Mit der Begegnung gegen St. Pauli startet der FC in die letzten drei Partien des Jahres. Allesamt werden sicherlich keine leichte Aufgaben für die Geißböcke. Der 1. FC Köln steht vor richtungweisenden Spielen.
Auf die Anfangseuphorie zu Saisonbeginn folgte zuletzt ein wenig Ernüchterung. Von den vergangenen sieben Pflichtspielen gewann Köln genau eins. Der Trend soll sich nun wieder ändern. Der 1. FC Köln steht vor richtungweisenden Spielen.
Jubel bei den Spielern des 1. FC Köln im Heimspiel gegen den Hamburger SV
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Stark gestartet, stark nachgelassen, könnte das Motto beim FC lauten, wenn man einen Blick auf die bisher erspielten Punkte und die reinen Ergebnisse wirft. Nach dem beeindruckenden Start mit sieben Zählern aus drei Spielen und vier ungeschlagenen Begegnungen in Folge holte der FC aus den vergangenen sieben Spielen nur einen Sieg. Die Tendenz zeigt klar nach unten. Und die ersten kritischen Stimmen sind in den Sozialen Medien bereits zu lesen. Dabei haben die Kölner in den bisherigen zwölf Spielen 15 Zähler eingefahren – im Schnitt also 1,25 pro Spiel. Sollten die Geißböcke dieses Mittel beibehalten, würden sie locker die 40-Punkte-Marke knacken. Der FC ist einem Polster von sieben Zählern aktuell weit vom Thema Abstiegskampf entfernt – zumindest dem eigenen.
Abstiegskandidaten spielen gegeneinander
Denn mit der Begegnung gegen den FC St. Pauli ist das Thema dann doch irgendwie ganz nah. Die Kiezkicker haben nach einem fulminanten Saisonbeginn zuletzt neun Bundesligaspiele in Folge verloren, befinden sich mit sieben Zählern auf Rang 17 der Tabelle. Sollten die Kölner gegen die Hanseaten verlieren, wäre das Polster tatsächlich noch immer groß. Und das geht aktuell ein wenig unter. Der FC steht voll im Soll, befindet sich im sicheren Liga-Mittelmaß. Die Europapokalplätze befinden sich rein rechnerisch genauso weit entfernt wie der Relegationsplatz. Lukas Kwasniok kann also mit seiner Mannschaft ganz in Ruhe arbeiten. Und doch haben die kommenden Begegnungen einen richtungweisenden Charakter. Denn die Geißböcke haben sich schon vorgenommen, mit einem Polster ins neue Jahr und dann gegen einen vermeintlichen Mit-Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt positiv zu starten.
Direkt nach dem Trainingslager (2. bis 9. Januar in Benidorm) steht das Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim an. Und da die drei Schlusslichter St. Pauli, Mainz und eben Heidenheim in den kommenden Wochen auch noch gegeneinander und gegen einige Topteams spielen, kann der FC mit Punkten in den ausstehenden Duellen schon jetzt einen wichtigen Grundstein für das neue Jahr legen.
Er ist in dieser Saison der Shootingstar, wird von Topclubs gescoutet, gehört zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft. Am Mittwoch äußerte sich der Youngster am Rande des Trainings. Das sagt Said El Mala über seine Rolle beim 1. FC Köln.
Am Mittwoch hat sich der Shootingstar erstmals gegenüber der Kölner Medien geäußert. Das sagt Said El Mala über seine Rolle beim 1. FC Köln, seine Ziele und seine Zeit bei der A-Nationalmannschaft.
Said El Mala beim Spiel des 1. FC Köln
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Es war wohl nur eine Frage der Zeit bis Lukas Kwasniok seinen Shootingstar mal über die komplette Länge eines Spiels von der Leine ließ. Am Samstagabend absolvierte der Offensivspieler das erste Mal in der Bundesliga 90 Minuten und beendete mit seinem Treffer in der Nachspielzeit zumindest die kleine Diskussion, ob der Youngster wirklich nur von der Bank richtig gut ist. „Das Spiel habe ich schon noch zwei Tage später gefühlt. Aber es hat sich schon gut angefühlt, 90 Minuten zu spielen“, so El Mala am Mittwoch am Rande der Trainingseinheit. Natürlich wolle jeder Spieler immer von Anfang an spielen, aber auch die Rolle des Jokers gefalle ihm. El Mala war gegen Bremen gut, er war im Grunde der einzige Aktivposten in der Kölner Offensive und hatte mit seinem Treffer natürlich großen Anteil am Punktgewinn der Kölner. Wieder einmal.
„Es ist eine Bestätigung für meine Leistung“
Der FC bewies einmal mehr seine Geduld und El Mala belohnte die Kölner spät. „Das war extrem wichtig. Erstens für den Kopf, aber dann auch für die kommenden Spiele. Das hat uns noch einmal wach gerüttelt“, so der Shootingstar. Drei Spieltage vor der Winterpause sollen nun auch wieder Punkte eingefahren werden. Am Samstag steht die Begegnung gegen St. Pauli auf dem Programm. Und am liebsten würde der Youngster wieder treffen. Wichtig für den FC, aber auch für ihn selbst. Denn mit seinen Treffern und Leistungen weckt der 19-Jährige natürlich Begehrlichkeiten. Fünf Tore hat El Mala in der Liga erzielt, drei vorbereitet. Der Kölner Youngster ist damit der erfolgreichste Scorer beim FC und belegt den achten Rang im ligaweiten Vergleich.
Und so darf es nicht verwundern, dass der Kölner gleich mit mehreren internationalen Topclubs in Verbindung gebracht wird. „Es ist doch normal, dass wenn man mehrere Scorer als junger Spieler in der Bundesliga hat, dass dann die Clubs kommen“, sagte der 19-Jährige. „Ich nehme das wahr. Es ist eine schöne Bestätigung für die Leistung. Ich konzentriere mich voll auf den FC.“ Also bleibt er im Winter? „Ja!“ Vor vier Wochen folgte dann auch die erste Nominierung für die A-Nationalmannschaft. Auch ohne das erhoffte Debüt ein Erlebnis. „Das war extrem schön. Die Jungs haben es mir leicht gemacht, da reinzukommen. Ich hoffe, auf weitere Nominierungen“, sagte El Mala, betonte aber, dass die WM aktuell noch kein Thema sei. Natürlich werde er alles dafür tun, aber „wir haben auch mit dem FC noch einige Aufgaben vor uns“.
„So wurde ich erzogen“
Dennoch hat auch El Mala mittelfristig andere Träume. „Man hat immer Ziele. Jeder will Champions League spielen und jeder will bei dem höchsten Verein spielen und das höchste erreichen, was man kann“, so El Mala. Das sei nun mal normal. Der Weg ist aber noch ein weiter. Denn auch der Youngster weiß, dass er noch Entwicklungspotenzial hat. „Die Defensivarbeit ist schon besser geworden. Aber mit 19 Jahren gibt es wohl noch viele Bereiche, in denen man arbeiten kann“, so der Youngster. In der vergangenen Woche war eine Diskussion hochgekocht, ob der Youngster überhaupt mit nach hinten arbeiten müsse oder man ihm den Rücken frei halten könne. „Ich finde schon, dass ich mit nach hinten arbeiten muss. Wenn du die Defensivarbeit machst dann stehst du gut und kannst besser nach vorne arbeiten und Tore erzielen“, so El Mala.
Und das scheint dieser Tage seine Kernkompetenz zu sein. Zumindest füttern die Treffer den Hype um den Youngster. „Die Jungs, der Staff des Vereins und meine Familie helfen mir da schon sehr viel. Ich wurde so erzogen, dass ich mir da nichts drauf einbilde“, sagt El Mala und verspricht: „Ich bleibe aber wie immer.“ Und doch geht gerade die Zuneigung der Fans nicht spurlos an ihm vorbei. „Das ist schon ein extrem geiles Gefühl. Als ich das das erste Mal gehört habe, hatte ich schon Gänsehaut“, sagt der Youngster zu den Songs, die ihm die Fans widmen. Es muss eine wahnsinnige Entwicklung sein. Vor einigen Jahren noch ausgemustert, vergangene Spielzeit 3. Liga, jetzt ein Shootingstar der Bundesliga. „Ich finde gar nicht die Zeit, das alles zu realisieren. In der Winterpause finde ich da mal die Zeit das alles sacken zu lassen“, so El Mala. Vorher hat der Youngster aber noch drei Mal die Chance, den Hype zu befüttern.
Durch die Verletzungsmisere in der Innenverteidigung rückt auch Cenk Özkacar mehr und mehr in den Fokus. Der Türke ist der einzige Kölner Innenverteidiger, der noch nicht verletzt ausgefallen ist. Nun gibt es zwangsläufig mehr Einsatzzeit. Und die will er nutzen beim 1. FC Köln: Für Cenk Özkacar geht es um die Zukunft und die WM.
So richtig rund läuft die Saison für Cenk Özkacar bislang noch nicht. Doch die Chancen stehen aktuell besonders gut auf Einsatzzeit. Denn durch die Verletzungsmisere der Innenverteidigung rückt der 25-Jährige in den Fokus beim 1. FC Köln: Für Cenk Özkacar geht es um die Zukunft und die WM.
Cenk Özkacar beim Spiel des 1. FC Köln gegen den BVB
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Der 4. Juni 2024 ist Cenk Özkacar sicherlich noch gut in Erinnerung. Der Abwehrspieler stand für die Türkei gegen Italien auf dem Feld, hoffte sicherlich noch auf eine gute Leistung, um sich für die Europameisterschaft zu empfehlen. Doch das Endturnier fand ohne den heute 25-Jährigen statt. Es war gleichzeitig das letzte Länderspiel, das Özkacar für die Türkei bestritt, sein neuntes. Für den Innenverteidiger lebt aber der Traum von der WM in den USA, in Kanada und Mexiko. „Ich habe das Thema für mich längst nicht abgehakt“, sagte Özkacar dem „Express“ im Oktober: „Daher ist es umso wichtiger für mich, dass ich ans Spielen komme und kontinuierlich Leistung zeigen kann. Wenn ich das hier beim FC in den kommenden Wochen und Monaten unter Beweis stellen kann, werde ich auch bei der Nationalmannschaft wieder meine Chance bekommen.“
Bislang erst sechs Einsätze
So groß wie zurzeit war die Chance auf Spielzeit für den Türken in der jüngeren Vergangenheit wohl selten. Tatsächlich ist Özkacar von den sechs Innenverteidigern im Kader der einzige, der in der Spielzeit noch nicht verletzt ausfiel und neben Rav van den Berg einer von zwei aktuell gesunden. So stand der 25-Jährige im Duell gegen Werder Bremen erwartungsgemäß in der Anfangsformation. So wirklich überzeugen konnte der Innenverteidiger nicht. Gerade die linke Seite hatten die Bremer ganz offensichtlich als den Schwachpunkt bei den Geißböcken ausgemacht. In der ersten Halbzeit liefen deutlich mehr als die Hälfte aller Angriffe über die Schiene von Alessio Castro-Montes und Özkacar. Yukinari Sugawara, Senne Lynen und Cameron Puertas brachen immer wieder durch, führten die Kölner an ihre Grenzen.
Özkacar blickt auch beim FC auf eine durchwachsene Spielzeit zurück, kommt trotz der Kölner Verletzungsmisere in der Defensive auf gerade einmal sechs Einsätze, zwei von Beginn an. Die Zweikampfquote liegt bei 54 Prozent, wirklich sattelfest wirkt der Abwehrspieler nicht immer. Dabei geht es für den 25-Jährigen in dieser Saison wohl auch um die eigene Zukunft. Der Türke ist in den vergangenen Jahren viel rumgekommen, wurde immer wieder verliehen – so wie in dieser Saison. Özkacar hatte zu Beginn der Spielzeit bereits erklärt, er wolle gerne für eine längere Zeit bei einem Verein bleiben. Der FC wäre ein wünschenswertes Ziel. Zumal die Geißböcke eine Kaufoption mit dem FC Valencia vereinbart haben. Doch, ob Thomas Kessler diese im Sommer zieht, ist alles andere als sicher.
Özkacar tut sich bislang beim FC schwer, im Sommer werden mit Elias Bakatukanda und Julian Pauli zwei große Talente wieder zurückerwartet. Timo Hübers soll wohl ebenfalls ein Vertrag angeboten bekommen – allerdings ist nicht klar, wie leistungsstark der eigentliche Abwehrchef zurückkommen wird. Joel Schmied und Rav van den Berg spielen in der mittelfristigen Planung der Kölner ebenfalls eine große Rolle. So oder so: Özkacar wird sich für seine Ziele noch ein wenig strecken müssen. Die nächste Chance bekommt er sicher am Samstag im Heimspiel gegen St. Pauli.
Nach den jüngsten Verletzungen von Joel Schmied und Dominique Heintz werden Verstärkungen beim FC in der Innenverteidigung wahrscheinlicher. Zumal das Präsidium offenbar grünes Licht gibt. FC-Sportdirektor Thomas Kessler wird also möglicherweise nachlegen. Das könnten mögliche Innenverteidiger-Kandidaten für den 1. FC Köln sein.
In der Innenverteidigung ist beim 1. FC Köln doch eine größere Lücke aufgegangen. Es ist gut möglich, dass die Kölner noch einmal nachbessern. Allerdings ist das eine größere Baustelle, als es auf den ersten Blick scheint. Denn im Sommer könnte sich beim FC noch einiges verändern. Julian Pauli und Elias Bakatukanda könnten zurückkehren, die Zukunft von Timo Hübers scheint offen. Auch die Verträge von Cenk Özkacar und Dominique Heintz laufen aus. Das sind mögliche Innenverteidiger-Kandidaten für den 1. FC Köln. Es handelt sich dabei aber nicht um Gerüchte!
Jeremiah St. Juste spielt für Sporting (Foto: Carlos Rodrigues/Getty Images)
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Sechs Innenverteidiger hat der FC aktuell im Kader, vier fallen im Moment verletzt aus, zwei werden in dieser Saison möglicherweise nicht mehr zum Einsatz kommen. Auch deswegen branden immer wieder Gerüchte über mögliche Neuverpflichtungen im Winter auf. Allerdings stehen hinter den aktuellen Spielern so viele Fragezeichen, dass nicht ersichtlich erscheint, welchen Weg der FC am besten gehen soll. Eine kurzfristige Leihe, ein Talent oder doch eine feste Verpflichtung? come-on-fc.com hat mal einige Spieler zusammengestellt, die unserer Meinung nach interessant werden könnten.
Kevin Akpoguma: Der 30-Jährige steht aktuell bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag. Acht Mal lief der Innenverteidiger für die Nationalmannschaft von Nigeria auf, kommt auf mehr als 200 Pflichtspiele für die Sinsheimer, spielte unter anderem auch Champions League und Europa League. In der vergangenen Spielzeit war der Abwehrspieler noch Stammspieler. Das hat sich in dieser Saison geändert- Akpoguma kommt gerade einmal auf drei Pflichtspiel-Einsätze und 35 Minuten. Der Marktwert des 30-Jährigen wird von dem Online-Portal transfermarkt.de aktuell noch auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Da der Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, der Spieler nicht zum Einsatz kommt, dürfte die Ablöse deutlich darunter liegen. Allerdings ist der Abwehrspieler, der wie Trainer Kwasniok eine KSC-Vergangenheit hat, Rechtsfuß.
Ozan Kabak: Auch der 25-Jährige kommt bei der TSG in dieser Saison noch nicht wie erhofft zum Zuge. Kabak stand erst fünf Mal auf dem Platz, noch nicht einmal in der Startelf. Das dürfte natürlich auch seinem Kreuzbandriss geschuldet sein, den er sich im Sommer 2024 zugezogen hat. Kabak hat lange zurück gebraucht, in der vergangenen Spielzeit keinen einzigen Einsatz gehabt. Nun soll er bei der TSG erst einmal Minuten sammeln. Doch der Vertrag des türkischen Nationalspielers, der einst 25 Millionen Euro wert gewesen sein soll, läuft im kommenden Sommer ebenfalls aus. Zuletzt hatte TSG-Sportchef Andreas Schicker betont, dass man im Winter über die Zukunft sprechen würde. Angesichts der Marktwertberechnung von fünf Millionen Euro, dürfte Kabak eine Nummer zu groß für den FC sein.
Eine Menge Bundesliga-Erfahrung
Jeremiah St. Juste: Bereits 65 Bundesliga-Spiele hat Jeremiah St. Juste für den FSV Mainz 05 absolviert. Vor drei Jahren wechselte er dann für eine Ablöse von ungefähr zehn Millionen Euro zum portugiesischen Topclub Sporting. Dort konnte er sich seitdem aber auch wegen mehrerer Verletzungen nicht durchsetzen, war nur Ergänzungsspieler. Dass St. Juste aber die Qualität für die Bundesliga hat, hat er in Mainz bewiesen. Vor allem seine Geschwindigkeit ist überragend. Er verfügt außerdem über eine gute Spieleröffnung. Im Sommer hatte der Niederländer bereits mit einem Wechsel nach Deutschland geliebäugelt. Damals stand die Verpflichtung von Union Berlin wohl kurz bevor, doch der Deal platzte. Weil sich der Abwehrspieler öffentlich beschwerte, wurde er nun in die B-Elf von Sporting beordert. Der Vertrag läuft 2026 aus, das dürfte auf die Ablöse drücken. Der Marktwert wird auf sechs Millionen Euro geschätzt.
Zeno Van Den Bosch: Ein sehr interessanter Innenverteidiger, den gleich mehrere Bundesligisten auf dem Zettel haben sollen. Ganz hoch im Kurs steht wohl Borussia Mönchengladbach. Die „Fohlen“ hätten den belgischen U-Nationalspieler gerne schon im Sommer verpflichtet, doch dem Vernehmen nach scheiterte der Deal an der Ablöse. Kein Wunder, der Marktwert des Innenverteidigers wird auf zehn Millionen Euro geschätzt. Das dürfte auch eine Kategorie zu hoch für die Kölner sein. Aber: Der Stammspieler von Royal Antwerpen hat ebenfalls nur noch bis zum kommenden Sommer Vertrag. Der belgische Erstligist steht also ein wenig unter Zugzwang.
Étienne Youté Kinkoué: Seit Juli hielten sich im Sommer die Gerüchte um den Innenverteidiger und den 1. FC Köln. Aufgebracht von Transferexperte Fabrizio Romano. Mitte August hieß es dann, der FC habe sogar ein Angebot unterbreitet. Allerdings hatte der FC zu diesem Zeitpunkt gerade Rav van den Berg unter vertrag genommen und die Wahrscheinlichkeit, einen weiteren Spieler mit einem ähnlichen Marktwert zu verpflichten schien dann doch eher gering. Das hat sich mittlerweile ein wenig relativiert. Der Marktwert wird nur noch auf vier Millionen Euro eingeschätzt. Der 23-Jährige saß zudem zuletzt vier Mal nur auf der Bank, ist weit von einem Stammplatz entfernt. Der ehemalige Nachwuchsspieler von Inter Mailand gilt aber als hochveranlagt.
Alte Bekannter?
Sebastiaan Bornauw: Unvergessen ist der wuchtige Kopfball gegen den FC Schalke 04, der dem FC überhaupt erst die Chance auf den Klassenerhalt ermöglichte. 57 Mal lief Sebastiaan Bornauw für die Geißböcke auf, bevor vier Jahre beim VfL Wolfsburg folgten. Im Sommer stand dann der Wechsel in die Premier League an. Doch glücklich ist Bornauw bei Leeds United nicht. Der Abwehrspieler kam in der Liga noch nicht zum Einsatz – auch, aber nicht nur aufgrund einer Knieverletzung. Im Pokal stand er 90 Minuten auf dem Platz, scheiterte aber an Sheffield Wednesday. Bornauw käme wohl nur als Leihspieler in Frage, denn der Vertrag des Abwehrspielers läuft bis 2029. In Köln würde der Belgier aber sicherlich Spielpraxis erhalten, die ihn auf mehr vorbereiten könnten.
Bright Akwo Arrey-Mbi: Noch ein weiterer Ex-Kölner könnte interessant werden. Der Innenverteidiger war ein halbes Jahr an den FC ausgeliehen, konnte sich aber nicht nachhaltig durchsetzen. Der ehemalige U21-Nationalspieler wurde schließlich von den Bayern an Hannover 96 weiterverliehen und später von den Niedersachsen fest verpflichtet. Aktuell spielt Arrey-Mbi für den FC Braga, würde aber gerne nach Deutschland wechseln. Die aktuelle Spielzeit verläuft sehr wechselhaft. Mal Startelf, mal Joker, mal 90 Minuten Bank. Der Marktwert liegt aktuell bei sechs Millionen Euro, der Vertrag läuft noch bis 2029.
Felix Uduokhai: Auch ein weiterer Ex-Wolfsburger könnte interessant werden – wenn, dann als Leihspieler. Der gebürtige Deutsche spielt aktuell bei Besiktas Istanbul. Allerdings hält sich auch die Einsatzzeit des 28-Jährigen in Grenzen. Zuletzt saß der 28-Jährige sieben Mal in Folge nur auf der Bank. Insgesamt kommt der Innenverteidiger auf mehr als 200 Profi-Pflichtspiele. Der Marktwert liegt aktuell bei rund sechs Millionen Euro. Tatsächlich steht Uduokhai auf der Streichliste des türkischen Traditionsvereins. In türkischen Medien heißt es, dass man einem Abgang, auch einer Leihe, offen gegenüber stehe. Es soll zahlreiche Interessenten, auch aus Deutschland geben.
Lukas Klostermann: Der ehemalige Nationalspieler kommt bei RB Leipzig aktuell so gut wie gar nicht zum Einsatz. Vier Minuten stehen in der offiziellen Ligastatistik. Zu wenig für einen Abwehrspieler mit so viel Erfahrung. Auch daher sollen schon einige Clubs für eine Leihe in Leipzig angeklopft haben. Der Vertrag des 29-Jährigen läuft noch bis 2028. Der Marktwert liegt aktuell bei rund fünf Millionen Euro. Vorteil Klostermann: Der ehemalige Nationalspieler kann auch auf der rechten Abwehrseite spielen.
Linton Maina saß wie schon gegen Frankfurt auch gegen Bremen 90 Minuten auf der Bank. Der gebürtige Berliner ist aktuell nur Ergänzungsspieler beim 1. FC Köln: Deswegen kam Linton Maina gegen Bremen nicht zum Einsatz.
Er wird von dem Kölner Coach gelobt wie kaum ein anderer, eine große Rolle spielt er aber aktuell nicht beim 1. FC Köln: Deswegen kam Linton Maina gegen Bremen nicht zum Einsatz.
Linton Maina kam schon gegen Frankfurt nicht zum Einsatz
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Die Antwort auf die Frage, ob Lukas Kwasniok im Duell gegen Werder Bremen lieber Said El Mala in vorderster Front von der Leine lassen oder doch lieber mit seinem besten Spieler Jakub Kaminski die Offensive antreiben lassen würde, beantwortete der Coach mit einer personellen Überraschung: Warum nicht beide. El Mala lief auf der linken Seite auf, Kaminski auf der rechten. Das Duell der beiden Offensivkräfte dürfte einmal mehr einen enttäuschten anderen Akteur zurückgelassen haben. Denn für Linton Maina blieb erneut nur die Rolle des Zuschauers. Schon gegen Frankfurt hatte der Leistungsträger und Topscorer der Vorsaison 90 Minuten auf der Bank gesessen, nun gegen Bremen zum zweiten Mal in Folge und zum vierten Mal in dieser Saison, plus zwei weitere Begegnungen, in denen er nicht zum Kader gehörte.
„Ich konnte daher nicht auch noch Linton Maina bringen“
Maina kann mit der aktuellen Rolle nicht zufrieden sein. In der Vorsaison noch einer der Kölner Aufstiegsgaranten, in dieser Spielzeit Ergänzungsspieler und zuletzt eben noch nicht einmal das. Da werden auch die positiven Worte von Lukas Kwasniok, der Maina in der Vergangenheit immer wieder über den grünen Klee lobte, nicht viel Aufwind oder Selbstvertrauen geben. Und es erscheint alles andere als unmöglich, dass der Offensivspieler den Verein verlassen könnte. Immerhin haben mit Leart Pacarada, Tim Lemperle und Jeff Chabot die engsten Mannschaftskollegen den Verein ebenfalls verlassen. Maina hatte seinen Kontrakt im Frühjahr sicherlich verlängert, in der Hoffnung Bundesliga zu spielen. Nur ist es mit dem Spielen eben aktuell so eine Sache.
Denn Maina hat aktuell eben zwei Schwergewichte vor sich. „Wir mussten leider verletzungsbedingt einen Wechsel tätigen. Ich konnte daher nicht auch noch Linton Maina als weiteren Offensivspieler bringen. Es ist uns fast um die Ohren geflogen. Aber wenn du hinten liegst, brauchst du Spieler auf dem Feld, die Tore erzielen“, erklärte Kwasniok, der unter anderem El Mala 90 Minuten auf dem Platz ließ. Mit Erfolg. „Ich hätte ihn gerne gebracht, aber es war einfach nicht möglich. Kainz kann ein Tor erzielen, Waldschmidt, Kaminski und Thielmann – die können alle ein Tor erzielen – und Said eben auch.“ Dass Maina das auch kann, steht dabei außer Frage. Nur hatte der Kölner Coach schon zur Pause so in die Spieldynamik eingreifen müssen, dass eben nur noch zwei Wechsel in der Schlussphase möglich waren. Zumal der erste Wechsel schon nach zehn Minuten durch die Verletzung von Dominique Heintz nötig wurde.
Und da entschied sich der Trainer für Waldschmidt, der nach einer perfekten El-Mala-Flanke den Pfosten traf und Kainz, der sich mit einem haarsträubenden Ballverlust einfügte, anschließend aber um Ordnung bemüht war. Für Maina wird es auch in den kommenden Wochen nicht einfach, sich über eine gute Trainingsleistung für mehr zu empfehlen. El Mala dürfte spätestens nach seinem Auftritt gegen Bremen fest gesetzt sein. Und Kaminski ist auch weiterhin für Kwasniok der „beste Spieler“. Die Zeichen könnten also in der Tat auf Abschied stehen.
Zum FC werden sie wohl nicht mehr zurückkehren, denn Rasmus Carstensen und Mansour Ouro-Tagba empfehlen sich für eine feste Verpflichtung bei ihren Leihclubs. Ganz anders als Imad Rondic, der noch unter Vertrag steht beim 1. FC Köln: Leihspieler empfehlen sich für festen Kauf.
Aktuell blühen sie mal so richtig auf, doch eine Zukunft wird es beim 1. FC Köln wohl nicht geben: Diese Leihspieler empfehlen sich für einen festen Kauf bei ihren Leihclubs.
Rasmus Carstensen wurde beim FC nicht so richtig glücklich
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Als Christian Keller noch fest im Sattel beim 1. FC Köln saß, erklärte der ehemalige Geschäftsführer Sport in einem Podcast, dass es bei der Verpflichtung von Rasmus Carstensen auch Gegenstimmen gegeben habe. Letztlich habe sich Keller aber durchgesetzt. Richtig angekommen ist der Däne in Köln aber nie. Auch der Rechtsverteidiger galt als einer der Fehlgriffe Kellers, zumindest wurde die Baustelle auf der rechten Defensivseite nie so richtig geschlossen. Aktuell dreht Carstensen in Dänemark mal so richtig auf und empfiehlt sich damit für einen festen Kauf zum Saisonende. Denn bei der Leihe wurde eine Kaufoption vereinbart. Im zweiten Spiel in Serie war der 25-Jährige am Wochenende erfolgreich. Im Spitzenspiel gegen Kopenhagen traf Carstensen zum 2:0 für Aarhus.
Damit übernimmt der 25-Jährige mit seinem Team die Tabellenführung der dänischen Superliga. Schon in der vergangenen Spielzeit verhalf Carstensen Lech Posen in der polnischen Ekstraklasa zur Meisterschaft, nun könnte es den zweiten Titel in Folge geben. Allerdings ist die Spielzeit noch lang. Carstensen kommt nun auf drei Treffer und zwei Vorlagen, ist mittlerweile unangefochtener Stammspieler. Genauso, wie er es schon in Polen war. Eine Rückkehr nach Köln gilt dennoch als sehr unwahrscheinlich. Beim FC fehlt sicherlich die Fantasie, wie es Carstensen bei einem weiteren Anlauf schaffen soll. Immerhin hatte zwischenzeitlich der positionsfremde Jan Thielmann dem Rechtsverteidiger den Rang abgelaufen. Der FC wäre daher mit einer Ablöse durch die gezogene Kaufoption sicherlich glücklich.
Rondic spielt bislang keine große Rolle
Auch Mansour Ouro-Tagba wird wohl keine Zukunft mehr beim FC haben. Der VfB hat ebenfalls eine Kaufoption für den Stürmer und die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Schwaben diese nach den weiterhin guten Leistungen auch ziehen. Denn auch für Ouro-Tagba läuft es weiter rund. Gegen Havelse erzielte der 20-Jährige das zwischenzeitliche 2:0. In den vergangenen sechs Spielen traf der Angreifer in Liga 3 fünf Mal und bereitete drei weitere Treffer vor. In der vergangenen Spielzeit hatten die Kölner noch eine Leihe nach Jahn Regensburg abbrechen müssen. Der Stürmer kam fortan in der Regionalliga bei der U21 des FC zum Einsatz. Nun scheint der Durchbruch in der 3. Liga zu gelingen. Das bedeutet aber bekanntlich nicht, dass es auch für die Bundesliga reicht. Es kann, wie im Fall von Said El Mala, es muss nicht, wie im Fall von Marvin Obuz.
Immerhin werden die Kölner so noch Geld an Spielern verdienen, die bereits abgeschrieben schienen. Und Imad Rondic könnte insofern als Gegenbeispiel zum Problem der Kölner werden. Denn auch Rakow Czestochowa verfügt über eine Kaufoption. Nur hat der Bosnier aktuell noch keine überzeugende Bewerbung für höhere Aufgaben in Polen abgegeben. Rondic wartet noch immer auf seinen ersten Treffer für den Erstligisten. In zehn Partien, stand er vier Mal in der Anfangsformation. So richtig glücklich ist man bei Rakow mit der Leistung des Stürmers nicht. Und so deutet aktuell nicht viel darauf, dass der 26-Jährige fest in Polen bleibt. Vielmehr sieht es momentan nach einer Rückkehr ans Geißbockheim aus. Beim FC besitzt der Stürmer noch einen Vertrag bis 2029 – dem Vernehmen nach ordentlich dotiert. Auch das dürfte sich Christian Keller bei der Verpflichtung anders vorgestellt haben.
Als Lukas Kwasniok im Sommer vom SC Paderborn zu den Geißböcken wechselte, befand sich der Verein im Umbruch. Eine Chance, mit der der 44-Jährige möglichst nachhaltige Veränderungen herbeiführen will beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok wünscht sich ein höheres Entwicklungstempo.
Einen Fußabdruck hinterlassen, etwas aufbauen und Veränderungen herbeiführen – Der Kölner Coach will etwas erreichen beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok wünscht sich ein höheres Entwicklungstempo.
Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln
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Dass FC-Trainer Lukas Kwasniok kein Freund von festgefahrenen Strukturen ist, hat nach 14 Pflichtspielen mit wechselnden Startelfen und Positionen seiner Spieler wohl auch der letzte Beobachter längst begriffen. Dem Kölner Coach kann nun wirklich nicht vorgeworfen werden, nicht flexibel auf den jeweiligen Gegner zu reagieren, gegebenenfalls auch Veränderungen während des Spiels vorzunehmen. Und genau dieses Vorgehen ist für den 44-Jährigen der Kern seiner Arbeit: „Um erfolgreich zu sein, musst du aber immer wieder Anpassungen vornehmen. Das machen wir beim FC. Dennoch bin ich manchmal ungeduldig und versuche, das zu beschleunigen“, sagte Kwasniok unlängst dem „Kicker“.
Kwasniok wünscht sich höheres „Entwicklungstempo“
Denn der Kölner Coach wünscht sich ein höheres „Entwicklungstempo“, Veränderungen, die es gilt, gemeinsam anzustoßen. In der Zusammenarbeit mit FC-Sportchef Thomas Kessler sieht Kwasniok dabei gute Chancen, den Verein nachhaltig voran zu bringen. Er selbst bringe dabei den „externen Blick mit“, Kessler sei jung und dynamisch und habe den Vorteil, jeden Stein in Köln zu kennen. Dabei dürfe es keine Tabus geben. Denn „gerade bei großen Traditionsvereinen brauchst du Leute, die vorwärtskommen wollen“, so Kwasniok. Bei eben jenen großen und traditionellen Vereinen sind die Strukturen oftmals festgefahren, nicht flexibel, es gibt ein immenses Anspruchsdenken. Kleinere Clubs hingegen seien weniger festgefahren in ihren Strukturen und es „ist einfacher, Veränderungen anzustoßen“, so der Kölner Trainer.
Als Beispiele benennt der Ex-Paderborner neben seinem vorherigen Verein auch den Bundesligisten Freiburg, Zweitligisten Elversberg sowie einige ausländische Vereine wie den aktuellen schwedischen Meister Mjällby und Bodö/Glimt in Norwegen. Der schnelle Erfolg und das Entwicklungstempo dieser Vereine müsse auch für den FC der Maßstab sein. Und hier will Kwasniok ordentlich mitmischen. „Bevor ich einen Verein wieder verlasse, will ich Bäume pflanzen, in deren Schatten ich nicht sitze. Also: Ich will eine erfolgreiche Zeit mitgestalten, die sich fortsetzt, wenn ich nicht mehr da bin“, so der 44-Jährige. „Meine Vereine sind für mich immer wie eine Familie, für die ich die Verantwortung trage und die ich zu Höchstleistungen anspornen will.“
„Bis dato ein ordentliches Bild“
Höchstleistungen, die die Fans und der Coach auch von den Spielern sehen wollen – und das laut Kwasniok „völlig zu recht.“ Allerdings geht Kwasnioks Blick auch über die einzelnen Akteure hinaus. „Auch das Umfeld wirkt auf eine Mannschaft, Spieler reagieren sensibel darauf und merken, ob jemand hungrig oder selbstzufrieden ist. Es muss immer etwas Neues geben, Monotonie ist der Tod der Aufmerksamkeit“, erklärt der Trainer. „Das versuchen mein Team und ich jeden Tag bei der Trainingsarbeit vorzuleben. Wenn ich diesem Anspruch nicht mehr gerecht werden kann, höre ich auf.“ Die Chance, beim FC einiges zu verändern, sieht der Kölner Coach. Mit einem starken Saisonauftakt sowie 15 Punkten und aktuell Platz zehn in der Bundesliga habe der FC “bis dato ein ordentliches Bild abgegeben.“ Es gebe allerdings noch sehr viel zu tun.
Zum siebten Mal hat Said El Mala gegen Bremen in der Nachspielzeit ein Tor erzielt für den 1. FC Köln: Die FC-Profis sind die Last-Minute-Könige der Liga – und das mit Abstand. Doch was steckt dahinter?
Mehr als die Hälfte ihrer Treffer erzielen die Kölner in der Schlussviertelstunde. Ganz offensichtlich eine neue Qualität des 1. FC Köln: Die FC-Profis sind die Last-Minute-Könige der Liga. Kein anderer Club trifft so oft so spät.
Said El Mala jubelt nach einem Treffer (Foto: Lars Baron/Getty Images)
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So wirklich wollten die mitgereisten Fans wohl nicht mehr dran glauben. Und auch Lukas Kwasniok hatte sich mit der knappen, wenn auch nicht unverdienten Niederlage abgefunden. Gerade als Luca Waldschmidt eine perfekte Flanke von Said El Mala nur an den Pfosten gehämmert hatte. „Wenn die Großchance von Luca nicht rein geht, dann denkst du, dass es am Ende eng wird“, sagte der Kölner Coach. Doch es wurde nicht eng. Denn der FC hat noch eine Wunderwaffe und in dieser Spielzeit eine beeindruckende Stärke. „Das Spiel geht 90 plus x und dann hatten wir das Quäntchen Glück“, so der Trainer weiter. Das Quäntchen Glück hieß an diesem Abend wohl Said El Mala, der eben davon bei seinem späten Treffer mehr als nur ein Quäntchen, vielmehr die Hacke des Gegenspielers, hatte.
Der Last-Minute-König
Der Shootingstar rettete dem FC gegen Bremen einen Punkt. Schon wieder. Auch gegen den FC Augsburg (1:1) und bei der TSG Hoffenheim (1:0) war der 19-Jährige mitverantwortlich für wichtige Zähler. „Ich hatte das Gefühl, dass die Spieler, die in der Lage sind, ein Tor zu erzielen, auf dem Feld bleiben müssen“, sagte der Trainer, der seinem Shootingstar erstmals die volle Distanz schenkte. El Mala dankte es mit dem Last-Minute-Treffer in der Nachspielzeit. Dem nächsten Last-Minute-Treffer – eine absolute Stärke der Kölner in dieser Saison. Schon sieben Mal trafen die Geißböcke in der Nachspielzeit. Gegen Bremen, Wolfsburg und Augsburg sicherte sich der FC so noch spät Punkte, im Pokal gegen Regensburg die zweite Runde. Kein anderes Team hat in dieser Saison so oft so spät getroffen.
Auf Rang zwei folgt der FC Bayern München, der vier seiner 44 Tore nach Ende der regulären Spielzeit erzielt hat. Köln kommt auf sieben Nachspielzeit-Tore bei 21 Treffern – jedes dritte Tor fällt im Schnitt nach der 90. Minute. Überhaupt scheint den Kölnern die Schlussphase zu liegen. Denn auch in der letzten 15 Minuten der regulären Spielzeit ist der FC erfolgreich. Weitere vier Tore erzielten die Kölner in der Schlussviertelstunde. Nur die Bayern und der VfB Stuttgart sind in dem Schlussviertel noch gefährlicher. „Wir glauben einfach bis zum Schluss dran. Vor allem, wenn Du das schon zwei, dreimal erfolgreich gemacht hast. Da hat schon das Pokalspiel in Regensburg dazu beigetragen, dass der Glaube entstanden ist“, sagte Lukas Kwasniok im Fußball-Talk BILD SPORT auf WELT TV. Aber woher kommt die Stärke der Geißböcke?
Mehr Risiko, mehr Tore?
Kwasniok hat schon mehrfach angedeutet, dass er sich den Gegner an seinem Team gerne abarbeiten lässt, um dann in der Schlussphase mit frischen Kräften das Spiel entscheiden will. Eine Maßnahme, die ganz offensichtlich greift. Immerhin kommt Köln schon auf sieben Tore durch Joker und starke 15 Torbeteiligungen. Die Bayern kommen bislang auf elf Torbeteiligungen. Alleine sechs davon kommen von El Mala. Doch es sind eben nicht nur die Joker, die beim FC spät treffen. „Zum einen nimmt gegen Spielende die körperliche Leistungsfähigkeit ab: Lauf- und Sprintleistungen sinken, die Fehleranfälligkeit steigt. Zum anderen passen Teams ihr Verhalten je nach Spielstand an. Wer zurückliegt, geht mehr Risiko ein, rückt höher auf und erzwingt Standardsituationen. Wer führt, wird häufig passiver – ein Muster, das als ‚Score-Effect‘ beschrieben wird“, erklärt der sportpsychologische Experte Thorsten Loch.
Tatsächlich ist der Kölner Coach bereit, ein hohes Risiko einzugehen, um Punkte einzufahren. Doch zum erhöhten Risiko kommt auch die allgemeine Dynamik des Spiels: „Statistisch gesehen häufen sich Tore gegen Ende, ganz unabhängig von psychologischen Zuschreibungen. Psychologische Faktoren, wie ein kurzfristiger Motivationsschub durch einen Ausgleichstreffer in letzter Minute, können diesen Effekt verstärken, sind aber nicht die alleinige Ursache“, sagt Loch. Am Samstag steht die Begegnung gegen den FC St. Pauli an. Ein guter Zeitpunkt die neue Stärke erneut unter Beweis zu stellen. Letztendlich wird es den Kölnern egal sein, wann ein möglicher Siegtreffer fällt.
In der ersten Halbzeit zeigte der FC am Samstag gegen Bremen seine bislang schlechteste Saisonleistung. Vor allem auf der linken Seite hatten die Kölner Probleme: Der 1. FC Köln wird auf den Schienen nachbessern müssen.
Bereits vor der Begegnung gegen Bremen musste FC-Coach Lukas Kwasniok in der Defensive puzzeln. Doch nicht nur die Verletzungsanfälligkeit in der Innenverteidigung könnte zu Bewegungen bei der Kaderplanung führen: Der 1. FC Köln wird auf den Schienen nachbessern müssen.
Alessio Castro-Montes vom 1. FC Köln
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Möglicherweise gab es bereits Berechnungen, wie viele Optionen Lukas Kwasniok bei der Auswahl einer neuen Startelf noch hat. Tatsache ist jedenfalls, dass der Kölner Coach auch im 14 Pflichtspiel dieser Saison eine Anfangsformation wählte, die so in den 13 Partien zuvor noch nicht auf dem Platz gestanden hatte. Das wurde vor allem durch Alessio Castro-Montes möglich. Denn der letzte Neuzugang des vergangenen Sommers stand erstmals bei den Geißböcken in der Startelf. Kwasniok hatte den Belgier vor wenigen Wochen als Mischung aus Lionel Messi und Neymar bezeichnet. Welche Qualitäten der FC-Coach da beobachtet hat, gegen Bremen brachte der 28-Jährige diese offensichtlich nicht aufs Feld. Im Gegenteil: Das Startelf-Debüt im Geißbocktrikot ging erstaunlich daneben.
FC offenbart große Schwächen auf der linken Seite
Ganz offensichtlich hatten die Bremer die linke Seite als den Schwachpunkt der Kölner Defensive ausgemacht. Hätte Kristoffer Lund von Beginn an gespielt, wäre die Vorahnung angesichts der vergangenen beiden Spiele keine besonders atemberaubende gewesen. Der gebürtige Däne mit US-amerikanischem Pass hatte sich sowohl gegen Mönchengladbach als auch gegen Eintracht Frankfurt jeweils zwei „kapitale Aussetzer“ geleistet und damit die Weichen in beiden Begegnungen auf Niederlage gestellt. Vielleicht hatte Kwasniok auch deswegen eben Castro-Montes Lund vorgezogen. Doch auch der Belgier (mit spanischem Pass) wies am Samstagnachmittag erstaunliche Schwächen auf. Senne Lynen, Yukinari Sugawara und Cameron Puertas hatte jedenfalls leichtes Spiel mit dem Kölner.
Immer wieder flogen die Flanken von der rechten Bremer Seite in die Box, immer wieder offenbarte die Kölner linke Seite erstaunliche Schwächen. Beim 0:1 köpfte Castro-Montes den Ball Jens Stage unglücklich vor die Füße. Dessen Flanke leitete den Gegentreffer ein. Da auch Cenk Özkacar nicht seinen besten Tag erwischte, hatte Bremen über den linken Flügel leichtes Spiel. Mehr als 40 Prozent aller Werder-Angriffe kamen über die linke Seite. Das wurde nach der Einwechslung von Kristoffer Lund zur Pause besser. Nur fügte der sich wieder mit einem kapitalen Aussetzer ein, der glücklicherweise von Romano Schmid nicht bestraft wurde. Da auch der FC seine Angriffe über die linke Seite aufzog und Said El Mala ebenfalls einige Male durchkam, so wie in der Nachspielzeit, stand am Ende des Nachmittags ein Zähler mehr auf dem Kölner Konto.
Der FC wird auf der Schiene nachlegen müssen
Unterm Strich verdeutlichte die Begegnung aber einmal mehr, dass der FC trotz des guten Transfersommers im Winter wohl doch noch einmal nachbessern muss. Den Kölnern fehlen auf den Schienen die Alternativen, gerade wenn sich die vermeintlichen Stammspieler nicht in bester Form befinden. Und Lund tut sich dieser Tage zweifelsohne schwer, Castro-Montes war am Samstag auch keine Verstärkung. Ähnlich wie in der Innenverteidigung sucht Kwasniok auch auf den Außenbahnen Alternativen, die nominell eigentlich an anderer Stelle beheimatet sind. Mit Jan Thielmann fand der Kölner Coach am Samstag einen Spieler, der die Position eigentlich spielen kann, aber in der jüngeren Vergangenheit nicht immer die beste Figur machte. Dass Thielmann in der Offensive besser aufgehoben ist, steht wohl außer Frage.
Auch Jakub Kaminski spielte schon mehrfach den defensiven Part auf der Schiene, doch der Kölner Coach will seinen „besten Spieler“ eigentlich schon lieber in der vordersten Kette einsetzen. Auch, wenn genau das am Samstagnachmittag nicht so richtig gut gelang. So stehen die Chancen nicht schlecht, dass der FC auch auf der Außenbahn im Winter noch einmal aktiv wird. In der Kölner Idealvorstellung findet Lund schnell wieder zurück in die Spur. Die Frage wäre dann nur, wie lange er diese halten kann. Dass die Kölner auch auf der Innenverteidigung Bedarf haben, ist wohl alleine durch die zahlreichen Verletzungen mehr als deutlich geworden.
Mit seinem Last-Minute-Treffer hat Said El Mala dem FC im Weserstadion einen Punkt gerettet. Allerdings täuschten das späte Tor und das Ergebnis über eine desolate erste Halbzeit hinweg. Ein Kommentar zum 1:1 des 1. FC Köln gegen Bremen.
Mit einem späten Tor haben die Geißböcke die dritte Niederlage in Folge abwenden können. Die Kölner fuhren einen wichtigen Zähler ein. Doch die erste Halbzeit war schon erschreckend schwach. Ein Kommentar zum 1:1 des 1. FC Köln gegen Bremen.
Lukas Kwasniok beim Spiel gegen Bremen
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Als Lukas Kwasniok in der vergangenen Woche auf die beiden jüngsten Niederlagen gegen Frankfurt und zuvor Gladbach angesprochen wurde, da lächelte der Coach und sagte: „Willkommen in Köln. Es wurde auch Zeit nach fünf Monaten, dass die erste Frage mal kritisch ist.“ Natürlich hat Kwasniok schon andere kritische Fragen seit seinem Amtsantritt im Sommer beantwortet. Wie sonst hatte er auch dieses Mal die passende Antwort parat. Der Trainer erklärte, dass es als Aufsteiger nun mal wahrscheinlich sei, auch mal zwei, vielleicht sogar drei oder vier Spiele in Folge zu verlieren. Tatsächlich hat der starke Saisonauftakt mit sieben Punkten aus drei Spielen und dem (wenn auch sehr glücklichen) Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals Hoffnungen geweckt – oder die Menschen „träumen lassen“, wie der Coach sagte.
Schwächste Saisonleistung
„Willkommen in Köln“ ist der Klischee-Liebhaber geneigt zu sagen. Schließlich wird dem FC-Fan nach zwei Siegen gerne der Traum von Europa nachgesagt. Wohl kaum hat nur ein Kölner Anhänger nach dem dritten Spieltag ernsthaft damit gerechnet, dass es für den Rest der Spielzeit genauso weiterlaufen würde. Im Stillen gehofft und vielleicht auch eben geträumt möglicherweise. Die einnordenden Worte des Kölner Trainers sind also absolut richtig. Man darf nun mal nicht vergessen, wo der FC herkommt und auch nicht in welches Regalfach er in dieser Bundesliga-Spielzeit wohl gehören wird. Als Aufsteiger ist das erste Ziel der Klassenerhalt. Alle Träume, die darüber hinaus gehen, sollten erst mit dem Erreichen des ersten Ziels neu gesteckt werden.
Es war klar, dass es in dieser Saison auch mal zwei Niederlagen in Serie geben würde und angesichts der Gegner im Oktober und November mit Dortmund, den Bayern und Frankfurt waren auch die vier Niederlagen in fünf Pflichtspielen vor dem Duell gegen Bremen keine Alarmglocke wert. Die erste Halbzeit im Weserstadion dagegen schon. Die Leistung der Kölner war in den ersten 45 Minuten beängstigen schwach. Die Defensive war mehr als nur anfällig, die Offensive fand abgesehen von Said El Mala als einziger Aktivposten so gut wie gar nicht statt. Und das ist sicherlich nicht mit der doch hohen Anzahl an Verletzten zu erklären. Die Geißböcke konnten froh sein, dass die (noch nicht einmal übermäßig starken) Bremer die schwächste FC-Leistung dieser Saison nicht frühzeitig zu ihren Gunsten ausgenutzt hatten.
Ein schmeichelhafter Punkt
Unterm Strich stand ein schmeichelhafter Punkt. Der späte Ausgleich von El Mala darf nicht über den Auftritt im ersten Abschnitt hinwegtäuschen. Kwasniok sprach nachher von einem Sender-Empfänger-Problem und stellte sich demonstrativ vor die Mannschaft. Tatsächlich korrigierte der Trainer zur Halbzeit und das offenbar auch gut. Denn die Kölner fanden wieder in die Spur. Möglicherweise auch, weil Bremen den Faden verlor. Kwasniok hat am Ende des Tages recht, wenn er sagt, dass ein Aufsteiger zwei, vielleicht auch drei oder vier Spiele in Serie verlieren darf. Die Kölner haben sich früh ein wichtiges Polster erarbeitet, belegen nach wie vor einen guten zehnten Tabellenplatz.
Die Leistung von den ersten 45 Minuten in Bremen sollte sich so aber in den drei Spielen bis zur Winterpause nicht wiederholen. Folgen keine Punkte gegen St. Pauli, Leverkusen oder Union Berlin, dann werden sicherlich weitere kritische Fragen folgen, möglicherweise heißt es für Köln dann vor allem aber „Willkommen im Abstiegskampf.