Gegen alle Gesetzmäßigkeiten: Gegen den BVB spricht nicht viel für den 1. FC Köln
Simon Bartsch
Für den FC steht am Samstagabend bereits das siebte Topspiel der Saison an. Von den bisherigen konnten die Kölner keins gewinnen. Und auch die Ergebnisse gegen die Top-Teams der Liga sprechen nicht für eine Überraschung des 1. FC Köln: Der FC steht vor der schweren Aufgabe BVB.
Vor dem Duell gegen den VfB Stuttgart hatte der Kölner Trainer ob der aktuellen Bilanz den Schwaben bereits im Vorfeld der Begegnung gratuliert. Auch gegen den BVB spricht eher wenig für einen Erfolg der Geißböcke.
Said El Mala im Zweikampf mit Waldemar Anton (Foto: Christof Koepsel / Getty Images)
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Trotz oder gerade wegen der doch eher schwachen Leistung gegen den FC Augsburg am vergangenen Freitag gab sich Lukas Kwasniok im Anschluss kämpferisch: „Wir gucken, dass wir uns jetzt schütteln und trotzdem nächste Woche natürlich gegen Dortmund unseren ersten Sieg an einem Samstagabend einfahren„, erklärte Kölns Trainer und sorgte damit dann doch für ein wenig Stirnrunzeln. Denn der FC hatte gerade wirklich ein schwaches Spiel abgeliefert, hat aus den vergangenen 15 Spielen zwei Siege geholt und strotzt dementsprechend gerade nicht vor Selbstvertrauen. Das dürfte zwar auch für den kommenden Gegner gelten. Das hat aber andere Gründe. Der BVB unterlag bekanntlich Atalanta Bergamo in der Champions League und schied vor dem Achtelfinale aus, es folgte die Pleite gegen die Bayern und damit das Aus in der Meisterschaft.
Alle Topspiele bislang verloren
Daraus aber eine Schwächephase der Borussen abzuleiten, wäre wohl fatal. Tatsächlich spielt der BVB eine besonders erfolgreiche Saison. Die Westfalen kassierten in der Liga genau zwei Niederlage. Beide gegen den FC Bayern und beide nur mit einem Tor unterschied. Gegen alle anderen 16 Teams punktete Dortmund. Die letzte Pleite gegen ein anderes Team als den FCB gab es in der Liga seit ziemlich genau einem Jahr nicht mehr. Dortmund unterlag Mitte März 2025 RB Leipzig. Nicht umsonst sind die Schwarzgelben aktuell unumstrittener Tabellenzweiter mit sechs Zählern Vorsprung auf Rang drei. Zudem hat der BVB unter Niko Kovac noch nie drei Spiele in Folge verloren. Der FC hingegen wartet auf den nächsten Sieg seit dem knappen 1:0-Erfolg über den VfL Wolfsburg.
Der FC kämpft vor allem aber gegen eine andere Serie an. Bislang haben die Kölner in dieser Spielzeit sechs Topspiele am Samstagabend bestritten. Alle sechs gingen verloren. Zudem gab es in dieser Saison erst vier Punkte gegen die Teams aus der Top-6 – alle vier gegen Hoffenheim. Dass die Geißböcke in jenen Spielen – so wie im Hinspiel im Signal-Iduna-Park – meist gut mithalten konnten, ihr Umschaltspiel aufzogen, hilft bei der geringen Ausbeute der Zähler dann eben auch nur bedingt. „Im Fußball weißt du vor einem Spiel nie, wie es ausgehen wird. Auch nicht gegen die guten oder großen Mannschaften. Wir müssen den Fokus auf uns richten und die beste Leistung bringen“, erklärte Cenk Özkacar am Dienstag nach der Trainingseinheit. Möglicherweise ist dann eine Überraschung drin.
Und tatsächlich sind die Ergebnisse der Heimspiele der vergangenen Jahre auch nicht komplett entmutigend. Seit 2012 hat der FC zehn Mal zu Hause gegen die Borussia gespielt, vier Partien gingen verloren, immerhin drei hat Köln gewonnen. In der Not der Verzweiflung wäre es doch genau der richtige Zeitpunkt für den Ausgleich der Bilanz.
Transfergerücht: Hat der 1. FC Köln Interesse an Pablo Pagis?
Simon Bartsch
Auch, wenn es zurzeit nicht so richtig rund läuft bei den Geißböcken ist Said El Mala einer der Shootingstars der Liga. Sucht der FC bereits das nächste Supertalent für die offensive Außenbahn? Der 1. FC Köln soll an Pablo Pagis interessiert sein.
Am Montagabend tauchte mal wieder ein Gerücht über den Kölner Shootingstar Said El Mala auf. In der Sky-Sendung „transfer update“ berichtete Florian Plettenberg einmal mehr von dem Interesse von Brighton & Hove Albion. Demnach soll der englische Clube mehr als 30 Millionen Euro für El Mala investieren wollen. Brighton wollte den Offensivspieler direkt wieder an den FC zurück verleihen.
Pablo Pagis vom FC Lorient (Foto: picture Alliance I Sipa USA I Icon Sport)
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Laut Plettenberg hat der Geschäftsführer des 1. FC Köln das Angebot aber abgelehnt. Und dennoch scheinen die Kölner die Augen bereits nach weiteren Talenten offen zu halten. So soll Pablo Pagis in den Fokus der Geißböcke geraten sein. Das berichtet das Online-Portal „jeunesfooteaux„. Der FC sei „beeindruckt von seinem Einsatz, seiner Fähigkeit, Räume hinter der Abwehr zu nutzen, seiner Technik und vor allem seiner Ballkontrolle“, heißt es in dem Artikel. Auch der FC Augsburg soll bereits sein Interesse an dem Offensivspieler bekundet haben. Pagis ist ebenfalls auf der linken Außenbahn zu Hause, spielte aber auch auf dem anderen Flügel und zentral. Der Franzose gilt als technisch hoch versiert und schnell, sucht immer wieder den Weg in die Tiefe.
Marktwert liegt bei fünf Millionen Euro
Im aktuellen Saisonverlauf kommt der Angreifer auf 21 Einsätze, erzielte für den FC Lorient acht Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Den Marktwert gibt das Online-Portal transfermarkt.de auf fünf Millionen Euro an. Der Franzose hat noch vertrag bis zum Sommer 2027. Pablo ist der Sohn von Mickaël Pagis, der insgesamt 244 Ligue-1-Spiele absolvierte. Der Offensivspieler ist sehr begehrt. Nach übereinstimmenden französischen Medienberichten stehen mehrere Clubs aus der Ligue 1 Schlange. Unter anderem sollen Olympique Marseille, Stade Rennes und Lens an dem 23-Jährigen interessiert sei. Aktuell sind die Kölner auf der linken Außenposition mit El Mala, Linton Maina und Jakub Kaminski gut besetzt.
„Verteidigen wie eine Schülermannschaft“: Sbonias legt Finger nach nächster U21-Pleite in die Wunde
Daniel Mertens
Die U21 des 1. FC Köln präsentiert sich in diesen Tagen als Aufbau-Gegner für die Abstiegskandidaten. Auf die bittere 0:1-Niederlage in Wuppertal folgte ein frustrierendes 1:3 zuhause gegen Bochums U21. Am Mittwoch wartet mit Wiedenbrück schon das nächste Kellerkind auf die FC-Talente.
Nach der Pleite vom Wochenende steht für die Reserve des 1. FC Köln bereits am Mittwoch das nächste Duell vor der Tür. Dann trifft die Mannschaft von Evangelos Sbonias auf Wiedenbrück.
Evangelos Sbonias von der U21 des 1. FC Köln
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Die U21 des 1. FC Köln hat sich zum wiederholten Mal durch schlechtes Abwehrverhalten um etwas Zählbares gebracht. Gegen den VfL Bochum waren es zwei Flanken in den Sechzehner, die der U21 den Stecker zogen. „Du musst hier mit 2:0 führen mindestens und darfst das Ding nicht mehr aus der Hand geben“, haderte Kölns Trainer Evangelos Sbonias nach dem Schlusspfiff, „dann haben wir 10, 15 gar nicht gute Minuten. Wenn man die Jungs in Schutz nehmen will, werden wir da auch knallhart bestraft. Wenn man sie nicht in Schutz nehmen will, dann ist es so, dass sie da wie eine Schülermannschaft verteidigen. Das kann man sich aussuchen.“
“60 Minuten alles im Griff und dann das Ding aus der Hand gegeben“
Der Trainer analysierte zusammenfassend: „60 Minuten alles im Griff und dann das Ding aus der Hand gegeben und bitterböse dafür bestraft worden.“ Bitter für den FC war auch, dass der nicht nur aufgrund seines Tores bis dahin sehr auffällige Jonathan Friemel zur zweiten Hälfte ausgewechselt werden musste: „Leider ist die Wade zugegangen“, erklärte Sbonias, „er hat gemeint, er spürt die Wade. Dann ist es bei so einem jungen Spieler auch eine Sicherheitsmaßnahme.“ Für den U19-Kapitän war es der zweite Regionalliga-Einsatz innerhalb von sechs Tagen. Friemel war, neben Mikolaj Marutzki im Tor, der einzige U19-Spieler. Maik Akumu musste angeschlagen pausieren, Alessandro Puzzo und Kristiyan Irmiev kehrten zur U19 zurück, nachdem sie unter der Woche mit der U21 trainierten.
Welcher Jugendspieler am Mittwoch beim Nachholspiel in Wiedenbrück dabei sein wird, konnte Sbonias am Freitagabend noch nicht beantworten. Der Plan dürfte final auch erst zu Wochenbeginn am Geißbockheim geschmiedet werden. Für Malek El Mala und Etienne Borie wird die Partie beim nächsten Abstiegskandidaten noch zu früh kommen. Mit Patrik Kristal wird immerhin aber ein Spieler nach seiner Gelbsperre wieder zur Verfügung stehen können. Für Sbonias bedeutet das jedoch eine schwierige Entscheidung, denn Ilias Elyazidi wusste als Kristal-Ersatz auf der Doppel-Sechs gegen Bochum durchaus zu überzeugen. Die Rückkehr von Luc Dabrowski ist noch ungewiss. Der Innenverteidiger laborierte zuletzt nach dem Wuppertal-Spiel an muskulären Problemen.
Nach jetzt gleich zwei Niederlagen in Folge gegen Abstiegskandidaten ist die U21 wieder in der Pflicht, etwas Zählbares mitzunehmen. Dabei dürfte das Gastspiel in Wiedenbrück ähnlich verlaufen wie jüngst in Wuppertal bei einem Gegner, der vor allem über die kämpferische Komponente kommen dürfte.
Cenk Özkacar in Form – der 25-Jährige spielt um die Zukunft beim 1. FC Köln: „Ich will wirklich gerne hier bleiben“
Redaktion
In der Hinrunde galt der Abwehrspieler noch als potenzieller Transfer-Flop, mittlerweile ist er unumstrittener Stammspieler und das, obwohl die Rekonvaleszenten nach und nach zurückkehren beim 1. FC Köln: Das sagt Cenk Özkacar zu seiner Situation.
Auf gerade einmal vier Startelf-Einsätze kam Cenk Özkacar vor der Winterpause. Und das auch, aufgrund der zahlreichen Verletzungen. Aktuell ist der 25-Jährige unumstrittener Stammspieler. Am Dienstag äußerte sich der Abwehrspieler am Rande des Trainings über seine Situation und die bevorstehende Begegnung gegen Dortmund.
Cenk Özkacar im Training am Dienstag
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Als Lukas Kwasniok um die Jahreswende nach möglichen Abgängen gefragt wurde, da sprach der Kölner Coach davon, dass es durchaus den ein oder anderen Spieler geben könne, der vielleicht mit seiner Einsatzzeit nicht einverstanden sei und dann über einen Wechsel nachdenken könne. Rein nach den jenen Einsätzen der Hinrunde galt Cenk Özkacar damals als ein potenzieller Kandidat. Der Innenverteidiger hatte es in der Hinrunde nicht über die Rolle eines Einwechselspielers hinaus gebracht. Bis zur Winterpause standen dort vier Begegnungen, in denen der Türke einen Platz in der Anfangsformation gefunden hatte. Aber eben auch sieben Spiele, in denen er 90 Minuten das Spiel von der Bank aus betrachten musste. Für Özkacar eine durchaus bekannte Situation, der Abwehrspieler eilte in der Vergangenheit von Leihe zu Leihe, ohne wirklich viel zu spielen.
Sieben von neun Spielen in der Startelf
Doch die Situation hat sich grundlegend geändert. Der Abwehrmann profitierte – als einziger Innenverteidiger, der verschont geblieben ist – von den vielen Verletzungen seiner Mitspieler, wurde immer wieder in die Anfangsformation berufen und hat sich dementsprechend auch zum absoluten Stammspieler entwickelt. „Ich bin jemand, der immer 100 Prozent gibt. Ich glaube, wenn man immer alles gibt, dann wird deine Chance kommen“, sagte Özkacar am Dienstag nach dem Training. „Durch die Verletzungen ist meine Zeit gekommen. Im Moment mache ich es ganz gut.“ In den neun Pflichtspielen im Jahr 2026 stand der 25-Jährige sieben Mal in der Startelf – und das, obwohl ein Großteil der Innenverteidiger nach und nach immer wieder zur Verfügung gestanden hat. „Das schwierige ist es nun aber, dieses Level auch beizubehalten“, so der 25-Jährige.
Lukas Kwasniok äußerte sich zuletzt sehr positiv über den Spieler, nannte ihn Maschine. „Ich versuche schon, auf meinen Körper besonders zu achten“, sagte Özkacar und kündigte eine Fitnesseinheit im Anschluss an die Mixed Zone an. Für den Türken geht es gerade auch um die eigene Zukunft. Özkacar würde gerne in Köln bleiben. „Ich will wirklich gerne hier bleiben. Meine Frau und ich sind sehr glücklich mit dem Club und der Stadt. Aber es ist noch sehr früh über die Situation zu sprechen“, sagt der 25-Jährige. Nach Stationen in Valencia, Valladolid, Lyon, Leuven, Karacabay und Altay würde der Abwehrspieler gerne langfristig unterkommen. Allerdings läuft die Leihe im Sommer aus. Bis zur Winterpause deutete nicht wirklich viel darauf, dass der FC die vorhandene Kaufoption ziehen würde. Das könnte sich nun geändert haben, mindestens die bisherige Tendenz. „Wir haben nun erst einmal einen Job zu erledigen“, so der Abwehrspieler weiter.
„Wir wissen, dass wir uns mit harter Arbeit aus der Situation befreien können“
Mittelfristig heißt der Job Klassenerhalt. „Wir wissen um die aktuelle Situation, wissen, dass es nur zwei Punkte bis zur Relegation sind. Das wichtigste ist, dass wir keine negative Energie in die Umkleidekabine bringen. Wir bleiben positiv“, sagte Özkacar. „Wir wissen, dass wir mit harter Arbeit aus der Situation kommen werden. Wir geben 100 Prozent und setzen den Plan des Trainers um.“ Die kurzfristige Aufgabe heißt Borussia Dortmund. Denn gegen die Westfalen geht es am Samstagabend. „Im Fußball weißt du vor einem Spiel nie, wie es ausgehen wird. Auch nicht gegen die guten oder großen Mannschaften. Wir müssen den Fokus auf uns richten und die beste Leistung bringen“, so der 25-Jährige. Ein Erfolg wäre eine Überraschung, aber damit kennt sich der Innenverteidiger offensichtlich aus.
Said El Mala: Zwischen erhoffter Entwicklung und einer überbordeten Erwartungshaltung
Simon Bartsch
Der Aufstieg des Kölner Shootingstars zu Beginn der aktuellen Saison war beeindruckend. Das mediale Interesse und die Erwartungshaltung gegenüber dem 19-Jährigen wuchs rasant und wurde durch die erbrachten Leistungen weiter geschürt. Doch die Kurve stagniert beim 1. FC Köln: Kann Said El Mala die in ihn gesetzten Erwartungen überhaupt erfüllen?
Dass die Formkurve des jungen Talents nicht weiter ungebremst in die Höhe schießen würde, war abzusehen. Die von vielen erwartete und erhoffte Entwicklung kann der Youngster aktuell nicht immer konstant nachweisen – jedenfalls noch nicht.
Said El Mala beim Spiel des 1. FC Köln
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Es ist noch gar nicht so lange her, da stellte Lukas Kwasniok auf einer Pressekonferenz im Vorfeld eines Ligaspiels belustigt fest, dass zum ersten Mal keine Frage zu Said El Mala gestellt worden sei. Der Hype um den Kölner Shootingstar hat die erste Delle erhalten. Das kam nicht sonderlich überraschend, immerhin war der sportliche Aufstieg besonders rasant. Newcomer 3. Liga, Startdebüt Bundesliga, erstes Tor Bundesliga, erster Startelf-Einsatz, Nominierung Nationalmannschaft, Topscorer der Geißböcke, Millionenangebote aus England, das alles in wenigen Monaten – schon naturgemäß war es nur eine Frage der Zeit, bis die Kurve das erste Mal nicht mehr nur steil bergauf gehen würde. Womöglich hatten sich viele Fans des Shootingstars diesen Moment erst nach einer glorreichen WM erhofft, bei der der Youngster vielleicht eine entscheidende Rolle eingenommen hätte.
„Das ist zu wenig“
Ob der Kölner Offensivspieler am Endturnier in den USA, in Mexiko und Kanada teilnehmen wird, ist aktuell mindestens fraglich, wenn nicht sogar unwahrscheinlich. Julian Nagelsmann hat im „Kicker“ ziemlich klare Worte gefunden. Schon im November vergangenen Jahres hatte der Bundestrainer dem Kölner Talent die Hausaufgabe mitgegeben, Stammspieler zu werden. Vier Monate später hat der 19-Jährige das noch nicht geschafft. „50 Prozent seien zu wenig“, so der Tenor von Nagelsmann. Zu der Stammplatzfrage gehören bekanntlich immer zwei Parteien. Zum einen der Trainer, der Woche für Woche die beste Aufstellung finden soll, auf der anderen Seite der Spieler, der sich diese mit Leistung erarbeiten und rechtfertigen muss. In den Sozialen Medien wird schon seit Wochen oder Monaten über die richtige Rolle von Said El Mala diskutiert. Die meisten Kommentatoren wünschen sich mehr Spielzeit, mehr Einsätze von Beginn an.
So auch am vergangenen Freitag, als der Youngster wieder nicht in der Startelf stand. Wenn auch aus gutem Grund, wie Lukas Kwasniok nach dem Spiel erklärte. Immerhin hatte der 19-Jährige unter der Woche aufgrund muskulärer Probleme nicht voll trainieren können. Kwasniok erklärte, dass mehr als 30 Minuten einfach nicht drin gewesen wären. Eine verständliche und logische Entscheidung. Eine Entscheidung, die angesichts der aktuellen Verletzungsmisere notwendig erschien. Und doch kochten auch nach dem trostlosen Auftritt gegen den FCA die Kritiken für die Maßnahme hoch. Fakt ist, El Mala ist der Topscorer der Kölner, war an vielen Punkten maßgeblich beteiligt, vielleicht sogar so etwas wie ein Punktelieferant, eine Art Lebensversicherung der Hinrunde. Die Qualität des Youngsters ist jedenfalls unumstritten. Der Wunsch der Fans ist also durchaus verständlich.
Eine Erziehungsmaßnahme?
Ob er deswegen berechtigt ist, ist von außen nicht zu beantworten. Genauso wenig, die Frage nach der effektiveren Rolle. Beim FC ist man bemüht, die richtigen Schritte für die beste Entwicklung zu finden. Vor einigen Wochen wurde kolportiert, dass Trainer und Spieler dabei möglicherweise anderer Ansicht seien. Im Doppelpass brachte Moderatorin Valentina Maceri noch eine weitere Sichtweise ins Spiel: „Man hat das Gefühl, er versucht, El Mala zu erziehen – was ja auch okay ist. Aber wenn ich in so einer Situation stecke wie Köln, dann muss ich einfach die besten Spieler auflaufen lassen, die mir die Punkte holen können“, sagte die ehemalige Fußballerin. „Da muss man vielleicht manchmal auch auf diese Erziehungsmaßnahmen verzichten, weil der Spieler einfach die Leistung bringt.“
Diese Einschätzung teilt der Bundestrainer jedenfalls nicht. „Wenn Lukas sich darauf verlassen kann, dass Said immer dasselbe Niveau spielt, warum soll er ihn nicht spielen lassen? Er ist einer der schnellsten Spieler im Kader, hat einen super Schuss, ist torgefährlich. Ein Trainer verzichtet nicht freiwillig auf seinen Top-Spieler, sondern er tut dies, wenn er denkt, dass dieser ihm vielleicht manchmal nicht das gibt, was er für das jeweilige Spiel braucht“, erklärte Nagelsmann. Man sollte durchaus davon ausgehen, dass Lukas Kwasniok die prekäre Lage bei den Geißböcken richtig einordnet und er demnach die aus seiner Sicht beste Elf aufstellt – wohlgemerkt aus seiner Sicht. Eher unwahrscheinlich ist es, dass Geschäftsführer Thomas Kessler eine „Erziehungsmaßnahme“ durchwinken würde.
El Mala in der Leistungsdelle?
Tatsächlich scheinen sich Bundestrainer und FC-Coach auch in der Bewertung des Spielers einig. Denn beide monierten bereits, dass El Mala gerade in der Defensive, beim Spiel gegen den Ball seine Defizite habe. Der Kölner Shootingstar arbeite nicht ausreichend mit zurück, so sind die Äußerungen zu verstehen. Tatsächlich fällt der Youngster zudem immer mal wieder durch einen gewissen Eigensinn auf. Vielleicht ein entscheidender Faktor eines Highlight-Spielers, vielleicht ein Grund für seine Stärke, seinen Erfolg. Insgesamt waren die Leistungen gerade in der Offensivbewegung im Jahr 2026 aber eher durchwachsen. Mal abgesehen von dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim glänzte der Youngster zuletzt eher selten, kommt in diesem Jahr auf zwei Tore, einen Assist. Sicher auch, weil sich die Gegner auf die Spielweise des gebürtigen Krefelders eingestellt haben. Aber vielleicht nicht nur.
Noch in der Hinrunde war El Mala einer der Dribbelkönige der Liga (46 Dribblings). Nur Yan Diomande (54) und Michael Olise (48) gingen knapp öfter in ähnliche Situationen. Der Kölner setzte sich in 26 Fällen durch – ebenfalls ein Topwert. In der Rückrunde kommt El Mala auf neun Dribblings (vier erfolgreiche), Diomande auf 36. Der Kölner belegt ab dem 18. Spieltag in dieser Statistik „nur“ noch den 22. Rang. In der Hinrunde hatte der 19-Jährige 33 Mal den Abschluss gesucht, hatte dabei sieben Treffer erzielt, obwohl der xGoals-Wert nur vier bis fünf Tore erwarten ließ. In der Rückrunde waren laut xGoals-Wert zwei Treffer möglich, bislang steht einer zu Buche – bei etwa prozentual gleicher Spielzeit. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es der Youngster zurzeit schwerer hat oder sich schwerer tut. „Es wird der nächste Step sein, das unter erschwerten Bedingungen abzurufen“, erklärte Kwasniok vor einigen Wochen.
Said El Mala ist 19 Jahre alt
Insgesamt wirkt es so, als ginge ein nicht ganz unwichtiger Punkt bei der ganzen Diskussion im Netz des Öfteren unter. Said El Mala ist 19 Jahre alt. 19! Ein Youngster, der sportlichen Schwankungen ausgesetzt ist, der ganz sicher noch nicht sein volles Potenzial ausschöpfen kann, der sich noch mitten in seiner fußballerischen Entwicklung befindet. Und ein Youngster, der diese enorme Erwartungshaltung auch erst einmal wegstecken muss. Und dennoch wird Kwasniok – anders als Julian Nagelsmann – nur schwer auf den Punktelieferant verzichten können. Der Bundestrainer brachte das Kriterium für mehr Spielzeit und damit die Chance auf die WM haargenau auf den Punkt. „Es liegt an ihm selbst“, sagte der Bundestrainer. Bringt El Mala (auch defensiv) die Leistung, wird er beim FC spielen. Spielt er ausreichend, steigt die Chance auf eine WM. Und dann werden die Fragen um den Youngster wieder ganz von alleine kommen.
Der 1. FC Köln will vier Siege in zehn Spielen: Machbar? Es ist eine sehr riskante Rechnung
Simon Bartsch
Schon vor einigen Wochen hat Lukas Kwasniok ein Zehn-Siege-Ziel für sein Team ausgegeben. Vier Erfolge in zehn Spielen erscheinen durchaus machbar. Zumal es oft gegen direkte Konkurrenten geht. Doch genau da liegt auch ein Problem. Für den 1. FC Köln werden vier Siege zur großen Hürde.
Als Lukas Kwasniok vor der Saison nach dem Ziel gefragt worden ist, antwortete der Kölner Trainer flapsig, man wolle vor dem Erzrivalen aus Mönchengladbach landen. Zum einen haben die Fohlen den FC am Wochenende überholt, zum anderen korrigierte der Trainer seine Aussage, strebt nun zehn Saisonsiege für den Klassenerhalt an. Doch genau damit könnte es am Ende sehr eng werden.
Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln (Foto: Stuart Franklin / Getty Images)
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Als Lukas Kwasniok vor dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim auf die jüngsten Leistungen seiner Mannschaft abgesprochen wurde, da erklärte der Coach, dass sein Team bislang ja noch keine „Grütze“ gespielt habe und sich Performance am Ende dann auch irgendwann mal bezahlt machen werde. Der Trainer zielte darauf ab, dass die Geißböcke gegen die Top-Teams immer nahe an einer Überraschung waren und die Leistung eigentlich durch die Saison eine recht ordentliche war. Und wie zum Beweis holten die Kölner gegen die Sinsheimer dann auch einen verdienten Zähler. Gegen den FCA zeigte Köln dann aber ein ganz anderes Gesicht und der ein oder andere Fan mag dann vielleicht doch das Wort „Grütze“ für den Auftritt der Kölner wählen wollen.
FC steht vor schwierigen Wochen
Der FC fand kein Mittel gegen die plötzlich tief stehenden Augsburger und in der Offensive viel zu wenig statt. Am Ende stand eine bittere und nach dem blutleeren Auftritt auch nicht unverdiente Niederlage. Klar ist, wenn die Kölner gegen die Top-Teams immer nur „nah“ dran sind, dann braucht es Punkte gegen die vermeintlichen Gegner auf Augenhöhe. Tatsächlich kann man die Bilanz so lesen, dass es bis auf wenige Ausnahmen auch immer Punkte gegen die direkte Konkurrenz gegeben hat. Man kann sie aber auch anders lesen: Siege feierte der FC in jenen Duellen eben auch nur gegen Mainz (2), Wolfsburg und Hamburg. In den Partien gegen Mönchengladbach, St. Pauli, Werder Bremen, den 1. FC Heidenheim und Union Berlin war in dieser Spielzeit nicht mehr als nur ein Punkt drin.
Und das macht die Situation noch einmal schwerer. Kwasniok selbst hatte schon vor Wochen die Rechnung aufgemacht, mit zehn Siegen nicht abzusteigen. Bei diesem Grundsatz bleibt der Kölner Coach auch weiterhin. Das bedeutet aber, dass den Kölnern noch vier Siege fehlen. Bei zehn zu spielenden Begegnungen ein eigentlich realistisches Szenario. Nur ist in den Partien gegen Dortmund, Leverkusen, die Bayern und vermutlich auch Frankfurt nicht unbedingt mit einer Überraschung zu rechnen. Bleiben sechs Begegnungen gegen Mannschaften auf Augenhöhe. Davon müsste der FC vier gewinnen. Schon so eine schwere Aufgabe. Sie gewinnt aber noch einmal an Brisanz mit einem Blick auf die Hinrunde. Dort holten die Kölner aus jenen sechs Begegnungen gerade einmal sechs Zähler, gewannen eben nur eine dieser Partien.
Zudem zeigt die Formkurve von Teams wie dem FC St. Pauli, dem Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach zuletzt deutlich nach oben.
Darum sollte Kölns kreative Krise gegen den FC Augsburg niemanden überrascht haben
Hendrik Broschart
Gegen Augsburg wurde wieder einmal eine Schwäche der Geißböcke deutlich: Der Mannschaft von Coach Lukas Kwasniok fällt gegen tief stehende Gegner nur wenig ein. Die Niederlage am Freitag war dabei nicht der erste ideenlose Auftritt. Der 1. FC Köln verzweifelt gegen tief stehende Gegner.
Die Schlappe gegen Augsburg zeigte auf, was die Geißböcke eigentlich schon die gesamte Saison über verfolgte. Gegen tief stehende Gegner fehlen den Kölnern die Mittel.
Said El Mala vom 1. FC Köln im Zweikampf gegen den FC Augsburg (Foto: Sebastian Widmann /Getty Images)
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Nach der Niederlage gegen Augsburg hielt FC-Mittelfeldmann Tom Krauß wenig von Ausreden. Der 24-Jährige kritisierte die spielerische Leistung seiner Mannschaft: „Augsburg war in den entscheidenden Momenten besser. In solchen Spielen musst du punkten“, stellte er fest und führte aus: „Wir waren sehr statisch und haben wenig mit dem Ball kreieren können. Das müssen wir uns ganz klar ankreiden, dass wir viel zu wenig nach vorne gemacht haben. Wenn das nicht klappt, muss die Null hinten stehen.“ Krauß genügten zudem die zahlreichen Ausfälle auf Kölner Seite nicht als Begründung für den schwachen Auftritt gegen die Fuggerstädter. Er forderte eine Reaktion: „Man sieht, dass die Teams von unten auch mal gegen die Großen gewinnen können. Das müssen wir auch. Die Mannschaften unten schlafen nicht. Wir müssen nächste Woche auf jeden Fall liefern.“ Krauß‘ Kritik am Mangel kreativer Lösungen trifft ins Schwarze. Betrachtet man Spiele oder Spielphasen der Kölner, in denen sie über hohe Ballbesitzanteile verfügen, fällt insbesondere eines auf: Die spielerischen Mittel der Kölner sind schnell ausgereizt.
Die Geißböcke tun sich in Ballbesitz schwer
Das schärfste Schwert der Offensive der Domstädter ist die Umschaltbewegung nach gegnerischem Ballbesitz mit Said El Mala oder Jakub Kaminski, die durch ihre Geschwindigkeit schnell viel Raum überbrücken können und somit in gefährliche Abschlusspositionen kommen. Das ist mal mehr und mal weniger von Erfolg gekrönt. Der Ausgleichstreffer von El Mala zum 2:2 gegen Hoffenheim dürfte etwa noch in frischer Erinnerung sein. Damals legte der Offensivspieler einen Befreiungsschlag von Cenk Özkacar mit dem Kopf auf Kaminski, der die Hoffenheimer Restverteidigung mit einem hohen Ball aushebelte und den durchgestarteten El Mala fand, der zum ersehnten Ausgleich traf.
Über dieses durchaus wirksame Mittel hinaus wird es allerdings dünn. Zu sehen im Spiel gegen Augsburg: Für El Mala war am vergangenen Spieltag nicht mehr als eine halbe Stunde drin. So musste Kwasniok auf Marius Bülter umschwenken, der auf dem Flügel keinen guten Tag erwischte. Im Umschaltspiel mangelte es den Geißböcken an Tempo, sodass sie nach alternativen Lösungen suchten. Gegen tief stehende Augsburger bestand diese dann in erster Linie darin, den Stürmer Ragnar Ache über den Aufbau-Spieler Jahmai Simpson-Pusey mit langen Bällen zu beliefern, der den Ball wiederum seinen Kollegen servieren sollte. Diese Idee zerschellte jedoch an Augsburgs Hintermannschaft, bestehend aus Noah Kai Banks, Keven Schlotterbeck und Cedric Zesiger, die Ache in Schach hielten.
Wird dem FC die Ideenlosigkeit zum Verhängnis?
Gegen Augsburg wurde deutlich, was sich im bisherigen Saisonverlauf bereits mal mehr, mal weniger deutlich abgezeichnet hat. Wenn gegnerische Teams den Kölnern die Initiative überlassen, ist ihr offensiver Ideen-Baukasten nur spärlich gefüllt. Kwasnioks Spielidee ist nicht darauf ausgerichtet, viel Ballbesitz zu verwalten. Man erinnere sich an die erste Hälfte der schwer verdaulichen Niederlage gegen Union Berlin. Abgesehen von Rav van den Bergs unglücklichem Handspiel und weiteren individuellen Fehlern, die den Ausgang der Begegnung maßgeblich beeinflusst hatten, fiel den Kölnern gegen die Köpenicker, die wie keine andere Mannschaft der Bundesliga für das Spiel mit wenig Ballbesitz stehen, nichts ein. Gleiches galt für das Last-Minute-Unentschieden gegen St. Pauli am 13. Spieltag. Auch hier bot sich zunächst eine extrem chancenarme Partie, bis El Mala fünf Minuten nach Wiederanpfiff einen von Luca Waldschmidt geklärten Ball ersprintete und an Kiezkicker-Keeper Vasilj vorbei ins Tor legte.
Kwasniok: „Dann ist das nicht ganz so einfach“
Lukas Kwasniok bemühte sich nach der Schlappe gegen Augsburg um eine Erklärung, weshalb seine Mannschaft derart harmlos war: „Es war schon so, dass beide Mannschaften versucht haben, eine Lücke im gegnerischen Abwehrverbund zu finden. Aber beide spielen dann im 5-2-3/5-4-1, das ist dann nicht ganz so einfach“, argumentierte der 44-Jährige. „Mit dem 0:1 haben wir dann immer offensiver gewechselt, auch schon zur Halbzeit […], haben mit Johannesson nochmal einen guten Fußballer auf den Platz gebracht und danach eigentlich nur noch offensiv gewechselt. Aber am Ende hat es leider nicht sollen sein“, fügte der Coach hinzu. Am Samstag startet der Countdown für die letzten zehn Spiele bis zum Saisonende. Zu Gast ist Niko Kovacs Dortmund. Es bleibt abzuwarten, ob die Geißböcke gegen den Tabellenzweiten wieder für mehr Torgefahr sorgen können. Mehr Ballbesitz werden sie gegen den BVB nicht unbedingt haben.
Am Montagnachmittag startet der FC in die Vorbereitung auf die Begegnung gegen Borussia Dortmund am Samstagabend. Personell gibt es eine leichte Entwarnung beim 1. FC Köln: Zwei Spieler kehren wieder ins Training zurück.
Bei frühlingshaften Temperaturen nimmt der FC die Vorbereitung für die Begegnung gegen Borussia Dortmund auf. Die Westfalen sind am Samstagabend zu Gast in Köln. Nach den Hiobsbotschaften in der Vorwoche gibt es dieses Mal eine leichte Entwarnung.
Linton Maina kehrt wieder ins Training zurück
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Denn gleich zwei Spieler kehren wieder ins Training der Kölner zurück. Linton Maina hatte sich vor einigen Wochen eine Rippe gebrochen und musste daraufhin pausieren. Der Offensivspieler wollte eigentlich schon in der vergangenen Woche wieder ins Training eingreifen, doch ein Infekt legte den gebürtigen Berliner flach. Nun kann Maina wieder eingreifen – zumindest gesteuert, wie es von Vereinsseiten heißt. Neben Maina greift auch Alessio Castro-Montes wieder an. Der Schienenspieler hatte sich eine muskuläre Verletzung zugezogen und musste ebenfalls zuletzt passen. Besonders bitter: Beide Spieler hatten zum Jahresbeginn endlich zur Form gefunden. In der Hinrunde blieben die beiden Kölner weit hinter den Erwartungen zurück.
Weiterhin sechs Ausfälle
Trotz der Rückkehr der beiden Spieler bleibt der FC weiterhin vom Verletzungspech verfolgt. Zahlreiche Spieler fehlen den Kölnern weiterhin. Joel Schmied, Jan Thielmann und Sebastian Sebulonsen laborieren an muskulären Verletzungen. Denis Huseinbasic fällt weiterhin mit Problemen mit der Hüfte aus. Luca Kilian und Timo Hübers werden nach ihren Knieverletzungen in dieser Spielzeit eher nicht mehr zur Verfügung stehen. Für diese Woche sind nach dem Montagstraining noch drei weitere Einheiten anberaumt. Am Dienstag werden die Kölner vormittags öffentlich trainieren, Mittwoch hat die Mannschaft noch einmal trainingsfrei. Die beiden Einheiten am Donnerstag und Freitag finden wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der FC trifft am Samstagabend auf Borussia Dortmund.
Für die Kölner geht es darum, schnell in die Spur zu finden. Verliert der FC am Samstag, drohen die Geißböcke auf einen Abstiegsplatz abzurutschen. Natürlich nur, wenn die Konkurrenz punktet. Der BVB verlor zuletzt in der Champions League gegen Atalanta Bergamo sowie in der Liga gegen den FC Bayern München. Das Team von Niko Kovac wird also auf Wiedergutmachung aus sein.
Doppelpacker, Matchwinner, Leistungsträger – und doch keine Zukunft beim 1. FC Köln
Redaktion
Beim FC wollte der Durchbruch nicht so recht gelingen, bei Aarhus wird er immer wichtiger und wichtiger. Nun erzielte der Däne sogar einen Doppelpack. Dennoch: Rasmus Carstensen wird wohl nicht zum 1. FC Köln zurückkehren.
Mit einem Doppelpack unterstrich Rasmus Carstensen am Wochenende einmal mehr seine Qualitäten bei Aarhus. Beim FC wollte der Durchbruch bekanntlich nicht gelingen, in seiner Heimat blüht der Rechtsverteidiger geradezu auf.
Rasmus Carstensen wurde beim FC nicht so richtig glücklich
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Lange war es die große Baustelle der Kölner, zuletzt schien Sebastian Sebulonsen sie geschlossen zu haben, nun ist es wieder ein Thema. Nach den Verletzungen von Jan Thielmann, Alessio Castro-Montes und eben Sebulonsen ist der FC auf der rechten Schiene zumindest defensiv nicht besonders gut aufgestellt. Fast schon paradox klingt es da, dass ein verliehener rechter Wingback der Geißböcke aktuell bei seinem Leihverein zum absoluten Leistungsträger avanciert. Am Wochenende schlug der 25-Jährige sogar mal wieder als Torschütze zu und das doppelt. Im Auswärtsspiel bei Vejle Boldklub brachte Carstensen Spitzenreiter Aarhus in Front, nach dem Ausgleich war der 25-Jährige erneut zur Stelle und sorgte für den 2:1-Endstand. Es waren die Treffer vier und fünf in dieser Saison.
Win-Win-Win-Situation?
Carstensen befindet sich damit zum zweiten Mal in Folge mit seinem Leihclub auf Titelkurs. In der vergangenen Spielzeit holte der Rechtsverteidiger mit Lech Posen die polnische Meisterschaft. Nun ist er in seiner Heimat Dänemark erneut auf Kurs. Aarhus führt die Tabelle an. Doch trotz seiner starken Leistungen im Nachbarland wird der Däne wohl nicht zurück zum FC kehren. Aarhus hat bereits den Wunsch einer festen Verpflichtung angedeutet, in Köln ist man durchaus gesprächsbereit. Wohl auch, weil Carstensen beim FC nie so recht funktioniert hat. Christian Keller hatte den Außenspieler unter Vertrag genommen. In einem Podcast hatte der Ex-Sportchef der Kölner erzählt, dass er bei Carstensen auf sein Bauchgefühl gehört hätte. Intern seien aber nicht alle von dem Können des Dänen überzeugt gewesen.
Das galt offenbar auch für eine Reihe von Trainern bei den Geißböcken. Denn zum unumstrittenen Stammspieler hat es der heute 25-Jährige beim FC bekanntlich nicht geschafft. Der feste Wechsel zum Spitzenreiter scheint für alle drei Parteien die aktuell beste Lösung zu sein. Auch einige weitere Kölner Leihspieler sammelten am Wochenende wieder ihre Einsatzzeit. So standen Julian Pauli und Imad Rondic für Dynamo Dresden und Preußen Münster in der 2. Bundesliga jeweils in der Startelf, mussten aber nach rund 70 Minuten vom Platz. Dresden bezwang Darmstadt 3:1, Münster drehte einen Rückstand gegen Braunschweig zum 2:1-Erfolg. Jaka Potocnik sammelte bei RWE weiter Einsatzzeit. Der Angreifer kam in der Schlussphase beim 2:3 gegen Hansa Rostock.
Mansour Ouro-Tagba wurde bei der Zweitvertretung des VfB Stuttgart für den erneut verletzten Justin Diehl eingewechselt. Das 0:2 gegen Viktoria Köln konnte der Angreifer nicht verhindern. Elias Bakatukanda und Jusuf Gazibegovic spielten am Wochenende nicht. „Gazi“ ist aktuell verletzt. Somit kam es auch nicht zum Wiedersehen mit Emin Kujovic. Der Mittelfeldspieler stand beim 2:2 gegen Sturm Graz erstmals von Beginn an auf dem Feld.
Vorstand des 1. FC Köln stärkt Lukas Kwasniok den Rücken
Simon Bartsch
Nach dem 24. Spieltag hat sich die Situation bei den Geißböcken noch einmal drastisch verschärft. Der Relegationsplatz ist vor dem Duell gegen Borussia Dortmund am Samstagabend nur noch zwei Plätze entfernt. Der Trainer steht aber nicht in Frage beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok erhält Rückendeckung vom Präsidium.
Vier Spiele in Folge nicht gewonnen, in den vergangenen 15 Partien gab es nur zwei Siege. Der FC schlittert den Abstiegsplätzen entgegen. Der Trainer steht bei den Verantwortlichen aber nicht in Frage.
Lukas Kwasniok beim Spiel des 1. FC Köln
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Der Auftritt der Geißböcke war am Samstagabend wahrlich besorgniserregend. Der FC unterlag dem FC Augsburg 0:2 und das mit einer äußerst schwachen Leistung. Da die Konkurrenz aber erstaunlich punktete, rückt die gefährliche Zone bedrohlich nahe. Die Kölner haben zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Bereits am Samstagabend könnte sich das aber ändern. Dann empfangen die Geißböcke Borussia Dortmund in Köln. Alles andere als eine leichte Aufgabe, denn der BVB will nach zwei empfindlichen Niederlagen mit dem Aus in der Champions League und vermutlich auch dem geplatzten Meisterschafts-Traum Wiedergutmachung betreiben. Sollten die Kölner das Heimspiel verlieren, hätte die Konkurrenz die Chance, am FC vorbeizuziehen.
„Entscheidend ist der Umgang damit“
Die sportliche Krise geht an den Fans natürlich nicht vorbei. In den Sozialen Medien wird schon seit einigen Wochen die Ablösung des Trainers gefordert. Und die Stimmen wurden zuletzt mehr und lauter. „Solche Phasen wie aktuell gehören für einen Aufsteiger in dieser Liga zur Realität dazu. Wir haben in dieser Saison bereits gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind und Spiele auf diesem Niveau gewinnen können. Die aktuelle Punktausbeute zeigt keinen guten Trend auf. Entscheidend ist jetzt der Umgang damit“, sagte Vize-Präsident Ulf Sobek dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Man analysiere intern sehr kritisch, aber klar. „Lukas Kwasniok kennt Drucksituationen und hat in seiner Laufbahn mehrfach bewiesen, dass er Mannschaften stabilisieren und entwickeln kann. Ich erlebe täglich, mit welcher Intensität und Klarheit er mit seinem Trainerteam arbeitet. Wir stehen in einem engen, vertrauensvollen Austausch mit der sportlichen Leitung rund um Thomas Kessler. Jetzt geht es darum, gemeinsam die richtigen Stellschrauben zu justieren und die Mannschaft in die Erfolgsspur zurückzuführen.“
Fakt ist, dass die Formkurve der Kölner aktuell so gar nicht stimmt. Zwar betonte Lukas Kwasniok zuletzt immer wieder, dass die Leistung stimme. Doch unterm Strich holten die Kölner mit nur zehn Zählern aus den vergangenen 15 Spielen zu wenig Punkte. Die Leistung gegen den FCA war besonders alarmierend. Der Kölner Coach hatte nach der Niederlage am Freitagabend selbst betont, dass der Druck nun größer werde. Die kommenden drei Begegnungen dürften für den Trainer mehr als nur richtungweisend sein. Zunächst steht die Partie gegen den BVB an, es folgen die Spiele gegen den Hamburger SV sowie Borussia Mönchengladbach.