Auftakt 2026: Schlüsselspiele für den 1. FC Köln im Kampf um den Klassenerhalt

,

Auftakt 2026: Schlüsselspiele für den 1. FC Köln im Kampf um den Klassenerhalt

Mit einem anspruchsvollen Fünf-Spiele-Programm zum Jahresauftakt 2026 will der FC den Krisenmodus hinter sich lassen: Das ist das Auftaktprogramm des 1. FC Köln im Januar.

Nach dem enttäuschenden Jahresabschluss gilt es für die Geißböcke nach der Winterpause, die ganz große Krise abzuwenden: Das ist das Auftaktprogramm des 1. FC Köln im Januar.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 5000 Instagram und 5000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.


Der 1. FC Köln hat seine Wintervorbereitung im spanischen La Nucia nahezu abgeschlossen und sich mit einem 2:1-Testspielsieg gegen den Schweizer Erstligisten FC Lugano für den Rückrundenstart warmgespielt. Nach den letzten beiden geheimen Einheiten am Donnerstag reist die Mannschaft am Freitag weiter. Cheftrainer Lukas Kwasniok nutzte die Woche in Spanien, um sein Team auf das wichtige Ligaspiel am kommenden Samstag gegen den 1. FC Heidenheim einzustellen. Nach der Rückkehr aus Spanien wartet auf die Kölner ein wegweisendes Auftaktprogramm im neuen Jahr.

Fünf Spiele innerhalb von drei Wochen werden richtungsweisend sein, ob es Entspannung oder nervenaufreibender Abstiegskampf bei den Geißböcken heißen wird. Drei dieser Partien sind direkte Duelle mit Konkurrenten um den Klassenerhalt, dazwischen wartet mit dem FC Bayern der obligatorische Tabellenführer.

Sechs-Punkte-Spiel an der Brenz

Den Bundesliga-Jahresauftakt bestreitet der 1. FC Köln am Samstag um 15:30 Uhr beim 1. FC Heidenheim. Das Team von Frank Schmidt steht nach 15 Spieltagen auf dem 17. Tabellenplatz und befindet sich damit auf einem direkten Abstiegsplatz. Nach der dramatischen Last-Minute-Rettung gegen die SV Elversberg in der Relegation in der Vorsaison gerieten sie in der neuen Spielzeit direkt ins Hintertreffen. Zehn Niederlagen schlagen bereits zu Buche, so viele wie bei keinem anderen Bundesligisten. Mit 34 Gegentoren kassierte Heidenheim zudem mehr Treffer als jedes andere Team der Liga und stellt gleichzeitig den schwächsten Angriff.

Dennoch besteht Hoffnung auf der Ostalb: Mit nur elf gesammelten Punkten liegt Heidenheim lediglich einen Zähler hinter dem Relegationsrang und drei Punkte hinter Platz 15. „Es kommen die Spiele gegen Mannschaften, die näher an uns dran sind. Obwohl wir wenig Punkte haben, ist der Abstand nicht so groß, dass man keine Fantasie haben könnte, dass wir nicht noch ein, zwei, drei Plätze nach vorne rutschen könnten“, erklärte Trainer Frank Schmidt gegenüber dem SWR. An die Partie gegen Köln knüpft er klare Erwartungen: „Wir werden uns schon Gedanken machen, was wir zu tun haben, damit wir am 10. Januar zu Hause gegen Köln einen Schritt weiter sind“, kündigte Schmidt am ARD-Mikrofon an.

FC empfängt Tabellenführer aus München

Nach Heidenheim folgt am 14. Januar um 20:30 Uhr die wohl größte Herausforderung zum Jahresbeginn: Der FC Bayern München ist zu Gast im RheinEnergieStadion. Die Erinnerungen an die Pokalpartie Ende Oktober dürften bei den Kölnern noch frisch sein. Damals gelang es dem FC, den Rekordmeister erstmals in dieser Saison in Rückstand zu bringen, als Ragnar Ache nach einer Hereingabe von Isak Johannesson per Kopf die verdiente Führung lieferte. Zwar glich Bayerns Luis Díaz den Rückstand bereits nach drei Minuten aus, bemerkenswert war jedoch, wie sehr es dem FC gelang, die Bayern tief in ihre Hälfte zu drängen und sie am eigenen Strafraum einzuschnüren.

Kwasnioks Erfolgsrezept für die ersten zehn Minuten, eine Mischung aus leidenschaftlichem Kampf und der Unterstützung aus der Kurve, hatte die Mannschaft von FCB-Trainer Vincent Kompany zumindest zeitweise aus dem Spiel genommen. Einen Sieg gegen die Übermacht von der Isar hat in dieser Saison bislang noch kein Bundesligist geschafft. Am nächsten dran war der 1. FSV Mainz 05 am 14. Spieltag, als es dem Tabellenführer nur mit viel Fortune gelang, durch einen späten Treffer vom Elfmeterpunkt durch Stürmer Harry Kane eine überraschende Niederlage abzuwenden. Die Standardschwäche wäre den Bayern gegen Mainz fast zum Verhängnis geworden.

Ohne Zweifel wird das Aufeinandertreffen Mitte Januar an einem guten Tag wie schon im Pokal zugunsten des Ligaprimus ausgehen. Doch die jüngsten Auftritte der Münchner zeigen: Überraschen lassen sich auch die Bayern. Für den FC geht es darum, das Momentum aus einem möglichen Sieg in Heidenheim mitzunehmen und den Bayern vor heimischer Kulisse ein Bein zu stellen.

Duell mit dem Schlusslicht

Für den 1. FC Köln endet die englische Woche mit einer weiteren Partie gegen einen Konkurrenten um den Klassenerhalt. Nur drei Tage nach dem Spiel gegen die Bayern gastiert der 1. FSV Mainz 05 in Köln (17. Januar, 15:30 Uhr). Mit acht Punkten nach 15 Spieltagen stehen die Rheinhessen auf dem letzten Tabellenplatz. Seit der Verpflichtung des Schweizer Trainers Urs Fischer hat Mainz zwar noch kein Spiel verloren, wartet aber auch noch auf den ersten Sieg unter dem neuen Coach. Mit nur 13 Treffern vor dem Wiedereinstieg in den Ligabetrieb stellt Mainz zudem den schwächsten Angriff der Liga.

Neuzugang Philipp Tietz soll dabei helfen, die Sturmflaute zu beenden. Der 1,90 Meter große Mittelstürmer kommt vom FC Augsburg, wo es für den 28-Jährigen in der laufenden Saison bisher nicht rund lief. Stand jetzt kam er nur auf einen Saisontreffer. Dennoch erhält Fischer mit Tietz mehr Optionen und Variabilität im bislang allzu statischen Offensivspiel der Mainzer. Zudem könnte der Stürmer seinen Teamkollegen durch seine Körperlichkeit neues Leben einhauchen, sollte es zu einer Aufholjagd kommen. Zusätzlich gelang es, Silas Katompa Mvumpa zu verpflichten. Er soll der Mannschaft mit seiner enormen Geschwindigkeit weiterhelfen.

Trotz der Transferbemühungen der Mainzer bleibt festzuhalten: Zusammen mit der Partie in Heidenheim ist dies das Spiel, von dem man sich am Geißbockheim im Kampf um den Klassenerhalt wohl die meisten Punkte verspricht. Nach der kräftezehrenden englischen Woche wird es darauf ankommen, ob der FC noch genügend Körner hat, um den Tabellenletzten zu bezwingen.

Freiburg als Wundertüte

Nach zwei Heimspielen in Folge steht für den 1. FC Köln die nächste Auswärtsfahrt an (25. Januar, 17:30 Uhr). Ziel ist das Europa-Park-Stadion, in dem der SC Freiburg nach einer durchwachsenen ersten Saisonhälfte aktuell den neunten Platz in der Bundesligatabelle belegt. Den schmerzhaften Niederlagen, wie etwa gegen den FC am zweiten Spieltag (4:1) oder gegen die Bayern (6:2) Ende November, stehen Torfestivals in Bremen (3:0) und Mainz (4:0) gegenüber, bei denen die Elf von Trainer Julian Schuster jeweils als Sieger vom Platz ging.

Licht und Schatten lagen bei den Freiburgern vielleicht nie so nah beieinander wie am vergangenen Spieltag beim Schlagabtausch mit dem VfL Wolfsburg. Das wilde 4:3 steht sinnbildlich für das Spiel der Freiburger: Die Defensive um Matthias Ginter, Christian Günter und Co. ist zuweilen ein Flickenteppich, gleichzeitig strahlen sie im Angriff enorme Gefahr aus. Kwasniok muss sich überlegen, wie er die Offensive der Freiburger mit Johan Manzambi und Vincenzo Grifo stoppen kann. Für den FC könnte die Unberechenbarkeit der Freiburger Fluch und Segen zugleich sein. Während die defensive Anfälligkeit der Breisgauer Chancen bietet, kann ein Freiburger Sahnetag schnell zu einer deutlichen Niederlage führen. Nach der englischen Woche wird es darauf ankommen, ob die Kölner wieder frische Kräfte mobilisieren können.

Flutlichtspiel gegen den VfL Wolfsburg

Nach der Auswärtspartie in Freiburg kehrt der 1. FC Köln ins RheinEnergieStadion zurück. Am 30. Januar um 20:30 Uhr ist der VfL Wolfsburg zu Gast. Für den U21-Nationalspieler Dzenan Pejcinović platzte gegen Freiburg zwar der Knoten. Dem deutsch-montenegrinischen Angreifer gelang nach 14 torlosen Spielen in Folge ein Hattrick. Dennoch stand am Ende eine Niederlage für die Wölfe. Es war der nächste herbe Rückschlag für die Wölfe. In der Autostadt herrscht Unzufriedenheit über den bisherigen Saisonverlauf, denn nur drei Punkte trennen die Wölfe derzeit vom Relegationsplatz. Das ist zu wenig für eine Mannschaft, in der sich große Namen wie Christian Eriksen oder hoch veranlagte Spieler wie Pejcinović tummeln.

Positive Nachrichten gab es für den VfL vor der Partie gegen die Freiburger: Der Klub beförderte Interimstrainer Dennis Bauer zum Chefcoach. Der bisherige U19-Trainer erhielt einen Vertrag bis 2027 bei den Niedersachsen. Bauer hatte den Trainerjob beim VfL Mitte November für den entlassenen Paul Simonis übernommen und nach einer Niederlage und einem Unentschieden zuletzt zwei Siege in Folge gefeiert. Es bleibt abzuwarten, ob Jakub Kaminski gegen seinen ehemaligen Verein ähnlich aufblühen kann wie schon beim spektakulären Hinspiel im September.

Geißböcke vor kritischer Phase

Die Domstädter stehen in der Bundesliga vor richtungsweisenden Wochen. Bereits am Samstag wird sich zeigen, ob die Geißböcke die Winterpause genutzt haben, um die eine oder andere Problemzone im Spiel des 1. FC Köln zu bearbeiten. Mit Jahmai Simpson-Pusey holte Thomas Kessler während des Trainingslagers einen talentierten Innenverteidiger, der mittelfristig die Lücke schließen soll, die die Ausfälle von Timo Hübers und Luca Kilian im FC-Kader hinterlassen haben. Dem Vernehmen nach arbeitet man darüber hinaus noch mit Hochdruck an weiteren Neuzugängen für den Winter.


Zwischen Rhein und Rio de la Plata: So stark ist Lukas Kwasniok von seinem Idol geprägt

Kwasniok und Bielsa
,

Zwischen Rhein und Rio de la Plata: So stark ist Lukas Kwasniok von seinem Idol geprägt

Lukas Kwasniok galt vor allem zu Saisonbeginn bei vielen als Baumgart‑Nachfolger, tatsächlich aber steckt dann doch aber mehr Marcelo Bielsa in seinem 1. FC Köln: So stark ist Lukas Kwasniok von Marco Bielsa geprägt.

Trainer-Ikone Marcelo Bielsa beeinflusste auch den Cheftrainer des 1. FC Köln: So eifert Kwasniok seinem Idol nach.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 5000 Instagram und 5000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal.


Kaum ein Trainerduell in der Bundesliga lädt auf den ersten Blick so sehr zum Vergleich ein wie das zwischen Steffen Baumgart und Lukas Kwasniok. Beim zweiten Hinschauen ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Zwar arbeiteten beide einst beim SC Paderborn, gaben sich dort 2021 gewissermaßen die Klinke in die Hand und tauchten später beide beim 1. FC Köln wieder auf. Doch darüber hinaus haben die Coachs nur wenig gemeinsam. „In Bezug auf den Umgang mit der Mannschaft und auf die fußballspezifische Annäherung gibt es schon Unterschiede“, befand Kwasniok bereits im Juni und führte weiter aus: „Es gab einen Baumi 1.0, und jetzt gibt es einen Luki 1.0. Wenn wir dann am Ende so erfolgreich sind wie unter Baumi, nehmen wir uns alle in die Arme und sagen: coole Zeit.“

Spätestens beim ersten direkten Aufeinandertreffen am vergangenen Samstag zeigte sich, was der FC‑Coach meinte. Während Baumgart mit Union aus einer auf Stabilität und Fünferkette geeichten Linie heraus agierte, stellte Kwasniok den FC mit einer auf den Gegner zugeschnittenen Viererkette mit Kristoffer Lund, Dominique Heintz, Rav van den Berg und Sebastian Sebulonsen auf, meldete Unions Angreifer Oliver Burke und Ilyas Ansah, die insgesamt nur 16 Ballaktionen vorzuweisen hatten, praktisch ab und trieb die Geißböcke phasenweise auf über 70 Prozent Ballbesitz. Während Baumgart, einst Verfechter eines bedingungslosen und risikoreichen Offensivspektakels, in der Hauptstadt inzwischen erfolgreich den Fokus auf defensive Stabilität legt, setzt Kwasniok auf proaktiven, vertikalen Attacke-Fußball.

Wer ist Kwasniok-Vorbild Marcelo Bielsa?

Wollte man Vergleiche mit dem FC‑Coach anstellen, müsste der Blick daher weniger nach Berlin als nach Montevideo gehen, wo mit Marcelo Bielsa jener Trainer arbeitet, dem Kwasniok seit Jahren zumindest in Teilen nacheifert. Marcelo Bielsa ist einer der einflussreichsten Fußballlehrer der Gegenwart und steht sinnbildlich für die radikale, proaktive Idee vom Spiel, an der sich Kwasniok im Idealfall orientiert. Der Argentinier trainierte unter anderem Athletic Bilbao, Lazio Rom, Olympique Marseille, Lille und Leeds United. Letztere führte er 2020 nach 16 Jahren Abstinenz aus der zweiten englischen Liga zurück in die Premier League, bevor der Argentinier 2023 als Nationaltrainer Uruguays anheuerte.

Der 70-Jährige gilt als Vordenker einer Schule, der auch Spitzentrainer wie Pep Guardiola folgen. Die Essenz seines Ansatzes beschrieb er einmal so: „Ich will, dass meine Mannschaft Protagonist ist, die Initiative übernimmt, das Spiel in der gegnerischen Hälfte stattfinden lässt, Ballbesitz hat und den Ball bei Verlust schnell zurückerobert.“ Das erklärt, weshalb Kwasniok mal über ihn sagte: „Über allen steht Marcelo Bielsa, weil ich ihn bewundere. Er ist unkonventionell, denn er hat gesagt: ‚Egal, was andere machen, ich ziehe meine Arbeit durch.‘ Ob diese aktuell modern ist oder nicht, sei dahingestellt. Deswegen hat es mich extrem gefreut, dass er mit Leeds United nach so langer Zeit den Aufstieg in die Premier League geschafft hat.“ Natürlich ist der Bielsa-Fußball mit dem aktuellen Kölner Kader nur schwer zu realisieren und offenbar auch nicht der Anspruch des Kölner Coachs.

Kein Platz für Kompromisse

Marcelo „El Loco“ Bielsa eilt aber der Ruf eines Trainers voraus, der seine Spieler bis an ihre Grenzen belastet. Genau dort erkennt sich Lukas Kwasniok wieder: Er erwartet stringent offensives Denken sowie ein ebenso rigoroses Verhalten gegen den Ball mit schnellem Zustellen, aggressivem Anlaufen, konsequentem Abfangen von Pässen und permanentem Druck auf den Gegner. Seine Mannschaft setzte dies zum Saisonstart beeindruckend um, trug die taktischen Ideen auf den Platz und legte sich mit Gegnern innerhalb und außerhalb der eigenen Gewichtsklasse an, übertölpelte Mainz, führte Freiburg phasenweise vor, ließ sich in Wolfsburg nicht unterkriegen und fertigte Mitaufsteiger HSV ab. Dadurch fraß sich das Team ein Punktepolster an, das die Geißböcke trotz Verletzungsmisere in der Innenverteidigung und anhaltender Anfälligkeit bei defensiven Standards relativ entspannt über den Winter bringt.

Ein weiterer Grundsatz, der Bielsa und Kwasniok verbindet, lautet: Der Mannschaftserfolg steht über allem, für Allüren bleibt kein Platz, es zählen ausschließlich Leistung und die Idee, die sich Trainerteam und Staff in den Kopf gesetzt haben. Besonders deutlich wird das am Umgang mit Spielern wie Linton Maina, dem vor dieser Saison viele eine zentrale Rolle im Offensivspiel zugetraut hatten, den Kwasniok aber phasenweise zugunsten von Konkurrenten außen vor ließ und im Auswärtsspiel in Wolfsburg Anfang September sogar komplett aus dem Aufgebot strich.

Erfolg ohne Kuschelkurs

Wo Marcelo Bielsa an der Seitenlinie steht, stellt er Abläufe, Trainingsinhalte und die Spielidee radikal um und nimmt bewusst in Kauf, dass schnelle Erfolge ausbleiben und Reibungen unvermeidlich sind. Zugleich hält er kompromisslos an seinen Prinzipien fest: Bei Lazio Rom kündigte er den gerade erst angetretenen Job nach zwei Tagen, weil zugesagte Transfers ausblieben, in Marseille verschliss er innerhalb einer Saison mehrere Übersetzer und packte nach nur einem Jahr wieder die Koffer, in Lille war nach wenigen Monaten und 14 Pflichtspielen Schluss.

Auch Kwasniok scheut nicht davor zurück, anzuecken und angreifbar zu sein. Beim FC etwa attestierte er vor Saisonbeginn öffentlich einigen Spielern des Kaders fehlende Bundesligatauglichkeit und sendete damit ein unmissverständliches Signal an die eigene Kabine. Noch in Paderborn hatte er obendrein seinem Unmut freien Lauf gelassen, als ihm die Führungsetage einen Wechsel zum HSV als potenzieller Nachfolger für Steffen Baumgart verwehrte.

Von Dogmatikern und Tüftlern

So sehr sich beide in Intensität und Anspruch ähneln, offenbaren sich in einem Punkt wesentlicher Unterschiede. Bielsa gilt als Dogmatiker, der seinen Matchplan nur in geringem Maße an den Gegner oder den Spielstand anpasst, setzt auf wiederkehrende Strukturen und eindeutigen Rollen. So setzt er fast ausnahmslos auf ein offensives 4-3-3 und fährt damit auf der Erfolgsspur mit Uruguay. „La Celeste“ qualifizierte sich letztes Jahr für die Weltmeisterschaft 2026 in Mexiko und den USA.

Kwasniok hingegen wurde zunächst dafür gelobt, zuletzt aber dafür kritisiert, flexibel umzustellen, gegnerische Taktiken zu spiegeln oder zu konterkarieren und so Mannschaften zu formen, die für den Gegner „eklig” und schwer zu greifen sind. Sinnbildlich dafür steht, dass er in der laufenden Saison nur ein einziges Mal auf eine unveränderte Startelf setzte: Beim Duell mit Bayer Leverkusen vertraute er auf eine Dreierkette mit Martel, Van den Berg und Sebulonsen, auf den Außenbahnen spielten Thielmann und Kaminski, im Zentrum Huseinbasic und Krauss und in der vordersten Linie Waldschmidt, El Mala und Bülter. Während Bielsa seine starre Spielphilosophie nahezu unverrückbar durchzieht, sucht Kwasniok häufiger den Kompromiss zwischen eigener Idee und pragmatischer Anpassung an Liga, Kaderprofil und Tabellenlage.

Die Haltung wahren

Es sind wohl auch die Tugenden Bielsas, die Kwasniok auch in schwierigeren Phasen Zuversicht geben dürften. Der FC‑Coach erlebt in Köln zum ersten Mal eine Phase, in der seine Ideen auf deutlich mehr Widerstände treffen und die Ergebnisse längst nicht mehr so mitlaufen, wie es der couragierte Saisonstart versprochen hatte. Die 1:0-Niederlage gegen die Köpenicker am vergangenen Spieltag markierte einen unversöhnlichen Jahresabschluss für die Domstädter, die mit einem spürbaren Gefühl der Unzufriedenheit ins neue Jahr gehen.


WG-Leben, Wechselgerüchte und DFB-Nominierung: Said und Malek El Mala plaudern aus dem Nähkästchen

Malek und Said El Mala haben beim 1. FC Köln verlängert
,

WG-Leben, Wechselgerüchte und DFB-Nominierung: Said und Malek El Mala plaudern aus dem Nähkästchen

Im Interview mit dem Fußballmagazin „11Freunde“ sprachen Said El Mala und sein Bruder Malek El Mala über ihre bisherige, turbulente erste Saison beim 1. FC Köln: El Malas über Wechselgerüchte, Familie und das vergangene Jahr 2025.

Es liegt ein ereignisreiches Jahr hinter den beiden Brüdern mit WG-Leben, Medienrummel und rasantem Aufstieg beim 1. FC Köln: El Malas über Wechselgerüchte, Familie und 2025.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 5000 Instagram und 5000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.


Beim 1. FC Köln geht derzeit nichts ohne ihn: Said El Mala hat sich unter FC-Coach Lukas Kwasniok vom Ergänzungsspieler längst zur Stammkraft gemausert. Auch bei Gegnern wie Bayer Leverkusen am vergangenen Spieltag setzte der FC-Coach von Beginn an auf den 19-Jährigen. Und der zahlt das Vertrauen seines Trainers mit anhaltenden Topleistungen zurück. Mit seinen Tempodribblings und seiner Unbefangenheit bringt er regelmäßig gegnerische Abwehrketten zum Verzweifeln. Seit seiner Ankunft im Sommer verdreht der Youngster der Domstadt den Fans den Kopf.​

Auch deshalb wurde bereits viel über ihn berichtet, so viel, dass Kwasniok zwischenzeitlich darum bat, seinen Spieler endlich mal in Ruhe zu lassen: „Ich kann das leider nicht aufhalten, aber offensichtlich sind Teile der Branche so unter Druck, dass man irgendetwas raushaut, und der Nächste überbietet es, ohne dass es den Ansatz einer Grundlage gibt“, sagte Kwasniok im Oktober. Verein und Umfeld schirmten den Spieler fast hermetisch ab. Bis vor kurzem gab der Flügelstürmer keine externen Interviews. Das hat sich nun geändert. So stellte sich der Hochveranlagte bereits vor zwei Wochen den Fragen von Journalisten in einer Medienrunde, und am Dienstag erschien ein Interview des Fußballmagazins „11Freunde“, zusammen mit seinem Bruder Malek El Mala.​

Said El Mala: „Poldi ist cool. Was soll ich mich dagegen wehren?”

Darin äußerte sich Said El Mala auch zu den hartnäckigen Gerüchten über einen Wechsel zu Fabian Hürzelers Brighton & Hove Albion auf die Insel. Der Youngster hatte noch keine Bundesligaminute auf dem Konto, da kursierten bereits kolportierte Summen von bis zu 20 Millionen Euro, die die Engländer angeblich für ihn auf den Tisch gelegt hätten. Und erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Brighton Besitzer, Poker Milliardär Tony Bloom, einen unorthodoxen Vorstoß unternahm: Er versuchte in einem persönlichen Gespräch den Vorsitzenden des FC-Aufsichtsrats, Lionel Souque, umzustimmen. Die Bemühungen blieben allerdings erfolglos. El Mala selbst zeigte sich überwältigt von dem vorschnellen Angebot der „Seagulls“: “Das war schon krass. Aber auch wenn meine U19-EM gut war – für die Premier League wäre es zu früh gewesen. Ich kam ja gerade erst aus der dritten Liga. […] Andererseits: Viele haben auch gesagt, der Step von der dritten Liga in die Bundesliga wäre zu groß.”​

Wie bekannt, beließ man es am Geißbockheim nicht nur dabei, Angebote vorerst abzulehnen. Der Spieler selbst verkündete sogar unlängst eigenhändig seinen Verbleib in Köln über den Winter hinaus. Damit macht er sich bei der ohnehin schon von seinem Spiel verzückten Anhängerschaft endgültig zur Identifikationsfigur. Stichwort Identifikationsfigur: Die Vergleiche mit Lukas Podolski kommentiert El Mala im 11Freunde-Interview ohne große Aufregung:  “Wenn die Fans mich als „neuen Poldi“ sehen, ist das ja was Schönes. Poldi ist cool. Was soll ich mich dagegen wehren?”. Die erstaunlichen Ähnlichkeiten zu Podolskis Spielweise, die El Mala Spieltag für Spieltag auf dem linken Flügel zeigt, seien reiner Zufall, meint er: “Ich kann das gar nicht steuern. Ich nehme mir den Ball und laufe einfach los. Es gibt jetzt auch keinen Verteidiger in der Bundesliga, bei dem ich denke: An dem komme ich nicht vorbei.”​

Familienrückhalt statt Star-Allüren

Als bewährtes Mittel, um die Bodenhaftung zu bewahren, wurde bereits auf den Wert des familiären Umfelds von Said El Mala verwiesen. Malek El Mala sagte gegenüber 11Freunde: „Wir sind, glaube ich, gut erzogen worden. Unsere Eltern sind sehr bodenständig. Wir sind eine normale Familie. Im Urlaub sind wir oft nach Side oder Antalya in die Türkei geflogen, oder mit dem Auto nach Italien. Wir hatten eine schöne Kindheit. Unsere Mutter hat uns immer die gleichen Klamotten gegeben, er in Grün, ich in Blau. […] So wie heute! Es besteht eigentlich keine Gefahr, dass Said abhebt.”

Nun leben die beiden in einer WG. Die Aufgaben sind klar verteilt. Man bewegt sich auf Augenhöhe. Malek El Mala, der für die Regionalligamannschaft der Geißböcke aufläuft, will also von etwaiger Missgunst gegenüber den schnellen Erfolgen seines jüngeren Bruders nichts wissen: “Wir gönnen uns alles. Das, was Said erreicht, fühlt sich an, als würde ich es erreichen. Wenn er ein Tor schießt, ist es, als würde ich eins schießen. Außerdem macht er unsere Eltern glücklich – das macht mich am glücklichsten”.​

Said El Mala: „Wollen noch mehr“

Glücklich werden die beiden über die Entwicklung schon allein deswegen sein, weil sie einst in Gladbach ausgemustert wurden. Später wurden sie der Borussia wieder angeboten, doch es gab die nächste Absage. „Das tat schon weh. Aber es klingt auch etwas zu negativ. Wir sind nicht sauer auf Gladbach“, sagt Malek. Warum auch, die beiden haben ihren Weg gemacht. Und der fing laut Said mit kleinen Videos seiner Tricks auf TikTok und Instagram an, es gab die erhoffte Aufmerksamkeit.

Said El Mala hat am Samstag wieder die Gelegenheit, die FC-Fans im eigenen Stadion glücklich zu machen. Seine Mannschaft trifft dann auf Steffen Baumgarts Union Berlin. Die Eisernen möchte der 1. FC Köln mit einem Lächeln im Gesicht in die Winterpause verabschieden, um mit Rückenwind die Mission Klassenerhalt im neuen Jahr fortzusetzen. Für die El-Mala-Brüder steht fest: „2025 war krass. Aber wir wollen beide noch mehr.“


Warum der Fan-Boykott tatsächlich Auswirkungen auf das Spiel des 1. FC Köln gehabt haben könnte

,

Warum der Fan-Boykott tatsächlich Auswirkungen auf das Spiel des 1. FC Köln gehabt haben könnte

Ein leerer Gästeblock als Stimmungskiller: Während die FC-Ultras in Leverkusen aus Protest das Stadion verlassen, bestätigt eine neue Studie, wie sehr Auswärtsfans tatsächlich über Sieg, Remis oder Niederlage mitentscheiden beim 1. FC Köln: So stark beeinflussen Fans sportlichen Erfolg.

Das Nachbarschaftsduell mit Bayer 04 Leverkusen beschäftigt die Fußballfans nach wie vor. 500-600 Fans der aktiven Szene hatten das Nachbarschaftsduell schon vor dem Spiel verlassen. Im Nachhinein wurde die Stimmung von Spielern und Verantwortlichen bemängelt. Was auf den ersten Blick vielleicht wie eine Ausrede für die schwache Leistung wirken könnte, beinhaltet dann doch mehr Wahrheit als gedacht. Das bestätigt eine neue Studie und verleiht den Geschehnissen von Samstag zusätzliche Bedeutung für den 1. FC Köln: So stark beeinflussen Fans sportlichen Erfolg.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 5000 Instagram und 5000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.

Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com


Nach dem 14. Spieltag reißen die Diskussionen um die Proteste beim Duell zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln nicht ab. Im Mittelpunkt steht die Entscheidung der Kölner Ultras, das Stadion noch vor Anpfiff zu verlassen. Etwa eine Stunde vor Spielbeginn hatte die Fanhilfe Köln via X mitgeteilt: „Nachdem Nacktkontrollen stattgefunden haben, hat sich die aktive Fanszene entschieden, das Stadion geschlossen zu verlassen“. Die Polizei wies die Vorwürfe der Nacktkontrollen zurück. Der 1. FC Köln erklärte, man bemühe sich in enger Abstimmung mit Bayer Leverkusen und den zuständigen Behörden um Aufklärung. In Leverkusen zeigte man sich unterdessen irritiert über das Vorgehen der Gäste. Sportgeschäftsführer Simon Rolfes erklärte bei Sky, er habe sich gewundert, dass die Kölner Fans „aufgrund von Gerüchten wieder abgereist“ seien.


Rolfes erkannte die Einschränkungen der Stimmung auf den Rängen in Folge des Protestes nur in Teilen als gegeben an: „Ja, am Anfang, aber später überhaupt nicht. Es war eine super Stimmung im Stadion dank unserer ganzen Fans. […]Ich bin überrascht, dass sie sich mit den Kölnern solidarisieren. Da hätte ich jetzt nicht mit gerechnet“. FC-Sportdirektor Thomas Kessler sah das am Sonntag im „Doppelpass“ anders. „Wenn Simon sagt, die Stimmung war okay, dann hat er das aus der Erfahrung, dass es so jede Woche ist, wenn wir nicht da sind. Anders kann ich mir das nicht erklären. Die Stimmung war alles andere als okay“, erklärte Kessler und betonte, dass das Spiel merklich unter den stillen Rängen gelitten habe. Diese Einschätzung stützen nun auch Forschungsergebnisse. Eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, wie stark die Unterstützung von Gästefans tatsächlich auf das sportliche Geschehen wirkt.

Fernbleiben der Fans hat sportlichen Preis

Anfang Dezember legten Forscher erstmals belastbare Daten vor, die einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Auswärtsunterstützung und Mannschaftsleistung belegen. Eine Analyse der drei höchsten deutschen Spielklassen über einen Zeitraum von sechs Saisons hat ergeben, dass sich die Wahrscheinlichkeit, dass eine Gastmannschaft gewinnt oder zumindest ein Unentschieden erzielt, um 4,6 bis 7,5 Prozent erhöht, wenn 1.000 zusätzliche Auswärtsfans im Stadion sind. Im Durchschnitt begleiten rund 3.400 Gästefans ihr Team zu Bundesligaspielen, bei besonders reisefreudigen Klubs liegt dieser Wert jedoch deutlich höher. Der 1. FC Köln bringt im Durchschnitt etwa 6.250 Anhänger mit, nur der HSV (7.929) und die Bayern (6.533) werden auswärts von mehr Unterstützern begleitet.

Wenn die Kölner Fans aus Protest fernbleiben, verspätet anreisen, auf akustische Unterstützung oder die volle Auslastung des Blocks verzichten, entfällt nach diesen Erkenntnissen ein relevanter Wettbewerbsvorteil. Die Auswärtspräsenz von Fans trägt damit messbar zur Leistungsfähigkeit einer Mannschaft bei und geht weit über Fußball-Folklore hinaus. Maßnahmen, die die Präsenz von Gästefans erschweren, etwa durch kurzfristige Spielansetzungen, reduzierte Kontingente oder restriktive Auflagen, können sich aus Sicht der Studie doppelt negativ auswirken: Sie mindern sowohl die Ausdruckskraft der Fans im Stadion – ein absoluter Unique Selling Point der Bundesliga – als auch die statistisch belegte Leistungsstärke der Mannschaft.

Solidarität und scharfe Kritik

Leverkusens aktive Fanszene stellte sich demonstrativ an die Seite der abgereisten Kölner und nutzte die Situation, um grundsätzliche Kritik an der eigenen Klubführung zu formulieren. Während Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes bei Sky erklärte, er habe „nicht gedacht, dass sich unsere Fans mit den Kölnern solidarisieren“, zeichnete die Kurvenhilfe Leverkusen ein deutlich anderes Bild. In einem Statement hieß es, man sei „erschrocken darüber, in welche Richtung sich Bayer 04 entwickelt hat“. Die Kurvenhilfe bezeichnete es als beschämend, den eigenen Verein „an der deutschen Spitze der Fanfeindlichkeit“ zu sehen, was sich dringend und unverzüglich ändern müsse.

Die Fanhilfe fordert eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge rund um dem Kölner Block und wertet das Vorgehen als „Affront gegen die deutsche Fußballkultur“, der keinesfalls hingenommen werden dürfe. Zugleich richtet sich die Erklärung ausdrücklich an die Sicherheitsbeauftragten des Klubs, die aus Sicht der Fans „als Wurzel der Probleme der letzten Monate“ gelten. Deren „repressives und destruktives Vorgehen“ sei maßgeblich dafür verantwortlich, dass inzwischen bereits die vierte Fanszene innerhalb eines Jahres noch vor Anpfiff das Stadion verlassen habe.

Die Kurve ist Trumpf für den 1. FC Köln

Gegen Union Berlin können sich Lukas Kwasniok und seine Mannschaft wieder auf die volle Unterstützung von den Rängen verlassen. In der aktuellen sportlichen Krise könnte der Zeitpunkt kaum entscheidender sein. Das 0:2 in Leverkusen war bereits das fünfte sieglose Spiel in Folge. Der uneingeschränke Support der aktiven Fanszene macht somit genau dort Hoffnung, wo der Abend in Leverkusen seinen Ausgang nahm: bei der Frage, welchen Wert ein voller, geschlossener Gästeblock für einen angeschlagenen Bundesligisten hat und wie sehr es sportlich und kulturell ins Gewicht fällt, wenn er aus Protest leer bleibt.


Verliert sich der 1. FC Köln in der Underdog-Rolle?

, ,

Verliert sich der 1. FC Köln in der Underdog-Rolle?

Der 1. FC Köln wollte in Leverkusen leiden, zupacken und mutig umschalten – und lieferte genau das Gegenteil. Statt der angekündigten Grundtugenden zeigte der Aufsteiger eine zahnlose, fahrige Vorstellung. Der 1. FC Köln lässt den Worten wenig Taten folgen.

Neunzig Minuten schwer verdauliche Kost im Nachbarschaftsduell zwischen Bayer Leverkusen und den Geißböcken. Vor allem blieb eine Erkenntnis: Der 1. FC Köln lässt den Worten wenig Taten folgen.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 5000 Instagram und 5000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.


Auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Duell mit Leverkusen präsentierte FC-Coach Lukas Kwasniok seinen Plan, wie der Aufsteiger der Werkself ein Schnippchen schlagen sollte. Er forderte Effizienz. Man müsse bereit sein, Phasen ohne Ball auszuhalten, „mal zu leiden“, um im richtigen Moment zuzupacken. Das entscheidende Duell gelte es zu gewinnen und in Umschaltmomente zu kommen. Das Aufeinandertreffen mit dem spielerisch überlegenen Lokalrivalen wolle man trotzdem mit breiter Brust bestreiten, als Underdog mit Grundtugenden und gepflegtem, mutigem Fußball, der hinten dicht hält und vorne eiskalt zuschlägt.

Einen Tag später folgte die ernüchternde 0:2-Niederlage in der BayArena. Mit den vom FC-Trainer geforderten „Grundattributen“ hatte dieser Auftritt wenig zu tun. Der 44-Jährige ging nach dem Abpfiff zähneknirschend mit seiner Mannschaft ins Gericht: „In den ersten 45 Minuten waren wir deutlich unterlegen. Mit dem Ball waren wir nichts. Auch gegen den Ball hatten wir Probleme. […] Wir waren heute leider von der ersten bis zur letzten Minute unterlegen. Champions-League-Aspirant gegen Aufsteiger, selten war man in dieser Saison so klar unterlegen.“

Zahnlose Offensive: FC findet keine Mittel gegen Bayer

Eigentlich war alles angerichtet, um Kasper Hjulmands Elf den Abend zu vermiesen. Zwei schwer zu ersetzende Leverkusener Schlüsselspieler mussten pausieren. Edel-Allrounder Alejandro Grimaldo und Stürmer Patrik Schick, die erfolgreichsten Scorer der Werkself, saßen verletzt auf der Tribüne. Dazu las sich die Startformation des Effzeh wie eine Kampfansage, ganz im Sinne von Kwasnioks Ankündigungen. Der FC setzte auf die identische Anfangsformation wie am vergangenen Spieltag gegen St. Pauli. Auf dem Papier blieb Kwasniok seinem Versprechen vom mutigen Fußball treu. Allerdings nur bis Schiedsrichter Harm Osmers anpfiff.

Denn dann offenbarte sich, dass die Domstädter im Duell mit den rasch kombinierenden Leverkusenern kaum die Füße auf den Rasen bekamen. „Wir haben gar keinen Zugriff bekommen, wollten sie auch in Mann-Mann anlaufen. Aber ich habe da keine Aktion gesehen, weil es einfach zu lange gedauert hat, bis es vom Geist in den Beinen war und die Jungs dann beim Gegenspieler gewesen sind. Da war der Ball meistens weg, während die Leverkusener das einfach deutlich besser hinbekommen haben“, monierte Kwasniok im Sky-Interview. Damit brachte er den Auftritt seines Teams auf den Punkt. Zu langsam im Kopf, zu spät in den Zweikämpfen.

Kwasnioks Konzept verpufft gegen Leverkusen

Von der erhofften Durchschlagskraft in der Offensive blieb lediglich eine nennenswerte Gelegenheit von Luca Waldschmidt in der 20. Minute. Said El Mala ließ Leverkusens Malik Tillman mit einer Finte stehen, zog in den Strafraum der Gegner und passte den Ball mit dem Außenrist auf den einlaufenden Waldschmidt. Dieser bewies in dieser Situation kein gutes Timing und konnte das Zuspiel nicht verwerten. Damit war die beste Gelegenheit vertan, gegen die Werkself in Führung zu gehen. Ansonsten ging beim 1. FC Köln nur wenig zusammen: Schlampige Zuspiele und eine quasi unsichtbare vordere Kette aus Marius Bülter, El Mala und Waldschmidt brachten Kwasniok dazu, zur Pause gleich drei Wechsel vorzunehmen: „Weil es eben nicht so gut war, habe ich in der zweiten Halbzeit gesagt, dass es nur noch um den zweiten Ball geht. Wir haben Körperlichkeit und Geschwindigkeit reingebracht. Das war die Idee für die zweite Halbzeit, aber leider ist sie nach hinten losgegangen“, gab der 44-Jährige im Anschluss an die Partie zu.

Der Blick geht nach unten

Köln muss den Blick vorerst klar nach unten richten. Zwei Punkte aus fünf Partien haben das mühsam erarbeitete Polster deutlich schmelzen lassen. Dennoch sei das kein Grund zur Panik, meint Kwasniok: „Uns war von Anfang an klar, dass wir einzig und allein um den Klassenerhalt kämpfen würden“. Mit Ruhe, fokussierter Arbeit und Punkten in den direkten Duellen auf Augenhöhe, wie am kommenden Samstag gegen Union Berlin, könne der FC die Trendwende noch aus eigener Kraft erzwingen. Vielleicht stimmt gegen die Köpenicker dann auch wieder die Verbindung zwischen „Beinen und Geist“.


Für und Wider des personellen Roulette am Rhein: Verzockt sich Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln?

, ,

Für und Wider des personellen Roulette am Rhein: Verzockt sich Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln?

Der 1. FC Köln rotiert sich durch die Saison – und gefühlt manchmal auch ins eigene Chaos. Zwar setzt Trainer Lukas Kwasniok unbeirrt auf maximale Variabilität, doch nach Wochen ohne Sieg stellt sich die Frage beim 1. FC Köln: Überraschungsmoment gegen Stabilität?

Auch vor dem Spiel gegen den FC St. Pauli ließ der FC-Coach eine rundum erneuerte Startelf auflaufen. Am Ende stand bekanntlich das bittere Unentschieden und damit das fünfte sieglose Spiel infolge für den 1. FC Köln: Überraschungsmoment gegen Stabilität?

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 5000 Instagram und 5000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen und come-on-fc.com.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.


Aufmerksame Beobachter werden beim Blick auf die Startformation des 1. FC Köln gegen den FC St. Pauli am vergangenen Samstag mal wieder die Stirn gerunzelt haben. Said El Mala im Sturmzentrum? Denis Huseinbasic und Tom Krauß gemeinsam auf der Sechser- bzw. Achterposition? Dreier- oder Viererkette? Viele Fragen lagen in der Luft, bevor der Ball rollte. Doch nicht erst seit Samstag sorgt FC-Trainer Lukas Kwasniok Woche für Woche für Kopfzerbrechen bei Fans, Gegnern und vielleicht sogar bei den eigenen Spielern. In fünf der vergangenen sechs Spiele nahm er mindestens vier Veränderungen vor, in allen bisherigen fünfzehn Pflichtspielen, an allen dreizehn Bundesligaspieltagen und in beiden Pokalrunden ließ er rotieren. Seine Vision hinter dieser konsequenten Variabilität hat er bereits mehrfach erläutert.

Ist jetzt die Zeit für Veränderungen?

Nach dem spektakulären Testspiel gegen Atalanta Bergamo Anfang August sagte der Trainer beispielsweise: „Wir werden schauen, dass wir den gesamten Kader nutzen, weil jedes Spiel andere Herausforderungen mit sich bringt und jedes Mal andere Spielertypen gefragt sind. Bei mir gibt es keine Stammelf, sondern eine Startelf, die sich je nach Bedarf und natürlich nach der persönlichen Verfassung einzelner Spieler verändert.“ Und auch gut fünf Monate später rückt er nicht von seinem Credo ab. So erklärte er am Samstag im „aktuellen sportstudio“: „Diese Woche haben die Jungs schon zwei Tage vor dem Spiel gewusst, wie wir auftreten werden. In Hoffenheim allerdings erst drei Stunden vor Spielbeginn. Monotonie ist der Tod der Aufmerksamkeit, das habe ich schon ein paar Mal gesagt.“

Dieser Pragmatismus ging im erfolgreichen Saisonstart des FC durchaus auf. Doch nach dem Unentschieden gegen die Kiezkicker wird der Negativtrend beim 1. FC Köln deutlicher. Seit dem Heimsieg gegen den Hamburger SV Anfang November wartet der FC auf einen Sieg in der Liga. Ist nun der Moment gekommen, Kwasnioks undogmatischen Ansatz zu hinterfragen? Die Rotation fordert mitunter einen schmerzhaften Tribut, der sich möglicherweise bei ruhenden Bällen bemerkbar macht. Gerade in Phasen, in denen es auf einstudierte Abläufe ankommt, wirkt der 1. FC Köln häufig anfällig. Das beginnt bereits bei den Standardsituationen, die in einer Mannschaft mit stetig wechselnder Besetzung naturgemäß schwerer zu automatisieren scheinen.

Standards ein Zeichen für mangelnde Eingespieltheit?

Wenn also eine gewisse Eingespieltheit fehle, könnten diese Zahlen ein Beweis sein. Der FC kassierte bereits elf Gegentore nach ruhenden Bällen – Negativrekord in der Bundesliga. Besonders auffällig war das passive Abwehrverhalten nach einer Ecke gegen Werder Bremen, bei der mangelnde Abstimmung und unklare Verantwortlichkeiten letztlich zum Treffer von Marco Friedl führten, oder auch zum Frankfurter Anschlusstreffer des völlig freien Arthur Theate. Ein Blick ins Detail macht das Problem noch deutlicher. Vier Gegentore fielen nach Ecken, was ebenfalls den Liga-Höchstwert bedeutet. Drei Treffer kassierte der FC nach Freistößen; auch hier steht keine Mannschaft schlechter da. Zusätzlich ließ Köln in dieser Saison bereits vier Strafstöße zu.

Diese Werte dürften auf strukturelle Schwierigkeiten hindeuten, die sich durch jede weitere Rochade wohl eher vergrößern als verringern. In der Offensive sieht es nicht viel besser aus. Alle 52 Ecken des FC blieben in dieser Saison ohne direkte Wirkung. Insgesamt gelangen der Mannschaft erst zwei Treffer nach Standards.

Das spricht für den Kwasniok-Weg

Zunächst einmal wäre es vermessen, die Leistungen der Geißböcke aus den vergangenen Wochen als unzureichend zu bewerten. Zwar ist es für sich genommen kein Beweis dafür, dass in Köln alles richtig läuft, aber als Aufsteiger nach dreizehn Spieltagen mit 16 Zählern in der oberen Tabellenmitte zu stehen, ist durchaus beachtlich und alles andere als selbstverständlich. Hinzu kommt, dass der FC derzeit mit einem akuten Notstand in der Innenverteidigung kämpft. Die Ausfälle von Timo Hübers, Joel Schmied und Dominique Heintz erschweren die Arbeit des Trainerteams erheblich. Abstimmungsprobleme oder sichtbare Kommunikationslücken können durchaus ihre Ursache in dieser personellen Notsituation haben. Wer jede Woche eine andere Besetzung in der letzten Linie aufs Feld schicken muss, kann kaum defensive Perfektion erwarten.

Darüber hinaus könnte man die Marschroute des Kölner Trainers insofern deuten, dass er seine Mannschaft mit der ständigen Rotation keineswegs überfordert, sondern vielmehr das bestmögliche aus seinen Schützlingen herausquetscht. Er treibt seine Spieler an ihre Leistungsgrenze, so wie er es bereits in Paderborn, Saarbrücken oder Jena getan hat. In seinem System gibt es keinen Raum, um sich auszuruhen. Wer nachlässt, riskiert bereits am nächsten Spieltag den Platz auf der Bank. Dieses Prinzip der inneren Konkurrenz belebt den Kader, verschärft den internen Wettbewerb und verhindert träge Selbstzufriedenheit. Zudem ist der Kader des FC erkennbar auf die Anforderungen des Coaches zugeschnitten. Sportchef Thomas Kessler und Kaderplaner Gabor Ruhr nutzten den Sommer, um mit Personalien wie Jakub Kaminski Spieler an Bord zu holen, die nahezu jede Position bekleiden können.

Kwasniok: „Werden diesen Weg weiterhin verfolgen“

Im „aktuellen sportstudio“ erklärte der 44-Jährige, warum er seine derzeitige Herangehensweise trotz der Rückschläge aus den vergangenen Spieltagen für alternativlos hält: „Ich will unberechenbar bleiben, aber nicht um meiner selbst willen, sondern um das nächste Spiel zu gewinnen. Das ist als Aufsteiger und Underdog in der Liga sicherlich hilfreich, um den Gegner zu überraschen und eine gewisse Kreativität an den Tag zu legen. Wenn wir immer gleich spielen, haben wir mit den aktuellen Möglichkeiten einfach nicht ganz so hohe Wahrscheinlichkeiten, gegen die Top-Teams zu gewinnen. Deshalb werden wir diesen Weg weiterhin verfolgen, in der Hoffnung, bessere Ergebnisse als heute einzufahren– am besten am kommenden Wochenende in Leverkusen.“ Vor der Begegnung mit dem Bayer-Club dürfen sich alle Beteiligten wieder darauf freuen, was sich Kwasniok und sein Team für diese knifflige Aufgabe ausgedacht haben. Sicher scheint vorab nur eines: Auch gegen die Werkself wird es Überraschungen geben.


Kann Luca Waldschmidt zur Konstante beim 1. FC Köln werden? Ein unermüdliches Startelf-Comeback

, ,

Kann Luca Waldschmidt zur Konstante beim 1. FC Köln werden? Ein unermüdliches Startelf-Comeback

Die Kritik verstummt, die Form steigt. Gegen St. Pauli zeigte Luca Waldschmidt eine seiner stärksten Leistungen im Trikot der Geißböcke. Bei dem Stürmer deutet vieles auf einen nachhaltigen Aufwärtstrend hin beim 1. FC Köln: Luca Waldschmidts unermüdliches Startelf-Comeback.

Ein Startelf-Comeback, die Vorlage zum zwischenzeitlichen Führungstreffer und unbändige Aufopferungsbereitschaft. Luca Waldschmidts Auftritt gegen den FC St. Pauli war überzeugend und untermauerte seine anhaltend hohe Form der vergangenen Wochen. Auch von Beginn an lieferte er eine Leistung ab, die insbesondere seinem Trainer gefiel beim 1. FC Köln: Luca Waldschmidts unermüdliches Startelf-Comeback.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 5000 Instagram und 5000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.


Zwei Tage nach dem schmerzhaften Punktverlust sitzt der Stachel noch immer tief. Die späte Enttäuschung der Kölner vom vergangenen Wochenende durchzieht die Gespräche rund um den Club. Doch wer den Blick ausschließlich auf das unglückliche Gegentor richtet, übersieht schnell die die guten Seiten dieses Spiels. Denn bei der Rückschau auf den Samstag führt, fernab von allen berechtigten Diskussionen um den späten Ausgleich, kein Weg an einem Namen vorbei: Luca Waldschmidt. Der zuletzt oft kritisierte Angreifer zeigte gegen St. Pauli eine Leistung, die den Gästen permanent Kopfzerbrechen bereitete und die Offensive belebte.

Waldschmidt sah sich in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mit überzogenen Erwartungen konfrontiert. Nicht selten blieb er hinter ihnen zurück. Gegen St. Pauli präsentierte er sich jedoch wie befreit und setzte genau jene Akzente, die ihn bereits als Joker gegen Eintracht Frankfurt oder Borussia Mönchengladbach besonderen Wert verliehen. Entsprechend deutlich stellte sich Trainer Lukas Kwasniok nach der Partie vor seinen Stürmer. Auf die wiederkehrende Kritik angesprochen, sagte er: „Weder ich noch das Trainerteam oder die Mannschaft kritisieren ihn. Wir sind alle froh, dass er bei uns ist. Und ansonsten bekomme ich das relativ selten mit. Was in der Vergangenheit war, interessiert mich nicht, ich bewerte Leistungen.“

Waldschmidts Schlüsselrolle im Kwasniok-System

Diese Leistung war nicht zuletzt das Ergebnis einer anspruchsvollen Rolle, die Kwasniok ihm gegen die tiefstehenden Boys in Brown zugedacht hatte. Waldschmidt fungierte als Verbindungsspieler zwischen letzter und vorderster Kette, ein Job, der unermüdliche Laufarbeit, ständige Anspielbarkeit im überladenen Zentrum und das geduldige Suchen nach Lücken im dichten Gefüge der Hamburger Fünferkette verlangte. Immer wieder fand er kleine Räume, bot sich klug an und war gemeinsam mit Said El Mala an nahezu allen gefährlichen Offensivaktionen beteiligt. Auch beim zwischenzeitlichen 1:0 hatte er seine Füße im Spiel. Nach einem misslungenen Freistoß der Gäste reagierte Waldschmidt hellwach und setzte El Mala mit einem kraftvollen Anspiel tief in die gegnerische Hälfte in Szene, woraufhin der pfeilschnelle Angreifer zu seinem sechsten Saisontor vollendete. Zur Wahrheit gehört wohl auch, dass der Assist auch viel von eine, Befreiungsschlag hatte.

Ein eigener Treffer blieb Waldschmidt hingegen verwehrt, auch wenn er diesem Mitte der ersten Hälfte so nah kam wie in keiner anderen Szene. Über die linke Seite leitete er zunächst einen Angriff über Marius Bülter ein, dessen Hereingabe El Mala aus kürzester Distanz eigentlich nur noch verwerten musste. Pauli-Keeper Nikola Vasilj rettete in größter Not. Im Anschluss kam Waldschmidt selbst zum Abschluss, sein Versuch wurde jedoch geblockt und sprang vom Pfosten zurück ins Feld, bevor Vasilj auch gegen Sebastian Sebulonsen zur Stelle war. Waldschmidt ordnete die Szene später selbstkritisch ein: “Ich glaube, am Ende muss ich ihn vielleicht einen Tick eher nehmen, weil der Torwart schon ein bisschen auf die lange Ecke spekuliert hat. Ist ja so der Klassiker irgendwie, entweder man schießt ihn von da oder in die kurze Ecke. Das war so mein erster Gedanke danach”.

Mehr als nur ein feiner Techniker

Insgesamt war es wohl keine hundertprozentige Chance, die Waldschmidt nachts den Schlaf rauben wird. Doch es blieb die klarste Möglichkeit, seinen Positivtrend fortzuschreiben, den er schon gegen Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach angedeutet hatte. Gerade weil seine Formkurve zuletzt spürbar nach oben zeigte, wäre ein Treffer die logische Vollendung eines erneut starken Auftritts gewesen.

Geht es nach seinem Coach, lag es gegen St. Pauli jedoch weniger an Waldschmidt selbst als vielmehr an den Umständen, dass ihm der verdiente Torerfolg verwehrt blieb. „Luca hat sich das durch Trainingsarbeit und Spielleistung einfach verdient. Heute hätte er seine Leistung krönen können. Sein Problem ist eher, dass wir in den Zwischenräumen nicht ganz so sauber sind und nicht in die nächste Ebene kommen, in der seine Stärken zur Geltung kommen.“ Selbst der vergebenen Großchance zum möglichen 2:0 konnte Kwasniok noch etwas Positives abgewinnen. „Was mich freut, ist, dass er sich die Chance erarbeitet hat, ein Spiel auf den zweiten Ball zu machen. Das ist nicht seine Kernkompetenz, denn er ist ja auch ein sehr feiner Fußballer. Aber diese Bescheidenheit zu haben, den Ball zu erkennen und dann wirklich um den zweiten zu kämpfen, das steht ihm auch gut zu Gesicht.“

Kwasniok: „Hoffe, dass die Kritik verstummen wird“

Es war also ein Waldschmidt-Auftritt ganz nach dem Geschmack seines Trainers: aufopferungsvoll, präsent in den entscheidenden Räumen und mit voller Intensität in jedem Laufduell. Der gelernte Mittelstürmer gehörte gemeinsam mit Eric Martel und Sebastian Sebulonsen zu den laufstärksten Spielern im Team der Domstädter und lieferte damit eindrucksvoll den Beweis, dass er längst mehr ist als lediglich ein feiner Techniker.

Behält der Offensivakteur seine aktuelle Form bei, dürften weitere Einsätze von Beginn nicht zur Debatte stehen. Für das brisante Duell mit Bayer 04 Leverkusen deutete Kwasniok bereits am Samstag an, welche Rolle er seinem Stürmer zutraut. “Er ist jetzt ein Kandidat für die Startelf in Leverkusen und sein linker Fuß ist für uns Gold wert. Das steht außer Frage.” Und so bleibt am Ende eine Botschaft, die fast wie ein Wunsch klingt: “Ich hoffe, dass die Kritik, die es anscheinend gibt, in Zukunft verstummen wird.”


Ein unverschämt bitterer Abend für den 1. FC Köln

, ,

Ein unverschämt bitterer Abend für den 1. FC Köln

Frust beim FC: Trotz Führung durch Said El Mala reicht es nur zu einem 1:1 gegen St. Pauli. Kurz vor Schluss sorgt ein unglücklicher Ausrutscher von Schwäbe für den späten Ausgleich durch Jones. 1. FC Köln: Ein Abend zum Vergessen.

Tränen, Frust und Ratlosigkeit beim 1. FC Köln: Gegen den FC St. Pauli erleben die Geißböcke einen Abend zum Vergessen.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 5000 Instagram und 5000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.


Es war ein Spiel, das FC-Trainer Lukas Kwasniok wohl noch lange begleiten wird. Mit leerem Blick verweilte er nach Abpfiff niedergeschlagen auf der Kölner Auswechselbank. Unglücksrabe Kwasniok ließ nach dem Abpfiff die 90 Minuten Revue passieren. Die Ratlosigkeit stand ihm dabei deutlich ins Gesicht geschrieben. Vermeintliche Tränen erklärte der Coach später im Sportstudio als Schweiß. Dennoch: Das 1:1 gegen den FC St. Pauli fühlt sich für den 1. FC Köln wie eine Niederlage an, so klar waren die Kräfteverhältnisse zwischen den beiden Mannschaften verteilt. Nur einen einzigen Schuss auf den Kasten von Marvin Schwäbe benötigte die Elf von Alexander Blessin, um die drohende Niederlage abzuwenden.

Dabei sind späte Treffer in dieser Saison doch eigentlich eine Kölner Spezialität. Erst am vergangenen Spieltag sicherte Said El Mala beim 1:1 in Bremen mit einem glücklichen Treffer in der 90. Minute einen Punkt. Das Unentschieden gegen St. Pauli gestern war ein Schluck von der eigenen bitteren Medizin: „In Bremen hatten wir das Momentum in der letzten Minute auf unserer Seite. Heute hat nichts darauf hingewiesen. Von unseren 13 Ligaspielen war es heute das stabilste. Beide Teams hatten viel Respekt voreinander und verteidigten sehr stabil“, ordnete Lukas Kwasniok im Anschluss die Leistung seiner Elf ein.

El Mala: „Müssen uns das auf die Kappe schreiben“

Sicher ist, dass die Kölner am Samstagnachmittag weniger am Gegner als an ihrer eigenen Chancenverwertung scheiterten. Das gab auch Torschütze Said El Mala unumwunden zu: „Ja, wir müssen das 2:0 oder 3:0 einfach nach Hause fahren. Das müssen wir uns auf die Kappe schreiben. Dann sieht das hier ganz anders aus. Pauli hatte nichts“. Doch zur Wahrheit gehört ebenso, dass die Gäste äußerst konzentriert verteidigten und mit Nikola Vasilj einen Torhüter in überragender Tagesform zwischen den Pfosten hatten.

St. Pauli stand tief und stabil, kam im Umschaltspiel allerdings viel zu selten gefährlich nach vorne. Die Zuschauer sahen bis zur Pause insgesamt nur fünf Abschlüsse beider Teams. Nach dem Seitenwechsel musste die Partie zwangsläufig an Fahrt aufnehmen und genau so kam es. Bereits fünf Minuten nach Wiederbeginn bot sich den Kölner Fans der erste Moment zum Feiern. Nach einem Freistoß der Gäste beförderte Luca Waldschmidt den Ball weit aus der Gefahrenzone, wo Said El Mala noch vor der Mittellinie am schnellsten schaltete. Er zog davon, ließ Verfolger Pereira Lage hinter sich und blieb im Eins-gegen-Eins mit Vasilj völlig abgeklärt, sodass das 1:0 die logische Folge war.

Ein Ausrutscher kostet Köln den Sieg

In der Schlussphase löste Pauli-Coach Alexander Blessin seinen defensiven Ansatz auf und brachte mit Ricky-Jade Jones, Connor Metcalfe, Daniel Sinani und Abdoulie Ceesay maximale Offensivkraft von der Bank. Sinani und Jade-Jones sorgten wenige Augenblicke vor Spielende für die entscheidende Szene. Jones verlängerte eine Flanke von Danel Sinani höchst akrobatisch ins lange Eck. Im Fokus stand Marvin Schwäbe, der ausgerechnet bei dieser Aktion nicht trittfest war und auf dem nassen Rasen ausrutschte. Eine Parade wäre sonst wohl ein Leichtes für ihn gewesen. So fiel der überraschende Ausgleich: „Ich habe die längsten Stollen, die es gibt, auf dem Schuh. Und am Ende rutsche ich genau in dem Scheißmoment weg. Das tut extrem weh, ist extrem bitter. Es tut mir leid für die Mannschaft. Am Ende kann ich leider Gottes nicht viel ändern“, schlussfolgerte der Kölner Keeper.

Von allen Fußballgöttern verlassen

Für den FC bleibt nun nur, die Tränen rasch zu trocknen und den Fokus auf die nächste Aufgabe zu richten, wie auch Lukas Kwasniok betonte: „Wir müssen es leider akzeptieren. Aber deswegen werde ich jetzt trotzdem weiter im Fußball bleiben, auch wenn der liebe Gott heute nicht hingeschaut hat oder 20 Sekunden zu früh weggeschaut hat.“ Vielleicht zeigt sich der Fußballgott am kommenden Wochenende wieder gnädiger. Dann wartet das Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen. Zwar kassierte die Werkself eine überraschende 0:2-Niederlage, doch mit drei Punkten im Gepäck und einer breiten Brust wäre die Vorfreude auf das Duell mit der Elf von Kasper Hjulmand deutlich größer gewesen.


Zwischen La Liga-Hoffnung und Bankfrust – Kontrastprogramm für Ex-Youngster des 1. FC Köln

Damion Downs und Max Finkgräfe spielen nicht mehr für den 1. FC Köln
,

Zwischen La Liga-Hoffnung und Bankfrust – Kontrastprogramm für Ex-Youngster des 1. FC Köln

Während der FC entspannt ins zweite Saisondrittel geht, erleben drei Ex-Kölner völlig unterschiedliche Fußballwelten nach ihrem Weggang vom 1. FC Köln: Max Finkgräfe, Tim Lemperle und Damion Downs – drei FC-Abgänge im Check.

Ihre Wechsel waren mit Wirbel verbunden, mittlerweile fällt der Abschied angesichts des guten Saisonstarts nicht mehr so schwer. FC-Abgänge im Check: Wie schlagen sich Max Finkgräfe, Tim Lemperle und Damion Downs bei ihren neuen Vereinen?

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 5000 Instagram und 5000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen und come-on-fc.com.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.


Das erste Saisondrittel eignet sich hervorragend für ein belastbares Zwischenfazit. Das zeigt sich dieser Tage nicht nur beim 1. FC Köln, sondern auch andernorts. Beim FC Augsburg und beim FSV Mainz 05 mussten die Cheftrainer Sandro Wagner und Bo Henriksen nach missratenen Saisonstarts bereits gehen. Beim 1. FC Köln herrscht unterdessen Zufriedenheit: Coach Lukas Kwasniok attestierte seiner Mannschaft im Interview mit der „Bild“ glatt Schulnote Zwei. Alles bestens also, mit ein wenig Optimierungspotenzial an der ein oder anderen Stellschraube. Während der Saisonstart des 1. FC Köln also bereits eingeordnet wurde, lohnt sich nun ein Blick über den Tellerrand auf jene Personalien, die den Verein im Sommer verlassen haben. Im Fokus stehen dabei drei Akteure aus dem Kölner Nachwuchs. Wie schlagen sich Max Finkgräfe, Tim Lemperle und Damion Downs bei ihren neuen Vereinen?

Max Finkgräfes schwieriger Start in Leipzig

Im Sommer wechselte Max Finkgräfe vom Geißbockheim zu RB Leipzig. Kurz nach seiner Ankunft folgte jedoch ein empfindlicher Dämpfer für seine Entwicklung. Eine Innenbandverletzung setzte ihn mehrere Wochen außer Gefecht und erst seit November gilt er wieder als vollständig einsatzbereit. Entsprechend lange musste der 21-Jährige warten, bis er erstmals für seinen neuen Arbeitgeber auf dem Rasen stehen durfte. Am elften Spieltag war es schließlich so weit: RB-Trainer Ole Werner wechselte ihn gegen Werder Bremen tief in der Nachspielzeit ein. Eine Minute später beendete Schiedsrichter Martin Petersen die Partie. Auch im DFB-Pokal zeigte sich ein ähnliches Bild. Im Ost-Duell mit dem 1. FC Magdeburg kam Finkgräfe in der 82. Minute für Antonio Nusa ins Spiel. In beiden Einsätzen durfte er nicht auf seiner angestammten Position links in der Viererkette spielen, sondern kam als offensiver Flügelspieler zum Einsatz.

An seiner geringen Einsatzzeit in Liga und Pokal dürfte sich in absehbarer Zeit wenig ändern. Nationalspieler David Raum präsentiert sich in herausragender Form, stand in dieser Saison jede mögliche Spielminute für die Roten Bullen auf dem Platz und führt den Tabellenzweiten zudem als Kapitän an. Für Finkgräfe ergibt sich damit kurzfristig kaum eine realistische Perspektive auf regelmäßige Einsätze. Ole Werner äußerte sich zur schwierigen Ausgangslage seines Youngsters zuletzt demonstrativ zuversichtlich und erklärte gegenüber der „Bild“: „Wir sind total überzeugt von ihm. Er entwickelt sich im Training Schritt für Schritt. Max ist einfach ein guter Junge und Fußballer bei dem wir ganz bewusst einen langfristigen Plan verfolgen. Deshalb ist es auch so, dass ich für den Moment sehr zufrieden bin“.

Tim Lemperle – Aus der Domstadt nach Madrid?

Der Wechsel zur TSG Hoffenheim hat sich für Tim Lemperle bislang als voller sportlicher Erfolg erwiesen. Unter Cheftrainer Christian Ilzer knüpft der Offensivspieler nahtlos an seine überzeugenden Leistungen aus der vergangenen Saison an. In elf Partien erzielte der 23-Jährige bisher vier Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Damit hat sich Lemperle in kurzer Zeit zu einer festen Größe im Hoffenheimer Angriff entwickelt und zeigt eine beeindruckende Konstanz.

Damit der positiven Nachrichten noch nicht genug: Laut Informationen von „Sky“ soll seine Entwicklung Begehrlichkeiten in der spanischen La Liga geweckt haben. Demnach steht Lemperle bei Atlético Madrid auf der Beobachtungsliste. Der Verein von Trainer Diego Simeone soll besonders von einer Kombination aus Geschwindigkeit, Physis und Torgefahr angetan sein, die den gebürtigen Frankfurter auszeichnet.

England bleibt ein hartes Pflaster für Damion Downs

Der Neustart beim FC Southampton hatte für Damion Downs zunächst alle Zutaten einer Erfolgsgeschichte. Nach seinem Wechsel aus Köln präsentierte sich der junge Mittelstürmer in der Vorbereitung torgefährlich und hinterließ beim Testspielsieg gegen Espanyol Barcelona sofort einen guten Eindruck.

Doch bereits wenige Wochen später wich die anfängliche Aufbruchsstimmung der ernüchternden Realität. Downs gelang es nicht, sich dauerhaft in der Startelf festzusetzen, und der erhoffte Durchbruch in der körperlich intensiven zweiten englischen Liga blieb aus. In der bisherigen Spielzeit stand er in der Liga nur ein einziges Mal von Beginn an auf dem Platz. Obwohl er als zentraler Angreifer verpflichtet wurde, der dem Premier-League-Absteiger mehr Durchschlagskraft verleihen sollte, wartet er weiterhin auf seinen ersten Treffer im Trikot der „Saints“. Seine Aktionen wirken oft zu unauffällig und im Zusammenspiel mit seinen Mitspielern findet er derzeit nur selten die nötige Bindung. Auch seine körperlichen Vorteile kann der 1,92 Meter große Stürmer bislang nicht konsequent einbringen.

Die sportlich schwierige Phase Southamptons mündete Anfang November in einem Trainerwechsel. Der Verein trennte sich von Will Still und übergab die Verantwortung an Interrimstrainer Tonda Eckert. Für Downs hätte dieser Schritt eine Gelegenheit zum Neustart sein können, doch bislang blieb die erhoffte Wende aus. In vierzehn Pflichtspielen kam der 21-Jährige auf etwas mehr als 400 Einsatzminuten. Zuletzt saß er beim Duell mit dem FC Millwall über die volle Distanz auf der Bank.

Kein Anlass zur Panik

Die Wege von Tim Lemperle, Max Finkgräfe und Damion Downs könnten nicht unterschiedlicher sein. Während Lemperle in Hoffenheim voll einschlägt, kämpft Finkgräfe in Leipzig um Spielzeit und Downs sucht in Southampton noch seinen Rhythmus. Für letztere wird deutlich, wie anspruchsvoll der Sprung in ein neues, ungewohntes Umfeld sein kann. Fest steht: Es wäre zu kurz gedacht, ihre Wechsel so früh in der Saison schon als gescheitert zu verurteilen.

Das „Sender-Empfänger-Problem“ des 1. FC Köln: Nur ein Einzelfall gegen Bremen?

, ,

Das „Sender-Empfänger-Problem“ des 1. FC Köln: Nur ein Einzelfall gegen Bremen?

Das 1:1 in Bremen kann nicht über eine äußerst wacklige erste Halbzeit des 1. FC Köln hinweg täuschen. Erst nach dem Seitenwechsel fand Köln mehr Stabilität, doch der Auftritt verdeutlichte eindrucksvoll, wie fragil die Abwehr ist beim 1. FC Köln: Kommunikationsfehler mit Folgen

Beim Duell mit dem SV Werder Bremen sammelten die Domstädter viele Erkenntnisse. Gegen die Norddeutschen spielte der 1. FC Köln eine erste Hälfte zum Vergessen.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 5000 Instagram und 5000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.

 Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.


Auf der Pressekonferenz nach dem schmeichelhaften 1:1 des FC gegen den SV Werder Bremen nahm Trainer Lukas Kwasniok kein Blatt vor den Mund. Seine Mannschaft habe früh in der Defensive Schwächen offenbart, so Kwasniok: „Gleich zu Beginn, als Werder eine große Chance hatte, haben wir drei, vier Duelle einfach nicht so bestritten, wie man es in der Bundesliga tun muss, um zu bestehen. Nach einem langen Abstoß musst du im Zweikampf eben auch mal als Sieger hervorgehen. Das war nicht der Fall.“

Der 44-Jährige beließ es jedoch nicht bei der Analyse der Zweikampfschwäche, sondern suchte auch bei sich selbst nach Ursachen für die wacklige Anfangsphase. Seine Erklärung fiel gleichwohl ebenso direkt aus wie seine Kritik: „Wir hatten in der ersten Halbzeit offensichtlich ein Sender-Empfänger-Problem. Also der Trainer als Sender und die Mannschaft als Empfänger. Die Jungs haben das aber eben auch nicht so umgesetzt, wie ich es mir vorgestellt habe. Das ist aber kein Vorwurf an die Spieler, sondern eher ein Vorwurf an meine Kommunikation im Vorfeld. Sie wollten, aber sie haben gar keinen Zugriff bekommen, weil sie falsch angelaufen sind. Das war einfach bitter.“

Desolates Abwehrverhalten der Kölner in der ersten Hälfte

Das Kölner Abwehrverhalten innerhalb der ersten 45 Minuten wurde ihnen beim Führungstreffer der Bremer zum Verhängnis. Das 1:0 durch Marco Friedl war die direkte Folge der Passivität, mit der der FC in dieser Phase verteidigte. Nach einer Ecke des Bremers Romano Schmid segelte der Ball ungehindert durch den Strafraum und landete schließlich auf dem Kopf von Alessio Castro-Montes. Dessen Klärungsversuch prallte jedoch lediglich bis an die rechte Strafraumkante, wo Jens Stage den Ball unbedrängt aufnehmen durfte. Der Bremer konnte ungestört in den Strafraum passen, wo der Ball schließlich bei Marco Friedl landete.

Es wäre jedoch zu einfach, Castro-Montes die alleinige Schuld für den Treffer zuzuschreiben. In besagter Szene kann man die gesamte Kölner Hintermannschaft in die Verantwortung nehmen. Friedls Gegenspieler Marius Bülter und Eric Martel ließen den Österreicher einfach entwischen. Schwäbe blieb bei dem wuchtigen Kopfball aus kürzester Distanz ohne Chance, hätte möglicherweise rauskommen müssen. Der Werder-Kapitän vollendete aus kurzer Distanz und verwandelte Bremens Überlegenheit in dieser Phase in die zwischenzeitliche Führung. Bereits am Freitag hatte Lukas Kwasniok die Standardschwäche seines Teams eingeordnet und dabei betont: „Es ist eben nicht so, dass, wenn du in der Defensive ein guter Kopfballspieler bist, du automatisch in der Offensive torgefährlich wirst.”

Diese Aussage lässt sich, wie die Szene beim Bremer Führungstreffer vermuten lässt, offenbar auch in die andere Richtung übertragen. Die Kölner Verteidiger wirkten in diesem Moment weder klar in der Zuordnung noch konsequent im Zweikampfverhalten. Werder nutzte diese Nachlässigkeiten konsequent aus.

Kwasniok: „Haben uns den Punkt in der zweiten Halbzeit verdient“

Nach der Pause schien die Mannschaft die Botschaften ihres Trainers für das Spiel gegen die Elf von Horst Steffen deutlicher vernommen zu haben. Die Hereinnahme von Mittelfeldallrounder Tom Krauß und Außenverteidiger Kristoffer Lund für Castro-Montes und Isak Jóhannesson verlieh dem Spiel der Kölner die dringend benötigte Stabilität. Mit Ausnahme eines haarsträubenden Fehlpasses von Lund, der Romano Schmid eine Großchance ermöglichte, aber nur dank des stark reagierenden Marvin Schwäbe ohne Folgen blieb, präsentierte sich der FC im zweiten Durchgang deutlich gefestigter. Gegen das präzise Bremer Umschaltspiel agierten die Kölner nun kompakter, griffiger und defensiv weit weniger anfällig als noch in der enttäuschenden ersten Hälfte.

So haben sich, trotz der schwachen ersten Hälfte, den Ausgleich durchaus verdient- zumindest laut Coach Kwasniok: „Wir haben uns den Punkt mit der zweiten Halbzeit verdient. […] Wir hatten das Gefühl, dass wir noch ein Tor erzielen können, und die Kontrolle über das Spiel. Dennoch denkt man, wenn die Großchance von Luca Waldschmidt nicht reingeht, dass es heute eng wird. Aber das Spiel dauert 90 Minuten plus X und dann hatten wir mit dem abgefälschten Schuss das nötige Glück auf unserer Seite. Die Jungs haben bis zum Schluss alles gegeben. Über 95 Minuten gesehen war es nicht unverdient, auch wenn der Spielverlauf dann ein bisschen glücklich für uns war.“

Alarmzeichen vor dem Duell mit St. Pauli

Unklare Zuteilungen, zu große Abstände zu den Gegenspielern und insgesamt unzureichender Zugriff in den Zweikämpfen sind beim FC nichts Neues mehr. Selten jedoch traten diese Defizite so deutlich zutage wie in den ersten 45 Minuten in Bremen. Die Partie offenbarte schonungslos, wie sehr die Kölner Defensive ins Schwimmen geraten kann, wenn Abstimmung und Zweikampfintensität nicht stimmen. Nun bleibt abzuwarten, ob Lukas Kwasniok beim anstehenden Heimspiel gegen den FC St. Pauli am kommenden Samstag von Beginn an Gehör bei seiner Mannschaft findet und ob die fragilen Mechanismen in der Defensive rechtzeitig stabilisiert werden können.