FC-Trainer Steffen Baumgart besitzt im Falle des Abstiegs in die 2. Bundesliga keinen Vertrag mehr. Das bestätigte der Kölner Coach am Dienstag nach dem Training.
Schon vor wenigen Tagen hatte die „Bild“ berichtet, dass der Kontrakt des Kölner Trainers nur für die Bundesliga gilt. Steffen Baumgart bestätigt das Vertrags-Detail am Dienstag nach dem Training.
Erst im vergangenen Mai hatte der 51-Jährige seinen Vertrag bei den Geißböcken bis 2025 verlängert. Dieser gilt aber nicht im Falle des Abstiegs. „Gab es irgendwann mal einen Trainer in Köln, der in der ersten Liga begonnen hat und auch einen Vertrag für die Zweite Liga hatte? Das habe ich hier noch nie gehört“.“ Und weiter“, sagte Baumgart am Dienstag unter anderem der „Bild“ und betonte, dass es sich bei dem Detail nicht um ein Geheimnis handle. „In Köln überlebst du den Abstieg aus der ersten Liga nicht und wirst dann noch in der Zweiten Liga bezahlt.“
Baumgart: „Wir versuchen gemeinsam Lösungen zu finden“
Allerdings handelt es sich auch um ein Szenario, an das der Kölner Trainer aktuell noch nicht denkt. Immer wieder betonte Baumgart zuletzt, dass er fest von seinem Weg und von dem Klassenerhalt überzeugt sei. Und das sieht der Geschäftsführer Sport genauso. „Wir gehen nicht in die zweite Bundesliga. Wir werden mit Steffen Baumgart die Klasse halten. Wir sind von Steffen und seinem Team überzeugt“, hatte Christian Keller am Sonntag im Sport1-Doppelpass gesagt. „Wir sind auch von der Mannschaft überzeugt, aber die muss sich langsam mal straffen. Meine Haltung ist, wenn ich von etwas überzeugt bin, ändere ich es nicht. Und wir sind von Steffen und seinem Trainer-Team überzeugt.“
Dieses Vertrauen spürt der Kölner Trainer auch. „Mir ist wichtig, dass wir weiter daran glauben, dass wir es schaffen. Wir wissen im Innenverhältnis ja, was wir voneinander halten. Wir sind sehr offen, sehr klar miteinander und gehen sehr kritisch der Situation um“, sagte Baumgart der „Bild“. „Es ist ja nicht so, dass wir uns gegenseitig Kaffee und Kuchen holen. Wir versuchen gemeinsam Lösungen zu finden. Allein aus diesem Grund weiß ich, dass ich ein hohes Vertrauen zu allen Mitarbeitern haben kann und ich glaube, das hat man auch mir gegenüber. Und trotzdem wissen wir, wie Fußball funktioniert: Du musst Punkte holen und klar sein.“
Doch dazu steht als nächstes eine besonders schwere Aufgabe an. Der FC empfängt nach der Länderspielpause den FC Bayern. Gerade weil die Kölner aus den vergangenen beiden Spielen gegen Gegner auf Augenhöhe nur zwei Punkte geholt haben, wäre eine Überraschung Gold wert.
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In der vergangenen Woche hatte sich FC-Trainer Steffen Baumgart noch vor seine Defensive gestellt. Die leistete sich gegen Bochum einige Schnitzer – und das nicht zum ersten Mal.
Verunglückte Zweikämpfe, allein gelassene Gegenspieler – nachdem zuletzt der Kölner Sturm kritisiert wurde, tut sich ein neues Problem auf. Der 1. FC Köln offenbart Schwächen in der Defensive
Nein, eine große Diskussion wollte Steffen Baumgart gar nicht erst aufkommen lassen. „Wenn wir Leipzig und Leverkusen weglassen, haben wir immer gut gestanden und wenig zugelassen. Wir werden ja nicht jedes Spiel auseinander gekegelt“, sagte der Trainer am vergangenen Donnerstag als er auf die mittlerweile 20 Pflichtspiele in Serie mit Gegentor angesprochen wurde. Die Abwehr sei nicht das Problem, ließ der Coach durchblicken, der schon bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren erklärt hatte, dass es ihm nur darum gehe, vorne ein Tor mehr zu schießen als hinten zu bekommen. Sprich: Der Fokus liegt auf der Offensive. „Am Ende werden die Spiele vorne entschieden“, sagte der Coach unter der Woche. „Wir haben bisher zwar nie zu null gespielt – aber es ist nicht so, dass wir Massen an Torchancen zulassen.“
Bochum erhält viel zu viele Chancen
Das sagte der Trainer wohlgemerkt nach dem Augsburg-Spiel, in dem der FCA nicht nur drei Mal den Pfosten getroffen hatte, sondern auch einige Male direkt vor Marvin Schwäbe auftauchte – und das ziemlich alleine. Philipp Tietz zum Beispiel hätte das Spiel entscheiden können, wenn nicht müssen. Genauso gut hätte auch der FC das Spiel vorne entscheiden können. So aber nicht am Samstagabend in Bochum. Mehr als doch harmlose Distanzschüsse von Luca Waldschmidt und Jan Thielmann sowie ein Kopfball von Davie Selke brachte die Kölner Offensive nicht zu Stande. Bochum war da deutlich zwingender. Moritz Kwarteng lief Timo Hübers davon und hätte mit ein wenig mehr genutzter Schwerkraft einen Elfmeter herausholen können. Philipp Hofmann hebelte mit einem Steckpass die Kölner Defensive aus, Takuma Asano wurde in letzter Sekunde von Jeff Chabot abgegrätscht. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Chabot zuvor unnötig das Abseits aufgehoben hatte und Asano die Chance erst ermöglichte.
Nach dem Wechsel scheiterte zunächst erneut Asano an dem überragenden Marvin Schwäbe, dann rettete der Torwart artistisch bei einem Freistoß von Kevin Stöger und war auch nach einem Kopfball von Keven Schlotterbeck zur Stelle. Beim Gegentor standen fünf Abwehrspieler um den Torschützen als Statisten herum, in anderen Situationen viel zu weit von den Gegnern entfernt. Schwäbe parierte insgesamt acht Versuche der Bochumer, darunter einige Großchancen. Der VfL kam auf 25 Torabschlüsse und das viel zu einfach. Die Kölner Abwehr wackelte erheblich gegen einen Gegner auf Augenhöhe. Mit einer guten Abwehrleistung hatte das Spiel gegen Bochum jedenfalls wenig zu tun. Vielmehr hatte man wie schon gegen die Lautern den Eindruck, dass eine einzige schwache Kölner Situation das Gleichgewicht der FC-Defensive komplett aus den Fugen brachte. „Wir sind mit mehr als einem blauen Auge davon gekommen“, sagte Christian Keller am Sonntag im Doppelpass.
De facto liegt die errechnete erwartete Anzahl an Gegentoren (xGA) beim FC bei mehr als 26 Gegentoren. Nur Heidenheim weist einen schlechteren Wert auf. Mit realen 23 Gegentreffer ist Köln insgesamt noch gut bedient. Auf der anderen Seite hatten die Kölner vor dem Bochum-Spiel „erst“ 59 Großchancen zugelassen und belegen damit einen Wert im unteren Mittelfeld.
Defensive zu Beginn der Saison noch Paradestück
Das vor allem, weil die Kölner Defensive gerade zu Beginn der Saison noch das Paradestück der Geißböcke war. An dem Innenverteidiger-Duo Jeff Chabot und Timo Hübers lag die Krise zu diesem Zeitpunkt sicher nicht. Tatsächlich liegen die beiden Innenverteidiger in ihrer Zweikampfquote über dem Prozentsatz der vergangenen Spielzeit. Dennoch wirkte gerade in den vergangenen vier Pflichtspielen die Kölner Defensive, begonnen bei der Doppelsechs, alles andere als sattelfest. Vor allem auch, weil die Kölner viel zu weit von ihren Gegnern wegstanden. Vermutlich hat der Kölner Trainer recht, dass Spiele vorne entschieden werden. Dafür müssen aber Tore her. Sollte das dem Gegner gelingen, mag es auch an der eigenen schwachen Abwehrleistung gelegen haben.
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Marvin Obuz galt viele Jahre als großes Kölner Versprechen. Doch der Durchbruch wollte dem Offensivspieler nicht gelingen. Aktuell wächst der 21-Jährige bei Rot-Weiss Essen über sich hinaus.
Im vergangenen Sommer hätten wohl nicht viel Experten mit einem Verbleib beim FC gerechnet. Doch der Angreifer verlängerte den Vertrag und wechselte auf Leihbasis nach Essen. Seinen Torriecher hätte man wohl gerne aktuell beim 1. FC Köln: Marvin Obuz überzeugt bei Rot-Weiss Essen.
Während seine eigentlichen Mannschaftskollegen mit sich und der Krisensituation in Köln hadern, kann Marvin Obuz aktuell recht wenig aus der Ruhe bringen. Im Gegensatz zu den FC-Profis strotzt der 21-Jährige gerade nur so vor Selbstbewusstsein. Am vergangenen Sonntag wurde der Offensivspieler im Spiel gegen Waldhof Mannheim im Strafraum unsanft von den Beinen geholt. Obuz nahm sich das Leder und trat zum Strafstoß an. Der Angreifer vergab. „Es hat mich natürlich geärgert, aber für mich war klar, dass ich einfach noch ein Tor machen wollte. Das war das einzige, was noch in meinem Kopf war“, sagte Obuz später. Und tatsächlich machte der Stürmer dieses Tor, traf für RWE zum 2:0-Endstand gegen Mannheim. „Das spricht für Marvin Obuz, dass er nicht die Flügel hängen lässt, sondern den Gegner immer weiter provoziert und sich dann mit einem ganz tollen Tor belohnt“, sagte RWE-Coach Christoph Dabrowski.
Drei Tore, zwei Vorlagen in den vergangenen vier Spielen
Für die Essener war es bereits der fünfte Sieg in Serie. Der Traditionsverein liegt damit auf dem dritten Tabellenplatz der 3. Liga. Für den 21-Jährigen war es indes das dritte Spiel in Folge, in dem er traf. Zuvor hatte er beim 2:1-Erfolg über Saarbrücken beide Tore vorbereitet. Auf insgesamt vier Tore und drei Vorlagen kommt das Kölner Eigengewächs. Obuz scheint in Essen und damit auch im Profifußball angekommen zu sein. Der Plan der Kölner Verantwortlichen könnte aufgehen. Denn erst im vergangenen Sommer verlängerten die FC-Bosse den Vertrag des Angreifers, ermöglichten somit eine weitere Leihe. Das war nicht unbedingt abzusehen gewesen. Obuz war als Siebenjähriger zum FC gekommen, durchlief sämtliche Jugendmannschaften und gewann mit der B-Jugend gemeinsam mit Jan Thielmann 2019 die deutsche Meisterschaft. Obuz galt in der Jugend als eins der ganz großen Kölner Talente, der Durchbruch blieb dem Angreifer aber verwehrt.
Es folgte in der vergangenen Spielzeit die Leihe nach Kiel. Obuz sollte eine ähnliche Entwicklung vollziehen, wie zuvor Salih Özcan, der mittlerweile bekanntlich bei Borussia Dortmund spielt. Doch der Stürmer kam nur auf 141 Minuten Spielzeit. Die Rechnung der Leihe schien gerade in Bezug auf die erhoffte Spielpraxis nicht aufzugehen. Und so sprach im vergangenen Sommer für Außenstehende nicht viel dafür, dass Obuz dem FC weiterhin erhalten bleiben würde. Doch der FC verlängerte mit dem Angreifer. „Marvins Talent ist unumstritten. Auch wenn er im letzten Jahr nicht auf die erhofften Spielzeiten gekommen ist, haben ihm das neue Umfeld und die dort gesammelten Erfahrungen, gerade im Hinblick auf seine Persönlichkeitsentwicklung, sehr gutgetan“, sagte Christian Keller im Sommer. „Um sich im Profifußball zu etablieren, muss Marvin nun aber auch noch weiter an Stabilität und Durchsetzungsvermögen zulegen. Das haben wir mit ihm besprochen und gemeinsam entschlossen, dass eine erneute Leihe Sinn macht. In Rot-Weiss Essen sehen wir dabei aus mehreren Gründen einen geeigneten Leihverein für Marvin.“
Auch weitere Leihspieler überzeugen
Und das war anscheinend der richtige Schritt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lässt der Offensivspieler nun Woche für Woche sein Talent bei RWE aufblitzen und empfiehlt sich für mehr. Zu Saisonbeginn erklärte der 21-Jährige, dass er sich in Essen „pudelwohl“ fühle. Das zeigt er mittlerweile auch auf dem Platz. Und Obuz ist nicht der einzige Leihspieler, der performt. Jonas Urbig und Tim Lemperle blühten zuletzt auch wieder auf und haben einen großen Anteil am Aufwind von Greuther Fürth. Lautern befindet sich nach dem Pokalerfolg über den FC in einem kleinen Formtief, Nikola Soldo ist dennoch Stammspieler. Und auch Maxi Schmid gehört in Krekrade weiterhin zu den Leistungsträgern. Auch, wenn er seit einigen Wochen nicht mehr getroffen hat.
Die Krise des 1. FC Köln macht auch vor den Länderspielnominierungen nicht Halt. Mit Florian Kainz und Mathias Olesen reisen nur zwei Profis mit ihren A-Nationalmannschaften. Eric Martel und Jan Thielmann sind mit der U21 des DFB unterwegs.
Florian Kainz, Mathias Olsen sowie Eric Martel und Jan Thielmann werden FC-Trainer Steffen Baumgart und dem 1. FC Köln in den kommenden Tagen nicht zur Verfügung stehen. Die vier FC-Profis befinden sich auf Länderspielreise.
Auch wenn sie nicht viel oder gar keine Einsatzzeit sammelten war die vergangene Länderspielreise für Florian Kainz und Dejan Ljubicic vermutlich so etwas wie Balsam auf der geschundenen Fußballer-Seele. Immerhin lösten die beiden Mittelfeldspieler mit Österreich im Oktober vorzeitig das EM-Ticket und sammelten damit auch ein wenig Selbstvertrauen. Das Qualifikationsspiel gegen Estland am kommenden Donnerstag hat somit eher einen freundschaftlichen Charakter. Die Mannschaft von Cheftrainer Ralf Rangnick ist definitiv beim Turnier im Nachbarland dabei. Einen ersten Härtetest bestreitet Österreich dann am Dienstag in einer Woche gegen Deutschland. Während Kainz in den beiden Begegnungen erneut etwas für das Selbstvertrauen tun kann – vorausgesetzt er spielt – , ist Dejan Ljubicic dieses Mal nicht nominiert. Und das nicht aufgrund seiner jüngsten Erkrankung. Ljubicic absolvierte am Montag am Geißbockheim erste individuelle Einheiten.
Ljubicic nicht nominiert
Der Mittelfeldspieler wurde von Rangnick gar nicht erst berücksichtigt. Das Leistungsprinzip macht also auch vor dem wertvollsten Spieler des FCs nicht Halt. Ljubicic befindet sich seit einigen Wochen im Formtief. Zudem ist seine Stammposition in der Nationalmannschaft auch hart umkämpft. Ein ähnliches Schicksal ereilte schon bei den vergangenen Nominierungen Dimitrios Limnios für Griechenland und Sargis Adamyan für Armenien. Die beiden FC-Profis spielten in den jüngsten Überlegungen von Steffen Baumgart keine Rolle. Dabei hat Griechenland noch eine theoretische Chance auf das Erreichen des Endturniers. Allerdings müsste das Team von Gustavo Poyet Frankreich besiegen und darauf hoffen, dass die Niederlande in ihren Spielen gegen Irland und Gibraltar patzen. Auch Armenien kann das Ticket noch buchen, trifft noch auf die Mitkonkurrenten Wales und Kroatien – allerdings ohne den Kölner Stürmer.
Mathias Olesen ist der zweite Kölner Profi, der auf Länderspielreise der A-Nationalmannschaft geht. Der Mittelfeldspieler bestreitet mit Luxemburg die beiden EM-Quali-Spiele gegen Liechtenstein und Bosnien-Herzegowina. Bei fünf Punkten Rückstand auf die zweitplatzierte Slowakei mit Ondrej Duda ist eine EM-Quali aber sehr unwahrscheinlich. Ebenfalls im Einsatz sind die beiden U21-Nationalspieler Jan Thielmann und Eric Martel. Beide stehen nach überstandenen Verletzungen vor ihrem Comeback im DFB-Trikot. Dazu geht es nächste Woche Freitag in Paderborn gegen Estland (18 Uhr) und vier Tage später in Essen gegen Polen (18 Uhr). In den beiden Begegnungen geht es um nicht weniger als die EM-Qualifikation 2025. FC-Trainer Steffen Baumgart dürfte sich über den vollen Trainingsplatz freuen. Der Kölner Coach haderte mit den Länderspielunterbrechungen, vor allem aufgrund der Verletzungen von Martel und Thielmann.
Beim FC gab es am Samstag nur wenige Lichtblicke. Einer war der Kölner Keeper Marvin Schwäbe. Der 28-Jährige rettete dem FC den Punkt.
Acht Paraden, nur ein Gegentor – FC-Keeper Marvin Schwäbe war am Samstagabend der Garant für den sechsten Punkt und den 17. Tabellenplatz. Der 28-Jährige war damit der Man of the Match beim 1. FC Köln: Marvin Schwäbe rettet Köln den Punkt gegen Bochum.
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Über den Man of the Match gab es am Samstagabend nach der Begegnung des 1. FC Köln beim VfL Bochum wohl wenig Diskussionsbedarf. Marvin Schwäbe bewahrte den FC – und das wirkt bei dem Gegner besonders bitter – vor einem Debakel. Vor dem nächsten Debakel. Denn anhand der Großchancen hätte der VfL die Begegnung an der Castroper Straße gegen teils indisponierte Kölner mit 4:1 gewinnen können. In der aktuellen Situation und nach dieser Leistung wäre wohl eine 2:1-Niederlage auch eine Art Debakel gewesen. So kamen die Geißböcke zu einem Punkt, der am Ende des Tages die schwache Leistung kaschieren wird – spätestens bei der Endabrechnung, bei der unabhängig vom Ausgang der Spielzeit das Zustandekommen keine Rolle mehr spielen wird.
Schwäbe hält dem FC den Punkt fest
Bereits bei der 0:3-Klatsche gegen Leverkusen Anfang Oktober war der Kölner Keeper überragend, hatte definitiv eine höhere Pleite verhindert. Gegen Bochum schien der Torwart aber noch ein Nummer größer zu sein. Bei der doch erstaunlich löchrigen Kölner Defensive war Schwäbe der sichere Rückhalt und wuchs über sich hinaus. So machte sich der Keeper im eins-gegen-eins gleich mehrfach groß, wartete geduldig ab, um dann unter anderem die Chance von Asano mit einem starken Reflex zu parieren. Schwäbe fischte einen Freistoß von Kevin Stöger aus dem Tor und parierte unfassbar stark gegen Keven Schlotterbeck aus wenigen Metern. Mit insgesamt acht Paraden rettete der 28-Jährige dem FC den Punkt. „Am Ende bin ich mit dem Punkt mehr oder weniger zufrieden. Wir haben zu viel zugelassen“, sagte der Keeper später bei Sky. Aber: „Ich freue mich als Torwart, wenn ich der Mannschaft helfen kann.“ Und das tat er. Bei den zu erwartbaren Toren kam Bochum auf einen Wert von 3.58, erzielte aber Dank Schwäbe nur eins.
Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass die Kölner Abwehr Schwäbe viele Gelegenheiten ermöglichte, sich auszuzeichnen. „Unser Torwart hat uns am Leben gehalten“, sagte auch Trainer Steffen Baumgart nach dem Spiel. Dennoch: Die überragende Leistung des 28-Jährigen ehrte unter anderem die Fachzeitschrift „Kicker“ mit der Nominierung des Keepers für die Elf des Spieltags. Schon nach dem Derbysieg über Gladbach hatten einige, auch unterschiedliche Spieler in diversen Spieltags-Auswahlen gestanden. Beim „Kicker“ waren es damals Luca Waldschmidt, Eric Martel und Florian Kainz. Nun ist es eben Schwäbe. Auch bei der „Sportschau“ steht der Kölner Keeper einmal mehr in der Auswahl. Kein Wunder, dass nach der starken Leistung bei einigen Fans der Schrei nach der Nationalmannschaft wieder lauter wird. Wie berichtet hatte es im Juli Kontakt zwischen dem DFB und Schwäbe gegeben. Bundestorwarttrainer Andreas Kronenberg hatte den Kölner Keeper angerufen.
DFB nominiert Leipzigs Blaswich
Für die aktuellen Länderspiele hat Kronenberg nun aber erst einmal Janis Blaswich von RB Leipzig als Nummer vier kontaktiert. Der Leipziger Keeper wird bei der starken Konkurrenz mit Marc-André ter Stegen, Kevin Trapp und Oliver Baumann in den Begegnungen gegen die Türkei und gegen Österreich eher keine Chance auf Einsatzzeit haben. Da zudem auch Manuel Neuer wohl irgendwann wieder in den Kreis der DFB-Elf zurückkehrt, wird die EM im eigenen Land für Marvin Schwäbe kein Thema werden. Bei den aktuellen Leistungen der Kölner dürfte er aber immerhin viele Chancen bekommen, Eigenwerbung zu betreiben.
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Nur eine Woche nach der ordentlichen Leistung gegen den FC Augsburg folgte gegen Bochum ein spielerischer Einbruch. Der FC hat von den bisherigen zwei Endspielen keins gewonnen. Das kann nicht reichen. Ein Kommentar.
Das 1:1 gegen Augsburg hat am vergangenen Wochenende Hoffnung gemacht, das 1:1 gegen Bochum diese schnell verpuffen lassen. Gegen den VfL war der FC nicht bundesligatauglich. Das ist eine bittere Erkenntnis. Denn gerade gegen die Gegner auf Augenhöhe wollte der FC eigentlich punkten. Ein Kommentar zum 1. FC Köln und dem 1:1 gegen Bochum.
Auch wenn das Ergebnis das gleiche war, das Zustandekommen hätte wohl kaum unterschiedlicher sein können. Am vergangenen Wochenende das 1:1 gegen Augsburg, das aufgrund der spielerischen Laune und Qualität der Kölner durchaus zu einem nicht unverdienten Sieg hätte führen können. An diesem Samstag das 1:1 gegen Bochum, das aufgrund der fehlenden spielerischen Qualität, einer teils desolaten Leistung unter der Kategorie schmeichelhaft noch eben schmeichelhaft einzuordnen wäre. Der FC hat innerhalb von nur acht Tagen zwei Gesichter gezeigt, die nicht unterschiedlicher hätten sein können. Gegen den FCA bäumte sich der FC gegen die nächste Niederlage, gegen den VfL wirkte es so, als habe er sich bereits mit dieser abgefunden. Die Hoffnung nach dem Augsburg-Spiel ist erstaunlich schnell verpufft. „Die Jungs hatten ganz klar mit dem Kopf zu tun“, sagte Steffen Baumgart nach dem Remis an der Castroper Straße.
FC wirkt komplett verunsichert
Dazu gab es am Samstagabend wohl kaum zwei Meinungen. Dennoch erstaunlich: Schließlich hat gerade der Kopf den FC über zwei Spielzeiten in höheren Sphären spielen lassen. Möglicherweise sogar über der eigentlichen Qualität. Motivator Baumgart redete seine Spieler seit Amtsantritt stark, sprach ihnen Mut zu, schenkte ihnen auch so Vertrauen und stärkte so das Selbstvertrauen. Das scheint den Kölner Akteuren abhanden gekommen zu sein. Wie gegen Lautern begann der FC eigentlich mit breiter Brust, kam auch zu ersten Möglichkeiten, verlor dann aber aus dem Nichts den Faden und fand ihn anschließend nicht mehr wieder. Die Kölner Profis waren sichtbar verunsichert. Auch, wenn Baumgart nach dem Spiel erklärte, die Mannschaft habe im zweiten Abschnitt zumindest den Kampf angenommen, fehlte Köln über das komplette Spiel die Körpersprache, die Leidenschaft, der Willen, um im Abstiegskampf zu bestehen.
Zur ganzen Wahrheit gehört wohl auch, dass es aber eben nicht alleine der Kopf war, der zu diesem Spielverlauf führte. Motivation alleine kann die fehlende Qualität nicht wett machen. Die Offensive fand gegen die kämpfenden Bochumer wieder einmal so gut wie nicht statt. Mehr als der Selke-Treffer war aus Kölner Sicht nicht drin. Die Defensive ließ dem Gegner unerklärliche Räume, verhielt sich teils stümperhaft in den Zweikämpfen und schaute das ein oder andere Mal lieber nur zu, als die Gegner an ihren Chancen zu hindern. So unter anderem beim 0:1, als Lukas Daschner gleich von fünf Kölner Spielern beim Torschuss begleitet anstatt gehindert wurde. Sportdirektor Christian Keller brachte es am Sonntag auf den Punkt: „Das war nicht bundesligatauglich“, was der FC da bot.
Eine schnelle Rettung ist nicht in Sicht
Und das ist eine richtige, aber genauso erschreckende Einordnung. Die Kölner waren gegen Bochum nicht bundesligatauglich. Gegen einen Gegner, den die Kölner Verantwortlichen eigentlich als direkten Konkurrenten im Abstiegskampf ansehen. Die Wahrheit sah am Samstag aber ganz anders aus. Köln war mit dem VfL heillos überfordert. Und das, obwohl die FC-Verantwortlichen in den vergangenen Wochen noch einige Register gezogen haben. Mal wählte Baumgart die vertrauensvolle Anrede an seine Mannschaft, mal die laute. Er probierte es mit einer Wutrede, um dann wieder leise Töne anzuschlagen. Er versuchte es mit einem Denkzettel für einige Spieler, Christian Keller wollte die Einzelgespräche mit den Spielern Akteuren. Nach dem Spiel gegen Bochum bleibt die Erkenntnis, dass diese Maßnahmen genauso verpufften, wie die Hoffnung in einige Langzeitverletzte, die nun wieder für den FC auf dem Platz stehen.
Der Kölner Coach wiederholte zuletzt, dass er derjenige sei, der Lösungen anbieten müsse. Entweder er hat sie nicht gefunden oder die Mannschaft kann sie aktuell nicht umsetzen. Egal, welche Variante zutrifft, eine schnelle Rettung scheint nicht in Sicht. Ob ein anderer Trainer bessere, wirksamere Lösungen auf dem Zettel hat, ist offen. Zumal ja auch die Frage nach der Qualität des Kaders weiterhin im Raum steht. Die Diskussion ist aktuell ohnehin keine. So verharren Keller und Baumgart in ihren Durchhalteparolen, sprechen von der Notwendigkeit des Kölner Wegs, von der Bundesligatauglichkeit des Kaders. Das mag vielleicht auch stimmen. Unterm Strich betonte Baumgart vor einigen Tagen, dass es ab nun nur noch Endspiele gäbe. Gegen Augsburg, Bochum und auch Bremen holte der FC genau zwei Punkte. Wenn Köln die Spiele gegen die Gegner auf Augenhöhe nicht gewinnt, gegen wen dann?
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Im Sport1-Doppelpass sprach Christian Keller am Sonntagmorgen über die Krise, den Trainer, aber auch über mögliche Neuverpflichtungen im Winter.
Christian Keller fand bereits unmittelbar nach dem 1:1-Unentschieden gegen den VfL Bochum deutlich Worte für die Leistung seiner Mannschaft. Am Sonntagmorgen hatte sich die Meinung nicht verändert. „Das war gestern nicht bundesligatauglich“, sagte der Kölner Sportdirektor im Doppelpass. Und der 44-Jährige machte zumindest in einer Sache den Fans Hoffnung beim 1. FC Köln: Keller stellt einen weiteren Stürmer in Aussicht.
Der 1. FC Köln wird möglicherweise im Winter noch einmal auf dem Transfermarkt nachbessern. Auch wenn Davie Selke am Samstag sein drittes Saisontor erzielte, ist ein weiterer „Neuner“ angedacht. So betonte der Kölner Sportdirektor im Sport1-Doppelpass, dass es diese Überlegung natürlich gäbe und man auch im Sommer gewusst habe, auf welchen Positionen man sich in einer „idealen FC-Welt“ verstärken würde. Und zwar auf der Position des Neuners. „Dafür brauchst du das notwendige Kleingeld oder du musst beim Scouting einen Spieler auftun, der noch nicht im Rampenlicht steht und trotzdem direkt überdurchschnittliches Bundesliganiveau spielt. Das ist eine Herausforderung. Vor dem Hintergrund halten wir die Augen offen und sind da auch sehr aktiv“, sagte Keller. „Ob das dann gelingt, einen Spieler zu verpflichten. Das werden wir sehen. Wir streben es auf jeden Fall an.“
Das hängt allerdings auch davon ab, ob die Kölner im Winter überhaupt einen Spieler werden verpflichten dürfen. „Der FC ist der erste deutsche Klub, der eine Transfersperre bekommen hat und sie ist leider immer noch da“, mahnte Keller, der hofft, dass das CAS noch in diesem Jahr das Urteil spricht. Die Zeitraum bis zur Urteils-Verkündung dauert in aller Regel zwischen vier bis 18 Monaten. „Das macht die Planung nicht zwingend einfacher.“ Die Fifa belegte den FC mit der Sperre, weil sie im Vorfeld der Verpflichtung von Jaka Cuber Potocnik von einer Anstiftung zum Vertragsbruch ausgegangen ist.
Keller: „Dafür werden wir auch zu recht kritisiert“
Keller war immer wieder für seine Transferpolitik kritisiert worden. Allerdings nicht nur, weil die Kölner sich eben nicht mit einem weiterer Stürmer verstärkt haben. So monierten zahlreiche Fans, dass die Abgänge von Ellyes Skhiri und Jonas Hector seien nicht adäquat ersetzt worden. „Die Kritik ist berechtigt, aber es war doch auch klar, dass uns das nicht gelingen würde. Wir haben mit Ellyes und Jonas zwei überdurchschnittliche Bundesliga-Spieler im Kader gehabt, die beide immens wichtig waren. Vielleicht Jonas sogar noch ein Stück mehr, weil er für die Statik des gesamten Spiels verantwortlich war und auch abseits des Platzes eine wichtige Rolle hatte“, erklärte Keller. „Es war klar, dass wenn wir uns verbessern, dann maximal in der Breite, in der Spitze wird das nicht gelingen. Die Idee war, wir setzen auf die Weiterentwicklung einzelner Spieler und auf eine verbesserte Breite. Wir hätten natürlich nicht gedacht, dass es nach elf Spieltagen zu dieser Punkteausbeute führt. Dafür werden wir auch zu recht kritisiert.“
So stehen die Kölner nach dem elften Spieltag mit nur fünf Punkten auf dem letzten Platz. Die erhoffte Qualität reichte bislang nicht für mehr. Keller hält den Kader nach wie vor für Bundesligatauglich, betonte zuletzt immer wieder, dass die Mannschaft die Qualität besitze, drei Vereine hinter sich zu lassen. Den Beweis blieb der FC allerdings bislang schuldig. Mit nur neun Treffern aus elf Spielen stand lange die Offensive in der Kritik, zuletzt zeigte aber auch die Kölner Defensive enorme Schwächen auf. Am Trainer liegt es nach der Auffassung von Keller nicht. Dem stärkte der Sportdirektor schon unter der Woche den Rücken. Nun nahm er vielmehr die Mannschaft in die Pflicht: „Sie muss sich langsam mal straffen. Das war nix. Da darf man sich auch nicht in die Tasche lügen. Das muss man der Mannschaft auch so sagen.“
Keller: „Ich weiß, an was ich am Schluss gemessen werde“
Den Kritikpunkt des Sparens ließ Keller indes nicht gelten. „Wir würden ja gerne sparen. Das heißt, wir hätten etwas auf der hohen Kante liegen. Das haben wir aber nicht“, sagte der Sportdirektor. „Es ist einfach so, dass wir finanzwirtschaftlich komplett am Stock gegangen sind und ein Sanierungsfall waren und sind“, so Keller weiter. „Ich weiß, an was ich am Schluss gemessen werde. Sicher nicht daran, ob die Bilanz am Ende des Jahres toll aussieht und diese sieht beim FC so gut aus wie seit vielen Jahren nicht mehr. Ich werde am Ende daran gemessen, welchen Platz wir am Ende der Saison in der Bundesliga haben. Trotzdem kann ich so nicht handeln.“ Der Sportdirektor hatte schon auf der Mitgliederversammlung betont, dass man sich schon fragen könne, warum der FC seit 30 Jahren sich im Kreis drehe und das als einer der größten Städte Deutschlands mit einer Mitgliederzahl von mehr als 132.000. Wenn der Verein sich nach vorne bewegen soll, dann müsse die Arbeit am Fundament beginnen. Von der Hand in den Mund könne nicht der Weg des FC sein, sagte Keller am Sonntag,.
Der Sportdirektor stellte allerdings auch in Aussicht, dass sich die finanzielle Lage schon bald verbessern werde. „Schon im kommenden Sommer werden sich einige Dinge signifikant ändern. Um zu überleben, haben wir in der Pandemie Sponsoringerlöse bis ins Jahr 2024 vorgezogen – und zwar im signifikant achtstelligen Bereich. Wir liegen da deutlich über zehn Millionen Euro, die vorgezogen wurden. Das endet im kommenden Sommer. Das heißt, alles was wir dann verdienen, kommt auch wieder bei uns an“, sagte Keller, der ebenfalls wiederholte, dass es eine Null-Offenheit beim FC in Bezug auf mögliche Investoren gäbe. Schon in der Vergangenheit verwiesen die Kölner Verantwortlichen immer wieder, dass der Einstieg eines Investors kein Thema sei oder werde.
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Der 1. FC Köln hat die große Chance verpasst, sich in wenig Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Beim VfL war der FC mit dem 1:1 sogar noch gut bedient.
In der vergangenen Woche kam der FC trotz einer guten Leistung gegen Augsburg nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus, am Samstagabend dann ein anderes Bild mit dem gleichen Ergebnis. Der 1. FC Köln enttäuscht auch gegen Bochum Gerade in der ersten Stunde boten die Kölner eine erschreckend schwache Leistung. Dabei wären die Kölner mit einem Sieg auf Rang 14 gesprungen.
Am Ende wurde es dann noch einmal turbulent. Jan Thielmann hatte aus Frust den Ball weggebolzt und dabei (wohl) aus Versehen Bochums Kevin Stöger getroffen. Eric Martel, Thomas Kessler und zahlreiche weitere FC-Vertreter versuchten zu schlichten, während Thielmann traurig vom Platz schlich. Es war der turbulente Schlussstrich einer für den FC wohl insgesamt enttäuschenden Begegnung, die wiederum bei vielen Köln-Fans, aber auch bei dem ein oder anderen FC-Verantwortlichen, ein großes Fragezeichen hinterlassen haben dürfte. Denn nachdem der FC am vergangenen Wochenende die erhoffte Reaktion auf das bittere Pokal-Aus gegen Lautern gezeigt hatte, fiel Köln gegen Bochum in ähnliche Muster zurück und konnte sich letztendlich bei Marvin Schwäbe bedanken, dass es am Ende noch einen Punkt für den FC gegeben hat.
FC verpasst Sprung auf Rang 14
Eine erstaunliche Entwicklung, die wohl für Ratlosigkeit gesorgt haben dürfte, denn eigentlich hatte nach dem 1:1 gegen den FCA viel darauf hingedeutet, dass die Kölner nun bereit waren, den Abstiegskampf anzunehmen, Leidenschaft und Willen, ja die von Steffen Baumgart geforderte Körpersprache zu zeigen. Und die Ausgangslage war für den FC eigentlich verheißungsvoll. Nach den Ergebnissen am Samstagnachmittag wären die Geißböcke mit einem Sieg über den VfL auf Rang 14 gesprungen, hätten die Abstiegsränge verlassen und wären mit ein wenig Luft in die „Länderspielpause“ gestartet. Doch daraus wurde so gar nichts. Statt Platz 14 behalten die Kölner die Rote Laterne. „Mir gefällt nicht, wenn wir Absprachen nicht umsetzen. Da interessiert mich nicht, warum und weshalb. Abstiegskampf bedeutet, Dinge anzunehmen, die mit Fighten zu tun haben“, wurde der Kölner Trainer deutlich. „Das war in der ersten Halbzeit nicht klar genug. Aus meiner Sicht war das Resultat heute glücklich.“
Ganze 15 Minuten spielte der FC munter mit, kam sogar zu Abschlüssen durch Davie Selke ohne Druck, Luca Waldschmidt ohne Präzision und Jeff Chabot ohne Fortune. Danach stellte die Kölner Offensive die gefährliche Arbeit ein und die Kölner Defensive verfiel in eine Mischung aus Verunsicherung und erstaunlich schwachem Zweikampfverhalten. Dass die Kölner nach dem Treffer von Lukas Daschner nur mit einem Tor Rückstand in die Halbzeit gingen, war der Verdienst von Marvin Schwäbe, der gleich eine Vielzahl an Hochkarätern entschärfte. „Ich freue mich als Torwart, wenn ich der Mannschaft helfen kann“, sagte der Keeper. „Wir haben uns in der ersten Halbzeit den Schneid abkaufen lassen, wurden ein wenig überrumpelt. Wir haben am Ende zu viel zugelassen und können dementsprechend zufrieden sein.“
Keller: „Bochum war für mich die klar bessere Mannschaft“
Dem widersprach der Kölner Coach nach dem Spiel. „Heute sollten wir drei Kreuze machen, dass wir den Punkt mitgenommen haben. Das Einzige, was zählt ist, dass der VfL nicht weiter weggezogen ist. Aber Zufriedenheit sieht anders aus“, so Baumgart. „In der zweiten Halbzeit haben wir den Abstiegskampf viel mehr angenommen als in der ersten.“ Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Bochum in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel den Sack hätte zu machen müssen, erneut einige Chancen aber liegenließ. Der Ausgleich durch Davie Selke war stark durch Florian Kainz eingeleitet und durch Linton Maina vorbereitet, er fiel aber komplett aus dem Nichts. Köln drehte für ein paar wenige Minuten auf. Selke versuchte es ein weiteres Mal aus spitzem Winkel, der eingewechselte Jan Thielmann scheiterte mit einer Direktabnahme. Die besseren Chancen hatte aber Bochum, blieb aber erfolglos.
Unter der Woche hatte sich Baumgart für die kommende Begegnung mal ein wenig Glück gewünscht, vermutlich in der Hoffnung, den zweiten Dreier einzufahren. Am Samstagabend konnte er mit dem gewonnenen Punkt mehr als glücklich sein. Denn die Statistik war eindeutig. Bochum war Köln so ziemlich in allen Belangen überlegen – der VfL hatte mehr Ballbesitz, schoss öfter aufs Tor, erspielte mehr Großchancen. Am Ende stand das glückliche 1:1. „Bochum war für mich die klar bessere Mannschaft. Sie haben uns niedergekämpft und wir waren nicht in der Lage, mit klaren Aktionen dagegenzuhalten. Vor dem Hintergrund hat uns Marvin Schwäbe den Punkt gesichert“, sagte Christian Keller. „Wir haben in den letzten Wochen immer gesagt, dass wir gut gespielt haben. Das können wir heute nicht konstatieren. Es war ein schwacher Auftritt gegen einen Gegner, der es einem nicht leicht macht. Das soll aber nicht die Ausrede sein, sondern wir müssen es besser machen. Das war nichts heute.“
Und das gegen einen Gegner auf Augenhöhe, ein Endspiel, wie es Baumgart vor einigen Wochen bezeichnete. Ein Endspiel, das der FC zumindest nicht gewonnen hat.
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In der vergangenen Woche haben die Kölner wohl eher zwei Punkte verloren als gewonnen. Gegen Bochum zitterte sich der FC zum Punkt. Die Stimmen zum Bochum-Spiel.
Wir wussten, dass es ein emsiges Spiel, ein Abstiegsspiel wird. Wir haben es im zweiten Durchgang besser angenommen als in der ersten Halbzeit. Wir müssen mit dem 1:1 gut leben. Wir sind schon mit der Intension hier reingegangen, dass wir drei Punkte mitnehmen. Wir wissen aber auch, wie schwer das ist. Gerade mit dem Fußball der hier gespielt wird. Das muss man annehmen, das haben wir. Wir nehmen den Punkt gerne mit. Wir haben Phasen gehabt, wo wir da nicht hingekommen sind. Wir haben in der Mannschaft die Qualität, die Dinger auch zu machen. Es warten schwere Wochen auf uns, das wissen wir.
Davie Selke bei Sky
Am Ende sind wir mit dem Punkt mehr oder weniger zufrieden. Es war nicht einfach. Wir haben uns in der ersten Halbzeit den Schneid abkaufen lassen, wurden ein wenig überrumpelt. Wir haben am Ende zu viel zugelassen und können dementsprechend zufrieden sein. Wir haben ein, zwei schlechte Spiele gespielt. Wir werden gnadenlos bestraft, wo wir letztes Jahr das ein oder andere Mal Glück hatten. Wir treffen ab und an die falschen Entscheidungen. Im Abstiegskampf geht es um die kleinen Details. Im zweiten Durchgang haben wir den Kampf mehr angenommen. Ich freue mich als Torwart, wenn ich der Mannschaft helfen kann.
Marvin Schwäbe bei Sky
Für uns ist es ein Teil-Erfolg, dass wir einen Punkt mitgenommen haben. Wir haben uns den Erfolg wirklich hart erarbeitet. Ob verdient oder nicht, zählt für uns nicht mehr. In der zweiten Halbzeit haben wir den Abstiegskampf viel mehr angenommen als in der ersten. Wir hatten einen sehr guten Torhüter und auch das Quäntchen Glück. Bochum hatte sehr gute Chancen, was nicht unbedingt für uns spricht. Heute sollten wir drei Kreuze machen, dass wir den Punkt mitgenommen haben. Das Einzige, was zählt ist, dass der VfL nicht weiter weggezogen ist. Aber Zufriedenheit sieht anders aus.
Steffen Baumgart
Es war ein sehr glücklicher Punkt. Bochum war für mich die klar bessere Mannschaft. Sie haben uns niedergekämpft und wir waren nicht in der Lage, mit klaren Aktionen dagegenzuhalten. Vor dem Hintergrund hat uns Marvin Schwäbe den Punkt gesichert. Wir haben nur eine von zwei Torchancen, die wir hatten, gemacht. Wir haben in den letzten Wochen immer gesagt, dass wir gut gespielt haben. Das können wir heute nicht konstatieren. Es war ein schwacher Auftritt gegen einen Gegner, der es einem nicht leicht macht. Das soll aber nicht die Ausrede sein, sondern wir müssen es besser machen. Das war nichts heute.
Zwar hat der 1. FC Köln nach dem Remis gegen Augsburg auch gegen den VfL Bochum gepunktet, wirklich überzeugen konnte der FC aber nicht. Das zeigt sich auch in den Noten.
Bei dem 1:1-Unentschieden gegen Bochum haben die Kölner über weite Strecken nicht ins Spiel gefunden. Am Ende des Tages rettete vor allem Marvin Schwäbe den Zähler. Die Einzelkritik der FC-Profis gegen Bochum.
Dem ordentlichen Auftritt gegen Augsburg folgte am Samstagabend ein recht trostloses Spiel gegen den VfL Bochum. Immerhin mit dem gleichen Ergebnis. Der FC fand nahezu eine Stunde so gut wie gar nicht statt, war am Ende glücklich mit Punktgewinn. Die Defensive war anfällig und wacklig bei den Bochumer Angriffen, die Kölner Offensive wirkte bis zum Ausgleich meist ideenlos. „„Es war ein sehr glücklicher Punkt. Bochum war für mich die klar bessere Mannschaft. Sie haben uns niedergekämpft und wir waren nicht in der Lage, mit klaren Aktionen dagegenzuhalten. Vor dem Hintergrund hat uns Marvin Schwäbe den Punkt gesichert“, sagte Christian Keller nach dem Spiel.
So bewerten wir die FC-Profis gegen Bochum
Blieb erneut nicht ohne Gegentor. War bei diesem aber chancenlos. Zeigte rekordverdächtige acht starke Paraden und hielt den Kölnern den Punkt fest. Überragend beim Freistoß von Stöger und anschließend gegen Schlotterbeck nach Kopfball.
Stand erneut für Pacarada in der Startelf. Wirkte wahrlich nicht sattelfest gegen die Bochumer Offensive – aber wer war das schon. Machte beim Gegentor nicht die beste Figur. Setzte im zweiten Durchgang Thielmann stark ein.
Erwischte wahrlich nicht den besten Tag. War beim 0:1 zu weit von Hofmann entfernt. Leistete sich einige Flüchtigkeitsfehler und unnötige Foulspiele. Gewann im Schnitt nur jeden zweiten Zweikampf.
Rettete mit einer starken Grätsche gegen Asano, lud den Japaner aber zuvor auch ein, als er viel zu leicht das Abseits aufhob. Gewann beeindruckende 87 Prozent der Zweikämpfe. Hatte im Duell mit den Angreifern auch ab und an seine Probleme.
Konnte nicht an die gute Leistung gegen Augsburg anknüpfen. Kam in vielen Situationen einen Schritt zu spät. So auch beim Gegentor. Verhinderte mit einer starken Abwehraktion Schlimmeres.
Startete einmal mehr als offensiver Sechser. Kam dort auf gerade einmal acht Zweikämpfe, von denen er vier gewann. Sein Partner auf der Doppelsechs kam auf 24 Zweikämpfe. Fand auf dieser Position auch lange in der Offensive nicht statt. Sein Traumpass auf Maina vor dem Ausgleich verbesserte seine Note deutlich.
Lief wieder einmal mehr als zwölf Kilometer, erreichte auch gute Zweikampfwerte. War aber im Zentrum allein auf weiter Flur und somit ebenfalls sehr uneffektiv.
Sein feiner Pass auf Waldschmidt hätte ein Tor mit sich bringen müssen. Das erledigte Selke dann nach dem Wechsel nach starker Hereingabe. Rieb sich ansonsten eher brotlos auf.
Wurde nach wenigen Minuten bereits stark von Maina eingesetzt, sein Schüsschen war aber viel zu harmlos. Tauchte anschließend komplett ab, um dann vor dem Ausgleich mit einem Ballgewinn wieder aufzutauchen. Insgesamt ein sehr blasser Auftritt.
Nicht das Spiel des vermeintlichen Hoffnungsträgers. Fand in jenes weder in der ersten Halbzeit noch im zweiten Durchgang.
Arbeitete und rackerte viel. Belohnte sich schließlich mit seinem dritten Saisontor. Traf allerdings auch einige falsche Entscheidungen. Hätte vielleicht Martel bei seinem Schuss aus spitzem Winkel anspielen können.
Setzte sich unmittelbar nach seiner Einwechslung nach einer knappen Stunde bereits in Szene. War sehr aktiv, aber leider auch sehr glücklos.
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