Kommentar: Eine richtige und logische Entscheidung, aber eine hausgemachte

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Kommentar: Eine richtige und logische Entscheidung, aber eine hausgemachte

Der 1. FC Köln und Timo Schultz gehen getrennte Wege. Das ist eine logische, vermutlich die richtige, aber vor allem eine hausgemachte Entscheidung. Denn Timo Schultz ist sicher nicht alleine schuld am Gang in die 2. Bundesliga.

Timo Schultz wird den 1. FC Köln also nicht beim Gang in die 2. Bundesliga begleiten. Das ist eine richtige Entscheidung, denn der Trainer hat das Saisonziel Klassenerhalt nicht erreicht, dem Team nicht das erhoffte Leben eingehaucht. Allerdings ist die Entscheidung auch hausgemacht. Denn der Alleinschuldige ist der Trainer ganz sicher nicht. Ein Kommentar zur Trennung von Timo Schultz.

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Überraschend kam die Nachricht am Montag nicht mehr daher: Timo Schultz ist nicht länger Trainer des 1. FC Köln. Es ist eine logische, eine konsequente und auch eine folgerichtige Entscheidung. Es bleibt vor allem aber eine hausgemachte. Denn der Verein trennt sich von einem Entscheidungsträger, der am Ende des Tages sicher nicht der Alleinschuldige für den Gang in Liga zwei ist. Fakt ist, Timo Schultz hat es nicht geschafft, das Ruder herumzureißen. Der Ostfriese hat den Punkteschnitt im Vergleich zu seinem Vorgänger Steffen Baumgart leicht angehoben und vielleicht sogar den Eindruck erweckt, den taumelnden Geißböcke mehr Stabilität verliehen zu haben. Einer kompletten Realität entspricht das nicht. Ja, der FC hat sich in manchen Duellen mit dem Gegner auf Augenhöhe befunden. Genauso sind die Kölner zum Teil aber auch – wie zuletzt gegen Heidenheim – deklassiert worden. Auch Schultz hat aus dem FC keine bundesligataugliche Mannschaft geformt.

Das Ziel Klassenerhalt wurde verfehlt

Das Ziel Klassenerhalt wurde trotz zahlreicher Verlängerungen deutlich verpasst. Viele der ausgerufenen Endspiele nicht gewonnen und nur aufgrund der Patzer der Konkurrenz gab es die gefühlte Nachspielzeit. Der Abstieg war im Grunde seit dem 0:2 gegen den SV Darmstadt unausweichlich, er war aufgeschoben, aber ganz sicher nie aufgehoben. Und am Ende des Tages oder einer Saison werden Trainer an den ausgelobten Saisonzielen gemessen. Das Ziel des FC wurde verpasst – die Trainerentlassung ein branchenüblicher Schritt. Es ehrt Timo Schultz, dass er nach seiner zitierten Aussage zu demselben Ergebnis gekommen ist und es passt zu dem reflektierten Ostfriesen. Der die Entscheidung offenbar sehr sachlich nimmt, nicht emotional wie in Köln üblich. Vielleicht liegt aber auch genau dort ein Problem. So richtig wollte das Gebilde Schultz, Köln und der FC nicht matchen. Den letzten Funken Entschlossenheit hat der Trainer nicht entfacht.

Bei allem Verständnis für die Trainerentlassung und damit auch für die Notwendigkeit dieser Entscheidung, bleibt aber ein Beigeschmack. Denn dieser siebte Abstieg der Vereinsgeschichte ist sicher nicht nur der des Timo Schultz. Die Bedingungen, unter denen der Trainer die Aufgabe beim FC angetreten ist, hätten kaum schwieriger, die Hürden kaum größer sein können. Schultz fand eine verunsicherte Mannschaft vor. Ein Team, das wohl lange über dem eigenen Leistungsvermögen gespielt hat, das lange bis in die Haarspitzen motiviert wurde, aber jegliches Selbstvertrauen verloren hatte. Die Spieler waren sichtbar verunsichert, führungslos und ganz offensichtlich in vielerlei Hinsicht auch chancenlos. Dazu die Transfersperre, die fehlende Möglichkeit auch für den Trainer noch einmal direkten Einfluss auf die Mannschaft zu nehmen.

Mission Klassenerhalt war von vornerein nah an „impossible“

Schultz Mission fiel ehrlicher Weise bereits zum Amtsantritt ganz nah an die Kategorie „impossible“. Und dennoch verlor der Coach nie den Glauben daran, das unmögliche doch möglich zu machen. Den Untergang wollte der 46-Jährige jedenfalls nicht tatenlos mit ansehen. Schultz baute die Nachwuchskräfte mit ein, vertraute bereits ausgemusterten Spielern und entfachte zumindest kurzfristig neues Feuer. Auch der Trainer hat Fehler gemacht, nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen, nicht immer die richtigen Worte gefunden. Und dennoch: Die Rahmenbedingungen waren und sind nicht das Verschulden des Trainers. Die Umsetzung auf dem Rasen schon. Am Ende haben beide Aspekte den FC in Liga zwei geführt.

Die Situation wird sich auch für den kommenden Coach nicht sonderlich verbessern. Im Gegenteil: Es gibt aktuell mehr Frage- als Ausrufezeichen im Kader, die Transfersperre gilt noch bis zum Winter. Eigene Kaderideen wird ein neuer Trainer also nicht mit einbringen können. Christian Keller steht schon bei der Suche nach einem neuen Trainer vor einer großen Herausforderung. Der Sportdirektor wird voraussichtlich seinen Kurs bei der Auswahl ein wenig korrigieren. Es wäre für den FC wünschenswert, wenn Erwartungshaltung und Rahmenbedingung ebenfalls angepasst werden.


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Einzelkritik

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Timo Schultz verlässt den 1. FC Köln

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Timo Schultz verlässt den 1. FC Köln

Timo Schultz und der 1. FC Köln gehen getrennte Wege. Der Trainer wird die Geißböcke nicht beim Neuaufbau in der 2. Bundesliga unterstützen. Das gab der Verein bekannt.

Es hatte sich angedeutet, nun ist es offiziell: Der 1. FC Köln und Timo Schultz gehen getrennte Wege.

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Nach knapp fünf Monaten endet die Zusammenarbeit zwischen dem 1. FC Köln und Timo Schultz schon wieder. Beide Parteien gehen ab sofort wieder getrennte Wege. Schultz hatte den FC Anfang Januar von Steffen Baumgart in der wohl größten Krise der Vereinsgeschichte übernommen. Der FC stand mit zehn Punkten auf einem Abstiegsplatz. Durch die bestätigte Transfersperre musste der Trainer mit dem vorhandenen Spielermaterial arbeiten. Zwar holte der Ostfriese in der Rückrunde 16 Zähler (plus einen Punkt im letzten Hinrunden-Spiel gegen Heidenheim), wirklich stabilisieren konnte Schultz den FC aber auch nicht. Unter dem neuen Coach kassierte der FC mehr Gegentore als unter Steffen Baumgart. Vor allem ließen die Kölner aber die Big Points gegen vermeintlich schwächere Gegner liegen.

Keller: „Wir haben uns in der vergangenen Woche bewusst sehr viel Zeit genommen“

„Wir haben uns in der vergangenen Woche bewusst sehr viel Zeit genommen, um gemeinsam mit Timo die Rückrunde aufzuarbeiten und jeden Stein umzudrehen. Im Ergebnis waren wir übereinstimmend der Ansicht, dass wir in die mit großen Herausforderungen einhergehende Zweitligasaison mit neuen Impulsen im Trainerteam starten müssen. Bei Timo möchte ich mich für seinen großen Einsatz für den FC herzlich bedanken“, sagte Christian Keller. „Er hat als Trainer und als Mensch von seinem ersten bis zu seinem letzten Arbeitstag sein Bestes für den FC gegeben. Für seine Zukunft wünsche ich ihm im Namen aller FC-Verantwortlichen und FC-Mitarbeiter alles erdenklich Gute.“

„Nach ausführlicher Analyse der Rückrunde sind wir gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, die Zusammenarbeit nicht über den Sommer hinaus zu verlängern. Da wir unser großes Ziel – den Klassenerhalt – nicht erreicht haben, bin ich der Meinung, dass es konsequent und richtig ist, dass jemand anderes einen Neuanfang startet“, sagte Timo Schultz. „Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen Menschen bedanken, die mich in der Zeit beim FC und in der Stadt Köln unterstützt haben. Dem FC wünsche ich viel Erfolg in der kommenden Saison.“

Christian Eichner ein Kandidat beim 1. FC Köln?

Auch die beiden Co-Trainer André Pawlak und Kevin McKenna verlassen den Verein. Das gab FC-Geschäftsführer Christian Keller am Montagvormittag bekannt. „Wir möchten uns bei André und Kevin aufrichtig bedanken. Sie haben in jedem Moment ihr Herzblut und ihre Leidenschaft in ihre Arbeit für den FC gesteckt. Unter wechselnden Cheftrainern waren sie stets loyale, verlässliche Mitstreiter auf fachlich hohem Niveau. Für ihre jeweilige Zukunft wünschen wir den Beiden privat wie beruflich den bestmöglichen Erfolg“, sagt Keller über die bevorstehenden Abschiede, über welche die Profimannschaft des FC am Montagmorgen per Videokonferenz informiert wurde.

Die Geißböcke müssen sich also auf die Suche nach einem neuen Coach machen. Zuletzt geisterte bereits der Name des ehemaligen FC-Profis Christian Eichner rund ums Geißbockheim. Der Coach steht aktuell noch beim Karlsruher SC unter Vertrag. Der KSC würde den Kontrakt mit dem 42-Jährigen gerne verlängern.


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Einzelkritik

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Trainingsauftakt, Ligastart, wer zeigt’s? – Das müssen FC-Fans zur 2. Bundesliga wissen

Jan Thielmann beim Ballschuss.
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Trainingsauftakt, Ligastart, wer zeigt’s? – Das müssen FC-Fans zur 2. Bundesliga wissen

Die Rahmenbedingungen für die Vorbereitung auf die kommende Spielzeit legte der FC bereits früh fest und scheint nicht so richtig mit der 2. Bundesliga geplant zu haben. Die ersten Termine stehen.

Zeitlich wird es alles andere als entspannt für den 1. FC Köln. Der Terminplan der Geißböcke ist durch den Abstieg in die zweite Liga deutlich straffer geworden. Trainingsauftakt, Trainingslager und Ligastart liegen nah beieinander beim 1. FC Köln: Das sollten FC-Fans zur 2. Bundesliga wissen.

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Mitte April gab der 1. FC Köln bereits die ersten Rahmenbedingungen zur kommenden Saisonvorbereitung bekannt. Zu einem Zeitpunkt, zu dem noch nicht klar war, in welcher Liga die Kölner spielen würden. Dennoch wurde der Plan als „ligaunabhängig“ kommuniziert. Das bringt dem FC nun einen besonders eng getakteten Zeitrahmen. Schon in weniger als vier Wochen starten die Geißböcke mit der Leistungsdiagnostik und anschließend in die neue Saison. Weniger als vier Wochen und weder der Trainer noch die Mannschaft für die kommende Spielzeit sind sicher gefunden. Während die Spieler sich in den Urlaub verabschiedet haben, wird sich die sportliche Führung wohl im Dauerstress befinden.

Wann und wohin startet der FC ins Trainingslager?

Nach dem Auftakt in die Vorbereitung am 21. Juni (Leistungsdiagnostik), steht schon bald das obligatorische Trainingslager auf dem Plan. Die FC-Profis reisen vom 21. bis 28. Juli 2024 in die Steiermark. In Bad Waltersdorf beziehen die Geißböcke das Spa Resort Styria Quartier – ein Vier-Sterne-Hotel. „In Bad Waltersdorf haben wir alles, was es für eine gute Saisonvorbereitung braucht: Kurze Wege, einen hervorragenden Trainingsplatz und ein Hotel, in dem sich alle wohlfühlen werden. Wir freuen uns auf Top-Bedingungen in den nächsten drei Jahren“, sagte Christian Keller. Vor Ort werden die Geißböcke auch wieder einige Testspiele absolvieren. Weitere Testspiele stehen noch nicht fest.

Wann startet die Saison der 2. Bundesliga?

Nur wenige Tage nachdem der FC aus dem Trainingslager zurückkehrt ist, steht das erste Saisonspiel an. Das ist für das Wochenende um den 3. August geplant. Die 2. Liga beginnt drei Wochen vor der Bundesliga. Die Hinrunde endet am 22. Dezember, die Rückrunde startet am 17. Januar und endet am 17. Mai. Die Spiele werden in der Regel freitags um 18.30 Uhr, samstags um 13 Uhr oder sonntags um 13.30 Uhr ausgetragen. Sieben Tage vor Beginn der Bundesliga wird die erste Runde des DFB-Pokals ausgetragen. Die Auslosung findet am kommenden Samstag statt.

Wer überträgt die Spiele der 2. Bundesliga?

Live werden die Spiele nahezu komplett bei Sky zu sehen sein. DAZN hat die Rechte für die Bundesliga, aber nicht für das Unterhaus. Einige weitere Spiele sind allerdings auch live bei Sport1 oder Sat1 zu sehen. Zusammenfassungen gibt es wie gewohnt auch in der Sportschau oder im Sportstudio.

Wie sieht der Kader der kommenden Spielzeit aus?

An dieser Frage klebt das größte Fragezeichen der Saison. Jeff Chabot und Justin Diehl haben den Club verlassen, sechs weitere Spieler besitzen Ausstiegsklauseln, können Köln für eine relativ geringe Börse den Rücken kehren. Es soll auch Interesse an weiteren FC-Spielern geben. Die sechs Leihspieler kehren zunächst zurück. Doch es ist alles andere als klar, welche Akteure der FC in den Kader beruft. Aktuell deutet viel daraufhin, dass die Kölner die Kaufoption bei Rasmus Carstensen ziehen und Faride Alidou sowie Luca Waldschmidt den FC verlassen. Zwei weitere Verträge, die von Benno Schmitz und Davie Selke laufen jetzt schon aus. Seit Montagmorgen ist bekannt, dass Timo Schultz den Verein nicht in die 2. Liga begleiten wird.


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Tranfergerüchte

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Fünf Fünfen: Die Saison-Einzelkritik – Mittelfeld und Sturm

Luca Waldschmidt und Steffen Tigges
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Fünf Fünfen: Die Saison-Einzelkritik – Mittelfeld und Sturm

Offensivstark kann man die Kölner nach ihrem siebten Abstieg nicht nennen. Besonders im letzten Drittel blieb der FC zu ungefährlich. Das spiegelt sich besonders in unseren Noten für Mittelfeld und Sturm wider.

Sonderlich viele Erfolgserlebnisse gab es in dieser Saison nicht für den 1. FC Köln: Das zeigt auch die Einzelkritik der Profis zur Saison des 1. FC Köln. Die Saison-Einzelkritik der FC-Spieler Teil II: Mittelfeld und Sturm.

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27 Punkte aus 34 Spielen sprechen eine deutliche Sprache: der 1. FC Köln hat eine desolate Saison hinter sich. Nur aufgrund der ebenfalls schwachen Konkurrenz konnten sich die Kölner im Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag in der Verlosung um den Relegationsplatz halten. Erreicht haben die Geißböcke diesen bekanntermaßen nicht. Der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte ist besiegelt. Über die gesamte Saison überzeugen konnten nur Torhüter Marvin Schwäbe und Abwehrchef Jeff Chabot. Ansonsten fallen die Zwischennoten der Kölner Profis nicht besonders erfreulich aus. Gerade in der Offensive war in dieser Saison noch unheimlich viel Luft nach oben. Diese Sprache sprechen zumindest die 28 erzielten Tore.

So bewerten wir die FC-Spieler über die Saison

Eric Martel: Ist sicherlich eins der größten Zukunftsversprechen der Kölner, sollte er denn auch seine Zukunft bei den Geißböcken sehen. Ist mit 22 Jahren schon überraschend weit. Der Abgang von Ellyes Skhiri ging aber auch an dem jungen Sechser nicht vorbei. Rückte in eine Leistungsträgerrolle, die er nur selten erfüllen konnte. Dabei läuft und ackert der Kapitän der U21-Nationalmannschaft vorbildlich. Gerade in der Vorwärtsbewegung muss aber auch von Martel deutlich mehr kommen.

Dejan Ljubicic: Machte gegen Dortmund zum Auftakt ein ordentliches Spiel und erweckte mit seinen Werten den Eindruck, als würde er die Lücke, die Ellyes Skhiri hinterlassen hat, stopfen können. Und dann kam auch schon der Knick. Wie Kainz konnte auch Ljubicic nicht ansatzweise an die Form der Vorsaison anknüpfen. Im Gegenteil Ljubicic ist ebenfalls eine der großen Enttäuschungen der vergangenen Saison. Strahlte kaum Torgefahr aus, war im Grunde nie ein Faktor. Sammelte zwei Assists, von denen einer eher ein verunglückter Schussversuch war.

Denis Huseinbasic: Erlebte in der vergangenen Spielzeit den Raketenaufschwung, landete in dieser Spielzeit hart auf dem Boden der Realität. Profitierte zunächst noch von einer Verletzung von Eric Martel. Konnte sich in dieser Phase kaum empfehlen. War dementsprechend auch lange außen vor und erhielt erst gegen Union Berlin wieder die Chance, sich von Beginn an zu beweisen. Diese Chance nutzte er. War unter Timo Schultz auf einmal wieder da. Strahlte in vielen Spielen eine angenehme Ruhe aus und überzeugte mit seiner Passpräzision. Könnte in der kommenden Saison ein sehr wichtiger Faktor werden.

Florian Kainz: Ging als neuer Kapitän hoch motiviert in die aktuelle Saison. Doch die Binde und der Kapitän wollten in Sachen Leistung nicht zueinander finden. Fand sich in dieser Saison überhaupt nicht zu recht und suchte auch sein Selbstvertrauen vergeblich. Das holte er sich auch nicht durch die seltsame Positionsrochade seines Ex-Trainers. Spielte erstaunlich viele Fehlpässe, kam oft in den Zweikämpfen zu spät. Zeigte einige unbekannte Frustfouls. Erzielte immerhin fünf Tore für die Kölner – alle vom Punkt.

Jacob Christensen: Die Erwartungshaltung war groß. Schließlich wurde Christensen als Sechser verpflichtet und mit Ellyes Skhiri ging der Inbegriff eines Sechsers. Dass der junge Däne den Tunesier nicht eins-zu-eins ersetzen würde, wurde frühzeitig kommuniziert. Allerdings zauberten die Kölner Verantwortlichen auch keinen weiteren Sechser aus dem Hut. So lag von Beginn an viel Druck auf Christensen, der seine Qualität nur viel zu selten beweisen durfte. Kann ja noch kommen.

Jan Thielmann: Fiel lange aus und dann bei seinem Comeback mit einer beeindruckenden Leistung auf. Ist sicherlich einer der größten Hoffnungsträger der Geißböcke für die Zukunft. Steht zumindest für die wesentlichen Dinge, die den Abstiegskampf ausmachen: Leidenschaft, Wille, Körperlichkeit. Doch auch bei dem Kölner Offensivspieler wollte nicht alles laufen. Wurde zeitweise in die Defensive versetzt und von manchem „Experten“ als künftiger DFB-Rechtsverteidiger auserkoren. Der Weg ist noch weit. Sehr weit. Sollte er den Weg mit in die 2. Bundesliga gehen, ist er ein Kandidat für den Leistungsträger-Posten!

Linton Maina: Seine Tempoläufe sind eigentlich eine Waffe, nur durch die fehlende Präzision im finalen Pass eine ziemlich stumpfe. Sorgte immer wieder für ordentlich Geschwindigkeit auf dem Platz, weckte die Hoffnung auf Offensivaktionen, die dann aber meist mit einer schlampigen Aktion verpufften. Kam auf ein Tor und eine Vorarbeit – zu wenig für den schnellen Außenbahnspieler. Hatte unter Baumgart eine Art Stammplatzgarantie. Die wackelte unter Schultz.

Faride Alidou: Wurde kurz vor Ende der Transferperiode noch von Eintracht Frankfurt ausgeliehen. Eigentlich sollte Benedict Hollerbach von Wehen Wiesbaden kommen, der entschied sich anders. Fiel unter die Kategorie „Baumgart-holt-sie-schon-aus-der-Krise“-Spieler. Hat Baumgart nicht. In der Rückrunde unter Schultz mit vier Treffern statistisch effektiver, blieb aber weit hinter den Erwartungen zurück. Sehr weit. Vor allem beim ersten Ballkontakt unglaublich unsicher, seine Dribblings – oft mit Übersteigern und Hacken-Tricks gespickt – waren meist nicht mehr als brotlos.

Luca Waldschmidt: Wurde als gefühlter Königstransfer in Köln empfangen. Die ersten Eindrücke in der Saisonvorbereitung waren auch sehr vielversprechend. In den Pflichtspielen konnte Waldschmidt dann nur noch ansatzweise an diese Leistungen anknüpfen. Der ehemalige Nationalspieler machte die Offensive definitiv variabler, ließ seine Kreativität auch aufblitzen. Mehr aber auch nicht. Drei Tore und zwei Assists bei 45 Torschüssen sind für einen Spieler seiner Klasse definitiv zu wenig. Fehlte auf Grund eines Wadenbeinbruchs in der Rückrunde insgesamt zehn Spiele. Wirkte nach seinem Comeback gegen Ende der Saison neben der Spur, nicht nur beim vergebenen Elfer gegen Mainz.

Mark Uth: Kehrte mit großen Erwartungen zurück aus einer Seuchensaison, um dann umgehend wieder verletzt auszufallen. Kehrte dann erneut mit großen Erwartungen zurück und erfüllte sie im Pokal gegen Lautern. Baumgart betonte immer wieder, dass Uth noch Zeit brauchen würde. Er bekam sie, allerdings aufgrund von Verletzungen. Schultz konnten ihn so nur gegen Ende der Saison als Joker bringen. Bei insgesamt elf Einsätzen erzielte Uth kein Tor und gab eine Vorlage.

Steffen Tigges: Der Angreifer bringt mit seiner Kompaktheit, seiner Größe eigentlich viel für einen Mittelstürmer mit. Doch das alleine reicht offensichtlich nicht. Tigges ist bei den Kölnern meist so gut wie kein Faktor. Kam auf 25 Einsätze in dieser Saison, auf 20 Torschüsse, traf das Tor immerhin auch drei Mal. Schoss dafür aber auch einige Male weit daneben. Bekam zunächst erstaunlicherweise unter Baumgart viel Einsatzzeit, profitierte unter Schultz wohl vom Mangel an Alternativen.

Sargis Adamyan: Kündigte an, sich in dieser Saison durchsetzen zu wollen. Die Saisonvorbereitung war verheißungsvoll. Doch mit dem ersten Pflichtspiel war die Hoffnung, dass der Knoten in Köln vielleicht doch noch platzen könnte, wie weggeblasen. Adamyan fand in vielen Begegnungen nicht statt – auch auf dem Spielfeld. Seine Aktionen wirkten im Saisonverlauf zunehmend verzweifelter, gezwungener. Kam auf lediglich ein Tor und drei Vorlagen bei 29 Torschüssen. Flammte mal kurz unter Timo Schultz auf, doch das Feuer erlosch sehr schnell wieder. Warum man den Angreifer mit einem Vier-Jahres-Vertrag ausgestattet hat, bleibt auch nach dieser Saison eins der größten Geheimnisse von Christian Keller.

Davie Selke: Selke bringt per se viel mit und doch hat man den Eindruck, dass der Angreifer verhältnismäßig oft einen Schritt zu spät kommt, bei Flanken einen Schritt falsch steht, den Ball knapp verpasst oder sonst glücklos agiert. Mit sechs Saisontoren ist Selke FC-Toptorjäger. Fünf davon schoss der Mittelstürmer in der Hinrunde. Verletzte sich im Spiel gegen Heidenheim und lief in der Rückrunde nur noch vier Mal auf, weil er sich erneut den Fuß brach. Wirklich helfen konnte er dem FC im Abstiegskampf also nicht.

Florian Dietz: Die Rekonvaleszenz dauerte nach dem Kreuzbandriss länger als zunächst angenommen. Feierte unmittelbar vor Weihnachten sein Comeback und strahlte mehr Offensivkraft aus als Tigges und Adamyan. Kam unter Timo Schultz nur auf drei Kurzeinsätze von insgesamt 23 Minuten. Für eine Bewertung reicht das nicht.

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Christian Keller ist bei den Vereinsbossen weiterhin fest im Sattel

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Christian Keller ist bei den Vereinsbossen weiterhin fest im Sattel

Bereits während der Saison gab es Stimmen gegen den Verbleib von Christian Keller als Sportdirektor. Nach dem Abstieg des 1. FC Köln wurden diese Stimmen lauter. Nun äußerten sich FC-Präsident Dr. Werner Wolf und sein Vize Eckhard Sauren im Interview mit dem „Express“ unmissverständlich.

In einem Interview mit dem „Express“ sprachen die FC-Bosse über die Position von Christian Keller. Auch zur Trainerfrage nahmen sie Stellung. Die FC-Bosse bestätigen Christian Keller im Amt.

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Die Sommerpause wird für die Verantwortlichen am Geißbockheim nach dieser Saison keine besonders ruhige werden. Nach der desaströsen Leistung der Mannschaft und dem siebten Abstieg der Vereinsgeschichte muss für die kommende Spielzeit ein Plan her. Während Vize-Präsident Eckhard Sauren im „Express“ vom „schnellstmöglichen Aufstieg“ spricht, sorgen sich viele Fans alleine schon um eine Zusammensetzung des Kaders. Ausstiegsklauseln, Wechselabsichten, keine Verträge, die Transfersperre – die Geißböcke haben aktuell mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Viel Arbeit für Christian Keller. Dabei ist das Vertrauen in den Sportdirektor nach so manchem Fehlgriff nahe des Nullpunkts. Für nicht wenige ist der Sportdirektor einer der Schuldigen für die Kölner Misere.

Keller für FC-Bosse der „richtige Mann“

Zwar wurde in den vergangenen Tagen über eine Teil-Entmachtung des Sportdirektors spekuliert, tatsächlich stärken die FC-Bosse ihrem Sportdirektor aber auch weiterhin öffentlich den Rücken. „Christian Keller ist für uns in der jetzigen Situation genau der richtige Mann.“ Und das nicht nur im finanziellen Sinne. „Wir sind davon überzeugt, dass Keller auch sportlich die richtigen Schlüsse zieht“, sagt Sauren im „Express“ und wird noch deutlicher: „Die Qualität, die Keller einbringen kann, die ist so groß, dass wir sagen: Klar ist er der richtige Mann. Punkt.“ Gerade die sportliche Qualität wurde zuletzt aber infrage gestellt. „Wir sind davon überzeugt, dass Keller auch sportlich die richtigen Schlüsse zieht. Es sind in der Kaderzusammenstellung Fehler gemacht worden“, räumt Sauren ein. „Es fehlte Qualität und Selbstvertrauen, da waren wir nicht gut genug aufgestellt. Das ist Teil unserer Analyse gewesen. Da liegt die Verantwortung bei Christian Keller, das ist ihm klar.“ 

Wolf: „Am Ende sind wir zu der Entscheidung gekommen, dass es überhaupt keinen Sinn ergibt, zurückzutreten“

Werner Wolf betont zwar auch, weiterhin an Keller festhalten zu wollen, doch der FC-Präsident findet aber andere Worte. Man habe sich Gedanken über personelle Veränderungen gemacht. „Am Ende sind wir zu der Entscheidung gekommen, dass es überhaupt keinen Sinn ergibt, zurückzutreten. Dann hast du ein Geißbockheim im Chaos. Dann wissen die Spieler nicht mehr, mit wem sie sprechen müssen, dann gibt es Unsicherheit bei den Sponsoren.“ Man sei zu dem Schluss gekommen, dass es das beste sei, „in dieser Konstellation zusammenzubleiben.“ Mit Keller, mit dem Vorstand, mit dem Präsidium. Nur nicht unbedingt mit dem Trainer. Timo Schultz soll laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ schon gar nicht mehr in Köln sein. Gut möglich, dass zu Beginn der kommenden Woche die Trennung bekannt gegeben wird.

Laut dem „Stadt-Anzeiger“ soll Keller für einen Verbleib des Trainers gewesen sein, sei aber überstimmt worden. Wirklich haltbar ist der Coach nach dem verpassten Klassenerhalt nicht. Ein Treuebekenntnis gibt es von den Vereinsbossen jedenfalls auch nicht. „Uns ist wichtig, dass wir eine saubere und tiefgreifende Saisonanalyse abschließen. Dadurch gewinnen wir ganz wichtige Erkenntnisse, die in der Zukunft helfen werden“, sagt Sauren. „Deshalb soll Keller seine Analyse komplett fertigstellen. Wir haben die Zeit bis zum Trainingsauftakt am 21. Juni, die ist lang genug. Dann vermelden wir etwas, wenn es etwas zu vermelden gibt.“ Wirklich viel Zeit sind vier Wochen bis zum Trainingsauftakt allerdings nicht mehr. Denn die Personalie des Trainers ist ganz sicher keine unwichtige – auch in Bezug auf die Entscheidungen der Kader-Wackelkandidaten, der Spieler mit Ausstiegsklauseln, die sich über ihre Zukunft Gedanken machen.


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Transfergerüchte

Wer bleibt, wer geht?

Offiziell: Jeff Chabot wechselt zum VfB Stuttgart

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Offiziell: Jeff Chabot wechselt zum VfB Stuttgart

Wie erwartet wechselt Jeff Chabot zum VfB Stuttgart. Der Abwehrspieler hat einen Vertrag bis 2028 unterschrieben und wird dort in der kommenden Saison Champions League spielen.

Der FC verliert einen weiteren Spieler an die Schwaben: Jeff Chabot wechselt zum VfB Stuttgart. Bei den Schwaben wird der Innenverteidiger Champions League spielen können.

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Wirklich überraschend kommt die Nachricht nicht mehr. Jeff Chabot hat einen Vertrag beim VfB Stuttgart unterschrieben, wird also in der kommenden Spielzeit auch Bundesliga und zudem Champions League spielen. Am Mittwoch hatte sich der Abwehrspieler mit emotionalen Worten von den Kölner Fans verabschiedet und auch geschrieben, dass es ein Kindheitstraum gewesen sei, Königsklasse zu spielen. Das wird in der kommenden Spielzeit der Fall sein. Neben dem VfB Stuttgart soll vor allem Eintracht Frankfurt an einer Verpflichtung des Innenverteidigers interessiert gewesen sein. Und auch das ist nicht wirklich erstaunlich. Schließlich ist Chabot einer der besten Abwehrspieler der Liga.

Ablöse soll bei rund vier Millionen Euro liegen

Der 1. FC Köln verliert damit einen ersten Leistungsträger in der aktuellen Transferperiode. Der Innenverteidiger erhält beim VfB einen Vertrag bis 2028. „Ich freue mich darauf, beim VfB Stuttgart eine neue Herausforderung anzugehen und hier die Möglichkeit zu haben, in der Champions League auf höchstem europäischem Level zu spielen“, sagt Chabot. „Das hatte ich mir immer gewünscht, und ich freue mich sehr, dass es hier bei einem tollen Traditionsverein wahr wird. Ich freue mich sehr auf alles, was jetzt kommt, auf die Challenge, meine neuen Teamkameraden und auf die Fans.“

Über die Ablöse wurde branchenüblich stillschweigen vereinbart, sie soll sich dem Vernehmen nach aber bei rund vier Millionen Euro befinden. Chabot hatte in seinem Vertrag beim FC eine Ausstiegsklausel im Abstiegsfall vereinbart, die nun greift. Der Abwehrspieler war im Januar 2022 von Sampdoria Genua zum FC gewechselt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gehörte Chabot schon in der vergangenen Spielzeit zu den absoluten Leistungsträgern. In dieser Spielzeit war der 26-Jährige der einzige Stammspieler, der auf konstant hohem Niveau spielte. Insgesamt lief Chabot 61 Mal für den FC auf.

„Jeff ist ein sehr robuster und individuell starker Spieler, der in unserem Defensivverbund eine wichtige Rolle einnehmen wird. Seine Klasse hat er unter anderem gegen Serhou Guirassy bewiesen, als er ihn als einer der wenigen im direkten Duell in Schach halten konnte. Mit seiner Erfahrung, seiner Mentalität und seiner Qualität sind wir für die Herausforderungen einer Drei-Wettbewerb-Saison ein Stück besser gerüstet“, sagt Stuttgarts Sportdirektor Fabian Wohlgemuth.


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Transfergerüchte

Wer bleibt, wer geht?

1. FC Köln: Die Saison-Einzelkritik – Torwart und Abwehr

Jeff Chabot und Timo Hübers verteidigen den Ball.
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1. FC Köln: Die Saison-Einzelkritik – Torwart und Abwehr

Der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte ist besiegelt. Wirklich überzeugen konnten nur wenige Spieler. Wenn überhaupt, dann nur in der Defensive. So bewerten wir die Kölner Abwehr.

Am Ende wurde es dann doch noch spannend, obwohl der FC Chance um Chance vergab, gefühlt keins der ausgelobten Endspiele überzeugend für sich entscheiden konnte. Dementsprechend mau fallen die Noten der Spieler aus. Dabei war nicht alles schlecht beim 1. FC Köln: Die Saison-Einzelkritik der FC-Spieler – Teil I: die Abwehr.

Jeff Chabot und Timo Hübers verteidigen den Ball.

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Gerade in der Defensive gab es – wenn auch wenige – Ausrutscher nach oben. Allen voran Jeff Chabot, der den Verein nun auch verlassen wird. Auch FC-Keeper Marvin Schwäbe spielte eine konstante Saison und konnte sich neben dem aufstrebenden Hoffnungsträger Max Finkgräfe auszeichnen. Doch nicht bei allen FC-Profis lief es rund. Von Konkurrenzkämpfen über verlorene Stammplätze bis hin zu Verletzungen war alles dabei. Dementsprechend fallen die Noten der Saison-Einzelkritik auch durchwachsen aus.

So bewerten wir die FC-Spieler über die Saison

Marvin Schwäbe

Sicherlich einer der Spieler, an denen es in dieser Saison nicht gelegen hatte. Bewahrte den FC gleich mehrfach vor einem Debakel, hielt Debakel auch einigermaßen im Rahmen. Sein größter Fauxpas unterlief dem Keeper im Spiel gegen Werder Bremen. Warum er so gerne das Tempo aus dem Spiel nimmt, wird nur er wissen. Dennoch insgesamt eine ordentliche Saison.

Benno Schmitz

Sollte eigentlich einen Backup bekommen, der sich aber schnell als direkter Konkurrent entpuppte und dem „Kölschen Cafu“ gleich mehrfach den Rang ablief. Als sich Schmitz gerade wieder im Vorteil wähnte, bekam er den Offensivspieler Jan Thielmann vor die Brust gesetzt. Das spricht nicht für ein großes Vertrauen in den Routinier. Erzielte zu Beginn der Spielzeit ein Traumtor im Pokal. Danach gab es nicht mehr als einen weiteren Assist.

Dominique Heintz

Der letzte Neuzugang für mehr als ein Jahr. Spielte die Rolle des Abwehr-Backups sowohl auf der linken Seite als auch als Innenverteidiger trocken runter. Offenbart große Tempo-Schwierigkeiten, hat aber ein Auge für den Mitspieler und ein ordentliches Stellungsspiel.

Timo Hübers

Auch, wenn 60 Gegentore kein Zeugnis für eine gute Abwehrleistung sind, hat es am Kölner Innenverteidiger-Duo in dieser Saison sicherlich nicht gelegen. Mit einer Zweikampfquote von rund 60 Prozent gehört er sicherlich zu den besseren Innenverteidigern. Im Gegensatz zu Jeff Chabot schlich sich aber öfter auch mal der ein oder andere Lapsus ein.

Jeff Chabot

In der vergangenen Spielzeit avancierte er zu einer der größten Überraschungen, in dieser Spielzeit war er wohl der überragende Kölner Feldspieler. Mit mehr als 68 Prozent gewonnener Zweikämpfe sogar einer der besten Innenverteidiger der gesamten Liga. Steigerte damit noch einmal den Wert aus dem Vorjahr. Stemmte sich bis zuletzt gegen den Abstieg und damit auch gegen seinen Abschied. Vergeblich. Nach dieser Leistung darf man aber auch den Schritt Richtung Königsklasse versuchen.

Luca Kilian

Nicht die Saison des Innenverteidigers. Bekam zunächst nur selten die Chance. Wenn, nutzte er sie nicht. War laut Timo Schultz auf einmal sehr nahe an der Startelf und auch das Backup für kranke und gesperrte Kollegen. Riss sich dann aber das Kreuzband.

Leart Pacarada

War zu Beginn der Spielzeit unter Steffen Baumgart unumstritten. Das änderte sich mit dem 0:6 gegen Leipzig. Von da an hatte es der Linksverteidiger schwer, pendelte zwischen Ersatzbank und Verletzungen oder Krankheiten.

Rasmus Carstensen

Kam als Backup für Benno Schmitz. Machte seine Sache in der Vorbereitung so gut, dass er bei Steffen Baumgart einen Stein im Brett hatte und zum Stammspieler avancierte. Mit seinem Tempo und seinen Flanken kann er eine Waffe werden. Kann. Das war er viel zu selten. Offenbarte zudem einige Schwächen in der Defensivarbeit und war zuletzt außen vor.

Max Finkgräfe

Die große Überraschung beim FC. Zwar hatten die Kölner Verantwortlichen schon vor der Saison erklärt, dass in ihm großes Talent schlummere. Dass der 20-Jährige aber zum Stammspieler und in der schweren Phase auch zum Hoffnungsträger avancierte, kam dann doch überraschend. Die mutige, unbekümmerte Spielweise hat Spaß gemacht. Allerdings wollte auch dem Youngster nicht alles gelingen. Das erwartet aber auch keiner.

*Es handelt sich nicht um den kompletten Kader. Es wurden nur die Spieler berücksichtigt, die wir auch im Laufe der Saison bewertet haben

Mitgliederrat spricht sich gegen außerordentliche Mitgliederversammlung und Abwahl aus

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Mitgliederrat spricht sich gegen außerordentliche Mitgliederversammlung und Abwahl aus

Per E-Mail hat sich der Mitgliederrat am Freitagnachmittag an die Mitglieder des 1. FC Köln gewandt. Der Rat spricht sich gegen eine außerordentliche Mitgliederversammlung aus und damit auch gegen eine vorzeitige Abwahl des Vorstands.

In einem Schreiben an die gut 130.000 Mitglieder hat sich der Mitgliederrat zu Wort gemeldet. Der Mitgliederrat des 1. FC Köln spricht sich gegen Versammlung aus.

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In dem Schreiben betont der Mitgliederrat, dass ganz „offensichtlich folgenschwere Fehlentscheidungen“ getroffen worden seien. „Sonst müssten wir uns nicht mit einer Transfersperre und dem siebten Abstieg in die zweite Bundesliga auseinandersetzen. Dennoch kann blinder Aktionismus uns in der Situation nicht helfen“, heißt es weiter. Für den Wunsch einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zeigt der Rat durchaus Verständnis. Aber: „Wir möchten FC-Mitglieder nicht an der Wahrnehmung ihrer satzungsmäßigen Rechte hindern. Wir möchten aber alle, die sich mit solchen Gedanken auseinandersetzen, dazu aufrufen, unsere Argumente sorgfältig abzuwägen. Eine Abwahl allein kann keine Lösung sein, die dem FC in dieser schwierigen Situation weiterhilft. Das Gegenteil ist der Fall“, heißt es weiter.

Ein „Weiter so“ dürfe es nicht geben

Das Gremium führt gleich eine Reihe von Gründen für die Meinung auf. Im Falle eines Rücktritts oder der Abwahl des Vorstands müsse der Rat innerhalb kürzester Zeit drei Mitgliederversammlungen organisieren und zudem auch den Club kommissarisch führen. Zudem stünde der Verein vor weiteren hohen Kosten (300.000 Euro pro Versammlung). „Hinzu kommt, dass in einer solchen Phase der Ungewissheit der Verein auch hinsichtlich möglicher Personalentscheidungen gelähmt wird. Die Suche nach leitenden Mitarbeiter:innen würde durch eine solche Situation nahezu auf Eis gelegt werden müssen“, heißt es in dem Schreiben. Und: “Die Einladungsfrist für eine Mitgliederversammlung beträgt mindestens vier Wochen.“

Der Rat kündigt zudem an, dass er sich nach dem Mitgliederstammtisch am 12. Juni auch zu den Vorgängen rund um das CAS-Urteil äußern werde. „Nach dem Mitgliederstammtisch werden wir dann das Ergebnis unserer eigenen Analyse und Einschätzung offen und transparent kommunizieren“, heißt es weiter. Auch wenn der Mitgliederrat eine außerordentliche Versammlung ablehnt, „nach einer solchen Saison darf es selbstverständlich kein einfaches „Weiter so“ geben.“

 


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Transfergerüchte

Wer geht, wer bleibt?

Kann der Rechtsfall um Diarra Auswirkungen auf den FC haben? Das sagt Jurist Prof. Dr. Scheuch

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Kann der Rechtsfall um Diarra Auswirkungen auf den FC haben? Das sagt Jurist Prof. Dr. Scheuch

Im Rechtsfall des ehemaligen Profis Lassana Diarra deutet ein Gutachten daraufhin, dass Transferregeln der Fifa möglicherweise EU-rechtswidrig sind. Könnte ein Urteil Auswirkung auf die Sanktion gegen den 1. FC Köln haben? Wir haben mit dem Juristen Prof. Dr. Alexander Scheuch von der Uni Bonn darüber gesprochen.

In den vergangenen Tagen kochte der Falla Lassana Diarra auch bei FC-Fans hoch. Laut Einschätzung des EuGH-Generalanwalts Maciej Szpunar könnten FIFA-Transfer-Regularien unter Umständen rechtswidrig sein. Sollte dieser Einschätzung stattgegeben werden, könnte das auch Auswirkungen auf den FC haben. Come-on-fc.com sprach mit Prof. Dr. Alexander Scheuch. Diese Auswirkungen kann das EuGH-Urteil für den FC haben.

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Fünf Tore in vier Spielen lautet die eindrucksvolle Bilanz von Jaka Cuber Potocnik in den vergangenen Wochen der Regionalliga West. Der 18-Jährige deutete seit der Rückrunde gleich mehrfach an, welche Rolle er in der kommenden Zeit für den FC spielen kann und warum die Kölner Bosse den Stürmer verpflichtet haben – und dabei ein folgenschweres Risiko eingegangen sind. Die Folgen der Verpflichtung des Youngsters sind bekannt. Der FC ist mit einer Transfersperre belegt worden, kann bis zum kommenden Winter keine Spieler verpflichten – gerade nach dem Abstieg eine besonders drakonische Strafe. Dass selbst der Abstiegskampf ohne die Transfersperre andere Vorzeichen gehabt hätte, steht wohl außer Frage. Nun drohen einige Abgänge, die Situation ist besorgniserregend. Oder öffnet sich da vielleicht doch noch eine Tür?

Der Europäische Gerichtshof beschäftigt sich mit dem Fall Diarra

Einen kleinen Hoffnungsschimmer bietet ein anderer, wenn auch ähnlicher Fall, der gerade hochkocht („effzeh.com“ und der Podcast „#TrotzdemHier“ berichteten zuerst). Lassana Diarra war 2013 von Real Madrid zu Lokomotive Moskau gewechselt. Nach nur einem Jahr löste der Franzose seinen Vertrag einseitig auf – das nach Ansicht von FIFA und CAS zu Unrecht. Doch Diarra tat sich schwer, einen neuen Club zu finden, denn potentielle Interessenten sorgten sich um Sanktionen wie eine Transfersperre und/oder Geldstrafen. Sporting Chaleroi war an dem Spieler interessiert, sprang aber aus Angst vor Strafen ebenfalls kurzfristig ab.

Diarra verklagte daraufhin die FIFA auf sechs Millionen Euro Schadensersatz. „Das Argument war: Die FIFA-Transferregeln mitsamt ihren Sanktionen seien mit dem Europarecht unvereinbar. Das belgische Gericht hat diese Frage dem Europäischen Gerichtshof zur Vorabentscheidung vorgelegt“, erklärt Jurist Prof. Dr. Alexander Scheuch, der einst selbst in der Rechtsabteilung des FC tätig war. „Sollte der EuGH zu dem Ergebnis kommen, dass die FIFA-Regeln gegen Europarecht verstoßen, dürften sie nicht angewendet werden. Weil es dabei just um die Regeln geht, wegen derer der FC bestraft worden ist, stünde damit zugleich fest, dass die Strafe gegen den FC keine Grundlage hatte.“ Und damit kommen auch die Kölner ins Spiel.

Sind die Strafen gegen den FC also europarechtswidrig? Zunächst einmal geht es darum, gegen welches Recht die Regeln verstoßen könnten. „Letztlich stehen zwei Verstöße im Raum. Zum einen könnten die FIFA-Regeln die vom EU-Recht garantierte Freizügigkeit von Arbeitnehmern verletzen. Sie verhindern nämlich mitunter – so wie im Fall Diarra –, dass ein EU-Bürger eine Tätigkeit in einem anderen EU-Mitgliedstaat aufnehmen kann. Zum anderen geht es um einen möglichen Verstoß gegen das EU-Kartellrecht“, erklärt Scheuch. „Die FIFA-Regeln führen nämlich zu einem ähnlichen Ergebnis wie eine Vereinbarung zwischen Konkurrenten, nicht gegenseitig Arbeitnehmer abzuwerben. Das wäre kartellrechtlich bedenklich, weil die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer – hier: der Spieler – durch so eine Absprache natürlich leidet.“

Generalanwalt hält FIFA-Sanktionen im Fall Diarra für europarechtswidrig

Der ehemalige FC-Justiziar Scheuch sieht gute Gründe dafür, dass Reglement kritisch zu sehen. „Bedenklich finde ich vor allem die Masse an drastischen Sanktionen, die dem Spieler und seinem neuen Klub nach einer einseitigen Vertragsauflösung drohen“, sagt der Professor der Uni Bonn. „Diese Risiken schaden nicht zuletzt solchen Spielern, die zu Recht ihren alten Vertrag gekündigt haben. Solange das noch nicht abschließend festgestellt ist, läuft jeder Interessent Gefahr, am Ende doch Opfer der FIFA-Sanktionen zu werden.“ Auch deswegen ist der Jurist der Meinung, dass die FIFA die Regeln zum Teil entschärfen solle. „Das betrifft vor allem die Beweislastumkehr, die die Grundlage für die Transfersperre bildet: Es wird vermutet, dass der neue Klub den Spieler zum Vertragsbruch gegenüber dem alten Verein angestiftet hat. Das kann im Einzelfall sehr schwer zu widerlegen sein.“

Der Fall Diarra landete beim Europäischen Gerichtshof. Und er nimmt nun Fahrt auf. Denn laut eines Gutachtens des EuGH-Generalanwalts Maciej Szpunar könnten die Regularien unter Umständen tatsächlich rechtswidrig sein. Der Generalanwalt arbeitet beim EuGH und präsentiert den Richtern vor dem Erlass eines Urteils seine Auffassung. Diese ist wiederum nicht bindend, doch in etwa drei Vierteln der Fälle folgt das Gericht den Schlussanträgen des Generalanwalts. „Deshalb ist dessen Meinung ein gutes Indiz für das kommende Urteil. Und in der Rechtssache Diarra hat der Generalanwalt Ende April ganz deutlich gemacht, dass er die FIFA-Sanktionen durchweg für europarechtswidrig hält“, sagt Scheuch. Gerade die Beweislastumkehr erscheine Szpunar zu „drakonisch“, auch, weil dem Generalanwalt nicht ersichtlich sei, wie der neue Verein seine Unschuld beweisen solle.

Ein Hoffnungsschimmer für den FC?

Und dennoch bleibt der Hoffnungsschimmer ein kleiner. Unter anderem auch, weil mit einem Urteil sicherlich nicht in den kommenden Tagen oder Wochen zu rechnen ist. „Genau da liegt das erste große Problem. Dass der EuGH noch vor Ablauf der Transfersperre entscheidet, ist keineswegs ausgemacht. Möchte der FC aus dem Diarra-Verfahren Profit schlagen, müsste er sich also schon vor dem Urteil des EuGH auf die wahrscheinliche Europarechtswidrigkeit der Sanktionsregeln berufen“, sagt Scheuch. Dazu könne der Verein auf die Stellungnahme des Generalanwalts Bezug nehmen. „Vielleicht bringt es etwas, direkt an die FIFA zu appellieren, dass unter diesen Umständen der Rest der Transfersperre ausgesetzt werden sollte. Mit Ruhm bekleckert hat sich in diesem Verfahren niemand. Da könnte es der Verband auch – im Sinne des Sports – gut sein lassen, statt eine wahrscheinlich rechtswidrige Strafe, die dem FC bereits massiv geschadet hat, weiter durchzusetzen.“

In Bezug auf die Transfersperre sind die Kölner schon alleine aus Zeitgründen auf das Wohlwollen des Weltverbands angewiesen. Sollte Diarra Recht bekommen, hätte auch der FC die Chance darauf, Schadensersatz einzuklagen. Aber: „Hier lauert aber das zweite Problem: Inwieweit würde dem FC der Nachweis gelingen, dass bestimmte negative Entwicklungen gerade auf der Transfersperre beruhen? Am ehesten dürfte das hinsichtlich der Verfahrenskosten in Betracht kommen, die der FC ausgeben musste. Deutlich schwieriger ist es zum Beispiel nachzuweisen, dass es ohne Transfersperre nicht zum Abstieg gekommen wäre“, sagt Scheuch. „Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der EuGH die FIFA-Regeln beanstanden wird. Dann spricht viel dafür, dass Klubs, die unter diesen Regeln leiden mussten, vom Verband Ersatz verlangen können. Es bleibt aber jeweils die Schwierigkeit nachzuweisen, dass einzelne Schadensposten wirklich auf der Bestrafung durch die FIFA beruhten.“

Wie realistisch ist die Hoffnung?

Dass die Transfersperre gegen den FC juristisch aufgehoben wird, ist schon alleine aus zeitlichen Gründen unwahrscheinlich. Der FC hat aber durchaus die Aussicht auf Schadensersatz. Hier wird vieles davon abhängen, inwiefern Köln beweisen kann, dass die Situation ohne die Transfersperre eine andere gewesen wäre. Es bleibt die kleine Hoffnung, dass die FIFA nicht zuletzt aufgrund künftiger Schadensersatzforderungen von Seiten der Kölner noch einmal mit dem FC ins Gespräch kommt. Es ist eine kleine Hoffnung, aber insofern zumindest nicht ausgeschlossen.


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Transfergerüchte

Wer geht, wer bleibt?

Gefühlter Stillstand beim FC – doch die Zeit rennt

Christian Keller vom 1. FC Köln
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Gefühlter Stillstand beim FC – doch die Zeit rennt

In vier Wochen startet der FC in die Vorbereitung zur neuen Saison. Dabei ist vollkommen unklar, mit welchem Personal Köln in die 2. Bundesliga geht. Die Zeit rennt. Doch jede Entscheidung könnte eine Kettenreaktion auslösen.

Seit vergangenem Samstag steht der Abstieg in die 2. Bundesliga für den 1. FC Köln fest. Und das hat weitreichende Folgen: Auf Keller und Co. wartet viel Arbeit, die Zeit ist knapp.

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Es ist still geworden rund ums Geißbockheim. Die Zeiten, in denen Helene Fischer den Spielern Beine machte oder der Trainer mit einem Pfeifcode geheime Botschaften zuschusterte ist ohnehin seit Monaten vorbei. Zuletzt wehte ein anderer Wind durch den Grüngürtel. Auch der ist erst einmal Vergangenheit. Doch von Außen betrachtet, ist der gefühlte Stillstand nicht gerade das beste Zeichen. Denn die Zeit rennt. Die Zeit der Kölner Verantwortlichen, die sich in gewisser Weise selbst in eine Art Quadratur des Kreises manövriert haben. Christian Keller und Co. stehen vor einem fast schon unlösbaren Puzzle. Bereits in vier Wochen startet der FC in die Vorbereitung auf die neue Saison. Mit welchem Trainer? Unklar. Mit welcher Mannschaft? Mindestens genauso unklar. Mit welcher Zielsetzung? Stand jetzt: nicht weniger als das sportliche Überleben.

Wie geht es weiter mit Schultz?

Dabei sind die jeweiligen Aspekte so ineinander verzahnt, dass schon die Lösung eines einzelnen Parts zur wahren Herausforderung wird. Und die Herausforderungen der vergangenen Spielzeit wurden bekanntlich nicht alle richtig eingeschätzt und dementsprechend auch nicht zielführend gelöst. Zunächst einmal ist dort die Frage nach dem Trainer. Denn in der Theorie hat der FC noch keinen Coach für die kommende Spielzeit. Der Vertrag von Schultz hätte sich beim Klassenerhalt um eine Spielzeit verlängert. Hätte. Denn im Falle des Abstiegs endet er am 30. Juni. Eigentlich ist eine Fortführung der Arbeit undenkbar. Schultz hat mit den Geißböcken den Klassenerhalt verpasst, den Punkteschnitt nur minimal angehoben, dem FC sportlich kein neues Leben eingehaucht. Das war angesichts der Lage auch nicht einfach. Dennoch hat man irgendwie das Gefühl, dass diese Liaison nicht so wirklich passen wollte. Trotzdem gibt es hinter verschlossenen Türen zumindest die Möglichkeit, mit Schultz in Liga zwei zu gehen.

Der Vorteil wäre sicherlich, dass Schultz die Situation rund um das Geißbockheim bestens kennt und weiß, worauf er sich einlässt. Zudem dürfte von Seiten des Coachs auch eine gewisse Bereitschaft vorliegen. Wie groß das generelle Interesse anderer Trainer ist, den FC in der aktuellen Situation zu übernehmen, ist fraglich. Allerdings war die Lage Anfang des Jahres nur minimal besser. Zudem müssten die FC-Bosse nicht in ein Auswahlverfahren und dann Verhandlungsgespräche einsteigen. Punkte, die Keller und Co. gerade sorgfältig abwägen müssen, dafür aber wiederum so gut wie keine Zeit haben. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit wollen die Wackelkandidaten des Kaders nur zu gerne wissen, mit welchem Trainer sie in der kommenden Spielzeit zusammenarbeiten. Dem Vernehmen nach sind die (sieben) Ausstiegsklausen wiederum an ein Zeitlimit gebunden. Das ist in der Branche üblich, damit sich beide Seiten auf die kommende Situation einstellen können.

Lösen die Entscheidungen eine Kettenreaktion aus?

Soll heißen: Die jeweilige Ausstiegsklausel muss zu einem bestimmten Zeitpunkt gezogen sein. Entscheidungen könnten also schon bald folgen und im schlimmsten Fall eine Kettenreaktion auslösen. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass die Spieler noch abwarten, um eine gewisse Kaderstruktur über das sichere „Ja“ von Mark Uth hinaus sehen wollen. Klar sind bislang nur die Abgänge von Jeff Chabot und Justin Diehl. Es gibt wohl sechs weitere Ausstiegsklauseln, die die Krise der Kölner noch verstärken könnten. Wie berichtet, droht im Worst Case gerade in der Innenverteidigung eine viel zu große Baustelle. Sollte Timo Hübers den Verein verlassen, wäre aktuell Dominique Heintz der einzige fitte Kölner Innenverteidiger mit Profi-Erfahrung. Auch aufgrund der drohenden Ausverkaufs, sollen die Kölner Verantwortlichen laut dem „Geissblog“ versuchen, den Spielern die Ausstiegsklausen abzukaufen.

Das ist bei Davie Selke und Benno Schmitz bekanntlich nicht möglich. Den beiden Routiniers liegt ein Angebot vor, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.


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Einzelkritik

Wer geht, wer bleibt?