Flutlicht, 50.000 Zuschauer, Entscheidungsspiel – was will man mehr

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Flutlicht, 50.000 Zuschauer, Entscheidungsspiel – was will man mehr

Flutlicht, Traditionsvereine, 50.000 Fans, Do-or-Die-Charakter – das Pokalspiel des 1. FC Köln beim 1. FC Kaiserslautern bietet so ziemlich alles, was das Fußballherz verlangt. Für die Geißböcke geht es allerdings auch um das so dringend benötigte Selbstvertrauen für die Liga.

Ausgerechnet mitten in der Krise steht ein absolutes Highlight auf dem Spielplan des 1. FC Köln: Ein Entscheidungsspiel auf dem Betzenberg.

Für einen kurzen Moment fiel Steffen Baumgart am Montag aus seiner Rolle. Zwischen Frust und Wut huschte dem Kölner Trainer auf der Pressekonferenz der Ansatz eines Lächelns über das Gesicht. Wäre die Situation nicht die aktuelle, die kriselnde gewesen, hätte sich der Coach nicht über das Leipzig-Debakel in Rage geredet, Baumgart hätte vielleicht ins Schwärmen kommen können. „Ich betone immer gerne, wie gerne ich so etwas als Trainer erleben darf. In so einem Stadion spielen zu dürfen, mit solchen Emotionen. Das sind Erlebnisse „, sagte Baumgart als er dann auf das Pokalspiel zu sprechen kam, dem eigentlichen Grund der Pressekonferenz. „Es gibt so besondere Momente und das kann Lautern sein. Ich durfte da spielen. Es waren immer heiße Duelle.“ Wie heiß die Duelle auf dem Betzenberg sein können, haben schon ganz andere Kaliber erfahren. Real Madrid, der FC Barcelona, aber auch die Bayern kassierten bittere Niederlagen in Kaiserslautern.

Der Mythos Betzenberg ist wieder erwacht

Der Mythos Betzenberg hat ein paar Jahre gelitten, scheint aber spätestens mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga wieder erwacht zu sein. Flutlicht, knapp 50.000 Zuschauer, zwei Traditionsvereine, ein Do-or-Die-Spiel – mehr Fußball geht nicht. Kein Wunder, dass sich das ZDF für dieses Duell der 2. Pokalrunde entschieden hat. „Und wenn ich dann noch bedenke, dass es eine besondere Schlacht wird. Wenn ich mir die Wetterprognose mit 20 Litern pro Quadratmeter anschaue, dann wissen wir, dass der Boden sehr tief sein wird. Es wird vielleicht nicht immer Fußballspielen möglich sein. Aber es wird ein Fight sein und den sollten wir alle annehmen“, erklärte Baumgart, dazu benötigt es aber Eigenschaften, die den Kölnern zuletzt abgegangen sind. „Körpersprache, Einstellung und Mentalität gehören beim Fußball immer dazu“, sagte Baumgart. „Ich war ein Spieler, der nur darüber Erfolg hatte. Und ich glaube, dass ich genau das als Trainer verkörpere. Wenn ich eine Mannschaft habe, die die Körpersprache nicht an den Tag legt, dann bin ich irgendwann auch einfach angepisst.“

Gegen den euphorisierten Zweitligisten kann der FC nur mit der richtigen Einstellung, dem letzten Willen bestehen. Dass die Kölner diese aber wieder aus der Schublade holen werden und nicht ähnlich wie beim 0:6 gegen Leipzig auftreten, steht für Kaiserslauterns Trainer Dirk Schuster fest. „Eins wird uns diese Niederlage sicher nicht mit auf den Weg geben, dass wir mit einer Kölner Mannschaft rechnen können, die nicht auf Sendung ist“, sagte Schuster. „Mein Kollege Steffen Baumgart hat schon eine Wortwahl gewählt, die allen die Augen geöffnet hat. Köln wird keinen Zentimeter preisgeben. Sie rechnen auch nicht damit, dass es ein ästhetisch wertvolles Spiel werden wird, sondern ein Kampf auf Biegen und Brechen. Und das zeigt, dass sie total gewillt sind, diese Partie für sich zu entscheiden.“

Wer läuft gegen Lautern auf?

Zumal es gut sein kann, dass Baumgart dem ein oder anderen Spieler einen kleinen Denkzettel verpassen wird. „Es wird in der ein oder anderen Situation schon einen Wechsel geben können. Wir haben einen Krankheitsfall“, sagte Baumgart in Bezug auf Rasmus Carstensen, der nicht zur Verfügung steht. Für den Dänen wird voraussichtlich Benno Schmitz wieder auflaufen. „Es gibt aber auch die Situation, dass ich mit einigen Leistungen nicht zufrieden bin. Wir können davon ausgehen, dass es Wechsel geben wird“, fuhr Baumgart aber fort. Vor allem Spieler, die die geforderte Einstellung gegen Leipzig nicht gezeigt haben, dürfte es treffen.

Doch damit hinterließ der Coach zahlreiche Fragezeichen. Denn Namen nannte Baumgart natürlich nicht. Dass Baumgart seine komplette Abwehr umbauen wird, ist jedenfalls sehr unwahrscheinlich. Auch Eric Martel und Dejan Ljubicic sollten genauso wie Florian Kainz und Luca Waldschmidt eigentlich gesetzt sein. Trifft es Linton Maina, der gegen Leipzig schon zur Halbzeit runter musste? Wer spielt dann auf der rechten Seite? Dejan Ljubicic und der FC mit nur einer Sechs? Oder kommt es doch zum verfrühten Comeback von Jan Thielmann? Ein große Rotation schloss der Trainer ohnehin aus. „Es wird die stärkste Mannschaft auflaufen, die ich zu dem Zeitpunkt für die stärkste halte“, sagte Baumgart dann wieder in der ernsten Rolle.


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Bilanz, Übertragung, Torjäger: Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Kaiserslautern

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Bilanz, Übertragung, Torjäger: Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Kaiserslautern

Nur drei Tage nach dem 0:6-Debakel gegen Leipzig steht für den FC ein emotionales Spiel auf dem Programm. Köln ist zu Gast bei Kaiserslautern. Alles Wissenswerte rund um die Begegnung gibt es hier.

Die meisten Einsätze, der höchste Sieg, die bitterste Niederlage – und wer hat nochmal die meisten Tore gegen den FCK geschossen? Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Kaiserslautern.

Wie lautet die Bilanz zwischen dem 1. FC Köln und Kaiserslautern?

Ausgerechnet zum 100. Mal treffen der 1. FC Köln und der 1. FC Kaiserslautern am Dienstag aufeinander. Die Bilanz spricht ganz klar für Lautern. Der FCK gewann 42 der Partien, der FC setzte sich in 26 Spielen durch. 31 Begegnungen endeten demnach unentschieden. Auch die Torbilanz spricht mit 183:157 für den Gastgeber. Von den jüngsten zehn Begegnungen gingen nur zwei an Köln. Im DFB-Pokal ist es die fünfte Begegnung. Erst einmal gewann der FC. 1990 setzte sich der FC in der 2. Runde mit 2:1 gegen die Pfälzer durch. Lautern erreichte sieben Mal das Pokalfinale, gewann es 1990 und 1996.

Wer zeigt die Begegnung des 1. FC Köln gegen Lautern?

Das Spiel beginnt am Dienstag um 20.45 und wird im Free-TV zu sehen sein. Das ZDF überträgt ab 20.15 Uhr.

Wann gelang dem 1. FC Köln der höchste Sieg gegen Kaiserslautern?

Die höchsten Erfolge in der Bundesliga fuhren die Kölner in den 60er Jahren ein. 1967 setzte sich der FC mit 5:0 gegen Lautern durch, 1969 gab es ein 6:1. Der höchste Sieg gelang Köln in der Meisterschaftsrunde 1953. Damals gewann Köln 8:2.

Wann kassierte der FC die höchste Niederlage gegen Lautern?

Die höchste Niederlage gab es ausgerechnet auch im DFB-Pokal. 1954 gewann Lautern im Achtelfinale des DFB-Pokals 7:0. Fritz Walter erzielte damals zwei Treffer.

Wer erzielte die meisten FC-Tore gegen Lautern?

Die meisten Tore erzielte Hannes Löhr. Löhr erzielte 17 Tore gegen Kaiserslautern. Auf der anderen Seite verteilen sich die Torschützen breiter. Stefan Kuntz traf sechs Mal für Lautern gegen Köln.

Wer kommt auf die meisten FC-Einsätze gegen Kaiserslautern?

Pierre Littbarksi kommt auf insgesamt 26 Duelle gegen den FCK. Werner Melzer stand auf der anderen Seite bei 24 Spielen gegen den FC auf dem Platz.

Wie hoch liegen die Kaderwerte vom FC und vom FCK?

Die Online-Plattform Gool.ai berechnet den Marktwert des 1. FC Köln auf gut 85 Millionen Euro. Der FC liegt damit im unteren Drittel der Liga, aber vier Mal so hoch wie der von Lautern. Tatsächlich ist aktuell Nikola Soldo der wertvollste Spieler der Pfälzer mit einem Marktwert von gut 2 Millionen Euro. Wertvollster FC-Profi ist Dejan Ljubicic mit rund 9.5 Millionen Euro.

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Jan Thielmann zurück im Kader. Comeback gegen Lautern?

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Jan Thielmann zurück im Kader. Comeback gegen Lautern?

Jan Thielmann steht am Dienstagabend erstmals wieder im Kader des 1. FC Köln. Der Youngster profitiert allerdings von einer Erkrankung von Rasmus Carstensen.

Noch am vergangenen Samstag hatte die viereinhalb monatige Leidenszeit von Jan Thielmann vorerst ein Ende gefunden. Der 21-Jährige stand für die U21 des 1. FC Köln auf dem Platz. Jan Thielmann ist nun zurück im Kader der Profis. Gibt Thielmann sein Comeback im Pokal gegen Lautern?

Der Traum von der U21-Europameisterschaft endete eine gute Woche bevor sie begann. Jan Thielmann, gerade noch Torschütze beim Testspiel gegen eine Auswahl Südtirols, zog sich im Trainingslager des DFB eine Verletzung zu. Die Muskelverletzung stellte sich allerdings schnell schwerwiegender heraus, als zunächst angenommen. Wie FC-Trainer Steffen Baumgart in der vergangenen Woche erklärte, lag eine Muskelverletzung mit Sehnenbeteiligung vor. Das erklärt auch die lange Ausfallzeit. Denn seit dem stand Thielmann für die Kölner nicht mehr auf dem Spielfeld. Bis zum vergangenen Samstag. Nach viereinhalb Monaten hatte Thielmanns Leidenszeit ein erstes Ende. Das Kölner Eigengewächs stand für die U21 beim 5:1-Erfolg über Velbert auf dem Platz – 45 Minuten lang.

Thielmann wieder im Kader

Und auch am kommenden Samstag gegen Lippstadt hätte der Youngster eigentlich bei der Kölner Reserve auflaufen sollen. „Eigentlich wollten wir Jan noch eine Woche geben“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart am Montagmorgen auf der Pressekonferenz zum Pokalspiel. Die Hauptbelastung sollte bei der U21 stattfinden, Thielmann war also für die Mannschaft von Evangelos Sbonias vorgesehen. Doch die Erkrankung von Rasmus Carstensen ermöglicht dem 21-Jährigen auch das Comeback bei den Profis und das im emotionalen und wichtigen Pokalspiel gegen Kaiserslautern. Am Montagnachmittag bestätigte sich der Verdacht, den Baumgart am Morgen schon hatte. Carstensen fällt aus, Thielmann rückt nach.

Noch in der vergangenen Woche hatte Baumgart gesagt, dass er den Youngster bremsen müsse. Man müsse ihm Zeit geben. „Jan ist immer Jemand, über den wir uns Gedanken machen. Weil Jan schon viele muskuläre Verletzungen hatte. Da sind wir vielleicht ein bisschen vorsichtiger. Deswegen entscheide ich bei Jan ein wenig kurzfristig. Was Leistung, Einstellung und Training angeht, brauchen wir uns bei ihm gar keine Gedanken machen“, erklärte der Coach. Baumgart wolle lieber noch eine Woche warten. „Das tut ihm weh. Da ist er auch sauer auf mich. Aber da zögere ich ein wenig mehr“, so Baumgart weiter. Ob der Youngster eingesetzt wird, ist unter diesem Aspekt offen. Thielmann würde mit seinem Tempo sicherlich die rechte Seite beleben, zumal die linke Defensivseite der Lauterer ein möglicher Schwachpunkt sein könnte.


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Das sagt Steffen Baumgart zu Lautern, Wechseln und einem möglichen Einsatz von Thielmann

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Das sagt Steffen Baumgart zu Lautern, Wechseln und einem möglichen Einsatz von Thielmann

Auf der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel gegen Lautern redete sich Steffen Baumgart einmal mehr in Rage. Das Leipzig-Spiel ist alles andere als vergessen. Dennoch richtet der Trainer den Fokus auf den Dienstagabend.

Die 0:6-Pleite gegen Leipzig ist auch am Tag vor dem Pokalspiel gegen Lautern noch immer ein Thema für FC-Trainer Steffen Baumgart. Auf der Pressekonferenz fand der Trainer sehr deutliche Worte und kündigte Wechsel an. Das sagt Steffen Baumgart auf der PK vor dem Lautern-Spiel

Steffen Baumgart war auch am Montagmorgen der Frust von der Leipzig-Pleite noch anzusehen, aber auch anzuhören. Der Trainer fand bei der Rückbetrachtung sehr deutliche Worte. „Das lassen wir nicht einfach an uns vorbeilaufen“, sagte der Trainer, der mit seiner Mannschaft am Montagmorgen die Dinge von Samstagabend noch einmal aufarbeiten will. Zu 99 Prozent wolle er reden und erwarte, dass seine Jungs zuhören. „Es gibt Sachen, wenn die nicht umgesetzt werden, haben wir in der Bundesliga nichts zu suchen. Dass wir dieses Jahr ein schweres Jahr haben, habe ich nicht erst einmal betont. Wir haben bis zum letzten Spieltag Abstiegskampf und das muss jedem klar sein. Und für uns ist jedes Spiel ein Endspiel. Endspiel bedeutet, dass ich nur diese einzige Chance im Spiel habe“, sagte der Trainer. „Das hat nichts damit zu tun, dass man in Leipzig verlieren kann. Es hat was damit zu tun, dass wir aus meiner Sicht ein gutes Torverhältnis hatten und das aus der Hand gegeben haben. Ich bin jemand der lange hinter den Jungs steht und noch immer hinter den Jungs steht. Aber irgendwann ist Feierabend. Irgendwann geht es darum, dass das was gefordert ist, auch zu machen ist. Und wenn das einige nicht umsetzen können, muss ich halt noch deutlicher werden.“

Baumgart: „Dann bin ich irgendwann einfach angepisst“

Baumgart haderte erneut mit der fehlenden Körpersprache im Duell bei RB. „Es gehören Niederlagen und Fehler dazu. Das kann man aufarbeiten. Was man nicht aufarbeiten kann, ist die Körpersprache. In den zweieinhalb Jahren, die ich hier sein darf, habe ich noch nie so eine Körpersprache erlebt“, sagte der Coach. Und sagte, dass Einstellung, Mentalität und eben Körpersprache in seinem Verständnis von Fußball essentiell seien. „Ich war ein Spieler, der nur darüber Erfolg hatte. Und ich glaube, dass ich das als Trainer verkörpere. Wenn ich eine Mannschaft habe, die die Körpersprache nicht an den Tag legt, dann bin ich irgendwann auch einfach angepisst.“ Und genau dieser Zeitpunkt scheint jetzt gekommen zu sein.

Dabei war dieser Moment eigentlich als einer der Vorfreude gedacht. Das Pokalspiel gegen Kaiserslautern auf dem Betzenberg ist für den Trainer ein absolutes Highlight. „Ich betone immer gerne, wie gerne ich so etwas erleben darf. Es gibt so besondere Momente und das kann Lautern sein. Ich durfte da spielen. Es waren immer heiße Duelle“, sagte der Coach, der eine schwere Aufgabe erwartet. „In so einem Stadion, bei solchen Emotionen zu spielen, das sind Erlebnisse. Ich freue mich riesig auf das Duell.“ 

Baumgart kündigt Wechsel an

Baumgart kündigte im Grunde auch Wechsel an. „Es wird in der ein oder anderen Situation schon einen Wechsel geben können. Wir haben einen Krankheitsfall“, sagte Baumgart. Rasmus Carstensen ist mit einer aufkommenden Erkältung zum Arzt gefahren. Es soll kurzfristig entschieden werden, ob er spielen kann. „Es gibt aber auch die Situation, dass ich mit einigen Leistungen nicht zufrieden bin. Wir können davon ausgehen, dass es Wechsel geben wird. Es wird aber die stärkste Mannschaft auflaufen, die ich für die Begegnung gegen Lautern für die stärkste Mannschaft halte.“ Sollte der Däne nicht spielen können, wird Jan Thielmann plötzlich doch zur Option. „Gestern war er es noch nicht. Durch die neue Situation setzen wir uns noch einmal zusammen und bewerten die Situation neu. Eigentlich wollten wir Jan noch eine Woche geben“, sagte Baumgart. Der Youngster sollte eigentlich bei der U21 spielen. „Jetzt hat sich mit Carstensen eine neue Situation ergeben. Deswegen werden wir das noch einmal in Ruhe besprechen.“


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Der 1. FC Köln präsentiert sein neues Karnevalstrikot

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Der 1. FC Köln präsentiert sein neues Karnevalstrikot

Der 1. FC Köln hat sein diesjähriges Karnevalstrikot vorgestellt. Wenige Tage vor Sessionsbeginn präsentierten die Kölner ein aufwendiges Video mit dem neuen Jersey.

Der 1. FC Köln wird das Heimspiel gegen den FC Augsburg am kommenden Samstag in einem neuen Jersey bestreiten. Der FC präsentiert am Montagmorgen das Karnevalstrikot für die kommende Session.

Die Stimmung rund um das Geißbockheim hat gerade relativ wenig mit Feiern zu tun, dennoch wird der FC auch in diesem Jahr natürlich wieder Heimspiele rund um den 11.11. in seinem Karnevalstrikot bestreiten. Dieses präsentierten die Kölner am Montagmorgen in einem aufwendigen Video. Bereits am Freitag hatte der Klub eine Neuigkeit für den Montagmorgen angekündigt, es brauchte keine besonders große Spürnase, um auf das neue Trikot zu kommen. Denn seit vielen Jahren bestreiten die Kölner einige ihrer Heimspiele in den beliebten Sonder-Trikots. Für den FC ist das Jersey natürlich eine sinnvolle Einnahmequelle. Für knapp 90 Euro ist das Trikot zu haben.

Trikot erinnert an Prinzenornat des Dreigestirns

Hennes IX. wurde für das Video extra auf die Volksbühne am Rudolfplatz gebracht. Neben dem Geißbock sind in dem Video auch zahlreiche Spieler und Spielerinnen sowie Cheftrainer Steffen Baumgart zu sehen. Das Trikot erinnert an das Prinzenornat des Kölner Dreigestirns. Gold-Rote Längsstreifen verzieren das weiße Jersey. Auf der Brust prangt das Kölner Wappen. Im Nackenbereich sind das diesjährige Sessionsmotto „Wat e Theater – wat e Jeckespill“ sowie das dazugehörige Logo zu finden.  Auf dem rechten Ärmel befinden sich zudem eine Narrenkappe, der Kölner Dom sowie die Krone aus dem Stadtwappen, die alle in Gold gestickt sind. „Es ist die kölsche Lebensfreude, die in uns allen steckt, die so ansteckend ist und die unsere Stadt und unseren Verein so besonders macht“, sagte FC-Geschäftsführer Markus Rejek. „Dieses Gefühl wollen wir mit dem Karnevalstrikot zum Ausdruck bringen und das Motto der Session 2024 mit Stolz sichtbar in die Welt tragen.“

Im vergangenen Jahr hatte es aufgrund des Jubiläum-Trikots kein Karnevalstrikot gegeben. Bundesligisten sind in der Saison nur eine bestimmte Anzahl an Sondertrikots erlaubt.

Trotz Debakel kann sich der FC Hoffnung auf den Pokalerfolg machen

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Trotz Debakel kann sich der FC Hoffnung auf den Pokalerfolg machen

Nur wenige Stunden nach dem 0:6-Debakel gegen Leipzig hat der FC mit der Vorbereitung auf das Pokalspiel gegen Kaiserslautern begonnen. Der Fokus ist bereits neu gesetzt. Die Kölner Verantwortlichen rechnen mit einem anderen Gesicht.

Die Niederlage war deutlich, sie war verdient – das 0:6 hat bei den Kölnern Spuren hinterlassen. Dennoch gilt der Fokus bereits dem Duell gegen Kaiserslautern. Was dem FC für den Pokal Hoffnung machen kann.

Das 0:6-Debakel bei RB Leipzig hatte deutliche Spuren hinterlassen. Die Kölner Profis schlichen mit versteinerter Miene zu den rund 2000 mitgereisten Fans, während sich die Leipziger Spieler auf der anderen Seite des Stadions feiern ließen. Zwar konnte man den Geißböcken nicht hinter den leeren Blick schauen, das gegen Gladbach im Derby hart erarbeitete Selbstvertrauen dürfte allerdings dahin, es dürfte verpufft sein. Es wird in den Köpfen der Kölner zumindest arbeiten. Zu desolat trat der FC gegen die Sachsen auf, zu deutlich war der Klassenunterschied, zu bitter die Klatsche, als dass noch viel vom Schwung des 3:1-Erolgs übrig geblieben wäre. „Das war sehr enttäuschend. Wir wollten den Derby-Aufschwung mitnehmen, das hat nicht geklappt“, sagte Davie Selke.

Wenig Zeit zur Aufarbeitung als Vorteil?

Dabei könnte den Kölnern gerade das Derby aktuell als Mutmacher für das Pokalspiel gegen Lautern dienen. Immerhin ging es für die Kölner in einer ähnlichen Gemütslage gegen die Fohlen. Zwar kassierten die Geißböcke gegen Leverkusen „nur“ ein 0:3, doch der FC war ebenfalls deutlich unterlegen und konnte sich schließlich bei dem überragenden Marvin Schwäbe bedanken, dass es nicht auch gegen Werkself schon ein Debakel gegeben hat. Zwar mit ein wenig mehr Erholung nach der Länderspielpause, aber sicher nicht mit Schwung lief der FC gegen den Rivalen auf, war trotz anhaltender Negativserie das spielbestimmende, das dominante Team. Köln war aber vor allem die Mannschaft, die den Sieg in diesem hoch emotionalen Spiel mehr wollte, das Derby, den Kampf annahm. Mentalität und Glaube stimmten zumindest. Die aufgeheizte Stimmung war für den FC kein zusätzlich lähmendes Hindernis.

Das soll Baumgart nun auch für das Pokalspiel am Dienstag gelingen. „Ich bin überzeugt davon, dass das Trainerteam die Mannschaft bis dahin wieder aufrichten wird. In Kaiserslautern werden wir wieder ein anderes Gesicht zeigen“, sagte Christian Keller. Viel Zeit zur Aufarbeitung, wie zwischen den Nachbarschaftsduellen gegen Leverkusen und Gladbach, bleibt dem FC aber nicht. Gerade einmal 72 Stunden liegen zwischen dem Schlusspfiff in Leipzig und dem Anpfiff auf dem Betzenberg. Baumgart sieht darin aber überhaupt keinen Nachteil. „Es kann ja auch helfen, wenn du gleich wieder spielst“, sagte der Coach am Samstag im Sportstudio. So sollen sich die Akteure nicht lange mit dem Debakel aufhalten, der Fokus ist schon auf das Pokal-Highlight auf dem Betzenberg gerichtet. „Wir müssen das Spiel schnell abhaken, weil wir am Dienstag ein extrem wichtiges Spiel haben, für das wir unsere Kräfte sammeln müssen“, sagte auch Kapitän Florian Kainz. Ein extrem wichtiges für die Moral, aber wohl auch ein extrem schweres.

Uth und Thielmann als Hoffnungsträger

Denn der Traditionsklub spielt in dieser Saison in der 2. Bundesliga eine gute Rolle, ist aktuell Sechster und mischt im Kampf um die Aufstiegsplätze mit. Allerdings zeigte sich Lautern zuletzt in der Defensive nicht ganz sattelfest. Gegen Düsseldorf gaben die Roten Teufel eine 3:0-Führung aus der Hand und verloren 3:4, gegen den HSV reichte am Wochenende eine 3:1-Führung nur noch zum Unentschieden – und das im eigenen Stadion. Kaiserslautern wird motiviert sein, ist aber längst keine Übermannschaft. Ein ähnliches Offensivfeuerwerk wie gegen Leverkusen und Leipzig haben die Kölner nicht zu erwarten.

Mut macht den Kölnern auch die Rückkehr von Mark Uth und Jan Thielmann. Gerade für den Youngster dürfte das Pokalspiel gegen Lautern eigentlich noch zu früh kommen, doch Baumgart kündigte schon an, dass er sich bei Thielmann immer erst kurzfristig entscheidet. Zudem gab der 21-Jährige am Samstag sein Comeback bei der U21. Uth wird wahrscheinlich ebenfalls noch kein Kandidat für die Startelf sein, der Offensivspieler gab aber immerhin sein Comeback beim 0:6 – wenn auch ein undankbares. „Ich habe nach dem Spiel zu Mark gesagt: Wenn ich eine sehr positive Sache aus diesem Spiel hier mitnehme, dann, dass er nach fast einem Jahr wieder Bundesliga gespielt hat“, sagte Keller am Samstag „Dass er eine sehr hohe Qualität hat, hat man schon in der ersten Aktion auf dem Platz gesehen.“


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Das Kartenhaus stürzt, wenn die Leistungsträger wackeln

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Das Kartenhaus stürzt, wenn die Leistungsträger wackeln

Nach der bitteren 0:6-Pleite gegen Leipzig fand FC-Trainer Steffen Baumgart überraschend deutliche Worte – auch bei seinen Spielern. Der FC präsentierte sich als fragiles Gebilde, das wie ein Kartenhaus zusammenfiel.

Bei RB kassierte der FC eine bittere Klatsche. Steffen Baumgart betonte, dass auch seine Leistungsträger zu viele Fehler gemacht haben. Doch das war nur ein Teil der Wahrheit für die Pleite des 1. FC Köln: Gründe für das Debakel gegen Leipzig.

Marvin Schwäbe konnte einem am Samstagabend schon ein wenig leid tun. Und das nicht, weil der Kölner Keeper sich beim 0:3 den Ball mit dem Rücken selbst ins Netz legte. Vielmehr, weil der Kölner Keeper der beste Spieler des 1. FC Köln im Duell gegen RB Leipzig war und doch ein halbes Dutzend Mal hinter sich greifen musste. Sechs Tore in einem Spiel sprechen nicht unbedingt für die Qualität des Torhüters. Doch zum einen war Schwäbe bei allen sechs Treffern chancenlos, zum anderen verhinderte der Kölner Keeper wie schon gegen Leverkusen Schlimmeres. Nur, dass Schwäbe damals den FC vor einem Debakel bewahrte, es dieses Mal aber nicht abwenden konnte. So kritisierte Steffen Baumgart nach dem Spiel einige Spieler, um auf der Pressekonferenz den Keeper zu loben. „Am Ende können wir uns noch bei Marvin Schwäbe bedanken, dass er die eine oder andere richtig gute Parade gezeigt hat“, sagte der Coach.

Kölner Defensive weit von Normalform entfernt

Der Kölner Trainer wusste natürlich sehr wohl, wo ein Problem am Samstagabend gelegen hatte. „Die Jungs, die über eine ganz lange Zeit stabil waren, haben heute ihren entscheidenden Fehler gemacht. Das tut schon weh“, sagte der Trainer ohne Namen zu nennen, deutete aber zwischen den Zeilen an, dass das Gebilde 1. FC Köln aktuell ein sehr fragiles ist. Wenn dann auch noch die Stabilisatoren ausfallen, fällt es wie ein Kartenhaus zusammen. Zumindest erweckte der FC gegen Leipzig genau dieses Bild. So erwischte auch Jeff Chabot wohl ausnahmsweise einen rabenschwarzen Tag. Der Innenverteidiger hatte eine gehörige Teilschuld an zwei Treffern, wirkte mit den schnellen Offensivkräften und bei einigen Tiefenläufen des Gegners überfordert. Zudem sah der Kölner Abwehrchef eine vollkommen überflüssige Gelbe Karte, die ein herzhaftes Eingreifen bei folgenden Abwehrversuchen zumindest erschwerte und die frühe Auswechslung bedeutete. Für ihn kam bereits zur Halbzeit Luca Kilian, der in dieser Saison noch nicht viel Einsatzzeit bekam und sich des Öfteren nur mit Foulspielen zu helfen wusste.

Noch vor wenigen Tagen hatte Baumgart Eric Martel als den Stabilisator der Kölner betitelt. Doch auch der Sechser war von seiner normalen Leistung ein großes Stück weit entfernt. Eine schlampige Ballbehandlung brachte Martel in einen unnötigen Zweikampf mit Amadou Haidara, der 21-Jährige wusste sich nur mit einer Ringereinlage zu helfen, die dann zum berechtigten Strafstoß führte. Martel leitete somit das Ungemach ein. Zwar steigerte sich der Mittelfeldspieler im Laufe der Partie, war einmal mehr der laufstärkste Spieler auf dem Platz und brachte 86 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler, wirklich glücklich wirkte der 21-Jährige aber nicht mehr. Ausgerechnet die beiden Kölner Defensiv-Konstanten, die beiden Spieler, die in der Jugend für Leipzig auf dem Platz gestanden haben, hatten maßgeblichen Anteil am Debakel.

FC findet kein Mittel

Natürlich nicht nur. Die ganze Mannschaft stand neben sich. So auch Leart Pacarada und Timo Hübers, bislang ebenfalls wichtige Stützen im Kölner Abwehrverbund. „Heute haben wir die Fehler gemacht, die du nicht machen darfst“, sagte Baumgart. „Wir legen vier Tore direkt vor und das sind individuelle Fehler, die dürfen nicht passieren.“ Tatsächlich hatte gerade die Kölner Defensive die Geißböcke in vielen Begegnungen im Spiel gehalten, oft noch Schlimmeres verhindert – zumindest lag die Krise bislang sicher nicht an Chabot und Co. Bis zum achten Spieltag hatte der FC nur 15 Gegentore zugelassen – am Samstag waren es sechs. Die Innenverteidigung gewann bislang im Schnitt rund zwei Drittel ihrer Zweikämpfe, bei Chabot waren es gegen Leipzig gerade einmal 40 Prozent.

Das angesprochene Manko der Kölner war aber nur ein Teil der Wahrheit. Das Gesamtbild hieß wohl eher zu viele individuelle Fehler, zu wenig individuelle Klasse, die der FC den Bullen entgegen zu setzen hatten. Nahezu in jedem Mannschaftsteil war RB einfach besser. Deutlich besser. So reichte ein taktischer Kniff, nämlich die Umstellung von Vierer- auf Dreierkette, um Köln aus dem Konzept zu bringen, wie Florian Kainz später bestätigte. Der FC fand nicht in sein Spiel und erst recht kein Mittel gegen die geballte Offensivkraft, das beeindruckende Tempo der Leipziger.

Am meisten ärgerte Baumgart aber die falsche oder fehlende Einstellung. „Wir können hier den Arsch voll kriegen, dafür ist die Qualität von Leipzig entsprechend. So darfst du nicht auftreten. Du darfst nicht den Kopf hängen lassen“, sagte der Coach. Dementsprechend durften sich die Spieler nach der Begegnung auch einiges anhören. Gegen Kaiserslautern wird am Dienstag mit Sicherheit ein anderer FC zu sehen sein.


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Kommentar: Debakel lässt die Euphorie verpuffen

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Kommentar: Debakel lässt die Euphorie verpuffen

Eine knappe Woche hat die Euphorie durch den Derbysieg die bedrohliche Situation ein wenig vergessen gemacht, sie kaschiert. Das 0:6 hat die Krise wieder schamlos offen gelegt. Und das zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Ein Kommentar.

Die berechtigte Euphorie nach dem 3:1-Erfolg über Gladbach ist am Samstagabend wie ein Kartenhaus zusammen gefallen. Das Selbstvertrauen dürfte sich nach dem desolaten Auftritt wieder im Keller befinden. Und das unmittelbar vor den Duellen gegen die direkte Konkurrenz. Ein Kommentar zur 0:6-Pleite des 1. FC Köln.

Die Bilder hätten kaum unterschiedlicher sein können. Steffen Baumgart ausgelaugt auf der Reservebank, gezeichnet von einer fiebrigen Erkältung, vor allem aber auch von der großen Erleichterung, die er auch später im Interview beschrieb. Ganze sechs Tage später dann ein ganz anderes Bild: der schimpfende, wütende Baumgart, der bei seiner Kritik auch seine Spieler nicht länger ausklammern wollte, noch auf dem Spielfeld auf sie sichtbar erregt einredete. Wut und Frust waren am Samstag mindestens genauso verständlich wie die Erleichterung nach dem Derbysieg am vergangenen Sonntag.

Leipzig ist ein anderes Kaliber

Beim 0:6 in Leipzig boten die Kölner eine desolate Leistung, stellten ihre Bundesligatauglichkeit selbst in Frage, wie auch Thomas Kessler richtig bemerkte und ließen so ziemlich alles vermissen, was es im Abstiegskampf braucht. Auch mit Baumgarts mutigen, selbstbewussten Offensivfußball hatte das Spiel in Leipzig wenig gemein. Die Kölner standen tief, fanden offensiv so gut wie nicht nicht statt und erinnerten viel mehr an jene Mannschaft, die vor drei Spielzeiten mit ihrem destruktiven Zerstör-Kick nur hauchdünn am Abstieg vorbeischrammten. Anderer Trainer, zum Großteil andere Mannschaft – und doch muss der Vergleich angesichts der aktuellen Situation, der vermeintlich zurückgekehrten Krise erlaubt sein. Denn der FC hatte am Samstag viel von einem Absteiger.

Erstaunlich, dass exakt dieselbe Mannschaft auf dem Feld stand, die eine Woche zuvor Gladbach dominiert hat. Eben ein Team, dass ebenfalls in dieser Spielzeit schon zeigte, wie man gegen RB bestehen kann, nur unglücklich 0:1 verlor. Nun ist Leipzig ein anderes Format, ein anderes Kaliber, das in anderen Sphären agiert, als die Fohlen und auch als die Geißböcke. Alleine der Kaderwert der Leipziger ist sechs Mal so hoch wie der des FC, Doppeltorschütze Lois Openda kommt gemeinsam mit dem wohl kommenden Superstar Xavi Simons auf einen Marktwert, der den des gesamten Kölner Kaders übersteigt. Baumgart hat recht, wenn er sagt, dass die Schere zwischen den Topteams und dem Rest der Liga größer wird und die ersten Sechs wegziehen, während die unteren Acht ums Überleben kämpfen. Das ist nicht von der Hand zu weisen und die Schere wird größer werden. Nur hatte man am Samstag nicht den Eindruck, dass die Kölner das letzte Hemd gaben, ums Überleben kämpften. Alarmierend, dass der Ausfall der Stabilisatoren das Kartenhaus hat zusammenfallen lassen.

Köln darf gegen Leipzig verlieren, nur nicht so

Nur um das Klarzustellen: eine Mannschaft wie Köln darf in Leipzig verlieren, Punkte wird kein Verantwortlicher erwartet haben. Aber die Mannschaft, die nach dem Derbysieg doch vor Selbstbewusstsein hätte strotzen sollen, versank in Mutlosigkeit. Der FC wirkte vollkommen verunsichert, ängstlich, seltsam fehl am Platz. Köln hat eine große Chance liegen lassen und das sicher nicht aufgrund des Ergebnisses. Der Derbysieg hat am und um das Geißbockheim eine Euphorie ausgelöst. Eine Euphorie, die der Krise trotzte, sie kaschierte, Hoffnung weckte. Nicht wenige Fans, nicht wenige Experten sahen in dem Erfolg den Auftakt der Wende, sie hofften zumindest darauf und darauf, dass die Kölner Verantwortlichen mit ihren Planungen, ihren Taktiken, ihren Strategien am Ende doch recht behalten würden. Diese Euphorie, dieser Kredit, dieser Glaube ist mit dem 0:6 in Leipzig vorerst verpufft. Der Derbysieg sollte Köln eigentlich beflügeln, ausgerechnet RB hat dem FC diese Flügel aber gestutzt. Köln hat auf der Euphoriewelle reitend eine fast schon historische Bruchlandung erlitten.

Das Derby wie auch beispielsweise die knappe Niederlage gegen den BVB haben gezeigt, dass der FC durchaus mithalten, auch Gegner schlagen kann. Sie haben gezeigt, dass Köln per se das Zeug zum Klassenerhalt hat. Dazu muss beim FC aber vieles zusammenlaufen. Von der Kaderdichte, über die Leistung auf dem Feld bis hin zur Mentalität. Das Selbstvertrauen für die bevorstehenden Aufgaben gegen die Mannschaften auf Augenhöhe, für die richtungweisenden Wochen im Herbst dürfte nach der bösen Pleite aber ähnlich tief im Keller stecken, wie der FC in der Tabelle – gelitten hat es allemal. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Den Mut muss sich der FC nun im Pokal zurückholen. Und das gegen einen sicherlich aufopferungsvoll kämpfenden Zweitligisten, in einem euphorischen Stadion – es gibt leichtere Aufgaben. Diese war selten so wichtig.

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Einzelkritik

Matchwinner Kainz

U21: Jan Thielmann gibt Comeback beim 5:1-Erfolg, Dietz trifft

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U21: Jan Thielmann gibt Comeback beim 5:1-Erfolg, Dietz trifft

Die U21 des 1. FC Köln mischt auch weiterhin im Kampf der Topteams in der Regionalliga mit. Beim Aufsteiger SSVg Velbert setzte sich die Mannschaft von Evangelos Sbonias 5:1 durch.

Am Tag der bitteren 0:6-Pleite des 1. FC Köln in Leipzig gab es auch für die Profis einen kleinen Lichtblick. Allerdings bei der U21: Jan Thielmann gibt sein Comeback beim 5:1-Erfolg, Florian Dietz trifft.

Mit einem verdienten Erfolg über Velbert hat sich die U21 des 1. FC Köln im Kampf um die Topplätze der Regionalliga zurückgemeldet. Drei Tage nach der 1:3-Niederlage in Paderborn gewann die Mannschaft für Evangelos Sbonias 5:1 beim Aufsteiger und verbesserte sich auf den vierten Tabellenplatz. Der FC liegt nur zwei Punkte hinter dem Tabellenzweiten, der Fortuna aus Köln, und fünf hinter Spitzenreiter Bocholt. Für ein positives Highlight sorgte vor allem der Einsatz von Jan Thielmann, der erstmals in dieser Spielzeit wieder ein Pflichtspiel bestritt, wenn auch nur 45 Minuten.

Diehl an allen Toren beteiligt

Zum Matchwinner avancierte allerdings Justin Diehl. Bereits nach fünf Minuten brachte der Kölner Youngster eine Ecke, die Elias Bakatukanda verwertete. Der FC spielte souverän auf, kam so gut wie gar nicht in Bedrängnis und hätte auch vor dem Halbzeitpfiff erhöhen können. Das geschah allerdings unmittelbar nach dem Wechsel. Einen langen Ball aus der eigenen Hälfte spielte Diehl ins Zentrum und Jonas Saliger verwertete. Nach einer guten Stunde verkürzte Markus Pazurek wie aus dem Nichts. Doch der FC ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und gab umgehend die richtige Antwort. Diehl dribbelte Richtung Strafraum, spielte den Ball zu Florian Dietz, der klatschen ließ und Diehl stellte den alten Abstand wieder her. Keine 120 Sekunden später trafen die Kölner erneut. Dieses Mal legte Diehl Sturmkollegen Damion Downs auf, der den Ball zum 4:1 verwertete. Die Entscheidung war gefallen. Doch die Geißböcke setzten noch einen drauf. Ein abgefälschter Ball vom überragenden Diehl landete bei Dietz, der problemlos zum 5:1-Endstand einschob.

Jan Thielmann stand in der Startelf und wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Auch Max Finkgräfe begann für die Kölner U21, war aber nicht so auffällig wie in den vergangenen beiden Spielen. Am kommenden Samstag empfangen die Geißböcke den SV Lippstadt (14 Uhr).

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Der Ton wird rauer

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Der Ton wird rauer

Am neunten Spieltag der Bundesliga hat der FC die siebte Niederlage kassiert. Eine besonders bittere – gegen RB Leipzig hatten die Kölner nicht den Hauch einer Chance. Kein Wunder, dass sich die Tonlage in Köln ändert.

Trotz der anhaltenden Krise haben sich die Verantwortlichen des 1. FC Köln immer vor die Mannschaft gestellt. Das tun sie auch weiterhin, doch der Ton wird nach dem 0:6 beim FC rauer.

Steffen Baumgart ist wahrlich kein Mensch, der seine Emotionen gut verstecken kann. Wenn überhaupt ein Lächeln, das irgendwo innerlich stattfindet. Nun war dem Kölner Trainer am Samstagabend nicht gerade nach Lächeln zu Mute. Im Gegenteil: Baumgart schimpfte. Mit seinen Spielern, mit dem Schiedsrichter. Irgendwie beschlich den Zuschauer das Gefühl, er würde während des 0:6-Debakels, seiner höchsten Niederlage als FC-Trainer, mit allem schimpfen, was auch nur annähernd in seinem Sichtfeld landete. Nein, Baumgart war ganz und gar nicht glücklich. Und daraus machte er auch nach dem Spiel keinen Hehl. „Um RB Paroli bieten zu können, müssen wir anders auftreten. Die Sachen, die wir über einen langen Zeitraum gut gemacht haben, müssen wir auch heute gut machen. Davon haben wir heute aber sehr wenig gut gemacht“, sagte der Trainer.

Baumgart hadert mit den individuellen Fehler

Dabei hatte der FC Leipzig nicht nur kein Paroli geboten, die Kölner wurden phasenweise vorgeführt. Die Dominanz des Gegners war beeindruckend – zumindest für die Anhänger, die es mit den Sachsen halten, für FC-Fans war es ausgerechnet nach dem euphorisierenden Derbysieg eine bittere Bruchlandung. Zur Halbzeit lagen die Kölner bereits 0:4 zurück und das hochverdient. Tatsächlich hatten die Geißböcke Glück, dass es nicht schon nach 45 Minuten ein Halbes Dutzend gegeben hatte. Die einzige wirkliche Kölner Torchance vergab Luca Waldschmidt, der nach einer Flanke von Linton Maina aus wenigen Metern nur den Pfosten traf. Nach dem Wechsel schaltete RB einen Gang zurück, konnte das Ergebnis aber dennoch in die Höhe schrauben. Der FC war nur noch einmal durch Davie Selke gefährlich.

Dass Leipzig an diesem Abend besser war, ärgerte Baumgart dabei gar nicht so sehr, damit hatte der Trainer gerechnet. Vielmehr haderte er mit der Leistung seiner eigenen Mannschaft. „Wir waren RB in keiner Weise gewachsen – unabhängig davon, ob wir Fehler gemacht haben und die haben wir gemacht. Wir legen vier Tore direkt vor. Das sind Fehler, die dürfen nicht passieren“, sagte Baumgart. „Die Jungs, die über eine ganz lange Zeit stabil waren, haben heute ihren entscheidenden Fehler gemacht“, so der Trainer weiter, der vermutlich Spieler wie Jeff Chabot und Eric Martel meinte, die den Kölnern in den vergangenen Krisen-Wochen zumindest ein wenig Stabilität verliehen hatten. „Das tut schon weh. Wir können hier den Arsch voll kriegen, dafür ist die Qualität von Leipzig entsprechend. Aber so darfst du nicht auftreten“, wurde der Kölner Trainer dann doch deutlicher.

Baumgart zeigt sich selbstkritisch

Gerade die individuellen Fehler brachten Baumgart so richtig auf die Palme. So landete Eric Martel noch in der Anfangsphase auf dem Hosenboden, begrub dabei aber Amadou Haidara unter sich und Schiedsrichter Benjamin Brand musste auf den Punkt zeigen. Timo Werner verwandelte eiskalt. Ein Fehlpass von Chabot auf Haidara in der Vorwärtsbewegung sorgte für eine Unterzahl in der Rückwärtsbewegung: 0:2. Vor dem dritten Leipziger Treffer passte Leart Pacarada Haidara den Ball zu, der den nächsten erfolgreichen Angriff einleitete. Und unmittelbar vor dem Seitenwechsel schaute die Kölner Defensive beim vierten Streich einfach nur noch zu.

Und so soll der Kölner Trainer schon in der Kabine zur Pause laut geworden sein. Welche Tonart der Coach dort genau wählte, ist nicht bekannt. Dass sowohl Davie Selke als auch Florian Kainz aber betonten, dass die Worte des Trainers in der Kabine oder im Kreis bleiben sollten, sagt wohl mehr aus als die ausgesprochenen Worte. Sichtbar wurde der Frust dann wieder nach dem Spiel, als Baumgart einen Kreis bilden ließ und auf seine Spieler sichtbar enttäuscht einredete. „Den Kopf runternehmen, das ist keine Art und Weise“, sagte Baumgart später. Aber: „Ich nehme die Jungs auch gleich wieder in den Arm.“ Und nicht nur das, Baumgart stellte sich auch wieder vor seine Jungs. „Das hat dann auch was mit mir zu tun. Ich muss Lösungen anbieten und die waren heute nicht gut genug“, so der 51-Jährige selbstkritisch. „Ich bin derjenige, der sagt, wie es gehen kann. Und so geht es auf keinen Fall.“  

Deutliche Worte von Thomas Kessler

Ungewohnt deutlich kritisierten dagegen Thomas Kessler und Christian Keller die Leistung der Mannschaft. „Wir haben heute einiges gemacht, was du dir in der Bundesliga nicht erlauben kannst“, erklärte der Leiter der Lizenzspielabteilung. „Das sollte ein deutliches Ausrufezeichen für jeden Spieler sein, dass du so nicht Bundesliga spielen kannst.“ Kessler zeigte sich verwundert über das Ausmaß der Fehler. „Mir haben die ganzen 90 Minuten nicht gefallen“, resümierte auch Keller und betonte, dass der FC mit dem halben Dutzend Gegentoren noch gut bedient gewesen ist. Vor dem Pokalspiel gegen Kaiserslautern am Dienstag wird der Ton beim FC rauer. Die Kölner Verantwortlichen nehmen die Spieler in die Pflicht. Vielleicht ein wichtiger Wachmacher vor den „Wochen der Wahrheit“.  

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