Die nächste Bewährungsprobe für die fast „beste Mannschaft der Liga“

Gerhard Struber nachdenklich beim Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Schalke 04
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Die nächste Bewährungsprobe für die fast „beste Mannschaft der Liga“

Mit der Begegnung gegen den Karlsruher SC wartet auf den FC das dritte Duell gegen ein Spitzenteam in Folge. Bei einer Niederlage drohen die Kölner den Anschluss zu verlieren. Ein Sieg muss her für den 1. FC Köln: So will der FC gegen den KSC punkten.

Starkes Offensivspiel trifft auf pure Effizienz. Kein Team ist vor dem Tor kaltschnäuziger als der KSC. Am Sonntag wartet keine leichte Aufgabe auf den 1. FC Köln: So will der FC gegen den KSC punkten.

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Als die DFL im Sommer den Spielplan der 2. Bundesliga präsentierte, da wirkte der Saisonauftakt mit den Duellen gegen den Hamburger SV, gegen den FC Schalke 04 und gegen Fortuna Düsseldorf für den 1. FC Köln schon als besonders herausfordernd. Nicht wenige sprachen von einem Gradmesser zum Aufauftakt. Einige Wochen später hat sich diese Erwartung bewahrheitet – vielleicht sogar ein wenig mehr als das und das wiederum mit anderen Protagonisten. Denn neben dem herausfordernden Eröffnungsspiel gegen den HSV sind gerade die aktuellen Spiele ein „Gradmesser“, wie am Freitag auch Thomas Kessler auf der Pressekonferenz betonte. Mit den Spielen gegen den 1. FC Magdeburg, gegen Fortuna Düsseldorf und am Sonntag gegen den Karlsruher SC (13.30 Uhr, Sky und Liveticker bei come-on-fc.com) haben die Geißböcke alle Teams aus dem Spitzen-Trio gespielt.

KSC trotz Umbruch beeindruckend stark

Und wenn es sich bei diesen Spielen um einen Gradmesser handelt, dann sollte ein Sieg gegen den KSC schon drin sein. Denn nachdem die Kölner trotz deutlichem Chancenplus und klarer Überlegenheit aus den Begegnungen gegen den HSV, Düsseldorf und Magdeburg nur einen Punkt geholt haben, würde die gemessene Temperatur bei keinem Erfolg schon deutlich Richtung unterkühlt gehen – zumindest, was einen möglichen Aufstieg angeht. Mit einem Zähler aus vier Begegnungen gegen Teams aus der Top-5 würde man eben trotz der überzeugenden Auftritte im Konzert der Zweitliga-Großen vorerst die zweite Geige spielen und ganz sicher nicht den Ton angeben. Denn der Rückstand auf Karlsruhe beträgt sechs Zähler, bei einer Niederlage wären es neun zum Spitzenduo. Zwar ist die Spielzeit noch jung, ein deutlicher Rückstand zu Saisonbeginn macht das Unterfangen Wiederaufstieg bei der Konkurrenz aber ganz sicher nicht einfacher.

Und so will Gerhard Struber einmal mehr mit seiner Mannschaft alles in die Waagschale werfen, um „die drei Punkte einzusammeln“. Das wird keine leichte Aufgabe. Denn der KSC ist neben Düsseldorf die Mannschaft der Stunde. Einen Platz im oberen Tabellendrittel hätte man dem Team von Christian Eichner wohl durchaus zugetraut, dass der KSC aber am 7. Spieltag die Tabellenspitze übernehmen kann, kommt dann vielleicht doch überraschend. Karlsruhe hat einen großen Umbruch vollzogen, baut eine junge Mannschaft auf, sieht sich als Entwicklungsclub, setzt aber auch auf erfahrene Spieler. Der Coach, der angeblich auch beim FC im Gespräch gewesen sein soll, hat ganz offensichtlich die richtige Mischung gefunden. „Der KSC wirkt sehr reif in seinen Entscheidungen. Es ist eine Mannschaft für die es sehr gute Gründe gibt, dass sie da oben steht.“, sagte auch Struber.

Toptorjäger der Liga

Der Kölner Coach machte aber auch keinen Hehl aus der wohl größten Stärke des Gegners. „Es ist eine Mannschaft, die aus wenig viel macht. Sie haben individuelle Qualität, um Spiele effizient zu gewinnen.“ In der Tat weist der KSC die beste Toreffizienz der Liga auf, erzielte bereits 50 Prozent mehr Treffer als vom xGoals-Wert prognostiziert. Und genau die Hälfte dieser Tore geht auf das Konto von FC-Schreck Budu Zivzivadze. Der Stürmer hatte in der Conference League gegen den FC 2022 getroffen und in dieser Spielzeit schon sechs Mal für die Badener. Und so kommt Gerhard Struber bei dem Stürmer auch geradezu ins Schwärmen. „Er ist ein Spieler, der viel Abschlussqualität mitbringt, der viele Lösungen auf engem Raum hat“, sagte der Coach. „Er hat eine gewisse Effizienz. Wir müssen schon sehr eng dran sein. Er ist ein Vollstrecker, ein absoluter Unterschiedsspieler.“ Mit einer stabilen Defensive wollen die Kölner dem Torjäger entgegentreten.

Einen Unterschiedsspieler könnten die Kölner bekanntlich gut gebrauchen. Selbst, wenn Struber am Freitag darauf hinwies, dass der FC „in Sachen Toreschießen ja die Nummer eins“ sei. Aber eben auch in der Statistik der ausgelassenen Möglichkeiten. „In Relation zu den Chancen sollte schon ein bisschen mehr dabei rausspringen“, sagte der Trainer und betonte, dass man konsequenter sein müsse. Ein Spieler, dem die nötige Konsequenz bislang weitestgehend abgeht, ist Luca Waldschmidt. Den Offensivspieler hatte Struber in dieser Saison ebenfalls als Unterschiedsspieler gesehen. Nur machte es bislang eher selten einen Unterschied, ob der ehemalige Nationalspieler auf dem Platz stand oder nicht. Gegen Düsseldorf kam der Angreifer immerhin auf einige Abschlüsse. „Der Luca hat ein ordentliches Spiel gemacht. Er hat uns gezeigt, wie sehr er sich in Position bringen kann, um auch gute Möglichkeiten zu bekommen“, sagte Struber.

Ob Waldschmidt aber auch am Sonntag in der Startelf steht, ließ der Coach offen, zumal sich der 47-Jährige auch „sehr happy“ über die Rückkehr von Dejan Ljubicic zeigte. Generell sei der Trainer mit den Jungs aber zufrieden. Deswegen sei ein Wechsel nicht unbedingt nötig. Viel Grund zum Umbau sehe er nicht. „Bei uns ist immer ein hoher Wettbewerb drin, gibt es immer Competition. Auf einigen Positionen kann man sich nicht viel leisten, darf nicht in den Relaxing-Mode kommen. Es ist wichtig, dass alle auf Spannung sind“, sagte Struber und betonte, dass er aber auch mal „frischen Wind reinbringen“ könne. So oder so wollen die Kölner einen Sieg einfahren. Dann würde der Gradmesser beim FC wohl wieder auf Temperatur kommen.


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Eric Martel vom 1. FC Köln

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Gerhard Struber vom 1. FC Köln

Eichner vs. Struber

Finkgräfe, Kainz, Obuz – Es kommt Bewegung in den Kader – etwas

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Finkgräfe, Kainz, Obuz – Es kommt Bewegung in den Kader – etwas

Die Wechsel von Gerhard Struber hatten in den vergangenen Wochen nur selten Einfluss auf die Begegnungen der Geißböcke. Bislang kam von der Bank jedenfalls recht wenig. Das soll sich nun ändern beim 1. FC Köln: Der Kader des FC gewinnt langsam an Breite.

So richtig wollten die Einwechselspieler am vergangenen Samstag gegen Fortuna Düsseldorf nicht mehr zünden. Nicht das erste Mal in dieser Saison, dass von der Bank einfach zu wenig kommt. Das könnte aber schon bald ganz anders aussehen beim 1. FC Köln: Der Kader des FC gewinnt durch einige Rückkehrer langsam wieder an Breite.

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Nach dem 2:2 gegen Fortuna Düsseldorf nahmen die Diskussionen in den Sozialen Medien einmal mehr Fahrt auf. Gerhard Struber wurde von einigen Anhängern erneut für sein Wechselverhalten kritisiert. Tatsächlich wirkten die drei frischen Kräfte nicht wirklich glücklich. Steffen Tigges kam nach einer guten Stunde für den angeschlagenen Damion Downs. Einfluss nahm der Angreifer in der folgenden halben Stunde aber nicht mehr aufs Spiel. 13 Ballkontakte, ein Torschuss und eine Torschussvorlage standen auf seiner Liste, wirklich erinnerungswürdig waren die Aktionen wahrlich nicht. Für den ebenfalls mit muskulären Problemen kämpfenden Tim Lemperle kam Mathias Olesen in den Schlussminuten und der wiederum zu vier Ballkontakten und einem gewonnen Zweikampf. Dabei sollte der Luxemburger wohl die Defensive noch einmal verstärken.

Finkgräfe schon am Samstag eine Option

In der Nachspielzeit kam dann auch noch Dominique Heintz. Zwar war auch Leart Pacarada angeschlagen, doch mit großer Wahrscheinlichkeit wollte Struber auch noch mal ein wenig an der Uhr drehen. Der Gedanke ging mächtig schief. Nicht nur, weil die Fortuna bekanntlich spät den Ausgleich erzielte. Auch, weil Dominique Heintz in den entscheidenden Zweikampf zu zaghaft ging, die Flanke, die zum 2:2 führte, nicht unterband. Wenn es nach dem Kölner Trainer ging, hätte er wahrscheinlich gar nicht gewechselt. Zumindest erklärte der Coach später sinngemäß, dass er das Spielsystem nicht ins Wanken bringen wollte. Er wechselte also nur dort, wo es nötig wurde. Warum der 47-Jährige bislang nicht auf Jaka Potocnik gesetzt hat, hat der Trainer lange und breit erklärt. Gerade die jungen Spieler sollen sich erst mal bei der U21 beweisen, Spielzeit sammeln. Eine durchaus legitime Erklärung, nur saß der Youngster 90 Minuten auf der Bank.

Viele andere Alternativen hat Struber ebenfalls nicht. Der FC ist in der Breite alles andere als gut aufgestellt. Die Spieler, die von der Bank kommen, haben dem Kölner Spiel erst selten den Stempel aufgedrückt. So stellt sich schon die Frage, welcher Joker dem FC am Wochenende entscheidend hätte helfen können. Möglicherweise Max Finkgräfe, den Struber nach der langen Verletzung aber wohl dann doch noch schonen wollte. Am kommenden Wochenende stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Youngster endlich sein Comeback geben wird. Doch mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls von der Bank. Pacarada hat sich festgespielt, ist mittlerweile beim FC angekommen, kommt immer besser in Fahrt. Und doch ist Finkgräfe mit seinen mutigen Offensivläufen sicherlich eine Option, die noch einmal neuen Schwung in die Begegnung bringen könnte.

Was ist mit Marvin Obuz?

Wichtig wären allerdings auch mehr Impulse in der Offensive. Dass die Kölner keinen Knipser mit Durchschlagskraft auf der Bank sitzen haben, ist nach einigen Jahren Reservistenrolle bei Sargis Adamyan, Steffen Tigges und Florian Dietz wohl ausreichend belegt. Doch mit Marvin Obuz scharrt bereits ein kreativer Kopf heftig mit den Hufen. Dass Obuz weiß, wo das Tor steht, hat das Kölner Eigengewächs in der vergangenen Spielzeit unter Beweis gestellt. Für Rot-Weiss Essen traf der Offensivspieler in der 3. Liga sieben Mal, bereitete 14 weitere Tore vor. „Der Trend bei ihm ist gut, er wird abschlussstärker im Training. Er ist in mehrerlei Hinsicht ein talentierter Bursche. Er ist eine ganz interessante Alternative und eine Option auf der Zehn oder der Acht“, hatte Struber vor der Begegnung gegen Düsseldorf gesagt. Interessant genug für einen Kurzeinsatz war Obuz indes aber nicht.

„Marvin ist aus Essen in einer sehr guten Verfassung zurückgekommen, leider dann aber auch verletzt. Er hat größtenteils die Vorbereitung verpasst. Aber er ist jetzt wieder so weit, dass er sicherlich wieder eine Option ist“, erklärte zuletzt Sportdirektor Christian Keller, der betonte, dass er glaube, Obuz werde bald schon Spielzeit erhalten. Noch ein wenig Geduld wird man wohl mit Florian Kainz haben müssen. „Ich merke schon, dass ich noch ein bisschen brauche, aber das ist ganz normal nach so einer langen Zeit“, hatte der Ex-Kapitän am vergangenen Mittwoch gesagt. „Wir müssen abwarten, wie sich das alles verträgt, nicht nur vom Sprunggelenk, sondern auch von der Muskulatur und der Luft. Wir schauen von Woche zu Woche.“ Auch der Österreicher würde der Kölner Offensive zweifelsohne gut tun. Zumindest in alter Form. Ein Comeback ist im Oktober geplant. Spätestens dann bekommt der Kölner Kader auch auf dieser Position zusätzliche Breite.  


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Eric Martel vom 1. FC Köln

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Gerhard Struber vom 1. FC Köln

Eichner vs. Struber

Brutale Effizienz trifft auf Chancenwucher

Budu Zivzivadze und Luca Waldschmidt
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Brutale Effizienz trifft auf Chancenwucher

Am 7. Spieltag der 2. Bundesliga trifft der FC im eigenen Stadion auf den Karlsruher SC und damit zum dritten Mal in Serie auf ein Top-Team der Liga. Der KSC ist in dieser Saison nicht nur überraschend spielstark, das Team von Christian Eichner zeichnet sich durch eine beachtliche Kaltschnäuzigkeit aus  – im Gegensatz zum 1. FC Köln: Brutale Effizienz trifft auf Chancenwucher.

Am siebten Spieltag geht es für den FC gegen den Karlsruher SC. Eine schwere Aufgabe. Und das nicht nur, weil der KSC ungeschlagen auf Rang zwei liegt. Auch, weil Karlsruher in einer Statistik dann doch deutlich besser ist als der 1. FC Köln: Brutale Effizienz trifft auf Chancenwucher.

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57 Torabschlüsse und drei Tore lautete die bittere Bilanz des 1. FC Köln aus den vergangenen beiden Spielen. Im Schnitt führte also gerade einmal jeder 19. Schuss der Kölner zum Torerfolg. Da bei den Abschlüssen auch Versuche gezählt werden, die mitunter die Torlinie, geschweige denn Netz oder Aluminium nur aus der Ferne sehen, hinkt die Statistik natürlich ein wenig. Das hob unter anderem Jonas Hector erst am vergangenen Mittwoch in seinem Podcast „Schlag und fertig“ hervor. Der ehemalige Kapitän der Geißböcke betonte, wie viel die Kölner doch auch gegen Fortuna Düsseldorf haben liegen lassen. Dabei erklärte Hector, dass es dabei gar nicht so sehr um die vielen Torabschlüsse ginge, vielmehr um die zahlreichen „enorm guten Chancen“, die Köln nicht genutzt hatte. Zwar ließ der FC tatsächlich viel liegen. Allerdings nicht so Hochkaräter wie noch gegen Magdeburg.

Nur Jahn Regensburg mit schlechterer Effizienz

So kam Köln am Samstag auf einen xGoals-Wert von 2,08. Heißt die Qualität der Kölner Torchancen ließ zwei Treffer erwarten. Die erzielte der FC bekanntlich auch, lag also in dieser Statistik durchaus im Soll. Köln ging dennoch als gefühlter Verlierer vom Platz, weil die Fortuna Dank des Glückstreffers von Jona Niemiec ebenfalls auf zwei Treffer kam, das aber bei einem Wert von 0,98. Zudem ließen die Geißböcke dann doch die ein oder andere gute Möglichkeit aus. Wie beim Schuss von Luca Waldschmidt, den André Hoffmann von der Linie köpfte oder der Doppelchance von Tim Lemperle und Waldschmidt, die Keeper Florian Kastenmeier zu Nichte machte. Gegen Magdeburg betrieb der FC dagegen sehr wohl einen extremen Chancenwucher, erzielte einen xGoals-Wert von 4,5, aber eben nur einen Treffer, während Magdeburg bei einem Wert von 1,36 ebenfalls auf zwei Tore kam.

Wie fahrlässig die Kölner mit ihren Möglichkeiten umgehen, ist rein statistisch nicht von der Hand zu weisen. 138 Abschlüsse und 14 Tore sprechen eine klare Sprache. Jeder zehnte Abschluss führt also nur zum Treffer, während der KSC mit jedem fünften Abschluss im Schnitt trifft. Der FC liegt mit dem Wert auf Rang zwölf, der KSC auf Rang zwei. Zudem liegt der xGoals-Wert der Köln zurzeit bei 19. Heißt: Bislang wären bei den Kölnern 19 Treffer zu erwarten gewesen, 14 Tore stehen auf dem Konto. Die xGoals-Effizienz liegt demnach bei -5. Einzig Jahn Regensburg weist eine noch schlechtere Bilanz bei bislang einem Treffer auf. Das Gegenteil ist der kommende Gegner der Kölner, der KSC. Das Team von Christian Eichner ist das mit Abstand effizienteste der Liga. Am vergangenen Wochenende reichten drei Schüsse aufs Tor zu zwei Treffern und das bei einem xGoals-Wert von 0,76. So holte Karlsruhe einen Punkt gegen einen von der Spielanlage überlegenen Gegner.

Topscorer in den Reihen des KSC

Die Effektivität zeigt sich vor allem bei einem Stürmern. Tim Lemperle kommt mit 25 Versuchen ligaweit zu den meisten Torschüssen, der Kölner Angreifer war aber nur zwei Mal erfolgreich, genauso oft wie Damion Downs, der 18 Mal aufs gegnerische Tor schoss. Karlsruhes Budu Zivzivadze kommt im bisherigen Saisonverlauf dagegen schon auf sechs Treffer, für die der georgische Nationalspieler gerade einmal 16 Versuche benötigte. Der Toptorjäger der 2. Bundesliga trägt somit auch zu der überragenden Effizienz der Eichner-Auswahl bei. So haben die Badener bereits zwölf Treffer erzielt, obwohl der xGoals-Wert gerade mal bei acht liegt, es wären also nur acht Treffer zu erwarten gewesen, der KSC packte noch einmal 50 Prozent drauf. Die xGoals-Effizienz liegt somit bei 4 und ist die beste der Liga. Und das, obwohl keine Mannschaft öfter den Pfosten oder die Latte traf (4). Nach den Zahlen dürfen sich die Fans in Köln auf ein sehr chancen- und torreiches Spiel freuen.


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Eric Martel vom 1. FC Köln

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Gerhard Struber vom 1. FC Köln

Eichner vs. Struber

FC spricht über Lösungen beim Ticket-Verkauf

Das Stadion des 1. FC Köln
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FC spricht über Lösungen beim Ticket-Verkauf

Die Nachfrage nach Tickets für Spiele des 1. FC Köln ist hoch. Genauso hoch ist derzeit der Frust über das neue Ticketing-System des FC. Geschäftsführer Markus Rejek versprach auf der Mitgliederversammlung, sich noch einmal mit dem Dienstleister zusammenzusetzen und nach Lösungen zu suchen. Der 1. FC Köln versucht den Ticket-Kauf zu verbessern.

Lange Wartezeiten, zufällige Verlosung eines Warteschlangenplatzes. Die Kritik am Verkaufssystem für Tickets beim FC ist groß. Geschäftsführer Markus Rejek will versuchen, das System so gerecht wie möglich zu machen. Der 1. FC Köln versucht den Ticket-Kauf zu verbessern.

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Mit 140.000 Mitgliedern ist der FC in der Top-5 der deutschen Vereine. Die große Anhängerschaft ist dieser Tage jedoch nicht sonderlich zufrieden – zumindest, was den Erwerb von Tickets für anstehende Spiele der Kölner angeht. Heute morgen um 10 Uhr startete der Vorverkauf zum Auswärtsspiel bei Hetha BSC. In den sozialen Netzwerken und auf X liefen zahlreiche Beschwerden über das neue Ticketing-System der Kölner ein. Dort hieß es unter anderem, dass es heute nochmal schlimmer mit dem Ticketshop sei und man das erstmal schaffen müsse. Oder das System sei auch einfach nochmal unfairer und undurchsichtiger als das zuvor.

Verfahren des Ticketing zu zufällig

Wer eine Karte erwerben will, wird zunächst 15 Minuten vor Verkaufsstart in einen online Wartebereich geschickt, beschrieb auch ein Redner auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Dienstag das Problem. Man werde danach in einem Warteraum weitergeleitet, der einem eine zufällige Position zuweist und man müsse erneut Wartezeit in Kauf nehmen. Der Redner kritisierte das Prinzip der Zufälligkeit beim Kartenkauf. „Der Kritik nehmen wir uns gerne an. Man möge sich aber auch vorstellen, wir wären nicht in einem digitalen Zeitalter, auch dann haben wir irgendwo Schlagenbildung, das Gleiche gilt für das Digitale“, nahm Geschäftsführer Markus Rejek Stellung.

„Wenn wir für ein Auswärtspiel in Gelsenkirchen einfach begrenzte Karten haben, wird es immer so sein, dass nicht alle, die eine Karte haben wollen, eine Karte bekommen“, so Rejek weiter. „Und es wird auch immer so sein, dass wir in dem Moment so hohe Zugriffszahlen haben, dass wir in diesem virtuellen Warteraum Schlangenbildung haben. Wir arbeiten daran. Wir versuchen, es so gerecht wie möglich zu machen. Wir werden dann auch darüber berichten, wie wir weiter vorgehen und welche Lösungen uns da angeboten werden.“ Das dürfte die Anhänger des 1. FC Köln bei ihrer Wartezeit im digitalen Raum allerdings wenig beruhigen. Der Frust über die Zufälligkeit und den Ablauf der Vergabe ist groß und scheint größer zu werden. Der Ticketshop sei „eine Katastrophe“ heißt es auf X.

Weitere Themen im Gespräch

Ein weiterer Themenvorschlag zur Verbesserung bezog sich auf den Preis von Trinkwasser im Müngesdorfer Stadion. Dieser sei zu hoch, gerade vor dem Hintergrund der steigenen Temperaturen wurde ein Vorschlag für kostenlose Wasserspender in Form von Trinkwasserbrunnen gemacht – so könnten die Servicekräfte statt Wasser zu verkaufen in der selben Zeit lieber Kölsch zapfen. Und das „Wasser von Kölle is joot“, schloss der Redner. „Das kostenlose Trinkwasser finde ich persönlich eine gute Idee. Dem nehmen wir uns an, prüfen das und schauen, ob wir das im RheinEnergie Stadion umsetzen können“, so Rejek.

Auch die Thematik der Zusammenarbeit des Vereins mit einem Wettanbieter wurde kritisiert. „Zum Thema Wettanbieter schlage ich vor, noch in diesem Jahr einzuladen zu einer Veranstaltung im Geißbockheim und darüber zu diskutieren und gemeinsam nach einer Lösung, nach einer Haltung zu suchen für den Verein, was die Zukunft und zukünftige Entscheidungen angeht“, sagte Rejek.


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Struber und die Wechsel

Bei der Verpflichtung noch Skepsis, jetzt Kapitän – Timo Hübers steht vor seinem 100. FC-Spiel

Timo Hübers vom 1. FC Köln
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Bei der Verpflichtung noch Skepsis, jetzt Kapitän – Timo Hübers steht vor seinem 100. FC-Spiel

Seine Verpflichtung war auch mit ein wenig Skepsis versehen. Auch, weil der Abwehrspieler in seiner Zeit bei Hannover durch viele und langwierige Verletzungen aufgefallen war. Mittlerweile ist der Innenverteidiger Kapitän und Leistungsträger beim 1. FC Köln: Timo Hübers vor seinem 100. FC-Spiel.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten ist er mehr als nur gesetzt beim 1. FC Köln: Timo Hübers steht vor seinem 100. FC-Spiel. Das wird der Innenverteidiger wohl am Sonntag gegen den Karlsruher SC bestreiten.

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Die Nachricht vom drohenden Aus von Timo Hübers wird Gerhard Struber vor dem Duell gegen den FC Schalke 04 immerhin kleine Schweißperlen auf die Stirn getrieben haben. Sollte man zumindest meinen. Gerade auf der Position des Innenverteidigers ist der FC aktuell nicht wirklich richtig gut besetzt. Tatsächlich übernahm Routinier Dominique Heintz die Aufgabe, löste sie ordentlich, in der Schlussphase kam so Elias Bakatukanda zu seinem Profi-Debüt. Vor etwas mehr als drei Jahren drohte der Abwehrspieler ebenfalls auszufallen. Und auch damals gab es Sorgen. Allerdings anderer Natur. Der Innenverteidiger hatte sich im Training das Knie verdreht. „Da ist nichts Gravierendendes, aber es ist eben so, dass wir die Entscheidung getroffen haben, ihn rauszunehmen“, erklärte der damalige neue Coach Steffen Baumgart. „Wir müssen jetzt erst einmal von Tag zu Tag gucken. Es geht darum, dass wir kein Risiko eingehen wollen. Deshalb wird es definitiv so sein, dass er nicht im Kader sein wird.“ Hübers fiel die folgenden drei Spiele verletzt aus.

Lange Verletzungshistorie

Dabei ging es bei der Sorge um den Abwehrspieler gar nicht so sehr darum, einen starken Ersatz zu finden. Rafael Czichos war ohnehin gesetzt, mit Jorge Meré und Luca Kilian hatte Baumgart zwei Innenverteidiger im Kader, die er zu diesem Zeitpunkt ohnehin als gleich stark einordnete. Dem Vernehmen nach soll es damals bei der Entscheidungsfindung des Transfers auch Vorbehalte gegeben haben. Und das war sicher nicht gänzlich unbegründet. Hübers, der schon für die Reserve des FC gekickt hatte, hatte sich bei Hannover 96 im August 2016 das Kreuzband gerissen. Im August 2018 zog sich der Abwehrspieler dieselbe Verletzung zu. 2019 folgten gleich zwei weitere Knie-Operationen. Und auch in der Spielzeit vor der Verpflichtung fiel der Innenverteidiger bei Hannover mit Knie-Beschwerden einige Wochen aus. Die Verletzungshistorie des Abwehrspielers war jedenfalls beachtlich. In seinen fünf Jahren bei den 96ern absolvierte Hübers nur 39 Pflichtspiele.

Doch die Sorgen haben sich nicht bewahrheitet. Zwar saß der Abwehrspieler nach seiner Genesung unter Steffen Baumgart zunächst nur auf der Bank, spätestens mit dem Weggang von Czichos avancierte Hübers aber zum Stammspieler. Ganze elf Spiele verpasste der Innenverteidiger seit Januar 2022 und die erkrankt, verletzt oder gesperrt. Nur zwei Mal stand Hübers nicht in der Startformation und wurde nur vier Mal ausgewechselt. Hübers ist in diesem Zeitraum der absolute Dauerbrenner der Kölner. Und das, obwohl der 28-Jährige über eine Ausstiegsklausel verfügte und den Verein im Sommer hätte verlassen können. Sein Verbleib stellt sich mittlerweile als wohl einer der wichtigsten beim FC heraus. Nicht umsonst ist der gebürtige Hildesheimer in dieser Spielzeit Kapitän und Hübers erreicht am kommenden Sonntag eine besondere Marke. Der Abwehrspieler wird gegen den Karlsruher SC zum 100. in einem Pflichtspiel den Geißbock auf der Brust tragen. Aus dem aktuellen Kader haben das nur vier Spieler erreicht.


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Struber und die Wechsel

Eichner vs. Struber – Ähnliche Ansätze und doch sehr verschieden

Christian Eichner und Gerhard Struber vor dem Duell des 1. FC Köln
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Eichner vs. Struber – Ähnliche Ansätze und doch sehr verschieden

KSC-Trainer Christian Eichner wurde im Mai als Nachfolger von Timo Schultz gehandelt. Mittlerweile ist Gerhard Struber Trainer bei den Geißböcken, Eichner weiterhin in Karlsruhe und macht dort einen hervorragenden Job. Am Sonntag kommt es zum Duell der beiden Trainer. So ähnlich ist die Spielidee von Eichner und Struber.

Christian Eichner verkörpert eine ähnliche Spielidee wie Gerhard Struber. Nicht ohne Grund soll er eine Option für die Nachfolge von Timo Schultz gewesen sein. Doch es gibt auch gravierende Unterschiede in der Idee der beiden Teams. So ähnlich ist die Spielidee von Eichner und Struber.

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Die Papiere sind dem Vernehmen nach noch nicht unterschrieben, doch lange wird es wohl nicht mehr dauern. Die Bosse des Karlsruher SC wollen verlängern, Christian Eichner kann sich offenbar vorstellen, beim KSC auch weiterhin etwas aufzubauen. Das tut er seit mehr als vier Jahren mittlerweile. Dieser Tage ist man sehr zufrieden mit dem Trainer. Kein Wunder, die Badener belegen nach dem sechsten Spieltag der 2. Bundesliga den zweiten Tabellenplatz, punktgleich mit Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf. Und das, obwohl man beim KSC einen personellen Aderlass hinnehmen musste. „Ich glaube, es wäre gelogen, wenn wir in der Sommerpause oder in der Vorbereitung nicht auch mal ein kleines Bauchgrummeln gehabt hätten“, sagte Eichner zuletzt dem SWR. „Gar nicht wegen unseren Neuzugängen, sondern weil wir einfach extrem viel Qualität und Erfahrung verloren haben.“

Eichner soll verlängern

Mehrere Leistungsträger haben den Verein verlassen, der Club ist in eine ungewisse Saison gestartet. Von einem großen Umbruch war die Rede. Es gab durchaus Experten, die dem KSC einen Platz im oberen Tabellendrittel zugetraut haben, aber auch mehr? Ein klares Saisonziel hat der Club nicht vorgegeben und doch mausert sich der KSC zu einer der Topmannschaften der Liga. Und so ist die erhoffte Vertragsverlängerung des Trainers kein Wunder. Dem Trainer, der Ende der vergangenen Spielzeit ein Thema in Köln gewesen sein soll. Wie konkret das Interesse an dem ehemaligen Kölner Spieler gewesen ist, ist komplett offen. Es gibt unterschiedliche Erzählweisen. Fakt ist, dass Eichner beim KSC blieb, sein Vertrag im kommenden Sommer ausläuft und beide Seiten an einer Verlängerung interessiert sind. Der FC hat sich bekanntermaßen für Gerhard Struber entschieden und tut ganz offensichtlich gut daran.

Zumindest hat der 47-Jährige wieder einen ganz anderen Spielstil beim FC installiert. Köln spielt wieder mutig, offensiv, attraktiv, mit viel Ballbesitz – wenn man so will, spielt der FC wieder Fußball und wenn man so will, steht augenscheinlich eine andere Mannschaft auf dem Feld – zumindest fußballerisch. Nun wäre es unfair, diesen Spielstil mit dem seines gescheiterten Vorgängers zu vergleichen. Timo Schultz befand sich mit dem FC in einer anderen Situation, war erst einmal auf Stabilität bedacht. Jetzt spielen die Kölner wieder offensiven Fußball und stellen spielerisch wohl tatsächlich – wie zuletzt von verschiedenen Experten immer wieder betont – die beste Mannschaft der Liga. Struber hat den kriselnden Geißböcken Selbstvertrauen, wenn man so will, fußballerisches Leben eingehaucht. Der Österreicher scheint aktuell zum FC zu passen. Also alles richtig gemacht?

Nicht mehr als ein ähnlicher Ansatz

Das ist im Nachhinein natürlich reine Spekulation. Doch Eichner verkörpert eine ähnliche Spielidee. Der Coach spielt mit seinem Team ebenfalls einen offensiven Fußball, bei weitem aber nicht so druckvoll, nicht so aggressiv und ist nicht so variabel. Ob eine Verpflichtung des ehemaligen FC-Profis deswegen kein konkretes Thema war, ist möglich. Immerhin hatten die FC-Bosse eine klare Spielidee im Kopf, als nach einem neuen Coach gesucht wurde. „Wir wollen diese Spielidee auch weiter vorantreiben“, sagte Christian Keller erst am Dienstagabend auf der Mitgliederversammlung. Die Stärke des KSC ist nicht der Ballbesitz, dafür aber das Passspiel durchs Zentrum – vor allem die langen Bälle. Zudem bindet auch Eichner junge Spieler in seine Startformation ein, sucht den richtigen Mix. Wohl eine Vorgabe des Clubs, der sich ebenfalls als Entwicklungsclub definiert wissen will. Eichner soll dem Vernehmen nach erfahrene Spieler bevorzugen. Doch der Mix macht es offensichtlich. Gemessen am Etat und dem geschätzten Kaderwert spielt der KSC bislang eine überragende Rolle.

Und dann gibt es doch noch einen gravierenden Unterschied. Der KSC ist brutal effektiv und damit aktuell der Gegenpol zu den Geißböcken. Während die Badener mit jedem fünften Schuss treffen, ist es beim FC erst der zehnte Versuch im Schnitt ein Tor. Und der Schnitt könnte noch deutlich besser ausfallen. Der KSC traf schon vier Mal Pfosten oder Latte – der Bestwert der Liga. Und Karlsruhe hat einen funktionierenden Sturm. Alleine die Hälfte der bisherigen zwölf Treffer gehen auf das Konto von Budu Zivzivadze, ein Leistungsträger der gehalten wurde, ein echter Knipser, ein Stürmer, der dem FC bekanntlich fehlt. Allerdings kommt der KSC auch erst auf etwas mehr als die Hälfte der Kölner Abschlüsse (118:69).


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Eric Martel vom 1. FC Köln

Neue Marktwerte

Struber und die Wechsel

Florian Kainz wird es schwer haben und doch benötigt

Florian Kainz als Zuschauer bei der Begegnung des 1. FC Köln gegen den 1. FC Magdeburg
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Florian Kainz wird es schwer haben und doch benötigt

Auch am vergangenen Samstag erspielte sich der FC wieder zahlreiche Chancen und vergab erneut viele davon. Ein Problem: Von der Bank können die Kölner nur schwer nachlegen. Eine Lösung könnte ein Rückkehrer sein beim 1. FC Köln: Deswegen wird es Florian Kainz schwer haben.

In der vergangenen Spielzeit war der Österreicher nur selten ein wichtiger Faktor bei den Geißböcken, nun wird ein Spieler von seiner Qualität zumindest von der Bank weg benötigt beim 1. FC Köln: Deswegen wird es Florian Kainz aber dennoch schwer haben.

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Pünktlich zum Herbstbeginn schlägt das Wetter in Köln um. Vergangene Woche trainierten die FC-Profis noch bei strahlendem Sonnenschein, nun kehrt Florian Kainz bei Wolken über dem Geißbockheim zurück ins Training. An den vergangenen Herbst wird sich der Österreicher in Teilen wohl gerne erinnern. Nach schwachem Saisonbeginn des FC und durchwachsenen Leistungen des frisch gebackenen Kölner Kapitäns drehte der Mittelfeldspieler nach der Länderspielpause mal so richtig auf. Beim 3:1-Erfolg im Derby gegen Mönchengladbach erzielte Kainz zwei Tore, war damit der absolute Matchwinner und Derbyheld. Kainz wird sich an diese Begegnung besonders gerne erinnern, weil es so ziemlich der einzige sportliche Höhepunkt der vergangenen zwölf Monate gewesen sein dürfte.

Kainz blickt auf ein kompliziertes Jahr zurück

Schwache Leistungen beim FC, gekrönt von der Trennung von Steffen Baumgart und mit dem Abstieg am letzten Spieltag. Kainz reiste anschließend mit Österreich zur EM in der Wahl-Heimat, hatte wohl auch eine gute Zeit mit vielen Erfahrungen, aber sehr wenig Einsatzzeit. Der 31-Jährige spielte nicht eine Minute. Kainz entschied sich in Köln trotz des Abstiegs gegen die Ausstiegsklausel und für den Verbleib beim FC, möglicherweise, weil er sich mehr Einsatzzeit versprach oder diese versprochen bekommen hat und freute sich auf das Trainingslager in seiner Heimat in der Steiermark. Doch der Österreicher reiste nicht mit, verletzte sich am Sprunggelenk und arbeitet seit Sommer mit Hochdruck an der Rückkehr. In den kommenden Wochen will der 31-Jährige wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, noch in diesem Jahr wieder auf den Platz zurückkehren.

Doch dieser Weg wird für Florian Kainz kein einfacher werden. Gerhard Struber hatte immer wieder betont, welche wichtige Rolle sein Landsmann beim FC spielen würde, auch nach dessen Ausfall und der Ausbootung als Kapitän. Doch aktuell hat der Trainer seine Startelf gefunden und gerade das Mittelfeld funktioniert herausragend. Während der Chancenwucher aktuell wohl die größte Baustelle beim FC ist, ist die Schaltzentrale das Herzstück. Das Mittelfeld hat die meisten Chancen der Liga kreiert. Denis Huseinbasic ist eine Art verkappter Spielmacher, aber auch Linton Maina dreht in ungeahnter Stärke auf, kommt mittlerweile auf acht Torbeteiligungen. Auf der Zehn scheint sich der 25-Jährige aktuell sehr wohl zu fühlen. De facto ist für Kainz in der aktuellen ersten Elf kein Platz.

Kainz in Topform kann helfen

Auch, weil die Standards von Leart Pacarada und Maina in dieser Spielzeit zu den gefährlichsten der Liga gehören. Erst gegen Düsseldorf führte eine Ecke zur Kölner Führung durch Eric Martel. Auch in weiteren Begegnungen wie gegen Braunschweig oder Sandhausen war der FC mit dem ruhenden Ball erfolgreich. Der Österreicher wird sich ordentlich strecken müssen, will er wieder in die Anfangsformation rotieren. Und doch wird Kainz gleichzeitig aktuell dann wohl dringend benötigt. Der Offensivspieler wäre vielleicht ein Akteur, der von der Bank weg noch einmal für Impulse sorgen kann. Nicht in der Verfassung der vergangenen Saison. Aber sollte Kainz wie Dejan Ljubicic oder eben Linton Maina zur alten Stärke finden, wäre er sicherlich eine Verstärkung in der Breite des Kaders.

Dass der Mittelfeldspieler das kann, zeigte Kainz bereits in der Spielzeit 22/23 beeindruckend. Auch damals hatte der Kölner Angriff Ladehemmungen, tat sich vor dem Tor schwer. Und so war es das Mittelfeld, dass die Lücke stopfte. Alleine Kainz bereitete wettbewerbsübergreifend zwölf Treffer vor und erzielte sechs Tore. 17 Scorerpunkte erzielte der heute 31-Jährige in der Liga, war in dieser Kategorie der Beste bei den Geißböcken. Zudem kreierte kein anderer Spieler in der Spielzeit in der gesamten Liga so viele Großchancen wie der Österreicher. Allerdings würde Kainz in eine Position schlüpfen, die er beim FC kaum kennt, die von der Bank. Die Jokerrolle über mehrere Spiele hatte der 31-Jährige zuletzt in der Spielzeit 18/19, als er noch bei Werder Bremen agierte.


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Eric Martel vom 1. FC Köln

Elf des Spieltags

Werner Wolf, Präsident des 1. FC Köln

So lief die MV

Klatsche auf der Mitgliederversammlung – wie geht es nun weiter beim FC?

Mitgliederversammlung des 1. FC Köln
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Klatsche auf der Mitgliederversammlung – wie geht es nun weiter beim FC?

Auf versöhnliche Worte der FC-Bosse folgte am Dienstagabend eine heftige Ohrfeige. Der Vorstand wurde von den Mitgliedern nicht entlastet. Das hat zwar keine direkten Folgen, ist aber sicher ein Fingerzeig beim 1. FC Köln: Wie geht es nach der MV weiter?

Es war bereits nach Zwölf als der Vorstand des 1. FC Köln die zweite Niederlage der Mitgliederversammlung hinnehmen musste. Zunächst verweigerten die Mitglieder dem Vorstand die Entlastung, anschließend rauschte der von den FC-Bossen ins Rennen geschickte Kandidat durch die Wahl. Es wartet viel Arbeit auf den 1. FC Köln: Wie geht es nach der MV weiter?

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Das Abschlussbild, das als finaler Akt der Mitgliederversammlung wohl noch auf der Agenda stand, spiegelte den Verlauf des Abends beachtlich wider. Die frisch gewählten Mitgliederräte, die doch glücklich in die Kamera strahlten, eingerahmt vom FC Vorstand, mit gequälter, allenfalls versteinerter Mine. Möglicherweise sollte das Foto ein Hauch „Nur zesamme simmer stark“ ausdrücken. Doch die Veranstaltung am Dienstagabend hat auf empfindliche Art und Weise gezeigt, wie weit her es mit Einigkeit zwischen Vorstand und Mitgliederrat ist und – sollte die Zeile der Höhner denn auch zutreffen -, dass der FC aktuell nicht so stark ist, wie es die FC-Bosse gerne hätten. Die doch beachtliche Ruhe der vergangenen Wochen endete am Dienstag in einem ordentlichen Knall.

Wolf bittet um Verzeihung

2010 war ein Vorstand der Geißböcke zuletzt nicht entlastet worden. Nun folgte mehr als die Hälfte der anwesenden Mitglieder dem Vorschlag des bisherigen Mitgliederratsvorsitzenden Ho-Yeon Kim, auch den aktuellen Vorstand nicht zu entlasten. Eine bittere Klatsche für Werner Wolf, Carsten Wettich und Eckhard Sauren. Mit 51,54 Prozent der Stimmen viel das Ergebnis denkbar knapp aus, ein Vertrauensbeweis blieb somit aber aus. Direkte Folgen hat die ausgebliebene Entlastung erst einmal nicht. In der Vereinswelt bedeutet Entlasten, dass die Mitgliederversammlung auf rückwirkende Schadensersatzansprüche verzichtet. Eine Abwahl ist aufgrund des Ergebnisses nicht möglich. Dennoch ist das Ergebnis eine Niederlage für den Kölner Vorstand, der auch am Dienstagabend auf Versöhnung aus war.

Wolf hatte sich noch einmal eindringlich für die Fehler der Vergangenheit entschuldigt. „Ich möchte euch persönlich und im Namen des Vorstands um Entschuldigung für den Abstieg bitten. Ich ärgere mich jeden Tag darüber, dass wir in der 2. Bundesliga spielen. Die Strafe der FIFA war vermeidbar und hätte nicht passieren dürfen“, sagte Wolf aus tiefster Überzeugung. „Ich war und werde immer ein Mensch sein, der seine Verantwortung ernst nimmt. Ein Rücktritt des Vorstands hätte dem FC auch 2024 nachhaltig geschadet.“ Und somit ist auch nach dem bitteren Ergebnis nicht mit einem Rücktritt zu rechnen. „Wir wollen mindestens bis zum Ende dieser Amtszeit weitermachen“, hatte der Präsident der Geißböcke vor der Abstimmung erklärt. Ob sich Wolf und Co. aber noch einmal der Wahl 2025 stellen, ist nach den Ergebnissen der Wahl offen.

Auch Rüßmann erhält Abfuhr

Zumal die abstimmenden Mitglieder auch dem vom Vorstand vorgeschlagenen Mitgliedsratkandidaten Gottfried Rüßmann eine herbe Abfuhr erteilten. Der Vorsitzende des DEVK-Vorstands wurde nicht in den Mitgliederrat gewählt. Auch hier sähe ein Vertrauensbeweis wohl anders aus. Zwar wurde der Mitgliederrat neu gewählt, die Hälfte des Gremiums gehörte aber dem scheidenden Rat an. Zudem gab es auch bei den Wortmeldungen weiterhin deutliche und vor allem kritische Worte. Der Kölner Vorstand darf sich also auch in den kommenden Monaten auf Gegenwind einstellen. Der neue Mitgliederrat will nach eigenen Aussagen einige Dinge in den kommenden Wochen und Monaten angehen. Eine Aufgabe wird aber die Suche nach einem neuen Vorstandsteam sein. Nach den Ergebnissen von Dienstagabend stehen hinter Wolf und Co. sicher große Fragezeichen.

Zwar war das Lächeln von Ho-Yeon Kim auf dem Abschlussbild des Abends schon breiter als das der FC-Bosse. Als wirklicher Sieger geht Kim aber mit einer denkbar knappen Wahlergebnis ebenfalls nicht hervor.


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

FC startet in Vorbereitung

Werner Wolf, Präsident des 1. FC Köln

So lief die MV

Historische Pleite, wirtschaftlicher Erfolg und neuer Mitgliederrat – ein bitterer Abend für die FC-Bosse

Werner Wolf, Präsident des 1. FC Köln bei der Mitglliederversammlung
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Historische Pleite, wirtschaftlicher Erfolg und neuer Mitgliederrat – ein bitterer Abend für die FC-Bosse

Auf der Mitgliederversammlung am Dienstagabend wurde der neue Mitgliederrat gewählt. Die FC-Bosse erlitten nicht nur bei der Wahl eine bittere Pleite. Der Vorstand wurde nicht entlastet. Zudem äußerten sich die Kölner Verantwortlichen unter anderem zu den Geschäftszahlen und zur Zukunft des 1. FC Köln: So verlief die Mitgliederversammlung des FC.

Auf der Mitgliederversammlung des FC wurden viele Themen besprochen. Das sagen die FC-Bosse zur Zukunft, den Geschäftszahlen und des 1. FC Köln: So verlief die Mitgliederversammlung des FC.

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Einen kleinen Spaß hatten sich die Veranstalter der Mitgliederversammlung am Dienstagabend in der Lanxess-Arena da einfallen lassen, als sie die spätere Abstimmungsmöglichkeit erklärten. Bei einer Probewahl standen neben Hennes unter anderem auch die Maskottchen Jünni und Emma zur Wahl. Vier Stunden später war dem Vorstand des 1. FC Köln das Lachen beim Anblick einer Abstimmung wohl vergangen. In roten Ziffern stand dort 51,54 Prozent. Mehr als die Hälfte der rund 1500 anwesenden Mitglieder stimmten gegen die Entlastung des Vorstands. Heißt: Zum ersten Mal seit 2010 ist der Vorstand des 1. FC Kölns nicht entlastet worden. Ein Punktsieg für Ho-Yeon Kim. Der zu diesem Zeitpunkt Vorsitzende des Mitgliederrats hatte zwei Stunden zuvor genau dafür plädiert. Nach einem offenen Konflikt zwischen dem Mitgliederrat und den FC-Bossen im Juli 2024 verdeutlichte Kims Vorgehen den Riss der beiden Parteien.

FC-Kandidat wird nicht gewählt

Bei seiner Rede ging Kim den Vorstand des 1. FC Köln hart an. „Wir sehen Stärken und Schwächen beim Vorstand. Aus all den zuvor genannten Gründen können wir der Mitgliederversammlung die Entlastung des Vorstandes nicht empfehlen. Das klingt hart und es ist zu erwarten, dass der Vorstand versuchen wird, unsere Argumente zu widerlegen“, so Kim. „Wir können die Mitglieder nur dazu aufrufen, auf Basis aller genannten Punkte ihre Entscheidung zu treffen.“ Die Argumente des Vorsitzenden bezogen sich auf die Kritikfähigkeit des Vorstands, die „nach der letzten Mitgliederversammlung nachgelassen“ habe, so Kim. Ein Beispiel sei der Umgang mit dem kritischen Newsletter des Mitgliederrates nach der Fifa-Transfersperre und dem Abstieg. Dies erschwere die Zusammenarbeit. „Wir rügen den Vorstand für dieses Vorgehen“, so der Mitgliederratsvorsitzende.

Werner Wolf wandte sich anschließend an Kim, hinterfragte die Äußerungen und kritisierte die Empfehlung. Er verstehe nicht, dass der Mitgliederrat eine Entlastung nicht empfehlen könne. Das passiere „bei einer schweren juristischen Verfehlung, die liegt unserer Meinung nach nicht vor“, so Wolf. Der Präsident bat darum, dem Anliegen nicht zu folgen und erlebte dann doch die bittere Niederlage. Nicht die einzige an diesem Abend. Bei der anschließenden Wahl des Mitgliederrats kassierten die FC-Bosse die nächste. Der vom Kölner Vorstand ins Rennen geschickte Gottfried Rüßmann wurde nicht gewählt. Kim wurde dagegen zwar erneut gewählt, aber mit dem schwächsten Ergebnis. Der neue Mitgliederrat umfasst zwölf Mitglieder. Gewählt wurden Sarah Theisen, Stacy Krott, Joel Marx, Victor Robertz, Mario Valentino, Josef Derkum, Fritz Guckuk, Tim Blosze, Fabian Schwab, Johannes Hochstein und Oliver Stratmann. Die Mitglieder folgten der Empfehlung der Südkurve Köln e.V. 

Geschäftszahlen des FC und Erlöse im Sponsoring

Dabei hatte Wolf vor der Abstimmung versöhnliche Worte angeschlagen. „Ich möchte euch persönlich und im Namen des Vorstands um Entschuldigung für den Abstieg bitten. Ich ärgere mich jeden Tag darüber, dass wir in der 2. Bundesliga spielen. Die Strafe der FIFA war vermeidbar und hätte nicht passieren dürfen“, sagte Wolf. Aber: „Ich war und werde immer ein Mensch sein, der seine Verantwortung ernst nimmt. Ein Rücktritt des Vorstands hätte dem FC auch 2024 nachhaltig geschadet. Wir wollen mindestens bis zum Ende dieser Amtszeit weitermachen.” Dann blickte der Präsident optimistisch nach vorne. “Der FC ist im Sommer trotz düsterer Prognosen nicht auseinandergebrochen, der FC ist stabil geblieben. Wir können mit voller Kraft das Projekt schnellstmöglicher Wiederaufstieg angehen.”

Denn es gab auch positive Dinge zu berichten. So hatte der Abend mit der Nachricht begonnen, dass der FC die Marke der 140.000 Mitglieder geknackt habe. „Wir gehören damit zu den Top-5 in Deutschland und zu den Top-12 in der Welt“, sagte Wolf. „Wir sind ein Beispiel dafür, was für eine Energie ein Mitglieder geführter Verein entfachen kann“. Diese Energie spürte auch FC-Cheftrainer Gerhard Struber, der zuversichtlich in die Zukunft blickt. „Es zeigt vieles in eine gute Richtung, wir wollen aber auch tabellarisch weiter vorne stehen“, so Struber. Er sei zuversichtlich, dass sich die Siege nun einstellen werden. „Mit euch gemeinsam – in unserem Stadion.“

Positive Geschäftszahlen

In eine gute Richtung zeigen auch die Geschäftszahlen. Geschäftsführer Philipp Türoff erklärte, dass der FC mit 11,8 Millionen Euro Erlösen fast das Vorjahresniveau erreicht hat. Das aktuelle Eigenkapital sei auf 26 Millionen Euro angestiegen, die Verbindlichkeiten konnten auf unter 38 Millionen Euro reduziert werden. Im Geschäftsjahr 2022 betrugen diesen noch über 66 Millionen Euro. Zudem wurden im Geschäftsjahr 159 Millionen Euro umgesetzt. „Die Finanzlage war zu jeder Zeit im abgelaufenen Geschäftsjahr stabil. Die Liquidität des 1. FC Köln war im Jahresverlauf zu jeder Zeit gesichert“ so Türoff. „Der FC ist in Bezug auf die Verbindlichkeiten seinen vereinbarten Zins- und Tilgungsverpflichtungen zuverlässig nachgekommen.“ Zusammenfassend bedeutet dies: „Wir sind heute wirtschaftlich wesentlich gesünder als vor zwei Jahren. Die Schulden wurden reduziert, das Eigenkapital gestärkt“, erklärte der Geschäftsführer.

Sportlich hat der FC nun größere Handlungsspielräume, kann im Winter mehr in Spieler investieren und auch für den geplanten Ausbau rund ums Geißbockheim ist Köln im Grunde wieder kreditwürdig. Markus Rejek äußerte sich zudem zu den Erlösen aus dem Sponsoring: „Im Sponsoring kam es zu Erlösen von 48.6 Millionen Euro, im Merchandising wurden 14,6 Millionen Euro umgesetzt.“ Der FC übernahm zudem das Catering im Stadion, was sich bereits auszahle. Alleine am ersten Spieltag habe man Erlöse von mehr als 400.00 Euro erzielt. Doch all die guten Zahlen und euphorischen Blicke in die Zukunft konnten die bittere Pleite zumindest für diesen Abend nicht ausgleichen.


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Eric Martel vom 1. FC Köln

Elf des Spieltags

Training beim 1. FC Köln

Vorbereitung auf den KSC

Jonas Urbig ist der Gewinner der Lose-lose-Situation

Jonas Urbig im Spiel seines 1. FC Köln gegen Fortuna Düsseldorf
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Jonas Urbig ist der Gewinner der Lose-lose-Situation

Sechs Spieltage sind absolviert und der Saisonauftakt verläuft für den FC bislang durchwachsen. Dennoch gibt es bereits einige Leistungsträger, die sich in den Vordergrund spielen. Einer ist der Torhüter des 1. FC Köln: Deswegen ist Jonas Urbig schon jetzt ein Gewinner beim FC.

Noch vor wenigen Wochen wurde die Entscheidung von Christian Keller in Frage gestellt, aktuell gibt es bereits die ersten leisen Stimmen, die den Keeper mittelfristig in der Nationalmannschaft sehen wollen. Es ist leise geworden in der Torwartdiskussion beim 1. FC Köln: Deswegen ist Jonas Urbig schon jetzt ein Gewinner beim FC.

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Glücklich sah Jonas Urbig in der Nachspielzeit gegen die Fortuna nicht aus. Die Flanke von Jona Niemiec war recht lange unterwegs und senkte sich dennoch in den Giebel. Eine neue Torwartdiskussion wird die Szene sicher nicht eröffnen. Dazu gibt es de facto keinen Grund. Niemiec rutschte die Kugel so unglücklich über den Schlappen, dass Urbig keine Chance blieb, für die zu erwartende Hereingabe stand der Coach richtig. Ohenhin ist es ruhiger geworden in der Torwartfrage bei den Geißböcken. Und das ist nicht erstaunlich: Mittlerweile haben so ziemlich sämtliche interessanten Ligen in Europa ihr Transferfenster geschlossen, Marvin Schwäbe wird bis mindestens zum kommenden Winter beim 1. FC Köln bleiben, dann aber den Verein wohl verlassen. Ob Leistungsprinzip oder nicht, die Chancen auf einen Stammplatz sind für den 29-Jährigen beim FC gering.

Urbig ist unumstritten

Ob sich am Ende der Keeper oder der Verein verpokert haben, wissen wohl nur die Beteiligten. Fakt ist, dass der FC nun weiterhin eine Stange Gehalt an den Edelreservisten bezahlt, während dieser auf der Bank sitzt, obwohl er wiederum unbedingt spielen will. Es hat viel von einer Lose-lose-Situation. Zumindest für diese beiden Parteien. Denn als der große Gewinner geht Jonas Urbig aus der Torwartdiskussion hervor. „Ich möchte immer spielen. Die Konstellation gerade ist eine gute Sache. Über alles andere mache ich mir keine Gedanken“, hatte der Keeper der „Bild“ im Sommer gesagt. Und Jonas Urbig spielt. Der 20-Jährige ist die unumstrittene Nummer eins, bewies auch in den vergangenen Spielen einmal mehr, dass er nicht umsonst als eins der größten Torwart-Talente des Landes gilt.

Noch in der vergangenen Spielzeit wurde der damalige Fürth-Keeper von Paderborn-Coach Lukas Kwasniok wenn auch mit einem sehr breiten Grinsen in den Dunstkreis der Nationalmannschaft gehoben. Und die ersten leisen Stimmen sehen für Urbig nach der Verletzung von Marc-Andre ter Stegen sogar eine Chance. Doch der Weg ist noch zu weit. Bei der U21 kam Urbig in der vergangenen Länderspielpause in beiden Begegnungen über 90 Minuten zum Einsatz. Und Antonio Di Salvo fand ein besonderes Lob. Der U21-Bundestrainer sprach von den drei Kölnern, die in den Reihen der Nationalmannschaft alle besonders wichtig für den Aufbau seien. Drei Kölner? Also auch Urbig.

Di Salvo sprach dabei dem Keeper offensichtlich aus der Seele. „Ich persönlich finde, dass ich eine große Stärke mit dem Ball am Fuß habe und beidfüßig bin. So kann ich der Mannschaft im Spielaufbau immer helfen“, sagte Urbig einst in einem Interview. Das untermauerte der Youngster bereits mehrfach – zuletzt erst am vergangenen Samstag. Urbig spielte insgesamt 40 Pässe, die fünftmeisten seines Teams, unter anderem mehr als ein Linton Maina, ein Dejan Ljubicic oder ein Eric Martel. Und diese wiederum meist mit einer für einen 20-Jährigen doch erstaunlichen Routine.

Riskantes Spiel

Doch der U21-Nationaltorhüter kann auch anders. Urbig streut auch immer wieder einen schnellen, langen Ball ein, mit dem der 20-Jährige auch gerne mal eine gegnerische Abwehrreihe aushebelt. Gegen den 1. FC Magdeburg schickte er so Dejan Ljubicic auf die Reise, der aber scheiterte. Auch Damion Downs und Tim Lemperle wurden so gefährlich eingesetzt. Eine Waffe, mit der der Keeper in der vergangenen Spielzeit für Fürth auch gerne den ein oder anderen Treffer des Kleeblatts einleitete. Urbig erinnert in diesen Situationen an Manuel Neuer. In diesen und unweigerlich auch in anderen Situationen. So verlässt der Keeper auch schon mal gerne den eigenen Strafraum, manchmal Harakiri, manchmal geht er dahin, wo es wehtut. Das muss nicht immer gut gehen.

Bei Fürth verschuldete der junge Keeper auch Gegentreffer. Als er zum Beispiel Haris Tabakovic von Hertha BSC grundlos anschoss und die Kugel im Netz landete oder als er bei einem Ausflug gegen Elversberg Mitspieler Robert Wagner in so große Probleme brachte, dass dieser sich nur noch mit einem Foulspiel und Gelb-Rot zu helfen wusste. Fürth verlor 1:4. Und dennoch ist Urbig unumstritten. Der Keeper scheint noch einmal gereift zu sein, strahlt eine enorme Ruhe auf dem Platz aus. Zum dritten Mal in Folge hat sich der Youngster bei einem Zweitligisten umgehend durchgesetzt – nun eben beim FC und ist auch dort in Mitten zahlreicher routinierter Bundesligaspieler angekommen. „Er nimmt kein Blatt vor dem Mund. Er coacht die Jungs vor sich von links nach rechts und bringt sich richtig gut ein“, lobte auch der ehemalige Nationalspieler Luca Waldschmidt seinen Keeper jüngst – und Waldschmidt hat schon einige Keeper gesehen.


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Eric Martel vom 1. FC Köln

Elf des Spieltags

Struber und die Wechsel