Lukas Kwasniok will mit dem Derby-Sieg einen Boost auslösen und setzt auf das volle Haus

Kristoffer Lund war im Hinspiel der Unglücksrabe
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Lukas Kwasniok will mit dem Derby-Sieg einen Boost auslösen und setzt auf das volle Haus

Für viele Außenstehende ist die kommende Begegnung der Geißböcke ein Schicksalsspiel für den Trainer, für den Coach selbst eine Chance. So oder so wird das Duell gegen Borussia Mönchengladbach kein Selbstläufer: So will der 1. FC Köln im Derby punkten.

Nach sechs sieglosen Spielen in Serie will der FC am Samstag wieder einen Dreier einfahren. Und zweifelsohne würde ein Erfolg im Derby eine beflügelnde Wirkung haben. Doch einen Selbstläufer erwartet der angezählte Kölner Coach nicht.

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Selbst in den jüngsten kritischen Tagen ist Lukas Kwasniok der Spaß an der Arbeit beim 1. FC Köln in aller Regel anzusehen. Zwischen den Zeilen deutete der Trainer auch auf der vergangenen Pressekonferenz an, dass es für ihn ein Privileg sei, für einen Verein wie den FC tätig sein zu dürfen. Die Frage ist aber durchaus wie lange das noch der Fall sein wird. Auch wenn der 44-Jährige beteuert, die aktuelle Situation als Herausforderung, als Chance zu sehen, wird Kwasniok selbst wissen, dass es mit einer Niederlage im Derby eng werden dürfte. Zumindest nach außen vermittelte der Trainer aber, dass die Vorfreude auf das anstehende Duell eine große ist – und das ist Kwasniok auch durchaus abzunehmen. Mit einem Sieg am Samstagabend dürfte der Spaß an und vor allem bei der Arbeit aber wieder ein wenig größer werden.

Kwasniok setzt auf vordere „Waffen“

Denn der bislang letzte Sieg der Geißböcke liegt bereits einige Zeit zurück. Sechs Spiele in Serie gab es für den FC keinen Dreier mehr, elf Punkte aus 17 Spielen ist eine beängstigende Bilanz. Doch die Bilanz blendet der Coach bewusst aus. Der Fokus liegt wieder einmal nur auf der bevorstehenden Aufgabe. „Wir sehen diese Spiele gegen Gladbach komplett als Gelegenheit, um hier einen Boost wieder reinzubekommen“, sagte der Trainer. Doch Kwasniok weiß auch um die Schwere der Aufgabe, ahnt, dass der Gegner „sehr sehr schwer bespielbar“ ist. „Sie warten auf die Bälle, die dann eben auch reinkommen und dann sind sie sehr gut im Umschaltspiel. Sie haben zehn Mal die weiße Weste diese Saison gehabt, das spricht einfach schon auch für sie.“

Das tut es, allerdings ist die Defensive der Fohlen auch nicht die aller stabilste. 43 Tore kassierte die Mannschaft vom Niederrhein bereits und das, obwohl nach dem xGoals-Wert nur 36 Treffer erwartbar gewesen waren. „Wenn das Spiel dann offener wird, dann glaube ich, dass wir mit den Waffen, die wir vorne haben, auch den Gladbachern weh tun können“, sagte der Coach. Es gehe darum, die Abwehr des Gegners zu stressen, aber auch „eine extrem gute Konterabsicherung“ zu haben. Im Hinspiel sei man zu behäbig und zu fehlerhaft zu Werke gegangen. Das Resultat war die 1:3-Niederlage und eine gefühlte sportliche Wende. „Wir wollen das Spiel gewinnen und wenn das Wort „Revanche“ dafür herhalten muss, dann nenne ich das dann so“, sagte der Trainer.

„Wir brauchen den Support der Fans“

Spannend bleibt, welchen kreativen Plan der 44-Jährige entwickelt, um bei Ballbesitz für mehr Gefahr als zuletzt zu sorgen. Denn immer wenn der FC das Spiel machte, fehlte es an Torchancen. Wenn die Kölner auf Konter setzten, wurde es in der Regel auch gefährlich. Personell wird es wohl nicht die ganz großen Veränderungen zur Vorwoche geben. Der Trainer deutete bereits an, dass Tom Krauß wieder die rechte Seite übernimmt, damit Jakub Kaminski offensiver agieren könne. Mit Jan Thielmann und Denis Huseinbasic stehen zwei weitere Spieler zur Verfügung, die in der Vorwoche noch verletzt ausfielen. Allerdings wird den Kölnern mit Sebastian Sebulonsen ein Rückkehrer fehlen, der sich gegen den HSV die fünfte Gelbe Karte abholte.

Getragen werden soll die Mannschaft von den Fans. „Das sind die Momente, weshalb du beim FC unterschreibst. Ich weiß, welche Wucht dieses Stadion entfachen kann. In der ersten halben Stunde im Pokalspiel gegen die Bayern ist das Stadiondach weggeflogen“, so der 44-Jährige. „Genau das haben wir auch in der zweiten Hälfte gegen Mainz gespürt. Wir brauchen den Support der Fans, um unser Ziel erreichen zu können. Unsere Fans sind in der Lage dazu, uns so viel Energie zu geben, dass wir am Samstag als Sieger vom Feld gehen. Darauf freue ich mich sehr.“ Kwasniok ist eben mit Spaß bei der Sache. Noch. Obwohl, wenn es nach dem Coach geht, hält das auch noch lange an: „Ich bleibe dabei: Wir werden unser Ziel erreichen. Ich habe vor Augen, dass wir am 33. Spieltag den Klassenerhalt feiern.“ 


„Ein Moment kann alles verändern“: Das ist die größte FC-Baustelle für das Rheinderby

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„Ein Moment kann alles verändern“: Das ist die größte FC-Baustelle für das Rheinderby

Die Standardschwäche ist endlich abgelegt, doch vor dem Derby verweist FC-Trainer Lukas Kwasniok auf die nächste Baustelle: Fehlende Härte in den Duellen. Warum das Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach zur echten Härteprobe werden wird für den 1. FC Köln: „Bin total transparent“- Hier sieht Kwasniok eine große Schwäche seiner Mannschaft

Die Standardschwäche scheint überwunden, doch vor dem Derby rückt die nächste Problemzone in den Fokus. Warum das Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach zur echten Härteprobe für den 1. FC Köln wird und wo Kwasniok die größte Schwäche seiner Mannschaft ausmacht.

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Viel wurde in den vergangenen Wochen darüber diskutiert, worin ein Ausweg heraus aus der Ergebniskrise führen könnte. Thema war immer wieder die Standardschwäche der Geißböcke, hinter das Coach Lukas Kwasniok spätestens nach dem vergangenen Spieltag gegen den HSV ein Häkchen setzten kann – zumindest vorerst. Vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach wies Kölns Trainer nun eigenhändig auf eine andere Schwäche im Spiel der Geißböcke hin: “Wenn wir in einer Sache zulegen können, dann ist es meiner Meinung nach in der Zweikampfführung, in Duellen.“ Er arbeite daran, seine Mannschaft auf ein zweikampfbetontes Spiel einzustellen: “Die Probleme bei den Standards haben wir egalisiert. Wir haben viele Abschlüsse. Aber, das habe ich den Jungs auch schon heute gesagt, in einem Derby wird es eben darauf ankommen, Duelle zu gewinnen”, und schob kryptisch hinterher: “Wenn ich sie nicht gewinnen kann, dann verliere ich sie zumindest nicht.”

Gladbach dominiert die Lüfte, Ragnar Ache aber auch

Und tatsächlich trifft der FC im Duell gegen Gladbach auf eine überdurchschnittlich zweikampfstarke Mannschaft. Die Elf von Eugen Polanski dominiert zusammen mit dem VfB Stuttgart den Luftraum: 54,4 Prozent der Zweikämpfe in der Luft gehen auf das Konto der Gladbacher, während der FC hier nur auf 51,7 Prozent kommt. Dennoch gehören die Domstädter in dieser Kategorie zu den sieben besten Mannschaften der Beletage. Maßgeblichen Anteil daran hat Kopfballmonster Ragnar Ache. Der Mittelstürmer befindet sich nach 26 Spieltagen unter den drei Bundesliga-Spielern mit den meisten gewonnenen Kopfballduellen. Mit 125 erfassten Duellen liegt er knapp hinter Luka Vuskovic vom HSV (128) und Willi Orban von RB Leipzig (132).

Neben Ache spielt im Duell Mano a Mano Eric Martel eine Schlüsselrolle. Der defensive Mittelfeldspieler ist der beste Zweikämpfer auf dem Platz. Im ligaweiten Vergleich schafft er es unter die Top 20 der Duellanten. Martel langt dabei gerne auch kräftig zu: Der 23-Jährige hat in der laufenden Spielzeit bereits 34 Fouls am Gegner begangen und belegt damit den sechsten Platz in dieser Kategorie. Und Martels Robustheit und harte Gangart ist es, die sein Coach für das Derby einfordert.

Einstimmen auf eine raue Begegnung

Im Hinspiel habe man spielerische Lösungen gegen die Elf vom Niederrhein herangezogen. Beim Rückspiel am Samstag werde nun ein anderer Wind wehen, meinte Kwasniok: “Wir haben im Hinspiel versucht, mit Huseinbasic, Johannesson und Kainz im Zentrum mit drei guten Fußballern zu agieren. Das geht zu Lasten der Konterabsicherung, weil die Spieler natürlich auch irgendwann den Ball verlieren”. Winterneuzugang Felipe Chávez muss sich demnach weiter für einen ersten Startelfeinsatz gedulden. Der talentierte Peruaner kam auch gegen die passiven Hamburger nur auf einen Kurzeinsatz. Das wird sich am nächsten Spieltag nicht ändern, schlussfolgerte Kwasniok: „Deshalb bringt man gute Fußballer oftmals erst hinten raus, wenn man ein Spiel nicht komplett dominieren kann, und arbeitet mit einer gewissen Physis, mit Körperlichkeit, mit Geschwindigkeit und Robustheit ein Spiel ab.“

Kwasniok: „Im Fußball kann ein Moment alles verändern“

Wer auch immer das Privileg haben wird, im 100. Rheinderby (Anpfiff 15.30 Uhr, Abrufbar im Liveticker auf come-on-fc.com) von Beginn an mit dem Geißbock auf der Brust auf dem Rasen zu stehen, der hat insbesondere eine Aufgabe zu erfüllen: “Es gilt einfach, dass die guten Fußballer, wie Felipe, Luca, Isak, Kuba und Said, auch in der Defensive voll dagegenhalten können. Und zwar immer.” Am vergangenen Spieltag gegen den HSV wäre dies den Kölnern um ein Haar um die Ohren geflogen: “Wenn man sich anschaut, wie der Eckball in Hamburg entstanden ist – der einzige Eckball von ihnen in der 94. Minute – dann verlieren wir auf unserer linken Seite ein Duell. Wir sind dann in der Mitte einen Tick zu spät und verlieren im Fünfer fast ein Duell. Daraus resultiert der einzige Eckball. Wir waren in den meisten Momenten voll da, aber im Fußball kann ein Moment alles verändern.”


„Ohne Gejammer“ zum Klassenerhalt – Kwasniok kann auf Unterstützung von der Bank vertrauen

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„Ohne Gejammer“ zum Klassenerhalt – Kwasniok kann auf Unterstützung von der Bank vertrauen

Vor dem Rheinderby setzt Trainer Lukas Kwasniok auch auf den Rückhalt von der Ersatzbank. Der FC-Coach schwärmte am Donnerstag von Geschlossenheit und Professionalität, sprach von “besonderen Momenten”. Dabei war das nicht immer so beim 1. FC Köln: Bankdrücker-Lob von Lukas Kwasniok.

Vor dem Rheinderby richtet Lukas Kwasniok den Blick bewusst auf die zweite Reihe. Was vor wenigen Wochen noch für Diskussionen sorgte, hat sich beim 1. FC Köln gewandelt. Die Ersatzspieler stellen sich in den Dienst der Mannschaft und werden vom Trainer nun als wichtiger Rückhalt im Abstiegskampf hervorgehoben.

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Bevor die Geißböcke am Samstag im Rheinderby das nächste Schicksalsspiel antreten, arbeitet Trainer Lukas Kwasniok kräftig daran, nach außen Harmonie auszustrahlen. Hierfür lenkte er die Aufmerksamkeit vorab auch auf jene Spieler, die unter seiner Feder in letzter Zeit oder sogar bereits seit Saisonbeginn kürzer treten müssen: “Die Jungs waren sich auch der Situation vom ersten Spiel dran bewusst, dass es hier darum geht, den Klassenerhalt zu meistern. Und sie haben sich diesem Ziel von Beginn an untergeordnet”, führte der 44-Jährige aus. Das sei auch ein großes Lob an viele Spieler, die in der Vergangenheit in Köln durchaus etwas geleistet hätten und die auch viel Spielzeit hatten. “Die Situation hat sich dann für sie persönlich verändert. Oder auch Spieler, die zu Beginn der Saison gespielt haben bei mir und im Verlaufe der Saison vielleicht weniger agieren dürften”, so Kwasniok weiter.

Kwasniok: “Das Spiel ist das Tüpfelchen auf dem i”

Dass der Trainer die vermeintliche Ruhe auf der Ersatzbank so sehr zu schätzen weiß, hat Gründe. Es ist nämlich noch gar nicht so lange her, da rumorte es gewaltig am Geißbockheim. Mittelstürmer Luca Waldschmidt hatte zum Jahreswechsel offen über seine Probleme mit der geringen Einsatzzeit unter Kwasniok gesprochen. Die Ausbootung aus dem Kader für das wichtige Spiel gegen Heidenheim und die damit verbundene vorzeitige Abreise des Stürmers aus dem Wintertrainingslager in Spanien wurden damals als geeignete Maßnahmen angesehen, um Waldschmidt für die gestiftete Unruhe einen Denkzettel zu verpassen – so die externe Wahrnehmung. Mittlerweile ist Ruhe um den 29-Jährigen eingekehrt, obwohl sich die Lage im Vergleich zum Jahresbeginn nicht verbessert hat. Zuletzt saß er sogar gegen Dortmund und Hamburg über 90 Minuten auf der Bank. Diskussionen über Spieler, die wenige Einsatzminuten sammeln, seien nach Ansicht Kwasnioks indes allgemein irreführend.

“Du unterschreibst einen Vertrag und da steht drin, dass du ordentlich bezahlt wirst für Training, für Spiel. Und für mich ist immer dieses Spiel, das Tüpfelchen auf dem i, aber die Trainingseinheiten, dafür wirst du bezahlt. Dafür wirst du bezahlt, dass du jeden Tag Vollgas gibst. Und das haben die Jungs verinnerlicht, vom ersten Tag an.” Nach den Verstimmungen sei das Rollenselbstverständnis geklärt, der Trainer könne sich auf die Unterstützung aus der zweiten Reihe verlassen: “Es war eher zu Beginn der Saison so, dass ich auf diese Dinge hinweisen musste und das jetzt eher laufen lassen kann, weil ich sehr wohl spüre, wie ein Ron-Robert Zieler, von Bülti über Luca, Kainzi und Heinzi wissen, wir wollen den Verein in dieser Liga halten, auch wenn ich gerade jetzt wenig spiele. Das ist denen sehr wohl bewusst”.

„Ohne Gejammer“ zum Klassenerhalt

Ebenso klar ist, dass Florian Kainz nach Ende dieser Spielzeit seine Fußballschuhe an den Nagel hängen wird. Der Österreicher kam im ersten Saisondrittel noch als Ergänzungsspieler in der zweiten Hälfte zum Einsatz. In der zweiten Saisonhälfte saß er, wenn er überhaupt im Kader war, nur auf der Bank. Somit kommt Kainz in der Rückrunde bisher nur auf zwei Einsatzminuten. Das schmälert jedoch nicht im Geringsten seinen Beitrag im Kampf gegen den Abstieg. Seine abgebrühte und seelenruhige Art, die er mit seiner Erfahrung als dienstältester Geißbock in die Kabine einbringt, ist eine wichtige Stütze für seinen Cheftrainer.

Wenn nicht sogar die wichtigste, wie dieser am Donnerstag verlauten ließ: „Der Fußball gibt dir neben Siegen auch ganz viele tolle Momente. Und so einen tollen Moment sehe ich am 33. Spieltag vor Augen. Dafür musst du bereit sein, ein halbes Jahr, ein Jahr, ein Dreivierteljahr auch mal kürzer zu treten, ohne dass der Trainer dreimal die Woche mit dir spricht. Das sind ja Profis durch und durch, und ich muss sagen, das gibt mir extrem viel Kraft, vorneweg zu marschieren, weil ich hier kein Gejammer höre. Das ist der Geist, der uns zum Klassenerhalt tragen wird.“


Das 100. Rheinderby: Kuriose, legendäre Duelle und nun erneut ein Schicksalsspiel

Marcel Risse nach seinem Traumtor
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Das 100. Rheinderby: Kuriose, legendäre Duelle und nun erneut ein Schicksalsspiel

Für Lukas Kwasniok wird wohl ausgerechnet das 100. Bundesliga-Rheinderby zum Schicksalsspiel. Es ist aber nicht das erste Duell der beiden Rivalen, das über das Traineramt entscheidet. Zahlreiche kuriose Geschichten umwabern die Begegnung. Das sind die legendärsten Rheinderbys.

Zum 100. Mal stehen sich der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga gegenüber. Das Duell gab es schon deutlich öfter. Gleich mehrere Geschichten umgeben die Partie und einige Spiele sind einfach nur legendär.

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Saison 1965/66: Schon in den 50er Jahren lieferten sich die Teams packende Duelle in der Oberliga. In der Bundesliga standen sich die Rivalen dann erstmals in der Spielzeit 65/66 gegenüber. Auf dem Bökelberg gewannen die Kölner 3:2, nachdem Jupp Heynckes die Fohlen früh in Führung gebracht hatte. Kurios wurde es im Rückspiel. Die Borussia sah bereits wie der sichere Sieger aus. Doch Toni Regh hatte noch die letzte Pointe des Spiels auf dem Fuß. Der Abwehrspieler hatte sich in der Begegnung verletzt und da Auswechslungen noch nicht erlaubt waren, schleppte sich Regh nur noch über den Platz. Möglicherweise verloren die Borussen den Kölner auch deswegen kurz vor Spielende aus den Augen, als der Verteidiger den viel umjubelten 2:2-Ausgleich erzielte.

Fernduell um die Meisterschaft

23. Juni 1973: Es ist wohl die berühmteste Einwechslung im deutschen Fußball. Denn Günter Netzer nahm sie bekanntlich selbst vor. Das allerdings im Pokal und nicht in der Meisterschaft. Der Wechsel zu Real Madrid steht längst fest, eigentlich wollte Netzer sich gar nicht erst auf die Bank setzen, nicht mit zum Endspiel reisen. Seine Mitspieler überreden ihn. In der Verlängerung erklärt der spätere Weltmeister seinem Coach Hennes Weisweiler, dass er jetzt spielen werde. Vier Minuten später erzielt Netzer den entscheidenden Treffer.

1. Oktober 1977: Tabellarisch waren die Rivalen weit von einem Topspiel entfernt. Der Tabellenvierte aus Köln traf auf den Neunten. Doch mit dem FC kam der aktuelle Pokalsieger zum amtierenden Meister. Und die beiden sollten sich später, am letzten Spieltag, ein spannendes Fernduell um die Meisterschaft liefern. In Gladbach sorgten Dieter Prestin und Herbert Neumann für die Halbzeitführung. Zwar verkürzte Rainer Bonhof, doch erneut Prestin, Harald Konopka und Dieter Müller stellten auf 5:1 aus Sicht der Geißböcke. Der Treffer von Allan Rodenkam Simonsen hatte nicht mehr so wirklich viel Bedeutung. Der 5:2-Erfolg der Kölner schon. Nie wieder erzielte der FC in Gladbach fünf Tore. Aber noch viel wichtiger. Am Ende der Spielzeit nutzte den Fohlen ein 12:0-Erfolg über Dortmund nichts mehr im Titelkampf. Die Kölner setzten sich aufgrund der Tordifferenz im Rennen durch – die Differenz betrug drei Tore.

Kuriose Tore und Geschichten

31. Januar 1998: Gleich zwei Mal gleich Jörgen Pettersson die Führung durch Karsten Baumann und Dirk Schuster aus. Doch wieder einmal haben die Kölner in der Schlussphase die Antwort. Wieder trifft ein Toni. Dieses Mal Toni Polster und das mit dem Hintern. Der FC gewinnt das Derby 3:2. Das sollte aber kein gutes Omen für das Duell am Samstag sein. Denn trotz des Erfolgs stiegen die Kölner am Ende der Spielzeit bekanntlich ab.

5. Februar 2002: Die Geschichte kann man sich nicht besser ausdenken. Im Jahr vor dem Derby hatte Arie van Lent seine Schuhe für einen guten Zweck versteigert. Doch jener gute Zweck hatte aus Gladbacher Sicht eine ärgerliche Nebenwirkung. Denn der Niederländer wollte einfach nicht mehr so richtig treffen. Fast ein halbes Jahr wollte ihm am Bökelberg kein Treffer mehr gelingen. Der Fan, der die Schuhe ersteigert hatte, hatte eine Idee. Van Lent bekam ein Paket mit den alten Schuhen und dem Wunsch diese zu tragen. Der Stürmer tat wie geheißen und erzielte prompt einen Hattrick beim 4:0-Erfolg der Borussia.

31. Januar 2004: Wie es geht testete Lukas Podolski schon wenige Wochen zuvor in der A-Jugend. Dort traf der Stürmer gegen Gladbach. Nun spielte der 18-Jährige sein erstes Derby bei den Profis und war erneut erfolgreich. Der FC gewann 1:0.

19. Juli 2015: Sieben lange Jahre musste die Kölner Anhänger auf einen Derbysieg warten. Nun aber wurde die Begegnung zum Schicksalsspiel aus Gladbacher Sicht. Denn Anthony Modeste erzielte den einzigen Treffer und brachte den Fohlen so die fünfte Niederlage in Folge bei. Für Lucien Favre zu viel. Der Trainer trat nach dem Derby zurück.

Das Tor des Jahres

19. November 2016: In Gladbach hatten die Kölner acht Jahre nicht mehr gewonnen. Das sollte sich eine Woche nach dem Karnevalsbeginn ändern. Anthony Modeste gliche die Führung von Lars Stindl aus. Dann kam in der Nachspielzeit der große Auftritt von Marcel Risse. Der Schienenspieler platzierte in der Nachspielzeit einen Freistoß aus 25 Metern im gegnerischen Tor und avancierte zum Derbyhelden. Der Treffer wurde später zum Tor des Monats und anschließend zum Tor des Jahres gewählt.

11. März 2020: Eigentlich hätte die Begegnung bereits im Februar stattfinden sollen und wäre dann nicht zu einem bitteren Meilenstein geworden. Aufgrund einer Orkanwarnung wurde die Begegnung in den März verlegt. Doch auch dort fand sie nicht unter „regulären Bedingungen“ statt. Denn mittlerweile hatte das Corona-Virus viele Teile des öffentlichen Lebens lahm gelegt. Das Derby avancierte damit zum ersten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte. Der FC unterlag den Fohlen 1:2.


Trotz Abstiegsnot: Zahlreiche Marktwerte steigen, El Mala verliert

Said El Mala vom 1. FC Köln
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Trotz Abstiegsnot: Zahlreiche Marktwerte steigen, El Mala verliert

Pünktlich zur anstehenden Länderspielpause hat das Online-Portal transfermarkt.de die Marktwerte der Bundesliga-Spieler aktualisiert. Erstaunlicherweise haben gleich mehrere Profis ihren Marktwert erhöht beim 1. FC Köln: Said El Mala verliert an Marktwert.

Wie immer Mitte März hat das Online-Portal transfermarkt.de die Marktwerte der Bundesliga-Profis angepasst. Und gleich mehrere Kölner Profis haben dazugewonnen. Allerdings gab es beim FC auch Verlierer.

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Dazu gehört rein nach dem Wert auch Said El Mala. Der Marktwert des Offensivspielers war bei der letzten Aktualisierung mit 40 Millionen Euro eingeschätzt worden. Nun hat der Angreifer fünf Millionen Euro verloren. Das dürfte auch mit der Nicht-Nominierung in der A-Nationalelf zusammenhängen. Denn für diese war der 19-Jährige im Herbst vor der letzten Aktualisierung berufen worden, kam aber bekanntlich nicht zum Einsatz. Zu Saisonbeginn lag der Wert des Angreifers noch bei 18 Millionen Euro. Dennoch ist El Mala auch weiterhin der „wertvollste“ Spieler der FC-Geschichte. Eine Abwertung musste auch Isak Johannesson hinnehmen. Der Isländer war zuletzt auf zehn Millionen Euro geschätzt worden, nun liegt der Marktwert bei acht Millionen Euro.

Niang steigert seinen Marktwert extrem

Auch eine erwartbare Entwicklung. Schließlich war der Isländer zuletzt kein Stammspieler mehr und in den Leistungen nicht auf konstant hohem Niveau. Der Marktwert von Florian Kainz wird nun mit einer Millionen Euro angegeben. Somit fällt auch der Österreicher ab. Doch trotz der anhaltenden Kölner Krise gibt es auch einige Gewinner. Unter anderem Youssoupha Niang, der nun mit zwei Millionen Euro gewertet wird. Der Youngster hatte zuletzt noch einen Wert von 500.000 Euro. Fynn Schenten wurde auf eine Millionen Euro aufgewertet (zuvor 800.000). Gewinner sind zudem auch Jahmai Simpson Pusey (von 4 auf 6 Millionen), Tom Krauß (von 3,5 auf 4,5 Millionen), Cenk Özkacar (von 2 auf 3 Millionen), Ragnar Ache (von 7 auf 8 Millionen). Insgesamt wurde der Kaderwert um eine knappe halbe Millionen Euro gesteigert.

Das ist ein Plus von 0,3 Prozent. Mit einem Kaderwert von 136 Millionen Euro liegen die Kölner auf dem 15. Platz im Ligavergleich. Den höchsten Wert erreichen die Bayern mit rund 966 Millionen Euro, auf dem letzten Platz liegt Heidenheim mit 65 Millionen. Den größten Zuwachs verzeichnet die TSG Hoffenheim. Die Sinsheimer konnten ihren Kaderwert um 25 Prozent steigern.


Umgekehrte Vorzeichen: Der 1. FC Köln kann sich nicht wie 2024/25 auf eine schwache Konkurrenz verlassen

Wie geht es weiter mit Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln?
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Umgekehrte Vorzeichen: Der 1. FC Köln kann sich nicht wie 2024/25 auf eine schwache Konkurrenz verlassen

Vor einem Jahr gelang dem FC der Aufstieg auch deshalb, weil die anderen Top-Teams der zweiten Liga viele Punkte liegen ließen. Diese Saison punkteten zuletzt aber viele der anderen Abstiegskandidaten besser: Der 1. FC Köln kann sich nicht auf Fehler der Konkurrenz verlassen.

Seit mittlerweile sechs Partien haben die Geißböcke keinen Sieg mehr geholt. So hat der FC seinen Vorsprung auf die Abstiegsplätze verspielt. Denn im Gegensatz zur Vorsaison, als es im Aufstiegskampf bei allen Teams nur sehr langsam voranging, holte die Kölner Konkurrenz im Gegensatz zu den Domstädtern dieses Jahr zuletzt wichtige Punkte.

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Es hatte ein bisschen was von einem Schneckenrennen in der vergangenen Saison. Im Aufstiegskampf in der zweiten Liga ließen die Kölner immer wieder Punkte liegen. Das führte bekanntlich letztendlich zur Entlassung von Trainer Gerhard Struber nach einem schwachen Unentschieden gegen den späteren Absteiger Jahn Regensburg. Dann rettete aber mit zwei Siegen aus den letzten beiden Partien Friedhelm Funkel den Geißböcke doch noch den Aufstieg. Dass das überhaupt noch möglich war, lag allerdings zu großen Teilen an der Konkurrenz im Kampf um die vorderen Plätze. Denn nicht nur der FC strauchelte häufig. Die anderen Aufstiegskandidaten wie der HSV, Elversberg, Paderborn, Magdeburg oder Düsseldorf zeigten ebenfalls einige Schwächen und konnten die Kölner Patzer nicht nutzen. Etwa ein Jahr später im Abstiegskampf der Bundesliga stellt sich die Situation der Geißböcke jedoch anders dar.

Konkurrenz macht Druck

Denn erneut hat der FC bereits einige Chancen liegen gelassen, um dem eigenen Saisonziel – dem Klassenerhalt – ein Stück näher zu kommen. Nur zwei Siege aus den vergangenen 17 Spielen, also quasi nach einer kompletten Hin- beziehungsweise Rückrunde, sprechen eine deutliche Sprache. Während 2024/25 die Konkurrenz jedoch häufig für die Kölner spielte, feierten viele der anderen Abstiegskandidaten diese Spielzeit gerade in den vergangenen Wochen wichtige Erfolgserlebnisse. Von den Mannschaften zwischen einschließlich Platz Elf und Platz 17 holte kein Team weniger Punkte in den vergangenen fünf Spielen als die Geißböcke. Nur der VfL Wolfsburg kam ebenso wie die Domstädter auf magere zwei Zähler.

Der Hamburger SV konnte in dieser Zeit fünf Punkte einholen, Borussia Mönchengladbach, Mainz 05 und Werder Bremen sogar jeweils sechs. Die meisten Zähler heimste der FC St. Pauli mit sieben ein. Daran zeigt sich, dass sich die Kölner nicht wie in der vergangenen Saison darauf verlassen können, dass die Konkurrenz gerade in der Endphase schwächelt. Der Vorsprung, den die Geißböcke nach dem starken Start in die aktuelle Spielzeit hatten, ist inzwischen durch die vergangenen Wochen aufgebraucht. Ein Zähler beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz noch.

Noch einige Duelle mit der direkten Konkurrenz

Gleichzeitig haben es die Geißböcke aber noch in der eigenen Hand. Denn gegen einige der Konkurrenten stehen noch direkte Duelle an. Zum Beispiel am Wochenende das Derby gegen Gladbach oder zwei beziehungsweise drei Partien später gegen Bremen und St. Pauli. Punkte in diesen Begegnungen sind für Lukas Kwasniok und seine Mannschaft Pflicht. Hoffnung macht dafür vielleicht, dass der FC in vielen Spielen zuletzt zumindest ordentliche Leistungen zeigte.

Das sah vor einem Jahr noch anders aus. Denn 2024/25 spielte der FC häufig spielerisch dürftigen Fußball, holte so aber trotzdem genügend Punkte, um dank der Schwächen der anderen Top-Mannschaften am Ende aufzusteigen. Während die Auftritte diese Saison – gemessen natürlich jeweils am Niveau im Vergleich zum Rest der Liga – besser sind, fehlen jetzt jedoch noch mehr als vor einem Jahr die Ergebnisse. Und wegen der zuletzt erfolgreicheren Konkurrenz können die Geißböcke nicht darauf vertrauen, dass sich der Abstiegskampf wie vor einem Jahr der Aufstiegskampf zu einem Schneckenrennen entwickelt.


Sperren, Verletzungen, Junioren-Pokal: U21-Trainer Evangelos Sbonias muss für Gütersloh improvisieren

Sargis Adamyan und Safyan Toure von der U21 des 1. FC Köln
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Sperren, Verletzungen, Junioren-Pokal: U21-Trainer Evangelos Sbonias muss für Gütersloh improvisieren

Der U21 des 1. FC Köln gehen vor dem Regionalliga-Gastspiel am Samstag (14 Uhr) beim FC Gütersloh immer mehr Spieler aus. Verletzungen, Sperren und das U19-Pokalspiel zwingen den Trainer Evangelos Sbonias noch mehr zur Improvisation als zuletzt gegen Oberhausen.

Unterstützung aus der U19 ist für Evangelos Sbonias und sein Team an diesem Wochenende nicht in Sicht. Der Coach lässt die Personallage seiner U21 aber nicht als Ausrede gelten.

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Eigentlich hätte zumindest Ilias Elyazidi die angespannte Kader-Situation der U21 ein wenig verbessern können. Der Mittelfeld-Spieler wäre nach seiner abgesessenen Rotsperre wieder eine Option für den Kader in Gütersloh gewesen. Elyazidi muss sein Comeback aufgrund einer Knöchel-Verletzung jedoch verschieben. Mit Yannick Mausehund und Safyan Toure fehlen zwei weitere Spieler in Gütersloh zudem gelbgesperrt. Rettung aus der U19 ist jedoch nicht in Sicht. Die FC-Junioren bestreiten am Sonntagmorgen ihr DFB-Pokal-Halbfinale beim VfL Wolfsburg. „Das ist ein sehr wichtiges Spiel für uns als Verein und auch für die U19. Deshalb wird es Stand jetzt so sein, dass die Jungs dann auch da eingesetzt werden von der U19“, verriet der Trainer Evangelos Sbonias.

Sbonias muss basteln

Und so muss der Coach mit seinem verbliebenen Kader eine Aufstellung basteln, zumal angesichts der weiten Busanreise nach Gütersloh nicht von Verstärkungen aus dem Bundesliga-Kader auszugehen ist. Als Ausrede wollte Sbonias das aber auf keinen Fall gelten lassen: „Meine Erwartungshaltung ist immer die gleiche. Jungs, die hinten dran waren, müssen dann ihre Chance nutzen. Und Jungs, die bis jetzt noch nicht so liefern konnten, wie sie es sich vielleicht vorgestellt haben, müssen einfach da sein und ihre Gelegenheit nutzen. Da gibt es kein Lamentieren oder Ausreden. Das passt nicht zu uns, das wird es unter mir auch nicht geben.“

Dabei soll sich trotz des dünnen Aufgebots der Trend der letzten Wochen fortsetzen, in denen sich die U21 defensiv deutlich stabiler präsentierte. Setzte es bis Weihnachten desaströse 37 Gegentore in 18 Spielen (2,05 pro Spiel), waren es in den sieben Partien seither nur noch neun Treffer im FC-Kasten (1,28 pro Spiel). „Ich finde schon, dass wir da einen großen Schritt nach vorne gemacht haben“, konstatiert Sbonias, „wir haben deutlich bessere und stabilere defensive Abläufe.“ Das soll am Samstag mit dem FC Gütersloh auch eine Mannschaft zu spüren bekommen, die vor der Saison sogar zu den Geheimfavoriten auf die Meisterschaft zählte. Aktuell liegt der FCG mit 41 Zählern auf dem sechsten Platz der Tabelle, hat mit dem Aufstieg daher nichts mehr zu tun. Die U21 könnte derweil bei aktuell vier Punkten Rückstand mit einem Auswärtssieg den Anschluss an Gütersloh in der Tabelle schaffen.

“Das ist nicht Gegenstand unserer täglichen Arbeit“

Für den Trainer Evangelos Sbonias spielten solche Rechenspiele aber keine Rolle. Auch ein möglicher Sprung ins obere Tabellen-Drittel oder gar in die besten Fünf zum Saisonende sei nebensächlich: „Das ist nicht Gegenstand unserer täglichen Arbeit.“ Im Fokus stehe es, „dass wir unsere Jungs vorbereiten für unsere Lizenz-Mannschaft“. Gleichwohl betonte auch der Coach, dass es im letzten Schritt von der U21 zum Profi auch darum gehe, Ergebnisse zu liefern: „Individuelle Entwicklung gepaart mit Ergebnissen, das ist unsere Aufgabe, die wir täglich versuchen in Balance zu bringen.“ Am Samstag wird es spannend zu sehen, ob dem FC dies gelingen wird.

Der zweite Allrounder, eine Maschine und Wegbereiter für Kaminski in der Offensive

Jakub Kaminski und Tom Krauß vom 1. FC Köln
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Der zweite Allrounder, eine Maschine und Wegbereiter für Kaminski in der Offensive

Aufgrund der anhaltenden Verletzungsmisere musste Jakub Kaminski beim 1. FC Köln immer wieder auf anderen Positionen aushelfen. Das hat sich nun geändert. Denn ein weiterer Akteur macht seine Sache hinten rechts gut: Tom Krauß wird zum zweiten Allrounder beim 1. FC Köln.

Zwei Mal in Serie spielte Tom Krauß auf der Position des Rechtsverteidigers und löste die Aufgabe gut. So gut, dass er wohl auch gegen Gladbach dort auflaufen könnte. Lukas Kwasniok ist von den Fähigkeiten des gelernten Sechsers überzeugt. Denn das ermöglicht wiederum Jakub Kaminski die Besetzung der Idealposition.

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Auch, wenn sich die personelle Lage zuletzt ein wenig entspannte, die Situation rund um die Ausfälle ist bei den Geißböcken nach wie vor eine beachtliche. Für das Derby gegen Mönchengladbach werden Trainer Lukas Kwasniok wohl mehr als ein halbes Dutzend Spieler aus unterschiedlichen Gründen fehlen. Wie ein roter Faden zieht sich die Personalsituation durch die Saison. Obwohl er allen Grund hätte, hadert der Coach nur sehr selten mit dem Verletztenstand, sucht viel eher dann doch kreativ seine Lösungen. Nicht umsonst spielte Jakub Kaminski gefühlt bis auf den Innenverteidiger und den Keeper jede Position bei den Geißböcken. Für den Trainer tatsächlich ein Dilemma. Denn Kwasniok sprach dem Polen vor der Saison ein Positions-Versprechen aus, das er aufgrund des personellen Engpasses und dann eben der Polyvalenz des Spielers nicht halten konnte.

„Es müsste schon mit dem Teufel zugehen“

Kaminski bewies aber, dass er eigentlich in vorderster Front für den FC die größte Waffe ist. Das wusste auch Kwasniok, der dann noch eine andere Lösung gefunden hat: Tom Krauß. „Ich habe einfach mit dem Tom einen zweiten Allrounder, den du wie eine Maschine überall hinstellen kannst. Mit anderen Stärken und Schwächen als Kuba, aber er führt einfach dazu, dass der Kuba wieder weiter vorne spielen kann“, erklärte Kwasniok am Donnerstag. Gegen den BVB und den HSV spielte der 24-Jährige als rechter Teil der Viererkette und löste die Aufgabe gerade in der Defensive stark. So, als wäre auch diese Position keine ungewohnte für den Defensivspieler, der zu Beginn der Saison auch schon als Innen- und Linksverteidiger agierte. „Tom ist ist einfach ein Soldat. Ich bin sehr happy, dass er bei uns ist“, lobte Kwasniok.

Dabei hatte sich der gebürtige Leipziger eigentlich im Zentrum festgespielt, ging dort zudem mit Leidenschaft und Willen im Stile eines Leaders voran. „Ich hätte ihn logischerweise auch lieber jetzt eben im Mittelfeld zum Abgreifen, aber so wie er das einfach als Rechtsverteidiger dann auch spielt, ist es für uns Gold wert“, sagte der Coach. Und eben auch, weil Krauß damit den Weg für Kaminski in der Offensive wiederum frei macht. Das sei gegen den HSV auch schon mal unsauber gewesen, „aber je länger er dann wieder in dieser Offensive frei spielen wird, desto öfter kommt er in diese Abschlusssituation“, erklärte Kwasniok. „Dann wird er in der Entscheidungsfindung auch besser werden. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, denn der Fußball ist so schnelllebig, aber es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn er dann noch mal rechter Verteidiger eines Tages spielen wird.“

Immerhin gibt es aber Licht am Ende des Personal-Tunnels. Mit Sebastian Sebulonsen ist der nominelle Rechtsverteidiger wieder zurück, sitzt gerade nur seine Gelbsperre ab. Auch Jan Thielmann wäre eine Option. Denn Lukas Kwasniok hätte sicher nichts dagegen, seine beiden Allrounder auf den eigentlichen Idealpositionen aufzustellen.


Said El Mala und der verloren gegangene Spaß am Dribbeln

Lukas Kwasniok wechselt den entkräfteten Said El Mala aus
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Said El Mala und der verloren gegangene Spaß am Dribbeln

Der Druck ist dieser Tage deutlich zu spüren am Geißbockheim. Vor allem vom Kölner Talent versprechen sich viele Anhänger eine gute Leistung gegen Gladbach. Dabei scheint dem 19-Jährigen die Leichtigkeit ein wenig abhanden gekommen zu sein beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok kritisiert Druck auf Said El Mala.

Geht es nach FC-Coach Lukas Kwasniok könnte der Kölner Angreifer weit bessere Leistungen abrufen – wäre da nicht der enorme Hype um das Talent. Das Interesse an seiner Person scheint Said El Mala zuzusetzen.

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Es lief die 81. Minute, das zweite Bundesliga-Spiel der aktuellen Saison. Der 1. FC Köln hatte Ende August den SC Freiburg zu Gast und ein Kölner Talent hämmerte nach nur 13 Minuten auf dem Platz den Ball unter den Querbalken des gegnerischen Tors – 4:0. Der erste FC-Treffer von Said El Mala war der Beginn eines kometenhaften Bundesliga-Aufstiegs. In den folgenden 15 Begegnungen der Hinrunde traf der 19-Jährige sechs weitere Male und bereitete drei Treffer vor. Eine Leistung, die sich der Youngster wohl in seinen kühnsten Träumen so nicht hätte vorstellen können. Leistungen, die zwangsläufig auch zu einer Marktwertexplosion und dann auch einer Berufung für die deutsche A-Nationalmannschaft, vor allem aber zu einer Befriedigung einer großen Sehnsucht geführt haben. Der Sehnsucht nach einem Kölner Star, einer Identifikationsfigur.

Im Fokus der Öffentlichkeit

Zuletzt schien El Malas Leichtigkeit etwas verloren gegangen zu sein. Denn der sportliche Aufstieg ist nur die eine Seite der Medaille. Mit der El-Mala-Euphorie der Fans, die sogar einen eigenen Song für den Youngster kreierten, steigerte sich zwangsläufig auch das mediale Interesse – sei es bei der Berichterstattung oder eben auf Social Media. Ein Kölner Shootingstar war geboren und die Aufmerksamkeit sollte nicht nur im Kreis der Kölner Anhänger bleiben. Auch das nationale sowie internationale Interesse am Angreifer ließ nicht lange auf sich warten. Der Versuch, den Youngster zu schützen und keinen Hype loszutreten, ging nach hinten los und wäre ob der sportlichen Entwicklung des Spielers ohnehin nicht aufzuhalten gewesen.

In Köln reift ein Talent heran, das Träume weckt, ein Aushängeschild werden kann, den Spaß am Fußball transportiert und mit dem man sich identifizieren kann. So avancierte El Mala in rekordverdächtiger Geschwindigkeit zum aktuellen Star des 1. FC Köln, binnen kürzester Zeit stand der 19-Jährige komplett im Fokus der Öffentlichkeit. Für den jungen Akteur selbst sicherlich keine leichte Aufgabe, sicherlich ein hoher Druck, den in ihn gesetzten Erwartungen auch gerecht zu werden – doch auch eben nun mal Business.

Grenzen sind überschritten

Die Tragweite der Auswirkungen der Öffentlichkeit auf den Spieler sprach FC-Trainer Lukas Kwasniok am Donnerstag auf der Pressekonferenz an, nachdem es während der Woche Gerüchte um eine Zusage des Talents für einen Wechsel nach England gegeben hatte: „Ob das stimmt oder nicht, spielt gar keine Rolle, führt aber offensichtlich dazu, dass ein 19-jähriger Spieler, wo wir alle sagen ,Den müssen wir schützen` jetzt in dieser komischen sozialen Welt offensichtlich durchbeleidigt wird“, so Kwasniok. Grenzen seien überschritten und es sei traurig, dass demjenigen, der so etwas fahrlässig in die Welt setzt, keine Konsequenzen drohen.

Die Kritik am Transferjournalismus ist nachvollziehbar. Er basiert zwangsläufig auf Spekulationen, ist getrieben vom Verlangen nach Exklusivität und ja, auch von Aufrufzahlen und Auflagen. Er beruht aber meist auf Informationen, die die Journalisten von Beratern oder aus dem Umfeld der Spieler oder Vereine erfahren. Und er ist ganz sicher nicht dafür verantwortlich, dass ein Hype um einen Spieler entsteht. Es ist eben nicht die Frage nach Ei oder Huhn. Der Hype um Said El Mala ist in erster Linie durch die Leistungen des Spielers und der dadurch entfachten Euphorie bei den Fans entstanden. Allerdings ist durch die Berichterstattung sicherlich auch eine gewisse Erwartungshaltung und damit eben auch der Hype wiederum befeuert worden.

Kwasnioks Kritik

Kwasniok rang auf der Pressekonferenz vor dem Derby gegen Gladbach nach Worten und Fassung, wollte keine Brandrede halten, tat aber genau das. Es sei einfach pervers, was heutzutage mit 18-, 19-Jährigen passiere, was für einen Druck sie aushalten müssten. Und der Trainer holte noch weiter aus: „Ich glaube, dass wir ihnen irgendwann eins nehmen: Die Freude an dem, was sie am liebsten machen. Und das ist Fußball spielen“, so der 44-Jährige. „Am liebsten dribbelt Said – und wenn man sich das anschaut die letzten drei, vier, fünf Spiele – er arbeitet mehr, aber er dribbelt nicht mehr so viel. Da sind wir alle in der Verantwortung, dass wir ihm das ein bisschen genommen haben.“ Deutliche Worte des Coaches.

Nur ging dabei ein wenig unter, dass Kwasniok selbst, genauso wie der Bundestrainer die Arbeit nach hinten in den Fokus des Stürmers brachte. Zudem hatte der Trainer vor wenigen Wochen die gefühlte Leistungsdelle mit einer anderen El-Mala-Fokussierung des Gegners erklärt. Er habe es mittlerweile einfach schwerer, weil sich die Gegner auf ihn einstellen würden, war damals der Tenor. Am Wochenende wird der Youngster die Chance erhalten, mit seinen Dribblings für positive Schlagzeilen zu sorgen. Darüber wird berichtet werden – unabhängig der Wechselgerüchte, rein sportlich – im Positiven wie im Negativen.


Schicksalsspiel oder nicht? Unterschiedliche Wahrnehmung vor dem Derby

Lukas Kwasniok beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen den Hamburger SV
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Schicksalsspiel oder nicht? Unterschiedliche Wahrnehmung vor dem Derby

Kurz vor dem Derby am kommenden Samstag steht Lukas Kwasniok mächtig unter Druck. Auf der Pressekonferenz vor Gladbach sprach der Coach über das „Narrativ“ des Schicksalsspiels und betonte die Kölner Stärke und den Zusammenhalt des Vereins. Gemeinsam werde man auch schlechte Zeiten überstehen beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok kämpft vor dem Derby um seinen Job

Das Derby gegen Gladbach hat am Wochenende besondere Brisanz. Denn für Lukas Kwasniok soll wohl ein Schicksalsspiel bevorstehen. Der Trainer selbst ist da anderer Auffassung und kämpft um seinen Job bei den Geißböcken.

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Als Lukas Kwasniok vor etwas mehr als acht Monaten seinen Dienst beim 1. FC Köln antrat, da wollte sich der Coach nicht auf ein festes Saisonziel einlassen. Der Trainer setzte ein breites Grinsen auf und kündigte an, am Ende der Saison auf jeden Fall vor dem großen Rivalen aus Mönchengladbach stehen zu wollen. Eine Antwort, die den meisten Fans sicherlich gefiel. Acht Monate später könnte ausgerechnet die Mannschaft vom Niederrhein die Aussage bitterböse einholen. Denn auch wenn Lukas Kwasniok verständlicherweise eine andere Auffassung von dem bevorstehenden Spiel hat, es könnte das letzte für den 44-Jährigen als Trainer werden. Zumindest würde eine Freistellung nach einer ähnlich bitteren Bilanz den im Fußball üblichen Mechanismen entsprechen – wohlgemerkt nicht nur in Köln.

„Diese Ansage gab es nie“

Die Vorfreude auf das Derby, sicherlich eins der Highlights im Programm der Kölner Protagonisten, dürfte insofern zumindest ein wenig getrübt sein. „Ich glaube jede Aufgabe, jede Situation, die vor dir im Leben liegt, kannst du je nach Mindset unterschiedlich gewichten und bewerten und du kannst es natürlich als Problem wahrnehmen, hast Angst vor irgendwas, du kannst es wahrnehmen als Herausforderung“, sagte der Coach. „Du kannst es aber eben auch als Gelegenheit und Chance wahrnehmen und das ist halt ein Mindset von Leistungssportlern, die gewinnen wollen.“ Der Kölner Trainer will die aktuelle Situation also eher als Gelegenheit, als Chance sehen. Gut möglich, dass es seine letzte Chance ist. Schon vor einigen Wochen wurde kolportiert, dass dem Coach ein Ultimatum auferlegt worden sei.

Kwasniok müsse aus den Begegnungen gegen Dortmund, Hamburg und Gladbach mindestens vier Punkte holen hieß es. Bislang ist es einer, die Partie gegen die Fohlen steht noch aus. Allerdings soll es einen etwaigen Dialog gar nicht gegeben haben. „Also, ich habe die Frage vor drei Wochen, vor zwei Wochen und jetzt eine Woche später auch noch mal beantworten dürfen und es hat sich genauso wenig an dieser Konstellation geändert: Diese Ansage gab es nie“, sagte der Trainer deutlich. Kwasniok ergänzte, er wisse, worauf er sich beim 1. FC Köln eingelassen habe und wie schon in der vergangenen Woche hatte Kwasniok sich auch dieses Mal ein paar Worte zurecht gelegt, die seine Wahrnehmung der aktuellen Situation darstellen sollten.

Schlechte Bilanz

In der vergangenen Woche erklärte Kwasniok, dass die bisherigen Trainerwechsel bei den Vereinen stattgefunden hätten, die sich deutlich weiter oben in der Tabelle wähnten. Ein Punkt. Allerdings werden die Trainerentlassungen auch mit den sportlichen Leistungen zu tun gehabt haben. Nun deutete der 44-Jährige an, dass das vermeintliche Schicksalsspiel, der Druck ein aufgebauschtes Narrativ sei. Kwasniok erklärte, dass man es in Köln in den vergangenen Jahren immer mit Trainerwechseln in kritischen Situationen versucht habe, mit „der Unterstützung der Medien“. In Köln wolle man gemeinsam stark sein, so der Coach weiter. „Wir sind – glaube ich – sehr sehr gut aufgestellt, den Verein auch auf links drehen zu können, um einfach gewappnet für die Zukunft zu zu sein, denn jeder will arbeiten wie in Freiburg, festhalten, wenn es mal irgendwie schlecht läuft. Aber gleichzeitig versucht man über sehr viel medial Begleiterscheinung und Berichterstattung die Dinge doch zu konterkarieren.“

Kwasniok sei beeindruckt, wie die Vereinsführung mit „diesen Dingen“ umgehe. Die Zahlen haben allerdings wenig mit „Konterkarieren“ zu tun. Der FC hat aus den vergangenen 17 Spielen (also eine Partie gegen jeden Gegner der Liga) elf Punkte geholt, nur zwei Siege. Dass mit einer solchen Bilanz die Trainerfrage gestellt wird, ist wohl verständlich. Und das eher selten von den Medien. Vielmehr in den Sozialen Medien, in denen der Trainer nach den Kommentaren einen eher schweren Stand hat. Dass über die Situation aber diskutiert wird, ist auch dem Trainer klar. „Das liegt doch auf der Hand“, sagt Kwasniok. „Das Wichtige ist einfach die Emotionen, die es rund um den Verein gibt, sowohl positiv als auch negativ, dann eben auch aufkommen zuzulassen.“ Sie müssten aber eben sachlich analysiert werden.

Zur Analyse des Coachs gehörte dann wiederum eine weitere Einordnung: „Nach den ersten Spielen der Saison haben keine Daten dafür gesprochen, dass wir dauerhaft dort oben bleiben würden. Jetzt sagen die Daten aber auch, dass wir in der Rückrunde eigentlich besser sind als in der Hinrunde“, sagte Kwasniok. Damals habe der FC überperformt, nun würde man nach den Ergebnissen unterperformen. An der Einstellung der Mannschaft liegt es laut Coach nicht. “Die Jungs hauen sich rein, geben ihr letztes Hemd“, so Kwasniok. „Und ich hoffe und glaube, dass man spürt, dass der Trainer auch alles tut für die Möglichkeit, dauerhaft Trainer beim 1. FC Köln bleiben zu können. Dass ich darum kämpfe, dass ich alles dafür tue.“