Mit Eric Martel und Jan Thielmann hat die U21 des DFB einen verdienten 4:1-Erfolg über Estland in der EM-Quali eingefahren. Thielmann bereitete wenige Minuten vor Spielende das 3:1 vor.
Jan Thielmann und Eric Martel gelingt das Comeback bei der deutschen U21. Die DFB-Kicker setzten sich in der EM-Quali gegen Estland verdient 4:1 durch.
Die U21 des DFB befindet sich weiterhin auf Kurs Europameisterschaft 2025. Die Mannschaft von Antonio Di Salvo setzte sich am Abend verdient gegen Estland mit 4:1 durch und hat auch das dritte Qualifikationsspiel gewonnen. Die DFB-Auswahl belegt damit weiterhin den zweiten Platz der Gruppe. Angeführt von Eric Martel war der Gastgeber in Paderborn von Beginn an das Spiel bestimmende Team. Vor allem der zuletzt mit Köln in Verbindung gebrachte Youssoufa Moukoko machte ordentlich Dampf, wirkte aber in vielen Szenen einfach zu verspielt und nicht gradlinig genug. Erst wenige Minuten vor der Pause schlenzte Hoffenheims Maximilian Beier den Ball aus gut 20 Metern an den Innenpfosten. Nur wenige Sekunden später versuchte es Martel aus 25 Metern, scheiterte aber knapp.
Thielmann bereitet 3:1 vor
Zur zweiten Halbzeit wechselte Di Sao auch Jan Thielmann ein. Der Kölner Youngster spielte allerdings auf der rechten Verteidigerposition, legte die aber sehr offensiv aus udn machte direkt Tempo. Das 2:0 erzielte aber Moukoko, der einen Fehler der gegnerischen Hintermannschaft eiskalt ausnutzte und aus kurzer Distanz vollendete. Wie aus dem Nichts verkürzte Estland durch einen Treffer von Danil Kuraksin. Die DFB-Elf ließ sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen, gab weiterhin den Ton an, auch wenn die Defensive nicht immer sattelfest war. So hätte Estland auch den Ausgleich erzielen können. Wenige Minuten vor Spielende brach Thielmann einmal mehr auf der rechten Seite durch und flanke genau auf den eingewechselten Rocco Reitz, der den Ball im Tor unterbrachte. Der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach erhöhte nur wenige Minuten später auf den 4:1-Endstand.
Für Thielmann war es im achten Spiel für die U21 der zweite Assist, der Kölner Youngster hat zudem bereits einen Treffer erzielt. Neben den beiden FC-Profis kam auch der an Fürth verliehene Tim Lemperle in der Schlussphase zum Einsatz. Jonas Urbig saß dagegen nur auf der Bank. Am kommenden Dienstag kommt es zum Gipfeltreffen in Essen. An der Hafenstraße erwartet die DFB-Auswahl den Spitzenreiter aus Polen. Polen setzte sich parallel gegen Israel mit 2:1 durch und hat nach vier Spielen ebenfalls noch eine weiße Weste. Estland tritt zeitgleich in Bulgarien an.
Unter Steffen Baumgart wurde Benno Schmitz zum Stammspieler auf der rechten Abwehrseite. Diesen Status hat der 29-Jährige aktuell an Rasmus Carstensen verloren.
Über zwei Spielzeiten war Benno Schmitz ein Stammspieler unter Steffen Baumgart, zuletzt kam der Abwehrspieler nur noch als Joker zum Einsatz. Benno Schmitz vor schwerer Saison beim FC.
Dass Benno Schmitz am vergangenen Mittwoch im Testspiel bei der SpVg Porz den FC als Kapitän in die zweite Halbzeit führte, ist alles andere als verwunderlich. Der eigentliche Spielführer Florian Kainz weilt mit Österreich auf Länderspielreise, die weiteren Vertreter wie Mark Uth und Marvin Schwäbe standen gar nicht erst im Aufgebot und Timo Hübers hatte seine 45 Minuten schon absolviert. So trug der 29-Jährige die Binde im zweiten Abschnitt beim 8:0-Erfolg. Der Routinier ist mittlerweile der dienstälteste Kölner Profi, trägt seit mehr als fünf Jahren den Geißbock auf der Brust. Doch diese sechste Spielzeit im Dienste der Kölner scheint für den Abwehrspieler eine besonders schwere zu werden. Denn aktuell deutet viel darauf hin, dass Rasmus Carstensen dem Bayern den Rang abgelaufen hat. Schmitz kommt aktuell nicht über die Rolle des Reservisten hinaus.
Carstensen erhielt den Vorzug
Das hatte sich so nicht unbedingt angedeutet. Zwar hatten die Kölner im Sommer angekündigt, auf der rechten Abwehrseite noch einmal tätig werden zu wollen, doch von den Kölner Verantwortlichen hieß es, dass man einen Backup suche, der mittelfristig den Druck auf Schmitz erhöhe. Die Suche gestaltete sich schwieriger als gedacht, so dass immer wieder Kingsley Schindler als sein eigener Nachfolger gehandelt wurde. Schließlich fiel die Wahl auf Carstensen und wie Christian Keller vor wenigen Tagen in einem Podcast erklärte, war man sich über die Verpflichtung des Spielers uneins. Das hat sich mittlerweile gewandelt. Schmitz war zu Saisonbeginn unumstritten, fiel dann aber zwischenzeitlich verletzt aus, doch nach seiner Genesung erhielt der 22-jährige Carstensen den Vorzug. Carstensen ist allerdings ein anderer Spielertyp, deutlich offensiver ausgerichtet, während der Routinier der Defensive Stabilität verleihen soll.
Schmitz kam 2018 nach Köln. Damals war Marcel Risse unter Trainer Markus Anfang auf der rechten Seite gesetzt. Erst Mitte der Saison kam der bei den Bayern und in Leipzig ausgebildete Spieler zum Einsatz, um sich anschließend wieder für eine Periode auf der Bank wiederzufinden. Auch in den Spielzeiten 19/20 und 20/21 schaffte es der Abwehrspieler nicht zum Stammspieler. Unter Steffen Baumgart gelang dann der Durchbruch. Schmitz wurde Stammspieler, zum Kölschen Cafu und mit fünf Vorlagen zu einem der Leistungsträger der Spielzeit 21/22. Baumgart hält große Stücke auf den 29-Jährigen. Noch vor wenigen Wochen sprach der Kölner Coach davon, wie eng der Zweikampf zwischen den beiden Rechtsverteidigern sei. Zwar hat der 22-jährige Carstensen aktuell die Nase vorne, doch Schmitz wird ebenfalls seine Einsatzzeit bekommen. Möglicherweise schon gegen die Bayern, seinen Ex-Klub.
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Mit acht neuen Spielern ist der FC in die Saison gestartet und hat dafür nur wenig Geld ausgegeben. Wirklich überzeugen konnten bislang nur wenige.
Acht Spieler hat der 1. FC Köln im Sommer neu verpflichtet und mit Jeff Chabot die Kaufoption für einen geliehenen Profi gezogen. Für die Zusammenstellung des neuen Kaders haben die Kölner Verantwortlichen wenig Geld ausgegeben. Sehr wenig. Das könnte sich rächen. Denn aktuell deutet viel daraufhin, dass der Kader eben nicht die erhoffte Bundesliga-Qualität hat. So fällt die Bilanz der FC-Neuverpflichtungen bislang aus.
Hinter den Erwartungen zurück
Luca Waldschmidt: Der ehemalige Nationalspieler kam im Sommer als Königstransfer. Der Angreifer wurde vom VfL Wolfsburg für ein Jahr ausgeliehen. Der FC soll aber über eine Kaufoption in Höhe von rund vier Millionen Euro verfügen und würde in diesem Fall Waldschmidt mit einem Dreijahresvertrag ausstatten. Laut dem Online-Portal Gool.ai liegt Waldschmidts Marktwert aktuell auch bei rund vier Millionen Euro. In der Spielzeit 20/21 war bei Benfica Lissabon noch eine Ablöse von 80 Millionen Euro festgeschrieben. Tatsächlich kam der Angreifer auch, um unter Steffen Baumgart wieder zurück zu alter Form zu finden. Denn beim VfL Wolfsburg lief es alles andere als rund für den Offensivspieler. Der FC wollte mit Waldschmidt variabler in der Offensive werden. Das ist Köln auch. Das Offensivangebot hinter den Spitzen ist nominell mit Spielern wie Mark Uth, Florian Kainz, Linton Maina gut besetzt. Allerdings hapert es bei dem Angreifer mit der Zielsicherheit. Trotz zahlreicher guter Chancen kommt Waldschmidt bislang auf zwei Pflichtspieltore.
Leart Pacarada: Der Linksverteidiger war der erste Neuzugang, den der FC für die aktuelle Saison verpflichtet hat. Die Einigung stand bereits fest, bevor die FIFA die Transfersperre gegen Köln ausgesprochen hatte. Und obwohl diese lange im Raum stand, ist Pacarada frühzeitig nach Köln gezogen. Die Kölner Verantwortlichen betonten im Grunde mit der Verpflichtung des Abwehrspielers immer wieder, dass der 29-Jährige kein eins-zu-eins-Ersatz für Jonas Hector sei. Dennoch sprach Baumgart im Vorfeld der Saison vom besten Linksverteidiger der zweiten Liga. Allerdings spielte Pacarada bei St. Pauli meist in einer Dreierkette. Nach einer guten Vorbereitung war der Abwehrspieler auch lange gesetzt. Doch gerade in den vergangenen Spielen schwächelte der Abwehrspieler. Vor allem in der Defensive tut sich Pacarada hin und wieder schwer. Der 29-Jährige wurde aber auch wegen seines Offensivdrangs verpflichtet. Der ist sicherlich ausgeprägter als bei Jonas Hector, allerdings bislang recht erfolglos. In den vergangenen beiden Spielen erhielt Dominique Heintz überraschend den Vorzug.
Unterschiedliche Erwartung, unterschiedliche Entwicklung
Rasmus Carstensen: Der große Gewinner der Sommertransfers heißt Rasmus Carstensen. Der Däne wurde mit viel Skepsis in Köln begrüßt. Kein Wunder, die Ergebnisse und Einsatzzeiten nach seinem Wechsel nach Genk waren doch sehr überschaubar. Und auch Christian Keller verriet jüngst in einem Podcast, dass die Kölner Verantwortlichen große Zweifel bei dem schnellen Außenverteidiger gehabt haben. Aus Kölner Sicht hat sich Christian Keller zum Glück durchgesetzt. Carstensen hat mittlerweile Benno Schmitz den Rang abgelaufen. Und nicht nur das: Der Marktwert des Abwehrspielers wird mittlerweile auf knapp sechs Millionen Euro berechnet. Er ist damit deutlich mehr wert als er den FC bei einem Kauf kosten würde. Dem Vernehmen nach verfügt der FC über eine Kaufoption in Höhe von 1.5 Millionen Euro. Sollte Carstensen die Form beibehalten, entpuppt sich der vermeintliche Fehlkauf als absolutes Schnäppchen.
Jacob Christensen:Der zweite Däne war zuvor mit großen Erwartungen verpflichtet worden. Vielleicht auch, weil die Erwartungshaltung nach dem Weggang von Ellyes Skhiri auch eine besonders große war. Ähnlich wie bei Leart Pacarada wollten die Kölner Verantwortlichen auch bei dem jungen Dänen vorsorgen und sprachen von Beginn an davon, dass Christensen Skhiri würde nicht ersetzen können. Doch das Gegensteuern kam nicht überall an. Vermutlich, weil Christian Keller mehr versprochen hatte. Der Sportdirektor hatte im Juni angekündigt, einen fertigen Sechser verpflichten zu wollen. Dabei hat es sich aber ganz offensichtlich nicht um Christensen gehandelt. Dem Vernehmen nach soll man sich mit einem anderem defensiven Mittelfeldspieler einig gewesen sein. Dieser sei aber aufgrund der drohenden Transfersperre abgesprungen. Dennoch bleibt Christensen auch hinter den niedrigen Erwartungen weit zurück. Der Mittelfeldspieler kam bislang nur im ersten Pflichtspiel gegen den VfL Osnabrück zum Einsatz.
Die Nummern zwei und drei
Philipp Pentke: Die Suche nach einem Ersatz für Timo Horn gestaltete sich ähnlich schwierig wie die Suche für Timo Horn nach einem Ersatz für den 1. FC Köln. Nur, dass Horn bislang noch nicht fündig geworden ist. Der FC schon. Philipp Pentke kam, um sich fit zu halten und blieb. Ob der FC nicht in der Lage war, einen Keeper zu finden, der sich freiwillig für eine Spielzeit auf die Bank setzen wollte oder Pentke die Kölner letztlich doch überzeugt hat, macht am Ende kein Unterschied mehr. Pentke hat seine Rolle absolut akzeptiert und füllt sie auch aus. Zuletzt warf eine Verletzung den Keeper zurück.
Jonas Nickisch: Der Nachwuchskeeper kommt beim FC nicht über die Rolle des Torhüters Nummer drei oder vier hinaus. Das soll er auch gar nicht. Nickisch wurde vorerst als Torwart für die U21 geholt. Die Aufgabe erfüllt er bislang sehr solide.
Die Spät-Verpflichtungen
Faride Alidou: Der Außenbahnspieler wurde von Eintracht Frankfurt kurz vor Toreschluss ausgeliehen. Alidou konnte sich bei der Eintracht nicht durchsetzen. Aktuell fehlt ein wenig die Phantasie, wie ihm das in Köln gelingen will. Bislang konnte der ehemalige U21-Nationalspieler noch nicht überzeugen. Angeblich soll die Höhe der Kaufoption zwischen drei und vier Millionen Euro liegen. Es ist nicht vorstellbar, dass der FC diese Summe für den Offensivspieler ausgibt.
Dominique Heintz: Mit dem 30-Jährigen haben die Kölner noch einen routinierten Abwehrspieler nach Köln (zurück) geholt. Heintz hat früh kommuniziert, dass er dem Verein helfen wolle. Unabhängig davon, wie die Hilfe aussähe. Nachdem der Innenverteidiger einige Wochen nur zuschauen durfte, stand er in den vergangenen beiden Spielen überraschend in der Startformation.
Mit Florian Kainz und Mathias Olesen befinden sich aktuell nur zwei FC-Profis mit ihren A-Nationalmannschaften auf Länderspielreise. Am Donnerstag stand für beide das erste Spiel auf dem Programm. Freud und Leid lagen dabei nah beieinander.
Während sich die FC-Profis am Donnerstag in ein verlängertes Wochenende verabschiedet haben, standen für Florian Kainz und Mathias Olsen die ersten Länderspiele auf dem Programm. Eric Martel und Jan Thielmann kommen erst am Freitag bei der deutschen U21 zum Einsatz. Für Kainz und Olesen verlief die Spiele durchwachsen. Freud und Leid bei Kölner Nationalspielern.
Bereits seit der vergangenen Länderspielreise ist Österreich für die Europameisterschaft in Deutschland im kommenden Jahr qualifiziert. Für die Auswahl von Cheftrainer Ralf Rangnick ging es am Donnerstagabend im Quali-Spiel gegen Estland also nur noch um spielerische Elemente. Der verdiente 2:0-Erfolg in Tallinn war nicht viel mehr als ein netter Nebeneffekt. Rangnick ließ zum Abschluss der Qualifikation dennoch seine beste Elf auflaufen. Bedeutete: Florian Kainz saß wieder einmal zunächst nur auf der Bank und wurde erst wenige Minuten vor Spielende eingewechselt. Zu diesem Zeitpunkt führte das ÖFB-Team bereits 2:0. Nach Vorarbeit von Xaver Schlager (RB Leipzig) erzielte Bayerns Konrad Laimer das 1:0, Philipp Lienhardt erhöhte nach Vorarbeit von David Alaba auf den Endstand. Kainz kam in der 89. Minute für Marcel Sabitzer von Borussia Dortmund. Österreich übernahm damit vorerst die Tabellenspitze, allerdings hat Belgien noch die Chance nachzuziehen. Dejan Ljubicic wurde für diese Länderspielreise nicht nominiert.
Olesen erzielt erstes Tor für die Nationalmannschaft
Auch Mathias Olesen feierte mit seiner Nationalmannschaft einen Erfolg. Luxemburg setzte sich mit 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina durch. Und Olesen hatte auch seinen Anteil am Erfolg. Der Kölner Mittelfeldspieler traf bereits nach sechs Minuten zur Führung. Die Vorarbeit kam von Florian Bohnert. Für Olesen war es im 17. Länderspiel das erste Tor. Noch vor dem Wechsel erhöhte Gerson Rodrigues auf 2:0. Nihas Mujakic sorgte mit einem Eigentor für die Vorentscheidung. Zwar verkürzten die Gäste noch in der Nachspielzeit, doch Rodrigues stellte den alten Abstand wieder her. Große Freude herrschte nach dem 4:1-Erfolg aber nicht. Denn Luxemburg verpasst die EM in Deutschland. Im Parallelspiel setzte sich die Slowakei gegen Island mit 4:2 durch und ist vor dem entscheidenden letzten Spiel nicht mehr einzuholen. Der Ex-Kölner Ondrej Duda erzielte das 2:1 per Elfmeter und bereitete das 3:1 vor.
Die aktuelle Kölner Krise macht vor den Nationalspielern des FC nicht Halt. So verpasste nicht nur Dejan Ljubicic die Länderspiele mit Österreich, auch Sargis Adamyan und Dimitrios Limnios wurden für die Nationalmannschaften Armeniens und Griechenlands nicht berücksichtigt. Leart Pacarada blieb ebenfalls in Köln – allerdings aus organisatorischen Gründen. Dafür wurden Eric Martel und Jan Thielmann wieder in den Kader der deutschen U21 berufen. Für den deutschen Nachwuchs geht es gegen Estland (Freitag) und Polen (Dienstag) um die EM-Qualifikation 2025.
Im Sommer ist der FC wohl bei dem Versuch Youssoufa Moukoko von Borussia Dortmund auszuleihen abgeblitzt. Die Anfrage kam offenbar zu spät. Doch laut der „Bild“ sind die Kölner nach wie vor an einer Verpflichtung interessiert. Wie wahrscheinlich ist ein Wechsel?
Aktuell steht es in der Schwebe, ob der 1. FC Köln im Winter überhaupt Spieler verpflichten darf. Die Transfersperre der FIFA hängt nach wie vor wie ein Damoklesschwert über dem Geißbockheim und dennoch wird es heiß in der Kölner Gerüchteküche. Hat der FC Interesse an Youssoufa Moukoko?
Noch im Sommer betonte FC-Sportdirektor Christian Keller, man wolle keinen neuen Stürmer verpflichten, der aktuelle Kader sei stark genug. Nach dem elften Spieltag der Fußball-Bundesliga deutet viel darauf hin, dass der Sportdirektor mit der Beurteilung ein wenig daneben gelegen habe. Und dem Vernehmen nach hat es auch im Sommer durchaus Versuche gegeben, einen neuen Stürmer zu verpflichten. So berichtete die Sportbild erst in der vergangenen Woche, dass der FC beim Versuch, Youssoufa Moukoko unter Vertrag zu nehmen, abgeblitzt sei. Der FC sei zu spät gekommen, Moukoko habe sich gegen einen schnellen Wechsel entschieden, wolle sich bei Dortmund durchsetzen. Wie nun die „Bild“ berichtet, ist das Interesse an dem Stürmer, der sich aktuell gemeinsam mit Eric Martel und Jan Thielmann mit der U21 auf Länderspielreise befindet, nicht abgeklungen. Im Gegenteil. Der Stürmer soll auf der Wunschliste der Kölner ganz oben stehen.
Moukoko kommt erst auf 118 Liga-Minuten
Nachdem der BVB im vergangenen Sommer mit Niclas Füllkrug einen weiteren Stürmer vor die Nase gesetzt bekommen hat, hätte ein Wechsel schon damals in der Theorie durchaus Sinn machen können, zumindest mit einigen Monaten Abstand. So wäre der Angreifer beim FC auf Einsatzzeit gekommen, die er nun wie eigentlich damals schon erwartbar bei Dortmund nicht bekommt. Insgesamt kommt der 18-Jährige auf sechs Einsätze in der Liga, spielte 118 Minuten. Der FC ist dagegen auf der Suche nach einem gefährlichen Angreifer. Mit insgesamt nur acht Toren, davon zwei durch einen Stoßstürmer, verfügen die Kölner über den schlechtesten Angriff der Liga. „Ich glaube, dass wir insgesamt gucken müssen: Wenn wir Spieler holen – und jetzt äußere ich einen Wunsch – dann sollten es Spieler sein, die ich nicht mehr entwickeln muss, sondern die in der Bundesliga gespielt haben. Und nicht jemanden, der vielleicht irgendwann mal hilft“, hatte FC-Trainer Steffen Baumgart unter der Woche gesagt. Am vergangenen Sonntag hatte wiederum Christian Keller betont, ein neuer Stürmer stände ganz oben auf der Agenda. Möglicherweise erhofft sich der Stürmer mehr Einsatzzeit bei einem anderen Bundesligisten, der BVB wirkt auch alles andere als glücklich mit dem Angreifer.
Doch ist ein Wechsel wirklich realistisch? Ein Kauf des Stürmers kommt sicher nicht in Frage. Das Online-Portal Gool-ai berechnet den Marktwert des Youngsters auf knapp 19 Millionen Euro. Moukoko hat beim BVB erst Anfang des Jahres einen hochdotierten Vertrag bis 2026 unterschrieben. Sein Gehalt wird auf 3.5 Millionen Euro plus diverse Boni geschätzt. Wenn überhaupt kommt eine Leihe in Frage. Der FC würde dann einen Teil dieser Summe übernehmen und vermutlich auch ein geringe Ablöse bezahlen müssen. Ohnehin schwebt über dieser Entscheidung noch die mögliche Transfersperre wie ein Damoklesschwert. Experten gehen davon aus, dass der FC noch vor der Winterpause mit einem Registrierungsverbot von einer Transferperiode belegt wird. Damit schwebt der FC einmal mehr im Ungewissen. Am vergangenen Sonntag betonte Keller, dass das wiederum Transferverhandlungen nicht erleichtere. Diese Erfahrung machte der FC bekanntlich im Sommer mit Benedict Hollerbach, der den Kölnern noch abgesprungen ist. Ähnlich soll es sich auch bei einem Sechser verhalten haben.
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Am Mittwochvormittag trennten sich die Wege von Union Berlin und Urs Fischer. Am Mittwochabend sprach FC-Coach Steffen Baumgart über die Trennung.
Die 14. sieglose Begegnung in Serie war wohl eine zu viel. Urs Fischer ist seit Mittwoch nicht mehr Trainer von Union Berlin, jenem Klub mit dem auch FC-Trainer Steffen Baumgart mehr als nur sympathisiert. Während die beiden direkten Nachbarn es im Abstiegskampf nun mit neuen Impulsen versuchen, sitzt FC-Trainer Steffen Baumgart fest im Sattel. Das sagt Baumgart zum Fischer-Aus.
Der Impuls des Trainerwechsels in Zeiten der Krise ist im Profifußball bekanntlich kein seltener. Auch in dieser Spielzeit gab es in der Bundesliga bereits drei Veränderungen auf dem Posten des Cheftrainers. Zunächst beerbte Jess Thorup den erfolglosen Enrico Maaßen beim FC Augsburg. Dann trat Bo Svensson beim FSV Mainz 05 zurück und am Mittwoch gab Union Berlin die Trennung von Urs Fischer bekannt. „Das gehört im Fußball leider dazu“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart am Rande des Testspiels in Porz. „Natürlich trifft das einen. Gerade wenn man sieht, wie erfolgreich er gearbeitet hat.“ Fünf Jahre hat der Schweizer erfolgreich für die Eisernen gearbeitet, sie zuletzt sogar in die Königsklasse geführt. Doch in dieser Saison wollte es bei Union nicht mehr laufen, es folgte der Absturz auf den letzten Tabellenplatz und nun die Trennung.
Baumgart sitzt in Köln fest im Sattel
Baumgart verwies am Mittwoch darauf, dass man sich kein Urteil von Außen über die Trennung bilden solle. Aber: „Ich bin mir sicher, dass sich alle Parteien klar darüber unterhalten haben werden. Das wird keine Hauruck-Aktion gewesen sein“, sagte der 51-Jährige. „Ich schätze ihn sehr, er hat sehr, sehr gute Arbeit gemacht. Und trotzdem ist es manchmal so, dass wir an Grenzen stoßen.“ Somit wurde beim Tabellensechzehnten sowie beim Schlusslicht auf die Krise reagiert. Die Nähe zum Verein, die Wahlheimat Berlin – Steffen Baumgart würde zu Union Berlin sicherlich passen und schon vor der Trennung von Fischer gab es in den Sozialen Medien an verschiedenen Stellen Spekulationen über Baumgart und Berlin. Doch davon kann in Köln aktuell keine Rede sein.
Erst am vergangenen Sonntag stärkte Sportdirektor Christian Keller seinem Trainer zum wiederholten Male den Rücken. „Wir werden mit Steffen Baumgart die Klasse halten“, sagte Keller und verwies auf zentrale Punkte, die für eine Weiterbeschäftigung sprechen würden. „Wenn ich von etwas überzeugt bin, ändere ich es nicht. Und wir sind sehr überzeugt von Steffen Baumgart und seinem Trainerteam.“ Der 44-Jährige stellte dem Kölner Coach und seinem Team die Note „sehr gut“ aus. Auch Baumgart betonte nach dem 1:1 gegen Bochum in einem Interview mit Sport1, dass er „nicht mal in der Nähe eines Zurücktretens oder Aufgebens“ sei. Im Gegenteil, Baumgart betonte schon mehrfach, dass er die richtige Person sei, um den Turnover zu schaffen. „Über was anderes denke ich nicht nach“, hatte der Trainer damals gesagt. Trotz des Trainerwechsels rechnet der Kölner Coach damit, dass auch die Eisernen lange mit dem Abstiegskampf zu tun haben werden. „Ich würde von Platz zehn bis Platz 18 keinen rausnehmen. Da haben wir alle etwas mit zu tun, wir werden alle bis in die letzten Spieltage kämpfen müssen“, sagte Baumgart.
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Mit Mark Uth und Jan Thielmann sind in den vergangenen Wochen zwei Langzeitverletzte in den Kader zurückgekehrt. Ein Leidtragender könnte der Doppeltorschütze von Mittwochabend Denis Huseinbasic sein.
Mit einer ordentlichen Halbzeit und zwei sehenswerten Toren spielte sich Denis Huseinbasic am Mittwoch gegen Porz in den Vordergrund. Ob ihm das aber zu mehr Spielzeit in den Pflichtspielen verhilft, ist fraglich. Ist Huseinbasic ein Leidtragender des neuen Konkurrenzkampfes?
Als Denis Huseinbasic im Oktober im Testspiel gegen Reusrath zur Halbzeit eingewechselt wurde, hatte der Mittelfeldspieler des 1. FC Köln eigentlich wenig Grund zu meckern. Klar wäre auch er sicherlich gerne gegen den Bezirksligisten von Beginn an aufgelaufen. Doch, dass er nicht in der Startformation gestanden hatte, lag auch an der ordentlichen Spielzeit, die der 22-Jährige zuvor in den Pflichtspielen gesammelt hatte. Denn seit der Länderspielpause im September hatte Huseinbasic bis zu diesem Zeitpunkt immer in der Startelf gestanden. Das sollte nach dem erstaunlich schnellen Aufstieg vom Regionalliga-Kicker zum Bundesliga-Torschützen in der Vorsaison eigentlich nicht überraschen. Eigentlich, denn trotz guter Vorbereitung verlief die aktuelle Saison alles anderes als gut für den Kölner Youngster.
Harter Konkurrenzkampf im Zentrum
Dass Huseinbasic nämlich im Spätsommer und Frühherbst durchaus Einsatzminuten einsammelte, lag vor allem an der Verletzung des Stammsechsers Eric Martel. Eigentlich war Huseinbasic in dieser Spielzeit bislang nur zweite Wahl. Und seine Auftritte in den Spielen von Beginn an dienten auch nicht wirklich der Werbung in eigener Sache. Und so überraschte es nicht, dass Martel nach seiner Genesung wieder in die Stammformation rotierte. Ein Jahr zuvor erlebte der Mittelfeldspieler ein wahres Fußballmärchen. Als Regionalliga-Spieler gekommen, avancierte der damals 21-Jährige zu einem Hoffnungsträger, erzielte Tore gegen Gladbach und Augsburg, wirkte unbeschwert, leichtfüßig. Huseinbasic überzeugte so sehr, dass auch der DFB auf den Mittelfeldspieler aufmerksam wurde und ihn für die U21 nominierte. Für 50.000 Euro verpflichtet, schoss der Marktwert in die Höhe, wird von Gool.ai aktuell noch auf über eine Millionen Euro berechnet.
Nach der starken Hinrunde kam Huseinbasic zur Rückrunde nicht mehr über die Rolle des Jokers hinaus. Und schon wuchsen die Gerüchte über einen vorzeitigen Wechsel. „Ich glaube, dieses Nach-Oben-Schießen und dann ein Star sein, liegt Denis nicht. Er nimmt die Situation sehr gut an, ist sehr ehrgeizig. Er ist nicht immer einverstanden, wie meine Entscheidungen sind – aber das siehst du ihm nie an“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart damals. Huseinbasic ist eins der Paradebeispiele für seine Fähigkeiten als Entwickler. Nur, dass ihm aktuell der Konkurrenzkampf einen Strich durch die Rechnung macht. Und das liegt nicht nur an der Rückkehr von Eric Martel. Während sich Steffen Baumgart über den breiteren Kader, über die Rückkehr der Langzeitverletzten und Hoffnungsträger Mark Uth und Jan Thielmann freut, scheint Huseinbasic ein Opfer der Genesung zu sein. Und das ist kein Wunder, schließlich macht das Überangebot im Zentrum auch nicht vor Spielern wie Dejan Ljubicic halt.
Scorerpunkt gegen Gladbach
So kam der 22-Jährige in den vergangenen beiden Spielen gar nicht mehr zum Einsatz, saß immerhin noch auf der Bank. Beim 0:6-Debakel gegen Leipzig spielte der Mittelfeldspieler immerhin 20 Minuten, in der Woche zuvor im Derby gegen Gladbach wurde Huseinbasic zwei Minuten vor Spielende eingewechselt. Immerhin reichten die Sekunden noch zur Vorarbeit für einen Treffer von Luca Waldschmidt. So freute sich der Youngster am Mittwochabend gegen Porz über einen Einsatz von der ersten Minute an und über zwei Tore. Wann er die nächste Chance dazu bekommt, muss sich bei der starken Konkurrenz erst zeigen.
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Der 1. FC Köln hat das Testspiel gegen die SpVg Porz erwartungsgemäß mühelos für sich entschieden. Gegen den Mittelrheinligisten gewann der FC 8:0. Denis Huseinbasic und Steffen Tigges trafen doppelt, Max Finkgräfe besonders sehenswert.
Zwar hat sich der 1. FC Köln im Spiel gegen die SpVg Porz nicht ähnlich den Frust von der Seele geschossen wie noch im Oktober gegen den Bezirksligisten Reusrath, der FC setzte sich aber mit einem standesgemäßem 8:0-Erfolg in Porz gegen den Mittelrheinligisten durch. Baumgart verzichtete auf einige Stammkräfte wie Mark Uth, Davie Selke und Marvin Schwäbe, dafür waren auch Spieler aus der zweiten Reihe erfolgreich.
„Es werden alle zum Einsatz kommen“, hatte FC-Trainer Steffen Baumgart am Dienstag noch erklärt. Wie und wer wann spielen würde, konnte oder wollte der Trainer nicht sagen. Denn zum einen sollten einige Akteure Spielpraxis erhalten, zum anderen wollte er einigen Akteuren zu mehr Sicherheit verhelfen. So mischte der 51-Jährige die Mannschaft ordentlich durch. Timo Hübers führte das Team als Kapitän auf das Feld und nahm den Platz neben Jeff Chabot in der Innenverteidigung ein. Gerade in der Innenverteidigung haperte es bekanntlich zuletzt. Neben Hübers und Chabot stand nur Linton Maina aus der eigentlichen Stammelf in der Startformation. Zudem erhielten auch Akteure die Chance, die zuletzt eher außen vor waren. Spieler wie Luca Kilian oder Dimitrios Limnios.
Denis Huseinbasic trifft doppelt
Und wie schon beim letzten Test gegen Reusrath war der Grieche auch beim Mittelrheinligisten in der Anfangsphase ein absoluter Aktivposten beim Einbahnstraßenfußball. Unter anderem legte Florian Dietz dem Mittelfeldspieler Höhe Sechzehner auf und der 25-Jährige schob sicher ein. Nachdem Linton Maina ebenfalls von der Strafraumgrenze traf, hätte Limnios auf 3:0 erhöhen müssen. Der Mittelfeldspieler legte allerdings überlegt auf Dietz ab, der den gegnerischen Torhüter Markus Wollnik anschoss. Den Nachschuss vergab Limnios deutlich. Der FC drückte auf das nächste Tor, ließ Porz gar nicht ins Spiel kommen und kam zu zahlreichen Chancen. Unter anderem scheiterten Dietz und Faride Alidou ebenfalls an Wollnik. Dann kam der Auftritt von Denis Huseinbasic. Der Mittelfeldspieler erhöhte zunächst mit einem schönen Lupfer im Fallen auf 3:0, bevor er nur sechs Minuten später auf den 4:0-Halbzeitstand stellte.
Baumgart tauschte zur Pause die gesamte Mannschaft aus, brachte unter anderem auch Youngster Max Finkgräfe und Luca Waldschmidt, die umgehend für noch mehr Offensivdrang sorgten. Zunächst legte Waldschmidt perfekt auf den ebenfalls eingewechselten Steffen Tigges ab, der allerdings aus kurzer Distanz erstaunlich scheiterte. Anschließend setzte Finkgräfe Waldschmidt in Szene, der wiederum nur den Pfosten traf. Also machte es der 19-Jährige selbst und das beeindruckend. Einen Abpraller netzte die Nachwuchshoffnung mit einer Art Seitfallzieher in den Winkel. Auch weiterhin ließ der FC dem Mittelrheinligisten kaum Luft. Porz schaffte es nur sehr selten über die Mittellinie, die Kölner drückten, belohnten sich aber erst spät für den Offensivdrang. Waldschmidt tankte sich durch den gesamten Strafraum und vollendete locker zum 6:0.
Keine 180 Sekunden später traf dann auch Tigges mit dem ersten Tor eines Stoßstürmers, zwei Minuten vor Spielende erhöhte der Stürmer sogar auf den 8:0-Endstand, nach einer perfekten Flanke von Noah Katterbach. Nach einem Auslaufen am Donnerstag stehen für die Kölner Profis einige Tage Pause auf dem Programm. Am Montag beginnt dann die Vorbereitung für das Bayern-Spiel.
Für den 1. FC Köln steht am Mittwochabend das nächste Testspiel auf dem Programm. Der FC ist zu Gast beim Mittelrheinligisten SpVg. Porz 1919. Das Testspiel wird im Livestream übertragen.
Während es für Florian Kainz, Jan Thielmann, Eric Martel und Mathias Olesen auf Länderspielreise geht, ist der 1. FC Köln zu Gast bei der SpVg. Porz 1919. Das FC-Testspiel wird im Livestream übertragen.
An der Sportanlage Humboldtstraße empfängt die SpVg. Porz 1919 um 18 Uhr den FC. Der Mittelrheinligist bezeichnet das Freundschaftsspiel gegen die Geißböcke als das „Spiel des Jahres“, aber auch für FC-Trainer Steffen Baumgart hat die Begegnung einen großen Stellenwert. Der Kölner Coach betonte am Dienstag, dass das Spiel wichtig sei, um der Mannschaft wieder Sicherheit zu verleihen. Kein Wunder, mit nur einem Sieg aus elf Spielen ist der FC denkbar schlecht in die Bundesliga gestartet. Die Begegnung gegen den Heimatverein von FC-Legende Wolfgang Weber kommt in sofern gerade recht.
Dabei sollen möglichst viele Akteure auf Seite der Geißböcke zum Einsatz kommen. So werden auch wieder einige Youngsters im Kader stehen. Diese hatten vor allem im Testspiel gegen Bergisch Gladbach im September überzeugt. Einer der Topspieler des Tests im Oktober gegen Reusrath wird möglicherweise nicht dabei sein. Und das wäre doppelt bitter, denn Mark Uth ist ein Porzer Junge. Der Offensivspieler hatte das Training am Dienstag frühzeitig wegen muskulärer Probleme abgebrochen. „Bei Mark müssen wir immer wieder schauen, in welche Richtung es sich entwickelt“, sagte Baumgart am Dienstag.
FC-Spiel im Livestream
Dafür werden Spieler die Chance erhalten, die zuletzt eher hinten anstanden – so wie Sargis Adamyan oder Dimitrios Limnios, die nicht für die Länderspiele mit Armenien und Griechenland nominiert wurden. Porz ist im vergangenen Sommer in die Mittelrheinliga aufgestiegen und belegt einen guten achten Tabellenplatz, soll für den FC aber kein Aufbaugegner in der Krise sein. Das Team des ehemaligen FC-Juniorenspielers Jonas Wendt verlor zuletzt gegen den Tabellendritten Vichttal 0:4. Baumgart betonte am Dienstag, dass es ihm in erster Linie darum ginge, in die richtigen Abläufe zu kommen.
Bei dem letzten Testspiel, dem 15:0-Erfolg über Reusrath, hatten sich die Kölner den Frust des schwachen Saisonauftakts von der Seele geschossen. Allerdings gegen einen Bezirksligisten. Gegen Bergisch Gladbach hatten sich die Kölner mit 6:0 durchgesetzt. Nun sollen auch gegen den Fünftligisten möglichst viele Tore her. Das Spiel wird um 18 Uhr angepfiffen und wie gewohnt auf dem Youtube-Kanal des FC live übertragen. In Porz werden rund 2500 Zuschauer erwartet.
Steffen Baumgart wird nicht müde zu betonen, dass sein Weg der richtige ist – er bei seinem Offensivfußball, dem hohen Anlaufen, der hohen Intensität bleibt. Dafür wurde er von einigen Fans bereits kritisiert. Zu recht? Wir haben mit Professor Daniel Memmert von der Deutschen Sporthochschule Köln darüber gesprochen.
Hohes Anlaufen, intensives Pressing, Offensivfußball – Steffen Baumgart wird nicht müde, seine Auffassung von Fußball zu betonen. Seit zweieinhalb Jahren sollen die FC-Profis diesen Weg gehen – in Zukunft auch die anderen Kölner Juniorenteams. Diese Saison will es nicht rund laufen. Daher muss eine Frage erlaubt sein: Ist Baumgarts Weg noch der richtige?
Ein Punkt gegen Bochum, ein Punkt gegen Augsburg – die von FC-Trainer Steffen Baumgart ausgerufenen Endspiele verliefen nach dem schwachen Saisonauftakt so ganz anders als erhofft. Denn eigentlich wollten die Kölner gerade gegen die vermeintlichen Gegner auf Augenhöhe ein wenig verlorenen Boden wieder gutmachen. Danach sieht es nach dem elften Spieltag aber nicht aus. Der FC belegt mit gerade einmal sechs Zählern aus elf Spielen den 17. Tabellenplatz. Und diese Misere geht natürlich nicht spurlos am Kölner Umfeld vorbei. Nachdem Sportdirektor Christian Keller lange im Fokus einiger unzufriedener Fans stand und steht, mehren sich nun auch kritische Töne gegenüber dem Trainer. Gerade nach dem desolaten Auftritt gegen Leipzig wurde Baumgart von einigen Fans in den Sozialen Medien für die Spielweise der Kölner kritisiert. Der Coach würde stur an seinem Spielsystem, an seinem Weg festhalten, hieß es. Daraus macht der 51-Jährige aber auch keinen Hehl. Baumgart betont immer wieder, dass er überzeugt sei, sein Offensivfußball sei für den FC der richtige.
Uth: „Wir machen genauso weiter“
Zuletzt erhielt der Trainer verbale Unterstützung von Mark Uth. „Es macht keinen Sinn, jetzt einen anderen Fußball spielen zu lassen. Wir machen genauso weiter“, sagte der Stürmer nach dem Augsburg-Spiel, bei dem der FC auch durchaus bewies, dass er mehr als nur konkurrenzfähig sein kann. Und auch Christian Keller erklärte am Tag nach dem bescheidenen Auftritt gegen Bochum, dass der Weg des Kölner Coachs der richtige sei und man an Baumgart und eben diesem „FC-Weg“ festhalte. Eine durchaus verständliche Marschroute. „Da gibt es eine Spielidee, die man in der Vorbereitung oder auch schon über Spielzeiten hinweg implementiert hat. Das ist eine Idee, die jeder Spieler mitgehen kann und für die der Trainer letztendlich auch steht“, sagt Professor Daniel Memmert vom Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik der Deutschen Sporthochschule Köln.
Mittlerweile steht sogar der gesamte Verein für diese Spielidee. Über sämtliche Mannschaften hinweg soll der Offensivfußball in Zukunft praktiziert werden. Die Junioren sollen so auf den Fußball vorbereitet werden, der bei den Profis Usus ist. „Wenn man von diesem Weg nun abweicht, müssen sich die Spieler zum einen natürlich an eine taktische Umstellung gewöhnen, vor allem aber verliert man eine gewisse Identität und damit auch die Spielkultur“, sagt Professor Memmert. Dabei geht es letztlich auch um die Glaubwürdigkeit des Trainers, der seinen Weg seit zweieinhalb Jahren vorantreibt und damit ja auch lange Erfolg hatte.
Ob dieser eingeschlagene Weg aber deswegen automatisch der richtige ist, ist so einfach nicht zu beantworten. Fakt ist, dass der FC mit seinen sechs Punkten den selbst gesetzten Zielen deutlich hinterherhinkt, gegen besonders offensive Mannschaften in dieser Spielzeit seine Probleme hat und den angestrebten Weg in einigen Begegnungen gar nicht entfalten konnte. Eine Systemumstellung ist grundsätzlich zumindest nicht undenkbar. „Natürlich können sich Spieler auch taktisch umorientieren und neue Spielideen lernen. Wie schnell das geht, hängt immer mit der Art des gespielten Fußballs zusammen und wie komplex am Ende die Umstellung ist“, sagt Professor Memmert. „Kleinere Dinge, die aber mitunter entscheidend sein können, kann man immer anpassen und das macht auch ein Steffen Baumgart im normalen Trainingsprozess.“
Professor Daniel Memmert: „Den eigenen Matchplan sollte man nicht einfach umwerfen“
Doch gerade gegen die Top-Teams der Liga – wie am kommenden Spieltag gegen die Bayern – wünschen sich in der aktuellen Situation einige Fans eine defensivere Ausrichtung. Nicht mit Baumgart, der vor dem Leipzig-Spiel betonte, dass er sicherlich keinen Bus parken werde. „Letztendlich sollte man doch immer versuchen, das umzusetzen, was man in der Regel auch beherrscht. Das ist sicherlich die sinnvollere Variante als etwas auszuprobieren, was man zehn Spieltage lang nicht getan hat“, sagt Professor Memmert. „Den eigenen Matchplan sollte man nicht einfach umwerfen. Ein guter Matchplan bedeutet, dass man die gegnerischen Schwächen erkennt und darauf seine Stärken anpasst. Man sollte unbedingt auf die eigenen Stärken setzen, auch wenn vermeintlich bessere Mannschaften kommen.“
Dass die Gegner nun nach zweieinhalb Jahren – wie unter einigen Fans diskutiert – das „Baumgartsche Spielsystem“ entschlüsselt haben, ist wohl zu einfach gedacht. Schließlich beschäftigen sich die Vereine im Vorfeld jeder Begegnung mit dem Gegner und das ausführlich. „Die Analysten machen im Grunde ja nichts anderes, als beim Gegner nach Schwachstellen zu suchen. Wenn eine Mannschaft immer wieder ähnlich spielt, dann ist es natürlich einfacher, Schwachstellen auszumachen und seinen Matchplan anzupassen“, sagt Professor Memmert. Aber: „Das ist ein viel zu komplexes System, als dass man es komplett entschlüsseln könnte. Zumal Trainer ihre Spielsysteme ja auch immer ein wenig verändern, es weiterentwickeln. Passiert das nicht, ist es natürlich leichter zu durchschauen.“ So oder so macht Baumgart nicht den Eindruck, als wolle er sein System umstellen. Vor wenigen Wochen wiederholte der 51-Jährige einmal mehr, dass er am Ende derjenige sei, der über die Aufstellung und Ausrichtung entscheide.
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