Augsburg: Einst Angst- jetzt Aufbaugegner?

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Augsburg: Einst Angst- jetzt Aufbaugegner?

Fast zehn Jahre konnte der FC gegen Augsburg nicht gewinnen. Ausgerechnet in der ärgsten Abstiegsnot gelang die Wende. Das würden die Kölner gerne wiederholen. Doch Augsburg befindet sich nach dem Trainerwechsel im Aufschwung.

Am Samstag empfängt die Mannschaft von Steffen Baumgart den FCA im RheinEnergie-Stadion. Keine leichte Aufgabe für den 1. FC Köln: Der FCA – einst Angst- jetzt Aufbaugegner?

Neun Spiele in Folge hatten die Kölner nicht mehr gewonnen. Als der FC damals im April 2021 erst Leipzig empfang und nur drei Tage später nach Augsburg reisen sollte, glaubte rund um das Geißbockheim wohl niemand mehr an so etwas wie den Klassenerhalt. Vielleicht Friedhelm Funkel, der die Kölner von Markus Gisdol überraschend spät übernommen hatte. Zwar betrug der Rückstand zu Hertha BSC und damit zum Relegationsplatz nur drei Punkte, doch es warteten eben die Begegnungen gegen den Tabellenzweiten aus Leipzig und gegen den Angstgegner aus Augsburg auf den FC. Funkel zauberte mit Jonas Hector in der Offensive einen Meistergriff gegen Leipzig aus dem Hut, vor allem aber durchbrach der Trainer-Routinier mit den Kölnern eine viel zu lange Serie.

FC mit guter Bilanz gegen Augsburg unter Baumgart

Zehn Jahre hatten die Geißböcke nicht mehr gegen den FC Augsburg gewonnen. Die Fuggerstädter, die vermeintliche graue Maus, waren für die Kölner so etwas wie ein rotes Tuch. Augsburg hat dem FC schmerzhafte Pleiten zugeführt. Unter anderem die 0:1-Niederlage 2015, als Marvin Hitz so lange den Elfmeterpunkt malträtierte, dass Anthony Modeste beim Strafstoß wegrutschte und verschoss sowie das 0:3 im September 2017, als der FC nach den beiden Auftaktniederlagen auf die Wende beim FCA hoffte. An jenem Abend vor zweieinhalb Jahren hatten trotz des Überraschungserfolgs über Leipzig nur wenige drei weitere Punkte auf dem Zettel. Doch ausgerechnet der mittlerweile nach Verona abgewanderte Ondrej Duda erwischte einen seiner weniger besonderen Tage in Köln, brachte den FC mit einem Traumtor in Führung und erzielte später das 3:0, Florian Kainz hatte auf 2:0 erhöht. Zwar verkürzte Augsburg noch mal, doch der FC konnte nach einer Dekade wieder gegen den FCA gewinnen.

Und seitdem hat sich das Blatt gewendet. Von den vergangenen fünf Spielen hat der FC vier gewonnen – drei unter Steffen Baumgart. So im Oktober 2022, der FC hatte erstmals unter Baumgart drei Pflichtspiel-Niederlagen in Serie innerhalb einer Spielzeit kassiert, gegen den FCA gelang die Wende. Steffen Tigges traf beim 3:2 doppelt, auch Denis Huseinbasic war erfolgreich. In der vergangenen Saison gab es zwei Siege gegen Augsburg. Ein Angstgegner sind die Fuggerstädter schon lange nicht mehr, dafür aber ein Aufbaugegner? Zwar spricht die Serie der vergangenen Jahre für die Geißböcke, damit hört es aber auch wieder auf.

Augsburg im Aufwind

Die Form der beiden Teams könnte jedenfalls nicht unterschiedlicher sein. Der FC ist nach dem Derbysieg unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Das Debakel gegen Leipzig, das Aus im Pokal haben Spuren hinterlassen. Von Selbstvertrauen war zuletzt keine Spur – im Gegenteil, die Kölner wirkten extrem verunsichert, mental dem Druck vielleicht nicht gewachsen. Augsburg ging es zu Beginn der Spielzeit ähnlich. Der FCA gewann von den ersten acht Pflichtspielen nur eins, für Enrico Maaßen war Schluss, Jess Thorup übernahm und Augsburg holte zwei Siege in Serie. Mit dem FC wolle er sich nicht so sehr beschäftigen, sagte der neue Trainer am Donnerstag, um sich dann doch zum Pokalspiel zu äußern: „Das war für den FC eine Möglichkeit, einen Sieg und Selbstvertrauen zu bekommen. Die letzten 20 Minuten haben sie es mindestens probiert und waren nah dran, zurück ins Spiel zu kommen. Aber Samstag wird es ein neues Spiel geben und neue Möglichkeiten.“ Das allerdings für beide Mannschaften.  


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Davie Selke: Stürmer in der Krise

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Davie Selke: Stürmer in der Krise

Vor wenigen Wochen wurde Davie Selke mit der Nationalmannschaft in Verbindung gebracht – mal wieder. Aktuell befindet sich der Stürmer allerdings in einer handfesten Krise.

Für Davie Selke will es in dieser Spielzeit noch nicht so recht laufen. Erst war der Angreifer verletzt, mittlerweile hat er seit fünf Spielen nicht mehr getroffen. Dabei war er im September mal wieder mit der Nationalmannschaft in Verbindung gebracht worden. Das scheint gerade sehr weit weg zu sein. Davie Selke befindet sich in der Krise

Es ist noch keine vier Wochen her, da lebte eine Diskussion des Früh-Sommers wieder auf. Laut der „Sport Bild“ habe DFB-Bundestrainer Julian Nagelsmann auf der Suche nach einem „echten“ Stürmer für die USA-Reise auch Davie Selke auf dem Zettel gehabt. Einem Zettel mit insgesamt vier Namen. Aufgrund der aktuellen Situation beim 1. FC Köln und der Torgefahr, die Selke in dem bisherigen Saisonverlauf ausstrahlt, eine erstaunliche Entwicklung. Selke hatte damals gerade gegen Hoffenheim und Bremen getroffen und der deutsche Fußball offenbar nicht gerade die Qual der Wahl an „echten“ Stürmern.

Selke im Formtief

Letzteres hatte Ende Mai auch Steffen Baumgart erkannt. Beim Fan-Talk „Loss mer schwade“ gab der 51-Jährige dem damaligen Bundestrainer Hansi Flick eine klare Empfehlung. „Wenn ich jetzt einen Namen nenne, halten mich alle für wahnsinnig“, antwortete der Kölner Coach auf die Frage, welchen FC-Kicker er am ehesten im Nationaltrikot sehen würde. „Also, wenn Davie so weitermacht… Wir haben nur zwei Mittelstürmer: Füllkrug und Selke. Ich bin gespannt, ob komplett an ihm vorbeigeschaut wird, wenn er gesund bleibt und wenn das weiter so läuft, wie er es jetzt gerade andeutet.“ Ob Selke damals wirklich ein Kandidat für die Nationalmannschaft gewesen ist, sei mal dahingestellt. Fakt ist, es ist nicht so weitergelaufen, wie der Stürmer es damals angedeutet hat. Ähnlich wie bei anderen Leistungsträgern will es auch bei dem Kölner Stürmer in dieser Saison nicht rund laufen.

Selke, der nach seiner Verpflichtung im Januar 23 zunächst einmal erhebliche Anlaufschwierigkeiten beim FC hatte und schnell in Kritik geriet, kam am Ende der vergangenen Saison auf fünf Treffer. Für diese Spielzeit erhofften sich Fans und auch einige Experten eine zweistellige Anzahl, zwischen zehn und fünfzehn Toren. Nach dem neunten Spieltag sind es genau zwei, seit fünf Spielen hat der Stürmer nicht mehr getroffen. In der gesamten Spielzeit kommt der Angreifer auf 14 Torschüsse – beachtlich wenig für einen Stoßstürmer. Spitzenreiter Viktor Boniface kommt auf 54, Harry Kane immerhin auf 36, Teamkollege Luca Waldschmidt auf 20. Während Serhou Guirassy im Schnitt alle 46 und Harry Kane alle 60 Minuten einen Treffer erzielen, sind es bei Selke alle 300. Allerdings lief Selke zu Beginn der Saison auch einige Male angeschlagen auf. Zuletzt war Selke fit, aber offenbar außer Form.

Augsburg als Hoffnungsmacher

Schon gegen Gladbach hatte der 28-Jährige nicht viel mit dem Spiel zu tun, gegen Leipzig fiel er ebenfalls nicht auf. Am Dienstag erlebte der Angreifer einen weiteren schlechten Tag, legte mit einem Stockfehler Kaiserslautern im Grunde die Führung auf, hatte nicht einen Torschuss. Große Alternativen hat der FC aktuell nicht. Auch Steffen Tigges konnte bei seinen bisherigen Auftritten nicht überzeugen. Sargis Adamyan, im Grunde auch kein Stoßstürmer, stand zuletzt genauso wenig im Kader wie Youngster Damion Downs. Ob Florian Dietz den Kölnern nach seiner langen Verletzung weiterhelfen kann, ist ebenfalls fraglich.

Auf die Europameisterschaft im eigenen Land angesprochen, sagte Selke vor einigen Wochen dem TV-Sender Sky, dass das im Moment für ihn kein Thema sei. In der aktuellen Form ist das aber auch kein Thema. Hoffnung kann dem Offensivspieler ausgerechnet das Duell gegen Augsburg machen. Gegen kein anderes Team sammelte der Angreifer mehr Scorerpunkte. In 14 Spielen erzielte der Stürmer gegen die Fuggerstädter zwei Tore und legte vier Treffer auf.



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Nach Pokal-Rot: DFB spricht Sperre für Kainz und Martel aus

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Nach Pokal-Rot: DFB spricht Sperre für Kainz und Martel aus

Der Deutsche Fußball-Bund hat die Sperre für Florian Kainz und Eric Martel ausgesprochen. Kainz wird für zwei Pokal-Spiele gesperrt, Martel wird ein Spiel zuschauen müssen.

Wie erwartet sind Florian Kainz und Eric Martel für ihre Platzverweise im Pokalspiel gegen Kaiserslautern bestraft worden. Der DFB spricht jeweils eine Sperre für Kainz und Martel aus.

Das teilte der DFB am Donnerstag mit. So erhält Kainz „wegen eines rohen Spiels gegen den Gegner“, also gegen Boris Tomiak, eine Zwei-Spiele-Sperre, würde im kommenden Jahr also frühestens im Achtelfinale den Geißböcken zur Verfügung stehen. Bei der 2:3-Pleite gegen die Pfälzer war Kainz dem Lauterer Akteur von hinten in die Beine gesprungen und hatte dafür glatt Rot gesehen – eine harte, aber wohl vertretbare Entscheidung. „Kainzi hätten wir gebraucht zum Schluss. Ich glaube, er wollte eher taktisch foulen und ist dann von hinten rein“, sagte FC-Spieler Mark Uth nach dem Aus. Und Trainer Steffen Baumgart ergänzte: „Kainzi hat versucht, den Ball zu retten, trifft dann aber nur den Gegenspieler. Ob es jetzt eine Rote Karte ist oder nicht, da bin ich mir nicht ganz sicher, das ist aber müßig darüber zu reden.“ Zu diesem Zeitpunkt hatten die Kölner gerade ihre Aufholjagd begonnen. Auch in Unterzahl war der FC in der Schlussphase das bessere Team, der Ausgleich wollte aber nicht mehr gelingen. Der FC schied zum fünften Mal in Serie gegen einen unterklassigen Klub aus.

Auch Eric Martel gesperrt

Besonders ärgerlich war auch die Gelb-Rote Karte von Eric Martel. Der Sechser hatte zuvor schon Gelb wegen eines Foulspiels – ebenfalls an Tomiak – gesehen, war mit sich und der Leistung seines Teams sichtbar unzufrieden. In Sorge vor der Ampelkarte hatte Baumgart den 21-Jährigen vom Platz genommen. Das reichte aber nicht. Nachdem der ausgewechselte Martel eine Flasche aus Frust auf das Spielfeld kickte, sah der U21-Nationalspieler die Gelb-Rote Karte. Erwartungsgemäß ist Martel damit für die erste Pokalrunde im kommenden Jahr gesperrt, darf erst in der zweiten Runde wieder eingreifen. Der FC hat den Sperren zugestimmt, sie sind damit rechtskräftig.

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Das erste Endspiel

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Das erste Endspiel

FC-Trainer Steffen Baumgart hat die kommenden Begegnungen als Endspiele ausgerufen. Kein Wunder, jetzt kommen die Gegner auf Augenhöhe. Der Druck ist für die richtungweisenden Partien hoch. Der FC wird endlich punkten müssen.

Nur vier Tage nach dem 2:3 in Lautern steht für den FC das nächste Duell an. Die Geißböcke treffen auf den FC Augsburg. Ein wichtiges Duell für den 1. FC Köln: Der FC steht vor dem ersten Endspiel.

Reframing ist in der Sportpsychologie ein gängiges Mittel. Bei dieser Methode werden Umstände oder Ereignisse in einen anderen Rahmen, in ein anderes Licht gerückt. So wird beispielsweise versucht, in einem vermeintlichen Nachteil etwas Positives zu sehen. Dass der FC nur drei Tage nach der deftigen Pleite gegen Leipzig schon wieder im Pokal ran musste, legten sowohl Steffen Baumgart als auch ZDF-Experte und Fußball-Weltmeister Per Mertesacker den Kölnern als gewissen Vorteil in der aktuellen Krise aus. Die Spieler hätten so im Grunde keine Zeit, sich mit der fast schon historischen Pleite lange zu beschäftigen. Der Fokus müsse so natürlich direkt auf die kommende Begegnung, auf die bevorstehende Aufgabe gerichtet werden. „Alles gut“ also, wie es beim FC so schön heißt.

Richtungweisende Spiele vor der Brust

Doch gerade die Psyche wollte gegen Lautern bei den Geißböcken nicht so mitspielen, wie es sich die Kölner Verantwortlichen gewünscht oder erhofft hatten. Von „alles gut“ waren die Kölner weit entfernt – sehr weit. Der FC trat beim 2:3 ohne jegliches Selbstvertrauen auf, war sichtbar verunsichert, lange planlos, viel zu oft ideenlos. Ganz offensichtlich trugen die FC-Profis die bittere Pleite von Leipzig und den bisherigen bescheidenen Saisonverlauf dann doch in den Köpfen mit sich. Gegen Gladbach hatte Köln noch die passende Reaktion auf die bittere 0:3-Pleite gegen Leverkusen gezeigt. Das wollte nun nicht mehr gelingen. Köln verpasste somit auch die Chance, sich Selbstvertrauen für die kommenden Spiele zu holen. Und die stehen unmittelbar bevor und sind auch aus Sicht von Baumgart von extrem großer Bedeutung. „Für uns ist jetzt jedes Spiel ein Endspiel. Endspiel bedeutet, dass ich nur diese einzige Chance im Spiel habe“, hatte der Kölner Trainer vor dem Pokalspiel auch in Bezug auf die Liga gesagt.

Kein Wunder, die kommenden Begegnungen sind richtungweisend – für den FC, aber möglicherweise auch für Baumgart. Die Rückendeckung der Verantwortlichen hat der Trainer noch sicher. Doch vor der Länderspielpause im November stehen die beiden Partien gegen Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr, Sky) und Bochum (11.11., 18.30 Uhr, Sky) auf dem Spielplan. Nachdem die Kölner in den ersten neun Spielen gegen sieben Gegner aus der oberen Tabellenhälfte gespielt haben, folgen nun die gegen Gegner auf Augenhöhe – sollte man meinen und wurde von den Kölner Verantwortlichen so auch kommuniziert. Damit haben die FC-Bosse ein Ziel gesetzt, an dem sie sich messen lassen müssen. Dabei hat sich Augsburg nach dem schwachen Saisonstart ausgerechnet vor dem Duell gegen den FC berappelt. Auch, weil bei den Fuggerstädtern ein neuer Trainer durchstartet. Mit der Verpflichtung von Jess Thorup für Enrico Maaßen ist der Erfolg zum FCA zurückgekehrt.

Augsburg kommt wieder richtig in Schwung

Am vergangenen Wochenende bezwang Augsburg den von Baumgart als hoch eingeschätzten VfL Wolfsburg 3:2 und liegt nach zwei Siegen in Serie nur noch einen Rang hinter den Wölfen. Das darf die Kölner nicht sonderlich interessieren. Die Punkte müssen her – egal wie. Schon nach dem Pokal-Aus wurde erstmals die Trainerfrage gestellt. Der Druck würde bei weiteren Niederlagen auch auf den bislang unantastbaren Baumgart steigen. Immerhin findet das Duell nur wenige Tage nach der Pokalpleite statt. Viel Zeit für die Verarbeitung bleibt nicht. Der FC hat mit dem Fokus auf Augsburg schon begonnen.



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FC mit Mentalitätsproblem: Wut, Frust und fehlendes Selbstvertrauen

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FC mit Mentalitätsproblem: Wut, Frust und fehlendes Selbstvertrauen

Mit markigen Worten ließ Steffen Baumgart am Montag bei der PK vor dem Pokalspiel aufhorchen. Falls er sich dadurch eine Reaktion seiner Mannschaft versprochen hat, er hat sie nicht bekommen. Im Gegenteil: der FC wirkte verunsichert und ideenlos.

Flutlicht, ausverkauftes Haus, zwei Traditionsklubs – eigentlich versprach das Pokalspiel zwischen Kaiserslautern und Köln einen echten Pokalfight. Doch der FC spielte nicht mit. Statt Selbstvertrauen gab es die nächste Enttäuschung für den 1. FC Köln: Der FC hat ein Mentalitätsproblem.

Auch nach dem bitteren Pokal-Aus in Kaiserslautern sind beim FC, zumindest im „inneren Kreis“, Zweifel offenbar kein Thema. Steffen Baumgart hält weiterhin an seinem Weg fest. Fast schon trotzig, vielleicht stur klingen seine Durchhalteparolen. „Es ist klar, dass von außen alle unruhig sind und keine Zufriedenheit da sein kann. Dafür läuft die Hinrunde einfach nicht gut genug“, sagte der Trainer am Dienstagabend. „Wenn Sie mich jetzt nach meiner Situation fragen: Meine Situation hat sich nicht verändert. Wir sind klar im Umgang und wissen, was wir gemeinsam wollen. Der Druck kommt eher von außen, aber nicht von innen.“ Die Rückendeckung hat der Coach also auch weiterhin, an seinem Weg ließ er schon in den vergangenen Tagen keinen Zweifel. Den werde man weitergehen.

FC ohne Selbstvertrauen ohne Chance

Auch Christian Keller hat nach wie vor keine Zweifel daran, dass die Qualität seines Kaders für die Bundesliga reicht. „Dass wir verloren haben, hatte nichts mit der Qualität in den Beinen zu tun, der eine oder andere hat sicherlich zu viel nachgedacht“, sagte der Sportdirektor. Dabei entging natürlich auch Keller nicht, dass die Leistung nicht die eines Erstligisten war. „Als Bundesligist musst du dich in diesem Spiel definitiv durchsetzen. Wir sagen oft: Der Gegner hat eine höhere Qualität als wir. Gegen Kaiserslautern war es sicherlich so, dass wir die individuell klar besser besetzte Mannschaft auf dem Platz hatten.“ Nur wollte diese Mannschaft die Qualitäten, die es für einen Sieg gegen einen ambitionierten Zweitligisten braucht, nicht abrufen. Bezeichnend: die beiden Rekonvaleszenten Mark Uth und Jan Thielmann riefen die beste Leistung auf Kölner Seite ab und avancieren nun trotz ihrer langen Verletzungspausen zu sowas wie den Hoffnungsträgern in Köln.

Dass die Kölner die nötige Leistung aktuell nicht auf den Platz bringen, ist aber nicht nur ein Problem der mangelnden Qualität. Neben Keller brachte auch Baumgart die Psyche ins Spiel. „Dann merkt man natürlich, dass die Jungs auch vom Kopf her arbeiten“, sagte der Coach. Das merkte man in der Tat relativ früh. Und das schien einen seltsamen Ursprung zu haben. Jeff Chabot und Eric Martel wurden von Lauterns Terence Boyd abgekocht und die breite Brust der ersten Minuten war bei einem Großteil der Kölner Mannschaft wie weggeblasen. Baumgarts deftige Worte vom Montag waren in diesem Moment verpufft. Körpersprache, Wille, Mentalität? Keine Spur. Chabot und Dejan Ljubicic unterliefen haarsträubende Fehlpässe, Linton Maina, Leart Pacarada und Davie Selke offenbarten erstaunliche Stockfehler bei der Ballannahme und schon früh entluden sich bei den Kölnern erste Frustfouls. Dazu fehlte den Kölnern jegliche Idee, wie sie dem Spiel eine andere Wendung geben könnten. Irgendwie hatte die Szenerie viel von „Wir wollen ja, aber wir können nicht“.  

Zwei Platzverweise innerhalb weniger Minuten

Der Frust nahm im Laufe der Partie sichtbar zu. Zunächst zeigte Eric Martel einen Bodycheck, der schon beim Eishockey eine zwei Minutenstrafe mit sich gebracht hätte. Wenig später sah er nach dem xten Foul Gelb. Baumgart nahm den gefährdeten Sechser raus, das hinderte den 21-Jährigen aber nicht an der Ampelkarte. „Eric hatte einen emotionalen Ausbruch und der wird nun mal mit Gelb bestraft. Wenn du schon Gelb hast, kriegst du Gelb-Rot“, erklärte Baumgart. „Das hing vielleicht damit zusammen, dass er vom Ergebnis und auch von der Auswechslung enttäuscht war. Ich bin nicht auf die Idee gekommen, dass er sich die Karte dann auf der Bank holt.“ Nur wenige Minuten später grätschte Florian Kainz Lauterns Boris Tomiak von hinten in die Beine – eine harte Rote Karte, aber eine, die man durchaus geben kann.

Bis zum vergangenen Spieltag und der Gelb-Roten Karte von Mathias Olesen war der FC das fairste Team der Bundesliga – ungewöhnlich für eine Mannschaft im Abstiegskampf. Im Pokal holten sich die Geißböcke gleich zwei Platzverweise ab – allerdings für Frustfouls und nicht, weil die Kölner sich mit leidenschaftlichen Zweikämpfen gegen die Niederlage bäumten. Dass Dejan Ljubicic lieber über ein vermeintliches Foul diskutierte, als einen vielversprechenden Konter zu eröffnen, zeigte ebenfalls die aktuelle mentale Verfassung der Geißböcke. So wollte sich der FC eigentlich für die kommenden Spiele das nötige Selbstvertrauen im Pokal holen. Für eine Mannschaft, die in dem Duell dann aber komplett ohne Selbstvertrauen auflief, ein unmögliches Unterfangen. In dieser Verfassung wird es auch in den vermeintlichen Endspielen gegen Augsburg und Bochum in den kommenden zehn Tagen eher schwer.



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Ein Hoffnungsschimmer in der Krise

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Ein Hoffnungsschimmer in der Krise

FC-Trainer Steffen Baumgart hatte sich am Dienstag sicherlich eine Reaktion auf das 0:6-Debakel von Leipzig gewünscht. Doch einige Spieler knüpften im Pokal nahtlos an die schwache Leistung an. Ausgerechnet die beiden Rückkehrer Mark Uth und Jan Thielmann sorgen für den einzigen Hoffnungsschimmer.

Nach einer trostlosen Stunde im DFB-Pokal sorgten ausgerechnet die beiden zurückgekehrten Langzeitverletzten für Schwung beim 1. FC Köln: Mark Uth und Jan Thielmann werden zum Hoffnungsträger bei den Geißböcken.

Der Blick war leer Richtung Tribüne gerichtet. Mark Uth stemmte die Hände in die Hüfte, wenige Meter entfernt blickte Jan Thielmann ähnlich ratlos, ähnlich trostlos in das Weit der Lauterer Feierei. Die beiden Rekonvaleszenten waren am Dienstagabend spät zu ihren Einsätzen gekommen. Vielleicht zu spät. Zwar war FC-Trainer Steffen Baumgart vor dem Pokalspiel gegen Kaiserslautern der Meinung, seine beste Mannschaft für eben diesen Pokalfight gefunden zu haben. Nur hatte die Leistung eben bis zur Einwechslung von Uth und später auch Thielmann relativ wenig mit einem Fight auf Biegen und Brechen zu tun. Die von Baumgart angekündigte „Schlacht“ fand bei der 2:3-Pleite nicht statt.

Mit Uth und Thielmann kam die Wende

„Das war vor dem Spiel nicht so zu erwarten gewesen, denn die Energie in der Vorbereitung war gut. Umso enttäuschender, dass wir das von der ersten Sekunde an nicht auf den Platz gekriegt haben“, sagte Christian Keller. „So ein Spiel musst du von Anfang an mit einer viel höheren Geschwindigkeit gestalten. Dann brauchen wir uns auch nicht aufregen, dass der Ball beim 0:1 abgefälscht, das 0:2 ein blöder Konter und das 0:3 ein haltbarer Freistoß war. Das war in Summe einfach unter dem, was wir an Leistung bringen können.“ Können, aber auch müssen – denn wie Baumgart bereits am Montag betonte, stehen für den FC nun nur noch Endspiele auf dem Programm. Das erste im Pokal haben die Kölner verloren, der Traum vom Finale ist geplatzt, der FC streicht keine weiteren Prämien ein. Endspiel-Niederlagen in der Liga werden am Ende der Saison aber nicht so leicht zu verkraften sein.

Und so justierte Baumgart seine vermeintlich beste Mannschaft nach einer Stunde nach. Und diese Korrektur gibt dem FC dann doch für die kommenden Aufgaben wieder so etwas wie Hoffnung. Denn ausgerechnet die beiden Rekonvaleszenten Mark Uth und Jan Thielmann, mit denen sich Baumgart eigentlich – zumindest bei Thielmann – noch ein wenig Zeit lassen wollte, legten von der ersten Minute das an den Tag, was der Trainer sich von der ganzen Mannschaft gewünscht hatte. Wille, Einsatz und Leidenschaft. Uth hatte mit einer beeindruckenden Präsenz einen starken Zug zum Tor, kurbelte die Offensive beachtlich an und übertrug diesen unbändigen Willen auf die Mannschaft. Uth zog zwei Mal selbst ab und legte zwei Torschüsse auf. „Wir haben erst in den letzten 20 bis 30 Minuten angefangen Fußball zu spielen“, sagte Uth.

Baumgart: „Das macht mir wirklich Hoffnung“

Jan Thielmann stand keine 120 Sekunden auf dem Platz, da hatte der Offensivspieler einen Freistoß herausgeholt und diesen auch mit der Zehenspitze vollendet. Der 21-Jährige sorgte auf der rechten Seite für ordentlich Betrieb und strahlte in den wenigen Minuten mehr Gefahr aus, als Linton Maina in der guten Stunde zuvor. Erstaunlich, denn Thielmann war erst vor gut zwei Wochen wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, sollte erst einmal bei der U21 Spielpraxis sammeln. Der Youngster brannte von der ersten Sekunde auf seinen Einsatz. Dass Uth anschließend noch den Anschlusstreffer erzielte, war bezeichnend. „Dass die beiden zurück sind, das macht mir wirklich Hoffnung. Hoffen wir, dass sie auch gesund bleiben und ihre Leistung stabilisieren können. Beide gehen vorneweg, sie waren der Faktor in den letzten 25 Minuten“, sagte Baumgart. Und der Sportdirektor ergänzte: „Auch mit zehn Mann waren wir besser als in den ersten 65 Minuten.“ 

Eine bezeichnende Aussage. Dass ausgerechnet zwei Spieler nun als Hoffnungsträger gelten, die monatelang verletzt ausgefallen sind, spricht jedenfalls nicht gerade für die Qualität der vermeintlich „besten Mannschaft“.



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Die „stärkste Mannschaft“ ist noch zu wenig

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Die „stärkste Mannschaft“ ist noch zu wenig

Gegen Kaiserslautern lag der 1. FC Köln in den meisten Bilanzen deutlich vor dem FCK. Unterm Strich ist der FC aber wieder einmal gegen einen unterklassigen Klub ausgeschieden – und das durchaus verdient.

Eine ordentliche Leistung und gute Statistikwerte haben gegen Kaiserslautern nicht gereicht. Und das, weil der FC auch in der zweiten Runde des DFB-Pokals gerade in vielen Tugenden dem FCK unterlegen war. 1. FC Köln: eine ordentliche Leistung reicht gegen Lautern nicht

Bei seiner Wutrede am Montagmorgen wurde FC-Trainer Steffen Baumgart ungewohnt deutlich. Und das, obwohl Baumgart bekannt für seine deutlichen Worte ist. Der Trainer hinterließ den Eindruck, als würde das 0:6 gegen Leipzig personelle Konsequenzen haben – und das nicht nur aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls von Rasmus Carstensen. „Es gibt auch die Situation, dass ich mit einigen Leistungen nicht zufrieden bin. Wir können davon ausgehen, dass es Wechsel geben wird“, sagte der Coach. Erstaunlicherweise gab es diese, abgesehen eben von Benno Schmitz für Carstensen, dann aber nicht.  „Ich glaube, dass es für das Spiel genau die beste Mannschaft ist“, erklärte Baumgart dann unmittelbar vor dem Pokalspiel, auf das sich der Trainer doch so gefreut hatte und das so bitter mit dem 2:3 endete.

Baumgart: „Wir waren nicht gut genug, um weiterzukommen“

Mit dieser Einschätzung lag der 51-Jährige offenbar aber daneben. Das 0:6 der Kölner in Leipzig hatte Spuren hinterlassen und die nicht nur beim Trainer. Ganz offensichtlich hatten die Geißböcke einen besonders schweren Rucksack zu tragen. Gerade im Spielaufbau unterliefen den Kölner teils haarsträubende Fehler. Dejan Ljubicic erwischte einen rabenschwarzen Tag, setzte gleich mehrfach seine Gegner in Szene und strahlte wahrlich nicht die von Baumgart geforderte Körpersprache aus. Auch die sonstige Konstante Jeff Chabot brachte FC-Keeper Marvin Schwäbe in die Bredouille und sah in der ein oder anderen Situation gegen Terence Boyd alt aus. In der Offensive fehlten dagegen die Ideen. „Man merkt natürlich, dass die Jungs auch vom Kopf her arbeiten“, sagte der Trainer, der dennoch nicht gänzlich unzufrieden war. „In den ersten 60 Minuten haben wir die Tore gekriegt, hatten da aber auch schon 70 Prozent Ballbesitz und haben immer wieder versucht, Lücken zu finden, die wir zu dem Zeitpunkt noch nicht so gefunden haben. Wir haben also immer wieder versucht, weiter Druck zu machen und das war nicht ganz so schlecht, wie das 3:0 dann klingt.“

Tatsächlich lagen die Kölner in nahezu jeglicher Bilanz vorne. Der FC kam auf 73 Prozent Ballbesitz, brachte 83 Prozent der 620 Pässe zum Mitspieler, während Lautern gerade einmal 58 Prozent seiner 230 Pässe unterbrachte. Köln war bei den Flanken (23:2), bei den Torschüsse (13:9) und bei den Ecken (5:1) deutlich im Vorteil. Vielleicht sagte Baumgart auch deswegen, dass die Jungs aus seiner Sicht ein gutes Spiel gemacht hätten. „Aber nicht gut genug, um weiterzukommen – das ist das, was unterm Strich bleibt“, so der Trainer weiter. Soll heißen: trotz der optischen Überlegenheit ist der FC aus dem Pokal ausgeschieden – und das sicher nicht unverdient. Denn im Gegensatz zu Köln legte eher Kaiserslautern die Tugenden an den Tag, die Baumgart ebenfalls am Montag gefordert hatte: Körpersprache, Einstellung und Mentalität. Die Pfälzer gingen gefühlt in jeden Zweikampf und gewann gerade die wichtigen im Mittelfeld zunehmend. Die Kölner wirkten dagegen zunehmend frustriert.

Uth: „Wir wachen zu spät auf“

Auch, weil gerade in der Vorwärtsbewegung in den ersten 60 Minuten so gut wie nichts klappte. „Der erste Kontakt war technisch einfach nicht sauber genug. Dadurch haben wir sehr viele Fehler gemacht“, sagte Mark Uth. „Wir wachen einfach zu spät auf und glauben zu spät an das, was wir können. Dann verlierst du im Pokal recht simpel.“ Der FC wachte im Grunde auf, als Baumgart seine „beste Mannschaft“ nachjustierte. Und das mit der Einwechslung eben von Uth. Der Angreifer brachte neuen Schwung ins Spiel. Plötzlich wurden die Kölner zwingender. Als dann auch noch Jan Thielmann kam, schnupperte der FC doch noch an der nicht mehr für möglich gehaltenen Wende. Die beiden Rekonvaleszenten trafen kurz nach ihrer Einwechslung. Und tatsächlich war plötzlich auf einmal wieder was drin für den FC. „Uns hat in den letzten Jahren ausgezeichnet, dass wir nach frühen und einigen Gegentoren zurückkommen können“, sagte Uth. „Wir haben erst in den letzten 20 bis 30 Minuten angefangen, Fußball zu spielen.“ Und damit zu spät.

Die Rote Karte gegen Florian Kainz machte den Kölnern das Leben zumindest nicht einfacher. „Kainzi hat versucht, den Ball zu retten, trifft dann aber nur den Gegenspieler. Ob es jetzt eine Rote Karte ist oder nicht, da bin ich mir nicht ganz sicher. Aber das ist jetzt ohnehin müßig, darüber zu reden“, sagte Baumgart. „Wir sind im Moment in einer absolut beschissenen Situation und nicht nur, weil wir raus sind, sondern auch in der Liga. Wir sind aber auch die einzigen, die uns da wieder rausholen können. Nun müssen wir es halt machen.“       


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„Wir sind im Moment in einer absolut beschissenen Situation“

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„Wir sind im Moment in einer absolut beschissenen Situation“

Eine gute halbe Stunde war für den 1. FC Köln beim 1. FC Kaiserslautern zu wenig – der FC ist ausgeschieden. Die Stimmen zum Lautern-Spiel.

Es ist super enttäuschend. Wir haben gehofft, heute ein Erfolgserlebnis mitzunehmen. Das haben wir verpasst. Das ärgert uns ziemlich. Vor allem ärgern uns die drei Gegentore. Wir können das besser verteidigen. Wir können aber auch drei schießen. Wenn nicht sogar vier. Das 0:6 gegen Leipzig haben wir intern aufgearbeitet. Die Fans am Zaun waren natürlich enttäuscht, genau wie wir. Wir haben es auf dem Platz in der Hand und nicht geschafft. Jetzt geht es direkt weiter am Samstag gegen Augsburg

Timo Hübers

Du willst natürlich nicht in der 2. Runde im DFB-Pokal ausscheiden und dann auch nicht gegen einen Zweitligisten. Wir haben erst in den letzten 20 bis 30 Minuten angefangen Fußball zu spielen. Gerade nach dem Gegentor hatten wir eine gefühlte Unsicherheit. Der erste Kontakt war technisch einfach nicht sauber genug. Dadurch haben wir sehr viele Fehler gemacht. Es lief aber auch unglücklich. Das erste Tor ist abgefälscht, das zweite ein Konter, das dritte ein Freistoß. Wir wachen einfach zu spät auf und glauben zu spät an das, was wir können. Dann verlierst du im Pokal recht simpel. Wir mussten das recht schnell abhaken. Es bringt nichts darüber sich lange Gedanken zu machen. Genau das hat uns in den letzten Jahren ausgezeichnet. Dass wir nach frühen und einigen Gegentoren zurückkommen können. Das sind wir. Wir müssen in unserem inneren Kreis daran glauben. So müssen wir in die kommenden Spiele gehen. Wir sind eh raus, das spielt keine Rolle.

Mark Uth

Die Enttäuschung ist jetzt noch größer. Heute haben die Jungs aus meiner Sicht ein gutes Spiel gemacht. Aber nicht gut genug, um weitezukommen – das ist das, was unterm Strich bleibt. Du liegst auf einmal 3:0 hinten und der Gegner hat gefühlt drei Mal aufs Tor geschossen, dann ist das schon bitter. Wir treffen die Latte, haben sechs gute Möglichkeiten, um den Ball vom Sechzehner wenigstens aufs Tor zu bringen. Dann merkt man natürlich, dass die Jungs auch vom Kopf her arbeiten. Mit Mark und Jan, das freut uns natürlich, dass die uns ins Spiel zurück geholt haben. Ich glaube, ich wollte als Reaktion sehen, dass die Jungs bis zum Ende auch arbeiten und machen. Das haben sie gemacht. Trotzdem bleibt unterm Strich dasselbe Ergebnis. Deswegen ist das ärgerlich. In den ersten 60 Minuten haben wir die Tore gekriegt, hatten da aber auch schon 70 Prozent Ballbesitz, haben immer wieder versucht, Lücken zu finden, die wir zu dem Zeitpunkt noch nicht so gefunden haben. Wir haben also immer wieder versucht, weiter Druck zu machen und das war nicht ganz so schlecht, wie das 3:0 dann klingt. Und dass man dann zum Schluss rangekommen ist, das ist dann zwar positiv, aber nicht positiv genug. Kainzi hat versucht, den Ball zu retten, trifft dann aber nur den Gegenspieler. Ob es jetzt eine Rote Karte ist oder nicht, da bin ich mir nicht ganz sicher, das ist müßig darüber zu reden. Auch, ob die letzte Aktion ein Elfmeter war. Wir sind im Moment in einer absolut beschissenen Situation und nicht nur, dass wir raus sind, sondern auch in der Liga – wir sind aber auch die einzigen, die uns rausholen können. Wir müssen es halt machen.

Steffen Baumgart

Ich habe schon schlechtere Spiele gemacht. Ich bin stolz auf die Mannschaft, was sie über 95 Minute in die Waagschale geworfen haben. Wir sind einfach sehr sehr glücklich. Wenn wir den Ball gewinnen, haben wir vorne genug schnelle Spieler, die Tore machen können. Ich habe lange kein Freistoßtor mehr gemacht. Deswegen freut es mich sehr. Die Leute sind glücklich und stolz, was wir hier gerade auf den Platz bringen.

Marlon Ritter

Alles zum Spiel

Einzelkritik

So bewerten wir die FC-Profis gegen Kaiserslautern

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So bewerten wir die FC-Profis gegen Kaiserslautern

Zwar hat der 1. FC Köln die erhoffte Reaktion auf das Debakel von Leipzig gezeigt – allerdings zu spät. Die Kölner wirkten verunsichert. Das zeigt sich auch in den Noten.

Zu spät aufgewacht, zu spät gewehrt – „Ich glaube, ich wollte als Reaktion sehen, dass die Jungs bis zum Ende auch arbeiten und machen. Das haben sie gemacht“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart nach dem Spiel. Am Ende ist Köln aber dennoch gegen einen Zweitligisten ausgeschieden. Die Einzelkritik der FC-Profis gegen Kaiserslautern

Das mangelnde Selbstvertrauen war den Kölner Profis im Pokalspiel gegen Lautern deutlich anzumerken. Zu viele Fehlpässe, zu viele individuelle Fehler, zu wenig wichtige Zweikämpfe gewonnen. Tatsächlich taten sich die Kölner mehr als eine Stunde lang schwer, fanden so gut wie gar nicht ins Spiel, trotz optischer Überlegenheit und brachten sich selbst immer wieder in Gefahr. Ausgerechnet mit der Einwechslung der beiden Rekonvaleszenten Mark Uth und Jan Thielmann lebte die Kölner Offensive auf.

So bewerten wir die FC-Profis gegen Kaiserslautern

Wieder einmal machtlos beim ersten Gegentreffer. Der abgefälschte Ball erwischte den Keeper auf dem falschen Fuß. War kurz vor dem Seitenwechsel gegen Boyd zur Stelle. Sah aber bei den Treffern zum 0:2 und 0:3 nicht besonders glücklich aus.

Knüpfte nahtlos an die Leipzig-Leistung an und die war nicht besonders gut. Fand in der Offensive so gut wie gar nicht statt, offenbarte dazu erstaunliche technische Schwierigkeiten.

Setzte in der Anfangsphase nach einer Ecke einen Kopfball knapp über anstatt ins Tor. Machte das leider auf der anderen Seite beim Schuss von Tachie deutlich treffsicherer. Der Lauterer Angreifer und der Kölner Abwehrspieler wollten auch weiterhin nicht zusammen finden. Hübers foulte vor dem 0:3 Tachie. Ritter verwandelte eiskalt per direktem Freistoß.

Fand in Boyd einen körperlich überlegenen Gegenspieler. Ließ sich von dem Angreifer einige Male düpieren. Dazu ein erstaunlicher beinahe Fehlpass per Kopf, der glücklicherweise nicht bestraft wurde.

Kam für Carstensen in die Startelf. Konnte sich nicht wirklich für die Stammelf empfehlen. Ließ beim 0:2 Redondo sträflich frei. Legte Uth immerhin das 1:3 auf.

Fiel im ersten Abschnitt einzig durch seltsame Fehlpässe und Bogenlampen auf. Blieb nach dem Wechsel bei einem Zweikampf trotz Ballbesitz und während eines Konters diskutierend stehen. Das wird Baumgart mal so gar nicht gefallen haben.

Auch er hat den Rucksack aus Leipzig mit nach Lautern gebracht. Leistete sich zu viele individuelle Fehler, war schwach im Zweikampfverhalten. Früh gefrustet, früh die ersten Frustfouls. Sah dann auf der Bank die Gelb-Rote Karte.

Das perfekte Spiel um Verantwortung zu übernehmen. Das gelang dem Kölner Kapitän so gar nicht. Fand im ersten Abschnitt so gut wie gar nicht statt. Schien dann mit der Vorlage zum 1:3 durch Thielmann zu alter Form zu finden, bis er Tomiak von hinten in die Beine sprang. Rot. Unnötig. Damit war für den FC nicht mehr viel möglich.

Hatte nach rund 35 Minuten eine Aktion, die symptomatisch für seine Saison ist: lief sämtlichen Gegenspielern mit hohem Tempo davon, hätte den Ball hinter die Kette spielen können und müssen – spielte den herbeigeeilten Abwehrspieler an. War immerhin Aktivposten auf der Außenbahn. Hatte mit dem Lattentreffer die beste Chance der schwachen ersten 60 Minuten.

Schaffte es im Angriff nicht die Bälle festzumachen. Das fiel besonders deutlich beim 0:1 auf. Dabei sollte das doch eine der Kernaufgaben eines Stürmers seines Kalibers sein. War auch sonst ungefährlich.

Suchte wenigstens den Torabschluss. Wurde gerade nach der Einwechslung von Mark Uth noch stärker, kam am Ende auf sechs Versuche.

Mit Uth kam die Wende. Der Offensivspieler sorgte umgehend für Tempo, setzte unter anderem Waldschmidt in Szene. Der 32-Jährige belohnte sich mit einem Kopfballtor.

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Pokal-Aus: FC zeigt zu spät Reaktion

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Pokal-Aus: FC zeigt zu spät Reaktion

Der 1. FC Köln ist in der zweiten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Die Kölner unterlagen dem 1. FC Kaiserslautern nach 0:3-Rückstand 2:3. Zu allem Überfluss sah Florian Kainz die Rote Karte.

Steffen Baumgart hatte sich sicherlich eine Reaktion seiner Mannschaft nach dem 0:6-Debakel in Leipzig gewünscht. Er hat es Pokal gegen Lautern zu spät bekommen, der FC lag nach einer guten Stunde 0:3 zurück. Erst in der Schlussphase drehten die Kölner auf und kamen durch Treffer der Rückkehrer Jan Thielmann und Mark Uth wieder ran. Doch es war zu spät. Der 1. FC Köln scheitert im Pokal an Lautern und scheidet einmal mehr gegen einen unterklassigen Gegner aus.

Steffen Baumgart sorgte schon bei der Startelf für eine kleine Überraschung – zumindest war von den angekündigten Wechseln nicht sonderlich viel zu sehen. Einzig Benno Schmitz stand für den erkrankten Rasmus Carstensen in der Anfangsformation. Dabei ging es dem Trainer aber nicht darum, dass die Elf vom Debakel am Samstag Wiedergutmachung betreiben sollte. „Ich glaube, dass es für das Spiel genau die beste Mannschaft ist“, sagte der Trainer vor dem Spiel im ZDF. Wie Wiedergutmachung sah die Leistung der Kölner gerade im ersten Abschnitt auch wahrlich nicht aus. Dem FC war die Verunsicherung deutlich anzusehen, immer wieder brachten sich die Geißböcke durch individuelle Fehler selbst in Gefahr.

Hübers fälscht unglücklich zum 0:1 ab

Die erste Chance gehörte bereits den Pfälzern. Nach einer Ecke des ehemaligen Baumgart-Spielers Marlon Ritter kam Boris Tomiak aus der Distanz zum Abschluss, verzog aber. Auf der anderen Seite setzte Timo Hübers den Ball nach einer Ecke über das Tor, Luca Waldschmidt beim zweiten Standard neben das Gehäuse. Die Anfangsphase gehörte zwar dem FC, der fand aber einzig bei Standards eine Möglichkeit, Gefahr vor dem gegnerischen Tor zu erzeugen. Lautern kämpfte sich zunehmend ins Spiel. Dass, was Baumgart noch am Montag gefordert hatte, zeigten die Pfälzer: Körpersprache, Einstellung und Mentalität. Unter anderem ließ Terence Boyd Jeff Chabot und Eric Martel wie Slalomstangen stehen, allerdings ohne dann aber gefährlich zu werden. Anschließend verlor Davie Selke unnötig einen Ball, Lautern schaltete schnell um, den Konter nutzte Richmond Tachie zu einem Distanzschuss, den Hübers ins eigene Netz abfälschte.

Der FC benötigte ein paar Minuten, um sich zu sammeln. Zwar übernahmen die Kölner wieder die Spielkontrolle, in der Vorwärtsbewegung fiel den Geißböcken aber nach wie vor wenig ein. Und wenn, fehlte einmal mehr die Präzision. In der Rückwärtsbewegung unterliefen den Kölnern dann aber immer wieder teils haarsträubende Fehler. Chabot setzte mit einem verunglückten Kopfball Boyd genauso in Szene wie Ljubicic mit einem Fehlpass. Überhaupt erwischte der Österreicher nicht seinen besten Tag. Kurz vor der Halbzeit hätte Boyd nach einem schönen Chip-Pass erhöhen können, doch Schwäbe war zur Stelle.

Thielmann mit starkem Comeback

Baumgart stellte zur zweiten Halbzeit taktisch um, zog Kapitän Florian Kainz zurück, dafür rückte Ljubicic auf die rechte Seite und Maina auf die linke. Die Maßnahme zeigte zunächst keine Wirkung. Denn zunächst schlugen die Lauterer einmal mehr zu und das erfolgreich. Ritter verlagerte den Ball auf Kenny Redondo, der sträflich frei stand und aus 15 Metern ins lange Eck einschob. Doch endlich zeigte der FC eine Reaktion. Linton Maina zog aus 20 Metern per Dropkick ab und traf die Latte. Anschließend setzte sich der schnelle Mittelfeldspiele auf der Außenbahn durch, seine Hereingabe verpasste Waldschmidt knapp. Nach gut 55 Minuten hatte Baumgart genug von Ljubicic gesehen und brachte Mark Uth. Und der 32-Jährige brachte gleich so etwas wie Kreativität ins Spiel. Einen Pass von Kainz legte der Offensivspieler geschickt auf Waldschmidt ab, der aber einmal mehr verzog. Genauso wie 120 Sekunden später von der Sechzehnerlinie.

Kainz sieht Rot

Aber auch Lautern blieb gefährlich. Einmal mehr setzte Ritter einen Mitspieler in Szene. Dieses Mal erneut Tachie, der von Hübers nur durch ein Foul zu stoppen war. Den anschließenden Freistoß verwandelte Ritter direkt. Baumgart brachte mit Steffen Tigges und Jan Thielmann zwei frische Kräfte. Und der Kölner Youngster brachte sich direkt perfekt ein. Zunächst holte der 21-Jährige einen Freistoß heraus, dann berührte Thielmann den Ball wohl mit der Fußspitze bei einem Freistoß von Kainz, der zum 1:3 führte. Köln wollte mehr, erhöhte endlich den Druck. Eine Hereingabe von Schmitz vollendete Uth zehn Minuten vor Spielende zum Anschlusstreffer. Der FC drückte nun auf den Ausgleich und schwächte sich selbst. Kainz sprang Tomiak von hinten in die Beine und sah die Rote Karte. Zuvor hatte bereits Eric Martel Gelb-Rot gesehen – allerdings auf der Bank.

In Unterzahl gelang dem FC der erhoffte Ausgleich nicht mehr. Dabei hätten die Kölner in der Schlussminute noch einen Elfmeter bekommen können. Der Ex-Kölner und FCK-Keeper Julian Krahl rang Steffen Tigges im Strafraum nieder, Schiedsrichter Sven Jablonski ließ weiterspielen.

1. FC Köln: Schwäbe – Schmitz, Chabot, Hübers, Pacarada – Martel (77. Huseinbasic), Ljubicic (57. Uth) – Waldschmidt, Kainz, Maina (68. Thielmann) – Selke (68. Tigges) ; Tore: 1:0 Tachie (21.), 2:0 Redondo (47.), 3:0 Ritter (64.), 3:1 Thielmann (71.), 3:2 Uth (81.) – Gelb-Rote Karte: Eric Martel – Rote Karte: Florian Kainz


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