Das Thema Said El Mala bleibt weiterhin ein interessantes. Am Donnerstagnachmittag äußerte sich der FC-Geschäftsführer Sport zum Stand der Dinge mit der offenen Personalie beim 1. FC Köln: Das sagt Thomas Kessler zu Said El Mala.
Viel Hintergründiges wollte Thomas Kessler zu den Transferverhandlungen bezüglich des Kölner Shootingstars nicht preisgeben. Dass es mehrere Angebote gegeben habe, gab der 40-Jährige aber offen zu – auch, dass bisher keines auf dem Tisch liegt, dass er nicht abgelehnt hätte. Eine Aussage ließ aber dennoch tief blicken.
come-on-fc.com berichtet aus dem Trainingslager in Kitzbühel
Said El Mala nahm Tempo auf, ging im Vollsprint auf Elias Bakatukanda und nahm dem Innenverteidiger den Ball ab. Auch, wenn der folgende Abschluss das Tor deutlich verfehlte, war die Aktion symptomatisch für den Shootingstar der Geißböcke. El Mala gibt in Kitzbühel Vollgas. Gedanken, der Spieler sei nicht bei der Sache, vielleicht gedanklich in Dortmund, sind vollkommen Fehl am Platz. Doch das Interesse steht nach wie vor im Raum. Dortmund soll dem Vernehmen nach ein konkretes Angebot vorgelegt haben, dass inklusive Boni etwas über 40 Millionen Euro liegt. Kein Grund, schwach zu werden „Bisher kam es nicht dazu, dass wir alle an einem Tisch saßen und gesagt haben: Das ist eine gute Idee, es zu machen. Daran hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert.“ Angebote liegen aber vor. „Wir haben seit Wochen mehrere Sachen auf dem Tisch liegen. Aber nichts, was mich dazu gebracht hätte, darüber nachzudenken, den Spieler abzugeben.“
„Ich verspüre 0,0 Druck“
Das Interesse von Dortmund ist genauso bekannt wie die Angebote aus England. Italienische Medien hatten vergangene Woche exklusiv über ein Interesse der AS Roma berichtet. Allerdings lag der Fokus der Gelbroten eher auf anderen Spielern der Bundesliga. „Was ich mit meinen Spielern oder Interessenvertretern bespreche, gebe ich öffentlich nicht preis. Ich gebe auch nicht preis, von wem welches Angebot kam. Es gab in den letzten Wochen einige Clubs, die mit Said in Verbindung gebracht wurden“, sagte Kessler. Aktuell ist Kessler auch weiter von dem Verbleib des Shootingstars überzeugt. „Stand heute gibt es keinen Grund, andere Gedanken zu haben“, so der Geschäftsführer. „Wir arbeiten jeder Tag mit Said und mit der Mannschaft. Er fühlt sich hier wohl und trainiert fantastisch. Umso mehr ich ihm im Training zuschaue, umso weniger habe ich Interesse, ihn abzugeben.“ Der Geschäftsführer „habe richtig Lust, ihn bald wieder bei uns im Stadion zu sehen.“
„Ich weiß nicht, ob jeder so mit der Situation umgehen würde“
Die Gelassenheit ist nicht gespielt. „Ich verspüre 0,0 Druck. Wir haben einen super Spieler, ganz Köln liebt den Jungen, jeder hier aus dem Staff und aus der Mannschaft liebt den Jungen. Er performt im Training fantastisch. Und das Außergewöhnliche ist: Er hat noch einen vier Jahre dauernden Vertrag.“ El Mala ist jedenfalls voll bei der Sache, macht seine Witze und Späße mit den Mitspielern, hat auch einen frechen Spruch für die Journalisten am Start. „Immer schön Fotos knipsen“, rief er den Medienvertretern am Donnerstag lachend zu. „Wir hatten es ganz viele Jahre nicht, dass wir einen Spieler hatten, der solch eine öffentliche Wahrnehmung hat. Wir der Junge sich verhält, wie er trainiert und spielt ist so fantastisch – es macht so Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten, das ist so ein toller Junge. Er lacht den ganzen Tag und fühlt sich hier wohl“, sagte Kessler. „Ich weiß nicht, ob jeder so mit der Situation umgehen würde.“
„Es geht nicht darum, dass ich dafür da bin, irgendjemanden glücklich zu machen, mein ureigener Auftrag ist es, die besten Entscheidungen für den FC zu treffen. Und umso länger die Transferphase läuft und dann näher wir zum Saisonstart kommen, umso mehr verändert sich ja auch unsere Position zu gewissen Angeboten“, so Kessler weiter. „Wir haben entgegen aller Berichterstattung auch kein Preisschild irgendwo an die Hauswand ans Geißbockheim gepackt. Sondern wir waren mit dem einen und anderen Club im Austausch und haben da auch unsere Vorstellung bekannt gegeben.“
Am Donnerstag stand beim FC die letzte Einheit im Trainingslager in Kitzbühel an. Nun folgt noch zum Abschluss ein Vorbereitungsspiel des 1. FC Köln: So will René Wagner das Testspiel gegen Hertha am Freitag angehen. Die Begegnung beginnt um 12 Uhr.
Die letzte Trainingseinheit war noch einmal besonders knackig – und das bei knapp 30 Grad. Nun steht noch zum Abschluss das Testspiel gegen Hertha BSC an. So will René Wagner die Begegnung gegen den Zweitligisten angehen.
Möglicherweise war es ein kleiner Fingerzeig. René Wagner ließ in der Einheit am Donnerstag Elf gegen Elf spielen. Und eine Mannschaft hatte schon viel von einem Team, das so auch in der Bundesliga denkbar wäre – abgesehen von weiteren Neuzugängen, die ja bekanntlich noch immer im Raum stehen. Allerdings sind natürlich noch ein paar Wochen zu gehen und der Kölner Coach wird sich nicht zu früh festlegen. So stellte Wagner auch klar, dass es auch am Freitag im Test gegen Hertha keine Tendenz über eine potenzielle Bundesliga-Stammformation geben wird. „Das wäre zu früh. Das Spiel ist nochmal ein guter Test für uns alle, auch für uns als Trainerteam, um zu sehen, wo die Jungs jetzt stehen“, sagte Wagner am Rande der Einheit. „Am Ende haben wir jetzt gegen zwei unterklassige Gegner gespielt, haben gut trainiert. Aber jetzt kommt ein Gegner, der möchte ein Spiel gewinnen, der uns über Phasen wehtun möchte. Wie müssen erstmal schauen, was wir in einem Test dann anstellen.“ Ein Fazit würde erst nach der Begegnung Sinn machen, sagte der Coach.
Spieler für die U21 eingeplant
Die Begegnung wird am Freitag um 12 Uhr angepfiffen (Im Liveticker bei come-on-fc.com). Gespielt wird dann zwei Mal 60 Minuten. „Wir haben zuerst zwei Mal 45 Minuten gespielt, jetzt spielen wir zweimal ungefähr 60 und dann haben wir nächste Woche zwei Mal 90, dann noch Mal zwei Mal 90 und dann sind wir gut vorbereitet für die Saison“, so Wagner, der wieder alle Spieler einsetzen wird, aber nicht unbedingt über die jeweils 60 Minuten. Vor allem die Nachwuchskicker aus der U21 könnten zum Teil ein wenig kürzer treten. „Ich glaube, der eine oder andere wird morgen ein bisschen mehr Spielzeit sammeln. Dafür der andere ein bisschen weniger“, sagte Wagner und lieferte umgehend die Erklärung. „Es kommen auch Spieler für die U21 am Samstag in Frage. Da werden nicht alle morgen das ganze Pensum gehen. Wir haben 25 Spieler hier, und der eine oder andere wird dann am Samstag auch für die U21 in Frage kommen.“
Wagner hofft, dass sein Team die „ersten Sachen umsetzen“ kann, die er mit der Mannschaft die vergangenen drei Wochen trainiert habe. „Da gehört es dazu, mutig nach vorne zu spielen, da gehört es aber auch dazu, mutig zu verteidigen und kompakt zu bleiben“, so Wagner. Er wolle den Gegner aber auch mal hoch anlaufen und früh pressen. Zudem erwarte er von seiner Mannschaft, dass sie sich auf den Gegner einstellt, auf das Spiel mitunter reagiert. Man habe viel an der fußballerischen Idee gearbeitet, erklärt der Trainer.
Mit einer „knackigen“ Einheit am Donnerstag endete die letzte Trainingseinheit des Trainingslagers der Geißböcke. Am Freitag steht dann noch zum Abschluss das Testspiel gegen Hertha BSC auf dem Spielplan des 1. FC Köln: So lief die Einheit am Donnerstag.
Das Trainingslager der Geißböcke in Kitzbühel neigt sich dem Ende zu. Am Donnerstag gab es noch eine „knackige“ Einheit, bevor dann am Freitag noch das Abschlussspiel gegen Hertha BSC stattfindet.
René Wagner erklärt eine Übung beim Training des 1. FC Köln
Bei nahezu 30 Grad hat René Wagner am Donnerstag zur letzten Einheit des Trainingslagers in Kitzbühel gebeten. Am Freitag steht zum Abschluss bekanntlich noch das Testspiel gegen Hertha BSC auf dem Plan. Die Begegnung wird um 12 Uhr im Koasastadion in St. Johann angepfiffen. Also dort, wo das Team die Trainingseinheiten absolviert hat. Die Hauptstädter kommen extra für das Testspiel nach Kitzbühel. Das Trainingslager der Alten Dame endete bereits am 26. Juli. Bei der Einheit am Donnerstag machte Gideon Mensah erneut nur in Teilen mit. Der Ghanaer war nach einem Infekt erst am Montag zur Mannschaft nachgereist. Am Mittwoch stand der Linksverteidiger dann erstmals auf dem Platz. Nun machte der 28-Jährige erneut das Aufwärmen mit, bevor er wieder individuell arbeitete. Ansonsten gab es aber keine personellen Veränderungen. Die Mannschaft konnte komplett trainieren. Timo Hübers arbeitet nach wie vor im Reha-Bereich.
FC trainiert Standardsituationen
Nach einem kurzen Aufwärmen ging es für die Mannschaft bereits auf den Platz. Zunächst stand ein Elf-gegen-Elf auf dem Programm. Inwiefern die Teams schon ein Fingerzeig auf die Anfangsformation für die Begegnung am Freitag sind, war natürlich noch nicht zu sehen. Allerdings hatte eine der beiden Auswahlen schon viel von einer möglichen Startformation. In der Mannschaft um Said El Mala standen auch Neuzugang Paul Okon-Engstler sowie Luka Lochoshvili neben Joel Schmied. Der Schweizer kristallisiert sich zunehmend als einer der Gewinner der Trainingswoche heraus. Nach der Spielform ging es dann auch noch um eine große Schwäche des Vorjahres. Die Mannschaft trainierte Standards. René Wagner griff immer wieder ein, gab Anweisungen, erklärte. Unter anderem Alessio Castro-Montes brachte immer wieder Freistöße aus dem Halbfeld. Am Freitag wird sich vielleicht schon mehr abzeichnen.
Auf dem Platz kann es dieser Tage schon einmal laut werden. Ein Akteur, der der Mannschaft deutliche Ansagen macht und Verantwortung übernimmt, kommt aus der Innenverteidigung des 1. FC Köln: Joel Schmied überzeugt Trainingslager in Kitzbühel.
Der Schweizer beweist beim Training unter René Wagner seine Qualitäten und spielt sich in den Vordergrund. Mit Neuzugang Luka Lochoshvili, Rav van den Berg, Jahmai Simpson-Pusey und Julian Pauli tritt Joel Schmied in den Konkurrenzkampf um die Startelf-Plätze – und macht dabei eine gute Figur.
Joel Schmied im Training des 1. FC Köln (Foto: come-on-fc.com)
Als René Wagner seine Mannschaft am Montagnachmittag zu einem kleinen internen Testspiel aufstellte, da dürfte die Auswahl der jeweiligen Elfer-Mannschaften nicht wirklich schon als Fingerzeig für eine vermeintliche Startelf interpretiert werden. Zu viele Fragezeichen birgt der Kader, zu viele Nachwuchsspieler müssen noch Löcher stopfen und einige Kombinationen der jeweiligen Aufstellung wirkten dann doch von Außen betrachtet wild. Unter anderem hieß ein Innenverteidiger-Duo Luka Lochoshvili und Joel Schmied. Ersterer wurde im Sommer als erster Neuzugang präsentiert, von Nürnberg kommend, mit einem Preisschild von rund fünf Millionen Euro. Ein Preis, der bei dem ein oder anderen Fan einen Anflug von Skepsis hinterlegt hat. Doch der 28-Jährige wirkt in den ersten Einheiten sehr vielversprechend, ist in den Zweikämpfen konsequent, kopfballstark und vor allem bei Standards gefährlich.
Schmied hat wohl aktuell die Nase vorne
Schon jetzt ist klar, dass der Georgier den Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung massiv erhöht hat. Lochoshvili, Jahmai Simpson-Pusey, Rav van den Berg haben sicherlich den Anspruch auf die erste Elf. Auch Julian Pauli ist nicht zurückgekommen, um sich mit einem Bankplatz zufrieden zu geben. Und eben Joel Schmied. Der Schweizer war in der vergangenen Saison ein verlässlicher Spieler für Lukas Kwasniok und René Wagner, wenn er denn fit war. Wenig Ausreißer nach oben, wenig Ausreißer nach untern – solide, verlässlich eben. Und doch hatte man ein wenig das Gefühl, der 27-Jährige müsse sich in dieser Saison ganz schön strecken, um auf Spielzeit zu kommen. „Jeder von uns hat den Anspruch, Stammspieler zu sein. Konkurrenzkampf bringt dich am weitesten“, sagte Schmied zuletzt in einem Interview dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und betonte, dass sich die Qualität im Team dann auch steigere.
Dass Schmied den Anspruch hat, Stammspieler zu sein und dafür dann auch alles gibt, zeigt der Schweizer im Trainingslager in Kitzbühel. Schmied hinterlässt neben Lochoshvili bislang den besten Eindruck der Innenverteidiger. Der 27-Jährige ist zweikampfstark, überzeugt mit einem sicheren Passspiel und gibt den jungen Mitspielern mit seiner Routine Halt. Schmied führt das Team auf dem Platz, auch, wenn er dafür schon einmal lauter werden muss. „Es war prinzipiell schon immer eine Qualität von mir, dass ich sehr lautstark bin, auch im Training“, so Schmied. „Ich war in der Schweiz mit 25 Kapitän, das wird man nicht, wenn man nur still ist. Du kannst zu mir kommen, und ich gebe dir meine Meinung. Ob die dir dann passt oder nicht, ist nicht mein Problem, aber du kriegst eine ehrliche Meinung.“ Und die Mitspieler suchen auch während den Einheiten in Kitzbühel immer wieder das Gespräch mit dem Routinier.
Bezogen auf sein Spiel betont Schmied, dass ihm das „Anschieben“ aus seiner Position einfach liege. Aktuell schiebt der 27-Jährige vor allem seine Karriere wieder an.
Seit Ende der vergangenen Saison hat der 25-Jährige einen festen Vertrag beim FC. Mit come-on-fc.com spricht der gebürtige Leipziger über die abgelaufene Spielzeit, seine Karriereziele und seine Zukunft beim 1. FC Köln: Tom Krauß im Exklusiv-Interview.
Der 25-Jährige kam im vergangenen Sommer vom 1. FSV Mainz 05 per Leihe mit Kaufoption zum 1. FC Köln. Mit dem Klassenerhalt und einer zuvor vereinbarten festen Anzahl an Einsätzen wurde die Kaufpflicht aktiviert. Nun hat der Mittelfeldspieler einen festen Vertrag bis Sommer 2029. Im Exklusiv-Interview sprach der gebürtige Leipziger mit come-on-fc.com über seine Karriereziele und die Zukunft beim FC.
Tom Krauß im Interview mit come-on-fc.com (Foto: come-on-fc.com)
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Das Gespräch führte Simon Bartsch für come-on-fc.com
Herr Krauß, im September 2023 gab es ein Testspiel in Mainz, bei dem sich der FSV von der Südtribüne des Stadions verabschiedet hat. Damals haben Sie zwei Elfmeter verwandelt, Mainz gegen Duisburg 2:0 gewonnen. Und das unter den Augen des damaligen FSV-Idols und Liverpool-Coach Jürgen Klopp. War das schon eine vorahnende Bewerbung für größere Aufgaben unter dem neuen Bundestrainer?
Tom Krauß: Nein (lacht). Das ist ganz weit weg. Ich lebe im Hier und Jetzt. Ich konzentriere mich gerade nur auf den FC, habe nicht ohne Grund für drei Jahre einen Vertrag unterschrieben. Da mache ich mir jetzt über solche Dinge keine Gedanken. Wichtig ist, dass ich hier die Leistung bringe.
Aber Sie haben schon sämtliche Nachwuchsmannschaften des DFB durchlaufen. Ist die A-Auswahl dann kein erhofftes Szenario?
Tom Krauß: Das ist natürlich für jeden Profi-Spieler ein Traum. Aber sich jetzt damit zu befassen, das ist Quatsch.
Sie waren in den USA im Sommer. Haben Sie sich die WM auch vor Ort angesehen?
Tom Krauß: Nein, leider nicht. Wir waren in Miami. Da war zwar ein Spiel von Saudi-Arabien gegen Uruguay, das habe ich mir aber nicht angesehen. Ich habe einfach meinen Urlaub genossen und trotzdem das WM-Feeling aufgesogen. Dadurch, dass die deutsche Mannschaft leider sehr schnell aus dem Turnier ausgeschieden ist, war das hier in Deutschland vielleicht nicht so möglich. In den USA war das schon ein besonderes WM-Feeling und es war cool, das mitzuerleben.
Was hat das Feeling so besonders gemacht?
Tom Krauß: Man bekommt einen Eindruck von vielen Nationalitäten. Argentinien, Brasilien, die haben einfach eine komplett andere Mentalität. Es war auch cool zu sehen, wie viele Kolumbianer und viele andere Nationen angereist sind, um bei der WM mitzufiebern. Wie diese Fans den Fußball wirklich leben, das kriegt man hier überhaupt nicht so mit. Es sei denn, die WM ist in Deutschland.
“Auch wenn ich ein Profi bin, bin ich dann einfach ein normaler Fan“
Sie haben die WM-Spiele der Deutschen sicherlich auch verfolgt. Blickt man da als Fußball-Profi anders drauf, ist man besonders kritisch mit den Kollegen?
Tom Krauß: Nein, kritisch nicht. Am Ende ist man genauso voll dabei wie ein normaler Fan. Weil man sich im Erfolgsfall natürlich für das ganze Land freut. Es ist einfach cool, wenn alle mitfiebern, weil es unsere Nation verbindet. Da bin ich dann schon voll mit dabei. Auch wenn ich ein Profi bin, bin ich dann einfach ein normaler Fan.
Nun der Kontrast – Alpenpanorama in Kitzbühel. Statt Erholung am Meer, Arbeiten vor dem Wilden Kaiser. Wie sind Ihre ersten Eindrücke?
Tom Krauß: Es ist sehr schön. In Österreich hast du immer die besten Bedingungen im Sommer. Die Plätze sind gut, es sind wieder viele Fans mitgekommen. Das Ambiente ist immer schön. Das Training war zu Beginn ein bisschen ruhiger, aber jetzt starten wir dann richtig rein. Es ist wichtig, dass du mit der richtigen Fitness in die Saison gehst. In den Testspielen holst du dir dann dein Selbstvertrauen. Dann sieht man auch sehr schnell, ob alles rund läuft und wo man noch etwas verbessern kann. Am Ende zählt es dann, beim ersten Pflichtspiel in Würzburg voll da zu sein.
Wie groß ist die Vorfreude auf die Saison?
Tom Krauß: Die ist nach der Sommerpause immer groß. Wir hatten dieses Mal einen verhältnismäßig langen Zeitraum, in dem wir frei hatten. Dann bekommt man automatisch wieder die Lust auf Fußball. Und gerade in Köln ist es dann noch einmal besonders, weil du immer vor vielen Zuschauern spielen kannst, diese besonderen Erlebnisse hast.
Erlebnisse sind in Köln aber auch sehr schwankend. Zumindest wird die Stimmung ja gerne als „Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt“ beschrieben. Die vergangene Saison war da symptomatisch – zwischen Gesängen von Europa und der Sorge vor dem Abstieg. Wie empfindet man das als Spieler, der dann noch nicht einmal aus Köln kommt?
Tom Krauß: Ich habe ja schon mehrere Jahre in der Bundesliga erlebt – das ist im Profigeschäft auch einfach ein Stück weit Normalität. Man muss einfach mit kritischen Tönen rechnen, wenn es nicht die erhofften Ergebnisse gibt. Ich kenne das auch von anderen Vereinen: Du gewinnst zwei Spiele und spielst gefühlt Champions League, dann verlierst du und der Abstieg ist nah. Ehrlich gesagt, mag ich das aber auch, weil es zeigt, dass alle mitfiebern und nur den bestmöglichen Erfolg für den Verein wollen. Ich lasse mich da nicht aus der Ruhe bringen. Man muss als Team da sein. Wenn man als Team zusammenhält, dann bin ich immer sehr zuversichtlich, dass man die Klasse hält.
„Jeder muss am Anfang seine eigenen Erfahrungen machen“
Sind diese Stimmungen denn trotzdem etwas, was man jungen Leuten wie einem 18-jährigen Reigan Heskey erst einmal vermitteln muss?
Tom Krauß: Ich finde, da muss jeder am Anfang seine eigenen Erfahrungen machen. Ich glaube aber schon, dass man auch ein wenig Hilfe geben kann. Es wird bei jedem Spieler die Phasen geben, in denen es ein bisschen schwieriger ist. Da ist Hilfe von den Routiniers schon hilfreich. Ich bin jetzt auch noch nicht 30, aber ich habe einfach schon gewisse Situationen miterlebt. Jeder junge Spieler wird es ganz sicher Höhen und Tiefen erleben. Das kenne ich aus meiner Karriere.
Wo Sie die Höhen und Tiefen ansprechen, Sie haben sich nach einem komplizierten Beginn in der vergangenen Spielzeit ziemlich eindrucksvoll einen Stammplatz erkämpft. Was waren die Qualitäten, die Lukas Kwasniok und René Wagner dann letztlich überzeugt haben?
Tom Krauß: Zu Beginn steckte ich in einem kleinen Tief, weil ich auf vielen Positionen gespielt habe, die ich tatsächlich erst einmal erlernen musste – obwohl ich auch dort mein Bestmöglichstes gegeben habe. Ich bin einfach drangeblieben und habe weiter an mir gearbeitet. Zudem hatte ich auch ein gutes Umfeld um mich herum, das mich gestärkt hat. Das war mental sehr wichtig. Und dann kam meine Knieverletzung. Damit war es wieder ein bisschen schwieriger für mich. Am Ende wollte ich alles dafür geben, dass der Verein in der Liga bleibt. Dafür habe ich Schmerzen in Kauf genommen. Ich wollte einfach dem Team, dem Verein helfen und konnte nicht mehr zu hundert Prozent da sein. Aber ich habe dem Trainer von Beginn an gesagt, dass ich für den Verein da bin, wenn er mich braucht.
Sie sagen, es ging für die Mannschaft um den Klassenerhalt. Damit verbunden war aber auch die Kaufpflicht, die in Ihrem Vertrag verankert war.
Tom Krauß: Natürlich. Es wäre schon blöd für mich gewesen, auf der Tribüne zu sitzen und nur hoffen zu können, dass sie greift. So konnte ich mithelfen, auch wenn es dann vielleicht nur zehn Minuten waren. Für mich ging es dabei aber nicht um mich persönlich, sondern um den Verein. Der FC gehört in die Bundesliga und ich wollte, dass er ein weiteres Jahr dort spielt und weiter darauf aufbauen kann.
Gab es denn auch ein Szenario B oder sogar schon Gespräche, was passiert wäre, wenn der FC die Klasse nicht gehalten hättet?
Tom Krauß: Nein, da gab es keine Gespräche. Wir waren aber auch alle davon überzeugt, die Klasse zu halten.
Auf der Zielgeraden kam es dann zum Trainerwechsel. Wie erlebt man das als Spieler?
Tom Krauß: Die Erfahrung habe ich leider öfter gemacht. Am Ende sind das normale Abläufe im Profifußball. Für die Spieler bedeutet das in erster Linie, dass man sich dann neu beweisen muss. Mit René hat jemand übernommen, der uns schon kannte. Aber trotzdem willst du dich neu beweisen, willst zeigen, dass du spielen willst. Für mich ist das aber ohnehin mein Motto. Der Trainer soll wissen, dass er immer auf mich zählen kann.
„Jetzt hat der Trainer die Zeit, uns das beizubringen, was er will“
War es dann ein Vorteil, dass René Wagner geblieben ist? Er dürfte ihr Motto ja bestens kennen…
Tom Krauß: Er war nah dran an der Mannschaft – und wir hatten ein gutes Verhältnis zu ihm. Ergebnistechnisch war es sicher nicht überragend, aber René kam auch während der Saison. Das Heidenheim-Spiel war ein kleiner Dämpfer. Wir waren zwar rechnerisch durch, aber wir wollten unbedingt einen guten Abschluss haben – gerade für Dominique Heintz und Florian Kainz. Das ist uns nicht gelungen. Jetzt hat der Trainer die Zeit, uns das beizubringen, was er will.
Sie haben die verschiedenen Positionen angesprochen. In welcher Rolle sehen Sie sich denn auf dem Platz?
Tom Krauß: Ich glaube, in den beiden Spielen, bei denen ich Rechtsverteidiger gespielt habe, ging nichts über meine Seite – aber nach vorne ging eben auch nur sehr wenig (lacht). Das kann ich schon solide spielen. Aber natürlich bin ich Sechser, Achter oder auf der Doppel-Sechs. Das ist meine Rolle. Da bin ich Profi geworden.
Wir haben gerade die Trainersuche angesprochen. Eine andere Suche ist die nach neuen Spielern. Es wird ja seit Wochen schon kolportiert, dass noch ein routinierter Sechser dazukommen soll. Was macht das mit einem Spieler? Heizt das an?
Tom Krauß: Es war klar, dass auf Eric ein Neuer folgt. Und Konkurrenz belebt das Geschäft. Am Ende kann ich die Vorbereitung und die Testspiele nutzen, um dem Trainer zu zeigen, dass er auf mich setzen kann. Es liegt ja an mir: Trainiere ich gut und spiele ich gut? Dann muss der Trainer entscheiden. Das ist mein Motto. Wenn man mich braucht, bin ich da. Ich bin entspannt und konzentriere mich auf meine Leistung.
Was sind Ihre persönlichen Ziele für die Saison?
Tom Krauß: Für mich ist jedes Jahr das Ziel, erstmal mit dem Verein die Liga zu halten. Alles andere kann dann kommen. Für mich ist es wichtig, fit zu bleiben und einfach meine beste mögliche Leistung abzurufen. Und für den FC wollen wir so schnell wie möglich den Klassenerhalt. Wenn das dann am 33. Spieltag der Fall ist, dann ist es eben am 33. Spieltag. Klar ist auch, dass wir alles dafür tun werden, es besser als letzte Saison zu machen.
„Meine Hoffnung ist groß, dass es jetzt hier in Köln klappt“
Sie strahlen auf dem Platz Willen und Leidenschaft aus, gehen voran, übernehmen Verantwortung. Ist das eine Rolle, in der Sie sich wohl fühlen?
Tom Krauß: Ich bin jetzt 25, noch keine 30. Aber trotzdem habe ich schon eine gewisse Anzahl an Bundesligaspielen, an Profi-Spielen. Natürlich will ich diese Erfahrung auch an jüngere Leute weitergeben. Und gleichzeitig muss ich meine Leistung bringen. Dann kann ich auch, wie man es letztes Jahr gesehen hat, die Fans mitziehen und vielleicht auch die Spieler, die sich gerade vielleicht auf einem Hoch befinden.
Sie haben einen Vertrag bis 2029 unterschrieben. Es wirkt so, als ist das jetzt endlich die Konstante, die Sie während den ganzen Leihen gesucht haben. Ist Köln jetzt auch in gewisser Weise zu Hause?
Tom Krauß: Ja, da kann man so sagen. Ein langfristiger Vertrag ist das, was ich wollte. Ich bin einfach sehr froh, dass es geklappt hat. Meine Freundin wohnt jetzt auch in Köln. Also nimmt es jetzt langsam Formen an. Ich bin einfach sehr glücklich, dass es so gekommen ist.
Warum jetzt und nicht vorher schon?
Tom Krauß: Es gibt immer Gründe, warum es letztlich nicht geklappt hat. Bei Schalke haben wir die Klasse nicht gehalten, sonst wäre ich damals wahrscheinlich dortgeblieben. Als ich zurück in Mainz war, hat Trainer nicht so auf mich gesetzt. Auch das ist Teil des Geschäfts und vollkommen okay. In Luton gab es familiäre Probleme. Trotzdem ist meine Hoffnung groß, dass es jetzt hier in Köln klappt.
Der 1. FC Köln bietet viel Raum für Diskussionen, Meinungen und Kommentare. Grund genug, come-on-fc auch hörbar zu machen. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #15: Eindrücke aus dem Trainingslager und drei Youngster für den FC.
Im Podcast sprechen Simon Hense und Simon Bartsch von „come-on-fc“ über die aktuellen Fragen zum FC. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #15: Eindrücke aus dem Trainingslager und drei Youngster für den FC.
Podcast zum 1. FC Köln
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Alle zwei Wochen gibt es die geballte Ladung come-on-fc als Podcast. Denn bekanntlich lässt sich rund um den FC, das Geißbockheim und die Stadt viel diskutieren. Und genau da setzen wir an. 1948 – Der Podcast von come-on-fc bespricht die Themen rund um den FC möglichst aus verschiedenen Sichtweisen. Das wird nicht immer gelingen. Aber doch hoffentlich möglichst oft.
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Folge #15:
In Folge 15 gibt es natürlich wieder neue Themen rund um den FC: Seit Ende vergangener Woche weilt die Mannschaft des 1. FC Köln im Trainingslager in Kitzbühel, um sich auf die neue Saison vorzubereiten. Ebenfalls vor Ort ist für come-on-fc.com Simon Bartsch, der im Podcast von seinen Eindrücken aus dem Trainingslager berichtet. Gemeinsam mit Simon Hense wirft er darüber hinaus einen Blick auf die jungen Neuzugänge Martin James, Paul Okon-Engstler und Reigan Heskey sowie die Leih-Abgänge von Fynn Schenten und Jusuf Gazibegovic. Außerdem nehmen die beiden das Dauerthema des Kölner Transfersommers nochmal unter die Lupe: die nicht abreißenden Gerüchte um einen Transfer von Said El Mala zu Borussia Dortmund. Und weil es immer und immer wieder Neuigkeiten und Diskussionspunkte gibt und man ohnehin niemals genug über den „Effzeh“ reden kann, hört einfach rein in „1948 – Der COME-ON-FC Podcast.“ Wir freuen uns, auf spannende und auch kontroverse Diskussionen und den Meinungsaustausch.
Nach dem Abgang von Jusuf Gazibegovic gibt es eigentlich nur noch einen Spieler, den Christian Keller verpflichtet hat, der nicht zünden wollte beim 1. FC Köln: Eine Lösung ist bei Imad Rondic noch nicht in Sicht.
Während die Kölner Fans täglich auf weitere Zugänge für den Kader warten, gab es am vergangenen Sonntag den nächsten Abgang zu verzeichnen. Allerdings einer, den die Kölner Kaderplaner nicht nur verkraften können, sondern aktiv gefördert haben. Denn der Spieler war ohnehin nicht mehr vor Ort. Jusuf Gazibegovic wird eine weitere Saison verliehen. Offen ist dagegen weiterhin die Zukunft von Imad Rondic. Klar ist nur, dass der Stürmer in dieser Saison keine Rolle bei den Geißböcken spielen wird.
Imad Rondic und Jusuf Gazibegovic haben wohl keine Chance mehr in Köln
come-on-fc.com berichtet täglich aus dem Trainingslager in Kitzbühel
Ob unter anderem Sarigs Adamyan, Rasmus Carstensen oder Steffen Tigges – von Spielern, die trotz langer Verträge die Erwartungen beim FC nie so recht erfüllen konnten, gab es in der Zeit von Christian Keller bekanntlich einige. Nun haben sich die vom Ex-Geschäftsführer verpflichteten Spieler, die nicht wie erhofft eingeschlagen sind, weiter verringert. Eigentlich bleibt von jenen Spielern nur noch Imad Rondic. Und diese Personalie macht es den Geißböcken dann doch recht schwer. Der Stürmer kam bekanntlich im Winter 2025, um die Offensive zu verstärken. Beim FC wurde man nicht müde zu betonen, dass sich der Spieler erst einmal entwickeln müsse. Eine Soforthilfe sei nicht geplant gewesen. Das schien in der damaligen Situation mit anhaltender Sturmflaute aber nur wenig glaubhaft. Tatsächlich erhofften sich die Kölner deutlich mehr von dem Stürmer, Rondic sollte die Schwäche in der Offensive beheben. Das gelang dem Spieler aber nicht. Ein einziger Treffer stand am Ende für den FC zu Buche.
Vertrag des Stürmers läuft noch bis 2029
Es folgten bekanntlich die Leihen nach Polen und in der abgelaufenen Spielzeit zu Preußen Münster. Zu gerne würden die Kölner den Bosnier von der Gehaltsliste bekommen. Doch Rondic hat in den vergangenen Monaten nicht sonderlich viel dafür getan, positive Bewerbungen abzuschicken. Interessierte Clubs werden nicht unbedingt Schlange stehen. In der Gerüchteküche ist es um den Spieler erstaunlich ruhig. Weder in Polen, noch in Bosnien gibt es Spekulationen über bevorstehende Wechsel. Das FC-Problem: Der Vertrag des Stürmers läuft noch bis 2029. Warum der Kontrakt damals auf viereinhalb Jahre festgeschrieben wurde, erscheint zumindest fragwürdig. Immerhin war der Angreifer damals auch schon fast 26 Jahre als. Auch Rondic wird für den FC nicht mehr auflaufen, aber deswegen nicht für den nächstbesten anderen Club.
Unweigerlich werden Erinnerungen an die Verpflichtung von Sargis Adamyan wach. Der Armenier war bekanntlich im Sommer 2022 von Christian Keller von der TSG Hoffenheim verpflichtet worden, galt sogar als möglicher Königstransfer. Adamyan erhielt einen Vertrag bis 2026, obwohl der Stürmer schon damals 29 Jahre alt war. Bekanntlich lief es auch bei dem Angreifer nicht wie erhofft. Nach einigen Jahren, in denen der Armenier immer wieder seine Chancen bekam, diese aber nur selten zu nutzen wusste, gab es die Leihe nach Regensburg. Anschließend suchten die Kölner vergeblich nach einer Lösung. Wohl auch, weil der Spieler mit der ein oder anderen Option nicht einverstanden war. Adamyan wurde zum bestbezahltesten Regionalliga-Spieler in der Kölner U21. Natürlich könnte es bei Rondic in eine ähnliche Richtung gehen. Könnte, muss es aber nicht. Denn der Bosnier will Fußball spielen, nur eben nicht bei jedem Verein, zu jedem Preis – wie die Vergangenheit bewiesen hat.
Der letzte gescheiterte Keller-Transfer stellt den FC vor eine schwere Aufgabe – doch das Transferfenster ist bekanntlich noch lang
Zwar will der FC in den kommenden Tagen und Wochen den Kader noch einmal verbreitern, doch aktuell ist die Mannschaft komplett. Denn am Mittwoch wurde der Kader noch einmal verbreitert. Gideon Mensah ist bei der Mannschaft eingetroffen und trainierte zumindest in Teilen mit. Nach dem Training äußerte sich der Spieler. Das sagt Gideon Mensah nach seiner Ankunft beim 1. FC Köln.
Nun ist auch Gideon Mensah bei den Kölnern eingetroffen und hat erstmals mit der Mannschaft trainiert. Wenn auch nur in Teilen. Am Mittwoch äußerte sich der Spieler erstmals am Rande der Einheit zu seinem Engagement in Köln.
come-on-fc.com berichtet täglich aus dem Trainingslager in Kitzbühel
Der Einstieg war ein wenig beschwerlich. Nach dem Sonderurlaub nach der WM setzte Gideon Mensah ein Infekt außer Gefecht. So sehr, dass der Spieler erst mit drei Tagen Verspätung nach Kitzbühel nachreiste. Nun ist der Spieler aber in Österreich angekommen, trainierte am Mittwoch erstmals mit der Mannschaft, wenn auch nur in Teilen. „Ich bin froh nach drei Wochen wieder am Ball zu sein“, so Mensah am Mittwoch nach der Einheit. „Ich bin glücklich, jetzt bei der Mannschaft zu sein.“ Angekommen ist der 28-Jährige bereits am Montag, Dienstag trainierte der Linksverteidiger noch individuell, nun also der nächste Schritt.
“Ich hatte schon einige Optionen“
Gerüchte, dass der Spieler zum FC wechseln könne, ploppten schon während der WM auf. Eine erste Kontaktaufnahme hat es schon vorab gegeben. Der Weg zwischen dem Spieler und Kaderplaner Tim Steidten war kein großer. Der 43-Jährige kannte den Spieler bereits. „Den ersten Kontakt gab es schon vor der Weltmeisterschaft. Der erste Kontakt kam dann über Tim Steidten“, so Mensah. „Nach dem zweiten WM-Spiel war für mich eigentlich schon alles klar.“ Der Weg des Ghanaers in die Bundesliga war umso länger. Der Linksverteidiger kam aus der ghanaischen Kleinstadt Sogakope über den Umweg Österreich an den Rhein. In Sogakope ist seit langem die West African Football Academy beheimatet. Die Fußballakademie soll junge, talentierte Spieler aus Westafrika an den europäischen Fußball heranführen – und das über viele Jahre gemeinsam und oder in Kooperation mit dem Reb-Bull-Konzern. Die Distanz Richtung Salzburg ist also dann trotz der 7000 Kilometer irgendwie doch eine verhältnismäßig kurze.
Deswegen hält es sich auch mit Verständigungsproblemen in Grenzen. Der 28-Jährige hat drei Jahre in Salzburg gespielt, spricht dementsprechend bereits ein wenig Deutsch, versteht es allemal. Nun hat Mensah den Weg über die WM in den USA nach Köln gefunden. Und der Linksverteidiger fühlt sich bereits wohl. „Ich hatte schon einige Optionen. Aber der FC hat einfach in meinen Karriereweg und zu meinen Zielen als Spieler gepasst“, sagt Mensah. „Es ist eine gute Plattform für mich und das Saisonziel der Mannschaft passt dann auch zu mir als Spieler.“ Seine Spielweise beschreibt der Ghanaer folgendermaßen: „Ich liebe es, viel zu rennen. Ich bin sehr positiver Spieler, ob ich spiele oder nicht, ich bin immer für das Team da.“ Besonders freut sich Mensah natürlich auf das Kölner Satdion, aber auch auf weitere Duelle: „Ich freue mich auf die Bayern und Dortmund, aber natürlich auch auf das Derby. Ich habe Videos davon gesehen, das ist schon der Wahnsinn.“
Rückennummer mit Historie
Mit der Rückennummer 14 tritt der 28-Jährige nun in die Fußstapfen von Jonas Hector. „Ich weiß, dass es eine historisch bedeutsame Nummer für den Club ist. Als ich mit Tim sprach, war es schon lustig, als ich fragte, ob sie die Nummer 14 für mich frei hätten und er sagte, er müsse erst mit dem Spieler sprechen. Ich habe mein Wort gegeben, dass ich weiß, was die Nummer für den Verein bedeutet. Ich bin darauf vorbereitet.“
Mit Gideon Mensah komplettiert am Mittwochmorgen der nachgereiste Neuzugang den Kader des FC. Der Ghanaer hatte zunächst aufgrund seiner WM-Teilnahme Sonderurlaub, dann krankheitsbedingt gefehlt. Nun stößt er zur Mannschaft des 1. FC Köln: Gideon Mensah greift ins Training ein.
Lange haben die Kölner Fans auf den Neuzugang gewartet. Nun reiste Gideon Mensah verspätet ins Trainingslager nach Kitzbühel und nahm zumindest beim Aufwärmen am ersten Mannschaftstraining der Geißböcke teil. Dafür wurde Ragnar Ache während der Einheit behandelt.
Nach dem trainingsfreien Dienstag begrüßte den FC am Mittwoch wieder die Sonne auf dem Gelände in St. Johann. Bei rund 25 Grad versammelte FC-Coach René Wagner sein Tam um sich. Erstmals war auch Gideon Mensah mit am Start. Der Linksverteidiger war relativ früh verpflichtet worden, doch aufgrund der WM-Teilnahme erhielt der Spieler noch einen kleinen Sonderurlaub. Anschließend fiel der Ghanaer dann mit einem Infekt aus, reiste deswegen nicht mit der Mannschaft nach Kitzbühel, sondern erst am Montagabend nach. Nach einer individuellen Einheit am Dienstag, stieg der 28-Jährige dann am Mittwoch auch ein. Allerdings „nur“ für ein erstes Aufwärmen. Nach ein paar Runden mit der Mannschaft und einigen Dehn-Übungen ging es für das Team auf den Hauptplatz. Dort absolvierte die Mannschaft Spielformen, während Ragnar Ache nach einem Zweikampf behandelt werden musste. Doch der Stürmer konnte schnell wieder in die Einheit eingreifen.
Mensah trainierte noch ein wenig auf dem Nebenplatz individuell, bevor es dann auf eine Laufrunde und kurz darauf ins Trainingszelt auf die Rolle ging. Am Nachmittag steht für die Geißböcke keine weitere Trainingseinheit im Koasastadion an. Erst am Donnerstagmorgen können die mitgereisten Fans die Geißböcke wieder auf dem Rasen beobachten, bevor es am Freitag dann mit dem Testspiel gegen Hertha BSC um 12 Uhr (Liveticker bei come-on-fc.com) zum Abschluss der Woche im österreichischen Kitzbühel kommt. Zuvor steht am Donnerstagabend noch das FC-Fanfest an. Im Stadion in St. Johan geht es im 18 Uhr los. Am Freitagnachmittag reist die Mannschaft dann wieder nach Köln. Am Samstag steht dann der Saisonauftakt an. Um 11:11 Uhr beginnt das Fest auf den Vorwiesen des Kölner Stadions.
Es bleibt das bestimmende Thema. Said El Mala wird weiterhin mit dem BVB in Verbindung gebracht. Der FC hat die Hand auf dem Deal, Dortmunds Angebot ist noch zu niedrig. Doch die Schwarzgelben werden sich schon ganz genau überlegen, ob sie sich den Kölner Shootingstar noch einmal durch die Lappen gehen lassen. Der 1. FC Köln bleibt bei Said El Mala entspannt, der BVB bietet erneut.
150.000 wollte Dortmund einst für Said El Mala zahlen – zu wenig. Den Zuschlag bekam der 1. FC Köln. Nun bietet der BVB wieder, jetzt werden knapp über 40 Millionen Euro kolportiert – erneut zu wenig. Der FC bleibt hingegen entspannt.
Es geht nicht weniger als um den möglicherweise teuersten Transfer der Vereinsgeschichte, es ist das Sommerthema der Vorbereitung, doch Aufregung herrscht bei den Geißböcken um Said El Mala und die möglichen Interessenten nicht. „Das mag vielleicht komisch klingen, aber das ist bei uns gar nicht so ein großes Thema. Wir sind da absolut entspannt. Said ist Spieler des 1. FC Köln und er fühlt sich sehr wohl – und wir fühlen uns genauso wohl mit Said, insofern gibt es aktuell auch überhaupt keinen Grund über etwas anderes zu sprechen“, sagte Tim Steidten am Montag in einer Medienrunde. Gesprochen wird viel über den Kölner Shootingstar. Bei den Fans, in den Medien, aber auch hinter den verschlossenen Türen einiger Proficlubs. Immerhin gibt es sicher eine Handvoll an Interessenten für El Mala, wenn auch nicht mehr die ganz großen, die noch während der Saison gehandelt wurden.
BVB bot angeblich 200.000 Euro zu wenig
Der Name von Borussia Dortmund fällt dieser Tage sehr oft als möglicher Käufer. Der BVB hat definitiv ein Angebot in Köln abgegeben, dem Vernehmen nach gab es auch ein zweites, ein besseres. Und doch eins, das noch weit von den Vorstellungen der Geißböcke entfernt ist. Der FC will bekanntlich rund 50 Millionen Euro für den Spieler, die Borussen bewegen sich knapp über der 40-Millionen-Euro-Grenze. Es ist gut möglich, dass es von den Schwarzgelben nochmal ein besseres Angebot gibt. Es ist nun mal Teil des Geschäfts, das der Interessent zunächst mit einem möglichst niedrigen Gebot das Poker-Spiel beginnt. Alles andere wäre grob fahrlässig. Genauso scheint es dieser Tage aber auch möglich, dass der Spieler einfach in Köln bleibt. Beim FC hat man mit großer Sicherheit einen Plan B, wenn El Mala den Verein verlässt und dann eben einen Batzen Geld mehr auf der hohen Kante. Bleibt der Shootingstar, haben die Geißböcke einen Top-Spieler und weiterhin ein Invest für die Zukunft.
Kein Wunder also, dass man sich am Geißbockheim durchaus entspannt geben kann. Kurios ist indes, dass der BVB nach einem Bericht der „Sport Bild“ schon einmal aufgrund eines zu niedrigen Angebots an der Verpflichtung des U21-Nationalspielers gescheitert ist. Bislang war die Erzählweise, dass El Mala 2024 nicht beim BVB landete, weil Bruder Malek El Mala keinen Platz bei den Borussen gefunden hat. Doch wie das Fachmagazin berichtet, habe der BVB (vielleicht auch) zu wenig für Said El Mala geboten. 100.000 bis 150.000 Euro wollte Lars Ricken bei der Viktoria für den Spieler auf den Tisch legen. Zu wenig. Denn die Kölner zahlten später mehr als 300.000 für den Offensivspieler. Und der FC erhielt bekanntlich den Zuschlag. Soll heißen: Dem BVB fehlten beim Angebot knapp 200.000 Euro, nun würde El Mala rund 50 Millionen kosten. Möglicherweise ist das zu geringe Gebot – wenn es denn so abgelaufen ist – ein Antrieb, dieses Mal mehr zu investieren.
Der zweite Anlauf?
Glücklich wird man über die entgangene Chance in Dortmund angesichts der sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklung jedenfalls nicht sein. Vielleicht ist man daher darauf aus, einen ähnlichen „Fehler“ – wenn auch eine sehr große Nummer größer – nicht noch einmal zu machen. Denn sollte El Mala in Köln bleiben, unter Jürgen Klopp Nationalspieler werden und die Leistungskurve weiter steil nach oben zeigen, dürften die BVB-Bosse an die 50 Millionen Euro zurückdenken. Die wären unter diesen Umständen vielleicht wieder ein wenig tief gegriffen. Sollte El Mala aber einen Leistungseinbruch erleben, würde die Waage in die andere Richtung ausschlagen.