einsatzzeit kommen und fühlt sich in Köln wohl, wie er im Interview mit come-on-fc.com verriet. Ein Verbleib ist nicht ausgeschlossen, heißt es aus England. Möglicherweise mit einer Rückkaufoption, die erst im kommenden Sommer greift, wie etwa bei Felipe Chávez. Auch Rav van den Berg sieht den Schritt nach Köln als Zwischenstation auf seinem Weg in die Premier League an. Allerdings wusste sich der Niederländer bislang nicht so recht durchzusetzen.
Joel Schmied hat noch Vertrag bis 2029 und will im Sommer wieder richtig angreifen. Der Innenverteidiger hatte sich in der Hinserie zum Stammspieler gemausert, war dann aber immer wieder aufgrund von Verletzungen ausgefallen und hat erst am vergangenen Wochenende sein Comeback gegeben. Komplettiert wird die Innenverteidiger-Riege von Julian Pauli und Elias Bakatukanda, die aus ihren Leihen vorerst zurückkehren. Wie es dann weitergeht, wird sich im Sommer entscheiden. Gerade bei Pauli ist die Chance, in Köln zu bleiben, durchaus gegeben.
Nachbesserungen auf der Schiene und auf der Sechs
Auf den Schienen haben die Kölner ebenfalls Handlungsbedarf. Kristoffer Lund wäre zwar für den FC relativ günstig zu haben. Doch der Wahl-US-Amerikaner weist doch noch einige Defizite auf. Den starken Eindruck zu Saisonbeginn konnte Lund nicht konstant bestätigen. Tatsächlich blieben die Wackler mitunter nicht immer ohne Folgen. Auf der linken Seite dürfte also sicherlich noch etwas passieren, möglicherweise auch auf der rechten. Sebastian Sebulonsen und Alessio Castro-Montes sind bis 2028 fest an den FC gebunden, doch gerade letzterer wusste auch nicht immer zu überzeugen. Allerdings ist der Belgier ein auffällig guter Fußballer, der möglicherweise „nur“ seine Konstanz finden muss. Im zentralen Mittelfeld wird der FC Tom Krauß nun fest unter Vertrag nehmen. Denn mit dem Klassenerhalt greift die Kaufpflicht. Isak Johannesson soll sich beim FC weiterentwickeln. Denn trotz der durchwachsenen Spielzeit hält man in Köln große Stücke auf den Isländer.
Die beiden weiteren defensiven Mittelfeldspieler sind dagegen fraglich. Eric Martel hat seinen Kontrakt nach wie vor nicht verlängert. Das lukrative Angebot des vergangenen Sommers hat keine Gültigkeit mehr. Der FC ist auch weiterhin gewillt, Martel zu halten, doch nicht mehr um jeden Preis. Es wird sich schon nach Alternativen umgeschaut. Bei Denis Huseinbasic könnten die Zeichen auf Abschied stehen. Der 24-Jährige spielte zuletzt keine Rolle mehr, wäre am Samstag ohne die Verletzung von Rav van den Berg und die Sperre von Isak Johannesson möglicherweise zum dritten Mal in Serie nicht für den Kader nominiert worden. Schon in der vergangenen Saison gab es Interessenten, unter anderem aus Braga. Der Vertrag läuft noch bis 2027. Will Köln einen Gewinn einfahren, müsste der Spieler aktuell verkauft werden und wäre ein Vielfaches der einst investierten 50.000 Euro wert.
Wie geht es weiter mit Felipe Chávez?
In der offensiveren Kette wird es mindestens einen Abgang sicher geben. Florian Kainz hat bereits angekündigt, dass er seine Karriere beenden wird. Keine Entscheidung scheint bislang über die Zukunft von Felipe Chávez getroffen worden zu sein. Das Talent des FC Bayern München könnte per Kaufoption fest verpflichtet werden. Allerdings hat der junge Peruaner noch keinen großen Eindruck hinterlassen können, die Einsatzzeiten sind bislang überschaubar. Ein guter Fußballer ist Chávez zweifelsohne, aber ob er das Zeug hat, sich nächstes Jahr festzuspielen, darf hinterfragt werden. Die Bayern haben für die Jahre 27 und 28 eine Rückkaufoption im Vertrag verankert. Trotz der anteigenden Form ist auch die Zukunft von Luca Waldschmidt beim FC nicht sicher. Der ehemalige Nationalspieler hat sich oft über die mangelnde Einsatzzeit geärgert – auch öffentlich. Zudem fehlt dem gebürtigen Siegener die Konstanz. Ein Abschied ist möglich.
Wahrscheinlich ist dieser bei Said El Mala. Schon alleine, weil die Kölner Geld brauchen, um den Kader weiter umzukrempeln, die Kaufoptionen zu ziehen. Und der Verkauf könnte sehr lukrativ werden. Doch die Kölner werden Ersatz und dafür dann auch das nötige Kleingeld brauchen. Jakub Kaminski bleibt den Kölnern erhalten. Die Kaufoption wird gezogen, eine Ausstiegsklausel in Höhe von 20 Millionen Euro wird wohl vereinbart. Der Pole ist sicher der große Gewinner dieser Saison – auch für den FC. Dagegen hatten Linton Maina und Jan Thielmann in dieser Spielzeit auf den Außen doch oft ihre Schwierigkeiten. Beide werden wohl in Köln bleiben, doch möglicherweise auch in der kommenden Spielzeit nicht immer erste Wahl sein. Das gilt auch für Marius Bülter. Der Routinier lief lange seiner Form hinterher, erzielte am Samstag immerhin ein Traumtor. Das kann aber nicht über die Leistung der Saison hinwegtäuschen.
Viele Leihspieler kehren nicht zurück
Ragnar Ache ist als einziger Stoßstürmer auch in der kommenden Saison gesetzt. Allerdings werden die Kölner ganz sicher auf der Position des Zielstürmers nachbessern. Das wollten sie bereits im vergangenen Sommer, doch es bleib bei Ache als einziger klassischer Mittelstürmer. Große Hoffnungen ruhen auf Youssoupha Niang und Fynn Schenten. Aber auch in der kommenden Saison? Mindestens genauso wahrscheinlich wären Leihkonstrukte, bei denen die beiden Youngster Spielpraxis sammeln, auf Einsatzzeit kommen. Davon gibt es aktuell auch einige. Doch die meisten werden wohl keine Zukunft mehr in Köln haben. Eine Rückkehr von Imad Rondic ist nahezu ausgeschlossen, die von Jusuf Gazibegovic und Rasmus Carstensen sehr unwahrscheinlich. Jaka Potocnik soll ein weiteres Jahr verliehen werden, müsste dafür aber seinen Kontrakt noch einmal verbessern. Für Mansour Ouro-Togba soll der VfB Stuttgart eine Kaufoption haben.