Schulterschluss für Satellitenplätze im Grüngürtel – Der 1. FC Köln bekommt Unterstützung von Ballfieber Colonia

Das Geißbockheim des 1. FC Köln mit Trainingsplatz
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Schulterschluss für Satellitenplätze im Grüngürtel – Der 1. FC Köln bekommt Unterstützung von Ballfieber Colonia

Wenige Tage vor der entscheidenden Ratssitzung am 2. Juli hat der 1. FC Köln ein politisches Signal gesetzt. FC-Präsident Jörn Stobbe unterzeichnete am 24. Juni gemeinsam mit Vera Krauß von Ballfieber Colonia e.V. und Oliver Seeck, dem Vorsitzenden des Sportausschusses der Stadt Köln, eine gemeinsame Erklärung — initiiert von Ballfieber Colonia, getragen von allen drei Seiten. 1. FC Köln und Ballfieber Colonia: Gemeinsame Erklärung für Plätze.

Im Ringen um weitere Trainingsmöglichkeiten für die Mannschaften des Vereins ist der 1. FC Köln einen kleinen Schritt nach vorne gegangen.

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Kampfbahn am Fort Deckstein: Seit 2021 kostenlos vom FC bereitgestellt

Ballfieber Colonia ist ein Kölner Breitensportverein, der seit Jahren Kinder und Jugendliche in Bewegung bringt. Seit 2021 stellt der 1. FC Köln dem Verein die sogenannte „Kampfbahn“ am Fort Deckstein unentgeltlich zur Verfügung — 122 Kinder finden dort eine sportliche Heimat. Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat nun beantragt, diese Satellitenfläche zu ertüchtigen. Ballfieber Colonia begrüßt das ausdrücklich. In der gemeinsamen Erklärung heißt es, man befinde sich „in konstruktiven Gesprächen“ darüber, ob dem Verein ein Teil der Kampfbahn als Naturrasen erhalten werden könne. Geprüft werde zudem eine mögliche Beteiligung des FC an einem Funktionsgebäude. Beide Seiten betonen: „Hier wird nichts gegeneinander ausgespielt — im Gegenteil: Hier entsteht ein fast musterhafter Schulterschluss zwischen Breitensport und Profifußball.“

Für den FC geht es um weit mehr als die „Kampfbahn“

Der Kontext ist größer. Der FC benötigt im Zuge des geplanten Neubaus seines Nachwuchsleistungszentrums am Geißbockheim mindestens drei zusätzliche Satellitenplätze — weil durch den NLZ-Bau zunächst ein eigener Platz wegfällt. Die Flächen müssen nah am Geißbockheim liegen. Wenige hundert Meter Anfahrt machen bereits den entscheidenden Unterschied, wenn rund 30 Minibusse täglich Kinder aus dem gesamten Rheinland zum Training transportieren. Stobbe hatte die Dringlichkeit zuletzt klar formuliert: „Die Uhr tickt, wir platzen aus allen Nähten. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die nötigen Plätze bekommen. Der Wille, den FC zu unterstützen, ist da — und wir werden alle damit überraschen, dass wir es hinkriegen.“

Ratssitzung am 2. Juli: Mehrheiten noch offen

Am 2. Juli soll das Thema auf die Tagesordnung der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause kommen. Die Unterstützung von Oberbürgermeister Torsten Burmester und der SPD-Fraktion gilt als gesichert — ob darüber hinaus Mehrheiten zustande kommen, ist noch offen. Die gemeinsame Erklärung vom Fort Deckstein ist in diesem Zusammenhang auch ein politisches Dokument. Sie zeigt, dass die Satellitenflächen-Frage nicht als Nullsummenspiel zwischen FC-Interessen und Breitensport verstanden werden muss. Auch DJK Südwest und der SC 06 Blau-Weiß Köln nutzen laut der Erklärung Flächen am Fort Deckstein — ausdrücklich heißt es, deren Bedürfnisse sollten „in einer Gesamtlösung mitbedacht werden“.

Der 1. FC Köln und der Vorsitzende des Sportausschusses sichern Ballfieber Colonia ihre Unterstützung zu, „eine tragfähige Lösung für den Kinder- und Jugendfußball zu finden.“ Bis zum 2. Juli bleibt nicht mehr viel Zeit.


Urteil noch am selben Tag: Geißbockheim-Streit des 1. FC Köln geht in die nächste Runde

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Urteil noch am selben Tag: Geißbockheim-Streit des 1. FC Köln geht in die nächste Runde

Im Rechtsstreit um den Ausbau des Geißbockheims geht es in die nächste Runde: Denn am 11. Juni steht die Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster an. Und dann soll alles ganz schnell gehen. Die Urteilsverkündung der Entscheidung ist noch für den selben Tag geplant. Dann steht der nächste Schritt an für den 1. FC Köln: Neue Entscheidung zum Ausbau des Geißbockheims.

Nach bereits jahrelangen Auseinandersetzungen im Streit um die Nutzung der Gleueler Wiese steht nun die Entscheidung des OVG an. Und diese könnte für den 1. FC Köln richtungsweisend sein.

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In wenigen Tagen ist es nun so weit – die langwierigen Auseinandersetzungen um den Ausbau des Trainingsgeländes des 1. FC Köln gehen in eine neue Runde. Dann soll Bewegung in die bereits lange andauernde Hängepartie kommen. Im Frühjahr 2024 hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Entscheidung des OVG Münster aus 2022 aufgehoben und die Angelegenheit zurück nach Münster gegeben. Dort soll es in einer erneuten Verhandlung nun zu einem Urteilsspruch kommen. Gegenstand der Verhandlung ist der von der Stadtverwaltung Köln bereits 2020 genehmigte Bebauungsplan „RheinEnergieSportpark in Köln-Sülz“. Ob dieser rechtsmäßig ist, soll nun geprüft werden. Seit Jahren verfolgt der FC das Ziel, seine Trainings- und nachwuchsbedingungen am Geißbockheim zu verbessern und das Gelände auszubauen.

Wegmarke im ewigen Streit um den Ausbau steht nun an.

Zusätzlich dazu ist neben dem Ausbau der bereits bestehenden Anlagen auch die Errichtung weiterer Spielflächen. Als Ausgleichsmaßnahme sollen auf der Gleueler Wiese im Kölner Grüngürtel mehrere öffentlich nutzbare Kleinspielfelder entstehen. Doch genau hier liegt das Problem. Seit Jahren gibt es zu den Plänen Widerspruch von Naturschützern und Ausbaugegnern. Sie sehen in den Plänen einen Eingriff in eine unter Denkmal- und Landschaftsschutz stehende Grünfläche und kritisieren die mit den Spielfeldern einhergehende Versieglung von freien Flächen. Im November 2022 gab das OVG Münster der Klage der Umweltverbände Recht, der FC ging gegen die Entscheidung vor und bekam vor dem Bundesverwaltungsgericht recht. In Leipzig begründeten die Richter ihre Entscheidung 2024 so: „Die Versiegelung eines geringfügigen Teils dieser Gesamtfläche ist mit ihrem Charakter als Grünfläche vereinbar“.

Das Urteil 2024 beruft sich darauf, dass das OVG den Bebauungsplan mit rechtlich nicht tragfähigen Erwägungen verworfen habe. Vor allem hielt das Gericht die Bewertung der geplanten Kleinspielfelder auf den Grünflächen für fehlerhaft und verwies das Verfahren zurück nach Münster. Am 11. Juni um 9 Uhr kommt es dort nun zu einer Entscheidung. Das Urteil in Leipzig war für die Geißböcke zwar ein Teilerfolg, dennoch steht die endgültige Urteilssprechung noch aus. Die Wegmarke im ewigen Streit um den Ausbau steht nun an. Sollte das OVG Münster den Bebauungsplan nun bestätigen, könnte der FC seinem Ziel ein Stück näher gekommen sein.

„Ein modernes NLZ am Geißbockheim und die olympische Idee entspringen demselben Gedanken“ – FC-Präsident Stobbe hofft auf Schub für Geißbockheim und Stadion-Ausbau

Jörn Stobbe bei der Kickoff-Veranstaltung zur Kölner Olmypia-Bewerbung
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„Ein modernes NLZ am Geißbockheim und die olympische Idee entspringen demselben Gedanken“ – FC-Präsident Stobbe hofft auf Schub für Geißbockheim und Stadion-Ausbau

Heute ist Stichtag für das Einreichen der Olympia-Bewerbungen und auch Köln ist mit im Rennen. FC-Präsident Jörn Stobbe sprach mit come-on-fc.com unter anderem über die Chancen einer Austragung in Köln. Was kann der FC tatsächlich beitragen, was würden die Spiele die Stadt kosten – und wem würden sie am Ende nützen? Der 1. FC Köln und Olympia: Jörn Stobbe hofft auf Fortschritte beim FC.

Vereinspräsident Jörn Stobbe spricht von einer gemeinsamen Vision für die Stadt und macht keinen Hehl daraus, dass er sich vom olympischen Schwung auch Fortschritte am Geißbockheim erhofft. Was kann der FC zur Bewerbung beisteuern, was könnten die Spiele die Stadt kosten und wie bewerten Kritiker die Pläne?

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Vor einigen Wochen stimmten die Kölner Bürgerinnen und Bürger darüber ab, ob sie sich Olympische Spiele vor der eigenen Haustür vorstellen können und mit dem heutigen 4. Juni erreicht die deutsche Olympiabewerbung einen wichtigen Meilenstein. Bis zum Ablauf des Tages müssen die interessierten Regionen ihre Bewerbungsunterlagen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einreichen. Für die Initiative KölnRheinRuhr bedeutet der Stichtag den Übergang in die nächste Phase. Das knappste Ergebnis aller 17 am Referendum beteiligten Kommunen kam aus Köln: 57 Prozent. Hätte die sogenannte „Leading City“ mit ihren vielen angedachten Disziplinen mit „Nein“ gestimmt, wäre das Konzept gescheitert. Das knappe „Ja“ der Kölnerinnen und Kölner hat auch beim 1. FC Köln für Begeisterung gesorgt. Präsident Jörn Stobbe ließ sich dazu in einem euphorischem Statement wie folgt zitieren: „Mein Vater Horst hat mir als ehemaliger Olympionike oft vom olympischen Geist erzählt – heute spüre ich einen Hauch dieses Geistes in unserer Stadt. Jetzt liegt es an uns allen, diesen Schwung zu nutzen, um Köln schneller, effizienter und mutiger zu machen. Wir als FC sind bereit, unseren Teil beizutragen“.

Doch worin könnte dieser Beitrag konkret bestehen – und welche Effekte erhofft man sich am Geißbockheim, sollten tatsächlich Spiele in Köln stattfinden?

FC-Präsident Stobbe: „Wir spüren einen klaren politischen Willen“

Den Verantwortlichen und Unterstützern des Vereins beschäftigt der Erhalt und Ausbau des Geißbockheims seit Jahren. Noch am letzten Heimspieltag gegen Heidenheim zeigte die Südkurve Banner mit bekannten Appellen an die Entscheidungsträger. Von der Olympia-Bewegung erhofft man sich in dieser Angelegenheit Fortschritte, wie Stobbe auf Anfrage von come-on-fc.com erläuterte: „Wir wollen und müssen uns bekanntermaßen am Geißbockheim weiterentwickeln, um in der Bundesliga dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben. Ebenso gehört dazu, dass wir seriös und intensiv alle Optionen prüfen, das RheinEnergieSTADION zu modernisieren und langfristig sogar auszubauen. Unter der Führung von Oberbürgermeister Torsten Burmester spüren wir einen klaren politischen Willen, dem Sport in Köln mehr Bedeutung beizumessen. Dieser Kurs hat durch das Votum für Olympia abermals eine Legitimation durch die Bürgerinnen und Bürger Kölns erhalten.“

In den Plänen des Organisationskomitees ist das RheinEnergieSTADION als Veranstaltungsort für Fußball und Siebener-Rugby vorgesehen, auf der angrenzenden Jahnwiese soll Bogenschießen stattfinden. Einen Ausbau des Stadions sehen die Olympia-Planungen dabei nicht vor. Dennoch, so Stobbe, wirkten Großereignisse dieser Art häufig als Beschleuniger für Prozesse, die unter normalen Umständen Jahre dauerten. Der FC-Präsident macht dazu deutlich: „Wenn Köln als ‚Leading City‘ einer so wichtigen Bewerbung auftritt, muss auch der Anspruch steigen, die Infrastruktur der Stadt in allen Bereichen zu verbessern“.

Das macht den FC unersetzlich für Kölns Olympia-Pläne

Dabei betont er ausdrücklich, dass der Verein seine Strahlkraft nicht als Verhandlungsmasse verstehe: „Es geht hier nicht um ‚Deals‘ oder taktische Gegengeschäfte. Es geht um eine gemeinsame Vision für Köln. Wenn die Stadt den Anspruch hat, Gastgeberin für die Welt zu sein, muss sie auch die Rahmenbedingungen für ihre lokalen Leuchttürme schaffen. Ein modernes NLZ am Geißbockheim und die olympische Idee entspringen demselben Gedanken: Wir wollen den Sport in Köln stärken und zukunftsfähig machen. In diesem Geiste führen wir die Gespräche mit der Politik über mögliche Synergien“, teilte der Präsdent come-on-fc.com mit.

Den größten Beitrag des Vereins sieht Stobbe in der kulturellen Verankerung des FC mit der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern: „Wir sehen uns als konstruktiver Partner der Stadt Köln. Wir signalisieren den Verbänden: Der 1. FC Köln steht hinter dieser Vision. Mit unserer Infrastruktur, unserer Erfahrung und unserer riesigen Fan-Basis sind wir ein Aktivposten, der eine Bewerbung glaubwürdig und lebendig macht.“

Eine Frage der Glaubwürdigkeit

Das Land NRW und die Stadt Köln können den 1. FC Köln als Glaubwürdigkeits-Booster im Bewerbungsprozess für die Spiele gut gebrauchen. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass Olympische Spiele nicht selten zur Belastungsprobe für das Vertrauen zwischen Verein, Stadtpolitik und Bevölkerung werden. „In der Vergangenheit hat es immer wieder Fälle gegeben, in denen Städte im Zusammenhang mit Großveranstaltungen ihre Glaubwürdigkeit verspielt haben. Deshalb ist es entscheidend, dass die Stadt den gesamten Prozess von Anfang an transparent gestaltet und aktiv Vertrauen aufbaut“, sagt Dr. Kirstin Hallmann vom Institut für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln, die unter anderem zu Mega-Events und ihren wirtschaftlichen Auswirkungen forscht.

Die Sportökonomin mahnt, mögliche Herausforderungen nicht zu unterschätzen: „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Öffentlichkeit zunächst mit allzu optimistischen Versprechen besänftigt wird, nur damit am Ende eine massive Kostenexplosion ans Licht kommt. Denn genau das ist die Befürchtung vieler Bürgerinnen und Bürger. Natürlich lässt sich nicht jede Kostensteigerung im Voraus kalkulieren. Doch die Erfahrungen aus vergangenen Spielen sprechen eine deutliche Sprache: Die tatsächlichen Kosten lagen mitunter um 150 bis 170 Prozent über den ursprünglichen Schätzungen“. Das jüngste Beispiel sind die Spiele von Paris 2024, wo die Kosten von geplanten 2,4 auf 6,6 Milliarden Euro stiegen.

Das sagen Olympia-Kritiker

Auch Kritiker der Kölner Bewerbung verweisen auf diese Erfahrungen. So weist etwa die Initiative „NOlympia Köln” darauf hin, dass die Stadt bereits heute mit knappen Mitteln haushalten muss. Es fehle an Geld für sanierte Schulen, ausreichend Kita-Personal, eine leistungsfähige KVB, Radwege sowie intakte Schwimmbäder, Turnhallen und Sportplätze. Zusätzliche Olympia-Kosten könnten das bestehende Haushaltsdefizit weiter vergrößern. Auch am versprochenen wirtschaftlichen Nutzen bestehen Zweifel. „Die Argumentation, Olympia bringe Investitionen, ist schlichtweg falsch. Es rechnet sich nicht, am Ende zahlt man drauf“, sagt Jörg Detjen von NOlympia Colonia gegenüber dem ZDF. Als mögliche Nebenwirkungen nennen Ökonomen zudem steigende Preise und Mieten sowie Wohnraumverknappung, indessen Wohnraum bereits heute dringend gebraucht wird.

Nächste Schritte erst im September

Der innerdeutsche Wettbewerb geht unterdessen weiter. Am 26. September entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), mit welcher Bewerbung sich Deutschland um die Ausrichtung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 beim Internationalen Olympischen Komitee bewirbt. Neben KölnRheinRuhr sind auch München und Berlin im Rennen, in Hamburg fiel das Votum gegen eine Olympiabewerbung aus. Stobbe ist überzeugt, dass der 1. FC Köln bei der DSOB-Entscheidung eine Rolle spielen wird: „Der FC ist ein emotionaler Motor dieser Stadt. Unser Beitrag liegt in der Mobilisierung der Menschen und der Vermittlung der olympischen und paralympischen Werte – Leistung, Fairplay und Zusammenhalt. Wir stellen unser Know-how in der Organisation von Großevents zur Verfügung und sind bereit, den Standort Müngersdorf als lebendigen Bestandteil der Spiele mitzugestalten“. Nach dem Ende der Bewerbungsfrist heißt es nun vorerst aber erst einmal Abwarten.

Ausbau des Geißbockheims lässt weiter auf sich warten – Prozess erst im Sommer 2026

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Ausbau des Geißbockheims lässt weiter auf sich warten – Prozess erst im Sommer 2026

Eigentlich hatte der FC mit der Wahl des neuen Präsidiums und des neuen Kölner Oberbürgermeisters auf eine baldige Lösung gehofft. Es sollte voran gehen für den 1. FC Köln: Der nächste Dämpfer beim Ausbau des Geißbockheims.

Nach bereits jahrelangen Auseinandersetzungen im Streit um die Nutzung der Gleueler Wiese gerät das Vorhaben erneut ins Stocken beim 1. FC Köln: Der nächste Dämpfer beim Ausbau des Geißbockheims.

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Gefühlt war es eine der ersten Amtshandlungen. Der neue Vorstand des 1. FC Köln und der designierte Bürgermeister der Stadt Köln Torsten Burmester waren erst wenige Tage gewählt, da gab es am Geißbockheim bereits das erste Treffen. Und damit die Hoffnung vieler FC-Fans, dass der jahrelang Kampf um den Ausbau eben jenes Geißbockheims endlich schneller voran geht. „Der 1. FC Köln ist tief in der Stadtgesellschaft verwurzelt. Umso mehr freut es uns, dass Torsten Burmester als neuer Oberbürgermeister den FC als ersten offiziellen Termin ausgewählt hat. Wir wollen diesen guten Austausch fortsetzen und die gemeinsame Verantwortung für unsere Stadt aktiv wahrnehmen“, hatte FC-Präsident Jörn Stobbe Anfang Oktober gesagt. 

Prozess erst im kommenden Sommer

Tatsächlich hat der künftige Oberbürgermeister im Wahlkampf zum FC und dessen Ausbauplänen am Geißbockheim gestanden. Der FC würde auch weiterhin gerne seine drei Trainingsplätze auf den Gleueler Wiesen bauen. Doch wie der Kölner Stadt-Anzeiger in seiner Samstagsausgabe berichtet, wird es zumindest eine juristische Entscheidung über die Gültigkeit der beiden Bebauungspläne nicht so schnell geben. Das OVG Münster teilte dem Stadt-Anzeiger auf Nachfrage mit, dass die Verhandlung erst für kommenden Juni anberaumt ist. Ein Urteil könnte sogar noch am gleichen Tag erfolgen. Das OVG hatte 2022 die Pläne für den Umbau wegen eines Formfehlers für unwirksam erklärt. Das Urteil wurde später gekippt, nun gibt es im Juni die nächsten Verhandlungen.

FC-Geschäftsführer Philipp Türoff sagte dem Stadt-Anzeiger am Freitag: „Wir sind enttäuscht, dass es so spät ist, aber wir stellen uns darauf ein und sind bereit.“ Zuletzt hatte man sich eigentlich auf einen Kompromiss geeinigt. Dieser vom Verein und dem Bündnis aus Grünen, CDU und Volt erwirkte Kompromiss, zwar das Leitstungszentrum auf dem Gelände des bisherigen Fußballplatzes zu bauen, die drei weiteren Plätze allerdings nicht auf der Gleuler Wiese zu errichten, scheint gescheitert. Denn die Verwaltung der Stadt sollte neue Flächen für den Breitensport und den FC finden, die lassen aktuell aber noch auf sich warten.

Der FC kann sich auch bei gewonnenem Prozess auf neuen Ärger einstellen. Denn selbst wenn die Pläne vom OVG für wirksam erklärt würden und der FC die Baugenehmigung beantragen könnte, steht dem Bau noch einiges im Wege. Ein neuer Bebauungsplan soll die Gleueler Wiese als Grünflache schützen, der Aufstellungsbeschluss ist vom Rat seit vergangenem Jahr beschlossen. Sollte der FC nach gewonnenem Prozess den Bauantrag stellen, gäbe es aufgrund des Aufstellungsbeschlusses eine Veränderungssperre und dem Vorhaben wäre erneut erst einmal ein Riegel vorgeschoben.

Gelingt nun der Durchbruch am Geißbockheim? Was das Kölner Wahlergebnis für den FC bedeutet

Geißbockheim-Gelände des 1. FC Köln
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Gelingt nun der Durchbruch am Geißbockheim? Was das Kölner Wahlergebnis für den FC bedeutet

Das vergangene Wahl-Wochenende führt nicht nur durch das Wahlergebnis der FC-Mitgliederversammlung zu einer neuen Situation in Köln. Auch der Wechsel im Kölner Rathaus von Henriette Reker zum neuen Oberbürgermeister Torsten Burmester von der SPD könnte für Änderungen sorgen beim 1. FC Köln: Was bedeutet das Wahlergebnis in Köln für den FC?

Der Wahlerfolg von Torsten Burmester zum neuen Kölner Oberbürgermeister wird durchaus positiv aufgenommen beim 1. FC Köln: Was bedeutet das Wahlergebnis in Köln für den FC und den Ausbau des Geißbockheims?

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Tausende Mitglieder waren vor wenigen Wochen dem Aufruf des 1. FC Köln gefolgt. Die Anhänger des FC versammelten sich auf dem Kölner Heumarkt zu einer Groß-Demo. Das Motto lautete: „Geißbockheim ausbauen – Plätze für unsere Pänz“. Der Verein wollte damals ein Zeichen in Richting Politik senden. Die Wichtigkeit des Ausbaus auf der Gleueler Wiese im Kölner Grüngürtel sollte untermauert werden.

„Jetzt ist es Zeit, in die Umsetzung zu gehen“

„Der Ausbau an unserem Geißbockheim ist schon vor vielen Jahren politisch völlig wirksam und demokratisch beschlossen worden. Doch die Umsetzung stockt ebenso seit vielen Jahren. Es herrscht totaler politischer Stillstand, es wird verschleppt, es wird einfach nicht gemacht. Unsere Pläne hier am Geißbockheim sind notwendig, maßvoll und nachhaltig. Jetzt ist es Zeit, in die Umsetzung zu gehen“, erklärte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff damals und ergänzte: „Wir wollen unserer Position Nachdruck verleihen und mit geschlossener Stimme mit dem Kölner Sport für unsere Zukunft eintreten. Seid dabei, macht mit und zeigt, dass unsere Zukunft jetzt beginnt.“

Den Beginn der neuen Zukunft erhofft sich der Verein nun sicherlich auch durch den Wechsel im Rathaus. Der neu gewählte Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) sprach sich im Gegensatz zu Vorgängerin Henriette Reker stets für die Ausbau-Pläne am Geißbockheim aus. Und er versprach dem FC in der Vergangenheit seine Unterstützung. Seit 14 Jahren kämpfen die Geißböcke nun schon ohne Erfolg um die Erweiterung der Trainingsanlage, konnten bisher aber noch keine Fortschritte erzielen (come-on-fc.com berichtete). Nun soll ein Durchbruch gelungen sein – hofft man zumindest in der Geschäftsstelle. Der Verein erhofft sich durch Burmester jetzt eine zeitnahe Lösung, um den Ausbau und die Erweiterung der Plätze für die Profis, die Nachwuchs- und Frauenteams voranzutreiben und mit einem neuen Nachwuchsleistungszentrum wettbewerbsfähig zu bleiben.

Türoff erwartet vom OB „vollen Einsatz für zeitnahe Lösungen“

So äußerte sich FC-Geschäftsführer Philipp Türoff gegenüber der „Bild“ positiv zum neuen Oberbürgermeister: „Torsten Burmester steht für den Sport, es ist eine sehr gute Nachricht für den FC, dass er jetzt unser OB in Köln ist. Er wird es zu einer seiner Prioritäten machen, die langjährige Blockade, um dringend benötigte Fußballplätze aufzulösen“, so Türoff. „Die SPD stand immer zu den damals vom Rat beschlossenen Plänen der Erweiterung am Geißbockheim, von Burmester als OB erwarten wir seinen vollen Einsatz für zeitnahe Lösungen.“ So der Plan der Kölner.

„Klimaschutz und Sport sind kein Gegensatz“

Und Gespräche soll es schon bald geben. „Ich werde mich diese Woche mit dem neuen Präsidium des FC treffen, um zu erfahren, wie sie das Thema sehen, damit wir endlich zu einer Lösung kommen“, sagte Burmester nun in einem Interview mit der „Kölnischen Rundschau„. „Klimaschutz und Sport sind kein Gegensatz. Und das muss auch die andere Seite anerkennen, die dogmatisch sagt: Im Grüngürtel oder auf der Wiese darf nichts gebaut werden. Für dieses Thema muss man eine politische Lösung finden. Das kann nicht wieder bis zum Sankt Nimmerleinstag verschoben werden.“

Es besteht eine nicht zu vernachlässigende Hürde für den FC und seine Pläne. Die SPD stellt zwar mit Burmester den OB, die Grünen sind allerdings mit 22 Sitzen – und somit vier Sitzen mehr als die SPD – die stärkste Fraktion im Kölner Rat. Damit ist die Verhandlungsposition der Grünen natürlich eine gute. Im Bezug auf das Thema 1. FC Köln und den Ausbau auf der Gleueler Wiese liegen die Meinungen der beiden Parteien weit auseinander. Die SPD befürwortet den Ausbau, die Grünen wollen diesen nicht. Je nachdem, welche Bündnisse die Parteien nach ihren Gesprächen miteinander eingehen, kann es also trotz der Unterstützung des Oberbürgermeisters durchaus schwierig werden für die Pläne des 1. FC Köln.

Konflikt ums Geißbockheim: Der 1. FC Köln zieht die nächsten Register

Geißbockheim-Gelände des 1. FC Köln
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Konflikt ums Geißbockheim: Der 1. FC Köln zieht die nächsten Register

Der 1. FC Köln ruft vor dem ersten Heimspiel der Saison am Sonntag zu einer Großdemonstration auf, um gegen Stillstand im Streit um die Erweiterung des Trainingsgeländes im Grüngürtel zu protestieren. Erwartet werden rund 4000 Menschen. Kurz vor den Kommunalwahlen in Köln geht man nun in die Offensive: Im Konflikt um das Geißbockheim zieht der 1. FC nun alle Register.

Nach einer jahrelangen politischen Hängepartie will man beim 1. FC Köln nun Druck mithilfe der FC-Anhänger ausüben: Im Konflikt um das Geißbockheim zieht der 1. FC nun alle Register.

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Bereits Anfang Juli gab es einen erfolgreichen Protest vor einer Ratssitzung. Die Ratsgruppe „Klima Freunde & Gut“ hatte damals kurzfristig einen Antrag mit dem Titel „Dauerhafte Sicherung der Gleueler Wiesen vor Bebauung“ auf die Tagesordnung setzen lassen. Daraufhin versammelten sich am nächsten Tag nach Angaben des 1. FC Köln etwa 300 Demonstranten, die sich lautstark wehrten. Mit Erfolg, denn der Antrag wurde abgelehnt. Diesen Sonntag folgt nun das nächste Kapitel im Streit zwischen dem 1. FC Köln und kommunalpolitischen Vertretern der Stadt Köln. Die Ausgangslage am Sonntag unterscheidet sich dabei deutlich vom damaligen Fall, bei dem man auf Vereinsseite einstig reagierte und den Worst Case abwehren konnte. Nun handelt es sich wohl um einen bewussten Schachzug der Verantwortlichen des FC. Aktion statt Reaktion.



„Geißbockheim ausbauen – Plätze für unsere Pänz“

Ziel sei es, kurz vor den Kommunalwahlen ein klares politisches Zeichen zu setzen, machte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff am Donnerstagmittag gegenüber Pressevertretern deutlich: „Der Protest wird zeigen, dass es nicht geht, ohne dass sich irgendeiner dann auch mal um ein Anliegen von uns kümmert. Und da ist jetzt im Wahlkampf einfach höchste Zeit, dass wir uns positionieren.“ Die Demonstration vor der Partie gegen Freiburg steigt unter dem Motto „Geißbockheim ausbauen – Plätze für unsere Pänz“. Die Botschaft sei klar und mache deutlich, worum es in der Debatte um das vielbestrittene Bauprojekt eigentlich geht, ergänzte Türoff: „Wir brauchen Fußballplätze. Vor allem Kunstrasenplätze, die hohe Trainingsintensitäten aushalten. Und die sollen so nah dran sein, dass hier bei Dunkelheit junge Mädchen und Jungs noch von einer Umkleide dahin und wieder zurückgehen können, ohne dass man sich wieder irgendeinem anderen Wahnsinn erträumen muss.”

Vizepräsident Wettich: „Werden keine Wahlempfehlung geben“

Am 14. September öffnen in Köln die Wahllokale. Die Mobilisierung der FC-Basis ist dann sicherlich auch für Parteien von Vorteil, die sich die Unterstützung von Sportvereinen durch Modernisierung oder die Schaffung zusätzlicher Sportflächen auf die Fahne geschrieben haben. Insofern kommt die Demo der SPD ganz recht. Im Wahlprogramm der Partei des Spitzenkandidaten Torsten Burmester heißt es: „Das Angebot an Sporträumen, -plätzen und Trainingszeiten muss mit der wachsenden Nachfrage in vielen Sportarten mithalten und deshalb ausgebaut werden.“ Mit dieser deutlichen Forderung steht die SPD hinsichtlich der Wahlprogramme allerdings allein dar.

Dadurch könnten sich in der Konsequenz durchaus Nachteile für andere Kandidaten ergeben. Parteien wie Bündnis 90/Die Grünen und Volt sprechen sich bekanntlich für den Schutz der innerstädtischen Grünflächen sowie für die Vermeidung zusätzlicher versiegelter Flächen aus. Und dennoch: Beim FC will man von Wahlkampf nicht sprechen. Man kämpfe nur in eigener Sache, parteiunabhängig, stellte FC-Vizepräsident Dr. Carsten Wettich klar: „Wir tun als FC erstmal gut dran, dass wir politisch neutral sind. Wir werden aufrufen, wie wir es auch bei anderen Wahlen gemacht haben, zur Kommunalwahl zu gehen. […] Aber wir werden keine Wahlempfehlung geben.“

Die Chance auf frischen Wind

Dennoch stecke in den Kommunalwahlen auch die Chance auf frischen Wind im Konflikt um das Geißbockheim, ist sich Wettich sicher: „Über alle Parteien hinweg herrscht ein größeres Verständnis jedenfalls dafür, die Bedürfnisse des 1. FC Köln wahrzunehmen. Auch wenn ich mit einer Grünen-Kandidatin (Gemeint ist Berivan Aymaz, OB-Kandidatin der Partei Bündis 90/ Die Grünen Köln Anm. d. Red.) spreche, existiert Verständnis dafür, was der FC als identitätsstiftendes Merkmal und auch als Werbeträger der Stadt bedeutet. Deshalb baut sie noch lange nicht die Plätze dazu. Aber selbst mit ihr hätten wir größere Hoffnung auf eine Lösung als in den letzten Jahren. Ich glaube, dass die Bedeutung des 1. Köln mehr erkannt wird in der Politik, als es in der Vergangenheit der Fall war.“

FC als Sprachrohr für Bürger und Breitensport

Ein schwerwiegender Punkt auf der langen Liste der Vorwürfe des Vereins gegenüber der Stadt ist auch das Nichteinhalten von Zusagen in der beschlossenen Kompromisslösung mit sogenannten Satellitenplätzen. Der Verein hatte zugesichert, vorerst auf die Gleueler Wiese zu verzichten, wenn Politik und Verwaltung im Gegenzug den Neubau eines Leistungszentrums am Geißbockheim ermöglichen und Plätze in unmittelbarer Nähe bereitstellen. Doch auch hier taten sich Schwierigkeiten auf: „Ein einziger Platz ist gebaut worden. Und damit hat auch die Stadt Köln wenig zu tun. Denn wir haben ihn auf unsere Kosten gebaut in Hürth“, stellte Wettich klar.

Aus der Untätigkeit und geringen Kooperationsbereitschaft der Stadt resultiert nicht nur beim FC, sondern auch weit über den Sport hinaus, tiefgreifende Unzufriedenheit mit Kommunalpolitischen Entscheidungen: “Was wir mitbekommen in den Gesprächen mit Mitgliedern, mit Fans, auch mit Bürgern ist, dass es einfach unverständlich ist, dass es nach zehn Jahren keine Lösung gibt. Egal, ob die am Ende für den Bebauung der Wiese oder für den Satellitenplatz sind. Es sind vielleicht ein Stück weit auch ein paar andere Projekte, die auch nicht ganz so gut funktioniert haben in Köln. Deshalb ist es ein emotionales Thema, das eine breite Rolle einnimmt“, so Wettich.

Im Konflikt um das Geißbockheim zieht der 1. FC nun alle Register

Darum will man sich am Sonntag nicht nur für die Belange des 1. FC Köln auf dem Heumarkt versammeln, sondern im Windschatten der Causa Geißbockheim gleich allumfassend die strukturellen Probleme der Sportstadt Köln den verantwortlichen ins Gedächtnis rufen, argumentierte Wettich: „Wenn sie zum Breitensport gehen, wenn sie zu den anderen Proficlubs gehen, etwa den Kölner Haien, die Probleme haben mit ihrer Trainingshalle und so weiter, das ist ja bei allen Clubs ähnlich. Ich glaube, wir sind halt diejenigen, die auch anderen eine Stimme geben können. Wir haben andere Kanäle, wir können mehr Menschen erreichen als im Breitensport. Das wollen wir nutzen. Und natürlich nutzen wir das auch, um für unsere Interessen zu kämpfen. Am Ende entscheidet erstmal der Wähler und dann entscheiden die Politiker das, was sie machen, aber natürlich möchten wir das Thema auf die Agenda bringen.”

Mit allen (demokratischen) Mitteln

Der Streit um den geplanten Ausbau des Geißbockheims dauert nun bereits mehr als zehn Jahre an. Der FC hatte ursprünglich mit drei Kunstrasenfeldern auf der Gleueler Wiese geplant sowie mit einem Jugend-Leistungszentrum neben dem Franz-Kremer-Stadion. Das Oberverwaltungsgericht in Münster (OVG) hatte Ende 2022 den von der Stadt Köln erstellten Bebauungsplan wegen Verfahrensmängeln für unwirksam erklärt. Der FC legte damals Beschwerde gegen die nicht zugelassene Revision ein und bekam Recht. Das OVG muss neu verhandeln. Die Lage im Verein ist demnach mehr als angespannt – einerseits aufgrund der ausstehenden Entscheidung in Münster, andererseits aufgrund der schleppenden Zusammenarbeit mit der Stadt Köln.

Für manche Außenstehende mag der drastische Kurs, den die Führungsebene des FC nun gehen will, fast schon wie eine Verzweiflungstat wirken. Dem Verein bleibt keine andere Wahl, als seine Basis zu mobilisieren. So will der FC laut Türoff „nochmals auf ein sehr wichtiges Zukunftsthema rund um den 1. FC Köln hinweisen und unseren Positionen mit Nachdruck Schwung für den Wahlkampf mitgeben”. Und bei der Demonstration am Sonntag will man es beim FC nicht belassen. Mit einer Petition sammelt der Verein Unterschriften, um noch auf diesen weiteren Weg Druck auf den Kölner Stadtrat auszuüben.


Ausbau Geißbockheim: Antrag versetzt 1. FC Köln kurzfristig in Aufruhr – und wird abgelehnt

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Ausbau Geißbockheim: Antrag versetzt 1. FC Köln kurzfristig in Aufruhr – und wird abgelehnt

Ein weiteres Kapitel in der unendlichen Geschichte um den Ausbau des Geißbockheims: Die Ratsgruppe „Gut & Klima Freunde“ hatte einen Antrag in die Ratssitzung einbringen wollen, der einen Ausbau auf den Gleueler Wiesen für die nächsten 30 Jahre untersagt hätte. Der FC rief zu einem Protest auf. Und der 1. FC Köln fühlt sich als Punktsieger im Ausbau-Streit.

Der Ausbau des Geißbockheims ist seit über einem Jahrzehnt eine Hängepartie. Jetzt wollte eine Ratsgruppe den Ausbau erschweren, indem sie die Gleueler Wiesen dauerhaft schützen wollten. In der Ratssitzung wurde der Antrag abgelehnt: Der 1. FC Köln fühlt sich als Punktsieger im Ausbau-Streit.

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Die Fronten verhärten sich mal wieder. Seit 2014 möchte der 1. FC Köln das Geißbockheim ausbauen, geschehen ist das aufgrund von Interessenskonflikten noch nicht. Zuletzt einigte man sich auf einen Kompromiss. So erteilte die Stadt dem FC eine Baugenehmigung für ein Nachwuchsleistungszentrum auf einem kleinen Kunstrasen direkt neben dem Franz-Kremer-Stadion. Dafür sollte der Verein auf den Bau von vier Trainingsplätzen auf den Gleueler Wiesen im Landschaftsschutzgebiet verzichten. Weil mit dem Kunstrasen ein Platz wegfällt, hatte die Stadt den Auftrag, nach alternativen Plätzen, sogenannten Satellitenplätzen, zu schauen, auf denen die Kölner trainieren können. Der Verein selber hat inzwischen einen in Hürth realisieren können und sei auch „beim Platz am Fort Deckstein (…) in den Gesprächen weitergekommen, um diesen Platz und die sanitären Anlagen umfangreich sanieren zu dürfen“, wie Präsident Werner Wolf beim Mitgliederstammtisch berichtete.

Antrag für Ratssitzung würde Ausbau unmöglich machen

Doch die Ratsgruppe „GUT & KLIMA FREUNDE“ brachte für die heutige Stadtratssitzung einen Antrag auf die „Dauerhafte Sicherung der „Gleueler Wiesen“ vor Bebauung“ ein. Der Plan der Gruppe war es, einen Nutzungsüberlassungsvertrag über die Fläche mit dem BUND zu schließen. Demnach sollte das Gelände für die kommenden 30 Jahre von Bauten unberührt bleiben. Das würde den Ausbau des Geißbockheims für den FC auf den Gleueler Wiesen unmöglich machen. Erst auf diese Art könne das Gebiet aber laut der Ratsgruppe ausreichend geschützt sein. Das sei wichtig, da die Wiese „ein Kernelement des landschaftsgeschützten Äußeren Grüngürtels“ und damit „Teil eines einzigartigen Konzepts einer Wald- und Wiesenlandschaft“ sei. Die Wohnbevölkerung habe so eine nahe Grünfläche. Das Bündnis aus Grünen, CDU und wohl auch Volt wolle den Vorstoß anscheinend unterstützen, hieß es.

„Wir arbeiten seit Jahren an Kompromisslösungen und wir haben die Hand immer ausgereicht für eine Kompromisslösung der Kompromisslösung. Es war fast immer so, dass die von uns erarbeitet worden sind“, sagte FC-Vizepräsident Eckard Sauren. „Es war immer klar, wir brauchen ein Leistungszentrum und die drei Plätze. Wir haben die Zusage für das Leistungszentrum, aber immer noch nicht die Plätze. Das ist dann so auch nicht viel wert. Mit dem Antrag ist das ein Schritt in die falsche Richtung.“ Der FC rief bereits am Mittwoch zu einer Gegenmaßnahme und zur Demonstration auf. „Die Spatzen pfiffen von den Dächern, dass so ein taktischer Antrag durchgehen könnte. Das hat zu der verschärften Rhetorik geführt. Es war jetzt mal Zeit für ein klares Signal“, sagte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff, der auch zugab, dass das Thema ein sehr emotionales sei. Der Antrag sei „eine Alibi-Geschichte, um weitere Hindernisse in die Welt zu setzen.“

300 Menschen demonstrieren

Tatsächlich versammelten sich rund 300 Menschen am Donnerstag vor dem Rathaus und demonstrierten lautstark. Und tatsächlich wurde der Antrag schließlich abgelehnt. Am Ende war es unter anderem die CDU, die dagegen stimmte, obwohl sie die Abstimmung selbst eingebracht und zunächst noch unterstützt hatte. „Wir haben im letzten Jahr den guten Kompromiss gefunden, dass das Geißbockheim erweitert werden und das Leistungszentrum gebaut werden kann. Es ist jetzt die Frage, ob der zweite Teil der Vereinbarung, dass neue Plätze für den FC entstehen, eingehalten wird. Wir haben erhebliche Bedenken, dass das in der Stadtverwaltung effizient läuft“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Petelkau. „Das ist für uns der Grund, dass wir heute keinerlei Vereinbarungen beschließen werden, die die Gleueler Wiese blockieren. So werden alle Optionen offengehalten, das ist unsere Zielsetzung.“ 

Schon wenige Stunden zuvor hatte sich Türoff persönlich an die 300 Demonstrierenden gewendet. „Wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, dass der Antrag abgelehnt wird, ist das ein großer Erfolg, der Euch allen zu verdanken ist“, hatte der FC-Geschäftsführer gesagt.