Gerhard Struber und eine aufkeimende Wechsel-Diskussion

Rie Reservebank des 1. FC Köln während des Spiels gegen Fortuna Düsseldorf
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Gerhard Struber und eine aufkeimende Wechsel-Diskussion

Wirklich glücklich war Gerhard Struber am Samstag über die nötigen Auswechslungen nicht. Kein Wunder, denn wie in der Vorwoche brachte die Kölner Bank keine nennenswerten Impulse beim 1. FC Köln: Das sagt Gerhard Struber zu den Wechseln.

Während die Mannschaft von Gerhard Struber am Samstag zwischenzeitlich in Führung lag, musste der Coach umstellen. Wirklich gefallen scheint es ihm nicht zu haben, den Spielfluss zu verändern beim 1. FC Köln: Das sagt Gerhard Struber zu den Wechseln.

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Auf der Pressekonferenz nach dem 2:2 gegen Fortuna Düsseldorf konnte man den Eindruck gewinnen, als wolle Gerhard Struber einfach nur weg. Möglichst so schnell wie es geht. Der Trainer des 1. FC Köln beantwortete sichtbar genervt die vermeintliche letzte Frage und brach auf, wurde dann aber für eine Nachfrage in seinem Vorhaben jäh gestoppt. Es folgte die nächste Antwort, ein schnelles Abklatschen mit Daniel Thioune und dann verließ der Coach tatsächlich die Düsseldorfer Presse-Räumlichkeiten. Schon zuvor beim Interview bei Sky war Struber alles andere als ein glücklicher Gesprächspartner. „Es ist ein sehr bitterer Punkt für uns, denn wir hätten den Sieg mehr als verdient“, fasste der 47-Jährige enttäuscht zusammen. Eigentlich hatten die Geißböcke gegen Düsseldorf eine mehr als ordentliche Leistung gezeigt, waren bis zur 85. Minute das überlegene und spielbestimmende Team, kreierten Torchancen, vergaben diese aber wieder zu oft.

Die Auswechslungen kamen ungelegen

Zwar war Damion Downs alles andere als ein Aktivposten, doch auch der Stürmer wurde – wenn er denn in Ballnähe war – direkt gefährlich. Die verletzungsbedingte Auswechslung des 20-Jährigen nach einer guten Stunde kam für den Coach sicherlich ungelegen. Ebenso wie die beiden weiteren Wechsel der Kölner, die ebenfalls aufgrund von muskulären Beschwerden folgten. Leart Pacarada und Tim Lemperle plagten Krämpfe und so war Struber gezwungen, auf die Bank zurückzugreifen. Mit Mathias Olesen und Dominique Heintz brachte der Trainer eher Spieler der Marke „Erfahrung“. Die Entscheidung gegen einen bereits gegen Magdeburg von den Fans geforderten Einsatz von Jaka Potocnik und Marvin Obuz hatte Struber bereits während der Woche deutllich erläutert. Und dennoch werden nach dem 2:2 erneut die Fragen nach den Youngstern laut.

Dabei ist die Haltung der Kölner Verantwortlichen eigentlich klar. Die Nachwuchsspieler haben durchaus die Chance, sich über gute Leistungen im Training, aber auch bei der U21 für mehr zu empfehlen. Bei Potocnik reicht es bislang ganz offensichtlich nicht. „Er ist noch nicht so weit, eine tragende Rolle im Lizenzbereich zu spielen“, hatte etwa Thomas Kessler, Leiter der Lizenzspielabteilung gesagt. Und Struber betonte, dass es doch vielmehr Sinn machen würde, Spielzeit bei der U21 zu sammeln, als 90 Minuten bei den Profis auf der Bank zu sitzen. Warum der junge Slowene aber genau das am Samstag tat, 90 Minuten auf der Bank saß und eben nicht die Kölner Reserve bei der 4:5-Niederlage gegen Bocholt unterstütze, wurde nicht aufgelöst. Vielmehr entstand der Eindruck, dass Struber am Samstag lieber gar nicht gewechselt hätte.

Spiel ließ „Wechselsituationen nicht so zu“

Das war nach den Erfahrungen der Vorwoche auch nicht wirklich verwunderlich. Von der Bank weg erzeugten die Kölner zuletzt keine Gefahr, hatten keinen Einfluss auf das Spiel, lähmten es vielleicht sogar. Und so wollte Struber seinem Team bei der 2:1-Führung wohl nicht den Stecker ziehen, das funktionierende Gebilde nicht ins Wanken bringen. „Das war ein Derby, bei dem es gar nicht so leicht ist, von außen einzusteigen und gleich auch atmosphärisch reinzuspringen, die Antennen direkt auf 100 zu haben“, sagte der Coach. „Es war ein Spiel, das aus meiner Sicht diese Wechselsituationen nicht so zugelassen hat. Es waren viele Jungs, die bis zum Schluss richtig investiert haben und Tiefe hatten.“ Man sei auch nicht auf der letzten Rille gewesen, ergänzte der Coach und erklärte, dass die Spieler eigentlich auch die „Kapazitäten“ für mehr hätten.

So wechselte der Trainer also nur da, wo es aus gesundheitlichen Gründen nötig wurde, wollte bei den angeschlagenen Spielern kein Risiko eingehen, den Spielfluss nicht stören. Und vertraute wohl angesichts des knappen Ergebnisses auf Erfahrung. Möglicherweise entschied sich der Coach bei der Auswechslung von Pacarada auch deswegen gegen Finkgräfe und für Heintz, der aber in den letzten Minuten der Begegnung nicht besonders gut aussah. Die Flanke zum Tor beim 2:2 unterband der Routinier nicht, ging definitiv zu zaghaft in den Zweikampf. Möglicherweise hätte ein bis in die Knochen motivierter Finkgräfe die Situation anders gelöst – möglicherweise. Alles im Nachhinein Spekulation. Ein Wechsel in der Offensive war zu diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht nötig.


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

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Gerhard Struber hat Recht: Es ist nicht alles Gold, was glänzt – auch nicht beim FC

Gerhard Struber nach der Begegnung des 1. FC Köln in Düsseldorf
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Gerhard Struber hat Recht: Es ist nicht alles Gold, was glänzt – auch nicht beim FC

Wie schon in den Begegnungen gegen den Hamburger SV oder gegen den 1. FC Magdeburg war der FC auch gegen Fortuna Düsseldorf besser, kassierte spät den Lucky Punch. Unterm Strich ist das erneut zu wenig. Ein Kommentar zum 2:2 des 1. FC Köln gegen Düsseldorf.

Die Enttäuschung war nach dem späten Gegentreffer in Düsseldorf groß. Kein Wunder, die Kölner standen im Grunde wieder mit fast leeren Händen da. Zu wenig für viel Qualität und viel Aufwand. Köln hat zwei Punkte verloren, nicht einen gewonnen. Ein Kommentar zum 2:2 des 1. FC Köln gegen Düsseldorf.

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Nein, eine insgesamt glänzende Leistung ist den Kölnern gegen Fortuna Düsseldorf wahrlich nicht abzusprechen. Die Leistungswerte sprechen zumindest eine sehr deutliche Sprache – für den 1. FC Köln. Am Ende gewinnen die Geißböcke aber dennoch keinen goldenen Blumentopf, denn es bleibt nur ein Punkt, den die Mannschaft von Gerhard Struber am Samstag mit nach Hause genommen hat, ein Punkt, der sich wie einer Niederlage anfühlt und ein Platz an der Grenze zur unteren Tabellenhälfte. Am Donnerstag sagte der Kölner Trainer mit einem verschmitzten Lächeln, dass Düsseldorf von oben von der Tabellenspitze lächelt. „Aber wir sehen auch, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Es wird auch für uns gute Möglichkeiten geben, dem ganzen unseren Stempel aufzudrücken“, erklärte der Coach und sollte damit auf erstaunliche, aber auch bittere Art und Weise Recht behalten.

Der nächste Chancenwucher

Der FC hat dem Spiel tatsächlich seinen Stempel aufgedrückt. Nämlich den, der das widergespiegelt, was die Geißböcke in dieser Spielzeit ausmacht. Ein dominantes Auftreten, ein teils beeindruckender Spielwitz, ein in der Liga starkes, wenn nicht überragendes Mittelfeld und ein erschreckender Chancenwucher. Auf 57 Torabschlüsse kam der FC in den vergangenen beiden Spielen, zusammengerechnet auf einen xGoals-Wert von 7. Sprich die Qualität der Chancen hätte sieben Treffer mit sich bringen müssen, es waren drei. Der Wert der beiden Gegner lag bei 2, es waren aber vier Gegentore. Die Torwahrscheinlichkeit des Ausgleichstreffers von Jona Niemiec lag am Samstag gerade einmal bei verschwindenden drei Prozent. Die Torwahrscheinlichkeit der Abschlüsse von Luca Waldschmidt, den Tim Oberdorf von der Linie kratzte, oder Tim Lemperle, den Florian Kastenmeier noch zur Ecke klärte, dürften an die 30 Mal höher gelegen haben – mindestens.

Struber betonte nach dem Spiel an verschiedenen Stellen, dass inhaltlich ja auch viel richtig gelaufen sei, dass man sogar ganz ganz viel richtig gemacht habe und der Plan eigentlich ja auch aufgegangen sei. Auch wenn die Ausgangslage, die Situation in der Liga, aber auch die Ambitionen nun andere sind, erinnern Strubers Worte doch sehr an vergangene Trainer, die während der gesamten Krisensaison durchaus positive Dinge gesehen haben wollen, überzeugt davon waren, dass man sehr sehr viel richtig gemacht habe, sich auf dem richtigen Weg befinde. Die Endstation ist bekannt. Viel richtig machen alleine reicht eben nicht. Die Erkenntnis nach dem 2:2 gegen Düsseldorf ist eine ähnliche wie nach dem Magdeburg-Spiel. Auch diese Begegnung hätten die Geißböcke nicht mehr wegschenken dürfen.

Die Konkurrenz ist groß und punktet

Nur damit das nicht untergeht oder missverstanden wird: Der FC hat viel richtig gemacht. Die Geißböcke spielen wieder Fußball, haben einen Plan und passen diesen ganz offensichtlich auch an die Gegner an. Sie sind zudem extrem variabel: Ob bei den Standards, bei Flanken aus dem Halbfeld oder beim direkten Spiel durchs Zentrum – die Kölner entwickeln wieder Gefahr und unterscheiden sich auch damit maßgeblich von dem Team der vergangenen Saison. Der Fußball oder die Handschrift des Österreichers begeistern. Der FC hat den ungeschlagenen Spitzenreiter über 85 Minuten dominiert, kontrolliert, ihn an den Rande einer Niederlage gebracht und sogar die ersten Treffer aus dem Spiel heraus erzielt.

Das sah offenbar Fortunen-Coach Daniel Thioune nicht anders. „Aus meiner Sicht müssen wir glücklich sein mit dem Punkt“, sagte der Trainer. „Ich glaube, dass wir heute gegen die beste Mannschaft der Liga gespielt haben.“ Ein tolles Lob vom Coach des Spitzenreiters. Ein Lob, für das sich die Kölner nicht viel kaufen können. Nach dem sechsten Spieltag hat der FC von 18 möglichen Zählern acht eingefahren, während die Konkurrenz 12, 13 oder 14 Punkte geholt hat. Selbst wenn die Saison noch jung und demnach auch noch alles offen ist, die Ausbeute ist für einen Aufstiegskandidaten zu wenig. Zumal die Konkurrenz alleine schon quantitativ ziemlich groß ist. Aus den drei Spielen gegen vermeinlichte Aufstiegskandidaten holte der FC nur einen Zähler.

Ja, der FC spielt aktuell einen tollen Fußball, wahrscheinlich den besten der Liga. Doch Gerhard Struber hat in einem Punkt definitiv Recht: Es ist nicht alles Gold, was glänzt – auch nicht bei der besten Mannschaft der Liga.


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

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Anspruch und Realität: Tabellarisch ist der FC nach Spieltag sechs nur Liga-Mittelmaß

Enttäuschte Spieler des 1. FC Köln
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Anspruch und Realität: Tabellarisch ist der FC nach Spieltag sechs nur Liga-Mittelmaß

Der sechste Spieltag lief für den FC alles andere als rund. Mit dem Unentschieden gegen Düsseldorf brachten die Kölner nur einen Punkt mit zurück, rutschten vorerst auf Rang neun ab. Der Tabellenplatz spricht momentan nicht für einen direkten Aufstieg des 1. FC Köln: Der FC befindet sich nur noch im Liga-Mittelfeld.

Zufrieden war keiner der Akteure nach dem Unentschieden gegen Düsseldorf. Ein Blick auf die Tabelle nach dem sechsten Spieltag dürfte die Stimmung ebenfalls nicht heben beim 1. FC Köln: Der FC befindet sich nur noch im Liga-Mittelfeld.

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„Wir müssen ganz woanders in der Tabelle stehen, nicht da, wo wir sind. Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass wir da selbst verantwortlich sind, wenn wir die Tore nicht machen.“ Recht hat Linton Maina mit seiner Einschätzung nach dem Duell gegen Düsseldorf, das der FC erneut als überlegene Mannschaft dominierte und dennoch die drei Zähler nicht mit nach Köln nahm. „Es ist ein sehr bitterer Punkt für uns, denn wir hätten den Sieg mehr als verdient. Wir haben eine große Leidenschaft gezeigt, viel investiert und kaum Chancen zugelassen“, kommentierte FC-Coach Gerhard Struber die Situation. „Das Ergebnis lässt uns nicht feiern, doch inhaltlich und wie wir in allen Phasen des Spiels die Dinge angehen, ist sehr, sehr gut.“ Sehr, sehr gut, aber eben auch nicht gut genug. Und das zeigt sich für den FC nach Beendigung des sechsten Spieltags besonders schmerzhaft.

Die Tabelle spricht die Wahrheit

Den „schnellstmöglichen Aufstieg“ hatten die FC-Bosse im Sommer als Saisonziel für die Geißböcke ausgelobt. Schnellstmöglich? Abhängig wovon, mag man sich da fragen. Es bleiben eigentlich nur zwei Antworten auf diese Frage. Ist der FC, so wie nach den bisherigen Begegnungen immer wieder betont, in der zweiten Bundesliga bisher immer die eigentlich bessere Mannschaft, das dominierende Team mit Pressing, Torchancen und Spielwitz, so müsste die Antwort auf die Frage, was denn „schnellstmöglich“ konkret bedeutet, heißen: der direkte Wiederaufsteig. Zumindest solle er doch für die beste Mannschaft der Liga in der Theorie möglich sein. Bedeutet schnellstmöglich hingegen „wenn es denn klappt“, dann kann der Aufstieg als Saisonziel, aber auch als Ziel in zwei, fünf oder eben zehn Jahren verstanden werden. War vorher eben nicht möglich. Gründe finde sich immer und so wird der Ausdruck schnell zu einer leeren Worthülse.

Faktisch ist der FC sicher eins der am stärksten aufspielenden Teams, hat beeindruckende Leistungswerte, kommt auf die meisten Abschlüsse, die meisten Sprints, die meisten Kilometer und bereits mit 14 Treffern auch auf die meisten (gemeinsam mit dem HSV) Tore. Ein Blick auf die Tabelle offenbart allerdings eine andere Wahrheit – die, die am Ende zählt. Nach dem sechsten Spieltag steht der 1. FC Köln, der Liga-Mitfavorit und potenzielle Kandidat für den direkten Wiederaufstieg mit acht Punkten auf Platz neun. Aktuell befinden sich die Geißböcke sogar mit vier Zählern näher an den direkten Abstiegsplätzen als an den direkten Aufstiegsplätzen mit sechs Punkten. Spätestens nach der vergangenen Saison sollte die Kölner wissen, dass ein „Hätte“, „Müsste“ und „Sollte“ am Ende keine Bewandtnis hat. Es geht um die Punkte auf dem Konto und die sind aus Kölner Sicht einfach zu wenig.


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Einzelkritik

Mr. Unersetzlich – Linton Maina wird zum wichtigsten Faktor der Kölner

Linton Maina bejubelt das 2:1 gegen Fortuna Düsseldorf
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Mr. Unersetzlich – Linton Maina wird zum wichtigsten Faktor der Kölner

Zwar reichte es am Ende nur zu einem Punkt, der FC war im Derby bei Fortuna Düsseldorf das bessere Team und erspielte sich viele Chancen. Und zum wiederholten Male überzeugte ein Akteur besonders: Darum ist Linton Maina für den 1. FC Köln so wichtig.

Ein Tor und eine Vorlage – die Bilanz des Offensivspieler konnte sich gegen Düsseldorf sehen lassen. Aber nicht nur wegen der Torbeteiligungen war er einer der besten Spieler beim FC. Darum ist Linton Maina für den 1. FC Köln so wichtig.

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Linton Maina ging in die Hocke, schlug mit beiden Händen wütend auf den Boden und ließ sich dann fallen. Stehend versteckte er sein Gesicht in den Tiefen seines Trikots. Nach der Begegnung wurde der schnelle Offensivspieler auch verbal deutlich, sprach davon, dass alles beschissen sei. Inhaltlich, so offenbar das Modewort des Wochenendes, hatte der 25-Jährige recht. Das Ergebnis war genauso schlecht wie die Chancenverwertung der Geißböcke. Bei dem Frust, den der Offensivspieler ganz offenkundig schob, fühlte sich Maina möglicherweise um die Ernte seiner eigenen Arbeit gebracht. Der Stammspieler war auch gegen Düsseldorf einmal mehr einer der besten Kölner Akteure, wohl der beste Akteur. Jener Maina, der in der vergangenen Spielzeit selten Impulse setzen konnte und auf insgesamt ein Tor und drei Assists kam.

Starker Auftritt gegen Düsseldorf

In dieser Saison ein anderes Bild. Maina ist der Aktivposten der Geißböcke. Gegen Düsseldorf gingen fast 50 Prozent aller Kölner Angriffe über seine Seite. Der 25-Jährige setzte mit Tiefen- und Steckpässen die Offensivspieler immer wieder in Szene, leitete zahlreiche Angriffe so ein. Alleine Lemperle erhielt drei Anspiele von Maina, aus denen die Kölner Chancen kreierten. Dazu sind die Flanken aus dem Halbfeld sowie die Standards von ganz anderer Qualität als noch in der Vorsaison. So bereitete der Außenbahnspieler mit einer Hereingabe aus dem rechten Halbfeld den Treffer von Eric Martel vor. Im zweiten Durchgang schlenzte der 25-Jährige den Ball im besten Arjen-Robben-Style ins lange Eck und sorgte damit für seine Scorerpunkte sieben und acht (Vier Tore, vier Assists).

Und das, obwohl Maina unter der Woche nicht voll trainieren konnte, sein Einsatz lange fraglich war. Seinen bisherigen Scorerrekord schaffte Maina in der Spielzeit 22/23. Damals kam der gebürtige Berliner auf drei Tore und zehn Assists, davon zwei in der Conference League. In der 2. Liga ist der Außenbahnspieler der zweitbeste Scorer. Nur KSC-Stürmer Budu Zivzivadze hat bei sechs Toren und einer Vorlage mehr Punkte auf dem Konto. Dabei galt Maina als eins der Kölner Sorgenkinder, sein Verbleib beim FC war auch aufgrund einer Ausstiegsklausel alles andere als klar. Nun ist der Mittelfeldspieler die größte Überraschung. Dabei profitierte der 25-Jährige zunächst sicherlich auch von seiner neuen Position im System Struber. Maina spielte oft die Zehn. Gegen Düsseldorf klappte es auch über die Außenposition.

Vor einigen Wochen wurde Maina zum Spieler des Monats von den FC-Fans gewählt. Aktuell deutet viel daraufhin, dass der 25-Jährige erneut ganz gute Karten hat. Und damit dürfte er sich auch in eine komfortable Verhandlungsposition bringen. Denn der Vertrag des 25-Jährigen läuft im kommenden Sommer aus. Zurzeit arbeitet Maina klar daraufhin, nächstes Jahr wieder im Oberhaus zu spielen. Ob mit oder ohne FC.


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Sorge um Damion Downs

Damion Downs im Zweikampf mit einem Düsseldorfer Spieler
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Sorge um Damion Downs

Damion Downs erwischte gegen Fortuna Düsseldorf sicherlich nicht seinen besten Tag. Die Begegnung lief an dem Angreifer weitestgehend vorbei. Nach einer guten Stunde wurde der Stürmer ausgewechselt beim 1. FC Köln: Damion Downs verletzt vom Platz.

Zwei Pässe, zwölf Ballkontakte, aber drei Abschlüsse – der 20-Jährige erwischte nicht den besten Tag beim 1. FC Köln im Duell gegen Fortuna Düsseldorf: Und dannmusste Damion Downs auch noch verletzt vom Platz.

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Das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf lief doch lange an FC-Angreifer Damion Downs vorbei. Gerade in der ersten Halbzeit war der Stürmer so gut wie gar kein Faktor. Nach dem Wechsel kam der 20-Jährige innerhalb weniger Minuten dann immerhin zu zwei Großchancen. Einmal rettete Florian Kastenmeier in höchster Not, der zweite Versuch rauschte am Pfosten vorbei. Auch der Blick in die Statistik offenbart, dass Downs eher kein großer Faktor des Spiels gewesen ist. Zwölf Ballkontakte in 63 Minuten sind doch ein erstaunlich schlechter Wert – auch für einen Angreifer. Dazu sprechen ganze zwei Pässe in der Begegnung auch nicht unbedingt für die große Einbindung ins Spiel. Immerhin standen dann dort aber auch drei Abschlüsse, auf mehr kam nur Luca Waldschmidt mit sieben.

Downs musste angeschlagen ausgewechselt werden

Und doch ist Downs ein wichtiger Faktor für die Kölner, Stammspieler. Einer der jungen Burschen, mit denen man beim FC Geduld haben will. Gut möglich, dass nun der Stürmer zunächst einmal Geduld aufbringen muss. Denn nach einer guten Stunde war das Spiel gegen Düsseldorf für Downs bereits wieder beendet. Der 20-Jährige wurde unmittelbar nach der Kölner Führung zunächst behandelt, um dann mit Bandage und erstaunlich dickem Eisbeutel am Oberschenkel ausgewechselt zu werden. „Bei Downs wissen wir jetzt noch nicht klar, was Sache ist“, sagte Gerhard Struber nach der Begegnung. „Es ist eine muskuläre Sache. Aber es gibt keine genaue Diagnose und kein Update.“ Ein Ausfall am kommenden Wochenende gegen den Karlsruher SC ist damit sicher nicht unwahrscheinlich.

Nach einer starken Vorbereitung ist Damion Downs in dieser Spielzeit Stammspieler beim FC und bildet mit Tim Lemperle die Doppelspitze. Am Samstag spielte er neben Luca Waldschmidt im Angriff. Downs stand bislang in allen sieben Pflichtspielen in der Startelf und erzielte bereits zwei Treffer und gab eine Vorlage. Ein Ausfall würde die Kölner hart treffen, denn bislang hat sich keiner der weiteren Stürmer von der Bank ernsthaft angeboten.


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Zwischen Ratlosigkeit, Frust und Enttäuschung

Timo Hübers enttäuscht nach dem 2:2 seines 1. FC Köln gegen Düsseldorf
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Zwischen Ratlosigkeit, Frust und Enttäuschung

Wieder einmal hat der FC ein gutes Spiel abgeliefert, wieder einmal einen eigentlich stark eingeschätzten Gegner dominiert und an den Rand einer Niederlage geführt. Und wieder gab es einen Gefühlsmix beim 1. FC Köln: Irgendwo zwischen Ratlosigkeit, Frust und Enttäuschung.

Nach dem bitteren Remis gegen die Fortuna blieben dunkle Wolken zurück beim 1. FC Köln: Irgendwo zwischen Ratlosigkeit, Frust und Enttäuschung.

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Eric Martel redete wütend und mit Schmerz verzerrtem Gesicht auf seine Mitspieler ein, Linton Maina versteckte sein Geischt irgendwo in seinem Trikot und Luca Waldschmidt starrte in das Weit des Stadions – der Frust war den Spielern des 1. FC Köln nach dem enttäuschenden 2:2 beim auch weiterhin ungeschlagenen Tabellenführer anzusehen. Zwei Mal in Folge haben die Kölner nun Siege weggeschenkt, die eigentlich ziemlich sicher erschienen. Auch wenn die Kölner sich nicht die Vielzahl an klaren Torchancen herausgespielt haben, wie bei der 1:2-Pleite gegen den 1. FC Magdeburg und immerhin einen Zähler einfuhr, das Unentschieden beim Spitzenreiter war mindestens genauso schmerzhaft. Denn Düsseldorf schien den Kölnern bis in die Schlussminuten nichts mehr entgegenzusetzen zu haben. Dann ein Lattentreffer und der Glücksschuss.

Florian Kastenmeier wird für den FC zum Endgegner

Und so war den Geißböcken die Enttäuschung, der Frust nicht nur anzusehen, er wurde auch hörbar. Maina fand die Situation „beschissen“, Kapitän Timo Hübers erlebte das Spiel als super bitter. Trainer Gerhard Struber, der auf der anschließenden Pressekonferenz sichtbar angeschlagen war, fand auch versöhnliche Ansätze. „Inhaltlich, wie wir in allen Phasen des Spiels Dinge angehen, ist es schon sehr gut. Speziell, wenn man auswärts beim Spitzenreiter so auftritt, dann gibt das auch sehr viel Zuversicht“, sagte der Coach. Tatsächlich war der FC auch gegen das Team von Daniel Thioune von Beginn an Ton angebend, dominant und hätte auch früh in Führung gehen können. Aber Luca Waldschmidt scheiterte nach zehn Minuten mit seinem ersten von sieben Abschlüssen.

Ob ein Kopfball von Hübers oder ein Abschluss von Tim Lemperle – schon in der Anfangsphase zeigte sich, dass der FC in Florian Kastenmeier an diesem Abend seinen Endgegner finden würde. Dabei fand der FC einen Weg, den bislang aus dem Spiel heraus unüberwundenen Keeper zu überwinden. Nach einer Ecke brachte Maina den Ball ins Zentrum, in einer Mischung aus Abschlussversuch und Fallen legte Hübers Eric Martel auf, der per Flugkopfball traf. Die Freude währte nur wenige Minuten. Emmanuel Iyoha nutzte eine Unachtsamkeit in der Kölner Hintermannschaft zum Ausgleich, nahezu mit dem ersten Düsseldorfer Abschluss. Und wieder war es Waldschmidt, der noch vor der Pause hätte treffen können, wenn nicht müssen.

Maina: „Ich kann es mir selbst nicht erklären“

Nach dem Wechsel dasselbe Bild, der FC dominierte, drückte, doch vergab die Chancen. Wieder Waldschmidt, Doppelchance Maina – es sollte erstmal nicht sein. Bis die Kölner einen Konter hervorragend über Denis Huseinbasic und Lemperle ausspielten und schließlich Maina den Ball mindestens genauso stark ins lange Eck schlenzte. Auch anschließend kamen die Geißböcke noch zu Möglichkeiten. Waldschmidt vergab nach starker Thielmann-Flanke, Huseinbasic spielte einen Konter nicht sauber zu Ende. „Ich glaube, wenn ich morgen am Frühstückstisch sitze und das Spiel noch einmal bewerte, dann werde ich sagen, dass wir richtig viel richtig gemacht haben“, sagte Timo Hübers. Viel, aber nicht alles. Denn als eben alles auf die drei Punkte beim Spitzenreiter hinauslief, schlug dieser wie aus dem Nichts zu.

„Wir haben den Sack nicht zugemacht und dem Gegner immer noch Luft gegeben. Das ist ein ganz bitterer Punkt, weil wir den Sieg mehr als verdient gehabt hätten“, sagte Gerhard Struber. Es wurde ein Punkt, weil Düsseldorf unerklärlicherweise noch einmal die zweite Luft bekam. Erst ein Lattentreffer, dann der Glückstreffer von Jona Niemiec, dem der Ball bei einer Flanke so unglücklich über den Schlappen rutschte, dass man ihn wohl bei der Wahl zum Tor des Monats wiederfinden wird. „Ich kann es mir selbst nicht erklären, ich weiß nicht, wieso wir es nicht schaffen, die Führung über die Ziellinie zu bringen und wieso wir es nicht schaffen, unsere Vier-gegen-zwei-Situationen oder die Fünf-gegen-drei-Situationen auszuspielen und zum Torschuss zu kommen.“ Und so blieb am Ende ein 2:2 gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter, die Erkenntnis, dass man auch gegen den Primus die bessere Mannschaft war. Ansonsten aber Ratlosigkeit, Enttäuschung und Frust.    


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Tim Lemperle vom 1. FC Köln

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Schock in der Nachspielzeit. Der FC vergibt den nächsten Sieg

Gerhard Struber beim Spiel des 1. FC Köln in Düsseldorf
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Schock in der Nachspielzeit. Der FC vergibt den nächsten Sieg

Der 1. FC Köln verpasst den Sieg bei Fortuna Düsseldorf. Und das durch einen Last-Minute-Schock. Nach Toren von Eric Martel und Linton Maina glichen zunächst Emmanuel Iyoha und in der Nachspielzeit Jona Niemiec für Düsseldorf aus.

Der FC hätte beinahe die richtige Antwort auf die bittere 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Magdeburg gegeben. Beinahe. Denn durch einen Gegentreffer in der Nachspielzeit brachten sich die Kölner um den Sieg. Der 1. FC Köln verpasst den Sieg bei Fortuna Düsseldorf, spielt nur 2:2. Eric Martel traf per Flugkopfball, Emannuel Iyoha glich aus. Nach dem Wechsel traf Linton Maina für den FC, bevor Jona Niemiec in der letzten Aktion glücklich traf.

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Wie erwartet musste Gerhard Struber seine Startformation im Vergleich zur Vorwoche auf einer Position umstellen. Während Linton Maina rechtzeitig fit wurde, fiel Dejan Ljubicic krank aus. Der Kölner Coach entschied sich für Luca Waldschmidt in der Anfangsformation. Der ehemalige Naitonalspieler bekam „einige Freiheiten“, spielte in der Offensive gleich auf mehreren Positionen, so zogen Maina und Tim Lemperle auch immer mal wieder auf die Außen. Es dauerte aber einige Minuten bis die Kölner mal in eine gute Abschlussposition kamen. Nach einer kurzen Ecke spielte Maina Denis Huseinbasic in der Box frei, der legte zur Sechzehnerlinie zurück und Waldschmidt zog ab. Düsseldorfs Florian Kastenmeier musste sich ganz schön strecken (10.). Auch einen Kopfball von Timo Hübers, erneut nach einem Eckball, entschärfte der Düsseldorfer Torhüter.

Martel trifft per Flugkopfball

Einen starken Querpass von Lemperle lenkte der Keeper ebenfalls zur Ecke ab (20.). Und die brachte die Kölner Führung. Leart Pacaradas Standard landete bei Maina, der die Kugel von der rechten Seite in die Gefahrenzone schlug, Hübers legte im Fallen zurück und Eric Martel setzte zum Flugkopfball und zum Tor an (21.). Doch die Freude währte nicht lange – gerade einmal vier Minuten. Tim Rossmann hatte auf seiner linken Seite leichtes Spiel mit Jan Thielmann. Der Neuzugang spielte die Kugel flach vors Tor, Julian Pauli konnte nicht richtig klären und aus dem Rückraum kam Emmanuel Iyoha angerauscht: 1:1 (25.). Der FC war fortan wieder das dominante Team und hatte auch die besseren Möglichkeiten. Wieder einmal schickte Maina auf der linken Seite Lemperle, wieder legte der Angreifer zurück. Doch Waldschmidts Versuch köpfte Tim Oberdorf für den geschlagenen Kastenmeier von der Linie (35.). So ging es mit dem 1:1 in die Kabine.

Maina schlenzt ins lange Eck

Der FC übernahm auch nach dem Wechsel die Kontrolle. Thielmann schaltete sich mal in die Offensive ein, brachte eine Flanke aus dem Halbfeld auf Waldschmidt, der verfehlte das Tor aber freistehend deutlich (48.). Köln war weiterhin Spiel bestimmend, belohnte sich aber nicht. Damion Downs tauchte gleich doppelt im Düsseldorfer Strafraum auf. Die erste Aktion entschärfte Kastenmeier, der zweite rauschte knapp am Tor vorbei (57.). Auch eine Drei-auf-eins-Situation brachte nicht den erhofften Erfolg. Huseinbasic trieb die Kugel Richtung Strafraum, nahm dann ein wenig das Tempo raus und versuchte es selbst, anstatt auf Waldschmidt zu passen. Kastenmeier rettete (60.). Besser machte es Maina. Der 25-Jährige zog nach einem tollen Aufbauspiel der Kölner über Huseinbasic und Lemperle Richtung Strafraum, dann ins Zentrum und schlenzte die Kugel ins lange Eck (61).

Der FC gab weiterhin den Ton an und hätte auch erhöhen können. Waldschmidt kam innerhalb des Sechzehners zum Abschluss, doch Kastenmeier war wieder zur Stelle, genauso wie beim Nachschuss von Lemperle (67.). Der Keeper rettete auch gegen den eingewechselten Steffen Tigges, der nach schönem Zuspiel von Thielmann aus kurzer Distanz aufs Tor zielte (72.). Düsseldorf fiel dagegen nur noch wenig ein. Der FC stand nun ein wenig tiefer und lauerte auf Konter. Erst durch Vincent Vermeij kam noch mal ein wenig Gefahr auf. Der Angreifer köpfte den Ball an Julian Paulis Arm. Die Szene wurde auch überprüft, es gab zu Recht keinen Strafstoß (83.). Düsseldorf warf noch einmal alles nach vorne. Und belohnte sich. Jona Niemiec flankte von der rechten Seite Richtung Tor und die Kugel senkte sich in den Giebel (90.+4) und das mit der letzten Aktion des Spiels. Am kommenden Sonntag empfängt Köln den Karlsruher SC.


FC: Urbig – Pacarada (89. Heintz), Pauli, Hübers, Thielmann – Martel – Maina, Huseinbasic, Waldschmidt- Downs (63. Tigges), Lemperle (87. Olesen) – Tore: 0:1 Martel (21.), 1:1 Iyoha (25.), 1:2 Maina (61.), 2:2 Niemiec (90. +4)


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

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Jaka Potocnik vom 1. FC Köln

Ansage an die Youngster

Das Kölner Mittelfeld ragt deutlich hervor

Jubel bei den Spielern des 1. FC Köln
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Das Kölner Mittelfeld ragt deutlich hervor

Dejan Ljubicic fehlte Dienstag und Mittwoch krank, Linton Maina musste das Training abbrechen. Ob die beiden Akteure gegen Düsseldorf auflaufen können, ist offen. Ein Ausfall wäre besonders bitter. Denn die Zentrale ist besonders wichtig für den 1. FC Köln: Das Mittelfeld überragt im Kader.

Ob Dejan Ljubicic, Denis Huseinbasic, Eric Martel oder Linton Maina, das Mittelfeld ist in dieser Saison das Aushängeschild des 1. FC Köln: Das Mittelfeld überragt im Kader.

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Die Hiobsbotschaften prasselten zu Beginn der Vorbereitungswoche gleich mehrfach am Geißbockheim ein. Am Dienstag meldete sich Dejan Ljubicic krank, am Mittwoch war der Mittelfeldspieler noch nicht fit und am Mittwoch musste dann auch noch Linton Maina das Training bei den Geißböcken abbrechen. Der Offensivspieler wurde von den Physiotherapeuten auf dem Platz behandelt. Möglicherweise am Rücken. Dort hatte der Offensivspieler schon im vergangenen Jahr Beschwerden, fiel Wochen aus. Es ist weder gesagt, dass es sich um eine ähnliche Verletzung noch, dass es sich bei dem Abbruch nicht nur um eine Vorsichtsmaßnahme gehandelt hat. Zudem sind bekanntlich noch ein paar Tage Zeit bis Samstag. Es ist also durchaus möglich, dass die beiden Akteure bis zum Spiel gegen Düsseldorf wieder zur Verfügung stehen.

Zahlreiche Topwerte der Liga

Ein Ausfall würde den FC in beiden Fällen empfindlich treffen. Denn gerade das Mittelfeld ist in dieser Spielzeit das Prunktsück der Geißböcke. Und das hört sich nach der vergangenen Saison ein wenig abenteuerlich an. Zumal es gerade beim Stammpersonal um eben Ljubicic, Maina, aber auch Denis Huseinbasic und Eric Martel bislang keine nennenswerte Verstärkung aus den Reihen der zurückgekehrten Leihspieler oder der Youngster gibt. Alle vier spielten in der vergangenen Saison für den FC, kaum einer konnte konstant überzeugen – am ehesten wohl noch Eric Martel, der aber bei der notgedrungen defensiveren Ausrichtung der Kölner abenfalls nur selten ein spielerischer Faktor war. In der 2. Bundesliga ist das Spiel der Kölner ein anderes. Eins, dass dem Kölner Mittelfeld entgegen kommt.

Die Kölner spielen wieder Fußball und der Großteil der Impulse kommt zwangsläufig aus dem Mittelfeld. Maina bereitete in den sechs Saisonspielen bereits vier Treffer vor, Ljubicic in fünf Begegnungen zwei. In der Liga legte Maina 13 Torschüsse auf, der Österreicher sogar 15. Die beiden Mittelfeldspieler waren also an einem Viertel der insgesamt 115 Torabschlüsse mit dem finalen Pass beteiligt. Zudem gaben die beiden Akteure zusammmen ebenfalls 28 Torschüsse selbst ab. Ljubicic kommt zudem auf die meisten Sprints und intensiven Läufe der Liga. Auch, wenn der Mittelfeldspieler gegen Magdeburg nicht seinen besten Tag erwischte, Maina und Ljubicic sind wohl die positiven Überraschungen der noch jungen Saison, wirken fast wie ausgewechselt.

Mittelfeld spielt erstklassig auf

Ebenfalls eine starke Saison spielt Huseinbasic, der in der Länderspielpause seinen ersten Scorerpunkt in der A-Nationalmannschaft und dann auch noch gegen die Niederlande einsammelte. Huseinbasic setzte seine Mitspieler gleich mehrfach mit starken Steckpässen und Pässen in die Tiefe ein. Der Ertrag ist für die Qualität seiner Bälle überschaubar. Zwar kommt auch der 23-Jährige bereits auf ein Tor und eine Vorlage, mit seinen Third Passes und direkten Torvorlagen wäre aber durchaus mehr drin gewesen. Und das macht das aktuelle Problem der Kölner besonders deutlich. Während das Mittelfeld wohl das beste der Liga ist, zumindest die meisten Chancen kreiert, die meisten Torabschlüsse vorbereitet, lässt gerade der Angriff zu viele beste Chancen liegen. Und das nicht nur im Duell gegen Magdeburg, in dem das Manko aber aufgrund der Anzahl und Qualität der vergebenen Chancen besonders auffiel.

Abgesehen von den Begegnungen gegen Braunschweig und Schalke offenbarten die Kölner Angreifer vor dem gegnerischen Gehäuse immer wieder die eklatante Abschlussschwäche. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass auch Tim Lemperle viele Chancen kreierte, die ebenfalls nicht verwertet wurden. Und auch die Defensive ist mit bereits sieben Gegentoren alles andere als sattelfest. Nur Hertha BSC kassierte aus der oberen Tabellenhälfte mehr Gegentore. Abgesehen von den beiden Spielen gegen Königsblau und das niedersächsische Schlusslicht hätten die Kölner immer drei Tore gebraucht, um zu gewinnen. Das gelang nur gegen Sandhausen im Pokal in der Verlängerung. Und doch können sich die Geißböcke aufgrund der fehlenden Kaderbreite aktuell auch keine Ausfälle in Sturm und Abwehr erlauben.

Schon gegen Sandhausen fielen mit Dejan Ljubicic und Eric Martel zwei Mittelfeldspieler aus. Diese Ausfälle konnten aber unter anderem von Mathias Olesen kompensiert werden. Immerhin bahnt sich nun die Rückkehr von Max Finkgräfe für die kommenden Begegnungen an. Auch der Youngster spielte bekanntlich schon im Zentrum.


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Linton Maina im Trikot des 1. FC Köln

Trainingsabbruch bei Linton Maina

Max Finkgräfe vom 1. FC Köln

Finkgräfe hofft auf Einsatz

Gegenpole der Ex-Kölner beim VfB – Chabot startet durch, Diehl muss zuschauen

Jeff Chabot und Justin Diehl
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Gegenpole der Ex-Kölner beim VfB – Chabot startet durch, Diehl muss zuschauen

Am Abend spielt der VfB Stuttgart in der Champions League bei Real Madrid. Auf die ganz große Bühne wollten auch zwei Akteure, die in der vergangenen Saison noch für den FC auf dem Feld standen. Doch das Zwischenfazit fällt höchst unterschiedlich aus. So schlagen sich die Ex-Kölner Jeff Chabot und Justin Diehl beim VfB Stuttgart.

Für Jeff Chabot steht am Abend die Premiere in der Champions League gegen Real Madrid auf dem Programm, für Justin Diehl ist erst einmal Pause angesagt. So schlagen sich die Ex-Kölner Jeff Chabot und Justin Diehl.

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In der vergangenen Woche gab es ein kleines Wiedersehen. Justin Diehl traf in der U20-Nationalmannschaft auf seinen alten Sturmpartner Damion Downs. Gemeinsam mit dem Angreifer sowie mit dem Ex-Teamkollegen Julian Pauli feierte der Offensivakteur zwei Siege im Dress der Nationalmannschaft, bereitete gegen Italien sogar einen Treffer mit einem Freistoß vor. Für den 19-Jährigen ein wenig Balsam auf die geschundene Seele, denn den Wechsel zum VfB Stuttgart hat sich der gebürtige Kölner sicherlich anders vorgestellt. Die Vorgeschichte ist bekannt. Der FC hätte gerne mit dem Offensivspisler verlängert, Diehl sah seine Zukunft aber nicht mehr beim FC, zunächst wurde das Talent aussortiert, dann in den Kader zurückgeholt. Angebote von Seiten der Kölner lehnte der Youngster ab, der Vertrag lief aus. Der Wechsel von Diehl nach Stuttgart aus Kölner Sicht ärgerlich, aber absolut legitim.

Verletzungspech bei Diehl

Zumal die Vorstellung Champions League zu spielen für einen Fußballprofi sicherlich mehr Charme haben dürfte, als der graue Alltag der 2. Bundesliga. Am Dienstagabend spielt der VfB Stuttgart etwa in der Königsklasse im Estadio Santiago Bernabéu gegen Real Madrid, während sich der FC noch von den Nachwirkungen der 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Magdeburg erholt. Nur wird Diehl nicht in Madrid auflaufen. Aus mehreren Gründen. Vor allem aber, weil er für den Kader der Königsklasse gar nicht erst berücksichtigt wurde. Bei den Schwaben ist Diehl aktuell nur zweite Wahl. Kein Wunder, die Konkurrenz in der Stuttgarter Offensive ist mit Akteuren wie Deniz Undav, Chris Führich oder Ermedin Demirovic beachtlich groß. So kam der 19-Jährige gegen Freiburg zwar im ersten Duell zu einem Kurzeinsatz, es folgten gegen Mainz aber schon 90 Minuten auf der Bank und am vergangenen Wochenende dann sogar der Gang in die Stuttgarter Reserve.

Einen Weg, den der Offensivspieler aus Kölner Zeiten noch kennt. Dabei sah Diehl wie einer der Gewinner der Vorbereitung aus. „Er zählt auf seiner Position zu den spannendsten Spielern in Deutschland. Beim VfB wollen wir seine Fähigkeiten weiter ausbauen und fördern“, hatte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth zu Beginn der Spielzeit gesagt. „Er hat enorme Anlagen, ist schnell und trickreich“, lobte VfB-Coach Sebastian Hoeneß seinen Neuzugang im August. „Es geht darum, dass er gesund bleibt und ab und zu den Kopf hochnimmt.“ Nur ist Diehl nun eben nicht gesund geblieben. Wenige Tage nach seinem Erfolg in der U20 des DFB folgte eine weitere Ernüchterung. Das Drittliga-Duell gegen den FC Ingolstadt war für Diehl bereits nach wenigen Minuten wieder beendet. Ein MRT bestätigte die erste Diagnose: Schulterluxation, Diehl wird vier bis sechs Wochen ausfallen und sich dann mühsam zurückkämpfen müssen.

Chabot beim VfB Leistungsträger

So wird dem Talent vorerst nur die Rolle des Zuschauers bleiben, während sein ehemaliger Kölner Kollege Jeff Chabot am Abend wohl das ganz große Parkett des internationalen Fußballs betreten wird. Der ehemalige Kölner Abwehrchef hat genau diese Rolle auch beim VfB längst übernommen. Der 26-Jährige ist der einzige Stuttgarter Feldspieler, der jede Minute in allen vier Pflichtspielen auf dem Feld stand. Und wie schon im Vorjahr gehört Chabot in der noch jungen Saison nach der Statistik zu den besten Innenverteidigern des Landes. Chabot hat die beste Zweikampfquote aller Stammspieler der Bundesliga, kommt auf eine Passquote von über 90 Prozent. Werte, die er auch beim FC erreichte. Nur eben im Abstiegskampf. Der Wechsel zum VfB verlief nicht nur geräuschlos, die Kölner Fans reagierten mit viel Verständnis. Den Karrieresprung hat sich der Innenverteidiger nach starker Saison verdient, so der wohl berechtigte Tenor.

Nun kann sich der Abwehrspieler auf der internationalen Bühne zeigen, am Abend gegen Real Madrid. Gut möglich, dass für den Abwehrjeff dann schon bald sogar noch ein wenig mehr drin ist. Chabots Vorgänger Waldemar Anton hat es vorgemacht.


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Verliert der FC den Anschluss?

Einzelkritik

Der FC droht bereits früh den Anschluss zu verlieren

Timo Hübers vom 1. FC Köln.
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Der FC droht bereits früh den Anschluss zu verlieren

Es sind gerade erst fünf Spieltage in der neuen Saison gespielt und schon stehen die Geißböcke mit dem Rücken zur Wand. Gegen Fortuna Düsseldorf darf sich der FC eigentlich keinen Ausrutscher erlauben, wollen die Kölner auf Tuchfühlung mit der Spitze bleiben. Der 1. FC Köln droht den Anschluss an die Spitze zu verlieren.

Nur sieben Punkte aus den ersten fünf Spielen ist gerade bei der Dominanz, die die Kölner in der Spielzeit auf den Platz bringen zu wenig. Vor allem die Chancenverwertung bleibt weiterhin das Problem. Das müssen die Geißböcke schnell abstellen. Der 1. FC Köln droht den Anschluss an die Spitze zu verlieren

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Auch einige Tage nach dem 1:2 gegen den 1. FC Magdeburg erscheint die Niederlage noch immer abenteuerlich. Nicht unerklärlich, denn bei 33 Torschüssen und nur einem Treffer liegt die Erklärung wohl ziemlich offensichtlich auf der Hand. Der FC geht zu fahrlässig mit den Torchancen um, die sich die Kölner wieder eindrucksvoll erspielt haben. Die sechs Punkte und 8:1-Tore gegen zwei der anfälligsten Abwehrreihen der Liga haben das Problem (Dank der Länderspielpause) für gut drei Wochen kaschiert, die 1:2-Pleite gegen den FCM hat dieses aber auf schmerzhafte Art und Weise wieder offengelegt. Und so stand am späten Samstagabend bereits die zweite Heimniederlage der noch jungen Saison und am Sonntagabend dann der achte Tabellenplatz auf dem Konto der Geißböcke.

Mit Wut im Bauch gegen die Fortuna

Diese sieben Punkte sind aktuell so viel mehr als der eine Zähler nach dem fünften Spieltag der vergangenen Saison, aber auch so viel zu wenig, für eine Mannschaft, die zwar den direkten Wiederaufstieg nicht offiziell ausgerufen hat, sich aber durchaus als erstklassige Mannschaft wähnt. Die aktuelle Momentaufnahme sieht nämlich viel mehr nach grauem Ligaalltag aus, als es den Kölnern lieb sein dürfte. Der Rückstand zum Spitzenduo beträgt bereits sechs Punkte, der auf Rang drei immerhin vier. Die Saison ist jung, es kann viel passieren und außerdem waren Damion Downs und Co. doch so oft so nah am erlösenden Treffer. Und doch sind es am Ende die Punkte, die eine Mannschaft auf- oder auch absteigen lassen und eben nicht die knapp vergebenen Tormöglichkeiten. Das sollte den Kölnern spätestens nach der vergangenen Saison und den auch damals schon früh artikulierten Sorgen der Fans über einen Abstieg klar sein.

Und so fassten die Kölner schon unmittelbar nach dem 1:2 wieder Mut, richteten den Fokus neu aus. „Wichtig ist, so drauf zu bleiben, dass wir am Ende des Tages alle in eine Richtung gehen, wo wir wieder freudestrahlend sind“, sagte Trainer Gerhard Struber, der dennoch von einer schmerzhaften Pleite sprach. „Das ist Fußball und der tut halt auch mal richtig weh, das ist bitter.“ Timo Hübers blickte fast schon bockig auf die bevorstehende Aufgabe. „Am besten nehmen wir die Wut aus dem Spiel hier mit und bringen das dann auf den Platz“, sagte der Kölner Kapitän und betonte, dass man immerhin in die wichtigen Räume gekommen sei und sich viele Chancen erspielt habe. Alles richtig, nur wird es am Samstag dann doch ein wenig mehr brauchen.

Nicht die besten Vorzeichen

Der FC ist am 6. Spieltag nämlich zu Gast bei Fortuna Düsseldorf und damit beim ungeschlagenen Spitzenreiter, der bislang erst einen Gegentreffer kassierte. Es ist das erste von zwei Spielen gegen das aktuelle Spitzenduo und nach dem 1:2 gegen Magdeburg am 5. Spieltag das zweite von drei Duellen gegen das Spitzen-Trio. Die aktuellen Spiele sind schon ein wenig die Wochen der Wahrheit und in diesem Fall tatsächlich so etwas wie der überstrapazierte Begriff eines Gradmessers. Denn sollten die Kölner am Samstag verlieren, ist die Fortuna auf neun Punkte enteilt. Der KSC spielt gegen den 1. FC Magdeburg. Die Chance, dass ein weiteres Team also das Polster deutlich erhöht, ist somit ebenfalls gegeben. Und dann folgt für den FC auch schon die Partie gegen die Badener. Während Düsseldorf die Spitzenreiterposition im Heimspiel gegen Fürth ausbauen kann.

Wenn es also ganz blöd läuft, könnte der Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze nach dem 7. Spieltag bereits zwölf Punkte betragen. Eine Hausmarke, ein dickes Brett, was es dann zu bohren gelten würde. Hübers erklärte am Samstagabend, dass man sich dennoch auf das Spiel freuen könne. „Da wird richtig Hitze im Kessel sein, das Spiel gab es lange nicht“, sagte der Kölner Abwehrchef. Stimmt. In Düsseldorf zuletzt vor ziemlich genau vier Jahren. Damals setzte sich der Gastgeber 2:0 durch. Auch, weil die Fortuna kaltschnäuziger war und der FC seine Chancen liegen ließ. Gute Vorzeichen sehen aktuell anders aus. Dabei sollten die Kölner bis zur Winterpause auf Tuchfühlung bleiben, denn erst dann kann nachgebessert werden.


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