Ein perfektes Wochenende für die Geißböcke – aber, es muss nachgelegt werden

Der 1. FC Köln spielt im DFB-Pokal erneut gegen Berlin
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Ein perfektes Wochenende für die Geißböcke – aber, es muss nachgelegt werden

Der zweite Pflichtspielsieg in Folge, das vermeintlich machbare Los im DFB-Pokal – wirklich viel besser hätte das Wochenende für den FC nicht verlaufen können. Doch gerade der Erfolg gegen Hertha BSC ist nur etwas wert, wenn dieses Mal auch nachgelegt wird beim 1. FC Köln: Der FC kann den Anschluss wieder herstellen.

Bereits zwei Mal wähnten sich die Kölner im Aufwind – und wurden jäh auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Sollten die Geißböcke diesmal den dritten Pflichtspiel-Sieg in Folge einfahren, könnte sich die Situation schnell verändern für den 1. FC Köln: Der FC kann den Anschluss wieder herstellen.

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Die Freude nach dem 1:0-Erfolg über Hertha BSC am Samstagabend war nicht nur ausgelassen, man sah den Spielern, die da vor den 15.000 Fans feierten, eine gewisse Befreiung geradezu an. Selten in dieser Spielzeit, noch nicht einmal nach dem 5:0-Triumph über Eintracht Braunschweig, waren Timo Hübers und Co. so gelöst. Und das kam natürlich nicht von ungefähr. Mit zwei Pflichtspielsiegen in Folge haben die Kölner ziemlich viel weggewischt, was sich in den vergangenen Wochen da doch angesammelt, über dem Geißbockheim zusammengebraut hatte. Bei weitem nicht alles, aber eben doch vieles. Von der Krise, die Gerhard Struber und Christian Keller zumindest medial an den Rande des FC-Abschieds getrieben hatte, ist in der Wahrnehmung nicht mehr viel geblieben.

Der FC hinkt dennoch den Erwartungen hinterher

„Wir haben jetzt mal eine gute Woche hinter uns gebracht und wissen alle, dass die letzte 14 Tage schon nicht so einfach waren für uns gemeinsam“, sagte ein ebenfalls sehr zufriedener und wieder strahlender Gerhard Struber. Noch nicht ahnend, dass das Wochenende noch einen weiteren positiven Anstrich erhielt. Saxophonist André Schnura brachte den Kölnern dann am Sonntagabend auch noch ein scheinbar machbares Los bei der Auslosung des DFB-Pokals. Die Kölner treffen im Achtelfinale auf Hertha BSC, das im eigenen Stadion – das erste Viertelfinale seit 2010 scheint also nicht ausgeschlossen. Sollte der FC die Begegnung gegen Berlin Anfang Dezember wirklich gewinnen, hätten die Kölner mehr als drei Millionen Euro eingenommen, die dann zum Beispiel wieder in neue Spieler für die Rückrunde investiert werden könnten.

Bei der ganzen Freude werden die Protagonisten aber erstens die schweren Tage vor dem befreienden Pokalerfolg über Kiel nicht vergessen haben und zweitens wissen, dass das Ruder auch ganz schnell wieder in die andere Richtung schlagen kann. Nämlich dann, wenn die Kölner nicht weiter nachlegen sollten. Darum bremste der Kölner Coach auch die Euphorie, sprach davon, dass man einen Schritt gemacht habe und nicht mehr und „jetzt gilt es einfach, drauf zu bleiben“. Dabei ist die Tabelle Fluch und Segen zu gleich. Denn einerseits belegen die Geißböcke aktuell den elften Tabellenplatz und das mit 15 von möglichen 33 Punkten. Anders ausgedrückt: Die Kölner hinken ihren eigenen Ansprüchen mehr als nur das obligatorische Struber-„Stück-weit“ hinterher. Auch, wenn nicht kommuniziert – das Ziel Aufstiegsplatz scheint dann doch weit entfernt.

FC mit einem Sieg wieder auf Tuchfühlung

Und dann auch wieder nicht. Denn andererseits spricht die Tabelle auch eine andere Wahrheit. Und die brachte Ex-FC-Kapitän Jonas Hector erst in der vergangenen Woche in seinem Podcast „Schlag & fertig“ auf den Punkt. „Das ist das, was die zweite Liga A so schwer macht und B so interessant. Da kann einfach jeder gegen jeden gewinnen. Und da werden die Punkte einfach schön verteilt. Das ist einerseits das Schwierige, aber andererseits auch die Chance“, sagte der ehemalige Nationalspieler. „Wenn du wirklich mal einen Lauf hast und mal drei, vier Spiele in Folge gewinnst, das kenne ich aus unserer letzten Aufstiegssaison, dann ist es einfach so, dass du ganz schnell wieder oben dran bist.“ Tatsächlich wurden die Punkte an diesem Wochenende „schön verteilt“. Spitzenreiter Düsseldorf unterlag Münster, Karlsruhe im Spitzenspiel Hannover 96, Berlin dem FC und Paderborn und Hamburg spielten Remis.

Bis auf Hannover konnte keins der Top-Teams gewinnen, die Tabelle hat sich enger zusammengeschoben. Und der FC könnte mit einem Lauf dann doch wieder schnell oben dran sein. Mit einem Erfolg im Heimspiel gegen Greuther Fürth am Samstag (13.30 Uhr, Sky und im Liveticker bei come-on-fc.com) wäre sogar Rang sechs möglich. Der Relegationsplatz sowie Rang zwei sind aktuell nur fünf Punkte entfernt. Unterm Strich könnten sich die Geißböcke also wieder in eine hervorragende Ausgangsposition bringen, um dann nach der Länderspielpause in den finalen Spielen des Jahres anzugreifen. Könnte, denn auch wenn der FC auf einen angeschlagenen Gegner trifft, ist der dritte Pflichtspielsieg in Serie alles andere als sicher.

Bereits zwei Mal fälschlicherweise im Aufwind gewähnt

Bereits zwei Mal wähnten sich die Kölner im Aufwind. Nach dem mäßigen Saisonauftakt mit einem Punkt aus den ersten beiden Spielen sowie dem glücklichen Pokalsieg über Sandhausen schien der Knoten gegen Braunschweig und Schalke geplatzt, es folgten die wilden Auftritte gegen Magdeburg, Düsseldorf und Karlsruhe mit zwei Punkten aus drei Spielen, aber acht Gegentoren. Gegen Ulm schien sich der FC erneut gefangen zu haben, um dann gegen Darmstadt ein Debakel zu erleben. Nun also zwei Siege in Folge, mit Systemumstellung und personellen Veränderungen. Gegen Fürth muss Köln beweisen, dass die Wende dieses Mal auch von Dauer ist. Drei Pflichtspielsiege in Folge gelangen dem FC im April 22, damals war die Freude über gewonnene Spiele aber auch noch an der Tagesordnung.


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Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln

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DFB-Pokal: Heimspiel und Zweitligist im Achtelfinale – alles andere als ein Selbstläufer

Jubel HSV, Enttäuschung beim 1. FC Köln
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DFB-Pokal: Heimspiel und Zweitligist im Achtelfinale – alles andere als ein Selbstläufer

Auf den ersten Blick hat der FC bei der Pokalauslosung Glück gehabt. Zumindest hätten es die Kölner durchaus schwerer erwischen können. Dennoch zeigt ein Blick in die Historie, dass Heimspiele gegen Zweiligisten nicht immer gut waren für den 1. FC Köln: Es wird kein Selbstläufer im Achtelfinale.

Die Hertha ist für den FC im Pokal kein Unbekannter. Bereits sechs Mal spielten die beiden Teams im Cup schon gegeneinander. Auffallend selten spielte der FC in den vergangenen 25 Jahren zu Hause und das auch nicht immer erfolgreich. In dieser Runde soll es aber klappen für den 1. FC Köln: Es wird aber kein Selbstläufer im Achtelfinale.

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Als Gerhard Struber im Sommer sein Amt als Trainer des 1. FC Köln angetreten hat, da waren die Saisonziele ein wenig schwammig formuliert. Der Aufstieg solle schnellstmöglich gelingen, war die Sprechweise – was natürlich so ziemlich alles bedeuten kann – zumindest ein Zeitfenster von direktem Aufstieg bis hin zu irgendwann dann mal. Im Pokal waren die Wünsche dann schon ein wenig präziser. Ein wenig. “Der Cup ist für uns eine Riesenchance, möglicherweise auch mal gegen einen ganz großen Gegner zu spielen. Und er ist eine Chance weit zu kommen, irgendwann auch über diesen Weg wieder international dabei zu sein“, sagte der 47-Jährige. Nun fällt es schwer, den FC nach der aktuellen Tabellensituation mit einem internationalen Wettbewerb in Verbindung zu bringen, ein weiterer Auftritt in Berlin ist aber „nur“ noch drei Siege entfernt.

Keine gute Erinnerungen

Und da die Kölner eben auch im Achtelfinale keinen ganz großen Gegner erwischt haben, zudem noch ein Heimspiel, ist die Chance gar nicht so klein, dass die Geißböcke zumindest das beste Pokal-Ergebnis seit fast 15 Jahren einfahren. Denn im Februar 2010 standen die Kölner in der Runde der letzten Acht. Der Gegner war der FC Augsburg und in der Wahrnehmung der Kölner ein durchaus schlagbarer Gegner. Zumindest stand dem FC als Bundesligist ein damaliger Zweitligist gegenüber. Der FC unterlag am Ende aber 0:2 und kassierte zusätzlich noch drei Rote Karten. Adil Chihi und Lukas Podolski gingen mit glatt Rot vom Platz, Petit nach der zweiten Verwarnung. Seitdem war für die Kölner immer spätestens im Achtelfinale Schluss, so wie in der Saison 21/22, als die Kölner nach der Doppelberührung von Florian Kainz nach dem Elfmeterschießen ausschieden. Auch damals scheiterten die Geißböcke an einem niederklassigen Gegner, dem HSV.

Heimspiel nicht unbedingt ein Vorteil

Nun heißt der Gegner Hertha BSC und der FC hat am vergangenen Samstag bereits gezeigt, dass die Berliner zu schlagen sind. Zudem gibt es nun das zweite Pokal-Heimspiel in Folge. Was sollte da also noch schief gehen können? Tatsächlich täuscht der Eindruck nicht, dass die Kölner eher selten in den Genuss von Pokalfights im eigenen Stadion kommen. In den vergangenen 25 Jahren gab es bis zu dieser Saison zwölf Pokalspiele beim FC, dagegen mehr als 50 Auswärtsfahrten. Dabei haben die Kölner sieben dieser Heimspiele gewonnen, fünf Mal war im eigenen Stadion Schluss. Dass der FC im Cup gleich zwei Heimspiele in Folge hat, gab es in den vergangenen 25 Jahren nur ein einziges Mal. Und die Spielzeit 2010/2011 ist nicht gerade das beste Omen für die Geißböcke.

Denn nach dem 3:0-Erfolg in der 2. Runde über den damaligen Zweitligisten 1860 München war im Achtelfinale im eigenen Stadion Schluss. Der FC unterlag dem ebenfalls zweitklassigen MSV Duisburg 1:2. Immerhin berappelten sich die stark abstiegsbedrohten Kölner dann wieder und beendeten die Saison auf Rang elf. Die Hertha ist auch im Pokal für den FC kein Unbekannter. Sechs Mal standen sich die Teams im Cup gegenüber. Drei Mal gewann der FC, Berlin nur zwei Mal. Tatsächlich musste das Finale 1977 wiederholt werden, da die Begegnung nach der Verlängerung 1:1 endete. Ab der Folgesaison gab es dann Elfmeterschießen. Die letzten beiden Pokalbegegnungen gingen an Köln, beide im Berliner Olympiastadion.

Die Vorfreude auf das Achtelfinale ist dennoch groß und kann sie auch sein. Die Kölner wollen gegen Berlin die Chance nutzen, um endlich mal wieder die Runde der letzten Acht zu erreichen. Immerhin hätte es den FC auch durchaus schlimmer treffen können, schließlich sind die Erinnerungen an Spiele gegen den FC Bayern München im Pokal auch nicht die besten.


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Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln

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Der nächste Treffer, die nächste Bewerbung – auch ein weiterer künftiger FC-Spieler trifft

Said El Mala trifft erneut für die Viktoria
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Der nächste Treffer, die nächste Bewerbung – auch ein weiterer künftiger FC-Spieler trifft

Said El Mala hat seinen nächsten Treffer in der 3. Liga für Viktoria Köln erzielt. Der 18-Jährige macht sich für den FC immer interessanter. Doch er ist nicht der einzige künftige Kölner Spieler, der regelmäßig trifft. Verheißungsvolle Perspektiven für den 1. FC Köln: So schlugen sich die Leihspieler.

Zwei Treffer und auch ordentlich Einsatzzeit- zumindest bei einigen Akteuren. Die künftigen Spieler sorgen für Vorfreude beim 1. FC Köln: So schlugen sich die Leihspieler, die der FC im Sommer verpflichtet hat, am Wochenende.

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Die Rückkehr nach Köln hatte sich Justin Diehl sicherlich anders vorgestellt. Der ehemalige Kölner Youngster hatte den FC im vergangenen Sommer bekanntlich verlassen. Der Auftakt in Stuttgart verlief aber ganz anders als erhofft. Nicht für die Champions League nominiert, nur ein Auftritt bei den Profis und zu guter Letzt zog sich der Angreifer im September dann eine Schulterluxation zu und fiel Monate aus. Am Wochenende gab der 19-Jährige sein Comeback – allerdings bei der zweiten Mannschaft des VfB und das bei Viktoria Köln. Und während es für das Talent, das den FC verlassen hat, eher mäßig läuft, kommt ein künftiges Talent weiterhin prächtig in Form. Said El Mala gab auch gegen den VfB Stuttgart II am vergangenen Freitag wieder eine Bewerbung ab.

Wie geht es weiter mit Said El Mala?

Der Offensivspieler nutzte bereits nach 13 Minuten einen Abpraller von VfB-Keeper Denis Seimen zur Führung für die Viktoria. Für El Mala war es bereits der vierte Treffer in der laufenden Saison. In vergangenen vier Spielen war der 18-Jährige somit an vier Toren direkt beteiligt. El Mala hat gemeinsam mit seinem Bruder Malek El Mala einen Vertrag beim FC unterschrieben, beide Akteure wurden aber aufgrund der Transfersperre direkt weiterverliehen und sollen dann im kommenden Sommer zum Geißbockheim wechseln. Dem Vernehmen nach gibt es auch die vertragliche Option, die Spieler bereits in diesem Winter zum FC zu holen. Said El Mala hat mit seinen Treffern und Einsätzen sicherlich auch schon die ein oder andere Bewerbung dafür abgegeben. Allerdings ist ein verfrühter Wechsel eher unwahrscheinlich, zumal die Kölner ja auf dem Transfermarkt noch einmal zuschlagen wollen.

Bei den weiteren beiden Leihspieler, die Köln bereits verpflichtet hat, lief das Wochenende durchwachsen. Chilohem Onuoha unterlag mit dem SC Verl am Samstag der Zweitvertretung von Borussia Dortmund. Der Offensivspieler wurde spät eingewechselt, zu diesem Zeitpunkt lag Verl bereits 1:3 zurück. Mansour Ouro-Tagba kam bei Jahn Regensburg nicht zum Einsatz. Immerhin setzten sich die Bayern in der 2. Bundesliga gegen Elversberg 1:0 durch. Patrik Kristal, mit seinen 16 Jahren Stammspieler beim estnischen Erstligisten Paide, traf beim 4:0-Erfolg über Nomme United. Für den Youngster bereits das siebte Saisontor.


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Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln

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Torjäger, Matchwinner, Krisenbewältiger – und damit gleichzeitig auch Sorgenkind

Tim Lemperle nach einem Tor 1. FC Köln
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Torjäger, Matchwinner, Krisenbewältiger – und damit gleichzeitig auch Sorgenkind

Mit seinem Treffer gegen Hertha BSC avancierte Tim Lemperle zum zweiten Mal innerhalb von fünf Tagen zum Matchwinner für die Kölner und somit auch zum Krisenbewältiger. Ganz nebenbei betreibt der Angreifer mächtig Eigenwerbung und das nicht nur für den 1. FC Köln: Tim Lemperle weckt Begehrlichkeiten.

Tim Lemperle schoss bereits sechs Tore in der Saison, führt mit neun Punkten die interne Scorerliste in der Liga an. Der Angreifer ist bereits jetzt unersetzbar für den 1. FC Köln: Tim Lemperle weckt Begehrlichkeiten.

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Am vergangenen Dienstag schon der Dosenöffner, am Samstag erneut der Matchwinner – zwei Mal in Folge der Spieler des Spiels und damit wohl einer der größten Krisenbewältiger beim FC – es läuft bei Tim Lemperle dieser Tage. Nachdem der Angreifer die Kölner schon im Pokal mit seinem Modeste-Gedächtnis-Kopfball in Führung und damit auf Erfolgskurs gebracht hatte, legte der 22-Jährige gegen Hertha BSC mit einem abgeklärt souveränen Ball ins lange Eck locker nach. Dieses Mal der einzige Treffer, damit der entscheidende. „Im Olympiastadion, so einem schönen und traditionellen Stadion, das 1:0 zu schießen und damit auch noch das Siegtor, ist ganz besonders“, sagte der Torschütze, der aber vor allem Dominique Heintz für dessen Vorarbeit lobte, diese als „weltklasse“ einordnete.  

Lemperle wird für den FC überlebenswichtig

Für den FC ist der Angreifer unverzichtbar. Als rückkehrender Leihspieler auch aufgrund der Transfersperre fest in den Kader integriert, ist Lemperle in dieser Spielzeit vor allem überlebenswichtig. Mit nunmehr sechs Toren führt Lemperle die interne Torjägerliste, mit neun Punkten die interne Scorerliste in der Liga an. Inklusive Pokal ist nur Linton Maina noch erfolgreicher (elf Zähler), Lemperle kommt in dieser Statistik auf zehn. Der 22-Jährige war in dieser Saison an mehr als einem Drittel aller Kölner Tore beteiligt. Nur noch ein Scorerpunkt fehlt und der Stürmer hat den Wert der Vorsaison schon frühzeitig erreicht. Für den kommenden Gegner aus Fürth erzielte Lemperle in der gesamten vergangenen Spielzeit sechs Tore und bereitete fünf vor. Beim FC ist der 22-Jährige unumstritten, reißt Woche für Woche seine Leistung ab, zuletzt waren vor allem seine Wege in die Defensive besonders beeindruckend. 

Neben der wiedergefundenen Balance in der Defensive ist Lemperle aktuell der größte Gewinn. „Tim hat gerade einen sehr guten Lauf und trifft gefühlt alles“, sagte Maina am Samstagabend. Auch Dominique Heintz und natürlich Gerhard Struber lobten den Stürmer. Kein Wunder, beim FC ist man mit der Entwicklung des Stürmers wohl überglücklich. Denn natürlich stand vor der Saison auch hinter dem 22-Jährigen ein großes Fragezeichen. Zwar hatte sich Lemperle bei der Leihstation in Fürth weiterentwickelt, war zum Stammspieler gereift. Ob der Angreifer aber auch beim FC funktionieren würde, war offen. Schließlich war dem Eigengewächs der Durchbruch am Geißbockheim noch nicht gelungen und angesichts der Sturmflaute der vergangenen Saison die Hoffnung groß, Lemperle könne noch mehr Torgefahr entwickeln. Das kann er offensichtlich. Alleine in den vergangenen sieben Spielen war der Angreifer an sechs Toren beteiligt.

Lemperle wohl nur bei Aufstieg zu halten

Doch mit jeder Torbeteiligung und mit jedem guten Spiel werden sicher auch die Sorgenfalten der Kölner Verantwortlichen ein wenig tiefer. Denn Lemperle betreibt gerade nicht nur bei Struber und dem FC mächtig Eigenwerbung. Schon vor einigen Wochen ploppte das Gerücht auf, der Stürmer stünde auf der Liste einiger Bundesligisten, die TSG Hoffenheim wurde explizit genannt. Wie viel an dem Gerücht dran ist, ist schwer einzuordnen, belastbare Quellen gibt es nicht. Auszuschließen ist es aber auch nicht und erst recht nicht, dass sich andere Bundesligisten und weitere Clubs für den 22-Jährigen interessieren. Die Leistungen sprechen für sich. Und nicht nur die Leistungen. Bekanntlich läuft der Vertrag des Stürmers im kommenden Sommer aus. Ein Angreifer von Lemperles Format wird wohl kaum in Liga zwei zu halten sein.

Das weiß man natürlich auch beim FC. Die Möglichkeit auf Liga eins würde Vertragsgespräche für die Kölner Verantwortlichen sicherlich erleichtern. Diese sind für den Herbst auch angedacht. Ausgerechnet Lemperle soll möglichst viel dafür tun, dass der Wiederaufstieg gelingen kann, der damit aber weiterhin Eigenwerbung betreiben würde. Klingt alles ein wenig nach Teufelskreis.


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Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln

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Der FC trifft im Achtelfinale erneut auf Hertha BSC

Der DFB-Pokal
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Der FC trifft im Achtelfinale erneut auf Hertha BSC

Die 3. Runde des DFB-Pokals ist ausgelost und der FC hat ein doch machbares Los erwischt. Der 1. FC Köln trifft im Achtelfinale auf Hertha BSC und das im eigenen Stadion.

Und erneut gegen die alte Dame. Noch am Samstagabend hatten die Geißböcke gegen Berlin gewonnen, nun gibt es die nächste Auflage. Ein machbares Los – und das auch noch im eigenen Stadion: Der 1. FC Köln trifft zu Hause im Achtelfinale auf Hertha BSC.

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Gerhard Struber hatte vor der ersten Runde des Pokals schon einen großen Wunsch. “Er ist für uns eine Riesenchance, möglicherweise auch mal gegen einen ganz großen Gegner zu spielen. Und er ist eine Chance weit zu kommen, irgendwann auch über diesen Weg wieder international dabei zu sein“, sagte der 47-Jährige. Nun steht der nächste Gegner fest, ein ganz großer ist es nicht – zumindest nicht nach der Ligazugehörigkeit. Der FC trifft im Achtelfinale erneut auf Hertha BSC. Der FC gewann am vergangenen Samstagabend gegen Berlin 1:0. Ein machbares Los – sollte man meinen. „Ich freue mich, dass wir wieder ein Heimspiel im Pokal haben. Wie schwer es gegen die Hertha sein kann, haben wir gestern erlebt, aber wir sind als Sieger vom Platz gegangen. Das wollen wir auch zu Hause wieder schaffen und eine Runde weiterkommen“, sagte Struber. Zudem kommt es im Achtelfinale zum Spitzenspiel zwischen Bayern München und Bayer Leverkusen.

Noch zehn Erstligisten in der Verlosung

Nach den ersten beiden Runden gab es am Sonntag nur noch einen Lostopf. Da keine Amateure mehr im Wettbewerb vertreten sind, wird auch das Heimrecht nicht mehr getauscht. Mit Borussia Dortmund ist auch bereits ein Top-Kandidat ausgeschieden. Auch Borussia Mönchengladbach ist nicht mit mehr von der Partie. Nun starten zehn Erst- und fünf Zweitligisten im Achtelfinale. Arminia Bielefeld aus Liga 3 komplettiert die Runde.

Wie ist der Weg nach Berlin?

Zum 82. Mal wird in dieser Spielzeit der DFB-Pokal ausgetragen. Das Finale findet am 24. Mai im Olympiastadion statt. Wer nach Berlin fahren will, muss zunächst fünf Runden überstehen. Das Achtelfinale findet Anfang Dezember statt. Das Viertelfinale wird dann Anfang und Ende Februar ausgetragen, das Halbfinale am 1. und 2. April.

Welche Prämien gibt es im DFB-Pokal?

Schon die Teilnahme am Pokal ist lukrativ. Jeder Teilnehmer erhält knapp 210.000 Euro. Ab dann wird bis zum Halbfinale jeweils verdoppelt. Der FC hat also schon knapp 1,5 Millionen Euro eingenommen. Der Erfolg in der nächsten Runde im Dezember würde Köln noch einmal 1,6 Millionen einspielen.

  • Für die erste Runde 209.453 Euro
  • Für die zwei Runde 418.906 Euro
  • Für die dritte Runde 837.813 Euro
  • Für die Viertelfinalspiele 1.675.625 Euro
  • Für die Halbfinalspiele 3.351.250
  • Der Verlierer des Finals erhält 2.880.000
  • Der Gewinner des DFB-Pokals erhält 4.320.000 Euro

Wo wird der DFB-Pokal übertragen?

Alle 63 Begegnungen werden in voller Länge bei Sky übertragen. ARD und ZDF haben sich 15 Spiele im frei empfangbaren Fernsehen gesichert – unter anderem natürlich das Finale. Welche Spiele aus dem Achtelfinale übertragen werden, entscheiden die Öffentlich-Rechtlichen selbst. Zusammenfassungen gibt es natürlich in der Sportschau und im Sportstudio sowie auf DAZN.

Die Pokalspiele im Überblick

Arminia Bielefeld – SC Freiburg

FC Bayern München – Bayer 04 Leverkusen

SV Werder Bremen – SV Darmstadt 98

RB Leipzig – Eintracht Frankfurt

Karlsruher SC – FC Augsburg

Jahn Regensburg – VfB Stuttgart

1. FC Köln – Hertha BSC

VfL Wolfsburg – TSG Hoffenheim


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Gerhard Struber vom 1. FC Köln

Schritt aus der Krise – mehr nicht

Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln

Stimmen zum Hertha-Spiel

Ausgerechnet Heintz: Lange zweite Wahl, jetzt Stabilisator der Defensive und Vorbereiter

Dominique Heintz vom 1. FC Köln.
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Ausgerechnet Heintz: Lange zweite Wahl, jetzt Stabilisator der Defensive und Vorbereiter

Die Systemumstellung von Trainer Gerhard Struber scheint für den FC zu funktionieren. Besonders ein Spieler bekommt durch die neue taktische Ausrichtung nun mehr Einsatzzeit beim 1. FC Köln: Dominique Heintz profitiert von der Dreierkette.

Im Pokalspiel gegen Holstein Kiel und in der Liga gegen Hertha BSC stand der Abwehr-Routinier zweimal in der Startelf. Und er machte seine Sache gut beim 1. FC Köln: Dominique Heintz profitiert von der Dreierkette.

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Am Samstagabend gewann der FC im Olympiastadion. Ein Tor reichte den Geißböcken gegen Hertha BSC, um die wichtigen drei Punkte einzusammeln. Und was für eins. Dabei war es nicht der Torschuss, sondern eher die Vorlage, die auch im Nachhinein für Lob sorgte. Dominique Heintz hatte den Ball mit einem genialen Pass lang nach vorne auf Tim Lemperle gelegt, der kam alleine durch und schob an Tjark Ernst vorbei. „Das Tor ist gut, ein super Ball vom Dominique Heintz. Wir haben analysiert, dass die Berliner Innenverteidiger gerne mit raus gehen und dahinter wurde die Lücke frei. Da starte ich rein und dann ist der Ball natürlich extreme Weltklasse vom Dominique“, lobte der Torschütze den Verteidiger und stellte seine Leistung ein Stück weit hinter der Vorarbeit des 31-Jährigen zurück. Heintz überzeugte einmal mehr auf ganzer Linie.

Heintz als Profiteur der Dreierkette

Und es war nicht der erste gute Einsatz von Heintz in dieser Woche. Bereits im Pokalspiel gegen Holstein Kiel am vergangenen Dienstagabend bewies der Kölner Defensivmann seine Qualitäten. In der 75. Minute rettete Heintz im Sechzehner unter anderem mit einer Monstergrätsche stark gegen Kiels Shuto Machino, der fiel zu Boden und hatte Glück, beim anschließenden Gerangel mit dem Kölner Verteidiger nicht vom Platz zu müssen. Auch die restliche Partie verteidigte der 31-Jährige konsequent. Nicht umsonst stand der Kölner auch im Ligaspiel gegen Hertha BSC erneut in der Startelf. Die Aufstellung ist allerdings nicht nur Heintz guten Leistungen geschuldet. Auch und gerade Strubers Systemumstellung auf die Dreierkette lässt den Routinier zum Profiteur werden. Trainer Gerhard Struber stellte im Pokalspiel das erste Mal in dieser Saison von der Viererkette auf diese Taktik um. Und der FC gewann.

Nach dem Sieg gegen die Hertha fand auch der Coach anerkennende Worte für seinen Abwehrspieler. „Der Dominique hat einfach einen fantastischen linken Fuß. Und es war ja auch unser Plan, dass wenn wir den Dominique frei kriegen, dass wir, wenn sie uns den Raum geben, natürlich dann auch in die letzte Linie kommen können“, sagte Struber. „Vom Timing her läuft er den Ball super an, er kommt gut aus dem Abseits und gibt dem Gegner da eine richtige Aufgabe mit. Es war ein feiner Moment.“ Ein feiner Moment ausgerechnet von dem Spieler des 1. FC Köln, der noch zu Beginn der Saison das direkte Duell um den Startelfplatz gegen den 19-jährigen Julian Pauli verlor. Am zweiten und vierten Spieltag begann Heintz zwar noch in der Abwehrkette, unter anderem auch, weil Timo Hübers krankheitsbedingt ausfiel.

Nicht der erste Assist in dieser Saison

Ab dem fünften Spieltag kam Heintz nur noch auf insgesamt 80 Einsatzminuten, stand zwei Mal gar nicht erst im Kader der Geißböcke. Erst mit dem Pokalspiel und der Umstellung auf die Dreierkette rückte der 31-Jährige zurück in die Anfangsformation. Und er machte seine Sache gut. Neben dem Rückkehrer Marvin Schwäbe ist auch Heintz ein Routinier, der der Mannschaft durch seine Sicherheit und Erfahrung Stabilität verpasst und eben auch ein Tor vorbereiten kann. Übrigens nicht das erste dieser Saison. Bereits im Pokalspiel gegen Sandhausen im August bewies der Kölner Routinier, dass er es noch drauf hat. Nach seiner Einwechslung in der Verlängerung bereitete Heintz das 3:2-Siegtor von Mathias Olesen vor, der damals die Unordnung im gegnerischen Strafraum nutzte und die von Heintz zuvor in die Box gebrachte Kugel in der 116. Minute einnetzte.

Auch der Coach weiß um die Wichtigkeit des Routiniers. „Vor allem hat er uns ein Führungsverhalten gezeigt, das ganz wichtig ist”, sagte Struber. “Ob es im Moment der Aktion war, ob er mal Tempo aus dem Spiel genommen hat oder Dinge aufgrund seiner Erfahrung richtig antizipiert hat. Er hat auch immer wieder seine Mitspieler unterstützt.” Der Kölner Abwehrspieler scheint beim FC in dieser Saison noch einmal aufzublühen, könnte je nach weiterer taktischen Ausrichtung einen Stammplatz neben Timo Hübers und Pauli bekommen. Von seinem „fantastischen linken Fuß“ darf er dann gerne noch mehr zeigen, um dem FC weitere „feine Momente“ zu bescheren. Zunächst aber mal muss der Innenverteidiger den nicht ganz so fantastischen rechten Fuß zu heilen. Eine Verletzung, die sich der Routinier beim starken Auftritt gegen Berlin einfing.


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

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Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln

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Die Torwartfrage ist beantwortet und hinterlässt dennoch Fragezeichen

Marvin Schwäbe, Torwart des 1. FC Köln
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Die Torwartfrage ist beantwortet und hinterlässt dennoch Fragezeichen

Beim Erfolg über Hertha BSC stand am Samstagabend erneut Marvin Schwäbe im Tor des FC und hielt seinen Kasten zum zweiten Mal in Folge sauber. Damit löst der 29-Jährige Jonas Urbig vorerst ab beim 1. FC Köln: Marvin Schwäbe ist wieder die Nummer eins, es bleiben aber Fragen.

Die Entscheidung ist mit dem zweiten Einsatz in Folge offensichtlich gefallen beim 1. FC Köln: Marvin Schwäbe ist wieder die Nummer eins. Zumindest vorerst. Vor allem aber bleiben auch weiterhin Fragezeichen.

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Als die Aufstellungen der Begegnung zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Köln eine gute Stunde vor Spielbeginn bekannt gegeben wurden, da hielt sich die Überraschung dann doch in Grenzen. Klar, nachdem beide Teams unter der Woche einen Bundesligisten aus dem Pokal geworfen hatten, gab es gefühlt ohnehin nur wenig Grund zu wechseln. Doch beim FC war da zumindest offiziell noch die Torwartfrage zwischen Routinier und Ruhepol Marvin Schwäbe und Riesentalent und U21-Nationalkeeper Jonas Urbig offen. FC-Trainer Gerhard Struber hatte die Frage bewusst offen gelassen und damit eigentlich schon die Antwort geliefert. Denn hätte er eine Rolle rückwärts zu Urbig gemacht, wäre das Argument des Pokalkeepers ein gutes und wohl auch zufriedenstellendes gewesen. Nun lieferte die offizielle Aufstellung 60 Minuten vor Anpfiff auch die offizielle Antwort: Marvin Schwäbe ist wieder die Nummer eins im Kölner Kasten. 

Struber: „Das hilft uns im Moment einfach sehr“

Und die nackten Zahlen geben dieser Entscheidung zunächst auch einmal recht, Schwäbe blieb sowohl im Pokal als auch in der Liga, also zwei Pflichtspiele in Folge ohne Gegentor. Das gelang zuletzt ebenfalls Schwäbe vor einem knappen Jahr im Dezember 2023 als der FC nach einem 1:0-Erfolg über Darmstadt auch beim Unentschieden gegen Mainz ohne Gegentreffer blieb. Bis zum Pokalerfolg gegen Holstein Kiel hatte Jonas Urbig zuvor wettbewerbsübergreifend 22 Bälle aus dem Netz holen müssen. „Marvin hat uns in den vergangenen Wochen im Training immer wieder gezeigt, dass er eine gewisse Ausstrahlung hat, Erfahrung mitbringt und auch Führungsqualität hat, auf die wir gerade in der Situation, in der wir drinnen hängen, auch zählen können. Das hilft uns im Moment einfach sehr“, sagte Struber nach dem wichtigen 1:0-Erfolg über Hertha BSC.

Vor dem Pokalspiel gegen Kiel hatte Struber seine bisherige Nummer eins noch über den grünen Klee gelobt, das Talent von Jonas Urbig hervorgehoben und sich dann aber für die Routine und Ruhe entschieden. Nach zwei Schwäbe-Spielen scheint die Rechnung aufzugehen, ob sie am Ende des Tages für alle Beteiligten aufgeht, wird sich dann aber erst zeigen müssen. Denn die Torwartfrage ist komplex. Und die aktuelle Antwort auf eben diese wirft zahlreiche Fragen auf. Fragen, die die Kölner Verantwortlichen sich selbst geschaffen haben. Bekanntlich hatten sich die FC-Bosse bereits vor der Saison und der Verpflichtung von Gerhard Struber auf Jonas Urbig im Kölner Tor festgelegt. Der junge Keeper sollte den FC als neue Nummer eins durch die Saison führen, offenbar unabhängig der Person an der Seitenlinie.

Keller: „Dann gilt das Leistungsprinzip“

Und so wurde Christian Keller vor dem Duell in Berlin bei Sky gefragt, ob sich der Trainer dann auch an alle innenpolitischen Vorgaben halte. „Es gab eine klare Vorgabe, die war, Marvin will den Verein verlassen und somit ist klar, dass wir den Jonas zur Nummer eins machen. Er ist eins der größten Torwarttalente“, erklärte der Sportdirektor. „Trotzdem habe ich immer gesagt, wenn die Transferphase rum ist und es widererwartend nicht zu einem Wechsel von Marvin kommt, dann gilt das Leistungsprinzip. Das muss im Sport immer gelten.“ Tatsächlich hatte Keller mit genau diesen Worten Anfang September auf dem Mitgliederstammtisch erklärt, dass „Jonas die Nase ein Stück weit vorne hat“, so der Sportdirektor damals. „Das hat nichts mit Kellers Gnaden oder Trainers Gnaden zu tun.“

Demnach muss Urbig im Training die besseren Leistungen gezeigt haben. Denn in den Pflichtspielen gab es bis zum Pokalerfolg keinen Vergleich der beiden Keeper. In der vergangenen Saison hatte sich Schwäbe auf konstant hohem Niveau gezeigt, in dieser Saison hat sich Urbig ebenfalls wenig zu Schulden kommen lassen. Der junge Keeper verschuldete einen Treffer gegen den HSV und sah bei einem weiteren gegen den KSC nicht gut aus. Dennoch: die 22 Gegentreffer lagen bislang nicht am Keeper. Auch Struber betonte vor einigen Tagen sinngemäß, dass ein Keeper auch die nötige Konstanz der Hintermannschaft um sich herum braucht. Wiederholt sprachen die Verantwortlichen zuletzt von einem Luxusproblem oder Luxusthema, das aber für einen der beiden Protagonisten relativ wenig mit „Luxus“ zu tun hat.

Struber: „Er hat sehr professionell reagiert“

Denn nun wurde das möglicherweise größte Torwarttalent des Landes degradiert. Und das, nachdem der Keeper zuletzt anderthalb Spielzeiten in Folge in der 2. Bundesliga Stammspieler – zunächst in Regensburg und dann in Fürth – war. Für den ehrgeizigen Urbig ein sicher heftiger Rückschlag. „Er hat sehr professionell reagiert und gezeigt, wie weit er mit 21 Jahren schon ist“, sagte Struber. „Natürlich auch enttäuscht. So ist es schon mal im Profigeschäft und auch in der Entwicklung. Manchmal geht man einen Schritt zurück, um zwei nach vorne zu gehen.“ Ob Urbig diese Schritte nach vorne beim FC geht, ist offen, könnte aber nach der Entscheidung in Richtung fraglich tendieren. Denn über der ganzen Torwartdiskussion hängt trotz ausgerufenem Leistungsprinzip noch der Schatten der Vertragskonstellation.

Jonas Urbig gilt als großes Torwarttalent, nach dem bereits einige große Vereine die Fühler ausstrecken. Der Kontrakt des U21-Nationalkeepers läuft nur noch bis zum Sommer 2026. Da Urbig seinen Vertrag bislang nicht verlängert hat, kann der FC nur noch im kommenden Sommer eine marktgerechte Ablöse einsacken. Marvin Schwäbe hatte sich im Sommer bereits nach einem neuen Club umgesehen, weil er eben nicht mehr an das Leistungsprinzip beim FC geglaubt hatte. Darüber gibt es wie berichtet unterschiedliche Erzählweisen. Bis zum Pokalspiel gegen Kiel war die Wahrnehmung, dass der Torhüter nun einen Wechsel im Winter anstrebt. Und dann wären da noch die auslaufenden Verträgt der weiteren drei Ersatzkeeper. Die Torhüter-Vertragssituation ist also durchaus komplex und dadurch auch sehr anfällig für Spekulationen und Gerüchte.

Schwäbe: „Ich bin natürlich glücklich, dass die Entscheidung so gefallen ist“

Der Eindruck, dass die handelnden Personen eben nicht nur nach dem Leistungsprinzip sondern möglicherweise auch nach diversen Befindlichkeiten der Parteien aufgestellt haben, lässt sich nach dem Hin und Her jedenfalls nicht ausschließen. Und so beginnen nun die Spekulationen und Fragen über die Zukunft der beiden Keeper und wie sie mit der Degradierung auf der einen Seite und der Beförderung auf der anderen Seite umgehen werden. Sportlich scheint der Wechsel vorerst für mehr Sicherheit und Stabilität gesorgt zu haben. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass weder Kiel noch Hertha BSC wirkliche Gefahr gegen den FC ausstrahlten und die alte neue Nummer eins eben auch nicht fehlerlos ist. Schwäbe verlieh dem FC gegen Berlin zwar mehr Sicherheit, der Routinier wirkte bei einigen unkonventionellen Faustparaden aber alles andere als sicher und Schwäbe zeigt weiterhin auch ab und an Schwächen bei Flanken.

Dennoch: Unterm Strich stand nun zwei Mal die Null und mehr Sicherheit in der Defensive. „Ich bin natürlich glücklich, dass die Entscheidung so gefallen ist, dass die Mannschaft von vorne bis hinten Vollgas gibt. Es kann natürlich so weiter gehen“, sagte Schwäbe. „Es ist immer schwer, die Gründe für den Wechsel im Tor zu suchen. Ich glaube, dass es insgesamt einfach nicht so gut gelaufen ist, wie wir uns das vorgestellt haben und der Trainer hat es angesprochen: Erfahrung, Stabilität, Systemumstellung, das hat alles natürlich mit dazu beigetragen. Für mich ist es natürlich schön, dass ich jetzt im Kasten stehe.“ Vielleicht aber auch nur vorerst. „Es sagt niemand, dass die Torhüter-Konstellation bis zum 34. Spieltag so ist“, erklärte Keller bei „Sky“ das Leistungsprinzip. 


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

Ticker zum Nachlesen

Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln

Stimmen zum Spiel

So startet der FC gegen Hertha BSC

Die Spieler des 1. FC Köln freuen sich nach ihrem Sieg über den SSV Ulm.
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So startet der FC gegen Hertha BSC

Am Samstagabend ist der FC zu Gast bei Hertha BSC. Nachdem die Torwartfrage offenbar entschieden ist, stand noch die taktische Ausrichtung im Raum. Personelle Veränderungen gibt es nicht beim 1. FC Köln: So startet der FC gegen Hertha BSC.

Schwäbe erneut für Urbig, wieder Dreier- statt Viererkette – Gerhard Struber steht vor einigen wichtigen Entscheidungen beim 1. FC Köln: So startet der FC gegen Hertha BSC.

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Gerhard Struber machte es am Donnerstagmittag unmissverständlich klar: Die Startaufstellung werde es erst am Samstagabend vor dem Duell gegen Hertha BSC geben. Wie gewohnt wollte sich der Trainer nicht in die Karten schauen lassen. Dabei ist genau das Sky Sport gelungen. Wie der TV-Sender berichtete, ist die viel diskutierte Torwart-Entscheidung gefallen. Und tatsächlich steht Marvin Schwäbe gegen die Hauptstädter im Tor. Schwäbe hatte bereits am Dienstag eine ordentliche Leistung gebracht, vor allem aber Ruhe ausgestrahlt. Stabilität hat das Team ganz offensichtlich durch die Dreierkette bekommen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass der FC auch gegen Berlin bei dieser taktischen Ausrichtung bleibt.

Keine Überraschung

Nicht erst aufgrund der Erkrankung von Max Finkgräfe hat auch Leart Pacarada seinen Stammplatz weiterhin sicher. Und auch Jan Thielmann ist weiterhin der rechte Verteidiger. Spannender war es dann schon auf den Positionen Richtung Offensive. Allerdings gab es auch dort keine Überraschungen. Der FC startet personell mit der gleichen Elf wie gegen Holstein Kiel. Allerdings soll laut der offiziellen Aufstellung Ljubicic hinter den Spitzen spielen.

1. FC Köln: So startet der FC gegen Hertha BSC


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Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln

Schwäbe wohl im Tor

Gerhard Struber vom 1. FC Köln

Ändert Struber sein System

Gegen Hertha ist keiner so erfolgreich wie Kainz

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Gegen Hertha ist keiner so erfolgreich wie Kainz

In der vergangene Woche blieb Florian Kainz nur die Rolle des Zuschauers. Nun steht der Österreicher wieder im Kader der Geißböcke. Ob der 32-Jährige zum Einsatz kommt, ist fraglich, wäre unter Umständen aber nicht verkehrt für den 1. FC Köln: Florian Kainz mit starker Bilanz gegen die Hertha.

Beim letzten Spiel der Geißböcke gegen Hertha BSC erzielte Timo Hübers einen Doppelpack. Mehr Tore und damit genauso viel wie der gesamte Spieltags-Kader erzielte bislang nur ein Akteur des 1. FC Köln: Florian Kainz mit starker Bilanz gegen die Hertha.

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Beim verdienten 3:0-Erfolg des 1. FC Köln über Holstein Kiel saß Florian Kainz nur auf der Tribüne. Zwar war die Einsatzzeit des Ex-Kapitäns in den vergangenen Wochen ebenfalls mau, den Zuschauerplatz ermöglichte aber vor allem die Rotsperre, die sich der Österreicher in der vergangenen Spielzeit im Cup-Spiel gegen Kaiserslautern eingefangen hatte. Nun kehrt der Mittelfeldspieler zurück in den Kader. Dass Kainz gegen die Hertha in der Startelf steht, ist natürlich so gut wie ausgeschlossen. Nach dem Pokalsieg ist ohnehin die Frage, ob Struber personell umstellt, und wenn, dann wird der Coach aber wohl eher auf Doppelpacker Luca Waldschmidt oder Rückkehrer Damion Downs zurückgreifen. Wenn… und da es sich bei den beiden Spielern um Offensivkräfte handelt, ist auch ein Kurzeinsatz für den Routinier nicht zwingend drin.

Hertha augenscheinlich Kainz Lieblingsgegner

Dabei ist Kainz für das Duell gegen Hertha eigentlich prädestiniert. Der Mittelfeldspieler erzielte gegen die alte Dame bereits vier Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor. Der gesamte Kölner Kader für die Begegnung in der Hauptstadt kommt exklusive Kainz in mehr als 40 Spielen auf vier Tore und vier Vorlagen gegen die Hertha. Die meisten Tore neben dem Ex-Kapitän erzielte dessen Nachfolger Timo Hübers, nämlich einen Doppelpack beim 5:2 im letzten Duell gegen Berlin. Das Hackentor des Innenverteidigers wurde später zum Tor des Monats gewählt. Auch Denis Huseinbasic und Jan Thielmann trafen bereits gegen Berlin. Linton Maina kommt immerhin auf zwei Vorlagen. Kainz erzielte also die meisten Tore gegen Berlin und kein aktueller Kölner Spieler bereitete mehr vor.

Der Österreicher traf zudem auch gegen keine andere Mannschaft öfter. Im Februar 20 erzielte Kainz einen Doppelpack beim 5:0-Erfolg der Kölner in Berlin, einen weiteren Doppelpack schnürte der Ex-Kapitän im Sommer 21 beim 3:1-Erfolg. Damals lagen die Kölner früh zurück. Und doch ist es alles andere als klar, ob Kainz gegen Berlin zum Einsatz kommt. Und das nicht nur aufgrund der Systemumstellung und der Kaderdichte. Der 32-Jährige scheint bei seinem Landsmann keinen leichten Stand zu haben. Nach seiner schweren Verletzung im Sommer kämpfte sich der Österreicher zurück, kam aber bislang nicht über die Rolle des Jokers hinaus. Gerade in der Begegnung gegen Paderborn, bei der Luca Waldschmidt einmal mehr eine Nicht-Leistung abrief und zur Halbzeit ausgewechselt wurde, setzte Struber lieber auf Sargis Adamyan, der gegen die Ostwestfalen allerdings auch kein Faktor war.

Nach einer schweren Saison wäre für Kainz die Begegnung gegen den augenscheinlichen Lieblingsgegner möglicherweise der richtige Zeitpunkt für die Wende.


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Eric Martel vom 1. FC Köln

Martel als Leader?

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

Alles zum Pokal

Ändert Struber wieder sein System? Diese Anzeichen sprechen für die Dreierkette

Gerhard Struber coacht an der Seitenlinie den 1. FC Köln.
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Ändert Struber wieder sein System? Diese Anzeichen sprechen für die Dreierkette

Dreier- oder Viererkette? Vor dem Duell gegen Paderborn wurde eine Systemumstellung diskutiert und über diese spekuliert. Gegen Kiel probierte Gerhard Struber die taktische Formation aus und eröffnete eine neue Option für den 1. FC Köln: Bleibt der FC bei der Dreierkette?

Gegen Holstein Kiel trat der FC deutlich sicherer und stabiler auf. Jetzt steht mit Hertha BSC aber ein anderer Gegner an für den 1. FC Köln: Bleibt der FC bei der Dreierkette?

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Nach dem 1:5 gegen den SV Darmstadt hatte sich bereits eine taktische Änderung beim FC angekündigt, gegen Holstein Kiel hatte der Trainer diese dann umgesetzt. Erstmals unter Gerhard Struber und zum überhaupt erst zweiten Mal in den vergangenen zweieinhalb Jahren haben die Geißböcke ein Pflichtspiel mit einer Dreierkette begonnen. Damals, vor einem knappen Jahr, aber einer gefühlten Ewigkeit, verloren die Kölner unter Steffen Baumgart 0:1 gegen die Bayern. Es war das erste Mal, dass Baumgart von seiner Marschroute des Hurra-Fußballs so richtig Abstand nahm und entgegen seiner Versprechungen dann doch einen Bus parkte. Nun war es Gerhard Struber gegen Kiel, allerdings mit offensiverer Ausrichtung und besserem Ergebnis, der FC gewann bekanntlich 3:0 und wirkte bei dem Erfolg deutlich stabiler als in den Vorwochen.

Wählt Struber die Dreier- oder die Viererkette?

Und so liegt die Wahrscheinlichkeit recht nahe, dass Struber auch am Samstagabend gegen Hertha BSC (20.30 Uhr, Sport1 oder im Liveticker bei come-on-fc.com) die Dreierformation wieder auspackt. Sollte man zumindest meinen. Allerdings hatte der Trainer vor der Saison noch betont, dass die Viererkette auf den Kader besser passe. Möglicherweise auch aufgrund der dünnen Personaldecke in der Innenverteidigung. Schließlich verfügt der FC über vier Innenverteidiger, davon zwei Youngster, bei denen vor der Saison nicht unbedingt mit einer solchen Entwicklung wie nun etwa bei Julian Pauli zu rechnen war. „Wir wollen variabel bleiben und uns nicht in irgendetwas beschränken. Das Spiel hat uns gezeigt, dass wir dieses Spielsystem ordentlich hinkriegen können“, sagte Struber am Donnerstag. „Wir werden die Berliner noch genau unter die Lupe nehmen, um zu schauen, welches System passt.“

Am Dienstag im Pokal sah die Dreierkette gut aus, es passte gegen Kiel viel. Timo Hübers überzeugte mit einer hervorragenden Zweikampfquote von über 70 Prozent, Julian Pauli und Dominique Heintz wirkten ebenfalls sehr souverän. Man wolle nun schauen, „allerdings in dem Wissen, dass dieses System den Jungs eine gewisse Erfolgswahrscheinlichkeit geben kann“, erklärte deswegen auch Struber. Und da Erfolge in der aktuellen Tabellensituation besonders wertvoll sind, gilt es natürlich auch die Wahrscheinlichkeit hochzuhalten, wie schon Timo Schultz in der vergangenen Rückrunde gerne mal vorrechnete, allerdings mit mäßigem Erfolg. Gegen Paderborn hatte Struber noch auf eine kompaktere, eine defensivere Herangehensweise gesetzt, der Preis war das Erliegen der Offensive.

Das spricht für die Dreierkette

Die Dreierkette bringt durch die Schienenspieler zwangsläufig einen offensiveren Ansatz mit sich. Die Außenverteidiger sollen sich mehr in die Vorwärtsbewegung einschalten. Ein Umstand, der sowohl Leart Pacarada als auch Jan Thielmann hilft. Gerade der U21-Nationalspieler besitzt eher Offensivfähigkeiten, hatte in der Vergangenheit immer wieder Probleme in der Rückwärtsbewegung. Allerdings packte der 22-Jährige gegen Kiel eine Monstergrätsche aus wie im März 22 gegen Dortmund. Damals wurde diese fast genauso frenetisch gefeiert wie ein Tor. Bemerkenswert aber der 80-Meter-Sprint am Dienstag von der eigenen in die gegnerischen Box mit der Vorlage zum 3:0 in der Nachspielzeit. Defensiv bedeutet die Dreierkette in der Regel, dass es gegnerische Mannschaften bei dann einer Fünferreihe schwieriger haben die Schnittstelle oder den Pass in die Tiefe zu finden.

Gerade die Steilpässe gehören zu einer Qualität der Berliner, genauso aber das Flügelspiel. Mehr als 75 Prozent aller Angriffe gehen über die Außen. Dass die Hertha weiß, wie man eine Dreierkette ausspielt, bewies die Mannschaft von Christian Fiél beim 4:3 gegen Kaiserslautern besonders beeindruckend, bei der 1:2-Niederlage gegen Paderborn fand Berlin kein Mittel und offensiv kaum statt. Ein großes Manko der Dreierkette ist allerdings die Anfälligkeit bei Umschaltmomenten. Gerade wenn die Außenverteidiger aufgerückt sind, sind Konter nur noch sehr schwer zu verteidigen. Und dennoch gibt es noch weitere Anzeichen dafür, dass Struber bei der Ausrichtung bleibt. So berief der Trainer mit Elias Bakatukanda einen weiteren Innenverteidiger in den Kader. In der Liga erst zum zweiten Mal. Vermutlich, weil der Trainer einen Ersatz für den Notfall in seiner Kette dabei haben will.

Die taktischen Vorzüge und Schwächen sind natürlich viel tiefgreifender, eine Umstellung von Vierer-auf Dreierkette funktioniert nicht immer ganz reibungslos. Welche Formation Struber am Ende wählt und wie erfolgreich sie ist, wird ohnehin erst der Samstagabend zeigen.


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