Rückkehr im Stadt-Duell: Mark Uths nahezu perfektes Comeback

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Rückkehr im Stadt-Duell: Mark Uths nahezu perfektes Comeback

Ausgerechnet im Stadtduell gegen den SC Fortuna Köln gab FC-Profi Mark Uth sein Comeback nach vielen Monaten des Leidens. Viel hätte nicht gefehlt und es wäre das perfekte Comeback geworden.

Er hatte 271 Tage warten müssen, da machte die gute Stunde im Stadtderby gegen Fortuna Köln dem gebürtigen Kölner wohl auch nicht mehr viel aus. Mark Uth gab nach knapp neun Monaten Leidenszeit, nach einem Jahr mit drei Ops, Schmerzen, der Rolle des Zuschauers und ein paar wenigen Kurzeinsätzen sein Comeback: Uths nahezu perfektes Comeback.

Denn viel hat nicht gefehlt und der gebürtige Kölner hätte ausgerechnet im Stadtduell gegen den SC Fortuna Köln seine Rückkehr mit einem Tor, vermutlich dann dem Siegtreffer, gekrönt. Uth legte sich den Ball aus gut 18 Metern zurecht, sprach kurz mit dem neuen Kapitän Florian Kainz und benötigte vermutlich nicht viel Überzeugungskraft, um den Freistoß selbst ausführen zu dürfen. Der 31-Jährige erwischte den Ball perfekt – fast perfekt. Denn das Spielgerät landete auf der Latte. Nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung, die Trainer Steffen Baumgart gesondert von den weiteren Wechsel durchführte, hatte Uth bereits seinen ersten Abschluss. Der Schuss des 31-Jährigen wurde aber geblockt.

Auch, wenn der FC gegen den Regionalligisten nicht über ein 2:2-Unentschieden hinauskam und Uth das Tor gegen die Fortuna verwehrt blieb, wird der Angreifer zufrieden gewesen sein. Denn die vergangenen 270 Tage waren alles andere als leicht für den Offensivspieler. Nach einer starken Vorbereitung im vergangenen Sommer verletzte sich der Porzer im ersten Pflichtspiel des FC gegen Jahn Regensburg. „Die Schmerzen traten so ab der 80. Minute auf. Es wurde immer schlimmer, am Ende der Verlängerung konnte ich nicht mehr“, sagte Uth der „Bild„. „Drei Liga-Spiele habe ich ja noch gemacht seit der Verletzung, aber schön waren die nicht. Ich habe mit Schmerzen trainiert und gespielt, konnte kaum einen Pass spielen.“ Es folgten insgesamt drei Ops und erst die dritte brachte den erhofften Durchbruch.

Emotionales Statement

Seit Juni arbeitet Uth verstärkt an seinem Comeback. „Ein Jahr Schmerzen, ein Jahr als Zuschauer auf der Tribüne, drei Operationen, monatelang Ungewissheit. Was für ein Gefühl, wieder schmerzfrei gegen den Ball zu treten“, schrieb Uth vor einigen Wochen noch emotional auf Instagram und machte den Fans Hoffnung, dass er bald schon zurückkehre. Noch in der vergangenen Woche bremste Baumgart die Erwartungen der Fans aus und kündigte an, dass er Uth zu Saisonbeginn noch nicht auf dem Spielfeld sehe, der 31-Jährige noch Zeit brauche. Und auch nach dem Stadtduell fand der Kölner Coach eher reservierte Worte. „Die Arbeit mit Ball war okay, die gegen den Ball hat er eingestellt“, sagte der Trainer: „Er muss nach und nach reinkommen. Das dauert seine Zeit.“

„Ich war noch nie in meiner Karriere fast ein ganzes Jahr raus. Ich kann nicht einschätzen, ob es bis zum Liga-Start klappt. Wichtig ist, dass ich gesund bleibe. Ich denke nicht darüber nach, sofort Stammspieler zu sein oder so – ich will einfach nur auf 100 Prozent kommen“, sagte Uth der „Bild“. Der erste Eindruck am Freitagabend war schon einmal sehr positiv: Uth war der beste FC-Spieler auf dem Feld, hätte sich fast mit einem Tor belohnt. Fast. So war es für Uth dann doch „nur“ ein nahezu perfektes Comeback.

 

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FC spielt 2:2 gegen Fortuna Köln

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FC spielt 2:2 gegen Fortuna Köln

Der 1. FC Köln hat den zweiten Sieg im vierten Testspiel der Saisonvorbereitung überraschend verpasst. Im Stadtduell kam der FC nicht über ein 2:2-Unentschieden gegen den SC Fortuna Köln hinaus.

Auch wenn das Stadtderby gegen den SC Fortuna Köln in der Vorbereitung nicht die größte Aussagekraft hat, dürfte die Stimmung bei den Geißböcken nach dem 2:2-Unentschieden getrübt gewesen sein. Der FC tat sich gegen Fortuna Köln überraschend schwer. Die Führung von Luca Waldschmidt drehte Marvin Mika mit einem Doppelpack, Davie Selke traf zum 2:2. Für positive Höhepunkte sorgten die Einsätze der Langzeitverletzten Mark Uth und Florian Dietz.

Schon vor der Begegnung im Kölner Südstadion hatte Steffen Baumgart erklärt, dass ein Teil der Mannschaft 60, der andere 30 Minuten spielen würde und er die Spielanteile dann am Samstag im zweiten Test des Wochenendes gegen Aue „switchen“ würde. So führte Jeff Chabot als Kapitän die durchgemischte Mannschaft aufs Feld. Nur wenige Minuten zuvor hatte der Verein bekannt gegeben, dass Florian Kainz in der kommenden Spielzeit Kapitän sei. Seine Vizekapitäne werden Mark Uth und Marvin Schwäbe, die zu Spielbeginn noch nicht auf dem Feld standen. Neben Chabot lief allerdings nur Eric Martel als vermeintlich kommender Stammspieler in der Startelf auf.

Fortuna zunächst mit den besseren Chancen

Zwar übernahm der FC in den ersten Minuten die Initiative, tat sich aber in der Offensivbewegung erstaunlich schwer. Der Regionalligist wurde dagegen immer mutiger, gewann mehr Zweikämpfe und kam zu den ersten Möglichkeiten. Zunächst schoss Henri Matter aus 15 Metern knapp am Tor vorbei, anschließend lupfte Stipe Batarilo-Cerdic den Ball über Torhüter Matthias Köbbing, allerdings auch über das Tor. Bei den Geißböcken lief in der Anfangsphase wenig zusammen. Erst ein Fehler der Fortuna-Defensive brachte dem FC nach 25 Minuten die erste nennenswerte Chance ein. Nach einer Ecke von Denis Huseinbasic kam Maxi Schmid aus kurzer Distanz zum Abschluss, scheiterte aber an SC-Keeper Felix Buer.

Nach einer halben Stunde nahm Baumgart den ersten Wechsel vor, brachte Neuzugang Jacob Christensen für den doch sehr unauffälligen Mathias Olesen. Der FC hatte nun mehr vom Spiel, kam durch Dimitrios Limnios per Distanzschuss und Sargis Adamyan nach einer perfekten Flanke von Meiko Wäschenbach zu weiteren Abschlüssen, ein Tor wollte aber nicht dabei herausspringen. Auch nicht auf der anderen Seite. So scheiterte erneut Matter unmittelbar vor dem Seitenwechsel.

Rückkehr von Uth und Dietz

Die Geißböcke kamen deutlich druckvoller aus der Kabine. Zunächst vergab Nikola Soldo noch. Dann setzte aber Eric Martel mit einem starken Pass Limnios in Szene, dessen Hereingabe fand Adamyan, der aus kurzer Distanz den Fortunen-Keeper anschoss, den Abpraller nutzte der zur Halbzeit eingewechselte Luca Waldschmidt zur FC-Führung. Anschließend wechselte Baumgart wie angekündigt die Mannschaft durch. So kam Mark Uth nach mehr als acht Monaten zu seinem Comeback bei den Geißböcken. Und der gebürtige Kölner benötigte keine Minute für den ersten Abschluss, dieser wurde aber abgeblockt.

Der FC erhöhte nun die Schlagzahl. Eine Ecke von Kainz konnte Timo Hübers genauso wenig verwerten, wie anschließend Selke eine Flanke des neuen Kapitäns. Besser machten es die Fortunen, die einen Konter zum Ausgleich nutzten. Ein langer Ball düpierte die gesamte Kölner Hintermannschaft. Marvin Mika hatte keine Schwierigkeiten. In der Schlussphase feierte auch Florian Dietz nach einem Kreuzbandriss sein Comeback. Doch die Freude über die Rückkehr wehrte nicht lange. Erneut war es Mika, der die Fortuna in Front brachte. Davie Selke glich nur wenige Minuten später aus. Der FC-Stürmer traf sogar noch ein weiteres Mal, das Tor wurde aber wegen eines Foulspiels nicht gegeben. In der Schlussminute setzte Mark Uth den Ball bei einem Freistoß noch an die Latte.

In den ersten 60 Minuten zeigte vor allem Kristian Pedersen in der Defensive eine routinierte und starke Leistung. Nach seiner Einwechslung sorgte dann Mark Uth für viel Bewegung.

Der 1. FC Köln spielt am Samstag (14 Uhr, Erftstadion) in einem weiteren Test gegen Zweitliga-Absteiger FC Erzgebirge Aue. Für die Fortuna beginnt am Dienstagabend die Saison in der Regionalliga West – auch gegen den FC, allerdings gegen die U21.

SC Fortuna Köln – 1. FC Köln: Köbbing – Wäschenbach (62. Finkgräfe), Soldo (62. Hübers), Chabot (62. Bakatukanda), Pedersen (62. Schmitz) – Martel (62. Kujovic), Olesen (31. Christensen/61. Uth) – Limnios (62. Ljubicic), Huseinbasic (62. Selke), Adamyan (62. Kainz) – Schmid (46. Waldschmidt/76. Dietz); Tore: 0:1 Waldschmidt (57.), 1:1 Mika (71.), 1:2 Mika (81.), 2:2 Selke (84.)

Für Köln steht der nächste Härtetest an

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Für Köln steht der nächste Härtetest an

Die erste Hälfte der Saisonvorbereitung ist absolviert, das Trainingslager in Maria Alm Geschichte. In gut zwei Wochen startet für den FC das Pflichtprogramm mit der ersten Runde des DFB-Pokals. Bis dahin gibt es noch einige Termine.

Zweieinhalb harte Wochen Vorbereitung hat der FC bereits hinter sich gebracht, zweieinhalb Wochen sind es noch bis zum ersten Pflichtspiel der kommenden Saison. Doch vorher stehen noch weitere Termine auf dem Programm – auch an diesem Wochenende. Der FC steht vor dem nächsten Härtetest.

Die Hälfte der Saisonvorbereitung ist absolviert und FC-Trainer Steffen Baumgart zog zuletzt ein positives Fazit – zumindest zum Trainingslager in Maria Alm. Die Erkenntnisse der ersten Testspiele dürften dabei aber noch recht bescheiden ausfallen. Die Duelle beim Blitzturnier gegen Hannover 96 und Gornik Zabrze wirkten noch zerfahren, die Mannschaft befand sich ganz offensichtlich noch in der Findungsphase. Dennoch konnten bereits die ersten Spieler bei der 0:1-Niederlage gegen die 96er und dem 3:1-Erfolg über den Podolski-Klub Duftmarken setzen. Deutlich strukturierter wirkte der Auftritt beim 1:1 gegen RCD Mallorca am Ende des Trainingslagers.

Für den FC stehen bereits die nächsten Termine an. Am Abend kommt es zum Stadtderby gegen die Fortuna im Kölner Südstadion (18.30). Das Spiel wird auf dem Youtube-Kanal des FC übertragen. Erstmals nach gut acht Monaten kommt auch wieder Mark Uth zum Einsatz. Baumgart kündigte an, möglichst vielen Spielern Einsatzzeit zu ermöglichen. So sollen einige Spieler 60 Minuten, andere 30 Minuten spielen. Am Samstag folgt dann der nächste Test gegen Erzgebirge Aue. Dann werden die Einsatzzeiten „geswitcht“. Das Spiel findet im Erftstadion in Euskirchen statt. Die vermeintliche kommende Stammelf werden die Fans also noch nicht zu sehen bekommen.

Generalprobe gegen Nantes

Das könnte sich im Rahmen der offiziellen Saisoneröffnung dann ändern. Diese findet am 5. August auf den Vorwiesen des Kölner Stadions ab 10 Uhr statt. Neben dem obligatorischen Rahmenprogramm gibt es am Abend das Testspiel gegen den FC Nantes. Da es sich um die Generalprobe vor dem ersten Pflichtspiel handelt, dürfte es erste Eindrücke der kommenden Stammelf geben. Denn schon neun Tage später steht an der Bremer Brücke der Pokalfight gegen den VfL Osnabrück auf dem Spielplan. Es folgt bei Borussia Dortmund dann auch das erste Ligaspiel.

 

Unsere Einzelkritik zum Bremen-Spiel

Mark Uth gibt sein Comeback beim 1. FC Köln

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Mark Uth gibt sein Comeback beim 1. FC Köln

Nach einem knappen Jahr endet die harte Leidenszeit für Mark Uth. Der gebürtige Kölner feiert am Freitag im Stadtderby gegen Fortuna Köln sein Comeback.

Mark Uth blickt auf ein besonders hartes Jahr mit einigen Operationen und der ständigen Rolle des Zuschauers zurück. Doch nun endet die Leidenszeit des Kölner Offensivspielers. Mark Uth gibt am Freitag sein Comeback.

Nach der vergangenen Seuchen-Saison mit insgesamt drei Operationen und gerade einmal fünf Kurzeinsätzen, soll der 31-Jährige am Freitag gegen Fortuna Köln (18.30 Uhr, Südstadion) wieder auf dem Platz stehen. Das gab der Trainer am Rande des Trainings am Donnerstag bekannt. „Mark wird zum Einsatz kommen. Wir haben uns entschieden, morgen mit ihm zu beginnen. Wir gehen davon aus, dass er erst einmal 30 Minuten spielen wird. Aber es wichtig, dass er wieder auf dem Platz steht“, zitiert der „Kölner Stadt-Anzeiger“ den Trainer. Und weiter: „Mark ist voll im Plan und freut sich sehr auf das Spiel. Wenn es nach ihm geht, wäre er noch einen Schritt weiter. Das ist er aber nicht. Aber er kommt der Sache immer näher. Dennoch wird es noch ein halbes Jahr so gehen, dass ich der Meinung sein werde, dass wir bei ihm immer genauer hingucken müssen. Er war ein Jahr raus.“

Ein Comeback hatte sich schon zum Beginn der Saisonvorbereitung angekündigt. Dafür hatte Uth auch hart gearbeitet. Noch in der Sommerpause hatte der 31-Jährige immer wieder individuelle Trainingseinheiten über Instagramm mitgeteilt. „Die Übungen, die Mark gemacht hat, waren alle sehr gut. Er hat keine Probleme mehr und kann komplett ins Training einsteigen“, sagte der Kölner Coach nach den ersten Einheiten der Leistungsdiagnostik. Allerdings wolle man den Spieler langsam aufbauen. Einen Einsatz zu Saisonbeginn hatte Baumgart noch vor wenigen Tagen in Frage gestellt. „Falls jemand denkt, dass Mark am ersten Spieltag wieder auf dem Platz steht, würde ich das stand jetzt verneinen. Er hat ein Jahr gefehlt und muss sich erstmal wieder an alles gewöhnen“, hatte Baumgart noch im Trainingslager gesagt.

Welche Bedeutung Uth für den FC hat, zeigte sich unter anderem im Winter. Dem Vernehmen nach hätte sich der im Sommer auslaufende Vertrag des 31-Jährigen ab 20 Einsätzen automatisch verlängert. Aufgrund seiner Verletzung war das allerdings unmöglich. Und dennoch verlängerten die Kölner mit dem Stürmer bis Sommer 2025 – ein Vertrauensbeweis. „Mark ist mit seinen Qualitäten in der Offensive ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Auf dem Weg nach Europa war Mark Leistungsträger und Führungsspieler. Wir sind fest davon überzeugt, dass er nach seiner Verletzung genau das wieder bei uns einbringen wird“, sagte Keller damals. Ausgerechnet im Stadtderby gegen die Fortuna hat die Leidenszeit des gebürtigen Kölners nun ein Ende.

 

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Für Luca Kilian wird es ein weiter Weg Richtung Stammelf

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Für Luca Kilian wird es ein weiter Weg Richtung Stammelf

Luca Kilian blickt auf eine durchwachsene Saison zurück: Stammspieler, Platzverweise, Verletzungspause und Bankdrücker. Nun muss der 23-Jährige um einen Stammplatz kämpfen – doch das wird keine leichte Aufgabe.

Für einen kleinen Augenblick wird die Kölner Verantwortlichen wohl ein kurzer „nicht-schon-wieder“-Schock durchfahren haben, als Luca Kilian im Trainingslager in Maria Alm zu Boden ging. Der Innenverteidiger gab schnell Entwarnung, wollte sogar selbst weiterspielen, doch der Kölner Staff zog die Notbremse. „Pferdekuss am Oberschenkel. Das schmerzt natürlich“, diagnostizierte Steffen Baumgart und betonte, dass das nicht weiter schlimm sei. Dennoch nahm der Trainer den Spieler vorerst aus dem Training. Bereits beim Testspiel gegen RCD Mallorca stand Kilian wieder auf dem Platz. Für Luca Kilian ist es ein weiter Weg Richtung Stammelf.

Luca Kilian: Ein weiter Weg Richtung Stammelf

Und dennoch löste dieser kurze Augenblick Erinnerungen aus. Anfang Januar war der Innenverteidiger ebenfalls in der Vorbereitung, ebenfalls zu Boden gegangen, Kilian war umgeknickt. Nach wenigen Tagen stand der Abwehrspieler wieder auf dem Platz, zog sich einen Muskelbündelriss zu und fiel dann monatelang aus. Es war der negative Höhepunkt einer für den gebürtigen Wittener ohnehin schwierigen Saison. Zwar hatte der 23-Jährige in der Hinrunde einen Stammplatz sicher. Das aber vor allem, weil sich Jeff Chabot bereits zu Saisonbeginn gegen Stuttgart eine Sprunggelenksverletzung zugezogen hatte und bis zur WM-Pause ausgefallen war. Kilian hatte jedoch schon in der Vorbereitung im vergangenen Sommer ungewohnte Schwächen gezeigt und dafür einen öffentlichen Rüffel des Trainers kassiert.

Auch die erste Phase der abgelaufenen Spielzeit verlief für Kilian alles andere als optimal. Zwar kam der Innenverteidiger auf seine Einsätze, dazu auf eine Passquote von 87.84 Prozent und war damit hinter Ellyes Skhiri der zweitsicherste Passgeber beim FC, Kilian gewann aber im Schnitt nur jeden zweiten seiner Zweikämpfe. Zudem fehlte dem 23-Jährigen die Souveränität, die ihn in seiner Premierensaison beim FC noch ausgezeichnet hatte und die die Kölner Verantwortlichen dazu bewogen hatte, die Kaufoption für den Abwehrspieler zu ziehen. Auch in der Conference League unterliefen ihm Fehler, die zu Gegentoren führten.

Platzverweise ärgerten Baumgart

Dabei hatte für Baumgarts Ziehsohn die Spielzeit mit einem Treffer gegen den FC Schalke 04 verheißungsvoll angefangen. Kilian trug sich auch in den folgenden Spielen in die Statistik-Bücher ein, allerdings vor allem mit zwei Gelb-Roten Karten. Gerade die gegen seinen Ex-Klub aus Mainz war besonders bitter. Kilian sah die Ampelkarte völlig übermotiviert bereits nach einer halben Stunde und hatte damit auch seinen Anteil an der herben 0:5-Klatsche. „Er muss den Laufweg mit seinem Gegenspieler einfach mitmachen, anstatt in den Körper zu gehen. Das ist ärgerlich, weil es nicht das erste Mal passiert“, ärgerte sich Baumgart nach der Begegnung.

Es folgte die Verletzung zu Beginn des Jahres und die Rückkehr dann Ende März. „Man sehnt sich danach, nach der langen Zeit in der Bundesliga mal wieder auf dem Platz zu stehen, denn das ist das Schönste der Welt“, sagte Kilian damals. Nur hielt sich die Zeit auf dem Platz in Grenzen. Ganze 24 Einsatzminuten hatte Kilian am Ende der Rückrunde aufzuweisen. „Am Ende entscheidet der Trainer, wen er aufstellt. Ich muss erstmal wieder reinkommen und versuche, mich dann so gut wie möglich anzubieten. Ich gebe natürlich weiterhin Gas, um ihm die Entscheidung so schwer wie möglich zu machen.“ Im Gegensatz zur vergangenen Saison muss Kilian also seinen Stammplatz nicht verteidigen, er muss ihn sich erst erkämpfen.

Starke Konkurrenz für Kilian

Das wird aber eine alles andere als leichte Aufgabe für den 23-Jährigen. Jeff Chabot hat sich durch eine überragende Saison festgespielt. Der 25-Jährige ist mittlerweile der unangefochtene Abwehrchef der Geißböcke. Chabot, für den der FC ebenfalls die Kaufoption gezogen hat, erzielte in der vergangenen Saison eine überragende Zweikampfquote von über 65 Prozent (Spitzenwert beim FC) und erreichte eine Passquote von 86.9 Prozent (nur Skhiri und Kilian waren besser). Mit seiner konsequenten, aggressiven Spielweise hat der Innenverteidiger die Kölner Defensive stabilisiert, ist einer der besten Abwehrspieler der vergangenen Saison gewesen. „Ich denke, er ist jetzt einfach viel agiler und deshalb noch mehr in der Lage, seinen mächtigen Körper auch wirklich einzusetzen und traut sich, noch mehr nach vorne zu verteidigen“, sagte Christian Keller im Frühling. „Wenn er dann im Infight ist, ist es natürlich unangenehm gegen ihn. Jetzt ist er ein deutlich beweglicherer Türsteher oder Kühlschrank.“ 

Chabot stellte mit seinen Leistungen sogar Timo Hübers ein wenig in den Schatten. Zwar überzeugte auch Hübers in der Vorsaison, erreichte ebenfalls eine gute Zweikampf- und Passquote, der 27-Jährige spielte allerdings nicht konstant auf dem gleichen Niveau wie sein Nebenmann. Im Zuge der Vertragsverlängerung forderte Christian Keller mehr Verantwortung von Hübers – auf und neben dem Platz. Es spricht zurzeit also viel für das Duo Chabot/Hübers. Zumal Kilian auch in den aktuellen Vorbereitungsspielen nicht ohne Fehler blieb, das 0:1 gegen Hannover verursachte. Immerhin hat der Innenverteidiger weiterhin das Vertrauen seines Trainers. Dieser hatte sich im vergangenen Jahr für eine feste Verpflichtung stark gemacht. „Ich möchte den Jungen unbedingt“, hatte Baumgart damals gesagt. Er hat ihn bekommen.

 

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Kingsley Schindlers Wechsel vom 1. FC Köln zu Samsunspor ist offiziell

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Kingsley Schindlers Wechsel vom 1. FC Köln zu Samsunspor ist offiziell

Kingsley Schindler zieht es in die Türkei. Der Nationalspieler Ghanas hat einen Vertrag bis 2025 bei Samsunspor unterschrieben.

Es hatte sich schon vor Wochen angekündigt, jetzt ist es offiziell: Kingsley Schindler wechselt zu Samsunspor. Der 1. FC Köln hatte dem 30-Jährigen ebenfalls ein Angebot unterbreitet, das hatte Schindler abgelehnt. Bei Samsunspor hat der gebürtige Hamburger einen Vertrag bis 2025 mit einer Option auf ein weiteres Jahr unterschrieben.

Bild: Herbert Bucco

FC-Sportdirektor Christian Keller hatte vor einigen Wochen betont, dass man Schindler ein Angebot unterbreitet habe. Wie die „Bild“ berichtet, wäre die Vertragsverlängerung an eine ordentliche Gehaltsreduzierung geknüpft. Schindler hatte lange gezögert und sich schließlich dagegen entschieden. Der FC hatte irgendwann erklärt, dass man sich auch mit anderen Rechtsverteidigern beschäftige. Wie berichtet, machten schon seit einigen Wochen Gerüchte über einen Wechsel in die Türkei die Runde. Zuletzt hatte der 30-Jährige den 1. FC Köln aus seiner Beschreibung seines Instagram-Kanals gelöscht, wohl ein erstes Zeichen. Nun ist es offiziell, dass Schindler in die Süper Lig wechselt. Zuletzt hatte es laut der türkischen Fachzeitschrift „Fanatik“ auch Interesse von Trabzonspor gegeben.

Samsunspor war einer der ersten Vereine, mit denen Schindler in Verbindung gebracht wurde. Allerdings hatte sich der Klub laut türkischer Medien eigentlich schon anders orientiert. Schindler wechselte im Sommer 2019 von Holstein Kiel an den Rhein. Ein Jahr später wurde der Nationalspieler Ghanas an Hannover 96 verliehen, im Sommer 21 kehrte Schindler zurück zu den Geißböcken. Für den FC lief Schindler in der vergangenen Spielzeit 35 Mal auf und erzielte ein Tor, insgesamt stand er 70 Mal für Köln auf dem Platz. „Willkommen in der Samsunspor-Familie“, wird Samsunspor-Präsident Yüksel Yıldırım von Fanatik zitiert.

Der FC ist weiterhin auf der Suche nach einem Rechtsverteidiger.

 

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Aus drei mach zwei: Gibt es den Dreikampf um die Doppelsechs?

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Aus drei mach zwei: Gibt es den Dreikampf um die Doppelsechs?

Knapp drei Wochen vor dem Pokal-Auftakt beim VfL Osnabrück stehen zahlreiche Fragezeichen hinter dem Kader des 1. FC Köln. Schon seit Wochen wird über die Doppelsechs spekuliert. Gesetzt dürfte ein Spieler sein.

Seit der Verabschiedung von Ellyes Skhiri wabert rund um das Geißbockheim die Frage nach einem adäquaten Ersatz. Mit Jacob Christensen wurde ein Sechser an den Rhein gelotst, allerdings nicht der routinierte Spieler, den FC-Sportdirektor Christian Keller angekündigt hatte. Mittlerweile ist klar, der FC wird auf dieser Position nicht mehr nachlegen. Und somit ist er entbrannt: der Dreikampf um die Doppelsechs.

Dreikampf um die Doppelsechs
Bild: Herbert Bucco

Die Worte von Christian Keller überraschten zum Auftakt des Trainings vor gut zwei Wochen schon ein wenig. Man werde dann doch keinen routinierten Sechser mehr holen, die Verpflichtung von Jacob Christensen reiche für diese Position und damit für die Besetzung der Doppelsechs. Um seinen Worten mehr Gewicht zu verleihen, zählte der Sportdirektor die potenziellen defensiven Mittelfeldspieler des FC auf. Eric Martel, Jacob Christensen, Denis Huseinbasic, Mathias Olesen und Dejan Ljubicic sieht Keller auf der Position. „Das sind fünf Spieler. Ich gehe davon aus, dass zwei von denen auch in der Lage sind, regelmäßig zu spielen“, sagte der Sportdirektor vor 14 Tagen.

Tatsächlich zeigten Huseinbasic und Olesen in der bisherigen Vorbereitung eine starke Form, waren zum Beispiel beide am Treffer beim 1:1-Unentschieden gegen Mallorca beteiligt. Ein Spiel, bei dem beide Akteure auch sonst positiv hervorstachen. Allerdings sind die beiden Mittelfeldspieler keine klassischen Sechser, werden wohl kaum die Doppelsechs in der Saison bekleiden, sondern eher eine offensivere Variante im Mittelfeld spielen. Somit bleiben noch drei Optionen für die von Baumgart so gerne gespielte taktische Ausrichtung im defensiven Mittelfeld.

Eric Martel wohl gesetzt

Nach seinen konstant guten Leistungen in der zweiten Saisonhälfte, ist Eric Martel auf der Sechs gesetzt. 29 Bundesliga- und fünf Conference League-Spiele stehen nach seiner ersten Saison in Köln auf dem Konto des 21-Jährigen. 27 Mal stand er davon in der Startformation. Durch seine starken Auftritte ist der Marktwert des Straubingers um ein Vielfaches gestiegen, die Ablöse von 1,5 Millionen Euro wirkt mittlerweile wie ein Schnäppchenpreis. Insgesamt kommt der U21-Natioinalspieler bereits auf nahezu 100 Pflichtspiele als Profi. „Eric hat eine großartige Entwicklung genommen. Jetzt muss er beweisen, dass er ein gestandener Bundesligaspieler sein kann“, sagte Christian Keller vor einigen Wochen. Heißt: Martel soll nach dem schmerzhaften Abgang von Skhiri mehr Verantwortung übernehmen. „Ich mache mir da aber keinen großen Druck, ich bin 21“, sagte Martel unlängst der „Kölnischen Rundschau“. Und: „Mein Ziel ist es, mir einen Stammplatz als Sechser zu erkämpfen.“ Die Chancen stehen wohl nicht schlecht.

Und somit bleiben für die zweite Position Dejan Ljubicic und Jacob Christensen. Für Ljubicic stellt die Position im defensiven Mittelfeld die wohl größte Chance auf die Starformation dar. Zwar spielte der Österreicher in der vergangenen Saison oft auf der rechten Seite, allerdings nur, weil das Mittelfeld eben mit Skhiri und Martel gut besetzt war und Florian Kainz auf die Zehn rückte. Durch die Verpflichtung von Luca Waldschmidt und die Rückkehr von Mark Uth, wird Kainz wohl auf der Außenbahn gesetzt sein. Tatsächlich wurde Ljubicic vor zwei Jahren als Sechser nach Köln geholt. Bei seinem Heimatverein, Rapid Wien, spielte der heute 25-Jährige vornehmlich in der Zentrale. Zudem sind gewisse Parallelen zum Spielstil von Ellyes Skhiri nicht von der Hand zu weisen. Allerdings wäre Martel, der im April erst 21 Jahre alt geworden ist, der jüngste Sechser des Trios.

Auch Christensen hat gute Chancen

Gesetzt ist der Nationalspieler Österreichs dadurch aber auf keinen Fall. Denn auch Christensen bringt bereits viel mit. Unter anderem erstaunlich viel Erfahrung für sein doch junges Alter. Der Däne kommt schon jetzt auf 158 Pflichtspiele im Profifußball, war bei seinem Heimatverein FC Nordsjaelland in einigen Spielen Kapitän und meistens Leistungsträger seiner Mannschaft. „Aber nicht nur deshalb, sondern unter anderem auch wegen seiner technischen Versiertheit und seiner Fähigkeit ein Spiel im Aufbau zu lenken, trauen wir ihm den Sprung in die 1. Bundesliga zu“, sagte Keller bei der Vorstellung über „Jaxe“, wie Christensen in Dänemark genannt wird.

Mit seinem aggressiven, mutigen Laufspiel passt er perfekt in die Spielweise von Steffen Baumgart. Dazu kommt sein hohes Laufpensum und sein erstaunlich hohes Passspiel. Beides Werte, mit denen zuletzt immer Ellyes Skhiri beim FC punktete. Dabei läuft noch nicht alles rund für Christensen. „Die Intensität und Körperlichkeit ist schon sehr hoch, ganz anders als in Dänemark. Hoffentlich reicht die Vorbereitung aus, um mich anzupassen“, sagte Christensen vor einigen Tagen. Möglicherweise wird dieser Aspekt am Ende den Ausschlag geben. So oder so wird es ein Dreikampf, der den FC voraussichtlich die gesamte Saison begleiten wird. 

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Kölner Leihspieler: Ist Jonas Urbig bei Fürth schon gesetzt?

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Kölner Leihspieler: Ist Jonas Urbig bei Fürth schon gesetzt?

Eine Woche vor dem Start der 2. Bundesliga ist Greuther Fürth ein Achtungserfolg gelungen. Der Zweitligist trotzte dem FC Liverpool ein 4:4-Unentschieden ab. 90 Minuten stand dabei Jonas Urbig zwischen den Pfosten. Ein Fingerzeig für die kommende Spielzeit?

Während sich die Profis des 1. FC Köln noch mitten in der Vorbereitung auf die kommende Spielzeit befinden, steuern die beiden Leihgaben Jonas Urbig und Tim Lemperle auf ihren Saisonstart in der 2. Bundesliga mit Greuther Fürth zu. Bei der Generalprobe gegen den FC Liverpool zeigte vor allem Jonas Urbig trotz vier Gegentreffer eine gute Leistung. Der Keeper stand im Gegensatz zu den Feldspielern 90 Minuten gegen den Champions-League-Sieger von 2019 auf dem Platz. Ist Jonas Urbig bei Fürth also schon gesetzt?

Jonas ist eines der größten Torwarttalente in Deutschland und wird für zusätzlichen Wettbewerb unter unseren Torhütern sorgen

Fürths Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi
Jonas Urbig vor Leihe nach Fürth

Geht es nach den Verantwortlichen des 1. FC Köln sind die Leihen von Tim Lemperle und Jonas Urbig nach Fürth Win-Win-Situationen. Spieler und Klub erhoffen sich viel Spielzeit. Durch die Spielpraxis soll sich das Duo weiterentwickeln, sich für höhere Aufgaben beim FC beweisen. „Wir wollen mit Jonas Urbig verlängern und ihn wieder verleihen, damit er als Torwart weiter zum Spielen kommt. Das Gleiche gilt für Tim Lemperle“, hatte der Sportdirektor Christian Keller im Juni gesagt. Für Lemperle und Urbig dürfte schon die Generalprobe vor dem Saisonstart am kommenden Sonntag gegen Paderborn ein echtes Highlight gewesen sein. Immerhin können die beiden Kölner Youngster behaupten, gegen einen der besten Klubs Europas gespielt zu haben, und das mit einem Achtungserfolg. Gegen den FC Liverpool erreichte Greuther Fürth ein 4:4-Unentschieden und der Premier-League-Klub trat durchaus mit seinen namhaften Spielern an.

Zwar musste Jonas Urbig vier Mal hinter sich greifen, dennoch dürfte er den Test gegen die Reds als Erfolg für sich verzeichnen. Denn im Gegensatz zu den Feldspielern stand der Keeper 90 Minuten auf dem Feld und zeichnete sich einige Male hervorragend aus. Bei den vier Gegentreffern war der Keeper machtlos. Besonders bitter: Bis zur 89 Minute führten die Kleeblätter, unmittelbar vor Schluss traf Superstar Mo Salah zum Ausgleich. Der 90-minütige Einsatz dürfte ein Fingerzeig für die Auftaktpartie der Fürther am kommenden Sonntag sein. Zwar fiel Urbigs Konkurrent im Kampf um die Nummer eins, Andreas Linde, zuletzt mit einer Kapselverletzung aus, der Kölner Keeper zeigte aber bereits in der gesamten Vorbereitung starke Leistungen und dürfte sich damit zumindest vorerst die Pole Position erkämpft haben.

Linde hat in der vergangenen Saison bei Fürth nicht komplett überzeugen können. Gut möglich, dass sich der einmalige schwedische Nationalspieler noch nach einem anderen Verein umschaut. Tim Lemperle stand ebenfalls beim Testspiel in Villingen-Schwenningen in der Startelf. Der Angreifer wurde nach einer guten Stunde ausgewechselt, dürfte sich aber ebenfalls Hoffnungen auf einen Starteinsatz machen. Der FC Liverpool befindet sich aktuell im Trainingslager in Donaueschingen, die Mannschaft von Jürgen Klopp wohnt dabei im ehemaligen Kölner Quartier, dem Öschberghof.

 

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Sonderlob für Kölner Talente von Trainer Steffen Baumgart

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Sonderlob für Kölner Talente von Trainer Steffen Baumgart

FC-Trainer Steffen Baumgart findet warme Worte für seine Youngster. Die Suche nach einer neuen Nummer zwei gestaltet sich nach wie vor als schwierig.

Ein heftiger Regenschauer begrüßte die Profis des 1. FC Köln am Montag am Geißbockheim. So heftig, dass Steffen Baumgart seine Mannschaft kurzfristig wieder vom Platz holte, bevor das Training überhaupt begonnen hatte. Mit dabei waren erneut Max Finkgräfe und Meiko Wäschenbach. Vom Trainer gab es ein Sonderlob für die Kölner Talente.

Bild: Herbert Bucco

Aus sechs mach zwei hieß es für FC-Trainer Steffen Baumgart zum Trainingsauftakt nach der Rückkehr aus Maria Alm. Von dem halben Dutzend Talenten, die der Kölner Coach mit nach Österreich genommen hatte, standen am Montagnachmittag noch Finkgräfe und Wäschenbach auf dem Trainingsplatz. „Es sind alle bei uns oben. Max und Elias hatten wir am Freitag rausgelassen aus körperlichen Gründen. Am Mittwoch sind alle wieder da. Sie werden auch alle am Freitag und Samstag bei uns spielen“, sagte der Kölner Coach mit Blick auf die beiden bevorstehenden Testspiele gegen Fortuna Köln und Erzgebirge Aue.

Elias Bakatukanda, Maxi Schmid und Emin Kujovic sollen bereits am Dienstag beim Test der U21 gegen den TuS Koblenz zum Einsatz kommen. „Wir haben heute mit allen gesprochen, wie wir es uns in den nächsten drei Wochen vorstellen“, sagte der Coach. „Wir haben aber immer betont, dass ihre spielerische Heimat in der U21 ist. Für sie ist es immer besser, wenn sie Spielpraxis bekommen.“

Wie geht es weiter mit Meiko Wäschenbach und Philipp Pentke?

Und dennoch kann man sich sehr gut vorstellen, dass Wäschenbach und Finkgräfe schon bald eine größere Rolle bei den Geißböcken spielen könnten. Beide Youngster überzeugten bei den Testspielen in Maria Alm. Zur Not wäre auch Wäschenbach eine Option für die vakante rechte Verteidigerposition. „Wenn ich sehe, wie Meiko das macht, das musst du mit 18 Jahren erstmal so hinbekommen“, sagte Baumgart. „Auf den Jungen kann man sich freuen, wenn er nicht anfängt durchzudrehen.“ Dennoch suchen die Kölner weiterhin nach einem Benno-Schmitz-Backup. „Da sind wir richtig unterwegs. Wirklich, ich kann nur sagen: Läuft alles. Wer, wo, wie, wann – das kann ich nicht sagen. Aber wir machen unsere Arbeit.“ Auch für Finkgräfe gab es ein Sonderlob. „Er macht es richtig gut“, sagte Baumgart. „Die Jungs machen richtig Spaß. Alle haben es sehr gut angenommen, ich freue mich die kleinen Schritte zu sehen, die sie machen. Sie haben sich sehr gut integriert. Aber geben wir ihnen noch etwas Zeit, bis alle sie zu Bundesliga-Spielern erklären.“

Derweil stehen die Chancen für Philipp Pentke als neue Nummer zwei beim FC wohl eher gering. „Es wäre wichtig, nicht nur eine Absicherung für Marvin zu haben, sondern auch jemanden, der Druck auf ihn ausübt. Auch wenn ich mich klar festgelegt habe, dass Marvin die Nummer eins ist, sollten wir im Auge behalten, dass es auch um Konkurrenz geht“, sagte Baumgart am Montag. „Philipp hält sich hier fit und wird auch in dieser Woche mitmachen. Wir haben mit ihm besprochen, dass wir uns mit anderen Torhütern in Gesprächen befinden. Wenn sich daraus nichts ergibt, können wir über Philipp reden.“ Wie berichtet, ist das Anforderungsprofil an die neue Nummer zwei alles andere als einfach. Jonas Urbig kam mit Greuther Fürth derweil beim Testspiel gegen den FC Liverpool über 90 Minuten zum Einsatz, musste allerdings vier Mal hinter sich greifen. Gegen die Klopp-Elf hieß es am Ende 4:4. Auch Tim Lemperle spielte eine Halbzeit.

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Jan Thielmann: Zwischen Pechvogel und prognostizierter Weltklasse

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Jan Thielmann: Zwischen Pechvogel und prognostizierter Weltklasse

Wieder einmal wirft eine Verletzung Jan Thielmann zurück. Dabei gilt der Youngster als großer Hoffnungsträger beim FC. Die Kölner Verantwortlichen sehen in ihm die künftige Identifikationsfigur, Datenexperten einen künftigen Weltklasse-Spieler.

Der Schock einer weiteren schweren Verletzung sitzt bei Jan Thielmann und den Kölner Verantwortlichen tief. Der 21-Jährige soll endlich den Durchbruch beim FC schaffen. Kein Wunder, man traut dem Offensivspieler beim FC viel zu. Jan Thielmann: Zwischen Pechvogel und prognostizierter Weltklasse.

Bild: Herbert Bucco

Auch wenn es sich nur um Werbe-Aufnahmen handelt, das Strahlen von Jan Thielmann scheint groß. In hellblauem Jersey grinst der Kölner Youngster in die Kamera, schlägt sich offensichtlich die Hand auf die Brust. Wann die Fotos für die neuen Ausweichtrikots gemacht worden sind, ist nicht bekannt, sie werden vor Juni gemacht worden sein, denn zuletzt hatte Jan Thielmann eher wenig Grund zu strahlen. Der Kölner Offensivspieler zog sich im Juni eine Verletzung zu, mal wieder. Noch vor einem Jahr erklärte der 21-Jährige im Trainingslager in Donaueschingen, dass die kommende Saison mit dem FC und die anschließende U21-EM das große Ziel für das FC-Eigengewächs seien. Ein Jahr später blickt Thielmann auf eine durchwachsene Saison zurück, auf den geplatzten Traum der Europameisterschaft und auf Reha statt Saisonvorbereitung.

Thielmann verpasste nicht nur das Trainingslager in Maria Alm und die weitere Vorbereitung – der 21-Jährige wird den Kölnern frühestens im Herbst wieder zur Verfügung stehen. In Köln spricht man von einer Muskelverletzung, auf jüngsten Aufnahmen befindet sich das Knie aber in einer Orthese, wie nach einer Bänderverletzung. So oder so fällt Thielmann Monate aus. „Das stimmt uns traurig. Jans großes Ziel war die EM-Teilnahme. Und wenn du dich am Tag vor dem Start dann wieder so verletzt, dann kam man sich vorstellen, was in ihm los ist“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart. Wenn man so will war es der negative Höhepunkt eines Seuchenjahres. Seit Mai 2022 fehlten Thielmann mehr als 150 Tage. Immer wieder kam der Youngster zurück, doch es folgte direkt der nächste Rückschlag. „Es ist brutal schwer, die richtigen Worte zu finden“, schrieb Thielmann unmittelbar nach der jüngsten Verletzung auf Instagram.

Thielmann steht vor einer großen Zukunft

„Wir wissen, dass Jan vom Kopf her ein Typ ist, der sich zusammen mit uns da wieder herausarbeiten wird“, sagte Baumgart vor einigen Wochen und tatsächlich zeigen Instagram-Videos die harte Arbeit des Youngsters. Nicht nur für Thielmann persönlich ist die Verletzung ein weiterer Rückschlag. Denn die Kölner Verantwortlichen setzen große Hoffnungen in den Offensivspieler. Und das kommt nicht von ungefähr. Trotz seiner Verletzungen hat der 21-Jährige bereits die 100-Pflichtspiel-Marke beim FC geknackt, er durchlief sämtliche U-Nationalmannschaften, war im vergangenen Jahr für den Golden-Boy-Award nominiert. Der U17-Meister von 2019 soll mittelfristig ein Gesicht, eine Identifikationsfigur des 1. FC Köln werden. Das Potenzial des gebürtigen Föhreners scheint riesig, mittelfristig wird Thielmann – sollten ihn nicht weitere Verletzungen zurückwerfen – eine große Rolle im Kader der Kölner spielen.

So berechnet Gool.ai den Marktwert des Offensivspielers aktuell auf 4,23 Millionen Euro. Das Online-Portal lässt mehr als 300 objektive Leistungsparameter in die Berechnung mit einfließen. Im Gegensatz zu transfermarkt.de spielen die subjektiven Einschätzungen der User keine Rolle. Nach jedem Spiel wird der Wert neu berechnet, Thielmann ist demnach nicht nur einer der wertvollsten Spieler im Kader des FC, der Wert des Youngsters liegt damit um ein Dreifaches höher als der Durchschnittswert von mehr als 1200 nach Position und Alter vergleichbaren Akteuren. Von den deutschen Spielern dieser Altersgruppe erreichen nur Karim Adeyemi und Kevin Schade aktuell einen höheren Wert. Das Portal prognostiziert Thielmann für den kommenden Sommer sogar einen Marktwert von rund zehn Millionen Euro.

Thielmann fällt in die Kategorie „Weltklasse“

Auch die Datenexperten von Global Soccer Network (GSN) weisen auf das große Potenzial des Spielers hin. Anhand von 15.000 Daten und Algorithmen berechnet das Unternehmen den sogenannten GSN-Index eines Profis. Dieser gibt Vereinen wie PSG und Chelsea eine Hilfestellung bei der Suche auf dem Transfermarkt. Der GSN-Index von Thielmann liegt bei 76.96. Der 21-Jährige gehört damit schon jetzt der Kategorie „internationale Klasse“ an und sein Index-Wert ist der höchste im gesamten FC-Kader. Und nicht nur das: GSN berechnet auch das Potenzial eines Spielers. Das liegt bei Thielmann sogar bei 87.5 – er würde damit in die Kategorie „Weltklasse“ fallen.

Auch deswegen sind die Kölner natürlich an einer Vertragsverlängerung mit dem Eigengewächs interessiert. Thielmanns Kontrakt läuft im kommenden Sommer aus, beide Seiten sollen sich dem Vernehmen nach annähern.

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