Schicksalsspiel oder nicht? Unterschiedliche Wahrnehmung vor dem Derby

Lukas Kwasniok beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen den Hamburger SV
,
Startseite » News » Seite 142

Schicksalsspiel oder nicht? Unterschiedliche Wahrnehmung vor dem Derby

Kurz vor dem Derby am kommenden Samstag steht Lukas Kwasniok mächtig unter Druck. Auf der Pressekonferenz vor Gladbach sprach der Coach über das „Narrativ“ des Schicksalsspiels und betonte die Kölner Stärke und den Zusammenhalt des Vereins. Gemeinsam werde man auch schlechte Zeiten überstehen beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok kämpft vor dem Derby um seinen Job

Das Derby gegen Gladbach hat am Wochenende besondere Brisanz. Denn für Lukas Kwasniok soll wohl ein Schicksalsspiel bevorstehen. Der Trainer selbst ist da anderer Auffassung und kämpft um seinen Job bei den Geißböcken.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Als Lukas Kwasniok vor etwas mehr als acht Monaten seinen Dienst beim 1. FC Köln antrat, da wollte sich der Coach nicht auf ein festes Saisonziel einlassen. Der Trainer setzte ein breites Grinsen auf und kündigte an, am Ende der Saison auf jeden Fall vor dem großen Rivalen aus Mönchengladbach stehen zu wollen. Eine Antwort, die den meisten Fans sicherlich gefiel. Acht Monate später könnte ausgerechnet die Mannschaft vom Niederrhein die Aussage bitterböse einholen. Denn auch wenn Lukas Kwasniok verständlicherweise eine andere Auffassung von dem bevorstehenden Spiel hat, es könnte das letzte für den 44-Jährigen als Trainer werden. Zumindest würde eine Freistellung nach einer ähnlich bitteren Bilanz den im Fußball üblichen Mechanismen entsprechen – wohlgemerkt nicht nur in Köln.

„Diese Ansage gab es nie“

Die Vorfreude auf das Derby, sicherlich eins der Highlights im Programm der Kölner Protagonisten, dürfte insofern zumindest ein wenig getrübt sein. „Ich glaube jede Aufgabe, jede Situation, die vor dir im Leben liegt, kannst du je nach Mindset unterschiedlich gewichten und bewerten und du kannst es natürlich als Problem wahrnehmen, hast Angst vor irgendwas, du kannst es wahrnehmen als Herausforderung“, sagte der Coach. „Du kannst es aber eben auch als Gelegenheit und Chance wahrnehmen und das ist halt ein Mindset von Leistungssportlern, die gewinnen wollen.“ Der Kölner Trainer will die aktuelle Situation also eher als Gelegenheit, als Chance sehen. Gut möglich, dass es seine letzte Chance ist. Schon vor einigen Wochen wurde kolportiert, dass dem Coach ein Ultimatum auferlegt worden sei.

Kwasniok müsse aus den Begegnungen gegen Dortmund, Hamburg und Gladbach mindestens vier Punkte holen hieß es. Bislang ist es einer, die Partie gegen die Fohlen steht noch aus. Allerdings soll es einen etwaigen Dialog gar nicht gegeben haben. „Also, ich habe die Frage vor drei Wochen, vor zwei Wochen und jetzt eine Woche später auch noch mal beantworten dürfen und es hat sich genauso wenig an dieser Konstellation geändert: Diese Ansage gab es nie“, sagte der Trainer deutlich. Kwasniok ergänzte, er wisse, worauf er sich beim 1. FC Köln eingelassen habe und wie schon in der vergangenen Woche hatte Kwasniok sich auch dieses Mal ein paar Worte zurecht gelegt, die seine Wahrnehmung der aktuellen Situation darstellen sollten.

Schlechte Bilanz

In der vergangenen Woche erklärte Kwasniok, dass die bisherigen Trainerwechsel bei den Vereinen stattgefunden hätten, die sich deutlich weiter oben in der Tabelle wähnten. Ein Punkt. Allerdings werden die Trainerentlassungen auch mit den sportlichen Leistungen zu tun gehabt haben. Nun deutete der 44-Jährige an, dass das vermeintliche Schicksalsspiel, der Druck ein aufgebauschtes Narrativ sei. Kwasniok erklärte, dass man es in Köln in den vergangenen Jahren immer mit Trainerwechseln in kritischen Situationen versucht habe, mit „der Unterstützung der Medien“. In Köln wolle man gemeinsam stark sein, so der Coach weiter. „Wir sind – glaube ich – sehr sehr gut aufgestellt, den Verein auch auf links drehen zu können, um einfach gewappnet für die Zukunft zu zu sein, denn jeder will arbeiten wie in Freiburg, festhalten, wenn es mal irgendwie schlecht läuft. Aber gleichzeitig versucht man über sehr viel medial Begleiterscheinung und Berichterstattung die Dinge doch zu konterkarieren.“

Kwasniok sei beeindruckt, wie die Vereinsführung mit „diesen Dingen“ umgehe. Die Zahlen haben allerdings wenig mit „Konterkarieren“ zu tun. Der FC hat aus den vergangenen 17 Spielen (also eine Partie gegen jeden Gegner der Liga) elf Punkte geholt, nur zwei Siege. Dass mit einer solchen Bilanz die Trainerfrage gestellt wird, ist wohl verständlich. Und das eher selten von den Medien. Vielmehr in den Sozialen Medien, in denen der Trainer nach den Kommentaren einen eher schweren Stand hat. Dass über die Situation aber diskutiert wird, ist auch dem Trainer klar. „Das liegt doch auf der Hand“, sagt Kwasniok. „Das Wichtige ist einfach die Emotionen, die es rund um den Verein gibt, sowohl positiv als auch negativ, dann eben auch aufkommen zuzulassen.“ Sie müssten aber eben sachlich analysiert werden.

Zur Analyse des Coachs gehörte dann wiederum eine weitere Einordnung: „Nach den ersten Spielen der Saison haben keine Daten dafür gesprochen, dass wir dauerhaft dort oben bleiben würden. Jetzt sagen die Daten aber auch, dass wir in der Rückrunde eigentlich besser sind als in der Hinrunde“, sagte Kwasniok. Damals habe der FC überperformt, nun würde man nach den Ergebnissen unterperformen. An der Einstellung der Mannschaft liegt es laut Coach nicht. “Die Jungs hauen sich rein, geben ihr letztes Hemd“, so Kwasniok. „Und ich hoffe und glaube, dass man spürt, dass der Trainer auch alles tut für die Möglichkeit, dauerhaft Trainer beim 1. FC Köln bleiben zu können. Dass ich darum kämpfe, dass ich alles dafür tue.“


Said El Mala und Jakub Kaminski fit für das Derby und „Optionen für die Startelf“

Lukas Kwasniok auf der Pressekonferenz des 1. FC Köln
,
Startseite » News » Seite 142

Said El Mala und Jakub Kaminski fit für das Derby und „Optionen für die Startelf“

Vor dem Duell gegen Borussia Mönchengladbach gibt es positive Nachrichten beim 1. FC Köln: Said El Mala und Jakub Kaminski sind fit fürs Derby. Und laut Lukas Kwasniok sind sie auch eine Option für die Startelf.

Die erste Entwarnung deutete sich bereits beim Training hinter verschlossenen Türen an. Said El Mala und Jakub Kaminski waren bei der Einheit am Donnerstagmorgen wieder mit von der Partie. Und sie werden es auch am Samstag im Derby gegen Borussia Mönchengladbach sein (15.30 Uhr, im Liveticker bei come-on-fc.com).

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Lukas Kwasniok stellte den Spielern sogar einen Startelf-Platz für die Begegnung in Aussicht. „Sie haben gestern pausiert und heute wieder alles mitgemacht“, sagte der Coach und wurde dann noch konkreter. „Said, Kainzi und Kuba werden ganz normal dabei sein, sollte jetzt nicht noch etwas Außergewöhnliches passieren. Aber danach sieht es jetzt ja nicht aus“, sagte Kwasniok. Tatsächlich hatte sich Said El Mala am Mittwoch krank gemeldet, war dann am Donnerstag aber wieder dabei. Florian Kainz und Jakub Kaminski hatten im Training etwas abbekommen und aus reiner Vorsicht am Mittwoch individuell trainiert. Gerade bei El Mala und Kaminski wird es wohl somit keine Änderungen in der Startelf geben. Immerhin gehören die beiden zu den Topscorern der Mannschaft.

Zwei weitere Alternativen

Weitere Alternativen bieten sich zudem für den Trainer in der Breite des Kaders an. Denis Huseinbasic und Jan Thielmann fielen zuletzt aus, waren unter der Woche aber wieder im Training involviert. „Denis und Jan sind die ganze Woche dabei. Sie sind damit Kaderoptionen“, so der Trainer weiter. „Joel Schmied, Fynn Schenten und Alessio Castro-Montes stehen aufgrund von Verletzungen und Krankheiten nicht zur Verfügung.“ Das gleiche gilt für die beiden gesperrten Jahmai Simpson-Pusey, der gegen Dortmund die Rote Karte sah und Sebastian Sebulonsen, der sich gegen den HSV den fünften gelben Karton abholte. Timo Hübers und Luca Kilian werden in dieser Spielzeit sicher keine Rolle mehr spielen.

Thema wird auch die Rolle von Said El Mala sein, nachdem der Youngster nicht für die A-Nationalmannschaft berufen wurde. Lukas Kwasniok wollte sich zu der Nicht-Nominierung nicht äußern, sagte, es stehe ihm nicht zu, die Situation zu bewerten. „Ich bewerte die Leistung von Said nach innen und damit bin ich äußerst zufrieden“, sagte Kwasniok. „Alles andere liegt nicht in meiner Hand. Fakt ist, er macht eine Entwicklung. Der andere Fakt ist, wir haben in Deutschland sehr viele gute Spieler gerade im Offensivbereich. Said ist einer davon.“


Das Rheinische Derby: Immer wieder die Rivalität zwischen dem 1. FC Köln und Gladbach

, , ,
Startseite » News » Seite 142

Das Rheinische Derby: Immer wieder die Rivalität zwischen dem 1. FC Köln und Gladbach

Seit mehr als einem halben Jahrhundert sorgt das Rheinische Derby für besonders viel Brisanz. Am Samstag treffen die Kontrahenten zum 100. Mal in der Bundesliga aufeinander. Doch woher kommt die Rivalität zwischen dem 1. FC Köln und Gladbach?

Fahnenklau, Polizeischutz für den Geißbock, ein gestohlener Mannschaftsbus – um das Rheinische Derby gibt es zahlreiche skurrile Geschichten. Mal abgesehen von dem Revierderby zeugt in der Bundesliga wohl kaum eine Begegnung von so viel Brisanz. Die Begegnungen zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach haben es in aller Regel in sich – leider nicht immer nur auf dem Platz. Woher kommt die Rivalität zwischen dem 1. FC Köln und Gladbach?

Die Ursache für die Brisanz liegt aber nicht nur an der örtlichen Nähe der beiden Bundesligisten, im Gegenteil: Gladbach war der erste Testgegner am neu gebauten Geißbockheim – sie trägt vielmehr einen prominenten Namen: Hennes Weisweiler. Diesen lotste der damalige Vorsitzende Franz Kremer 1948 zum neu gegründeten 1. FC Köln. Weisweiler lief als Spielertrainer 62 mal in der Oberliga für die Geißböcke auf. In dieser Zeit bekam der FC auch einen Ziegenbock mit dem Namen Hennes geschenkt. 1952 zerbrach das Bündnis von Kremer und Weisweiler – der Erftstädter wechselte als Trainer zum Rheydter SV, wurde 1954 Assistent von Bundestrainer Sepp Herberger, bevor er 1955 wieder zurück zu den Geißböcken ging. Nach einer Zwischenstation bei Viktoria Köln folgte 1964 der Wechsel zu Borussia Mönchengladbach.  

Weisweiler soll dem Vernehmen nach kein besonders guter Verlierer gewesen sein, ließ an seinen Ex-Clubs aber kein gutes Haar. So soll er in seiner Gladbacher Zeit besonders gerne gegen den FC gewonnen haben, obwohl er noch immer in Köln lebte. Und das gelang ihm verhältnismäßig oft. Überhaupt gewannen die Fohlen in den Siebzigerjahren oft. Das steckte offenbar an – die Rivalität war geboren. Neben dem legendären Bus-Klau kam es erstmals auch zu Gewalt der rivalisierenden Anhänger.

Weisweiler wurde mit beiden Klubs Meister

Mit den Fohlen gewann der Kölner Weisweiler gleich drei Meistertitel, holte den DFB-Pokal und erlangte auch Kultstatus am Niederrhein. Den erlangte er aber auch beim FC. Nach einem kurzen Intermezzo beim FC Barcelona wechselte Weisweiler 1976 zurück ans Geißbockheim. Er gewann 1977 erneut den DFB-Pokal, holte 1978 das Double. Die Tordifferenz war entscheidend. Der FC wurde Meister, Gladbach nur Zweiter. Wieder soll er gegen seinen Ex-Verein besonders motiviert gewesen sein.

In den 80er und 90er Jahren kühlte die Rivalität ein wenig ab. Vielleicht auch, weil die großen Erfolge – abgesehen vom Gladbacher Pokalsieg 1995 – weitestgehend ausblieben. Spätestens mit dem Fahnenklau einer Gladbacher-Ultragruppierung keimte die Rivalität Anfang der 2000er wieder auf. Zumal die Fahne im Derby im Kölner Fanblock zu sehen war. Es kam zu Auseinandersetzungen und zur Spielunterbrechung. Weisweiler hat das schon nicht mehr mitbekommen. Die Legende beider Vereine verstarb 1983 in der Schweiz. Auf Weisweiler folgte in Gladbach Udo Lattek, der ebenfalls mit der Borussia Meister wurde und später sportlicher Leiter beim FC war. Auch Jörg Schmadtke war im Dienst beider Klubs sowie zahlreiche Spieler, die auf beiden Seiten spielten. Topspieler wie Toni Polster, Thomas Broich oder Rainer Bonhof. Andrej Voronin schaffte es sogar für Gladbach, den FC, Bayer Leverkusen und Fortuna Düsseldorf tätig zu sein.

Das 90. Derby bedeutete im März 2020 eine Premiere. Es war das erste Geisterspiel der Bundesliga. Am Samstag empfängt der FC die Fohlen nun zum 100. Bundesliga-Duell und will die Niederlage des Hinspiels wettmachen. In der Bilanz hat Gladbach allerdings die Nase vorne.

Said El Mala nicht für A-Nationalmannschaft nominiert, Jonas Urbig schon

Said El Mala erwischte beim 1. FC Köln nicht seinen besten Tag
,
Startseite » News » Seite 142

Said El Mala nicht für A-Nationalmannschaft nominiert, Jonas Urbig schon

Der Traum der Fußball-Weltmeisterschaft ist für den Kölner Shootingstar wieder ein Stückchen weiter entfernt. Said El Mala ist nicht für die A-Nationalmannschaft nominiert. Der FC-Profi reist zu den Länderspielen der U21.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte es vor einigen Wochen in einem Interview bereits durchscheinen lassen. Jetzt ist es für Said El Mala Realität, der Kölner Youngster wurde nicht für die A-Nationalmannschaft nominiert.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Zuletzt hatte Nagelsmann erklärt, dass die 50 Prozent Einsatzzeit beim FC „zu wenig“ für ihn seien. Der Bundestrainer merkte zudem an, dass der Kölner Youngster noch in Sachen Defensivarbeit zulegen müsse. In den vergangenen vier Spielen hatte El Mala dann für den FC drei Mal von Beginn an auf dem Platz gestanden, erzielte in dieser Zeit zwei Treffer, bereitete einen weiteren vor. Zudem wurde El Mala auch gerade für seine Arbeit gegen den Ball gelobt. Dem Bundestrainer hat die positive Entwicklung offenbar nicht ausgereicht. El Mala wird also nicht mit der DFB-Elf zu den Länderspielen gegen die Schweiz (27. März) und Ghana (30. März) reisen. Damit dürfte eine Teilnahme an der WM für den Kölner auch ein Stückchen weiter entfernt sein.

Jonas Urbig bei A-Team dabei

Nagelsmann hatte im Interview mit dem „Kicker“ erklärt, dass der aktuelle Kader viel von dem WM-Kader haben würde. Das bedeutet sicherlich nicht, dass der Zug für die nun nicht nominierten Kandidaten abgefahren ist. Zumal El Mala auf Abruf steht. Die Chancen sind aber sicher nicht die größten. Der 19-Jährige reist dafür aber mit der U21. Das Team von Antonio Di Salvo trifft in der EM-Qualifikation auf Nordirland (27. März, 18 Uhr) und Spitzenreiter Griechenland (31. März, 18 Uhr). Zwar war der Kölner Youngster im November bei der A-Nationalmannschaft, kam aber nicht zum Einsatz und musste sogar früher wieder abreisen – das war allerdings vorab abgesprochen.

Ein ehemaliges Kölner Eigengewächs ist allerdings nominiert worden. Jonas Urbig wird als dritter Torwart den DFB-Tross auf der Länderspielreise begleiten. Noch am Mittwochabend stand der Keeper bei den Bayern im Achtelfinale der Champions League gegen Atalanta Bergamo im Tor. Im Anschluss verriet der Keeper im Grunde schon seine Nominierung. „Mir wurde es gerade gesagt, aber ich habe noch nicht auf mein Handy geschaut“, sagte Urbig. „Wenn es dann zu einer Nominierung kommen sollte, ist das etwas, worüber ich mich freue.“


Die Wende nach der Wende? Im Schicksals-Derby könnte sich für den 1. FC Köln ein Kreis schließen

Lukas Kwasniok im Spiel des 1. FC Köln bei Borussia Mönchengladbach
,
Startseite » News » Seite 142

Die Wende nach der Wende? Im Schicksals-Derby könnte sich für den 1. FC Köln ein Kreis schließen

Der 1. FC Köln hat beim 1:1 gegen den Hamburger SV zwar eine solide Leistung gezeigt, ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf blieb aber aus. Während FC-Trainer Lukas Kwasniok derzeit weiterhin die Rückendeckung vom Kölner Sportchef Thomas Kessler genießt, könnte nun ausgerechnet das 100. Bundesliga-Derby gegen Borussia Mönchengladbach zum Schicksalsspiel werden. Gelingt dem 1. FC Köln im Derby der Turnaround?

Nach dem Remis gegen den HSV in der Vorwoche brauchen die Geißböcke unbedingt Punkte. Am liebsten schon am Wochenende im Derby. Ausgerechnet das leitete eigentlich die Wende in der Hinrunde ein – mindestens emotional.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Gladbachs Trainer Eugen Polanski rührte mit seiner Mannschaft erstmal Beton an und überließ dem FC weitestgehend das Feld. Vermutlich ein wenig aus Respekt vor dem starken Saisonstart des kölschen Kontrahenten. Eventuell aber auch, weil der VfL-Übungsleiter zuvor beim Gegner bereits ein Problem ausgemacht hatte, das sich wie ein roter Faden durch den weiteren Verlauf der Saison zieht. Den Geißböcken fehlt es gegen defensiv agierende Teams meist an spielerischer Kreativität und Durchschlagskraft. Und so kam die 1:3-Derby-Niederlage nach einer der schwächsten Saisonleistungen des 1. FC Köln auch nicht völlig überraschend, hatte aber weitreichende Folgen.

Denn während Gladbach mit dem Erfolg einen wichtigen Schritt in Richtung Tabellenmittelfeld machte, wendete sich das Blatt mit diesem Spiel aus FC-Sicht zum Negativen. In den folgenden 16 Partien holte die Truppe von Köln-Coach Kwasniok nämlich gerade einmal elf Punkte. Berechnet man das Derby in der Hinrunde mit ein, sind es also elf Zähler in quasi einer Halbserie. Und damit eine zweifellos abstiegsreife Bilanz.

Kwasniok zwischen soliden Leistungen und fehlenden Punkten

Zum Rückrunden-Derby schließt sich nun gewissermaßen der Kreis, wenn auch unter veränderten Vorzeichen. Die Borussia aus Mönchengladbach holte nach dem Hinrundenspiel gegen die Kölner noch 19 weitere Zähler und hat sich aktuell immerhin vier Punkte Vorsprung auf Platz 16 erspielt. Unterdessen ist die Distanz des FC zum Relegationsrang auf ein mageres Pünktchen geschmolzen. Und so abgedroschen der Begriff des „Schicksalsspiels“ auch klingen mag: Genau zu diesem könnte das anstehende rheinische Duell (Samstag, 15:30 Uhr, Liveticker bei come-on-fc.com) nun werden.

In erster Linie für Lukas Kwasniok. Dem Kölner Cheftrainer kann man auf der einen Seite zugutehalten, dass seine Mannschaft sich nach wie vor ordentlich präsentiert und bislang in keinem Spiel auseinanderfiel. So kann der FC auch weiterhin das beste Torverhältnis der Tabellenkeller-Teams vorweisen. Zudem haben die Kölner noch einige Gegner auf Augenhöhe vor der Brust (Come on FC berichtete). Und es damit selbst im Fuß, den drohenden Abstieg in diesen ‚Sechs-Punkte-Spielen‘ zu verhindern.

Auf der anderen Seite spricht die Punkteausbeute der letzten Wochen aber gegen Kwasniok. Zwar ist dessen Verhältnis zu Kölns Sportboss Thomas Kessler offenbar weiterhin intakt – und es gibt zudem zumindest kein öffentlich verkündetes Ultimatum für den Chefcoach. Es gilt allerdings als wahrscheinlich, dass das Schicksal Kwasnioks als FC-Trainer eng an den Ausgang der Partie gegen Mönchengladbach geknüpft ist. Sollten die Geißböcke das Derby nicht gewinnen, wäre Kwasniok vermutlich nur noch schwer zu halten.

Schicksalsspiel als große Chance im Abstiegskampf

Die Begegnung mit dem alten Rivalen kann man aber durchaus auch als Schicksalsspiel für den FC selbst sehen. Denn trotz eines Kaders, der grundsätzlich das Zeug für einen gesicherten Mittelfeld-Tabellenplatz haben sollte, sowie stets ansprechenden Leistungen gegen die Top-Mannschaften der Liga, ist die Lage prekär. Das Kölner ‚Projekt Bundesliga‘ läuft nach nur einer Saison Gefahr, schon wieder beendet zu werden.

Ein Derby-Sieg könnte also dazu beitragen, genau dieses Szenario vorerst abzuwehren. Ähnlich wie für Borussia Mönchengladbach in der Hinrunde könnte die Partie nun in der Rückrunde auch für den 1. FC Köln zum Wendepunkt werden. Ein Wendepunkt, durch den die Geißböcke den Negativ-Trend stoppen, sich eine solide Ausgangsposition für die restlichen Spiele im Abstiegskampf verschaffen. Und womöglich auch einen in solchen Situationen branchenüblichen Trainerwechsel verhindern können.


Einerseits, andererseits: Soll Said El Mala den 1. FC Köln im Sommer verlassen? Gründe dafür und dagegen

Said El Mala jubelt nach dem Ausgleich gegen den FC Augsburg
, ,
Startseite » News » Seite 142

Einerseits, andererseits: Soll Said El Mala den 1. FC Köln im Sommer verlassen? Gründe dafür und dagegen

Wie ein roter Faden ziehen sich die Transfergerüchte um Said El Mala durch die Saison. Nun soll der Kölner Youngster Brighton die Zusage gegeben haben. Die Entscheidung über den Abschied liegt aktuell einzig beim 1. FC Köln: Ein Pro und Contra zu einem möglichen Transfer von Said El Mala.

Es ist kaum vorstellbar, dass Said El Mala mit dem FC in die 2. Bundesliga geht. Aktuell sieht es so aus, als würde der Youngster die Geißböcke so oder so im kommenden Sommer verlassen. Tatsächlich gibt es dafür gute Gründe. Allerdings auch gute, die für einen Verbleib sprechen. Die COFC-Reporter Hendrik Broschart und Simon Bartsch haben die Argumente gesammelt.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Einerseits…

Als Christian Keller im Sommer der Transfersperre nach und nach junge Talente unter Vertrag nahm und direkt wieder verlieh, da mag der ein oder andere Fan einen gewissen blinden Aktionismus beim damaligen Sportchef ausgemacht haben. Der Tenor „Hauptsache etwas machen“ hätte zwar nicht so wirklich zu dem Analysten Keller gepasst, eine etwaige Motivation wäre angesichts der trostlosen Transferzeit aber durchaus verständlich, wenn auch nicht zwingend logisch gewesen. Dass sich unter den verpflichteten Spielern ein absoluter Rohdiamant befinden würde, war nicht abzusehen, ist aber genauso eingetreten. Nicht nur das: Der kometenhafte Aufstieg von Said El Mala ist beeindruckend. Newcomer der 3. Liga, Bundesliga-Debüt, Topscorer der Geißböcke und Fast-Nationalspieler.

Erinnerungen an Lukas Podolski

Es ist nur folgerichtig, dass die Kölner Fans dem Shootingstar zu Füßen liegen und genauso folgerichtig ist der Vergleich zu Lukas Podolski. Am Geißbockheim gibt es zum ersten Mal seit dem Weltmeister von 2014 ein Eigengewächs, dass schon in seiner Premieren-Saison das Zeug zur Kölner Identifikationsfigur hat. Schon jetzt flitzen die El-Mala-Trikots in sämtlichen Größen über die Sportplätze des Rheinlands. Mit seinen 19 Jahren ist der gebürtige Krefelder der absolute Star der Mannschaft. Der Hype, dessen Ursprung den Medien nachgesagt wird, der aber zum Großteil der erstaunlichen Leistung des Offensivspielers geschuldet ist, ist die logische Konsequenz der unermesslichen Sehnsucht nach einem neuen Prinzen. Der Youngster ist Balsam auf der zuletzt doch arg geschundenen und strapazierten Geißbock-Seele.

In einer idealen rot-weißen Welt würde diese Liaison von gestillter Sehnsucht eines Kölner Stars und sportlicher Leistung niemals enden dürfen. Die Fußball-Welt ist weder rot-weiß noch ideal, dennoch lief auch ein Lukas Podolski drei Jahre für die Profis des FC auf, bevor es die spätere Legende in die weite Welt zog. Warum sollte El Mala nicht den gleichen Weg gehen? Dass der 19-Jährige kein fertiger Spieler ist, seine Baustellen hat, steht außer Frage. Der Youngster fühlt sich in Köln wohl, kennt das Umfeld, hätte einen Verein, bei dem er viel Spielzeit sammeln würde und sich so weiterentwickeln könnte. Es ist alles andere als gesagt, dass El Mala in England oder bei den Top-Teams Europas seine Einsatzzeit bekommen würde.

Was ist finanziell möglich?

Die verehrenden Kölner Fans würden dem Youngster sicherlich den ein oder anderen sportlichen Fehltritt verzeihen, wie sie es einst auch bei Prinz Poldi gemacht haben. Zweifelsfrei sind die kolportierten Millionen von 35 bis 45 Millionen Euro reizvoll, immerhin gibt es im Sommer einige Ablösen zu zahlen, die die Leihkonstrukte mit sich bringen, aber ist bei El Mala nicht noch mehr möglich? Mal angenommen, der 19-Jährige fährt doch mit zur WM und spielt ein starkes, ein erfolgreiches Turnier – bei der nächsten Einschätzung des Online-Portals transfermarkt.de würde die Ablöse sehr schnell die 50, vielleicht die 60-Millionen Euro-Marke knacken. Und dann würden andere englische Clubs andere Summen auf den Tisch schmeißen.

Auch mit einem weiteren erfolgreichen Jahr in der Bundesliga würde der Marktwert wohl noch einmal steigen. Der Vertrag läuft bekanntlich noch bis 2030, es gibt keine Ablöse. Der FC kann also locker eine weitere Saison die Entwicklung des Spielers abwarten und dann statt einer Hand beide Hände aufhalten. Vor allem aber zeigt die aktuelle Saison die sportliche Bedeutung des Youngster. Said El Mala hat neun Treffer erzielt, vier weitere vorbereitet. El Mala ist damit nicht nur an nahezu jedem dritten Treffer der Geißböcke direkt beteiligt, der Offensivspieler hat den Kölnern durch seine Tore viele Punkte beschert. Punkte, ohne die die Situation im Abstiegskampf nahezu aussichtslos wäre. Es wird schwer einen adäquaten Ersatz zu finden. Und in der jüngeren Vergangenheit haben die über Jahre hinweg nicht ersetzten Leistungsträger zu massiven Problemen geführt.

Andererseits…

Ein möglicher Wechsel von Said El Mala zu Brighton & Hove Albion hätte das Potenzial, zum Musterbeispiel für die strategische Neuausrichtung im erzielen hoher Transfererlöse durch die Ausbildung vielversprechender Talente zu werden. Aus Vereinssicht ist die Argumentation nahezu zwingend. Eine Ablösesumme von rund 35 Millionen Euro plus Boni, wie die „BILD“ zuletzt hat verlauten lassen, würde El Mala nicht nur zum teuersten Abgang der Vereinsgeschichte machen und den bisherigen Rekord von Anthony Modeste (Der Franzose ging damals für 29 Millionen nach China zu TJ Tianhai) klar übertreffen. Das wäre kein bloßer Transfererfolg, sondern ein Statement. Köln würde eindrucksvoll demonstrieren, dass der eingeschlagene Weg trägt. Junge Spieler verpflichten, entwickeln und gewinnbringend verkaufen. Ein Deal dieser Größenordnung wäre die Bestätigung dieses Modells in Reinform.

Endlich Ruhe im El Mala-Hype

Auch mit Blick auf das stets rumorende Innenleben des Klubs spricht vieles für einen Schnitt. Die Beziehung zwischen El Mala und Trainer Lukas Kwasniok entwickelte sich in dieser Saison zum wiederkehrenden Diskussionsthema. Jede Entscheidung rund um den Offensivspieler wurde seziert, jede Personalie aufgeblasen. Zwischenzeitlich entstand der Eindruck eines abgekühlten Verhältnisses. Ein Wechsel würde diese Dauerdebatte abrupt beenden und dem Umfeld des 1. FC Köln die dringend benötigte Ruhe verschaffen. Der Fokus könnte wieder konsequent auf dem Sportlichen liegen, statt auf Nebenschauplätzen. Es würden wieder Pressekonferenzen vergehen, an denen Kwasniok keine Frage zu El Mala beantworten müsste, was der FC-Coach sicherlich begrüßt.

Sportlich wirkt der Schritt ebenso folgerichtig. El Mala hat in der Bundesliga nachdrücklich bewiesen, wie schnell er sich an ein höheres Niveau anpassen kann. Der Sprung aus der dritten Liga galt einst als Wagnis, entpuppte sich jedoch als Erfolgsgeschichte. Heute steht ein Spieler, der nicht nur mithält, sondern Spiele prägt. Vor diesem Hintergrund verliert die Frage nach der vermeintlich zu großen Premier League an Gewicht. Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

El Mala ist bereit für den nächsten Schritt

Brighton bietet dafür nahezu ideale Bedingungen. Der Klub steht wie kaum ein anderer für nachhaltige Spielerentwicklung auf höchstem Niveau. Junge Talente erhalten Vertrauen, Verantwortung und eine klare sportliche Perspektive. Gleichzeitig fungiert der Verein als Sprungbrett in die europäische Spitze. Für El Mala könnte der Wechsel an die Südküste Englands genau der entscheidende Zwischenschritt sein, um sich dauerhaft auf Topniveau zu etablieren. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist zudem das familiäre Umfeld. Berichten zufolge wäre auch ein Wechsel von Malek El Mala Teil des Gesamtpakets. Für Said El Mala wäre das ein entscheidender Stabilitätsanker.

Sein Bruder spielt eine zentrale Rolle in seiner Entwicklung. Dass ein früherer Wechsel zu Borussia Dortmund unter anderem an diesem Punkt scheiterte, unterstreicht die Bedeutung dieses Aspekts. In Brighton könnte er sportlichen Fortschritt und persönliches Gleichgewicht miteinander verbinden. Hinzu kommt die Arbeit unter Fabian Hürzeler. Der Trainer gilt als eines der spannendsten Profile im europäischen Fußball. Seine intensive, fordernde Spielweise verlangt den Spielern körperlich und mental alles ab. Genau darin liegt für El Mala eine große Chance. Bereits unter Kwasniok wurde deutlich, wie sehr ihn ein solches System fordert. In der Premier League wird diese Intensität zum Dauerzustand. Für einen Spieler mit seinem Potenzial gibt es kaum ein besseres Umfeld, um den nächsten Entwicklungsschritt zu erzwingen und sein Maximum abzurufen.


Fehler, Frust, Verwandlung: Ragnar Aches Wendepunkt beim 1. FC Köln

Ragnar Ache vom 1. FC Köln
,
Startseite » News » Seite 142

Fehler, Frust, Verwandlung: Ragnar Aches Wendepunkt beim 1. FC Köln

Vom Tiefpunkt zurück zur Topform: Ragnar Ache spricht über Selbstzweifel, Fehler und seinen Wendepunkt bei den Geißböcken. Eine ungewöhnliche Typveränderung brachte ihn zurück in die Spur und für den Klassenerhalt steht bereits die nächste bereit beim 1. FC Köln: Ragnar Aches besondere Wette für den Klassenerhalt.

Fehler entscheiden Spiele und prägen Karrieren. Ragnar Ache spricht offen über Druck, Kritik und seinen mentalen Tiefpunkt beim 1. FC Köln und darüber, wie ein ungewöhnlicher Neuanfang ihn zurück in die Spur brachte.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

“Fußball ist ein Fehlersport” so die Floskel, die einen festen Platz im Repertoire der Coaches hat, um nach 90 Minuten das Geschehene irgendwie in Worte zu fassen. In einem Podcast des 1. FC Köln haben sich daran nun Ragnar Ache und Denis Huseinbašić versucht.“ Fehler machen ist menschlich”, argumentierte Ache und zog Vergleiche mit den ganz großen seiner Zunft heran: “Ronaldo macht Fehler, Messi macht Fehler, Mbappé macht Fehler, Kvaratskhelia macht Fehler, Dembélé macht Fehler und der hat den Ballon d’Or gewonnen. Ich würde sagen, die besten Leute machen Fehler, ob es jetzt im Alltag ist oder auf dem Fußballplatz oder wo dann auch”.

Ache: „Da war ich kurz durch mit meinem Kopf“

Dass Fehler als professioneller Fußballer auf einem Rasen vor 50.000 Zuschauern eine andere Qualität haben als etwa beim Verwechseln von Salz- und Zuckerstreuer beim Frühstück, nehme er zwar wahr, gleichzeitig habe er hat aber einen gesunden Umgang damit entwickelt. “Von den ganzen Leuten drumherum, die kennen dich, aber die kennen dich gar nicht. Die wissen nicht, wie hart du daran arbeitest jeden Tag, die wissen nicht, was du zu Hause machst. Und die Leute haben dann meistens das meiste zu sagen über deine Fehler”. Priorität habe seiner Ansicht nach die Meinung seines direkten Umfeldes im Verein: “Am Ende des Tages musst du auf die Leute achten, die nah bei dir dran sind. Und wenn die sagen, okay, das ist ein Fehler und du kannst besser das und das machen, dann höre ich da eher drauf, als wenn jemand, der auf der Tribüne sitzt und noch nie in seinem Leben Fußball gespielt hat oder sowas.”

Ache, der in der zweiten Saisonhälfte in der Sturmspitze unangefochtene erste Wahl von Trainer Lukas Kwasniok ist, musste sich in der Hinrunde noch mit Startschwierigkeiten herumschlagen. Verletzungsprobleme bremsten ihn zunächst aus und er benötigte etwas Zeit, um sich in der Domstadt einzugewöhnen. So musste der Mittelstürmer bis zum neunten Spieltag warten, um sein erstes Tor im Trikot des FC zu erzielen. Doch auch der Treffer im Hinspiel gegen den Hamburger SV brachte nicht die Wende. Im Gegenteil, danach ereignete sich der Tiefpunkt seiner Zeit beim 1. FC Köln, ließ er verlauten: “Das lief ja gar nicht im Winter, oder kurz vor dem Winter. Da hat der Trainer mich ausgewechselt gegen Union. Da war ich kurz durch mit meinem Kopf.”

Kwasniok stand seinem Schützling stets zur Seite und betonte immer wieder, wie wertvoll Aches Fähigkeiten in der Luft und im Eins-gegen-Eins für die Domstädter sind. Dennoch zog er gegen die Köpenicker die Reißleine und nahm Ache nach nur 60 Minuten vom Feld. Auch in der folgenden Winterpause setzte sich dieser Trend fort, so Ache. “Im Trainingslager, genau das Gleiche. Da lief gar nichts. ich glaube, ich habe immer noch das von dem Union-Spiel einfach mitgenommen. Das saß die ganze Zeit in meinem Kopf. Ich war auch nicht ansprechbar, fast die ersten zwei Tage.“

Farbenfrohe Wette auf den Klassenerhalt

Nach der Winterpause ging es für die Kölner nach Heidenheim. Auch auf der Ostalb fehlte Ache die nötige Kaltschnäuzigkeit. Gleich zweimal bot sich ihm die Chance, seine Mannschaft in Führung zu bringen. Doch erst scheiterte der Mittelstürmer mit einem unplatzierten Volleyversuch aus sieben Metern an Heidenheims Schlussmann Diant Ramaj. In der ersten Minute der Nachspielzeit schoss er diesen erneut an, als er im Fünfmeterraum grätschend ungedeckt zum Abschluss kam. “Dann dachte ich nach dem Heidenheim-Spiel, ich muss irgendwas ändern. Und dann dachte ich, okay, neuer Start. Ich färbe meine Haare. Habe ich gemacht. Bis jetzt hat es geklappt.” Und wie: seitdem er die blondierten Haare trägt, war der 27-Jährige vier Mal erfolgreich vor dem gegnerischen Tor, netzte Doppelt gegen Mainz, traf auch in Stuttgart, dazu das Fallrückzieher-Tor gegen die TSG Hoffenheim.

Der Leistungsschub nach der Veränderung scheint demnach nicht an den Haaren herbeigezogen. Für die derzeit kriselnden Kölner hat sich der Stürmer deswegen den nächsten Coup zurechtgelegt. Sollte der FC den Klassenerhalt schaffen, will er sich die Haare rot färben.


Transferfrust mitten in der Derbywoche: Wird der Reitz-Abgang zum Vorteil für den FC?

, ,
Startseite » News » Seite 142

Transferfrust mitten in der Derbywoche: Wird der Reitz-Abgang zum Vorteil für den FC?

Mitten in der Derbywoche herrscht Unruhe bei Borussia Mönchengladbach. Kapitän Rocco Reitz wechselt im Sommer nach Leipzig. Fans reagieren irritiert, auch der Zeitpunkt der Bekanntgabe stößt auf Kritik – und könnte so dem 1. FC Köln in die Karten spielen: Wird der Reitz-Abgang zum Vorteil für den FC?

Mitten in der Derbywoche verlässt Kapitän Rocco Reitz Borussia Mönchengladbach Richtung RB Leipzig, was bei den Borussen-Fans für Unmut sorgt und den Zeitpunkt der Bekanntgabe kritisch wirken lässt. Kann der 1. FC Köln diese Situation im Derby zu seinen Gunsten nutzen?

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Weniger als eine Woche vor dem Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach gab der Club vom Niederrhein am Montag den Abgang von Kapitän und Eigengewächs Rocco Reitz zu RB Leipzig bekannt. Der Transfer stößt bei vielen Fans sauer auf, zudem ist der Zeitpunkt der Bekanntgabe unsensibel gewählt. Kann der Reitz-Wechsel den dringend benötigten Kölner Sieg begünstigen? Der 23-Jährige verlässt seinen Ausbildungsclub für kolportierte 23 Millionen Euro. Damit wird er zum viertteuersten Abgang in der Geschichte der Gladbacher. „Die Ablösesumme, die wir für Rocco erhalten werden, ist die höchste, die Borussia je für einen selbst ausgebildeten Spieler generieren konnte. Der frühe Zeitpunkt der Einigung hilft uns sehr bei unseren Planungen“, sagt Rouven Schröder, Geschäftsführer Sport in einer Pressemitteilung des Vereins.

Reitz: „Werde mich zerreissen“

Klar ist, dass die Fohlen mit Reitz einen ihrer Schlüsselspieler verlieren. Reitz, der mit sieben Jahren nach Gladbach kam, hat den Sprung in den Profifußball geschafft und sich nach zwei Leihstationen im Mittelfeld etabliert. In Abwesenheit von Kapitän Tim Kleindienst, der mit einer Knieverletzung auch für das Spiel gegen Köln ausfällt, wurde ihm das Kapitänsamt übertragen. Wohl niemand im Gladbacher Kader strahlt so viel Identifikationspotenzial aus wie Rocco Reitz – und ebendieser verlässt nun den Verein. „Dass Rocco bis zum Ende der Saison alles in seiner Macht Stehende tun wird, um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen, darüber kann es angesichts seines Charakters und seiner Vita keinen Zweifel geben“, teilte Schröder mit.

Reitz selbst erklärte seine Entscheidung: „Ich habe mich entschieden, ab Sommer einen neuen Abschnitt in meiner Karriere zu beginnen. Natürlich kann ich verstehen, dass der eine oder andere meinen Entschluss, den Verein zu verlassen, nicht nachvollziehen kann. Diese Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen.“ Gleichzeitig betonte der zukünftige Leipziger die Bedeutung des anstehenden Duells mit Köln. „Ich kann versprechen, dass ich mich in jedem verbleibenden Spiel mit allem, was ich habe, zerreißen werde – vor allem im Derby jetzt am Wochenende.“

Ein Vorteil für den 1. FC Köln?

Es wäre sicherlich vermessen, aus den Verstimmungen rund um den Transfer einen sportlichen Vorteil für den 1. FC Köln abzuleiten. Schließlich konnten die Gladbacher am vergangenen Wochenende gegen St. Pauli einen 2:0-Sieg einfahren, obwohl ihr rotgesperrter Mittelfeldspieler nicht mitwirken konnte. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Wechsel für zusätzliche Spannung zwischen den Anhängern auf den Rängen und der Mannschaft auf dem Platz sorgt. Diese gilt es für Lukas Kwasniok und seine Geißböcke auszureizen, um die Wut über den Wechsel in Unsicherheit umzumünzen. Und die kann man vor einem prestigeträchtigen Spiel wie dem Derby am Samstag (Anstoß um 15:30 Uhr, abrufbar im Liveticker auf come-on-fc.com) sicher nicht gebrauchen.

Genauso wenig wie der FC nun die Gerüchte um Said El Mala gebrauchen kann. Der Kölner Offensivspieler soll laut „Bild“ Brighton eine mündliche Zusage für einen Sommer-Wechsel gegeben haben. Ein Nebenschauplatz, den man beim FC vor dem Derby sicher gerne vermieden hätte.


Kristoffer Lund will böse Erinnerungen vergessen machen: „Der volle Fokus liegt nur auf dem Spiel“

Kristoffer Lund beim Training des 1. FC Köln
,
Startseite » News » Seite 142

Kristoffer Lund will böse Erinnerungen vergessen machen: „Der volle Fokus liegt nur auf dem Spiel“

Im Hinspiel wurde er mit zwei verursachten Elfmetern zur tragischen Figur. Nun will es der 23-Jährige gegen Gladbach besser machen für den 1. FC Köln: Das sagt Kristoffer Lund zum Derby und den Erinnerungen.

Der FC bereitet sich auf die Begegnung gegen Gladbach vor. Am Rande des Trainings äußerte sich Kristoffer Lund zu seinem verkorksten Hinspiel, dem Derby und seinen WM-Chancen.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Die Erinnerungen an sein erstes Rheinderby sind nicht die besten. Kristoffer Lund verursachte gleich zwei Elfmeter im November vergangenen Jahres und hatte damit seinen nicht unwesentlichen Anteil an der Pleite bei der Borussia. Für den 23-Jährigen war es der Auftakt einiger Spiele, in denen der Linksverteidiger unglücklich agierte. „Ich habe schon am folgenden Tag den Fokus auf die kommende Begegnung gerichtet. Solche Dinge passieren. Aber ich bin Profi und weiß, dass nicht immer alles perfekt läuft“, sagte der Schienenspieler am Mittwoch am Rande des Trainings. „Das war ein schwieriges Spiel für mich, das stimmt schon. Ich freue mich aber jetzt auf das kommende Derby und weiß, dass es gut werden wird.“ Mittlerweile hat sich Lund ohnehin wieder gefangen, ist auch angesichts der personellen Situation unumstrittener Stammspieler.

„Es ist kein normales Spiel“

Überhaupt ist Lund einer der Dauerbrenner beim FC. Nur ein Mal in der aktuellen Bundesliga-Saison stand der Linksverteidiger nicht auf dem Platz, wenn die Geißböcke zu einem Liga-Duell aufliefen. Der Kölner Abwehrspieler kommt in 25 Begegnungen auf 1708 Minuten Einsatzzeit und ist somit einer der Konstanten in den Planungen von Lukas Kwasniok. Für kommenden Samstag dürfte der 23-Jährige somit wieder gesetzt sein. „Es ist kein normales Spiel. Mir ist die Bedeutung natürlich bewusst. Es wird ein wichtiges Spiel für uns“, sagte Lund. „Gladbach ist ein großer Verein mit hoher Qualität. Wir gehen schon mit Respekt in das Spiel. Aber wir wissen auch, was wir können.“ Dabei steht die Frage nach einer Vierer- oder Fünferkette für den 23-Jährigen nicht im Fokus. „Aus meiner Sicht kommt es immer auf das Spiel an. Das Trainerteam sucht dann die beste Taktik für den Gegner aus. Wir standen gegen Hamburg mit der Viererkette sehr stabil, wir haben aber auch schon in der Fünferkette stabil gespielt.“

Die Stimmung sei seit Wochenbeginn positiv, sagt Lund. Einen kleinen Dämpfer könnte es am Dienstag gegeben haben – zumindest für Lund. Denn er erhielt von US-Coach Mauricio Pochettino keine Einladung für die Nationalmannschaft. Zuletzt lief der in Dänemark geborene 2024 für das Team der USA auf und bestritt im September und Oktober Freundschaftsspiele gegen Kanada, Neuseeland, Panama und Mexiko. Viele Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme macht sich der 23-Jährige nicht: „Ich arbeite jeden Tag daran, mich zu verbessern. Es ist mein großer Traum zur WM zu fahren“, so Lund. „Man will natürlich jedes Mal berufen werden. Aber manche Dinge liegen nicht in deiner Hand. Ich fokussiere mich auf das, was ich beeinflussen kann und das ist die Arbeit hier im Club. Und jetzt liegt mein voller Fokus nur auf dem Gladbach-Spiel.“

Und die Vorfreude ist groß. „Jeder von uns liebt die großen Spiele und weiß um deren Bedeutung. Es geht eher um Jeder von uns weiß.


Ehemaliger FC-Jugendtrainer soll Kinder missbraucht haben – 1. FC Köln unterstützt bei Ermittlungen

Geißbockheim-Gelände des 1. FC Köln
,
Startseite » News » Seite 142

Ehemaliger FC-Jugendtrainer soll Kinder missbraucht haben – 1. FC Köln unterstützt bei Ermittlungen

Am Mittwoch wurde ein Fall mutmaßlichen Kindesmissbrauchs bekannt, der auch den 1. FC Köln betrifft. 2009 soll ein ehemaliger Jugendtrainer des Vereins einen 10-jährigen Jungen missbraucht haben. Der 1. FC Köln unterstützt die Ermittlungen im Missbrauchsfall.

Die Tat in seiner Zeit beim FC soll nicht die einzige sein, die ein heute 43-Jähriger begangen hat. Auch in Bayern soll der in Untersuchungshaft sitzende Ex-Co-Trainer der Kölner Jugend ein Kind missbraucht haben.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.

Auch wenn der Fall bereits Jahre zurückliegt, verliert er nicht an Brisanz. Wie die „Bild“ am Mittwoch berichtet, soll ein ehemaliger Jugendtrainer des 1. FC Köln auch in seiner Zeit beim FC ein Kind missbraucht haben. 2009 nahm der Coach seine Arbeit am Geißbockheim auf und trainierte als Co-Trainer die U10-Junioren. In Köln soll der Mitarbeiter dann seine erste Tat begangen haben. Es handele sich um einen zehnjährigen Jungen aus Bayern, den der Trainer nach Köln eingeladen haben soll. Aktuell sitzt der Deutsche wegen des Verdachts des Kindesmissbrauchs in Untersuchungshaft.

1. FC unterstützt bei Ermittlungen

Auch 2014 soll der heute 43-Jährige übergriffig geworden sein und sich an einem 12-jährigen Jungen vergangen haben. Dieses Mal allerdings in Bayern, wo er bei einem Verein in Oberhaching arbeitete. „Es besteht ein Zusammenhang mit seiner Funktion als Fußballtrainer“, äußerte Staatsanwältin Juliane Grotz gegenüber der „Bild“. Der mutmaßliche Täter sitzt bereits seit Dezember 2025 in Untersuchungshaft. Im Zuge der Ermittlungen kontaktierten die zuständigen Beamten über 70 mögliche Betroffene – so auch den 1. FC Köln.

Die Münchener Zuständigen ermitteln nun auch im Kölner Umfeld und haben den FC in einem Schreiben über den Vorfall informiert. „Der 1. FC Köln unterstützt die Staatsanwaltschaft bei der Aufklärung des Sachverhalts selbstverständlich vollumfänglich und hat den Behörden umgehend geantwortet“, zitiert die „Bild“ den Verein. „Dem 1. FC Köln waren die im Raum stehenden Vorwürfe bis zum Eingang des behördlichen Schreibens gänzlich unbekannt. Es lagen zu keinem Zeitpunkt entsprechende Verdachtsmomente vor. Grundsätzlich nehmen wir das Thema Kinder- und Jugendschutz beim 1. FC Köln außerordentlich ernst.“