Mit Christensen, aber ohne Chabot ins Training

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Mit Christensen, aber ohne Chabot ins Training

Der 1. FC Köln ist am Montag in die Vorbereitung auf die Begegnung gegen den SV Darmstadt am kommenden Freitag gestartet. Während Jacob Christensen wieder ins Team-Training eingestiegen ist, trainiert Jeff Chabot individuell.

Personell scheint der 1. FC Köln das Freitagabend-Spiel gegen den SV Darmstadt entspannt angehen zu können. Denn ein weiterer Spieler ist nun ins Mannschaftstraining eingestiegen. Jacob Christensen steht wieder im Teamtraining, Jeff Chabot trainiert individuell. Philipp Pentke unterzieht sich noch weiteren Tests.

Sportlich könnte die Situation beim 1. FC Köln auch vor dem Spiel gegen den SV Darmstadt 98 am kommenden Freitag kaum schwieriger sein. Vor dem Duell gegen den Abstiegskonkurrenten belegen die Geißböcke den 18. Tabellenplatz, haben die Rote Laterne nach dem 0:1 gegen die Bayern übernommen. Immerhin scheint es zur Vorbereitung auf das Freitagspiel personell weiter aufwärts zu gehen. Denn auch Jacob Christensen trainiert seit Montagvormittag wieder mit der Mannschaft mit. Der Däne hatte sich vor knapp zwei Monaten im Training am Knie verletzt. Die Verletzung stellte sich glücklicherweise „nur“ als Bänderdehnung heraus. Bislang kam Christensen für den FC aber in Ligaspielen nicht zum Einsatz, stand immerhin im Pokalspiel gegen den VfL Osnabrück auf dem Platz.

Chabot trainiert individuell

Dafür trainiert Jeff Chabot noch nicht mit der Mannschaft, der Abwehrchef absolviert eine individuelle Einheit. Wie der Verein mitteilt, „zum Zweck der Trainingssteuerung“. Das Spiel gegen Darmstadt soll aber nicht in Frage stehen. Chabot ist auch in dieser Saison einer der absoluten Leistungsträger der Kölner, war auch beim 0:1 gegen die Bayern am Freitagabend wohl der sicherste Innenverteidiger. Ein Ausfall wäre aktuell schwer zu kompensieren, auch, wenn Luca Kilian gegen die Bayern erstmals wieder in der Startelf stand.

Nach der Rückkehr von Christensen stehen FC-Trainer Steffen Baumgart erstmals in dieser Saison – bis auf Chabot – alle Feldspieler zur Verfügung. Einzig Philipp Pentke ist weiterhin außen vor. Der Ersatzkeeper hatte sich vor einigen Wochen eine Fleischwunde am Knie zugezogen. Diese war in einer Operation genäht worden. Pentke soll sich am Montag noch einigen Tests unterziehen, bevor er ebenfalls ins Mannschaftstraining einsteigt.

 

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Marvin Schwäbe: Kölner Krise als EM-Bewerbung?

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Marvin Schwäbe: Kölner Krise als EM-Bewerbung?

In den vergangenen Wochen konnte eigentlich nur ein FC-Profi meist überzeugen: Marvin Schwäbe. Der Kölner Keeper ist längst der sichere Rückhalt der kriselnden Kölner und empfiehlt sich für höhere Aufgaben. Unter anderem wurde Schwäbe nun schon zum zweiten Mal in die „Kicker“-Elf berufen.

Wirklich überzeugen konnte in den vergangenen Wochen beim 1. FC Köln einzig Marvin Schwäbe. Und das, obwohl die Kölner seit Monaten nicht mehr zu Null gespielt haben. Dennoch ist er ein Hoffnungsträger beim 1. FC Köln: Wird Marvin Schwäbe zur Option des DFB?

Natürlich betonte Steffen Baumgart auch nach der Begegnung gegen die Bayern, dass es seine Jungs gut gemacht hätten. Tatsächlich stand der FC im zweiten Abschnitt bei der 0:1-Pleite im Heimspiel gegen den Rekordmeister deutlich besser und sicherer als noch im ersten Abschnitt und hat es insofern auch in gewisser Weise gut, zumindest besser gemacht. Dennoch: Das Lob des Trainers für die Mannschaft fällt fast schon obligatorisch positiv aus, obwohl es schwer fällt, einen Feldspieler nach der weiteren Pleite herauszuheben. Ganz anders auf der Keeper-Position, denn Marvin Schwäbe war wieder einmal der überragende Kölner. Dementsprechend hoben die FC-Verantwortlichen den Keeper dann doch hervor. „Wir haben das Spiel verdient verloren. Wir können uns bei Marvin bedanken, dass wir bis zum Ende im Spiel waren“, sagte beispielsweise Thomas Kessler, der Leiter der Lizenzspielabteilung. Auch der Kölner Kapitän Florian Kainz betonte die gute Leistung des Torwarts.

Schwäbe nicht nominiert

Bereits gegen Bochum war Schwäbe über sich hinaus gewachsen, hatte acht Chancen zu Nichte gemacht und den Kölnern damit einen Zähler gerettet. Gegen die Bayern reichte es zwar nicht zu einem Punkt, der Kölner Keeper hielt den FC aber im Spiel und bewahrte die Geißböcke vor dem nächsten Debakel. Alleine in der ersten halben Stunde hatte der Torwart gleich mehrfach Situationen, um sich auszuzeichnen. Auch Dank seiner überragenden Leistung kamen die Bayern trotz eines xGoal-Werts von über drei Treffern auf ein Tor. Nicht umsonst wurde der Torhüter bereits zum zweiten Mal in die Elf-des-Spieltags des „Kickers“ berufen. Und das, obwohl unter anderem Hoffenheims Oliver Baumann und Augsburgs Finn Dahmen in ihren Begegnungen jeweils Elfmeter parierten und stark hielten.

Dass Marvin Schwäbe ein herausragender Keeper ist, hatte sich schon in der vergangenen Saison gezeigt und wurde im Sommer von höchster Stelle bestätigt. Der DFB kontaktierte den Keeper, teilte Schwäbe mit, dass er unter Beobachtung stehe. Die Hoffnung auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft im kommenden Sommer wuchs. Davon ist Schwäbe ehrlicherweise weit entfernt. Zu der Länderspielreise im November berief Bundestrainer Julian Nagelsmann Oliver Baumann (TSG Hoffenheim), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt) und Janis Blaswich (RB Leipzig). Die beiden gesetzten Keeper Marc-André ter Stegen (FC Barcelona) und Manuel Neuer (Bayern München) waren gar nicht erst dabei. Die Nicht-Nominierung bedeutet nicht zwangsläufig das frühzeitige EM-Aus, es ist aber wohl als klarer Fingerzeig zu verstehen. Eine Einschätzung, die auch die Marktwert-Analyse von gool.ai teilt. Demnach liegt Schwäbe mit einem Wert von 3.2 Millionen bei den deutschen Torhütern aktuell auf Rang acht. Zu den genannten fünf Keepern gesellen sich noch Bernd Leno und Alexander Nübel.

Schwäbe vereitelte elf Großchancen

Dabei gehört der Kölner Keeper in dieser Saison wieder zu den besseren Torhütern der Liga. Schwäbe wehrte in dieser Spielzeit bereits 42 Torschüsse ab, vereitelte elf Großchancen. Einzig der Ex-Kölner und aktuelle Darmstadt-Keeper Marcel Schuhen hielt mehr. Er kommt auf 13 vereitelte Großchancen. Insgesamt wehrte der Kölner Torwart bereits 42 Schüsse ab, liegt damit auf Rang fünf in der Bundesliga – allerdings gegen die Keeper der anderen Abstiegskandidaten.

Denn das ist der andere Teil der Wahrheit. Schwäbe bekommt in dieser Saison auch deutlich mehr Chancen, sich auszuzeichnen, über sich hinauszuwachsen. So waren die Großchancen und der XGoal-Wert von mehr als drei bei den Bayern der Harakiri-Spielweise seiner Vorderleute geschuldet. Ähnlich wie schon in den Spielen gegen Bochum, aber auch Leverkusen. Auch dort hatte Schwäbe ein Debakel verhindert, obwohl er drei Mal hinter sich greifen musste. „Es ist schon ganz gut, dass du in der Situation, in der wir stecken, einen Torwart hast, der ab und zu mal einen hält und auch mal einen hält, den nicht jeder hält“, hatte Baumgart in der vergangenen Woche gesagt. Selbst beim 0:6 gegen Leipzig machte der Kölner Torhüter nichts falsch und damit wiederum viel richtig. In seiner Form ist er wohl der einzige FC-Profi, der sich zumindest leise Hoffnungen auf einen Einsatz im DFB-Trikot bei der EM machen darf.


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Wieder Sechser, wieder unwirksam: Der FC muss eine Rolle für Florian Kainz finden

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Wieder Sechser, wieder unwirksam: Der FC muss eine Rolle für Florian Kainz finden

Gegen den FC Bayern München startete Florian Kainz mal wieder auf der Sechs neben Eric Martel. Die Wirkung dieser Maßnahme verpuffte einmal mehr und wirft Fragen auf.

Bei der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern startete Florian Kainz einmal mehr auf der Doppelsechs neben Eric Martel. Erstaunlicherweise stand aber auch Dejan Ljubicic in der Startformation, allerdings hinter den Spitzen beim 1. FC Köln: Florian Kainz war als Sechser wieder unwirksam.

Irgendwie war es symptomatisch für den bisherigen Saisonverlauf. Florian Kainz hatte eine Idee, eine gute. Der Steckpass auf Linton Maina hätte wohl zumindest einen Teil der Hintermannschaft des Rekordmeisters ausgehebelt. Hätte, denn der Ball wurde von Konrad Laimer abgefangen. Der Österreicher passte auf Kingsley Coman, der wiederum mit einem erfolgreichen Pass die Bayern-Führung durch Harry Kane einleitete. Kainz, neben Martel als Sechser eingeteilt, war in der Aktion genauso in der Offensive eingebunden wie Schienenspieler Maina – der FC auch deswegen in der Rückwärtsbewegung in Unterzahl und unsortiert. Es war die einzige wirklich nennenswerte kreative Aktion des Mittelfeldspielers und ausgerechnet die ging ordentlich daneben. Das Problem: Kainz ist eigentlich einer der Männer für die Kreative, das Offensivspiel, für Ideen und das Einleiten von Torgefahr. Davon kann aber aktuell nur wenig Rede sein.

Kainz auf der Sechs, Ljubicic hinter den Spitzen

Denn auch gegen die Bayern startete der Österreicher auf der Doppelsechs. Eine Rolle, die der Kölner Kapitän vor dieser Saison noch gar nicht, in dieser Spielzeit aber schon erstaunliche vier Mal gespielt hat. Hinter den Spitzen agierte dagegen Dejan Ljubicic. Noch unter der Woche hatte Steffen Baumgart angedeutet, dass der 26-Jährige, der 2021 als Sechser nach Köln geholt worden war, eine Option für die Startelf sein könnte. Die Experten hatten ihn wohl eher auf der Sechs gesehen. Doch auch Ljubicic läuft seiner Form hinterher. Baumgarts Hoffnung, er würde den „Kopf frei kriegen“, bestätigte sich bis zum Freitagabend nicht. Dabei hatte der Kölner Coach den Österreicher extra in die Startelf berufen, um auch auf dieser Position einen schnellen und aggressiven „Anläufer“ zu haben. Ein durchaus nachvollziehbarer Gedanke, Ljubicics Laufwerte sind bekannt. Doch aufgrund der Bayern-Qualität verpuffte die Wirkung des Mittelfeldspielers genauso wie die von Kainz auf der Sechs.

Spätestens nach den schwachen Auftritten auf dieser Position gegen Bremen, Bochum und nun gegen die Bayern muss die Frage nach dem Sinn dieser Maßnahme erlaubt sein. Kainz ist kein Sechser, er gewinnt auf dieser Position zu wenig Zweikämpfe (50 Prozent), glänzt weder als Balleroberer noch kann er die Lücken so zulaufen wie Eric Martel oder eben Ljubicic. Sollte er die Rolle offensiver auslegen, als es das Lehrbuch beschreibt, ist diese Maßnahme bislang noch nicht aufgegangen. „Die Überlegung hatten wir schon im Sommer“, erklärte Geschäftsführer Christian Keller im September. „Wir spielen unterschiedliche Kaderkonstellationen durch – auch, wie man im Idealfall möglichst viele der vermeintlichen Leistungsträger gleichzeitig auf den Platz bekommt.“

FC Köln: Florian Kainz als Sechser wieder unwirksam

Dieser Versuch führte bislang dazu, dass Kapitän Kainz bereits als Sechser, Achter, Zehner und teilweise sogar auf die linke Abwehrseite auswich. Die richtige Rolle scheinen die Kölner für ihren Kapitän nicht gefunden zu haben. Sein bestes Spiel machte der Mittelfeldspieler im Derby beim 3:1-Erfolg über Gladbach. Damals startete der 31-Jährige auf der Zehn. Dort haben die Kölner mit Mark Uth, der am Freitagabend gar nicht zum Einsatz kam, sowie Luca Waldschmidt starke Konkurrenz. Genauso wie auf der Außenbahn, auf der Kainz etatmäßig zu Hause ist, mit Spielern wie Linton Maina und nun wieder Jan Thielmann. Es wird Zeit, dass der FC die Rolle seines Kapitäns findet, auf der Sechs scheint sie bislang jedenfalls nicht zu liegen.


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Kommentar: Spiel verloren, aber eine wichtige Erkenntnis gewonnen

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Kommentar: Spiel verloren, aber eine wichtige Erkenntnis gewonnen

Der 1. FC Köln war im Heimspiel gegen die Bayern erwartungsgemäß chancenlos und hat das Duell absolut verdient verloren. Gewonnen hat FC-Trainer Steffen Baumgart aber eine wichtige Erkenntnis. Die Frage ist nur, was er daraus macht. Ein Kommentar.

Die 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern viel für den FC sehr schmeichelhaft aus. Köln hatte Glück, dass es nicht das nächste Debakel gab. Der FC hat zwar das Heimspiel verloren, aber Steffen Baumgart eine wichtige Erkenntnis gewonnen. Ein Kommentar zum 1. FC Köln und dem 0:1 gegen Bayern.

Steffen Baumgart hat es also getan. Der Trainer des 1. FC Köln ist von einer seiner Grundideen des Fußballs abgerückt. Gegen die Bayern ließ der Kölner Trainer, dem zunehmend einige Fans eine gewisse Sturheit in Sachen Aufstellung, taktische Ausrichtung und dem Einsatz von Nachwuchskräften nachsagen, eine Dreier- respektive Fünferkette spielen. Das erschien vor dem Bayern-Spiel so wahrscheinlich wie für den FC das Erreichen der Königsklasse. Ersteres ist geschehen und es hat unterm Strich noch nicht einmal wehgetan. Dass der Kölner Coach nach zweieinhalb Jahren von seinem Viererketten-Dogma abweicht, wird der aktuellen Situation, der Krise geschuldet sein. Es ist auf jeden Fall ein Zeichen, dass auch Baumgart nun nach anderen Lösungen sucht. Mit hoher Intensität, Mut und Klarheit ist es alleine nicht (mehr) getan. Auch wenn das auch weiterhin die Grundzutaten für erfolgreichere Zeiten sein sollten und zwei Spielzeiten offenbar auch das Heilmittel waren. 

Kölner Überraschungsmoment verpufft

Ob der Zeitpunkt dieser taktischen Maßnahme klug gewählt war, ist eine berechtigte Frage. Zumindest hat sich schnell gezeigt, dass die Bayern individuell zu gut besetzt sind, als dass die taktische Überraschung sie aus dem Konzept hätte bringen können. Genauso wurde sehr schnell deutlich, dass die individuelle Klasse der Kölner für dieses Spiel gegen die Bayern nicht reicht. Offen bleibt auch, ob die Zeit vor dem Duell für das Einstudieren dieser offenbar sehr komplexen Maßnahme ausgereicht hat, gerade weil Spieler wie Eric Martel, Jan Thielmann und Florian Kainz die dazugehörigen Trainingseinheiten verpasst haben. 

Gravierend war aber viel mehr die Fehleinschätzung des Trainers, mit aggressivem Anlaufen, einem hohen Offensivdruck, eine ball- und spielsichere Umschaltmannschaft wie die Bayern zu Fehlern zwingen zu können. Im Gegenteil, die Münchener hatten auch durch diese Maßnahme leichtes Spiel, viele Freiräume, kamen immer wieder in erstaunliche Überzahl-Situationen. Es war nur dem nicht erklärbaren Unvermögen der zahlreichen Nationalspieler vor dem Tor sowie dem erneut überragenden Marvin Schwäbe im Tor zu verdanken, dass der FC nicht schon in den ersten 30 Minuten in das nächste Debakel steuerte. Das Experiment mit der Dreierkette gepaart mit dem aggressiven Offensivfußball ist gescheitert und das ehrlicherweise ziemlich kläglich.

Baumgart rührt Beton an

Das änderte sich nach dem Wechsel schlagartig. Denn im zweiten Abschnitt rückte der 51-Jährige von dem Grundprinzip, dem Fundament seines Fußballverständnisses ab. Er rührte Beton an, parkte den Bus – Dinge, die im Baumgartschen Fußball-Kosmos eigentlich nicht existieren. Der Kölner Beton bestand aus einer tief stehenden Fünferkette sowie einer defensiv ausgerichteten Viererformation. Die alleinige Sturmspitze hatte in dem Abwehrbollwerk wohl nur einen symbolischen Charakter. Denn die Kölner fanden fortan im Angriff so gut wie gar nicht mehr statt. Dafür stand die Hintermannschaft aber sicher. Die Bayern wurden zwar nochmal gefährlich, aber bei weitem nicht mehr in der Schlagzahl wie in Halbzeit eins. „Wir haben tiefer gestanden, was ich mir normalerweise nicht auf die Fahne schreibe, aber es war notwendig. Und dann haben wir gut verteidigt“, sagte der 51-Jährige. „Die zweite Halbzeit war besser. Die Dreierkette hat es gut gemacht. Wir nehmen da sehr viel mit.“

Auch, wenn das nicht der Plan des Trainers war: Baumgart wird nicht verborgen geblieben sein, dass eben jener Beton manchmal das erfolgversprechende Fundament gegen Offensivkräfte wie die Bayern sein kann. Punkte ermauern ist sicherlich keine Dauerlösung und mag nicht Baumgarts Verständnis von Fußball entsprechen, es kann aber gerade in der aktuellen Phase ein probates Mittel für Punkte gegen Top-Mannschaften sein. Der FC hat das Spiel gegen die Bayern knapp, aber völlig verdient verloren. Die gewonnene Erkenntnis einer funktionierenden Defensivtaktik könnte aber noch viel wichtiger werden als ein Überraschungs-Remis gegen den Rekordmeister. Die Frage ist nur, was Baumgart daraus macht.


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Thielmann spielt sich in den Vordergrund

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Thielmann spielt sich in den Vordergrund

Gegen den FC Bayern München gab Jan Thielmann sein Comeback in der Startelf. Es war ein sehr gutes und macht Hoffnung auf mehr.

FC-Trainer Steffen Baumgart wartete bei der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern München mit einigen Überraschungen auf. Unter anderem stand ein Youngster in der Startelf des 1. FC Köln: Jan Thielmann nutzt seine Chance.

Die Hände auf die Knie gestützt, das Gesicht gequält: Jan Thielmann war die Erschöpfung bei der 0:1-Pleite gegen die Bayern deutlich anzusehen. Der 21-Jährige blickte fast schon flehend Richtung Trainerbank. So sehr, dass man sich beim Zuschauen um eine weitere, eine neue Verletzung Sorgen machen musste. Noch vor wenigen Wochen hatte FC-Trainer Steffen Baumgart betont, dass er Thielmann bremsen müsse, behutsam aufbauen wolle. Nun trieb der Trainer den Spieler noch einmal an, noch das letzte Bisschen aus sich herauszuholen. Und das tat der Youngster, bevor der Coach dann in der 76. Minute ein Einsehen mit Thielmann hatte und den Youngster aus dem Spiel nahm. „Ich bin mit Krämpfen runter. Da ging wirklich nicht mehr viel. Der Trainer wusste, dass ich nahezu am Ende bin“, sagte Thielmann nach der Begegnung.

Thielmann verkörpert den Abstiegskampf

Tatsächlich war das aber auch nicht schwer zu erkennen. Thielmann startete die Begegnung irgendwo in der Nähe von Davie Selke – zumindest auf dem Papier. Denn da die Kölner in der Offensive so gut wie gar nicht stattfanden, in der Defensive aber ständig unter Druck gerieten, war der 21-Jährige so gut wie überall unterwegs. Wirklich produktiv war das im ersten Abschnitt nicht, doch kaum ein FC-Profi verkörperte die Eigenschaften des Abstiegskampfs so wie eben Jan Thielmann. Der U21-Nationalspieler ging keinem Zweikampf aus dem Weg und gewann im Schnitt zwei Drittel von diesen. Für einen Offensivspieler ein erstaunlicher Wert. Beim FC waren nur Eric Martel und Jeff Chabot besser. Dazu lief der Youngster nahezu zehn Kilometer. Dazu absolvierte der Kölner Hoffnungsträger 25 Sprints. Nur Linton Maina (26) und Rasmus Carstensen (30) sprinteten mehr.

Nach dem Wechsel stellte Baumgart das Team um, zog Thielmann zurück in die Fünferkette. Der Youngster agierte nun als Schienenspieler und löste auch diese Aufgabe sehr gut. Der Youngster blieb auch dort gegen Leory Sané und Kingsley Coman zweikampfstark. Vor allem verkörpert der Youngster aber nach wie vor das, was Baumgart von seinen Spielern im Abstiegskampf erwartet: Wille, Leidenschaft, Körpersprache. Thielmann ist sicher noch nicht wieder am Leistungsmaximum angekommen, doch der Youngster bewies einmal mehr, warum er für den FC in naher Zukunft sehr wichtig kann. Mit dieser Leistung bewarb sich der 21-Jährige jedenfalls für mehr. Dadurch bekommt Steffen Baumgart mehr Optionen in der Offensive, wird dadurch aber auch vor weitere Luxusprobleme gestellt. Denn Thielmann ist ein Mann für die Startformation. Durch seinen Einsatz verzichtete der Kölner Coach am Freitagabend mit Mark Uth und Luca Waldschmidt auf gleich zwei Leistungsträger. Thielmann zahlte es mit einer ordentlichen Leistung zurück.


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Analyse: Warum Baumgarts Plan gegen die Bayern nicht funktionierte

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Analyse: Warum Baumgarts Plan gegen die Bayern nicht funktionierte

Bei der 0:1-Niederlage gegen die Bayern setzte FC-Trainer Steffen Baumgart erstmals auf eine Dreier- und Fünferkette. Der Versuch scheiterte und das hat mehrere Gründe.

FC-Trainer Steffen Baumgart hatte gegen den FC Bayern München einen überraschenden Plan. Die ungeliebte Dreierkette sollte herhalten. Das führte bei der 0:1-Niederlage aber zu einer Reihe von Problemen beim 1. FC Köln: Warum die Dreierkette nicht funktionierte

Selbst als der FC am Freitagabend die vermeintliche Aufstellung für das Topspiel gegen den FC Bayern München auf der eigenen Homepage mehr oder minder bekannt gab, waren die Zweifel bei Anhängern, aber auch den Experten groß. Dass Steffen Baumgart wirklich auf ein anderes System umstellen würde, schien nach zweieinhalb Jahren Baumgart-Viererketten-Fußball keine Option. Tatsächlich formierte sich dann bei den Geißböcken zum Anpfiff eine Dreier- respektive Fünferkette. Nun ist diese taktische Maßnahme kein Hexenwerk, in der Bundesliga durchaus eine gängige Variante und sollte auch gestandene Fußballprofis grundsätzlich nicht vor besonders große Herausforderungen stellen. Beim FC überraschte die Systemumstellung dennoch. Dass sie gegen die Bayern nicht zum erhofften Punkt führte, nicht wirklich. Und das hat gleich mehrere Gründe.

Fragezeichen bei der Aufstellung

Tatsächlich hat Baumgart seit einem Amtsantritt im Juli 2021 die Viererkette wie ein Heiligtum in die Kölner Denke integriert. Zwar hat der 51-Jährige in der Vergangenheit ab und an Testspiele dazu genutzt, die Dreierkette mal anzutesten, wirklich überzeugt schien er aber nicht. Und so spielte der FC in den Pflichtspielen bis heute ausschließlich mit der Viererformation. Die Abläufe, Absprachen und Aufgaben sind mittlerweile automatisiert, jeder Spieler weiß, welche Rolle er in den System übernimmt. „Letztendlich sollte man doch immer versuchen, das umzusetzen, was man in der Regel auch beherrscht. Das ist sicherlich die sinnvollere Variante als etwas auszuprobieren, was man zehn Spieltage lang nicht getan hat“, sagte Professor Daniel Memmert vom Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik der Deutschen Sporthochschule Köln im Oktober.

Auch, wenn Baumgart die Dreierkette unter der Woche hatte trainieren lassen, sie wirkte alles andere als einstudiert. Im Gegenteil: gleich mehreren Spielern war anzumerken, dass sie nicht so recht wussten, wie sie mit der Umstellung umgehen sollten, es fehlten erwartungsgemäß eben die Automatismen und Abläufe. Ob eine Länderspielpause reicht, um das System zu verinnerlichen, ist zumindest fraglich. Zumal mit Eric Martel, Florian Kainz und Jan Thielmann gleich drei Spieler der Anfangself in der vergangenen Woche gar nicht oder nur teilweise am Geißbockheim verweilten. Dafür saß gegen die Bayern aber ein Leart Pacarada, der bei St. Pauli ein wichtiger Teil der Dreierkette war, diese verinnerlicht hat wie kein anderer FC-Profi, genauso auf der Bank wie Dominique Heintz, der diese Variante aus seiner Bochumer Zeit noch bestens kennt.

Baumgarts Plan geht nicht auf

Dass die Fünferkette dennoch auch gegen die Bayern funktionieren kann, bewiesen die Kölner in der zweiten Halbzeit. Allerdings mit einer ganz anderen Ausrichtung als noch in Durchgang eins. „Bevor ich zur Dreierkette wechsele, Leute, alles gut… Sie gilt zwar oft als Allheilmittel, aber meistens ist es eine Fünferkette mit geparktem Bus. Das ist nicht meine Geschichte“, hatte der Trainer vor einem Jahr gesagt. Und so suchte Baumgart in den ersten Minuten mit seinem Team erwartungsgemäß das Heil in der Flucht nach vorne. Und das hatte gravierende Auswirkungen. Denn wie angekündigt liefen die Kölner die Bayern hoch und aggressiv an.

Das sah auch zeitweise nicht schlecht aus. Nur scheinen die Bayern für diese Variante individuell zu gut besetzt, denn der FC macht zu viele individuelle Fehler. „Wir wollten die Müdigkeit der Bayern ausnutzen, sie hoch anlaufen und zu Fehlern zwingen. Das ist komplett daneben gegangen, weil die Qualität des Gegners einfach auch zu groß war“, sagte Baumgart, der noch vor dem Spiel erklärte, dass er die Spieler auf den Platz bringen wollte, die mit Tempo anlaufen. Der FC lief auch rund drei Kilometer mehr als die Bayern, doch hatte er nicht wirklich viel davon. Gegen eine Mannschaft, die sich wie die Bayern aus gefühlt jedem Pressing mit spielerischen Mitteln und schnellem Umschaltspiel befreien kann, hatte die Formation so viel von Harakiri.

FC nun doch mit Defensivfußball

So rückten die Außenbahnspieler im Pressing so weit auf, dass die vermeintliche Innenverteidigung im Grunde gesprengt wurde. Timo Hübers und ab und an auch Luca Kilian waren so gezwungen, die Außenpositionen mit zu bekleiden. Beim Ballverlust wurden so die Räume zwischen den Verteidigern zu groß und die Bayern hatten mit ihren langen Bällen ein einfaches Spiel. Denn aus der vermeintlichen Fünferkette wurde so eine Dreierkette, an deren Ende in den ersten 30 Minuten Jeff Chabot das letzte Heilmittel blieb. Gleich mehrfach kam es zu Drei-auf-Eins-Situationen, die die Bayern erstaunlicherweise nicht nutzten. „Die ersten 30 Minuten nehme ich komplett auf meine Kappe. Da habe ich die Jungs einfach zu hoch gejagt. Und das gegen eine Mannschaft, die dir keinen Stich lässt. Da muss man froh sein, dass die Bayern dich am Leben gelassen haben. Vieles hat nicht funktioniert“, sagte dementsprechend auch Baumgart.

Und so ließ sich Baumgart zur Halbzeit doch auf sein eigentliches „No-go“ ein und wählte eine destruktive 5-4-1-Variante. Das gab dem FC Sicherheit, führte auch dazu, dass es die Bayern nun deutlich schwerer hatten, in der Offensive fand Köln nun aber noch weniger statt als im ersten Durchgang. „Wir haben tiefer gestanden, was ich mir normalerweise nicht auf die Fahne schreibe, aber es war notwendig. Und dann haben wir gut verteidigt“, sagte der 51-Jährige. „Die zweite Halbzeit war besser. Die Dreierkette hat es gut gemacht. Wir nehmen da sehr viel mit.“ Offenbar wird die Dreierkette so zu einer Variante. Vielleicht nicht unbedingt gegen die Bayern.


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Baumgarts Experiment scheitert

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Baumgarts Experiment scheitert

Erstmals in der Ära Baumgart spielt der FC gegen die Bayern in einem Pflichtspiel mit Dreier- und/oder Fünferkette. Zwar unterlag Köln nur 0:1, dennoch ist das Experiment nicht geglückt.

Nach der ersten halben Stunde, die viel von Harakiri hatte, konnte der FC sich glücklich schätzen, nicht bereits 0:2 oder sogar 0:3 im Rückstand zu sein. Baumgarts geforderte Spielweise zeigte sich als zu anfällig gegen die starken Bayern. Die zweite Hälfte spielte der FC deutlich defensiver und konnte so einen weiteren Treffer verhindern. 1. FC Köln: Der Plan mit der Fünferkette geht nicht auf

Seltsam gelöst wirkte Steffen Baumgart beim obligatorischen TV-Interview nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern. Fast so, als sei eine gewissen Anspannung von dem Trainer abgefallen. Anfang der Woche hatte der 51-Jährige noch betont, dass eine mögliche knappe Pleite gegen den Rekordmeister eben auch eine Pleite und demnach kein Achtungserfolg sei. Klar, von null Punkten gegen die Bayern können sich Baumgart und sein Arbeitgeber relativ wenig kaufen, unabhängig vom eigentlichen Ergebnis. Und doch schien das 0:1 eine aufhellende Wirkung auf den Coach gehabt zu haben, obwohl sich die Situation im Tabellenkeller nicht verbessert, nein eigentlich sogar verschlechtert hat. Köln ist aufgrund der Tordifferenz einen Rang abgerutscht, hat die Rote Laterne wieder übernommen.

Große Lücken, weite Abstände, leere Räume

Über die Gründe für die lockere Stimmung lässt sich nur spekulieren. Fakt ist, dass der FC, aber vor allem auch Baumgart mit dem 0:1 noch sehr gut weggekommen sind. „Wenn du die 90 Minuten betrachtest, gehen die Bayern hier als der verdiente Sieger vom Platz“, sagte Baumgart und dann ein wenig martialischer: „Sie hätten uns in der einen oder anderen Situation viel früher killen können. Wir waren leider chancenlos.“ Damit brachte der Trainer die erste Halbzeit ziemlich treffend auf den Punkt. Bayern hätte schon nach zwei, spätestens aber nach sieben Minuten in Führung gehen müssen. Zunächst setzte Eric-Maxim Choupo-Moting den Ball nebens Tor, dann scheiterte Leroy Sané bei dem Versuch, den Hünen Marvin Schwäbe eiskalt zu überlupfen. Als Harry Kane wenige Minuten später einschob, hätte es gut und gerne schon 0:2 oder 0:3 stehen können. Auch nach Kanes Tor vergaben die Bayern noch einige Großchancen, Köln hatte genau eine Möglichkeit. „Da muss man froh sein, dass die Bayern dich am Leben gelassen haben“, sagte der Coach.

Tatsächlich hatten die Bayern phasenweise ein erstaunlich leichtes Spiel. Die Kölner stürmten nach vorne, spielten wie von Baumgart gefordert mutig auf, waren aber für Konter anfällig und bei diesen ständig in Unterzahl. Und das hatte einen einfachen Grund. Baumgart hatte erstmals in einem Pflichtspiel die Dreierkette aus einer ungeliebten Schublade gekramt, sie entstaubt und mit der Ansage des Offensivspiels versehen. „Wir wollten den Gegner überraschen. Teilweise hat es funktioniert, teilweise nicht“, sagte Keeper Schwäbe. Gerade der erste Abschnitt hatte viel von „eher nicht“.

Thielmann als Teil der Fünferkette

Und das, obwohl das hohe Pressing, die hohe Intensität eigentlich passten. Nur hatte der Trainer die zuletzt omnipräsenten individuellen Fehler nicht so recht beachtet. Und diese führten zu den gegnerischen Kontern. Zwar hatte der Kölner Coach in der vergangenen Woche ab und an die Dreierkette trainieren lassen, sie war aber noch nicht so in den Köpfen und Beinen der Spieler, dass ausgerechnet die Top-Offensive der Liga ins Straucheln geriet. Im Gegenteil: der FC offenbarte in der Hintermannschaft viel zu große Lücken, zu weite Abstände, zu leere Räume. Nach dem 0:6 gegen Leipzig hätte sich der FC auch nicht über ein Debakel gegen die Bayern beschweren dürfen.

Die erste halbe Stunde im Kölner Stadion hatte viel von Harakiri und wenig von einem gut durchdachten Plan. „Die ersten 30 Minuten nehme ich komplett auf meine Kappe. Da habe ich die Jungs einfach zu hoch gejagt. Und das gegen eine Mannschaft, die dir keinen Stich lässt“, zeigte sich der Trainer einsichtig. „Dann habe ich gemerkt, dass das, was ich mir vorgenommen hatte, gegen so eine starke Mannschaft nicht umsetzbar war.“ Nicht wenige Fans hatten nach dem Wechsel die Rückkehr zur Viererkette erwartet. Baumgart stellte auch um, allerdings nicht auf die gewohnte Formation. Der Trainer beorderte Jan Thielmann in die Fünferkette und stellte Rasmus Carstensen auf die linke Abwehrposition. Und diese Maßnahme zeigte Wirkung. Der FC mauerte nun, dies aber durchaus erfolgreich. Die Bayern bekamen kaum noch Zugriff auf die Partie, kamen erst in der Schlussphase zu zwei weiteren Abschlüssen. Vielleicht auch, weil sie gar nicht mehr tun mussten. Da der FC nun aber sein Heil in der Betonmischerei suchte, kamen auch die Geißböcke zu keinen namhaften Chancen mehr. Es blieb beim knappen 0:1.


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„Die ersten 30 Minuten nehme ich komplett auf meine Kappe“

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„Die ersten 30 Minuten nehme ich komplett auf meine Kappe“

Zumindest kämpferisch hat der 1. FC Köln gegen Bayern München eine ordentliche Leistung abgerufen. Mehr aber auch nicht. Am Ende stehen wieder null Punkte. Die Stimmen zum Bayern-Spiel.

Am Ende stehen die Null Punkte da. Wir haben es aber alles in allem in der Defensive nicht schlecht gemacht. Offensiv hätten wir in der einen oder anderen Situation noch ein wenig zwingender sein müssen. 0:1 verloren, damit können wir nicht zufrieden sein. Ich bin mit Krämpfen runter. Am Ende ging da wirklich nicht mehr viel. Der Trainer wusste, dass ich nahezu am Ende bin. 

Jan Thielmann bei DAZN

Die ersten 30 Minuten nehme ich komplett auf meine Kappe. Da habe ich die Jungs einfach zu hoch gejagt. Und das gegen eine Mannschaft, die dir keinen Stich lässt. Da muss man froh sein, dass die Bayern dich am Leben gelassen haben. Vieles hat nicht funktioniert. Aber ich bin derjenige, der die Jungs nach vorne getrieben hat. Dann habe ich gemerkt, dass das, was ich mir vorgenommen hatte, gegen so eine starke Mannschaft nicht umsetzbar war. Deswegen war die zweite Halbzeit schon besser. Aber wenn du die 90 Minuten betrachtest, gehen die Bayern hier als der verdiente Sieger vom Platz. Sie hätten uns in der einen oder anderen Situation viel früher killen können. Wir waren leider chancenlos..

Steffen Baumgart bei DAZN zu den Anfangsminuten

Wir haben gegen eine solche Mannschaft tiefer gestanden, was ich mir ja sonst nicht auf meine Fahne schreibe. Aber es war notwendig und dann haben wir es auch gut verteidigt. Wir hatten ein paar Ideen, die nicht so funktioniert haben. Wir nehmen schon sehr viel mit. Als neutraler Beobachter macht es Spaß, die Bayern zu sehen. Wenn du in der anderen Truppe bist, tut es manchmal weh.

Steffen Baumgart bei DAZN über die Systemumstellung

In der ersten Halbzeit darfst du dich nicht beschweren, wenn sie das ein oder andere Tor mehr schießen. In der zweiten Halbzeit haben wir eine defensivere Variante gewählt, standen ein wenig kompakter. Da hatten sie nicht mehr so viele Torchancen. Dann werden die Wege nach vorne natürlich auch weit. Verlieren ist immer scheiße. Aber es geht weiter. Nächste Woche zählt es gegen Darmstadt. Es war etwas ganz neues für uns. Wir haben das aber im Training geübt. Wir konnten uns darauf einstellen. Das hat auch ganz gut geklappt. Wir hatten wenige Torchancen. Wir haben uns damit schwer getan.

Luca Kilian bei DAZN

Alles zum Spiel

Einzelkritik

Die Einzelkritik gegen Bayern

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Die Einzelkritik gegen Bayern

Zwar hat der 1. FC Köln mit dem 0:1 gegen die Bayern einen Achtungserfolg erzielt, mehr aber auch nicht. Der FC offenbarte große Lücken beim Fünferketten-Experiment. Das zeigt sich auch in den Noten.

Nach einer erschreckend schwachen Leistung im ersten Durchgang hat sich der FC im zweiten Abschnitt deutlich gesteigert. Gegen die Bayern hatte der FC aber nie eine wirkliche Chance. Die Einzelkritik der FC-Profis gegen Bayern.

Zu Beginn der Woche erklärte FC-Trainer Steffen Baumgart, dass eine knappe Niederlage gegen die Bayern dennoch eine Niederlage sei. Alles andere als Punkte würde ihn nicht interessieren. Dementsprechend bedient dürfte der Kölner Coach nach dem 0:1 im Heimspiel gegen den Rekordmeister gewesen sein. Tatsächlich haderte der Coach aber mit seiner taktischen Vorgabe, nahm seine Mannschaft in Schutz. Fakt ist, dass sich einige Kölner am Freitagabend besonders schwer taten. Das zeigen auch die Noten der Spieler.

So bewerten wir die FC-Profis gegen Bayern

Unter der Woche hatte Steffen Baumgart den Keeper noch für seine starken Paraden gelobt. Betont, dass Schwäbe den FC einige Male lange im Spiel gehalten habe. Das hat der Torwart auch gegen die Bayern. Unfassbar starke Parade gegen Sané nach sieben Minuten. Auch gut gegen Choupo-Moting und Sané. Hatte nach dem Wechsel wenig zu tun.

Stand überraschend in der Startelf. Hatte nach einer Minute schon großes Glück, dass sein Stockfehler nicht bestraft wurde. War auch anschließend alles andere als sattelfest. Seine Ausflüge in die Offensive sorgen schon mal für Schnappatmung.

Zeigte eindrucksvoll, dass er die Fünferkette für den FC vielleicht ein wenig früh kam. Ließ sich immer wieder von den langen Bällen düpieren. Rettete ein, zwei Mal mit starken Grätschen. Gewann im Schnitt nur jeden zweiten Zweikampf. Kam aber immerhin zu zwei Abschlüssen.

Rettete auf der Linie, legte dennoch Kane die Führung auf. Bestritt für einen Innenverteidiger erstaunliche acht Zweikämpfe, gewann aber immerhin sechs. Versuchte, der Abwehr Sicherheit zu geben. Das gelang nicht immer.

Kam zu der besten oder eigentlich einzigen Kölner Chance, traf aber den Ball nicht richtig. Hatte im ersten Abschnitt auch seine Schwierigkeiten mit der Fünferkette. Spielte nach dem Wechsel auf der linken Abwehrseite und kam dort deutlich besser zu recht. Allerdings auch, weil die Bayern ganz offensichtlich einige Gänge zurückschalteten.

Trotz der Fünferkette stand der Kapitän wieder auf der Sechs und Dejan Ljubicic hinter den Spitzen. Versuchte dennoch kreativ zu agieren. Sein Steckpass auf Linton Maina wäre eine starke, eine kreative Vorarbeit gewesen. Wäre, denn sein Pass kam nicht an und leitete den Rückstand ein. Seine Flanke auf Carstensen hätte belohnt werden können. Mehr kam aber nicht vom Kölner Kapitän.

Spulte erwartungsgemäß die meisten Kilometer ab. Kam auch auf eine ordentliche Zweikampf- sowie eine gute Passquote. Hatte trotzdem ebenfalls seine Probleme mit der Übermacht des Rekordmeisters.

Stellte unter Beweis, dass er kein Linksverteidiger ist. War im ersten Abschnitt heillos überfordert, wechselte nach der Pause in die Offensive und steigert sich. Brachte trotzdem so gut wie keinen Ball zum Mitspieler.

Baumgart hatte unter der Woche betont, dass sich der Mittelfeldspieler in einer Delle befinde, den Kopf frei kriegen müsse. Das ist dem Österreicher noch nicht gelungen. Agierte überraschend hinter den Spitzen und nicht neben Eric Martel. Hatte so gut wie kein Zugriff auf das Spiel.

Fand im Sturm so gut wie gar nicht statt. Kam auf 17 Ballkontakte, eine Passquote von 17 Prozent und keinen Torabschluss.

Gab sein Startelf-Debüt in dieser Saison. Startete recht ordentlich mit viel Tempo über die Außen. Ließ aber auch zwischenzeitlich ordentlich nach. Spielte nach dem Wechsel auf der rechten Außenbahn – und das wieder gut. Gab keinen Ball verloren, rackerte, ackerte.

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FC unterliegt den Bayern knapp, aber verdient

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FC unterliegt den Bayern knapp, aber verdient

Der 1. FC Köln hat das Heimspiel gegen den FC Bayern München erwartungsgemäß verloren. Bei der 0:1-Pleite verteidigten die Geißböcke leidenschaftlich. Am Ende gingen die Kölner erneut leer aus und das verdient.

Der Überraschungsplan von Steffen Baumgart ist nicht aufgegangen. Der Kölner Trainer wählte erstmals die Fünferkette als taktische Ausrichtung, gebracht hat es nichts. Im Gegenteil, gerade im ersten Abschnitt waren die Geißböcke mit der Ausrichtung überfordert. Der FC verliert gegen Bayern München 0:1. Das Tor erzielte natürlich Harry Kane (20.).

Unter der Woche hatte Steffen Baumgart noch betont, dass es unwahrscheinlich sei, dass er mit einer Dreier- oder Fünferkette spielen würde, obwohl er diese trainiert hatte. Doch der Kölner Trainer überraschte. Und das nicht nur mit dieser taktischen Variante. Dass entweder Mark Uth oder Luca Waldschmidt voraussichtlich für Dejan Ljubicic würden Platz machen müssen, hatte sich angedeutet. Dass aber beide Offensivkräfte auf der Bank saßen, kam dann doch mehr als nur unerwartet. Dafür stand Jan Thielmann in der Startformation. Genauso wie Luca Kilian, der für Dominique Heintz in die Startelf rotierte. Ebenfalls überraschend: Ljubicic übernahm die Position hinter den Spitzen, Kainz spielte einmal mehr auf der Sechs neben Eric Martel. Auf der anderen Seite nahm Thomas Tuchel vier Änderungen vor. Unter anderem startete Eric Maxim Choupo-Moting.

Chabot legt Kane die Führung auf

Und der Angreifer kam zu der ersten Möglichkeit. Nachdem er einen Stockfehler von Luca Kilian nach einer knappen Minute noch nicht nutzen konnte, setzte Konrad Laimer den Angreifer erneut ein und dieser den Ball knapp neben das Tor. Nur wenige Augenblicke später schickte Kane mit einem langen Ball Leroy Sané, der alleine vor Marvin Schwäbe auftauchte. Der Keeper entschärfte den Lupfer stark. Aber auch der FC spielte in den ersten Minuten munter mit. Unter anderem kam Thielmann nach einer Ecke aus kurzer Distanz zum Abschluss, Schiedsrichter Marco Wirtz entschied aber auf Abseits. Tatsächlich setzten die Kölner aber die Vorgabe ihres Trainers um, pressten früh, setzten die Bayern unter Druck, um das Spiel des Rekordmeisters gar nicht erst ins Rollen kommen zu lassen. 20 Minuten ging das einigermaßen auf.

Dann misslang Kainz ein Steckpass auf Linton Maina, die Bayern schalteten schnell über Kingsley Coman um, nutzten die erstaunlich großen Räume und kamen so zu einer Drei-auf-Eins-Situation. Sané legte perfekt ab auf Choupo-Moting, der den Ball an Schwäbe vorbeischob. Auf der Linie rettete Jeff Chabot, der den Ball aber direkt in den Fuß von Kane spielte: 0:1. Keine 120 Sekunden später war Sané erneut durch, dieser passte wieder auf den Angreifer, doch Schwäbe blieb dieses Mal Sieger. So gut die Geißböcke die Bayern im Spielaufbau stressten, so offen stand der FC in der Hintermannschaft. Immer wieder hebelten die Bayern die Kölner Defensive mit langen Bällen aus und schafften Überzahl-Situationen, Baumgarts Experiment mit der Fünferkette ging im ersten Durchgang gar nicht auf. Unter anderem kamen Sané und auch Kingsley Coman zum Abschluss, vergaben aber kläglich. Nach einer guten halben Stunde sorgten die Kölner mal für ein wenig Entlastung. Eine Flanke von Kainz brachte Rasmus Carstensen aufs Tor, doch Manuel Neuer hielt im Nachfassen. Doch die Chance war nicht mehr als eine Momentaufnahme.

FC nach dem Wechsel deutlich stabiler

Bayern gab auch nach dem Wechsel den Ton an, war aber nicht mehr so gefährlich. Auch, weil die Kölner nun deutlich tiefer standen. Baumgart blieb zunächst zwar bei der Fünferkette, zog nun aber Thielmann auf die rechte Seite zurück. Tatsächlich stand Köln nun sicherer, die Bayern waren aber auch bei weitem nicht mehr so zwingend. Und der FC näherte sich dem gegnerischen Tor wieder an. Unter anderem kam Hübers nach einer Ecke von Kainz zum Kopfball, wirkliche Gefahr strahlte der Abwehrspieler aber nicht aus. Die Bayern dominierten das Duell weiterhin, schoben sich den Ball geduldig hin und her, hatten aber ganz offensichtlich ein, zwei Gänge zurückgeschaltet. So kamen die nächsten Chancen des Rekordmeisters erstaunlicherweise überraschend. Nach einer Flanke von Coman kam Sané aus kurzer Distanz zum Abschluss, vergab aber genauso wie anschließend Coman, der den Ball an die Latte köpfte.

In der Schlussphase stellte Baumgart zurück auf Viererkette, brachte insgesamt fünf neue Spieler. Doch der Rekordmeister ließ den FC nicht mehr ins Spiel kommen. Erst in den Schlussminuten drückten die Geißböcke noch einmal, wurden aber weiterhin nicht gefährlich. Am kommenden Freitag ist Köln zu Gast in Darmstadt.

FC: Schwäbe – Kilian (78. Huseinbasic), Chabot, Hübers – Carstensen, Martel – Kainz (78. Waldschmidt), Maina, Ljubicic (64. Alidou), Thielmann (78. Pacarada) – Selke (64. Tigges); Tore: Kane 0:1 (20.)


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