Immer wieder Said El Mala: Fehlt dem FC ein Plan B?

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Immer wieder Said El Mala: Fehlt dem FC ein Plan B?

Beim Remis in Bremen bewahrte Said El Mala den FC mit einem späten Treffer vor der dritten Niederlage in Folge. Nach dem Auftritt im Weserstadion stellt sich die Frage, wie wichtig das Talent für den FC ist. Ist der 1. FC Köln zu abhängig von Said El Mala?

Für die Kölner lief im Aufeinandertreffen mit dem SV Werder Bremen nur wenig zusammen – mit Ausnahme von Said El Mala. Der 19-Jährige stemmte die Offensivbemühungen der Rheinländer quasi im Alleingang. Ist der 1. FC Köln zu abhängig von Said El Mala?

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In dieser Saison setzt FC-Coach Lukas Kwasniok bekanntlich auf eine offensive Ausrichtung, die vor allem durch maximale Flexibilität geprägt ist. Eine Konstante in seinem Ansatz ist das Auflaufen von Said El Mala. Der 19-Jährige stand in allen zwölf bisherigen Spielen auf dem Platz, drückte dem Kölner Spiel zunächst durch hocheffektive Kurzeinsätze seinen Stempel auf. Am gestrigen Nachmittag folgte nun im Weserstadion die erste Bundesligapartie über die vollen 90 Minuten. Dies hing laut Kwasniok auch mit dem Spielverlauf im Bremen zusammen: „Ich hatte das Gefühl, dass die Spieler, die in der Lage sind, ein Tor zu erzielen, auf dem Feld bleiben müssen. Wir mussten leider verletzungsbedingt einen Wechsel vornehmen. Ich konnte daher nicht auch noch Linton Maina als weiteren Offensivspieler bringen. Es ist uns fast um die Ohren geflogen. Aber wenn du hinten liegst, brauchst du Spieler auf dem Feld, die Tore erzielen können. Kainz kann ein Tor erzielen, Waldschmidt, Kaminski und Thielmann können alle ein Tor erzielen und Said eben auch.“

Zwischen Übermut und Torerfolg

Dass El Mala derzeit für das Angriffsspiel seiner Mannschaft unverzichtbar ist, wurde gleich von Beginn an deutlich. Bereits nach 15 Minuten setzte der Krefelder das erste Ausrufezeichen. Die erste nennenswerte Gelegenheit des Spiels gehörte Köln: Der Flügelspieler bekam den Ball links an der Mittellinie, ließ den Bremer Karim Coulibaly aussteigen und schoss den Ball über das Tor. Den freistehenden Marius Bülter im Zentrum übersah er dabei geflissentlich. Anschließend kippte das Kölner Offensivspiel in eine längere Phase der Ideenlosigkeit, da Bremen bei den eigenen Offensivaktionen kaum Räume öffnete und äußerst abgeklärt verteidigte, ohne sich auf riskante Aktionen einzulassen.

El Mala suchte im weiteren Verlauf immer wieder den Weg nach vorn, blieb jedoch ebenso häufig hängen. Im Duell mit Bremens Amos Pieper und Yukinari Sugawara tat er sich lange schwer, echte Torgefahr auszustrahlen. Im Eins-gegen-Eins hatte der hochveranlagte mehrfach das Nachsehen. Auch nach dem Geschmack von Trainer Kwasniok agierte sein Schützling in dieser Hinsicht etwas zu übermütig: „Ich sehe ihn jeden Tag im Training. Ihn zeichnet aus, dass er sich von misslungenen Aktionen nicht beirren lässt. Er macht immer weiter. Der nächste Schritt wird sein, mal ein oder zwei Aktionen auszulassen und der Mannschaft Zeit zu geben, nachzukommen, um dann den Gegner zu überraschen.“

In der Schlussphase des Spiels zog El Mala das Tempo noch einmal an und setzte den eingewechselten Luca Waldschmidt mit einer maßgeschneiderten Hereingabe sehenswert in Szene. Dessen Volleyschuss strich nur um Zentimeter an seinem nächsten Jokertor vorbei. Der Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand fiel angesichts der Bemühungen dann durchaus erwartungsgemäß.

Bülter: „Wenn er Tore schießt, dann machen wir das gerne“

Nach dem Unentschieden gegen Werder Bremen könnte man sich die Frage stellen, ob nicht zu viel Verantwortung auf den Schultern von El Mala lastet- zumindest angesichts der Form der anderen Offensivakteure im Kader der Geißböcke. Marius Bülter, Jakub Kaminski und Jan Thielmann wurden von den diszipliniert verteidigenden Bremern um Trainer Horst Steffen nahezu vollständig aus dem Spiel genommen. Mit der frühen Verletzung von Dominique Heintz nach nur zwölf Minuten fiel zudem eine potenzielle offensive Wechseloption weg.

Die Wahrheit ist zudem: Der auf El Mala zugeschnittene Matchplan ging am Ende auf. Das wussten auch seine Mitspieler zu würdigen. „Er tut uns einfach extrem gut in gewissen Situationen mit seiner Leichtigkeit, seinem Abschluss und seiner Unbekümmertheit“, sagte Kölns Torwart Marvin Schwäbe nach dem Abpfiff über den Torschützen. Neben diesem erwartbaren Lob nahm Bülter seinen jungen Mannschaftskameraden jedoch auch in die Pflicht. „Mit seinen Eins-gegen-Eins-Situationen ist er immer wieder für Überraschungen in unserem Spiel verantwortlich. Das hilft uns. Hier und da verliert er auch mal den Ball, dann müssen wir hinterherlaufen. Wenn er aber immer wieder Tore schießt, dann machen wir das gerne“, so der 32-Jährige.

El Mala: „Was gäbe es Schöneres…“

Fest steht, dass nach dem Auftritt gegen Bremen beim 1. FC Köln keine allgemeine Zufriedenheit aufkommen kann, auch nicht, wenn El Mala am Ende den Worst Case verhindert hat. Zudem bleibt offen, ob im kommenden Heimspiel gegen St. Pauli erneut so viel Last auf den Schultern des Kölner Supertalents liegen wird. El Mala selbst blickte im Interview mit FC-TV voller Vorfreude auf die Partie gegen die Hamburger: „Wir wissen, dass Pauli ein unangenehmer Gegner sein wird. Die haben das 1:1 in München bis zur 90. Minute gehalten. Aber wir spielen zuhause. Was gäbe es da Schöneres, als drei Punkte einzufahren?“


Ungewohnte Fehlerflut: 1. FC Köln zahlt gegen Frankfurt Lehrgeld

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Ungewohnte Fehlerflut: 1. FC Köln zahlt gegen Frankfurt Lehrgeld

Viele vermeidbare Fehler bescherten den Geißböcken am gestrigen Abend eine letztlich verdiente Niederlage im Aufeinandertreffen mit Eintracht Frankfurt. Gegen die Hessen offenbarten sich ungewohnte Problemfelder beim 1. FC Köln: Ein Abend voller verhängnisvoller Fehler.

Den Geißböcken steht eine arbeitsreiche Woche der Aufbereitung bevor. Denn beim Spiel gegen Frankfurt war die Fehlerliste beim 1. FC Köln länger als gewohnt: Ein Abend voller verhängnisvoller Fehler.

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Im Anschluss an die 4:3-Heimniederlage fand Thomas Kessler deutliche Worte zur Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben heute auf Bundesliga-Niveau Lehrgeld bezahlt. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir uns das Leben unnötig schwer gemacht. Wir haben 1:0 geführt und hätten es viel cleverer spielen müssen“, ordnete der Sportdirektor des FC ein und ergänzte: „Wir haben nach 30 Minuten unseren Matchplan verlassen und sind durch Ballverluste mit einem 1:2 in Rückstand geraten. In der zweiten Halbzeit hat man die Qualität von Frankfurt gesehen. Am Ende ist es eine bittere Niederlage“, lautete die Analyse des 39-Jährigen. Nach dem furiosen Start der Hausherren, der bereits in der vierten Minute in die frühe Führung mündete, als Jakub Kamiński nach einer präzisen Vorlage von Ragnar Ache vollendete, übernahmen über weite Strecken des Spiels nur noch die Gäste das Kommando.

Unsauberer Aufbau, teure Folgen: Frankfurt schlägt zweimal zu

Immer wieder rückte Marvin Schwäbe in den Mittelpunkt und musste gleich mehrfach mit starken Paraden den Ausgleich verhindern. Kurz vor dem Ende der ersten Hälfte war es schließlich so weit: Frankfurts Arthur Theate stieg nach einer Ecke am höchsten und erzielte den längst überfälligen Ausgleich. Dass Gegentore nach Standards kein neues Problem darstellen, überrascht angesichts des bisherigen Saisonverlaufs kaum, führen die Geißböcke diese Statistik im Ligavergleich an. Viel eher wirft erneut die Entstehung des Eckballs Fragen auf. Vorausgegangen war ein aggressives Pressing von Frankfurts Farés Chaibi, der Schwäbe derart unter Druck setzte, dass sich der Kölner Schlussmann zu einem unsauberen Pass auf Außenverteidiger Kristoffer Lund gezwungen sah.

Lund konnte nur in höchster Not den heraneilenden Kaminski erreichen, doch bei ihm war Endstation. Frankfurt setzte nach, erzwang den Ballverlust und holte so die Ecke heraus. Dieses Muster setzte sich fort und knapp zehn Minuten später wurde die Mannschaft erneut bestraft. Auslöser war wieder ein unkontrollierter Aufbau, diesmal mit Sebastian Sebulonsen über rechts als unglücklichem Protagonisten im roten-weißen Trikot. Frankfurt fing den Ball ab, schaltete schnell um und vollendete abgeklärt, sodass der Ball erneut im Kölner Tor einschlug. „In der ersten Hälfte spielen wir uns bei den Gegentoren auf den Außen fest, anstatt dann in der 45. + 5 den Ball einfach tief zu schlagen und uns nicht zu schade zu sein, dann raus zu rücken und den Ball weg vom Tor zu machen“, sagte Schwäbe.

Gefährliche Ansätze verpuffen: Köln zu unpräzise im Offensivspiel

Doch damit nicht genug: Während die Defensive also nicht ganz trittfest agierte, taten sich die Domstädter obendrein schwer, ihre Offensivansätze in klare Chancen umzumünzen. Zwar deuteten die Kölner immer wieder Gefahr an, vor allem durch schnelle Umschaltaktionen, doch die vielversprechenden Momente verpufften häufig wirkungslos. Besonders Isak Johannesson bot sich mehrfach in guten Positionen auf den Außenbahnen an, wurde von seinen Mitspielern jedoch übersehen.

Ragnar Ache tauchte immer wieder gefährlich im Frankfurter Strafraum auf, fand jedoch selten die optimale Lösung. In der 34. Minute etwa drehte er sich stark um die eigene Achse und suchte den Abschluss, doch die Frankfurter Defensive blockte ab und Zetterer sicherte den Ball. Dabei wäre Sebulonsen völlig frei gewesen. Kurz darauf setzte Ache Thielmann in Szene, dessen Abschluss aus zwölf Metern erneut an Zetterer scheiterte, während Lund unbedrängt mitgelaufen war und wahrscheinlich mehr Aussicht auf Erfolg gehabt hätte. Später fehlte erneut die nötige Präzision, als ein vielversprechender Konter in der 59. Minute über Ache ins Leere lief, weil er sich trotz gleich vierer verheißungsvoller Optionen in der Vorwärtsbewegung durch Frankfurts Robin Koch mühelos den Schneid abkaufen ließ.

Kölner Aufbäumen kommt zu spät

Die Liste der verhängnisvollen Fehlentscheidungen gegen Frankfurt war länger als in den Wochen zuvor. Letztlich zu lang, um gegen einen Champions-League-Teilnehmer etwas Zählbares einzufahren. Dennoch zeigten die Geißböcke bemerkenswerte Courage. Selbst als die Partie nach dem schnellen Doppelschlag von SGE-Stürmer Jonathan Burkardt in der 60. und 63. Minute und dem daraus resultierenden 4:1 scheinbar entschieden war, gab sich die Mannschaft nicht auf.

Angeführt von den in der zweiten Hälfte eingewechselten Impulsgebern Marius Bülter, Said El Mala und Luca Waldschmidt entwickelte sich die Begegnung zunehmend zu einem klassischen Alles-oder-nichts-Auftritt. Die Kwasniok-Elf warf in der Schlussphase noch einmal alles in die Waagschale und entfachte mit den zwei späten Treffern durch Bülter und Waldschmidt (83.; 90+3.) späte Hoffnungen, noch etwas aus dem verkorksten Auftritt mitzunehmen.

Kwasniok: „Sind heute der gebrochene Verlierer“

Diese Mentalitätsleistung veranlasste Trainer Lukas Kwasniok nach Spielende dazu, sich vor seine Schützlinge zu stellen: „Die Mannschaft ist heute wieder 130 Kilometer gelaufen. Sie versucht, die Menschen hier so gut es geht glücklich zu machen. Am Ende sind wir immer enttäuscht, weil wir verloren haben, aber es kommt immer auf die Art und Weise an. Die Jungs haben bis zum Schluss Gas gegeben. Wenn das dritte Tor vielleicht ein Ticken früher gefallen wäre, dann wäre hier richtig Halligalli gewesen. So sind wir heute der gebrochene Verlierer.“

Nach den Niederlagen gegen Gladbach und Dortmund blieb der Ertrag also erneut aus. Doch die Art und Weise des Aufbäumens zeigte zumindest, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt, wenn Struktur und Mut zusammenfinden.


DFB-Nominierung, Medienrummel, Fanliebe und Druck – Das hat es mit dem Hype um Said El Mala auf sich

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DFB-Nominierung, Medienrummel, Fanliebe und Druck – Das hat es mit dem Hype um Said El Mala auf sich



Die Südkurve singt seinen Namen, die Medien überschlagen sich: Said El Mala ist der neuer Star am Geißbockheim. Doch die guten Leistungen bringen auch Druck mit sich beim 1. FC Köln: Der Hype um Said El Mala.

Trotz der bitteren Derby-Niederlage ist die Stimmung gut am Geißbockheim. Das liegt nicht nicht nur am Karnevalsauftakt, viel größer ist der Anteil von Shootingstar Said El Mala. Der 19-Jährige hat mit seinen Leistungen zuletzt für viel Aufsehen um seine Person gesorgt beim 1. FC Köln: Der Hype um Said El Mala.

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Von Marie Reiners und Hendrik Broschart

Länderspielpausen gehen für einige Effzeh-Fans wohl eher in Richtung Stimmungskiller als Fußballfest. Alle paar Wochen müssen sich die Anhänger statt mit der Herzensmannschaft dann doch mit der DFB-Elf „begnügen“. Diesmal ist das jedoch anders. Denn endlich steht wieder ein Geißbock im Aufgebot der Nationalmannschaft. Sturmjuwel Said El Mala hat die Bundesliga mit seinen spektakulären Dribblings und sehenswerten Toren so sehr begeistert, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann ihn für den Lehrgang gegen Luxemburg und die Slowakei nominierte.

Durch die Nominierung ist El Mala noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Genau darin zeigt sich, wie sehr sportlicher Erfolg heutzutage auch von medialer Inszenierung begleitet wird. Doch woher kommt dieser Rummel und wann wird aus berechtigter Begeisterung ein übertriebener Hype? Darüber hat come-on-fc.com mit dem Kommunikationswissenschaftler Dr. Christoph Bertling von der Deutschen Sporthochschule Köln gesprochen.

Zwischen Begeisterung und Opportunismus: Wie der El-Mala-Hype die Medien treibt

Jeder Ballkontakt von Said El Mala löst ein Raunen im Stadion aus, und selbst kleinste Nebensächlichkeiten scheinen zur Breaking News zu werden. Längst ist von einem medialen Hype die Rede. Hypes ließen sich dadurch definieren, „dass ein Thema immer weiter in seiner Tiefe und Breite mit enormer Kraft in die Öffentlichkeit getragen wird. Dabei entspricht die Nachrichtenlage längst nicht mehr dem Umfang der Berichterstattung“, sagte Bertling. Die geht über die erbrachten Leistungen längst hinaus. Seriöse Medien vermelden beispielsweise, ein konkretes Interesse von Top-Clubs wie Bayern München oder Borussia Dortmund und heizen die Sorge, vor einem Abschied genauso an, wie die Aussicht auf Millionen. Hinter der jüngsten El-Mala-Newsflut stecke auch ein wirtschaftliches Interesse vieler Medien, erklärt der Experte: „Man erkennt hier häufig einen gewissen Opportunismus bei Journalistinnen und Journalisten. Sie versuchen, eine große Reichweite zu erzielen und setzen deshalb immer stärker auf diesen Hype.“

Said El Mala – Der größte Coup in der jüngeren Geschichte des 1. FC Köln (SZ-Digital, 28. Oktober)

Einschaltquoten, Klicks und Reichweite wögen dabei oft schwerer als journalistische Prinzipien: „Eigentlich sollte der Journalismus die sportliche Leistung, das Alter und die Position kritisch einordnen und nicht den Hype unreflektiert übernehmen. Wenn Fans in den sozialen Medien oder auf Blogs euphorisch reagieren, ist das völlig in Ordnung. Das gehört zu ihrer Rolle. Der Journalismus ist jedoch dafür da, diese Phänomene zu erklären und einzuordnen. Das geschieht jedoch häufig nicht, stattdessen lassen sich viele Redaktionen emotional mitreißen und verstärken den Hype dadurch noch.“ Doch ist ein Hype nicht erst durch das ins Spiel bringen eben dieser Formulierung erst so richtig losgetreten worden? Und, wenn Journalisten bewusst auf viele Klicks abzielen, befriedigen sie damit nicht eine offenbar besonders große Nachfrage? Immerhin werden die Artikel ja geklickt. Ab wann wird aus einer Berichterstattung überhaupt ein Hype?

Zwischen Medienrummel und Spielerwohl

Es ist ein schmaler Grad zwischen dem Aufbau einer künstlichen und inszenierten Aufregung und einer journalistischen Abbildung des Geschehens, die das gesteigerte Interesse der Öffentlichkeit bedient. Gleichzeitig sei es zu kurz gedacht, die Verantwortung allein bei den Medien zu suchen: „Es ist der ureigene Mechanismus. Sportjournalismus lebt von Stars. Es geht nicht nur um Fußball, sondern auch um ein bisschen Show.“ Sportmedienschaffende befinden sich bei Personalien wie der von Said El Mala in einer schwierigen Lage. Denn es sind Geschichten wie die des gebürtigen Krefelders, des fast gescheiterten Talents, das über Umwege den Durchbruch schafft und nun einen kometenhaften Aufstieg erlebt, die dem Fußball jene besondere Faszination verleihen, die ihn umtreibt.

Jene Geschichten sind es aber auch, die die Sehnsucht nach einem großen Star in Köln befriedigen. Einem Spieler, der nach der schmerzhaften Causa Wirtz die Kölner Seele zu heilen vermag. Der Hoffnung auf Erfolg und die ganz großen Transfereinnahmen schürt und somit ein Stück weit Wiedergutmachung liefern könnte. Der Trubel um den Teenager stellt sowohl den Verein als auch sein privates Umfeld vor eine Herausforderung. El Mala soll geschützt werden, ohne ihn vollständig von der Öffentlichkeit abzuschirmen. Anfang Oktober erklärte sein Berater dem Kölner Stadt-Anzeiger gegenüber: „Es gibt leider auch ein paar Dinge, die dem Jungen und dem FC schaden. Unruhe bringen zu viele mediale Spekulationen und Influencer, die um jeden Klick und jedes Like kämpfen. Außerdem tauchen plötzlich Berater auf, die sich früher nie für den Spieler interessiert haben, und buhlen um Said.“

“Wir müssen jetzt unbedingt damit aufhören, Said El Mala kleinzuhalten!” (Fußball-Creator Max Giesen (giesenmax) via Instagram am 19. Oktober) 

Doch nicht nur das Umfeld, sondern auch der Spieler selbst ist gefordert. Bertling sieht ihn in der Pflicht, zusätzlich eigene Strategien zum Umgang mit dem medialen Druck zu entwickeln: „Oftmals verstehen junge Spieler sehr schnell, wenn man ihnen direkt erklärt, wie Journalisten aus welchen Gründen Geschichten zusammenstellen und welche Notlagen hinter bestimmten Berichten stehen. Wenn sie die Mechanismen begreifen, nehmen sie es nicht mehr so persönlich, sondern denken sich: ‚Ah ja, so ist das`“.

Heldenstatus auf Probe

Fußball ist zwar ein Mannschaftssport, doch seit jeher ziehen Einzelspieler die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Schon zu Zeiten von Pelé, Maradona oder Beckenbauer standen die Stars im Mittelpunkt des Interesses, und daran hat sich bis heute wenig geändert. Fans folgen zunehmend den Spielern, weniger den Vereinen. Die Suche nach dem nächsten großen Star beginnt immer früher. El Mala ist ein aktuelles Beispiel dafür, wie junge Talente in kürzester Zeit zum Mittelpunkt der Öffentlichkeit werden. Seine unbekümmerten Auftritte verbinden Veranlagung, Lockerheit und Selbstvertrauen.

Schon wenige Auftritte genügten, um ihn mit Lukas Podolski zu vergleichen, der einst ähnlich fröhlich die Domstadt und später ganz Deutschland begeisterte. Ein öffentlicher Aufruf, El Mala solle mit zur WM 2026, folgte prompt und zeigt, wie schnell aus Begeisterung Heldenstatus entstehen kann. El Mala euphorisiert die Stadt und bekommt nach kürzester Zeit sogar seinen eigenen Song von den Fans. Eine nicht aufzuhaltende Spirale entsteht, der sich weder die Anhänger noch der Verein oder die Medien entziehen können.

Kwasnioks Wunder-Junge jetzt schon besser als Poldi (BILD-Online, 3. November)

Zahlreiche gescheiterte Karrieren vieler hochgehandelter Talente belegen, dass Erwartungen und Vergleiche zur Last werden können. Je euphorischer und ungefilterter über ein vermeintliches Jahrhunderttalent gesprochen wird, desto schmerzhafter kann der Fall sein. Bertling erklärt: „Wir wissen aus der Forschung, dass negative Effekte einen viel stärkeren Einfluss auf Menschen haben als positive. Momentan kann es ihn bestärken, wenn er die Situation richtig einordnet. Wenn er seine Leistung aber nicht mehr bestätigen kann, dann ist die Gefahr viel größer, dass es ihn hemmt.“ So wurde es auch zum Stadtgespräch, dass der Youngster im Rheinderby bereits nach 45 Minuten ausgewechselt wurde. „Er war nicht gut, deswegen habe ich ihn rausgenommen. So einfach ist das“, machte Kwasniok im Anschluss an die Partie deutlich.

Die Zauberformel lautet: „Behutsam-Hype“

Schon Anfang Oktober mahnte der Trainer zu einem behutsamen Umgang mit seinem Schützling. Die Situation des Teenagers, der laut mancher Stimmen aus der Sportmedienlandschaft nach nur wenigen Bundesligaminuten schon ganz oben angekommen ist, sei „vergleichbar mit der ersten Liebe“, so der Trainer des 1. FC Köln damals. Er habe immer wieder talentierte Jungs erlebt, „die sich mit 14 das erste Mal verlieben“. Das habe häufig irreversible Brüche in den Karrieren zur Folge.

Und auch der Bundestrainer machte umgehend nach der Nominierung deutlich, dass die Berufung nicht überbewertet werden sollte: „Der Spieler muss klar verstehen, warum er hier ist und was seine Aufgabe ist. Es kann aber durchaus sein, dass er das zweite Spiel dann schon wieder bei der U21 ist“, sagte Nagelsmann. Festhzuhalten bleibt aber: Selbst wenn El Malas Ausflug zur Nationalelf nur von kurzer Dauer bleibt, markiert er doch die nächste Stufe im ohnehin brodelnden Hype um den 19-Jährigen und eine Bestätigung seiner Leistungsexplosion der letzten Wochen.


Der Bann ist gebrochen: Der 1. FC Köln überzeugt mit seinen Standards

Ragnar Ache, Eric Martel und Jonas Urbig gehen zum Ball
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Der Bann ist gebrochen: Der 1. FC Köln überzeugt mit seinen Standards

In der Liga warten die Kölner nach wie vor auf das erste Tor nach einem ruhenden Ball. Gegen die Bayern hat der FC diesen Bann im Pokal gebrochen: Der 1. FC Köln trifft nach einem Standard. Gegen den HSV soll das nun auch in der Liga gelingen.

In der Liga warten die Geißböcke noch darauf, im Pokal ist es gelungen: Der 1. FC Köln trifft nach einem Standard. Ragnar Ache verwertet eine Ecke von Isak Johannesson.

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In der Bundesliga ist die Statistik noch immer verheerend. Der FC ist nach wie vor die einzige Mannschaft der Liga, die noch nicht nach einer Standardsituation getroffen hat. Ein bitteres Zahlenwerk, denn auch Lukas Kwasniok weiß natürlich um die Bedeutung des ruhenden Balls. Und hob diese auch auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Bayern hervor. „Es gibt nur ganz wenige Teilbereiche in einem Fußballspiel, in dem du eine völlig überlegene Mannschaft auf dein Niveau heben kannst. Dazu gehören eben auch Standardsituationen“, hatte der Coach noch am Dienstagnachmittag betont. Und den Plan verfolgten die Kölner gegen die Bayern. Vor allem die Ecken von Isak Johannesson sorgten für ordentlich Gefahr.

Ache trifft nach einer Ecke

Und das auch schon gegen den BVB am vergangenen Wochenende. Da hatte der Isländer eine Ecke in die Box gebracht und Eric Martel war scheinbar so überrascht, dass er Nico Schlotterbeck den Vortritt ließ. Der Nationalspieler brachte den Ball unfreiwillig auf das eigene Tor. Nun kamen die Hereingaben ebenfalls so gefährlich vor das Tor, dass man sich über die bisherige Ausbeute von keinem Treffer, der aus einem ruhenden Ball resultiert, wundern durfte. So hätte Ragnar Ache bereits früh für den FC treffen können. Auch der Schussversuch von Johannesson, den Urbig aus dem Giebel kratzte, war die Folge eines Eckballs, genauso wie der Abschluss von Joel Schmied, den Jonathan Tah noch gerade so blockte. Abgesehen von dem Pfostenschuss von Linton Maina ging die größte Gefahr der Kölner tatsächlich von den Standards aus.

Und so war es auch eine Ecke, die dem FC die Hoffnung auf die Sensation gab. Ache setzte sich bei einer weiteren Hereingabe von Johannesson gegen Dayot Upamecano durch und nickte zur Führung ein. Auch, wenn die Statistik in der Liga bitter ist, haben die Kölner bewiesen, dass sie Standardsituationen doch können. Allerdings bestätigte der Pokalfight noch eine andere Statistik. Nämlich die der Kölner Anfälligkeit bei Standards. Auch bei den Gegentoren nach einem ruhenden Ball liegen die Geißböcke in der Liga auf dem letzten Rang. Und auch gegen die Bayern gab es im Pokal nach der Ecke den Treffer zum 1:3. „Der Ball auf den ersten Pfosten. Ich habe noch versucht hinzukommen, aber die Bayern haben einen Block gestellt und ich kam nicht mehr ran“, sagte Keeper Ron-Robert Zieler, der nicht die beste Figur machte.

Am Sonntag geht es nun gegen den Hamburger SV. Und auch die Rothosen sind in dieser Spielzeit alles andere als torgefährlich, wenn es um den ruhenden Ball geht. Erst einen Treffer hat der HSV nach einem Standard in der Liga erzielt. Der FC würde sicherlich gerne nachziehen.


Starker Pokal-Auftritt: Ragnar Ache betreibt beim 1. FC Köln Eigenwerbung

Ragnar Ache im Kopfball-Duell im Spiel gegen den FC Bayern München
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Starker Pokal-Auftritt: Ragnar Ache betreibt beim 1. FC Köln Eigenwerbung

Bislang kam der Angreifer nur selten über die Rolle des Edeljokers hinaus. Gegen die Bayern zeigte der 27-Jährige eine starke Leistung und das nicht nur aufgrund seines Treffers. Ragnar Ache wird beim 1. FC Köln zur Option.

Die 1:4-Niederlage war verdient und fiel doch irgendwie besonders bitter aus. Auch, weil einige Kölner eine richtig starke Partie ablieferten. Vor allem der Angreifer: Ragnar Ache wird beim 1. FC Köln zur Option.

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Der Fuß war mit einem dicken Eisbeutel versehen, als sich die Protagonisten des Kölner Pokalfights Richtung Katakomben bewegten. „Das Eis ist nur für die Sicherheit“, erklärte Ragnar Ache nach dem Duell gegen den FC Bayern. Der Stürmer hatte zum zweiten Mal in dieser Saison in der Startformation gestanden. Bereits nach einer Viertelstunde war Ache von Aleksandar Pavlović unsanft von den Beinen geholt worden. Die Erinnerung trug der Stürmer also nun noch nach dem Spiel. Doch für den 27-Jährigen gab es an diesem Abend auch gute Erinnerungen. Denn der Angreifer stand nicht nur wieder überraschend in der Startelf, der Sommer-Neuzugang war gegen den FC Bayern auch noch einer der besten Kölner. Und das über die gesamte Spielzeit. „Ich bin richtig froh darüber, vor allem mit meiner Verletzungsgeschichte. 90 Minuten gegen die Bayern ist kein einfaches Spiel“, sagte Ache.

“Das war ein geiles Gefühl“

Der Stürmer blickt auch auf keinen einfachen Saisonstart zurück. Zumindest aus seiner Sicht. Ache war im Sommer die erste Neuverpflichtung der Geißböcke und direkt mit hohen Erwartungen versehen. Trotz guter Auftritte in der Vorbereitung kam der 27-Jährige aber nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Dabei hatte Ache unter anderem die Partie der ersten Runde des DFB-Pokals nach seiner Einwechslung entscheidend verändert. Der Stürmer hatte gleich beide Kölner Tore in der Schlussphase vorbereitet. Ache sammelte zwei weitere Assists, unter anderem im Duell gegen den VfB Stuttgart, als er ebenfalls von Beginn an auflief. Nun, bei seinem zweiten Startelf-Einsatz, erzielte der Stürmer dann auch endlich sein erstes Tor im FC-Trikot. „Das war ein geiles Gefühl“, sagte Ache. „Wenn man dann endlich das Tor schießt, dann ist man erleichtert.“

Schon zuvor hatte Ache ein Kopfball-Duell gegen die Hintermannschaft der Bayern nach einer Ecke gewonnen. Aber Jonas Urbig bekam noch im rechten Moment den Arm in die Höhe gerissen. Anschließend machte es der Angreifer besser. Ache nickte die Kugel präzise ins Eck ein. Insgesamt gab der Stürmer drei Torschüsse gegen die Bayern ab. Wohlgemerkt gegen die Mannschaft, die in der Liga im Schnitt gerade einmal acht Torschüsse pro Spiel zulässt. Ache bereitete drei weitere Abschlüsse vor. Dazu gewann der Stürmer nahezu 60 Prozent seiner Zweikämpfe, die meisten in der Luft. Und damit betrieb der Stürmer natürlich ordentlich Eigenwerbung. „Ragnar hat ein gutes Spiel gemacht“, lobte also auch Trainer Lukas Kwasniok.

Eine Einsatzgarantie für die Aufgabe gegen den Hamburger SV am Sonntag war das aber nicht. „Das Spiel war extrem auf ihn zugeschnitten“, fuhr Kwasniok fort. „Gegen den HSV können wir das nicht so 1:1 machen. Wir müssen neue Lösungen finden. Aber er hat auf sich aufmerksam gemacht.“ Bereit wäre der Stürmer. Der Fuß ist wohl nicht schwerer verletzt. „Wenn der Trainer mit mir rechnet, dann bin ich da würde ich sagen“, sagte Ache, der sicher mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen „da“ wäre. 


Kampfgeist, Chaos, Kontroversen: Kölns großer Abend gegen die Bayern

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Kampfgeist, Chaos, Kontroversen: Kölns großer Abend gegen die Bayern

Köln kämpft wie die alten Römer, Bayern siegt wie gewohnt. Ragnar Ache brachte das Kölner Stadion erst zum Beben, doch dann lassen Schiedsrichterpech und Münchner Abgeklärtheit den Traum vom Fußballwunder platzen beim 1. FC Köln: Ein beeindruckender Abend für die Geißböcke.

In der laufenden Spielzeit konnte noch kein Team Rekordmeister FC Bayern München die Stirn bieten wie am gestrigen Abend der 1. FC Köln: Ein beeindruckender Abend für die Geißböcke.

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Pokalnächte haben ihren eigenen Zauber. Sie entfachen die Leidenschaft der Fußball-Romantiker: Im Pokal schrieb der Fußball seine schönsten Geschichten. Hier wurden schon die Wundertaten von Drittligisten wie in der Vorsaison von Arminia Bielefeld zur Legende. Das Aufeinandertreffen zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München passte perfekt in dieses Muster. Es war ein Abend voller Emotionen, Wendungen und kleiner Dramen, wie sie nur der DFB-Pokal hervorbringen kann. Ein kämpfender Außenseiter, der sich mit Leidenschaft gegen die übermächtigen Bayern stemmte. Die Rückkehr von Torhüter Jonas Urbig ins Müngersdorfer Stadion. Und schließlich sorgte eine Fehlentscheidung von Schiedsrichter Tobias Welz und seinem Gespann für das Gesprächsthema des Abends.

Tapfere Römer bereiten Bayern ernsthafte Probleme 

Um die Mannschaft vor dem Fight gegen die in der laufenden Saison übermächtig erscheinenden Bayern einzustimmen, tat der Support aus der Kurve in Müngersdorf sein Übriges. Dort spannten die Fans kurz vor Anpfiff ein Tifo, das bei den Spielern einen Nerv getroffen zu haben schien. Die Südkurve zierte das Abbild eines Römischen Soldaten mit gezücktem Schwert in Angriffstellung, geschmückt mit dem Wappen der Stadt Köln. Darunter das Banner:  “Des Römers Erbe bleibt bestehen – Köln wird niemals untergehen” Und die elf Kölschen Legionäre wurden den Ansprüchen, die so eine Inszenierung erweckt, mehr als gerecht. 

FCB-Coach Vincent Kompany schickte seine erste Garde aufs Feld, nachdem er am Wochenende gegen Borussia Mönchengladbach noch rotiert hatte. Mit Superstar Harry Kane in der Spitze trat der Rekordmeister in Bestbesetzung an und bekam es mit einem 1. FC Köln zu tun, der von Beginn an keinerlei Ehrfurcht zeigte. Der Effzeh stellte sich der Herausforderung mit den Gästen in einem kampfbetonten Spiel Mann-gegen-Mann. Müngersdorf wurde gestern Abend phasenweise zu einer Gladiatorenarena. Auffällig war dabei vor allem Eric Martel, der als eine Art persönliche Leibgarde von Harry Kane agierte. Der 23-Jährige wich dem englischen Stürmer kaum von der Seite. Kölns Trainer Lukas Kwasniok hatte seine Mannschaft perfekt auf den Favoriten eingestellt. In den ersten 35 Minuten fehlte den Bayern sowohl die gewohnte Dominanz als auch die absolute Kontrolle über das Geschehen.

Erstes Tor von Ache lässt Müngersdorf beben

Das Tor von Ragnar Ache nach einer scharfen Hereingabe fiel zwar etwas überraschend, war angesichts des Spielverlaufs in der Anfangsphase jedoch absolut verdient. Der Angreifer, dessen Trainer nach dem Spiel gegen Augsburg noch eine fehlende Körperlichkeit attestiert hatte, setzte sich im Luftzweikampf gegen den robusten Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano durch und erzielte in der 31. Minute das 1:0. Es war Aches erster Treffer im Trikot des 1. FC Köln. Der Neuzugang aus Kaiserslautern hatte bereits in der ersten Pokalrunde entscheidenden Anteil am Weiterkommen, als er gegen Regensburg als Joker beide Treffer vorbereitete. Auch diesmal ging der Plan von Trainer Kwasniok auf, der besonders auf Standardsituationen vertraute. Köln nutzte jede Gelegenheit, den Favoriten bei ruhenden Bällen zu fordern und zeigte sich in diesen Momenten zielstrebig und entschlossen.

Ache selbst zeigte sich nach dem Abpfiff erleichtert: „Das war ein geiles Gefühl. Die letzten Wochen und Monate waren es nur Assists und keine Tore. Wenn man dann endlich das Tor schießt, dann ist man erleichtert“, sagte der Stürmer. Doch das Momentum der Kölner währte nicht lange. Der amtierende Tabellenführer schüttelte den Schock des Rückstands schnell ab und begann, das Spiel zunehmend an sich zu reißen.

Bayern kämpft sich zurück – mit tatkräftiger Unterstützung des Schiedsrichtergespanns.

Zwei gute Aktionen reichten dem FC Bayern aus, um die Partie noch vor dem Wechsel auf den Kopf zu stellen. Mitten in der Drangphase der Kölner zeigte der Favorit, warum er in Deutschland das Maß aller Dinge ist. Es brauchte einen Moment individueller Klasse, um den Spielverlauf zu drehen. In der 36. Minute marschierte Konrad Laimer dynamisch durch die Kölner Hälfte und legte quer auf Josip Stanišić, der zentral vor Ron-Robert Zieler zum Abschluss kam. Dabei stand jedoch nicht nur der Torschütze im Mittelpunkt, sondern auch das Schiedsrichtergespann um Tobias Welz. Zieler parierte den ersten Versuch stark, doch der Abpraller landete bei Luis Diaz, der den Ball aus einer klaren Abseitsposition über die Linie drückte. Das Tor hätte nicht zählen dürfen, wurde aber dennoch gegeben. Die Proteste der Kölner verhallten wirkungslos und der Ausgleich sorgte für hitzige Diskussionen auf dem Rasen und auf den Rängen.

Nur wenige Minuten später bestraften die Bayern die Gastgeber ein zweites Mal. Harry Kane setzte sich mit einem cleveren Körpereinsatz gegen seinen Manndecker Eric Martel durch und schlenzte den Ball aus spitzem Winkel unhaltbar ins Tor. Kurz vor der Pause hatten die Gäste das Spiel gedreht. Marius Bülter fand nach dem Schlusspfiff deutliche Worte: „Das ist extrem bitter. Vor allem, weil es auch nicht knapp Abseits war. Noch mehr ärgert mich, dass ich in der Halbzeit mit dem Schiedsrichter spreche und er mir erzählen will, er habe es sich in der Halbzeit nicht angeguckt und wolle mich ein Stück weit für doof verkaufen. Das nervt mich. Ich habe ihm ja schon auf dem Spielfeld gesagt, dass es Abseits war, und ihn dann in der Halbzeit noch einmal darauf angesprochen. Ich finde, man sollte dazu stehen.“

Leistungsunterschied wird in Halbzeit zwei deutlich

In der 64. Minute sorgten die Bayern für die Vorentscheidung. Mit einer Ecke von der linken Seite zirkelte Joshua Kimmich den Ball mit viel Effet in den Fünfmeterraum. Kölns Torhüter Zieler wurde dabei eng zugestellt und kam nicht mehr rechtzeitig an den Ball. Kane nutzte den Moment, stieg am höchsten und köpfte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor. Umringt von Tom Krauß und Martel setzte sich der englische Stürmer dennoch durch und schnürte seinen Doppelpack.

Der Rekordmeister spielte die Partie anschließend routiniert zu Ende. In der 72. Minute leistete sich Kölns Sebastian Sebulonsen einen folgenschweren Ballverlust. Aleksandar Pavlović schaltete schnell, zog über die rechte Seite an und fand im Zentrum Luis Diaz. Der Kolumbianer legte quer auf den einlaufenden Michael Olise, der überlegt einschob und damit den Endstand herstellte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war der Klassenunterschied deutlich sichtbar.

Kölns Trainer Kwasniok zeigte sich nach dem Spiel selbstkritisch und realistisch. „Wir haben dann Mann gegen Mann versucht, sie von unserem Tor wegzuhalten. 30 Minuten ist das ganz ordentlich gelungen. Dann kam das 1:1, dann das 1:2 innerhalb von drei, vier Minuten, und dann wurde es schwer“, sagte der FC-Coach.

Kwasniok: “Hatte Sorge, dass das Stadion auseinanderfällt”

Von diesem Pokalabend werden wohl nur die ersten 45 Minuten in wohliger Erinnerung bleiben, da ist sich Lukas Kwasniok sicher. Besonders die Phase rund um das Führungstor werde ihm im Gedächtnis bleiben: „Es hat uns ein wenig leidgetan um die Stimmung im Stadion, weil die in den Minuten um das 1:0 natürlich unglaublich war. Ich habe mir Sorgen gemacht, dass das Stadion auseinanderfällt. Aber am Ende gehen alle irgendwie zufrieden nach Hause. 1:4 hört sich hart an, aber wir sind nicht die Ersten, die am Ende von den Bayern den Hintern versohlt bekommen, weil sie einfach gut sind“, sagte der Kölner Trainer nach dem Schlusspfiff.

Für den FC Bayern war es der 14. Sieg im 14. Pflichtspiel der Saison. Das hat vor ihnen noch kein Team der Top-fünf-Ligen Europas erreicht. Zugleich waren es die ersten fünf Minuten in dieser Spielzeit, in denen die Münchner in Rückstand gerieten. Und kein Gegner hatte bislang so häufig auf das Tor der Bayern geschossen wie der 1. FC Köln mit ganzen 13 Abschlüssen. Zahlen, die verdeutlichen, dass die Kölner auch mit den mächtigsten Kräften des deutschen Fußballs mithalten können. Am Sonntag steht für die Mannschaft von Kwasniok bereits das nächste Spiel an. Dann empfangen die Domstädter den Mitaufsteiger Hamburger SV. 


Frust beim 1. FC Köln: Deutliche Kritik nach Abseits-Tor – „…für doof verkaufen“

Marius Bülter fand deutliche Worte
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Frust beim 1. FC Köln: Deutliche Kritik nach Abseits-Tor – „…für doof verkaufen“

Ob die Szene Spiel entscheidend war, ist reine Spekulation. Dennoch war man natürlich nicht sonderlich glücklich beim 1. FC Köln: Die Spieler üben deutliche Kritik nach dem Abseits-Tor der Bayern. Denn der Treffer von Luis Diaz hätte nicht zählen dürfen.

Die Szene hat die Dynamik des Spiels verändert für den 1. FC Köln: Die Spieler üben deutliche Kritik nach dem Abseits-Tor der Bayern.

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Irgendwie wirkt es schon ein wenig kurios, dass die bislang schlechteste Erfahrung mit Tobias Welz für den 1. FC Köln eine als Video-Assistent war. Am 12. Spieltag der Abstiegssaison 2017/18 fingen sich die Geißböcke einen Strafstoß ein. Schiedsrichter Dr. Felix Brych fiel auf eine Schwalbe des Argentiniers Pablo de Blasis rein. Welz hätte aus dem Kölner Keller wohl eingreifen müssen, tat der Unparteiische nicht und wurde anschließend dafür hart kritisiert. Auch im Pokalspiel gegen die Bayern hätte der VAR eigentlich eingreifen müssen, wenn es diesen denn geben würde. Den gibt es aber erst ab dem Achtelfinale. Und so gab es kein Korrektiv, das den Schiedsrichter und sein Team auf dem Platz überstimmte.

„Ich glaube schon, dass man einfach dazu stehen sollte“

Tatsächlich hatte Luis Diaz ziemlich eindeutig im Abseits gestanden, als Josip Stanišić den Torabschluss suchte. Den Ball ließ Ron-Robert Zieler klatschen und der Kolumbianer war mit dem Ausgleich zur Stelle. Der Gegentreffer, vielleicht auch erst das anschließende 1:2, zog den Kölnern komplett den Stecker. „Jetzt hätten wir einmal den VAR gebraucht, jetzt ist er nicht da. Ich muss dennoch sagen, einen, anderthalb Meter kann man schonmal sehen“, sagte Ron-Robert Zieler. Tatsächlich stand Diaz so deutlich im Abseits, dass es ein Linienrichter durchaus hätte sehen können. „Wenn nicht sehen muss. Das ist ein Problem“, sagte auch Lukas Kwasniok. Ein Problem, denn der Gegentreffer veränderte die Spieldynamik komplett. Der FC knüpfte nicht mehr an die starke erste halbe Stunde an.

Und doch zeigte der Kölner Trainer auch Verständnis. „Wenn du halt immer mit Navi unterwegs bist, dann lernst du irgendwann diese Straßen nicht mehr“, sagte Kwasniok. „Du vergisst es. Sie können sich immer auf diesen VAR verlassen und auf einmal ist er nicht da.“ Der FC-Trainer erklärte auch, dass es für die Fans bitter gewesen sei, aber am Ende vielleicht kein Unterschied gemacht hätte. „Sie hätten uns einfach erdrückt“, sagte Kwasniok. Marius Bülter war da schon ein wenig undiplomatischer. „Mich ärgert noch mehr, dass ich dann in der Halbzeit mit dem Schiedsrichter spreche und er mir erzählen will, dass er es sich in der Halbzeit nicht angeguckt hat und mich ein Stück weit für doof verkaufen will“, so der Stürmer. „Ich glaube schon, dass man dann einfach dazu stehen sollte.“

Insgesamt erwischte das Schiedsrichter-Team wohl nicht den allerbesten Abend. So zeigte Welz Said El Mala bereits nach zwei Minuten für ein durchaus hartes Einsteigen die Gelbe Karte. Anschließend blieb der Karton aber meist in der Brusttasche, obwohl die Gangart beider Teams auf dem Niveau des El-Mala-Fouls blieb. Nebe Diaz für Ballwegschlagen sah in der Schlussviertelstunde Dayot Upamecano den Karton für klares Ballspielen. Unterm Strich kassierte der FC die Pokal-Pleite aber nicht aufgrund der Schiedsrichterleistung, Einfluss aufs Spiel nahm sie schon.


Eine Zwei, viel Durchschnitt, einige Aussetzer – so bewerten wir den 1. FC Köln gegen Bayern

Nicht die beste Figur machten einige Kölner bei Kanes Treffer
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Eine Zwei, viel Durchschnitt, einige Aussetzer – so bewerten wir den 1. FC Köln gegen Bayern

Eine halbe Stunde war das Spiel der Kölner ein beeindruckendes. Dann war Bayern doch überlegen. Das zeigt sich auch in unseren Noten: Die Einzelkritik zum Pokalspiel des 1. FC Köln gegen Bayern.

Eine starke halbe Stunde reichte den Kölnern am Ende nicht. Dann setzte sich die individuelle Qualität der Bayern durch. Die Einzelkritik zum Pokalspiel des 1. FC Köln gegen Bayern.

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Schwere Aufgabe gegen die Bayern-Offensive

Einzelkritik Ron-Robert Zieler 4+

Ron-Robert Zieler

Der Pokal-Keeper rotierte für Marvin Schwäbe in die Begegnung. Tauchte rechtzeitig gegen Diaz aus spitzem Winkel ab. Starker Reflex bei Kanes Kopfball. Ließ den Versuch von Stanisic vor den Fuß von Torschütze Diaz abprallen. Dennoch ohne Schuld wie auch beim anschließenden Treffer von Kane. Sah beim 1:3 nicht gut aus, verhinderte gegen Tah Schlimmeres, um dann gegen Olise wieder chancenlos zu sein.


Jakub Kaminski Einzelkritik 3-

Jakub Kaminski

Spielte als linker Schienenspieler und war in beide Richtungen extrem aktiv. Wenn auch im Schlussdrittel ohne große Gefahr. Hätte dennoch nach gut 20 Minuten die Führung erzielen müssen.


Kristoffer Lund Einzelkritik 3+

Kristoffer Lund

Hatte zu Beginn noch seine Probleme mit Olise und Co. Wurde im Laufe der Begegnung sicherer und bekam den Franzosen immer besser in den Griff. Bekam für eine Grätsche zu recht Szenenapplaus.


Eric Martel Einzelkritik 4+

Eric Martel

Wie schon gegen den BVB in der letzten Reihe. Ließ sich von Gnabry böse tunneln. Merkte beim 1:2 zu spät, dass sich Kane in seinem Rücken davonstahl, machte dann auch beim Klärungsversuch keine gute Figur. Brachte sich einmal auch in der Offensive ein. Legte zunächst stark mit der Brust auf Johannesson ab und brachte die Kugel dann selbst aufs Tor.


Einzelkritik Schmied 3

Joel Schmied

Kehrte nach seiner Pause gegen den BVB wieder in die Anfangsformation zurück. Gewohnt solide in der Defensive. Hatte die Führung nach einer Ecke auf dem Fuß, scheiterte aber an Tahs Block.


Sebastian Sebulonsen Einzelkritik 4+

Sebastian Sebulonsen

Verschätzte sich bei einer Flanke auf Diaz, die folgenlos blieb. Lief beim 1:1 mit Kane mit und verlor dadurch Vorbereiter Stanisic aus den Augen. War auch am 1:4 nicht unschuldig.


>>>Die Stimmen zum Spiel<<<

Ache mit starker Leistung


Tom Krauß vom 1. FC Köln Einzelkritik Note 3

Tom Krauß

Spielte bei Ballbesitz auf einer Art Sechs und ließ sich gegen den Ball in die Kette fallen. Stopfte viele Löcher. Sah beim 1:3 gegen Kane nicht gut aus, als sich der Stürmer zu leicht Platz verschaffte. Dennoch ein sehr solider Auftritt.


Isak Johannesson vom 1. FC Köln Einzelkritik Note 3

Isak Johannesson

Stellte Urbig vor die erste Prüfung und meldete den FC mit einem satten Schuss an. Auch seine Ecken waren gefährlich. Schon in den ersten 30 Minuten hätten diese zur Führung führen können. Dann fand er Ache. Stoppte Laimer vor dem Ausgleich nicht.


Said El Mala Einzelkritik 4

Said El Mala

Fügte sich mit einer frühen Gelben Karte ein. Einen Hauch zu ungenau mit einem Pass bei einer Drei-auf-Eins-Situation Richtung Ache. Fand kaum ein Mittel auf der linken Seite. Sein Fehlpass leitete die Großchance von Diaz ein.


Ragnar Ache Einzelkritik 2+

Ragnar Ache

Zum zweiten Mal in dieser Saison in der Startelf. Hätte beinahe früh eine Standardsituation veredelt. Nutzte dann einfach den nächsten Versuch. Starke Zweikampfbilanz für einen Stürmer.


Marius Bülter Einzelkritik 4

Marius Bülter

War lange gar nicht zu sehen. Versuchte es aus gut 40 Metern mit einem Abschluss über den herausgeeilten Urbig. Der eilte aber schnell genug zurück. War dann wieder eher selten zu sehen.


Nicht die beste Erinnerung: Ein schnelles Wiedersehen des 1. FC Köln mit Benjamin Brand

Schiedsrichter Benjamin Brand beim Spiel des 1. FC Köln
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Nicht die beste Erinnerung: Ein schnelles Wiedersehen des 1. FC Köln mit Benjamin Brand

Am Samstag ist der 1. FC Köln zu Gast bei Borussia Dortmund. Mit dem Schiedsrichter gab es zuletzt nicht gerade die besten Erfahrungen für den 1. FC Köln: Benjamin Brand pfeift den FC in Dortmund.

Es ist ein schnelles Wiedersehen: Erst vor einem Monat leitete der Unparteiische Benjamin Brandt die Partie des FC gegen RB Leipzig. Auch am Samstag ist der 36-Jährige der Schiedsrichter der Begegnung des 1. FC Köln: Benjamin Brand pfeift den FC in Dortmund.

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Benjamin Brand leitet die Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln. Der 36-Jährige gehört seit 2015 zum Kreis der Bundesliga-Schiedsrichter und kann auf reichlich Erfahrung zurückblicken: Bislang hat er 86 Spiele in der höchsten deutschen Spielklasse sowie 63 Partien in der 2. Bundesliga geleitet. In der vergangenen Saison gehörte Brand zu den aktivsten Referees, wenn es um den Griff zur Gelben Karte ging. Mit 64 Verwarnungen in 16 Spielen lag er in dieser Statistik hinter Daniel Siebert (75) und Felix Zwayer (69) auf dem dritten Platz. Die Brusttasche hatte er also stets griffbereit. Seinen letzten Auftritt mit FC-Beteiligung hatte Brand beim 3:1-Sieg von RB Leipzig gegen den 1. FC Köln. Dabei blieb der Unparteiische weitgehend unauffällig. Auf Kölner Seite kassierte lediglich Eric Martel nach einem Foul an dem schnellen Johan Bakayoko die einzige Gelbe Karte der Partie.

Insgesamt negative Bilanz

Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Florian Kainz getroffen, Luca Waldschmidt verschossen – lautete die Elfmeterbilanz des Spiels, eines besonderen Spiels. Die Geißböcke steckten im Abstiegskampf, in der Krise. Und das gemeinsam mit dem FSV Mainz. Am 31. Spieltag stand für den FC eins der zahlreichen so kolportierten Endspiele auf dem Plan – eben gegen den direkten Konkurrenten, der Rückstand betrug bereits fünf Punkte, ein Sieg wurde als Pflicht vorausgesetzt. So war der Frust nach dem Remis verständlich und groß. Der FC hatte die Chance auf drei Punkte liegen gelassen. Dabei hatte Kainz ohnehin erst in der Nachspielzeit ausgeglichen. Der Frust galt aber nicht nur der eigenen Leistung, auf Schiedsrichter Benjamin Brand waren die Kölner jedenfalls nicht besonders gut zu sprechen.

Dabei hatte der Unparteiische dem FC doch zwei Elfmeter zugesprochen und Philipp Mwene die Rote Karte gezeigt. Der FC wollte aber mehr, forderte mehr und das wohl auch zu recht. Schon nach einer guten Stunde hätte Anthony Caci nach einem taktischen Foul wohl mit Gelb-Rot vom Platz gehört, doch es blieb bei der Verwarnung. Richtig gefrustet waren die Kölner aber, als sie nur wenige Minuten nach dem Ausgleich von Kainz einen weiteren Elfmeter haben wollten, es wäre der dritte gewesen und das in der elften Minute der Nachspielzeit. Kainz brachte einen Freistoß in die Box, Mark Uth verlängerte und die Kugel sprang Leandro Barreiro an den ausgestreckten Arm. Die Rheinhessen hätten sich nicht über einen weiteren Strafstoß beschweren dürfen, doch der dritte Elfmeter-Pfiff blieb aus, stattdessen gab es den Abpfiff. Zur Wahrheit gehört auch, dass Jeff Chabot wohl auch mit der Ampelkarte vom Platz hätte gehen können.

Durchwachsene FC-Erfahrungen mit Schiedsrichter Brand

Vom Platz schickte Benjamin Brand einen ehemaligen FC-Profi in einer anderen Begegnung. Bei der heftigen 0:6-Klatsche gegen Leipzig. Matthias Olesen wurde in der 70. eingewechselt und ging in der 80. schon wieder in die Kabine – das aber berechtigterweise. Insgesamt hat der 36-Jährige den FC bislang elf Mal gepfiffen. Das erste Mal 2014 gegen Energie Cottbus in Liga zwei. Mittlerweile sind es vier Siege und vier Niederlagen.


Dünne Personaldecke: Rückt dieses FC-Talent gegen Dortmund in den Kader?

Lukas Kwasniok wirkt nachdenklich
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Dünne Personaldecke: Rückt dieses FC-Talent gegen Dortmund in den Kader?

Thielmann verletzt, Maina-Einsatz noch unklar- Rückt jetzt dieses FC-Talent gegen Dortmund in den Kader?

Vor dem Aufeinandertreffen mit Dortmund tun sich am Geißbockheim einige Fragen um den Kader der Geißböcke auf. Beim Abschlusstraining heute gab es dann einige Überraschungen: Rückt dieses FC-Talent gegen Dortmund in den Kader?

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Beim Abschlusstraining, das heute unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Franz-Kremer-Stadion ausgetragen wurde, war Linton Maina Teil der Trainingsgruppe. Erst gestern verkündete sein Trainer Lukas Kwasniok auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Westfalen, dass sich Maina krank gemeldet hatte: „Das war natürlich für uns alle schon ein kleiner Rückschlag (der Ausfall von Jan Thielmann, Anm. d. Red.). Und dann war der erste Gedanke: Linton Maina könnte dem Gegner mit seiner Geschwindigkeit durchaus wehtun. Der hat sich aber heute leider krankheitsbedingt abgemeldet.“ Vollends abschreiben wollte Kwasniok Maina für das Spiel gegen Dortmund allerdings noch nicht: „Jetzt müssen wir schauen, wie sehr er darunter leidet, ob er morgen wieder zur Verfügung steht oder zumindest am Wochenende. Insofern spielen jetzt die Gedanken etwas Wirrwarr. Aber wir werden schon eine Lösung finden und elf gute Jungs aufstellen können.“ Mit Mainas Teilnahme am Abschlusstraining verdichten sich die Anzeichen, dass er zumindest ein Kandidat für die Ersatzbank sein könnte, wenn auch nicht bei 100 Prozent.

<<< Zu den Stimmen zum Dortmund-Spiel>>>

<<<Timo Hübers offenbar schwer verletzt>>>

Fährt Yannick Mausehund mit nach Dortmund?

Wie bereits in der Länderspielpause durfte auch heute U21-Spieler Yannick Mausehund dem Geheimtraining von Lukas Kwasnioks Elf beiwohnen. Mausehund kam im Februar von der Hertha-Akademie ans Geißbockheim. Der 19-Jährige lief für die Mannschaft von Evangelos Sbonias insgesamt zwölf Mal auf und konnte ein Tor beisteuern. Heute durfte er am Abschlusstraining der ersten Mannschaft teilnehmen, wie auch bereits schon in der Länderspielpause vor zwei Wochen. Das Profil des Innenverteidigers könnte für die Geißböcke insofern interessant sein, dass Mausehund mit 1,91 Metern hochgewachsen und eine gewisse Robustheit vereint. Eigenschaften, von denen sich der FC-Coach sehr angetan zeigt, wie er mit Blick auf Stürmer Marius Bülter offenbarte: „Auch mit seiner Größe darf man nicht unterschätzen. Wenn man sich die Spiele unter der Woche anschaut, aber auch in der Bundesliga, wie viele Spiele dann schon auch durch Größe entschieden werden. Deswegen ist er definitiv eine Option und ein Startelfkandidat“, äußerte Kwasniok auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Auf einen Platz im FC-Kader werden sich derweil auch zwei andere Akteure konkrete Hoffnungen machen.

Castro-Montes und Gazibegovic: Ausgebootet, aber nicht abgeschrieben

Sollte Linton Maina tatsächlich krankheitsbedingt ausfallen, würden aufgrund der Verletzung von Jan Thielmann gleich zwei Kaderplätze für das Duell gegen den BVB frei. Und die könnten dann durch die beiden Profis aufgefüllt werden, die zuletzt außen vor waren: Jusuf Gazibegovic sowie Alessio Castro-Montes. Beide verbindet in den Augen Kwasniok ein entscheidender Nachteil: „Die sind jetzt nicht so groß gewachsen, nicht körperlich. Die aller robustesten. Und du musst Entscheidungen treffen. Und natürlich wird es immer Spieler geben, die etwas kürzer treten oder nicht ganz so viele Einsatzzeiten bekommen. Sie gehören leider dazu.“, erklärte der Kölner Coach am Donnerstag. Sollte er wechseln wollen, könne er diese Positionen mit anderen Spielern auffüllen. „Und deswegen sind sie dann eben auch mal nicht im Kader oder kriegen nicht die Minuten, die sie sich wünschen.“ Der Kölner Trainer erklärte aber auch, dass es dann aber auch sehr schnell wieder in die andere Richtung gehen könne. „Ich kann das einfach nur hier so bestätigen, dass sie Gas geben. Und dann kommt vielleicht irgendwann dieser Tag und dann müssen sie da sein.“