Das sagt Lukas Kwasniok zur aufkeimenden Kritik: „Wir haben nie über die nächsten drei Spiele gesprochen“
Simon Bartsch
Nach der Niederlage gegen den FC Augsburg wurde der Ton rauer am Geißbockheim, die Kritik am Trainer wuchs. Unter anderem war von einem Ultimatum die Rede. Nun äußerte sich der Coach des 1. FC Köln: Das sagt Lukas Kwasniok zur Trainerdiskussion.
Die Kritik am Trainer nahm nach der 0:2-Niederlage gegen den FC Augsburg in den Sozialen Medien noch einmal zu. Unter anderem wurde über ein Ultimatum spekuliert, dass der Coach von Thomas Kessler erhalten haben soll. Auch dazu äußerte sich der Trainer am Donnerstag auf der obligatorischen Pressekonferenz.
Lukas Kwasniok erlebt gerade stürmische Zeiten beim FC. Nach der 0:2-Niederlage gegen den FC Augsburg und einer mäßigen Leistung sind die Geißböcke auf Rang 13 abgerutscht. Der Relegationsplatz ist nur noch zwei Punkte entfernt. Kein Wunder also, dass die Diskussionen um den Trainer dann noch einmal zugenommen haben. „Wir gehen auf den Platz, um nach Möglichkeit Spiele zu gewinnen. Und wenn dir das eine Zeit lange nicht gelingt, dann kommen andere Themen auf. Das ist nichts Außergewöhnliches“, sagte der Trainer. „Mein Auftrag ist es, dauerhaft gut mit den Jungs zu arbeiten und den Glauben zu haben, die Situation verändern zu können.“ Der Coach nannte auch einige Beispiele von Clubs, die zuletzt den Turnaround geschafft haben.
„Man entwickelt schon ein Gefühl dafür“
„Wir sind in der Lage, drei, vier Spiele in Folge nicht zu verlieren“, sagte Kwasniok. „Ich werde euch nicht damit plagen, dass die Mannschaft eine Grütze zusammenkickt.“ Dabei war die Begegnung gegen Augsburg alles andere als eine ordentliche Leistung. Das weiß auch der 44-Jährige. „Nach Augsburg war es so, dass ich das Gefühl hatte, dass wir gehofft haben, dass die Augsburger einen Fehler machen“, so der Coach weiter. Den Gefallen tat der FCA dem FC nicht. Im Gegenteil. Die entscheidenden Fehler machte der FC. „Ich habe darauf hingewiesen, dass wir keine Tretertruppe sind. Wir haben aber auch keine Angriffe clever unterbunden“, sagte der Coach. Tatsächlich ließ der schwache Auftritt in Augsburg die Kritik an Kwasniok noch einmal wachsen.
„Man entwickelt schon ein Gefühl für so eine Situation. Das ist aber in Paderborn oder Jena nicht anders, wenn du die Spiele nicht gewinnst. Mir geht es aber einzig um die Arbeit mit der Mannschaft“, sagte der Trainer und erklärte, man könne sich gerne mit seiner Person aufhalten, wenn das gleichzeitig bedeute, dass seine Spieler weiter fokussiert arbeiten könnten. Unter der Woche wurde dann über ein mögliches Ultimatum spekuliert. Demnach habe Kwasniok drei Spiele um vier Punkte zu holen. „Wir haben noch nie über die nächsten drei Spiele gesprochen, seitdem ich da bin. Wir sprechen immer nur über das nächste“, sagte der Coach. Und das nächste Spiel ist das Duell gegen den BVB am Samstagabend. Ein Sieg käme wohl einer Überraschung gleich. Er würde aber ein wenig die Wogen glätten.
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So erlebt Jahmai Simpson-Pusey den 1. FC Köln: „Sie wollen sehen, ob du Schwimmen kannst“
Redaktion
Jahmai Simpson-Pusey ist zwar erst im Winter zum FC gestoßen, aber einer der Top-Transfers dieser Saison. In der neuen Folge der FC-Doku äußert sich der Innenverteidiger. So erlebte Jahmai Simpson-Pusey den Start beim 1. FC Köln.
Nach seiner Muskelverletzung stand der Innenverteidiger am vergangenen Wochenende wieder von Beginn an auf dem Platz. Und der Engländer lieferte. Nun äußerte sich Simpson-Pusey über seine Anfangszeit beim FC.
Jahmai Simpson-Pusey vom 1. FC Köln (Foto: come-on-fc.com)
Vor auf den Tag genau zwei Monaten betrat der englische Innenverteidiger spät abends das Team-Hotel im spanischen La Nucia. Jahmai Simpson-Pusey wirkte zurückhaltend und das war sicherlich kein Wunder. Denn der Kölner Neuzugang hatte möglicherweise nicht mit so einer medialen Aufmerksamkeit um seine Person gerechnet. Der aus der U21 von Manchester City nach Glasgow ausgeliehene Innenverteidiger stand in Schottland bisher nicht im Fokus der ganz großen Berichterstattung, kam bei Celtic auf nur einen Einsatz. Der Wechsel zum 1. FC Köln war für den gebürtigen Engländer eine große Umgewöhnung, aber auch eine Chance. „Nach Deutschland zu kommen bedeutet eine Menge mehr Druck, weil ich aus einer langen Periode kam, in der ich nicht gespielt hatte“, so Simpson-Pusey in einem Video der Reihe „Geliebter Fußballclub“ bei fc.de. „Ich habe nun die Möglichkeit, zeigen zu können, was ich kann. Die hatte ich vorher nicht.“
„Sie wollen sehen, ob du Schwimmen kannst“
Und bereits bei der ersten Trainingseinheit in Spanien zeigte der Neuzugang seine Qualitäten und fügte sich in die Mannschaft ein. „Ab dem ersten Tag habe ich mich sehr willkommen gefühlt. Von da an ist alles sehr rund gelaufen“, berichtet der 20-Jährige. „Ich hatte mein erstes Gespräch mit dem Sportdirektor. Ich habe ihn gefragt, ob ich die Möglichkeit bekommen werde, mich zu beweisen und zu zeigen, zu was ich fähig bin. Er sagte mir, als Manager könne er natürlich keine Versprechen machen“, denn letzten Endes entscheidet der Trainer bekanntlich über die Einsatzzeit. Einen Rat bekam der Abwehrspieler jedoch: „Sie schmeißen dich in das kalte Wasser und wollen sehen, ob du schwimmen kannst“, verriet Simpson-Pusey. Und so sollte es kommen. Denn bereits fünf Tage nach seiner Ankunft beim 1. FC Köln berief Lukas Kwasniok den Innenverteidiger auch auf Grund von mangelndem Personal in die Startelf. Und das „an einem kalten Tag in Heidenheim“, erinnert sich der Abwehrspieler.
Sein erstes Spiel Anfang Januar ist bei dem Innenverteidiger noch gut in Erinnerung. „Vor dem Duell in Heidenheim wurde mir gesagt, dass es ein hartes Spiel werden würde. Es war das erste Mal, dass ich im Schnee spielte. Ich war schockiert, aber gleichzeitig war ich glücklich“, berichtet Simpson-Pusey. Die Leistung des Neuzugangs nach nur wenigen Tagen bei der Mannschaft gegen Heidenheim überraschten wohl auch die Zuschauer. Denn der zuletzt mit wenig Spielpraxis ausgestattete Youngster überzeugte mit Ruhe und Übersicht. Kein Wunder also, dass Kwasniok den 20-Jährigen auch im folgenden Heimspiel gegen die Bayern auf den Rasen schickte.
„Da gibt es einen Non-Stop-Support“
Für Simpson-Pusey war die Atmosphäre im Kölner Stadion eine völlig neue Erfahrung. „Es war verrückt. Ich habe es erwartet auf Basis dessen, was ich im Internet gesehen hatte. Zu sehen, wie die Fans sind, ist unfassbar. Da gibt es einen Non-Stop-Support, das ganze Spiel lang“, erinner sich der Engländer. „Meine Familie war da und ich habe nach dem Spiel mit ihnen gesprochen. Und auch sie sagten, das Stadion ist verrückt. Am liebsten würden sie jede Woche zu den Duellen kommen.“ Trotz der Niederlage gegen den Rekordmeister ist der Kölner Innenverteidiger zufrieden mit dem Duell. „Gegen die Bayern haben wir eine gute Performance geliefert und uns gut verkauft“, fasst der 20-Jährige zusammen. Auf die beiden Begegnungen gegen Heidenheim und den FCB folgte für Simpson-Pusey die Partie gegen Mainz – das dritte Spiel in Folge, das der Abwehrspieler in der Bundesliga bestreiten durfte. Es lief rund für den Engländer – eigentlich.
Denn die Serie der Einsätze wurde jäh unterbrochen. „Zwei Tage nach dem Mainz-Spiel in der Trainingseinheit habe ich mich dann verletzt. Das hat mich sehr genervt. Wenn du spielst und du beginnst, dich wieder gut zu fühlen, ist es hart, so einen Rückschlag zu erleben“, erinnert sich der Kölner. „Jetzt bin ich zurück und fühle mich gut.“ Nach seiner Muskelverletzung stand der Engländer gegen die TSG Hoffenheim zunächst als Auswechselspieler auf dem Platz, bekam eine Woche später von Kwasniok gegen den FC Augsburg erneut einen Startelfplatz. „Ich fühle mich jetzt viel wohler. Im ersten Spiel war alles neu, neue Teamkollegen, jetzt kenne ich jeden, bin zurück und kann meine Qualitäten zeigen und auch zeigen, warum ich im Team sein sollte“, so der Defensivspieler. Gegen den BVB wird er wieder zeigen wollen, wie gut er schwimmen kann.
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Unglückliche Krise oder berechtigte Realität? Darum ist der Tabellenkeller für den 1. FC Köln statistisch leistungsgerecht
Hendrik Broschart
Unglückliche Krise oder berechtigte Realität? Nach nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen steckt der 1. FC Köln mitten im Abstiegskampf. Und Statistiken belegen: Der Tabellenkeller ist für den 1. FC Köln leistungsgerecht.
Im Saisonverlauf betonte FC-Coach Lukas Kwasniok immer wieder, dass der Abstiegskampf für einen Aufsteiger völlig normal sei. Gleichzeitig habe es viele Punkte gegeben, die die Geißböcke hätten eintüten müssen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Der FC steckt zu recht im Tabellenkeller.
Nach der Niederlage in Augsburg schrumpft der Abstand des 1. FC Köln zu den Abstiegsplätzen weiter zusammen. (Foto: Sebastian Widmann/Getty Images)
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Nach dem blutleeren Auftritt des 1. FC Köln beim 2:0 gegen den FC Augsburg am Freitagabend ist man am Geißbockheim nun endgültig in den Krisenmodus geschlittert. Einen Punkt von möglichen zwölf holte die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok in den vergangenen vier Spielen, obendrein gelangen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf unerwartete Punktgewinne. Somit stehen die Geißböcke nach 24 Spieltagen auf Rang 13 mit nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz.
“Wir haben immer das Gefühl, ein Spiel gewinnen zu können. Aus den letzten vier Spielen haben wir, glaube ich, einen Punkt geholt. Das ist einfach zu wenig, wenn du dich unten absetzen willst”, urteilte Kwasniok nach der Schlappe am Freitag. Im Vorfeld des Auftrittes seiner Kölner gegen die TSG Hoffenheim teilte der Trainer offenherzig mit: “Ich habe mich darauf eingestellt, dass das bis zum 34. Spieltag gehen muss. Und um ehrlich zu sein, war mein Ziel, wenn wir das schaffen, nach 33 Spielen das Ziel zu erreichen, dann haben wir einen guten Job gemacht”. Die Frage ist, ob dieser Realismus auch Leistung garantiert. Die Daten hinter den Ergebnissen zeigen, wie es wirklich steht. Das Zahlenwerk hilft dabei, das Gefühl, ein Spiel gewinnen zu können, in harte Tatsachen zu überführen und auch über die Tabellenplatzierung hinaus zu bewerten, inwiefern die Geißböcke unter Kwasniok einen guten Job machen – oder eben nicht.
Zwischen Über- und Underperformance: Ein Saisonverlauf nach xPoints
Das xPoints-Modell ist dabei ein statistisches Werkzeug, um Aussagen darüber zu treffen, wie viele Punkte eine Mannschaft auf Basis ihrer Leistung schätzungsweise verdient hätte. Anstatt nur die reale Tabelle zu betrachten, beantwortet xPoints die zentrale Frage: „Wie oft würde dieses Spiel bei denselben Chancenverhältnissen 3, 1 oder 0 Punkte bringen?” Dazu greift das Modell auf die Werte Expected Goals (xG) und Expected Goals Against (xGA) zurück: xG berechnet die erwarteten eigenen Tore aus allen Abschlusssituationen und xGA die zugelassenen Gegenchancen. Mithilfe der Poisson-Verteilung, die berechnet, wie oft ein unabhängiges Ereignis innerhalb eines festgelegten Zeitraums oder Raums eintritt, wenn die durchschnittliche Häufigkeit bekannt ist, werden aus diesen Werten tausende mögliche Spielausgänge simuliert und die Wahrscheinlichkeiten für Sieg (3 Punkte), Unentschieden (1 Punkt) oder Niederlage (0 Punkte) gewichtet.
So entsteht eine „verdiente” Punktzahl, die den Zufall weitgehend herausfiltert. xPoints zeigt konkret, dass Teams, die deutlich mehr xPoints als echte Punkte haben, zwar tolle Chancen herausgespielt, diese aber nicht genutzt haben – sie sind klassische Pechvögel, die für einen Aufschwung reif sind. Umgekehrt punkten Glückskinder mit wenigen Chancen überproportional und riskieren einen Absturz. Bei der angewandten Analyse besteht die Gefahr, xPoints absolut auszulegen („Tabelle, wie sie sein müsste“), obwohl Unsicherheiten und Modellfehler oft nicht transparent kommuniziert werden. Sinnvoller ist es, xPoints als Indikator für Tendenzen und mögliche Über-/Unterperformance zu nutzen und diese Information stets weiterführend durch beispielsweise taktische Analysen und andere Kennzahlen zu ergänzen.
Zwischen Überflug und Punktverlust
Für den 1. FC Köln ergibt sich eine spannende Beobachtung: Laut FootyStats steht der FC mit Platz 14 nach 24 Spieltagen genau dort, wo ihn das xPoints-Modell ansiedelt, eine tabellengetreue Leistung ohne große Glücks- oder Pechfaktoren. In dieser alternativen Tabelle zeigen sich jedoch weitere faszinierende Tendenzen: Werder Bremen thront auf Platz 7 nach erwarteten Punkten, grüßt real aber von Rang 16 und hat satte 14 Punkte liegen lassen. Die Überraschungsmannschaft TSG Hoffenheim übertrifft ihr xPoints-Ergebnis um acht Punkte (46 real), Borussia Dortmund sogar um neun (52 real). Wichtig bleibt die Einschränkung: Eine xPoints-Tabelle zeigt, wie die Reihenfolge aussehen könnte, wenn nur Chancenqualität zählte und Zufall geglättet wäre. Sie ist kein endgültiges Urteil über „verdient“ oder „gerecht“. Modelle enthalten Fehler und Vereinfachungen, und Glück sowie Zufall bleiben ein frustrierender, aber unvermeidbarer Teil des Fußballs.
In diesem Zusammenhang lassen sich die Leistungen der Kölner im ersten Saisondrittel wie folgt darstellen. Mit Daten des Anbieters Understat lässt sich nachvollziehen, dass der 1. FC Köln von Spieltag eins bis inklusive der 3:1-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach im Schnitt fast zwei Punkte mehr einfuhr, als zu erwarten waren. Die Geißböcke haben zu Saisonbeginn überperformt. Das zweite Saisondrittel liefert mittels der xPoints dann Argumente dafür, dass die Mannschaft von Kwasniok tatsächlich mehr aus ihren Auftritten hätte herausholen müssen. Die Domstädter ließen annähernd vier Punkte liegen, die sie den Berechnungen zufolge sicher hätten einfahren müssen.
Zehn schwierige Aufgaben für den FC
Den Geißböcken bleiben zehn Spiele, die darüber entscheiden, ob der 1. FC Köln auch über den Sommer hinaus in der ersten Liga spielen darf oder bereits nach nur einer Saison wieder in die zweite Liga absteigt. Fest steht, dass die Kölner mit Blick auf die nackten Zahlen genau dort stehen, wo sie aller Wahrscheinlichkeit nach zum jetzigen Zeitpunkt der Saison stehen sollten. Es bleibt abzuwarten, wie die Kwansiok-Elf das nächste Kapitel im Abstiegskampf schreibt, wenn es am Samstagabend gegen Borussia Dortmund geht (Anstoß 18:30 Uhr, Liveticker auf Come-on-fc.com).
Noch stärkt Thomas Kessler Trainer Lukas Kwasniok den Rücken – doch der Ton wird rauer beim 1. FC Köln
Simon Bartsch
Ein Punkt aus den jüngsten vier Spielen, zwei Siege aus den vergangenen 15 Partien – die Bilanz der Geißböcke ist mau. Der FC schlittert Richtung Abstiegsplatz. Noch stärkt die Kölner Führung dem Trainer den Rücken. Der Ton wird aber rauer beim 1. FC Köln: Thomas Kessler fordert Punkte.
Die Leistung gegen den FC Augsburg am vergangenen Freitag war besorgniserregend, die Punkteausbeute der vergangenen Spiele alarmierend. Die Kölner schlittern den Abstiegsplätze entgegen. Dennoch stärken die FC-Verantwortlichen dem Coach den Rücken – die Frage ist nur wie lange.
Der Mittwoch wirkte vielleicht so ein wenig wie die Ruhe vor dem Sturm. Die Profis des FC hatten noch einmal trainingsfrei bekommen, bevor es ab Donnerstag in die finale Vorbereitung auf das schwere Spiel gegen Borussia Dortmund geht. Doch über dem Geißbockheim brauen sich gerade dunkle Wolken zusammen. Der FC befindet sich sportlich mal wieder in einer kleinen Krise und der Kölner Trainer in der großen Kritik. Zumindest bei den Fans scheint bereits ein Urteil über Lukas Kwasniok als Coach der Geißböcke gefällt worden zu sein. Wenn es nach der Meinung vieler Anhänger geht, dann ist der 44-Jährige nicht mehr der richtige Mann, der mit dem FC die Wende schaffen wird. In der Führungsetage am Geißbockheim sieht man das dieser Tage anders. Dort bekam der Trainer nach dem 0:2 gegen Augsburg noch einmal den Rücken gestärkt.
„Es reicht nicht, phasenweise gut zu sein“
Zunächst von Vizepräsident Ulf Sobek, nun auch von Geschäftsführer Sport Thomas Kessler. „Lukas und sein Team arbeiten äußerst akribisch, die Mannschaft zieht hier täglich mit. Wir haben die Qualität, unser Saisonziel zu erreichen. Das hat Lukas der Gruppe in dieser Woche noch einmal sehr deutlich vermittelt“, sagte Kessler dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „In Leipzig, Stuttgart und Hoffenheim waren wir absolut konkurrenzfähig. Augsburg war unter unserem Anspruch, das haben wir intern klar aufgearbeitet. Jetzt geht es darum, bei den kommenden Aufgaben – schon am Samstag gegen Dortmund – diese Qualität mit maximaler Intensität und Konsequenz über 90 Minuten auf den Platz zu bringen.“ Nur reicht es eben nicht, gute Leistungen abzurufen. Denn gegen Leipzig und Stuttgart gab es eben keine Zähler. Viel zu oft haben sich die Geißböcke nicht für ihre guten Leistungen belohnt.
Und so stehen die Kölner nicht zu unrecht auf Tabellenplatz 13, mit zwei Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz. „Die Situation ist uns sehr bewusst. Wir reden intern nichts schön, weil am Ende Ergebnisse zählen“, so Kessler weiter. „Es reicht nicht, phasenweise gut zu sein. Wir wissen, was gefordert ist, und ich erwarte, dass wir das entsprechend umsetzen.“ Der Ton wird rauer rund ums Geißbockheim. Vermutlich auch, weil der jüngste Auftritt eher Sorge statt Hoffnung schürte. Das vor der Tür stehende Duell gegen den BVB macht die Situation nicht leichter. Aktuell spricht jedenfalls nicht viel dafür, dass die Geißböcke den freien Fall am Samstag ohne Weiteres werden stoppen können. Und dann ist es nun nur mal Teil der Maschinerie, dass ein Trainer in Frage gestellt wird.
Am Mittwoch berichtete die „Sport Bild“, dass Kwasniok ein Ultimatum auferlegt bekommen habe. Demnach würden die drei Spiele bis zur Länderspielpause entscheidend sein. Das Fachmagazin rechnet, dass Kwasniok vier Punkte aus den Partien gegen den BVB, Hamburg und Borussia Mönchengladbach holen müsse, um seinen Job zu retten. Ob es dieses Ultimatum wirklich gibt, ist natürlich nicht bestätigt. Doch sollten die Kölner aus den kommenden Spielen keine Punkte holen, würde die Situation für den Coach sicher ungemütlich werden. Kwasniok wird viel dafür tun, das Team wieder in ruhige Gewässer zu führen. Die dunklen Wolken über dem Geißbockheim dürften auf ihn jedenfalls bedrohlich wirken.
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Wieder ein Nackenschlag in der Nachspielzeit: U21 kassiert in Unterzahl den Ausgleich in Wiedenbrück
Daniel Mertens
Zweiter Nackenschlag in der Nachspielzeit innerhalb von elf Tagen für die FC-Reserve: Nach der späten 0:1-Niederlage vor anderthalb Wochen in Wuppertal kassierte die U21 des 1. FC Köln diesmal in der Nachspielzeit noch den 2:2-Ausgleich in Wiedenbrück.
Die Kölner gingen vor dem Ausgleich in Unterzahl in Führung und hatten die drei Punkte bereits vor Augen. Die Sieglos-Serie wuchs damit auf vier Spiele an.
Mikolaj Marutzki vom 1. FC Köln
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Kölns Trainer Evangelos Sbonias änderte seine Startelf im Vergleich zur 1:3-Heimpleite gegen Bochums U21 am vergangenen Freitagabend auf drei Positionen: Patrik Kristal, Luis Stapelmann und Safyan Toure ersetzten Mikail Özkan, Fayssal Harchaoui und Sargis Adamyan. Für den 19-jährigen Stapelmann, der aus der U19 aufrückte, war es die Premiere in der U21.
Die frühe Führung
Das Spiel begann aufgrund der verspäteten Anreise der Rheinländer mit einer viertelstündigen Verspätung. Pünktlicher war hingegen der lautstarke Anhang aus der Domstadt, der sich hinter einem Tor positionierte und die FC-Talente anfeuerte – und früh jubeln durfte. Der Kapitän wurde knapp einen Meter zentral vor dem Strafraum zu Fall gebracht. Marvin Ajani versenkte den fälligen Freistoß mit Wucht rechts ins Tor zum 1:0 für den FC (5.). Der frühe Rückstand brachte die Gastgeber aber keinesfalls ins Nachdenken. Vielmehr war Wiedenbrück in der Folgezeit die aktivere Mannschaft, von der U21 war nach vorne kaum etwas zu sehen.
Kölns Torwart Mikolaj Marutzki brachte seinen Teamkollegen Ilias Elyazidi schließlich mit einem zu kurzen Anspiel in Bedrängnis. Der Kölner stoppte den in seinem Rücken heranstürmenden Moussa Doumbouya per Foul im Sechzehner als letzter Mann, vereitelte damit eine klare Torchance und sah die rote Karte (26.). Der gefoulte Doumbouya behielt genau vor den Kölner Fans die Nerven und verwandelte den Strafstoß zum 1:1, auch wenn Marutzki die Ecke ahnte (29.).
Nackenschlag in der Nachspielzeit
Nach der Pause musste sich Marutzki zunächst bei einem Wiedenbrücker Torschuss aus der zweiten Reihe strecken (48.). Kurz danach entstand die erneute Kölner Führung eher glücklichen Umständen: Yannick Mausehund schlug nach einem Ballgewinn im eigenen Drittel einen hohen Pass auf dem rechten Flügel nach vorne zu Bernie Lennemann. Der Stürmer zog ins Zentrum, entwischte seinem Gegenspieler Joel Udelhoven, umkurvte Wiedenbrücks Torwart Marcel Hölscher und schob zum 1:2 ins leere Tor (51.).
Die Kölner verteidigten den Vorsprung in Unterzahl danach leidenschaftlich. Doch spät in der Nachspielzeit gab es – wie schon zuletzt in Wuppertal – noch den Nackenschlag. Der eingewechselte Nick Zimmermann klärte per Kopf im eigenen Strafraum genau vor die Füße von Wiedenbrücks Joker Sebastian Mai, der per Direktabnahme zum letztlich verdienten 2:2 traf (90.+4). Danach besaß Doumbouya sogar noch die Chance zum Siegtreffer für die Gastgeber gegen entkräftete Kölner (90.+5).
Für die U21 geht es bereits am Samstagnachmittag (16 Uhr) mit dem rheinischen Derby bei der U23 von Borussia Mönchengladbach weiter.
Eine Schwäche des 1. FC Köln: Dortmunds Kopfballstärke ist eine echte Waffe
Simon Bartsch
Für die Kölner steht am Samstagabend die schwere Begegnung gegen den BVB auf dem Spielplan. Und vor allem eine Stärke der Dortmunder könnte dem FC empfindlich wehtun: Der BVB ist extrem kopfballstark, der 1. FC Köln nicht.
Mit dem Duell gegen Borussia Dortmund steht für den FC am Samstagabend das nächste schwere Spiel auf dem Programm. Vor allem die Kopfballstärke der Westfalen könnte Lukas Kwasniok und Co. vor große Probleme stellen.
Daniel Svensson vom BVB beim Kopfball gegen Linton Maina vom 1. FC Köln (Foto: Christof Koepsel / Getty Images)
Vor dem schweren Duell gegen den BVB zeigen sich die Geißböcke unter der Woche überraschend mutig. Lukas Kwasniok hatte schon am vergangenen Wochenende angekündigt, die Negativserie von sechs verlorenen Topspielen an Samstagabenden durchbrechen zu wollen. Am Dienstag erklärte Cenk Özkacar, dass man auch vor den Spielen gegen vermeintlich gute Gegner, nie wisse, was passiert. Und Tom Krauß sagte am Mittwoch in einem Podcast, dass er die ein oder andere Schwäche bei den Westfalen ausgemacht haben will. Natürlich betonte der 24-Jährige auch, dass er um die Qualität des Gegners wisse, man aber nicht mit Sorge oder gar Angst in eine solche Partie gehen dürfe. Dass der FC im eigenen Stadion gegen den BVB bestehen kann, haben die Kölner bekanntlich in den vergangenen Jahren dann auch ab und an bewiesen.
17 Tore nach Standards
Doch gerade auf die Kölner Defensive um Özkacar und Krauß dürfte gegen die Borussia besonders viel zukommen. Denn der BVB besitzt mit 51 Toren die zweitbeste Offensive der Liga. Dabei ist Dortmund besonders kaltschnäuzig. Die Westfalen haben bereits sieben Treffer mehr erzielt, als es der xGoals-Wert erwarten lässt. Tatsächlich können die Geißböcke beweisen, ob die zuletzt erfreulich stabile Defensive bei Standards mehr als nur eine zufällige Phase ist. Denn mit dem BVB kommt die zweiterfolgsreichste Mannschaft nach einem ruhenden Ball nach Köln. 17 Tore und damit ein Drittel aller 51 Liga-Treffer erzielte die Borussia nach einem Standard. Der FC zeigte sich in der Hinrunde bekanntlich besonders anfällig, kassierte 13 Gegentore nach Standards – der schlechteste Wert der Liga. In der Rückrunde kam nur noch ein Tor dazu, wiederum der Bestwert.
Vor allem aber werden Özkacar und Co. die Kopfbälle des Gegners in den Griff bekommen müssen. Die Westfalen erzielten in der Liga die meisten Tore mit dem Kopf. Zwölf Mal war der BVB so erfolgreich, die Bayern nur elf Mal. Die Dortmunder erzielten zudem die meisten Tore nach Flanken und die meisten Treffer nach Ecken. Für den FC eine besondere Gefahr, denn nur Freiburg und Mainz kassierten jeweils einen Kopfball-Gegentreffer mehr als die Geißböcke. Vor allem ein alter Bekannter scheint spezialisiert auf Kopfballtore. Kölns Ex-Spieler Serhou Guirassy traf wettbewerbsübergreifend in dieser Saison fünf Mal mit dem Kopf. „Er ist ein guter Stürmer. Aber ich habe auch schon gegen andere Mannschaften mit guten Stürmern gespielt. Es ist schon etwas anderes, gegen solche Leute zu spielen, aber ich bin bereit“, sagte Özkacar. Drei Mal war Nico Schlotterbeck so erfolgreich – zuletzt am vergangenen Wochenende gegen die Bayern.
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DFL beschließt neue U21-Liga – der 1. FC Köln hält sich die Teilnahme offen
Redaktion
Die DFL hat eine neue Liga für Nachwuchsmannschaften beschlossen. Diese soll zur kommenden Saison bereits eingeführt werden. Ob der Geißböcke daran teilnehmen werden, ist allerdings noch offen. Der 1. FC Köln hat Vorbehalte gegenüber der U21-Liga.
Die Haltung des 1. FC Köln gegenüber der neuen Liga ist noch nicht abschließend geklärt. Der Verein will prüfen, wie sich die Idee in den Kölner Abläufe passt.
Es hatte sich bereits angedeutet, nun wurde es auf der DFL-Mitgliederversammlung beschlossen: Zur Saison 2026/27 wird ein zusätzlicher U21-Wettbewerb für die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga einzuführen. Das Angebot soll allerdings ein freiwilliges Zusatzangebot darstellen. Der neue Wettbewerb soll das bestehende Lizenzsystem ergänzen, ohne dass zweite Mannschaften ausgegliedert werden. Dabei richtet sich die Teilnahme an bereits vorhandene Spieler im Übergang der U17 bis U21. Pro Mannschaft dürfen zudem bis zu vier ältere Akteure eingesetzt werden, um sowohl junge Talente gezielt zu fördern als auch beispielsweise Rekonvaleszenten nach längeren Pausen die Rückkehr in den Spielbetrieb zu erleichtern. In anderen Ländern ist ein ähnliches Format längst Usus. In England wird beispielsweise seit 2022 die Premier League 2 mit Nachwuchsmannschaften der Profi-Teams ausgetragen.
„Regionalliga bietet gute Voraussetzungen“
Ob der FC an der Liga teilnehmen wird, ist allerdings offen. „Wir müssen natürlich schauen, wie der Vorschlag in unsere Welt beim FC passt. Wir haben etwa vor knapp drei Jahren das Konzept der U21 komplett verändert. Wir haben uns damals Gedanken gemacht, wie wir den Übergang aus dem Nachwuchsbereich zu unseren Profis durchlässiger gestalten können“, sagte Lukas Berg jüngst im Interview mit come-on-fc.com. „Wir sind, anders als andere Vereine, wirklich darauf angewiesen, dass wir hervorragende Jugendarbeit machen und diese auch Früchte trägt. Titel im NLZ-Bereich sind relativ wenig wert, wenn wir keinen der Jungs in der Profimannschaft sehen.“ Grundsätzlich sei man beim FC glücklich darüber, dass sich Gedanken um die Nachwuchsförderung gemacht wird.
Aber: „Aktuell sind in der Regionalliga West sieben Zweitvertretungen vertreten. Damit haben wir schon einmal zwölf Spiele nur unter U-Mannschaften über die gesamte Saison auf sehr hohem Niveau. Dazu kommen die Spiele gegen gestandene Seniorenteams“, sagt Berg. „Die Regionalliga West bietet für uns aktuell in dieser Konstellation sehr gute Voraussetzungen, um unsere jungen Spieler frühzeitig an den Seniorenbereich heranzuführen. Wir haben für uns also schon viele Probleme gelöst, die an anderer Stelle jetzt unter anderem mit der U21-Liga angegangen werden.“ Das Format sieht zwei eigenständige Serien im Liga-Modus vor, deren jeweils beste Mannschaften sich für ein Finalturnier qualifizieren. Durch flexible Kaderbenennung und variable Terminierung der Spiele im jeweiligen Zeitraum wird den Clubs ein hohes Maß an Flexibilität geboten.
„Wir sind dabei, eine interne Haltung zu entwickeln“
Für die Kölner würden zehn zusätzliche Begegnungen anstehen, die den ohnehin schon vollen Kalender noch einmal anreichern würden. „Was nicht passieren darf, ist, dass wir auf einmal zu viele Spiele haben und dann die Vereine in der neuen Spielrunde vermehrt Ergänzungsspieler einsetzen. Wir wägen daher aktuell noch ab, wie dieser Vorschlag zu unserer Ausrichtung passt, weil wir eben in dieser Stoßrichtung bereits einiges unternommen haben“, so Berg. „Wir sind dabei, eine interne Haltung zu entwickeln. Wir schließen noch gar nichts aus oder ein, weil wir es aus verschiedenen Perspektiven betrachten müssen.“ Zudem stellen sich einige logistische Fragen. „Wie kriegen wir das überhaupt mit unseren Platzkapazitäten am Geißbockheim hin? Da kommt wieder die altbekannte Problematik ins Spiel.“
So können die Spiele auf neutralen Plätzen ausgetragen werden, um finanzielle und zeitliche Belastungen möglichst gering zu halten. Die Vereine verpflichten sich dazu, Platz zu bieten. „Das ist für uns faktisch nicht möglich.“ Die Partien finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, um den organisatorischen Aufwand zu minimieren. Für das Finalturnier im Sommer 2027 wird eine Austragung mit Zuschauern und medialer Vermarktung geprüft.
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Tom Krauß tut alles für das „Riesenziel beim 1. FC Köln zu bleiben“
Simon Bartsch
In den vergangenen Wochen hat sich Tom Krauß zum absoluten Stammspieler entwickelt. Auch, weil er ein ganz großes Ziel verfolgt. Tom Krauß will unbedingt beim 1. FC Köln bleiben. Dazu muss der Klassenerhalt gelingen.
Tom Krauß will in Köln heimisch werden. Die Voraussetzungen sind eigentlich gut. Eigentlich, denn während der erste Teil eingetütet ist, gerät der zweite zunehmend in Gefahr.
Dass er einer der großen Gewinner des Jahres 2026 bei den Geißböcken ist, dürfte Tom Krauß in der aktuellen Situationen eher sekundär interessieren. Der FC steckt in einer kleinen Krise, bewegt sich mit Tempo auf die Abstiegsplätze zu. Und der Mittelfeldspieler hat sich in den vergangenen Wochen als absoluter Teamspieler, als Leader der Kölner herausgestellt. Dementsprechend geht Krauß voran, will mit der Mannschaft möglichst schnell die Wende schaffen. In der Hinrunde lief es noch nicht so richtig rund für den 24-Jährigen, in diesem Jahr ist er möglicherweise der FC-Feldspieler, der am konstantesten auf hohem Niveau agiert. „Seitdem ich auf meiner Position spiele, konnte ich mich stetig weiterentwickeln“, sagte der gebürtige Leipziger nun im „FC-Podcast“ von Radio Köln.
„Ich will hier heimisch werden“
Tatsächlich hat der 24-Jährige in der Hinrunde immer wieder auf anderen Positionen aushelfen müssen – oder aus seiner Sicht dürfen. Der Mittelfeldspieler war sich nie zu Schade, mal als Innen- oder Außenverteidiger herzuhalten. Nun aber ist Krauß fester Bestandteil des Zentrums und geht dort eben als Leader voran. Zum einen, weil er Verantwortung übernehmen will, zum anderen geht es für ihn noch um eine ganz andere Sache: „Ich habe das Riesenziel hier in Köln zu bleiben. Das will ich mit aller Macht schaffen“, sagt Krauß. „Ich will hier heimisch werden.“ Kein Wunder, Krauß ist lange fußballerisch eben nicht heimisch geworden. Leipzig, Nürnberg, Schalke, Mainz, Luton, Bochum und nun Köln stehen auf der Clubliste des wohlgemerkt 24-Jährigen. Eine lange Liste, die um den Umstand von fünf Leihen noch ergänzt wird.
Die in Köln soll die letzte sein. Und die Voraussetzungen sind eigentlich gegeben. Der FC besitzt nicht nur eine Kaufoption, es ist eine Kaufpflicht. Die greift, wenn Krauß 15 Ligaspiele absolviert hat und wenn Köln die Klasse hält. Teil I ist erfüllt, Teil II eben nicht. Aktuell steuern die Kölner eben auf die gefährlichen Plätze zu. Am Samstagabend geht es gegen Borussia Dortmund, mit einer Niederlage droht am Wochenende der Abstiegsplatz. Für seinen Traum vom FC will der Sechser alles tun. „Ich fühle mich hier unfassbar wohl. Es ist alles gegeben“, sagt Krauß. „Es muss nur noch das eine Ziel gelingen.“ Doch die jüngsten Leistungen dürften die Euphorie um den FC ein wenig bremsen. Gerade das Spiel gegen den FC Augsburg war alles andere als ein fußballericher Leckerbissen.
„Unser Job ist es, auf dem Platz zu liefern“
Das weiß auch Krauß. „Wir müssen aus dem Spiel mitnehmen, dass es so einfach nicht geht“, sagt der 24-Jährige, der sein vollstes Verständnis für die enttäuschten mitgereisten Fans ausspricht. „Wenn mal die Leistung nicht so da ist, dann muss wenigstens der Elan, das Pressen, die Ekelhaftigkeit einfach da sein. Wir hatten sehr wenige Fouls. Das müssen wir uns auch ankreiden lassen“, so Krauß weiter. „Uns war immer bewusst, dass wenn wir nicht punkten, es dann schnell in die andere Richtung gehen kann.“ Zumal – und auch das betont der Mittelfeldspieler – die Konkurrenz nicht schlafe und punkte. Krauß kennt die Situation, steckte schon mit anderen Clubs im Abstiegskampf. Auch deswegen will der Leipziger mit gutem Beispiel vorangehen, Verantwortung eben übernehmen.
„Unser Job ist es, auf dem Platz zu liefern. Das haben wir gegen Augsburg nicht gemacht“, sagt Krauß, nun liege der volle Fokus aber auf dem Duell gegen Borussia Dortmund am Samstagabend. Der Mittelfeldspieler weiß um die Qualität des Gegners, will aber auch die ein oder andere Schwäche erkannt haben. Es werde eine schwere Aufgabe. Doch an Krauß soll es am Samstag nicht liegen. Der Mittelfeldspieler tut bekanntlich alles für sein großes Ziel: Er will beim 1. FC Köln heimisch werden.
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Sechs Leihspieler, sechs Kaufoptionen beim 1. FC Köln: Wie geht es weiter mit Krauß und Co?
Luca Kaiser
Nach der 0:2-Niederlage beim FC Augsburg ist der 1. FC Köln auch durch die Ergebnisse der Konkurrenten endgültig in den Abstiegskampf gerutscht. Trotz der schwierigen Tabellensituation haben im Hintergrund bereits die Planungen für die kommende Spielzeit begonnen. So könnte der 1. FC Köln mit den sechs Leihspielern planen.
Zehn Begegnungen bleiben den Geißböcken noch, um das Ziel des Klassenerhalts zu erreichen. Zehn Spieltage, die wohl je nach Ausgang auch über den Verbleib des ein oder anderen Leihspielers entscheiden könnten. Denn die Ligazugehörigkeit wird bei den Vertragsverhandlungen kein unwichtiger Aspekt sein.
Tom Krauß nach dem Spiel gegen Mainz
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Der 1. FC Köln befindet sich in einer gefährlichen Situation. In den kommenden Wochen benötigt das Team von Trainer Lukas Kwasniok dringend Punkte, um am Ende die Spielklasse zu halten. Ob der FC in der Liga bleibt oder doch den Gang in nach unten antreten muss, beeinflusst auch die Kaderplanung für die nächste Saison.
Bei Klassenerhalt folgt die feste Verpflichtung
Jakub Kaminski: Der vom VfL Wolfsburg ausgeliehene Offensivspieler ist der Top-Transfer der Kölner. Kaminski ist unter Kwasniok gesetzt, stand nur in vier Pflichtspielen nicht über die volle Zeit auf dem Platz und verbuchte fünf Tore sowie zwei Vorlagen auf seinem Konto. Die größten Stärken des Polen liegen in seiner Polyvalenz, der Laufbereitschaft und seinem unermüdlichen Willen. Der FC besitzt für den 23-Jährigen eine Kaufoption, deren Ablöse bei 5,5 Millionen Euro liegt. Dann hätte der Rechtsfuß einen Vertrag bis 2029 am Geißbockheim. Bleiben die Kölner in der Bundesliga, wird der 23-Jährige auch in der kommenden Saison beim FC spielen. Allerdings soll es bei einer festen Verpflichtung eine Ausstiegsklausel im Vertrag geben.
Tom Krauß: Der Mittelfeldspieler entwickelte sich im neuen Jahr zur unangefochtenen Stammkraft. Krauß zeichnet sich durch seine Intensität, sein Laufpensum und seine Übersicht aus. Der FC besitzt auch beim gebürtigen Leipziger eine Kaufoption, die sich im Falle des Klassenerhalts und bei einer gewissen Anzahl an Spielen in eine Kaufpflicht umwandelt. Dieser Teil ist bereits erreicht. Dann müssten die Kölner zwischen 3,5 und vier Millionen Euro an Mainz überweisen. Im Falle des Ligaverbleibs wird der Rechtsfuß auch nächstes Jahr eine wichtige Rolle einnehmen. Bei einem Abstieg könnten die Verantwortlichen Krauß dennoch fest verpflichten und um ihn herum die neue Mannschaft aufbauen, sofern die Kölner die finanziellen Möglichkeiten haben und der Mittelfeldspieler bereit ist, mit ins Unterhaus zu gehen sowie Mainz einverstanden ist.
Mehrere Möglichkeiten in der Abwehr
Kristoffer Lund: Der US-Amerikaner ist auf der linken Schienenposition ohne Konkurrenz und absolvierte 25 der 26 möglichen Pflichtspiele. Zwar zeigt der 23-Jährige größtenteils ordentliche Leistungen, allerdings schleichen sich auch immer wieder Fehler ins Spiel des Verteidigers ein, die auch schon zu einigen Gegentreffern führten. Trotzdem bleibt die Möglichkeit, die Kaufoption in Höhe von zwei Millionen Euro ziehen und Lund fest von Palermo nach Köln holen. Ob der FC den Schritt geht, ist offen.
Jahmai Simpson-Pusey: Der 20-Jährige, der im Winter per Leihe von Manchester City nach Köln gewechselt war, zeigte bereits, dass er mit seinem Spielaufbau, seinem Stellungsspiel und Zweikampfverhalten die Kölner Defensive verstärkt. Der FC kann den jungen Engländer für eine hohe einstellige Millionensumme fest verpflichten und sollte auch alles dafür tun. Allerdings ist fraglich, ob die Geißböcke dies stemmen können. Ohne einen großen Verkauf würde dann das Geld fehlen. In diesem Fall sollte der FC probieren, die Leihe zu verlängern oder die Ablöse zu drücken. Bei einem Abstieg ist eine Weiterbeschäftigung des Innenverteidigers ausgeschlossen. Zudem verfügen die „Sky Blues“ über eine Rückkauf-Option.
Cenk Özkacar: Pendelte der Türke in weiten Teilen der Saison noch zwischen Bank und Spielfeld, stand der Verteidiger in den vergangenen fünf Spielen in der Startformation. Özkacar zeigte bei seinen Einsätzen zuletzt gute Leistungen. Eine Verpflichtung ist dennoch nicht sicher. Tatsächlich haben die Kölner mit Julian Pauli und Elias Bakatukande junge Innenverteidiger unter Vertrag, die aktuell Spielpraxis sammeln und noch einiges an Potenzial besitzen.
Wie geht es weiter mit Felipe Chávez?
Felipe Chávez: Der junge Peruaner kam seit seinem Wechsel nach Köln bislang auf lediglich 14 Spielminuten. Allerdings betonte Kwasniok, dass Chávez dem FC im Laufe der Rückrunde noch weiterhelfen könne und man wisse, welche Qualitäten der 18-Jährige besitzt. Im Leihgeschäft mit den Bayern haben sich die Kölner eine Kaufoption in Höhe von 4,5 Millionen Euro gesichert, die jedoch auch eine Rückkaufoption für den deutschen Rekordmeister beinhaltet. Für einen Spieler mit wenig Erfahrung im Profifußball ist die Ablöse schon sehr hoch. Kann der Mittelfeldspieler in den kommenden Wochen Spielanteile sammeln und dabei überzeugen, könnte es dennoch ein gutes Invest für die Zukunft sein. Eine weitere Option wäre eine mögliche Ausweitung der Leihe.
Medienbericht: Gibt es ein Ultimatum für Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln?
Simon Bartsch
Nach dem bitteren 0:2 gegen den FC Augsburg hat sich die Situation bei den Geißböcken noch einmal drastisch verändert. Der Abstiegsplatz ist nur noch zwei Zähler entfernt. Nun sorgt ein Medienbericht für zusätzliche Brisanz beim 1. FC Köln: Gibt es ein Ultimatum für Lukas Kwasniok?
Nicht zum ersten Mal befindet sich Lukas Kwasniok mit seiner Mannschaft in dieser Saison im Krisenmodus. Doch offensichtlich wird es für den Coach bis zur kommenden Länderspielpause Mitte März besonders eng.
Wie geht es weiter mit Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln? (Foto: Christof Koepsel/GettyImages=
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Gewohnt ehrlich brachte Lukas Kwasniok die Situation rund um den 1. FC Köln am Freitagabend nach dem 0:2 gegen den FC Augsburg auf den Punkt. „Es ist klar, dass der Druck etwas größer wird“, sagte der 44-Jährige. Das zeigt schon der Blick auf die Tabelle. Nach dem 24. Spieltag hat der FC nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Schon nach dem kommenden Wochenende, nach dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund, könnte Köln also einen Abstiegsplatz belegen. Und gegen den BVB ist wahrlich nicht mit einem Dreier zu rechnen. Der Druck ist allerdings auch sicher aufgrund der Leistung am vergangenen Wochenende größer geworden. Den Kölnern fiel gegen den FCA herzlich wenig ein, Kwasniok fand mit seinem Team keinen Schlüssel gegen die defensiv agierenden Fuggerstädter.
Vier Punkte für die Jobsicherheit?
Nur Stunden nach der Pleite stärkten die Kölner Verantwortlichen in Person von Vizepräsident Ulf Sobek dem Trainer den Rücken. Aktuell steht Kwasniok nicht zu Disposition. Im Gegenteil, man wolle zusammenstehen. Gemeinsam soll der Weg aus der Krise klappen. Nun aber berichtet die „Sport Bild„, dass Kwasniok dann vielleicht doch nicht ganz so sicher im Sattel sitzt. So soll es noch am Samstag ein Krisengespräch mit Trainer und Thomas Kessler gegeben haben. Demnach habe der Geschäftsführer Sport dem Trainer zwar weiterhin den Rücken gestärkt, gleichzeitig aber auch einige Bedingungen auf den Tisch gelegt. Laut Bericht soll Kwasniok ein Ultimatum für die kommenden drei Spiele beim FC erhalten haben. Demnach würden diese über die Zukunft des Trainers entscheiden.
Dann steht die Länderspielpause an. Allein aus logistischen Gründen ein durchaus nachvollziehbarer Zeitpunkt. Ein neuer Coach hätte dann mehr Zeit, Einfluss auf die Mannschaft zu nehmen. Die „Sport Bild“ wird in ihrem Artikel dann auch deutlich konkreter. Demnach gibt es für Kwasniok ein Vier-Punkte-Ultimatum. Die Kölner müssen aus den kommenden drei Spielen vier Zähler holen. Kein leichtes Unterfangen, denn nach dem schweren Heimspiel gegen den BVB steht das sicher emotionale Duell beim Hamburger SV auf dem Spielplan, dann folgt das Rheinderby, in dem bekanntlich so ziemlich alles passieren kann. Keine leichte Situation also für den Kölner Coach. Doch es ist bekanntlich auch nicht die erste brenzlige Phase des 44-Jährigen. Klar ist, sollte der FC am Samstagabend auch sein siebtes Topspiel verlieren, wird der Druck sicher nicht kleiner werden.