Personal-Update beim 1. FC Köln: Said El Mala fehlt krank, Jakub Kaminski angeschlagen
Simon Bartsch
Personalsorgen vor dem Derby beim 1. FC Köln: Said El Mala fehlt am Mittwoch krank, Jakub Kaminski ist indes angeschlagen. Die Vorbereitung auf das Duell gegen Borussia Mönchengladbach erleben den nächsten Dämpfer.
Keine Woche ohne nicht neue Hiobsbotschaften beim Kölner Personal: Am Mittwoch musste der FC bei der Trainingseinheit auf Said El Mala verzichten. Der Offensivspieler fehlte krank. Auch Jakub Kaminski trainierte nicht mit der Mannschaft.
Said El Mala und Jakub Kaminski sind zwei Gewinner des ersten Saisondrittels
Am Dienstag gab es die neuesten Spekulationen um einen Wechsel, am Mittwoch folgte aus Sicht von Lukas Kwasniok die nächste bittere Nachricht um seinen Shootingstar: Said El Mala musste die Einheit krankheitsbedingt absagen. Die Vorbereitung auf die Begegnung gegen Borussia Mönchengladbach erlebt damit einen herben Dämpfer. Denn die Begegnung gegen die „Fohlen“ wird als Schicksalsspiel für den Trainer wahrgenommen. Sollten die Kölner verlieren, wächst der Druck auf den Coach. Ob El Mala bis zum Derby rechtzeitig fit wird, darf mindestens hinterfragt werden. Auch Jakub Kaminski und Florian Kainz konnten nicht mit der Mannschaft trainieren. Die beiden Offensivspieler trainierten am Mittwoch jeweils individuell.
Zwei Spieler aktuell gesperrt
Kaminski und El Mala kommen bei den Geißböcken insgesamt auf 15 Tore und sechs Torbeteiligungen, sind also an 21 Treffern unmittelbar beteiligt gewesen. Ausfälle würden die Geißböcke empfindlich treffen. Zumal auch noch zahlreiche weitere Spieler fehlen. So wie der gesperrte Sebastian Sebulonsen. Der Norweger hatte sich eine unnötige Gelbe Karte abgeholt, die fünfte und wird am Samstag somit nur zuschauen. Weiterhin fehlt auch Jahmai Simpson-Pusey. Der Engländer hatte im Duell gegen den BVB die Rote Karte gesehen und wurde vom DFB für zwei Spiele aus dem Verkehr gezogen (come-on-fc.com berichtete). Erst nach der Länderspielpause wird der Engländer wieder eingreifen können. Ebenfalls im Reha-Bereich trainierten am Mittwoch Timo Hübers und Luca Kilian. Fynn Schenten fehlt weiterhin erkrankt.
Die beiden folgenden Einheiten am Donnerstag und Freitag finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, bevor am Samstag um 15:30 Uhr der Anpfiff im Kölner Stadion zu hören sein wird. Nach dem 1:1 gegen den Hamburger SV am vergangenen Wochenende, steht Lukas Kwasniok bereits mächtig unter Druck. Sollten die Kölner das Derby verlieren, dürfte es für den FC-Trainer langsam eng werden.
Mehr als Fußball: Das Derby des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach wird zur politischen Bühne
Hendrik Broschart
Vor dem Hochrisikospiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Samstag droht der andauernde Konflikt zwischen Verbänden, Vereinen und politischen Akteuren bezüglich der Sicherheit in Fußballstadien zu eskalieren. 1. FC Köln: Das Derby wird zur politischen Bühne
Das Derby im RheinEnergieStadion wird zur politischen Bühne. Innenminister erhöhen den Druck auf DFB und DFL, während der 1. FC Köln deutliche Kritik übt. Im Streit um Stadionverbote und Sicherheitskonzepte steht eine richtungsweisende Woche bevor.
Im Spiel gegen den Hamburger SV zündelten FC-Anhänger im Gästeblock. (Foto: Stuart Franklin/Getty Images)
Das Derby am kommenden Samstag im RheinEnergieStadion ist sportlich wie kulturell ohnehin aufgeladen. Die jüngsten Entwicklungen rund um Sicherheitsmaßnahmen verleihen der Partie nun zusätzliche politische Sprengkraft. Auslöser ist der anhaltende Streit zwischen Politik und Verbänden über die Neuausrichtung der Stadionverbots-Kommissionen. Die Innenministerkonferenz hatte den Verbänden im Dezember zunächst lediglich den Auftrag zur Überarbeitung dieser Gremien erteilt. Weitere diskutierte Maßnahmen, darunter personalisierte Tickets, Blocksperren für Auswärtsfans oder ein Drei-Stufen-Plan, wurden vorerst zurückgestellt. In einem Interview mit dem „Kicker“ machten Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul und Sachsens Innenminister Armin Schuster ihrem Unmut über die schleppenden Fortschritte Luft und drohten offen mit Konsequenzen.
NRW-Innenminister Reul: „Stehen im Grunde bei Null“
Deutlich wurde vor allem Reul, der mit scharfen Worten Kritik übte. Viele der ursprünglich diskutierten Vorschläge seien „verwässert worden“, übrig geblieben sei lediglich ein Kompromiss zu Stadionverboten. Selbst dieser sei aus seiner Sicht unzureichend. „Da werde ich stinksauer“, sagte Reul. Sollten die Verbände weiterhin zögern, stelle dies ihre Glaubwürdigkeit infrage. Man werde dann auch wieder über Maßnahmen aus dem ursprünglichen Katalog nachdenken, etwa über eine Beteiligung der Vereine an Polizeikosten. Sein Fazit fällt ernüchternd aus: „Mein letzter Stand ist, dass wir im Grunde wieder bei Null stehen.“ Das könne insbesondere Forderungen nach einer stärkeren finanziellen Beteiligung der Klubs neuen Auftrieb verleihen.
Kölner Klubführung widerspricht deutlich
Kritik an diesem Kurs kommt vom 1. FC Köln. Geschäftsführer Philipp Türoff widersprach den Aussagen der Innenminister ebenfalls im „Kicker“ entschieden. Pauschale Drohungen, etwa mit der Umlage von Polizeikosten oder verweigerten Genehmigungen, seien „nicht zielführend“. Vielmehr gefährdeten solche Äußerungen die Zusammenarbeit zwischen Klubs und Behörden. „Sie stellen nachweisbar keinen wirksamen Hebel für mehr Sicherheit dar, sondern riskieren, die partnerschaftliche Zusammenarbeit zu untergraben.“
Unterdessen verdichten sich die Gespräche. Nach Informationen der „Sportschau“ haben DFB und DFL sämtliche Profiklubs sowie Vereine aus den Frauen-Bundesligen kurzfristig zu einer Konferenz eingeladen. Dort soll der aktuelle Stand der Verhandlungen mit der Politik erörtert werden. Einen Tag später tagt auf Norderney die Sportministerkonferenz, bei der das Thema Stadionsicherheit im Mittelpunkt steht, insbesondere der Umgang mit Stadionverboten. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Frage nach der künftigen Struktur. DFB und DFL plädieren für überregionale Instanzen, die anstelle der bisherigen lokalen Kommissionen agieren sollen.
Wegweisende Woche für Vereine und Verbände
Türoff positioniert sich in dieser Debatte klar für den Erhalt der bestehenden Lösungen. In Köln setze man auf enge Zusammenarbeit mit Polizei, Sicherheitspartnern und Fanorganisationen. Dieses Modell habe sich bewährt. „Sicherheit im Stadion ist eine lokale Aufgabe“, betont Türoff. Sie erfordere Ortskenntnis und Fingerspitzengefühl, das eine zentrale Instanz kaum leisten könne. DFB und DFL halten dagegen an ihrem Ziel fest, bundesweit einheitliche Standards zu schaffen. Gleichzeitig betonen sie, dass die grundsätzliche Rolle lokaler Kommissionen erhalten bleiben soll.
Auf das Duell zwischen Köln und Gladbach, das direkt unter dem Eindruck der Sportministerkonferenz stattfinden wird, werden vor dem Hintergrund der Diskussionen noch mehr Augen gerichtet sein als ohnehin schon. Das Derby liefert somit nicht nur sportliche Brisanz, sondern auch eine Momentaufnahme eines zunehmend verhärteten Konflikts.
Auslaufende Verträge, offene Leihen – hinter der Defensive des 1. FC Köln stehen dicke Fragezeichen
Simon Bartsch
Thomas Kessler und Tim Steidten werden dieser Tage in Sachen Kaderplanung zweigleisig fahren müssen. So oder so gibt es viel zu tun mit dem Kader des 1. FC Köln: Die Defensive steht vor dem nächsten Umbruch.
In der vergangenen Woche hat der FC die Verpflichtung von Tim Steidten bekannt gegeben. Und auf den Kaderplaner wartet ganz schön viel Arbeit. Denn der FC befindet sich auch weiterhin im Umbruch. Besonders fällt das in der Hintermannschaft auf. Gleich fünf Verträge der Innenverteidiger laufen aus, ein weiterer Spieler wird im Falle des Abstiegs kaum zu halten sein.
Wer wird auch in der kommenden Saison für den FC spielen?
Die Gelbe Karte war unnötig, die Verwarnung folgerichtig und bitter zugleich. Denn Sebastian Sebulonsen hat sich die wohl unnötigste FC-Sperre der aktuellen Saison abgeholt. Der Norweger fehlt damit am kommenden Samstag den Kölnern im Derby. Gleichzeitig dünnt der Defensivspieler die Kölner Abwehr damit weiter aus. Neben Sebulonsen fehlen auch Jahmai Simpson-Pusey gesperrt sowie die verletzten Joel Schmied, Timo Hübers, Luca Kilian und Alessio Castro-Montes im Defensivverbund. Grund zur Sorge bieten die jüngsten Auftritte in der Abwehr zwar nicht, denn sowohl das IV-Duo um Rav van den Berg und Cenk Özkacar als auch Tim Krauß als Interims-Rechtsverteidiger und Kristoffer Lund lösten ihre Aufgaben gegen den HSV gut, dennoch ist die Hintermannschaft beim FC rein quantitativ die Achillesferse.
Zahlreiche Verträge laufen aus
Wie sich die Kölner in der kommenden Spielzeit in der letzten Kette aufstellen werden, hängt natürlich von der Spielklasse ab. Allerdings droht durchaus ein Umbruch – und das möglicherweise in beiden Fällen. Aktuell laufen die Verträge von Luca Kilian, Timo Hübers und Dominique Heintz aus. Während Hübers dem Vernehmen nach auf eine Vertragsverlängerung hoffen darf, soll der Kontrakt von Kilian nicht mehr verlängert werden. Hübers hatte sich im Hinspiel gegen den BVB eine schwere Knieverletzung zugezogen. Wann der Abwehrspieler wieder auf den Platz zurückkehren kann, scheint aktuell vollkommen offen. Kilian hatte sich im vergangenen Sommer zum dritten Mal innerhalb von 18 Monaten das Kreuzband gerissen. Die Zukunft von Dominique Heintz scheint in der Tat offen.
In dieser Spielzeit hat der Routinier schon mehrfach bewiesen, dass er noch wichtig für die Geißböcke sein kann. Neben den drei Verträgen der Innenverteidiger laufen auch einige Leihen im Sommer aus. So unter anderem die von Cenk Özkacar und von Jahmai Simpson-Pusey. Der Türke hat sich im Laufe der Rückrunde als verlässlicher Rückhalt herausgestellt. Das war zu Beginn der Spielzeit so nicht abzusehen. Da deutete viel darauf hin, dass Thomas Kessler die Kaufoption sicher nicht ziehen würde. Aktuell stehen die Chancen nicht schlecht. Zumal sich der Türke immer besser zurecht findet und mehrfach betonte, sich in Köln besonders wohl zu fühlen. Selbst beim Abstieg wäre ein Verbleib daher denkbar. Das gilt allerdings nicht für Jahmai Simpson-Pusey.
Bakatukanda winkt WM-Teilnahme
Der Innenverteidiger hat bereits bewiesen, dass er qualitativ zu gut für die 2. Bundesliga ist. Es ist kaum vorstellbar, dass Manchester City den 20-Jährigen unter diesen Umständen beim FC lassen würde. Und auch der ehemalige Nachwuchs-Nationalspieler wird wohl kaum ins deutsche Unterhaus gehen wollen, genauso wenig wie der FC zwischen sieben und neun Millionen Euro Ablöse für den Innenverteidiger bezahlen würde. In der Bundesliga wäre das wiederum gut investiertes Geld. Denn Simpson-Pusey deutet bereits sein enormes Potenzial an. Über langfristige Verträge verfügen derweil Rav van den Berg und Joel Schmied. Zweiterer würde sicherlich noch einmal mit zurück in die 2. Bundesliga gehen. Das darf bei van den Berg mindestens hinterfragt werden. Über eine etwaige Ausstiegsklausel im Falle des Abstiegs ist nichts bekannt.
Auch der Vertrag von Eric Martel geht im Sommer zu Ende. Noch ist keine Entscheidung über die Zukunft gefallen. Sollte der FC in die 2. Bundesliga absteigen, wird der Sechser wohl kaum bleiben. Das wird wohl auch für Tom Krauß gelten, dessen Kaufpflicht in dem Fall nicht greift. Spannend wird auch der Umgang mit den aktuellen Leihspielern. Während sich Julian Pauli bei Dynamo Dresden zum absoluten Stammspieler gemausert hat, kam Elias Bakatukanda – verletzungsbedingt – zuletzt seltener zum Einsatz. Pauli wird im Sommer sicher ans Geißbockheim zurückkehren. Dann wird man entscheiden, ob eine Leihe noch einmal ein besseres Konstrukt ist. Der Innenverteidiger hat noch Vertrag bis 2028 in Köln. Bakatukanda saß nach einer Sprunggelenkverletzung am Wochenende das erste Mal in Linz wieder auf der Bank, zum Einsatz kam der 21-Jährige nicht.
Dafür wurde der Abwehrspieler aber in den Kader der Nationalmannschaft des Kongos berufen – es winkt sogar die WM-Teilnahme. Der Kongo kann sich in einem Quali-Turnier im März eins von zwei Tickets sichern. Dort könnte der 21-Jährige sicherlich Pluspunkte für seine Zukunft beim FC sammeln.
Steht der Sommer-Wechsel kurz bevor? Said El Mala soll bereits Zusage gegeben haben
Redaktion
Nach wie vor ist er der absolute Shootingstar bei den Geißböcken. Doch es scheint schon bald den Abschied vom 1. FC Köln geben zu können: Said El Mala soll Brighton bereits seine Zusage erteilt haben. Allerdings hat der 19-Jährige in Köln Vertrag bis 2030, der FC also die Hand drauf.
Mit neun Toren ist er der absolute Torjäger beim FC, der Shootingstar in dieser Spielzeit überhaupt und insgeheim wird er sich wohl auch noch Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme machen. Der Sommer könnte aber auch so einen weiteren Karriereschritt bereit halten. Denn wie „Sport Bild“ und „Bild“ berichten, konkretisiert sich ein möglicher Wechsel in die Premier League.
Demnach habe der 19-Jährige bereits seine Zusage an Brighton & Hove Albion erteilt. Wie come-on-fc bereits in der vergangenen Woche berichtet hat, bereitet der Premier-League-Club das nächste Angebot vor. Brighton hatte bereits drei Mal bei den Geißböcken angeklopft, hatte sich aber immer wieder einen Korb abgeholt. Das könnte sich nun geändert haben. Laut „Sport Bild“ laufen die Gespräche bereits. Said El Mala hatte sich erst in der vergangenen Woche von seinem bisherigen Berater getrennt, die Eltern übernehmen seitdem die Beratung der Brüder. Und offenbar haben diese nun das Okay für einen Wechsel im Sommer gegeben. Das Fachmagazin wirft eine Ablösesumme von 35 Millionen Euro plus Boni und eine Weiterverkaufsgebühr in den Ring. In England wird über eine Ablöse rund um die 50 Millionen spekuliert.
Brighton will beide El Malas verpflichten
Wie berichtet ist Brighton bereit, sowohl Said als auch Malek unter Vertrag zu nehmen. Vermutlich eine Bedingung der El Malas, immerhin waren die beiden Brüder noch nie getrennt zu einem Verein gewechselt und der Umstand soll damals auch die Wahl pro FC beeinflusst haben. Laut Bericht könnte El Mala beim südenglischen Club rund 20 Millionen Euro verdienen. Die „Sport Bild“ berichtet weiter, dass es Kontakt zwischen den Clubs gäbe. In die Verhandlungen wird dann auch Tim Steidten involviert sein. Der 46-Jährige war in der vergangenen Woche als Kaderplaner beim FC eingestellt worden. Steidten hatte wie berichtet bereits eine ähnliche Funktion bei Werder Bremen und Bayer Leverkusen. Bei der „Werkself“ war Steidten maßgeblich an der Kaderplanung des Meisterteams beteiligt.
Said El Mala kommt beim FC auf neun Tore und vier Vorlagen. Der Youngster ist im vergangenen Sommer fest nach Köln gewechselt. Thomas Kessler hatte damals früh die Verträge mit den Geschwistern verlängert. Somit ist der Offensivspieler bis 2030 an den FC gebunden, es gibt keine Ausstiegsklausel. Bislang war man beim FC nicht bereit, über einen Abgang zu verhandeln. Das scheint sich nun geändert zu haben. Neben Brighton sind noch weitere Premier-League-Clubs an dem 19-Jährigen interessiert. Unter anderem sollen Chelsea, Manchester und Newcastle die Fühler nach dem Spieler ausgestreckt haben. Auch den Bayern und Dortmund wird ein Interesse nachgesagt.
Krauß, Thielmann oder Neumann – wer wird der Aushilfs-Rechtsverteidiger?
Simon Bartsch
Zuletzt machte Tom Krauß seine Sache auf der rechten Verteidigerposition gut. Doch der 24-Jährige ist eigentlich im Zentrum gesetzt. Nun gibt es mit Jan Thielmann eventuell eine andere Option für den 1. FC Köln: Wer übernimmt den rechten Verteidiger im Derby?
Vor dem Derby gegen Gladbach hat sich die Personalsituation ein wenig entspannt. Unter anderem kehrt Jan Thielmann wieder zurück und könnte vielleicht sogar zu einer Option für die Startelf werden.
Jan Thielmann vom 1. FC Köln (Foto: Lars Baron / Getty Images)
Nach wie vor ist der FC in Sachen Verletzungen und Sperren beachtlich gebeutelt. Immerhin gab es am Dienstagnachmittag ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Denn mit Denis Huseinbasic und Jan Thielmann kehren gleich zwei FC-Profis nach ihren Verletzungen wieder zurück. Gerade Zweiterer könnte auch relativ schnell wieder zu einer ernsten Option werden. Denn die Kölner haben nach wie vor Not auf der rechten Verteidigerposition. Sebastian Sebulonsen war bekanntlich schon am vergangenen Wochenende wieder einsatzbereit, holte sich aber gegen den HSV eine ziemlich unnötige Gelbe Karte ab und fehlt damit im Derby. Da Alessio Castro-Montes aufgrund seiner muskulären Probleme ebenfalls noch keine Rolle spielt, sind die beiden nominellen Rechtsverteidiger weiterhin raus.
Kehrt Krauß zurück ins Zentrum?
Zuletzt spielte bekanntlich Tom Krauß auf der Position des Rechtsverteidigers und machte seine Sache in der Viererkette eigentlich gut. Doch der gebürtige Leipziger ist bekanntlich eigentlich auf der Sechs zu Hause und lieferte im Kölner Zentrum eben auch starke Leistungen ab. Im Jahr 2026 war Krauß über weite Strecken der beste Defensivspieler der Geißböcke – und das eben im zentralen Mittelfeld. Das auch, weil der 24-Jährige in der Zentrale als Leader voranging, die Mannschaft anpeitschte, ein Beispiel für Leidenschaft und Willen war. Eine Art, die wohl gerade zum Derby passen könnte. Da Isak Johannesson nach wie vor seine Form sucht, wäre Krauß sicher auch wieder eine Option fürs Zentrum. Dass Lukas Kwasniok dort auf Denis Huseinbasic zurückgreift, scheint dagegen eher unwahrscheinlich.
Und so könnte Jan Thielmann wieder eine Option auf der Rechtsverteidiger-Position werden. Eine Position, die der 23-Jährige schon des Öfteren gespielt hat, mit der der Vize-U21-Europameister aber nie so richtig warm wurde. Zur Erinnerung: Auch unter Timo Schultz und Gerhard Struber musste Thielmann immer wieder als Rechtsverteidiger aushelfen, eine überragende Begegnung war auf dieser Position selten dabei. Wohler fühlte sich Thielmann dabei, wenn mit einer Dreierkette gespielt wurde und der Föhrener mehr Offensiv-Optionen hatte. Eine weitere Option, wenn auch unwahrscheinlich, wäre dann wiederum Cenny Neumann. Der Youngster bekam gegen Borussia Dortmund seine ersten Minuten bei den Profis. Gegen Gladbach sollte der 19-Jährige wohl wieder im Kader stehen.
Zu einem Einsatz von Beginn an wird es vermutlich nicht kommen. Genauso wenig, dass Kwasniok wieder auf Jakub Kaminski auf der rechten Defensiv-Schiene zurückgreift.
DFB verkündet Strafe gegen Kölns Stadionsprecher Michael Trippel
Simon Bartsch
Wie erwartet hat die Begegnung gegen den BVB noch ein Nachspiel für den 1. FC Köln: Der DFB verkündet die Strafe gegen Stadionsprecher Michael Trippel. Der 71-Jährige hatte sich im Duell gegen Dortmund negativ über die Schiedsrichter-Entscheidungen geäußert.
Es hatte sich angedeutet, nun ist das Strafmaß da. Der DFB verdonnert den FC zu einer Strafe aufgrund der verbalen Entgleisung des Stadionsprechers. Michael Trippel hatte während des Spiels und kurz nach Schlusspfiff über das Stadionmikrofon Kritik am VAR geübt.
Die Begegnung gegen Borussia Dortmund bleibt auch vor dem Derby gegen Mönchengladbach noch Thema. Der DFB hat nun die Strafe gegen den FC ausgesprochen. „Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Bundesligisten 1. FC Köln im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen eines unsportlichen Verhaltens mit einer Geldstrafe in Höhe von 8000 Euro belegt“, heißt es in dem Urteil des Verbands. „Zudem erhält der Klub die Auflage, seinen Stadionsprecher in geeigneter Weise ausdrücklich darauf hinzuweisen, unsportliche Aussagen, insbesondere in Bezug auf Schiedsrichter, Schiedsrichterentscheidungen und andere Spielbeteiligte, zukünftig zu unterlassen und Stadiondurchsagen ausschließlich mit neutralem Inhalt durchzuführen.“
Kritik auch von Kessler an Trippels Aussagen
Trippel hatte sich nach der Roten Karte gegen Jahmai Simpson-Pusey dazu verleiten lassen, „Pfui, widerlich“ ins Mikrofon zu sagen. Dabei war die Karte durchaus berechtigt. Wenn auch für den Schiedsrichter in Realzeit nicht so deutlich zu sehen war. Nachdem der Unparteiische dann aber in der Nachspielzeit ein klares Handspiel von Yan Couto übersah und der VAR nicht eingriff, nahm sich Trippel wieder das Mikrofon und äußerte sich erneut negativ. Schon damals hatte Thomas Kessler klare Worte gefunden. „Das ist eine Thematik, die gefällt mir nicht. Wir wollen nicht über den Stadionsprecher den Schiedsrichter bewerten. Dafür gibt es Menschen im Club, dazu gehört er nicht. Bei aller Emotionalität, und die darf Michael Trippel haben, weil er lange in diesem Club ist, ist es nicht richtig, dass ein Stadionsprecher über das Mikrofon seinen Emotionen freien Lauf lässt.“
Die Worte des Geschäftsführers waren von einigen Fans kritisiert worden, doch sie kommen dem Verein nun offenbar zu Gute. „Strafmildernd auf das Urteil wirkt sich aus, dass der 1. FC Köln in Person von Geschäftsführer Thomas Kessler die Aussagen unmittelbar nach der Partie klar missbilligt und verurteilt hat. Zudem entschuldigte sich der Stadionsprecher in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem Kontrollausschuss in aller Form für sein Verhalten“, heißt es weiter.
„Intervention wäre angebracht gewesen“
Die DFB Schiri GmbH hatte die Aussagen des Stadionsprechers bereits kritisiert: „Wir missbilligen die Äußerungen entschieden und halten sie für inakzeptabel. Unabhängig davon, ob eine Entscheidung des Schiedsrichters richtig, strittig oder falsch ist, kann und darf es nicht sein, dass ein Stadionsprecher sie negativ kommentiert und das Publikum so gegen den Unparteiischen aufbringt. Bei allem Verständnis für Emotionalität wurde hier eindeutig eine Grenze überschritten.“ Tatsächlich räumte die Schiri GmbH dann aber auch einen Fehler bei der Bewertung des Handspiels ein, das überhaupt erst zur Diskussion führte. „Eine Intervention wäre angebracht gewesen“. Trippel hatte sich bereits öffentlich entschuldigt, ein Gespräch mit den FC-Bossen hatte schon in der Woche nach dem Spiel stattgefunden. Nun wird wohl noch eins folgen.
Personal-Update beim 1. FC Köln: Die nächsten Rückkehrer vor dem Derby
Simon Bartsch
Am Dienstagnachmittag startet der FC in die Vorbereitung auf das Duell gegen Gladbach. Und pünktlich zum Derby gibt es gute Nachrichtigen beim 1. FC Köln: Jan Thielmann und Denis Huseinbasic kehren zurück.
Nach einem freien Tag am Montag nehmen die Geißböcke nun das Derby in den Fokus. Am Samstagnachmittag steht das Duell gegen Borussia Mönchengladbach auf dem Programm. Personell gibt es ein wenig Entspannung. Denn gleich zwei Spieler kehren ins Mannschaftstraining zurück. Allerdings fehlt auch ein weiterer Akteur.
Jan Thielmann beim Training des 1. FC Köln. Das Eigengewächs kann wieder eingreifen
Der FC ist am Dienstag in die Vorbereitung auf das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (15:30 Uhr, im Liveticker bei come-on-fc.om) gestartet. Und für Trainer Lukas Kwasniok gab es zwei positive personelle Nachrichten. Denn Jan Thielmann und Denis Huseinbasic nahmen wieder am Mannschaftstraining teil. Die beiden Profis hatten am vergangenen Freitag bereits ihre Runden absolviert, als die Mannschaft gerade zum Auswärtsspiel nach Hamburg aufgebrochen ist. Auch Joel Schmied war mit auf dem Platz. Der Schweizer wird aber weiterhin fehlen, trainierte am Dienstag individuell. Mit Thielmann bekommen die Geißböcke eine weitere Option auf der rechten Seite. Denn dort ist die Personallage weiterhin angespannt.
Zwei Spieler aktuell gesperrt
So fehlt der angeschlagene Alessio Castro-Montes genauso wie der gesperrte Sebastian Sebulonsen. Der Norweger hatte sich eine unnötige Gelbe Karte abgeholt, die fünfte und kann somit nur zuschauen. Weiterhin fehlt auch Jahmai Simpson-Pusey. Der Engländer, der bis zu diesem Zeitpunkt abermals eine überzeugende Leistung abgerufen hatte, hatte im Duell gegen den BVB die Rote Karte gesehen und wurde vom DFB für zwei Spiele aus dem Verkehr gezogen (come-on-fc.com berichtete). Erst nach der Länderspielpause wird der Engländer wieder eingreifen können. Ebenfalls im Reha-Bereich trainierten am Dienstag Timo Hübers und Luca Kilian. Fynn Schenten fehlt aktuell erkrankt.
Nach dem Trainingsstart am Dienstag sind für die FC-Profis noch drei weitere Einheiten geplant. Am Mittwoch stehen die Kölner ab 10:30 Uhr auf dem Platz am Geißbockheim. Die beiden folgenden Einheiten am Donnerstag und Freitag finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, bevor am Samstag um 15:30 Uhr der Anpfiff im Kölner Stadion zu hören sein wird. Nach dem 1:1 gegen den Hamburger SV am vergangenen Wochenende, steht Lukas Kwasniok bereits mächtig unter Druck. Sollten die Kölner das Derby verlieren, dürfte es für den FC-Trainer langsam eng werden.
Stammtorhüterin Irina Fuchs verlängert beim 1. FC Köln: „Alle haben es mir sehr leicht gemacht“
Simon Bartsch
Die mittelfristige Kaderplanung bei den Kölner Fußball-Frauen schreitet weiter voran. Auch Irina Fuchs verlängert ihren Vertrag beim 1. FC Köln. Die Stammtorhüterin hat einen Kontrakt bis 2028 bei den Geißböcken unterschrieben.
Sie kam als Talent, ist mittlerweile Stammtorhüterin bei den Geißböcken und hat nun ihren Vertrag verlängert. Auch Irina Fuchs bleibt den Kölner Fußballerinnen weiterhin erhalten. Die Keeperin hat einen Vertrag bis 2028 unterschrieben.
Irina Fuchs hat ihren Vertrag beim FC verlängert (Foto: Christof Koepsel/GettyImages)
Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den ersten 5000 Instagram Followern verlost come-on-fc.com einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen und come-on-fc.com.
Nach Amelie Bohnen, Vanessa Leimenstoll, Laura Vogt, Celina Degen, Anna-Lena Stolze, Sandra Maria Jessen und Laura Feiersinger hat nun auch Irina Fuchs ihren Kontrakt bei den Kölner Fußballerinnen verlängert. „Bereits bei der Verpflichtung von Irina Fuchs waren wir von ihrem großen Entwicklungspotenzial überzeugt. Es freut uns sehr, dass sie sich so schnell an die Frauen-Bundesliga angepasst und sich zu einem verlässlichen Rückhalt für unsere Mannschaft entwickelt hat“, sagt Nicole Bender-Rummler, Bereichsleiterin Frauenfußball beim FC. „Wir sind überzeugt, dass ihr Entwicklungspotenzial noch nicht ausgeschöpft ist.“ Die Keeperin kam im vergangenen Sommer zum Geißbockheim. Bereits am fünften Spieltag feierte die Schweizerin ihr Debüt beim FC.
„Es ist perfekt für mich gelaufen“
„Ich bin sehr glücklich hier und hätte vor meinem Wechsel nach Köln nicht erwartet, dass ich so schnell in der Bundesliga im Tor stehen würde. Es ist perfekt für mich gelaufen und die Vertragsverlängerung ist für mich ein Vertrauensbeweis des Clubs, über den ich mich sehr freue“, sagt Fuchs. „Köln ist meine erste Auslandsstation und alle haben es mir sehr leicht gemacht, dass ich mich von Anfang an hier super wohlgefühlt habe.“ Als Zwölfjährige war Fuchs zum FC Basel gekommen, feierte dort mit 17 ihr Debüt im Schweizer Cup. Fuchs bestritt bisher 16 Bundesligaspiele für die FC-Frauen und eins im DFB-Pokal. Sie wurde in dieser Saison zudem in den Kader für Spiele der Schweizer A-Nationalmannschaft berufen.
Neben den nun acht Spielerinnen haben auch die Trainerinnen Britta Carlson und Jacqueline Dünker ihre Verträge in diesem Jahr schon ausgeweitet.
So erklärt Florian Kainz seinen Abschied vom 1. FC Köln und das Karriere-Ende
Simon Bartsch
Nach siebeneinhalb Jahren beim 1. FC Köln hat der Österreicher das Ende seiner Laufbahn bekannt gegeben: So erklärt Florian Kainz sein Karriere-Ende. Die Zeit als Ersatzspieler sei nicht „ausschlaggebend“ gewesen.
Florian Kainz hat mit dem FC viel erlebt. Kein Wunder, der Mittelfeldspieler ist der dienstälteste Profi der Kölner, spielt bereits seit 2019 beim FC. Nun wird der 33-Jährige seine Karriere beenden. Bei Sky Austria erläuterte der Österreicher seine Beweggründe.
Am vergangenen Samstag gab es mal wieder ein paar Minuten, doch das von Lukas Kwasniok erhoffte gezirkelte Tor blieb noch aus. Florian Kainz befindet sich auf Abschiedstour und hat noch ein letztes Mal im Volksparkstadion gespielt. Ob noch weitere Einsätze in dieser Saison und damit mit dem Geißbock auf der Brust folgen werden, ist offen. Großen Impact wird der Österreicher in dieser Spielzeit aber wohl nicht mehr nehmen. Zu selten kam der 33-Jährige unter Lukas Kwasniok zum Einsatz. Das war aber nicht der Grund für das Karriere-Ende sagte Florian Kainz bei „Sky Austria“. „Natürlich ist die Situation so, dass ich hauptsächlich Ersatzspieler bin und nur zwei Mal in der Saison von Beginn an gespielt habe“, so Kainz. „Das war aber nicht der ausschlaggebende Grund. Die Familie ist auch ein Grund. Es war einfach der richtige Zeitpunkt für mich.“
Ein besonderes Geschenk
Aufstieg, Abstieg, Europa – kaum ein Spieler hat beim 1. FC Köln in den vergangenen Jahren so viel erlebt, wie Kainz. „Es war eine unglaubliche Reise. Nach 25 Jahren Fußball sage ich im Sommer ‚Servus‘. Vielen Dank für alles“, sagte der Offensivspieler in der vergangenen Woche in einem Interview. Der Offensivspieler kommt auf mehr als 200 Einsätze für die Geißböcke, erzielte für Köln 28 Tore, bereitete 48 vor. Noch in diesem Jahr erzielte Kainz gegen den Hamburger SV seinen ersten direkt verwandelten Freistoß. „Ich hatte eine wunderschöne Karriere und das Glück, dass ich relativ früh ins Profitum gekommen bin“, so der 33-Jährige weiter. „Ich habe sehr viele Spiele gespielt in meiner Karriere. Für mich ist es jetzt einfach der richtige Zeitpunkt, beim FC die Karriere zu beenden. Ich bin siebeneinhalb Jahre in Köln, von daher wollte ich auch hier meine Karriere beenden.“
Eine Weg nach Österreich war für den Mittelfeldspieler kein Thema mehr. „Es war so, dass wir 2024 abgestiegen sind mit dem FC. Nach dem Abstieg habe ich die Einberufung für die Nationalmannschaft zur EM bekommen. Das war für mich mein absolutes Karriere-Highlight“, so Kainz. „Da macht man sich natürlich Gedanken, wie es weitergeht. Ich habe dann gesagt: Ich will beim FC bleiben, ich will versuchen, wieder aufzusteigen so schnell wie es geht. Ich wollte meine ganze Energie reinwerfen, dass wir mit dem FC raufkommen und dann in der Bundesliga bleiben. Wir sind dann aufgestiegen.“ Dann sei es nun erst einmal um den Klassenerhalt gegangen. „Ich bin überzeugt davon, dass sich das ausgeht. Wir haben nächste Woche mit eines der wichtigsten Spiele im Derby gegen Gladbach, in dem wir richtig motiviert sind. Es ist extrem eng alles, deswegen war der Punkt in Hamburg für uns sehr wichtig.“
Tatsächlich hatte der 33-Jährige nie einen Hehl daraus gemacht, sich in Köln besonders wohl zu fühlen. „Seine sportlichen Leistungen sprechen für sich: über 200 Pflichtspiele, wichtige Tore und starke Auftritte in entscheidenden Momenten. Kainzi hat sich diesen Weg beim FC verdient. Umso wichtiger ist es uns, dass wir gemeinsam alles daransetzen, die Saison erfolgreich zu Ende zu bringen und ihm damit auch den Abschied zu ermöglichen, den er sich verdient hat”, sagte Thomas Kessler zuletzt. Kainz begann seine Karriere bei Sturm Graz, debütierte dort mit 17 Jahren. Es folgte 2016 der Wechsel nach Bremen und 2019 nach Köln. 28 Mal lief er für Österreich auf.
Zu wenig Punkte, zu wenig Siege, eine verständliche Trainerdiskussion – Es gibt aber auch Argumente für Lukas Kwasniok
Hendrik Broschart
Der Punkt in Hamburg verschafft dem 1. FC Köln nur kurz und ein wenig Luft. Vor dem Derby gegen Gladbach steht Lukas Kwasniok weiter unter Druck. Bei vielen Fans ist das Urteil über die Zukunft des Coachs bereits gefällt. Dabei gibt es auch Argumente, warum ein Trainerwechsel beim FC jetzt der falsche Schritt sein könnte beim 1. FC Köln: Drei Gründe gegen einen Trainerwechsel.
Der Punkt in Hamburg hilft dem 1. FC Köln nur kurzfristig. Vor dem Derby gegen Gladbach wird der Druck auf Lukas Kwasniok größer und die Trainerdebatte lauter. Doch es gibt auch Argumente, dass ein Wechsel auf der Bank derzeit der falsche Weg wäre.
Wie geht es weiter mit Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln?
Die Geißböcke nahmen einen Punkt aus dem Spiel in Hamburg mit zurück ans Geißbockheim, der sich aufgrund der Leistung auf dem Platz eher wie eine Verlust anfühlte als ein Fortschritt. Rein rechnerisch treten sie damit im Tabellenkeller auf der Stelle: Aufgrund der Schützenhilfe des kommenden Gegners Borussia Mönchengladbach reichte das Unentschieden, um vorübergehend den Relegationsplatz auf Distanz zu halten. Die Elf von Eugen Polanski hatte am Freitag St. Pauli mit 2:0 geschlagen. Dennoch ist der Tenor in der Domstadt eindeutig: Nur ein Sieg hätte den Druck auf Trainer Lukas Kwasniok mindern können. So spitzt sich die Lage vor dem Derby gegen Gladbach am kommenden Samstag zu.
In regelmäßigen Abständen tauchen schon jetzt Gerüchte über mögliche Nachfolger auf der Trainerposition auf. Im Falle einer Niederlage gegen die Fohlen ist man sich vielerorts sicher: Die Zusammenarbeit mit Kwasniok würde damit ein Ende finden. Dabei sprechen gleich mehrere Gründe dafür, warum das keine gute Idee wäre.
Grund eins: Anpassungen tragen Früchte
Kurz vor Anpfiff kam dem Stadionsprecher des HSV, Christian Stübinger, eine Idee, wie er die Stimmung im Volksparkstadion zum Anpfiff hin noch weiter anheizen könnte. Er schnappte sich das Mikrofon und schoss gegen den FC, indem er auf die Schwäche der Geißböcke bei ruhenden Bällen hinwies. Bekanntlich flog ihm das in der 45. Minute um die Ohren, als Rav van den Berg eine Ecke per Kopf verlängerte und Said El Mala den Ball aus kurzer Distanz im Hamburger Tor versenkte. Die Gefahr nach ruhenden Bällen ist kein Zufallsprodukt, sondern das Resultat der Umstrukturierung der Verantwortlichkeiten im Trainerteam für das Coaching bei Standards. Mitte Februar hatte man sich dazu entschieden, Hannes Dold von seinen Aufgaben zu entbinden und diese intern aufzufangen.
Mit Erfolg, wie die folgenden Wochen defensiver Stabilität nach Standards gegen den FC zeigten – und nun auch ganz offensichtlich in der Offensive beim Spiel in Hamburg. „Das Tor heute war ein Co-Trainer-Tor. Said war die ausübende Gewalt, indem er auf dem zweiten Pfosten durchgelaufen ist. Hinten am zweiten Pfosten wird das Geld verdient, vor allem bei Ecken. Das sind einfache Tore. Said hat das zu 100 Prozent umgesetzt. Und das ist ein Entwicklungsschritt, sich nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf einen Co-Trainer zu verlassen, der sagt: ‚Lauf durch!‘“, so Kwasniok. Fest steht, dass es den Verantwortlichen des 1. FC Köln durch eine ihnen sicherlich nicht leichtgefallene Personalentscheidung gelungen ist, eine der größten Problemherde erfolgreich anzugehen. Mit starren Strukturen und geringer Bereitschaft zur Selbstreflexion wäre dies nicht möglich gewesen.
Grund zwei: Das FC-Torverhältnis spricht Bände
Es ist fast schon zur Tradition geworden, dass, wenn beim 1. FC Köln der Haussegen schief hängt, Friedhelm Funkel als möglicher Interimstrainer gehandelt wird. Der 72-Jährige stärkte Kwasniok am Sonntag in der Sky-Sendung „Sky 90” den Rücken und führte ein überzeugendes Argument ins Feld: „Die Art und Weise, wie sie bisher gespielt haben, war in Ordnung! Man darf nicht vergessen, dass sie in dieser Saison noch keine einzige hohe Niederlage hinnehmen mussten. Sie haben von den Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen, mit Abstand das beste Torverhältnis. Das ist sehr wichtig. Das kann den entscheidenden Punkt bringen.“ Allein das Torverhältnis bewahrte Köln nach der Niederlage gegen den BVB vor dem Relegationsplatz. Kwasniok selbst hatte schon vor geraumer Zeit betont, dass er plane, für den Klassenerhalt über die volle Distanz gehen zu müssen. Dass es für die Geißböcke knapp werden würde, sollte deshalb nicht weiter überraschen. Und weil es so knapp ist, muss das vergleichsweise gute Torverhältnis im Tabellenkeller als Trumpf durchgehen.
Grund drei: Gegner von Kölner Kragenweite – diesmal aber richtig
Ein Blick auf die vergangenen Wochen zeigt, dass der Spielplan dem FC einiges abverlangt hat. Seit Beginn der Rückrunde traf Köln auf neun Gegner, sechs davon stehen aktuell in der oberen Tabellenhälfte. Vier dieser Teams gehören sogar zu den Top fünf. Gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte gab es bislang nur drei Spiele. Zwei davon gewann der FC gegen Mainz und Wolfsburg. Nun folgen Gegner, die eher von der Kragenweite der Kölner sind. Nach dem Derby gegen Mönchengladbach auf Rang zwölf warten Werder Bremen auf Rang fünfzehn und St. Pauli auf Rang sechzehn. Der HSV lässt sich gepflegt aus dieser Rechnung herausnehmen. Die Mannschaft von Merlin Polzin hat sich zuletzt deutlich von der Abstiegszone entfernt. Die letzte Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten im Tabellenkeller liegt für Hamburg mit dem 4:1 in Köln im November bereits einige Zeit zurück. Mit Heidenheim steht auch noch die Partie gegen das Schlusslicht an.
Zwischen Derby-Emotionen und Krisen-Management
Mit dem Heimspiel gegen Mönchengladbach bekommt Lukas Kwasniok vor der Länderspielpause die attraktive Chance, Ruhe in die Trainerdiskussionen in der Domstadt einkehren zu lassen. Er kann sich dabei auf die Unterstützung von Geschäftsführer Thomas Kessler verlassen. Noch vor dem Spiel gegen den HSV machte Kwasniok deutlich, wie sehr er Kesslers rationale Art, mit der aufgeheizten Stimmung in Köln umzugehen, schätzt. Ein unaufgeregtes Krisenmanagement kann Kwasniok am Standort Köln angesichts der Wucht der unzufriedenen und laut polternden Fanszene und Medien mehr gebrauchen denn je.