Florian Kainz spielte bislang eine eher bescheidene Saison. Am Freitagabend รถffnete der รsterreicher die Tรผr zur Bundesliga fรผr den 1. FC Kรถln: Florian Kainz wird zum Matchwinner gegen Nรผrnberg und lรคsst ganz Kรถln hoffen.
Es war sicher nicht die Saison fรผr den Mittelfeldspieler, die Begegnung gegen Nรผrnberg fรผr ihn aber eine Meisterleistung fรผr den 1. FC Kรถln: Florian Kainz wird mit zwei Treffern zum Matchwinner im Duell gegen den 1. FC Nรผrnberg.

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Irgendwie wollte so ziemlich jeder FC-Spieler zum Torschรผtzen. Einzig Tim Lemperle schien in dem Moment eher an der schnellen Weiterfรผhrung der Begegnung interessiert zu sein. Der Stรผrmer trug den Ball schon wieder Richtung Mittellinie, in der Hoffnung noch einen Treffer nachlegen zu kรถnnen, wรคhrend sich die restlichen Spieler um Florian Kainz versammelten und das vor einem Groรteil der rund 6000 Fans im Nรผrnberger Stadion. „Da sind schon ein paar Steine abgefallen“, sagte Marvin Schwรคbe. Zum einen, weil der FC nun einen groรen Schritt Richtung Aufstieg gemacht hat. Vor den Samstagspielen haben die Geiรbรถcke sechs Zรคhler Vorsprung auf Elversberg und Paderborn – die einzigen beiden Teams, die den FC neben dem HSV noch abfangen kรถnnten und dazu mรผssten beide Teams beide Spiele gewinnen.
„Der Zweite war jetzt nicht mehr der schwierigste“
Oder andersrum, sollten Elversberg gegen Braunscheig oder Paderborn gegen Magdeburg nicht gewinnen, spielen die Kรถlner ab Sommer wieder erstklassig. Der Schlรผssel Friedhelm Funkel scheint zu passen. Doch es fielen da noch ganz andere Steine herunter. Die von Florian Kainz. Nachdem Janis Antiste den Club in Fรผhrung gebracht hatte, traf der รsterreicher doppelt. Und gerade mit dem zweiten Tor brachen ziemlich viele Dรคmme. Denn so richtig hatten zu diesem Zeitpunkt nur noch die wenigsten an eine Entscheidung geglaubt. „Ich wรคre mit dem 1:1 auch zufrieden gewesen“, sagte Friedhelm Funkel spรคter und erklรคrte damit vielleicht auch, warum der Trainer in den Schlussminuten nicht mehr alles auf eine Karte setzte und Damion Downs oder Imad Rondic fรผr die Schlussphase brachte.
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Kainz traf dann aber in der Nachspielzeit zum 2:1 und รถffnete damit das Tor zur Bundesliga. Ausgerechnet Kainz, will man sagen. Denn der Mittelfeldspieler lief nahezu die gesamte Saison der Musik hinerher. Kainz hatte im vergangenen Sommer ebenfalls seinen Verbleib angekรผndigt – das nach einer mรครigen Saison und nachdem klar war, er wรผrde das Kapitรคnsamt abegeben mรผssen. Zunรคchst warf den Routinier aber eine Verletzung aus der Bahn, anschlieรend tat sich der รsterreicher aber auch weiterhin schwer. So richtig gut lief es eher selten. Nach zwei Vorlagen in der Hinrunde erzielte der 32-Jรคhrige sein erstes Saisontor im Hinspiel gegen Nรผrnberg. Es folgte ein weiteres gegen Fortuna Dรผsseldorf und nun eben gleich zwei. „Den ersten habe ich gar nicht so getroffen, wie ich mir vorgestellt habe. Der Zweite war jetzt nicht mehr der schwierigste.“
„Ich wusste, was er auf den Platz bringen kann“
Aber vielleicht der wichtigste. Denn das Ziel ist nun nahe. „Es sind drei ganz wichtige Punkte und es war ein riesen Schritt, um unser Ziel zu erreichen. Ich freue mich natรผrlich auch, dass ich da meinen Teil dazu beitragen habe“, erklรคrte Kainz weiter. In dieser Spielzeit hatte der Offensivspieler eher selten seinen Teil beigetragen. Und tatsรคchlich hatte Funkel vielleicht sogar ein wenig mit der Startelf-Nominierung des 32-Jรคhrigen รผberrascht. Viele Beobachter hatten eher mit Linton Maina gerechnet. „Er hat das auf den Platz gebracht, was ich von ihm erwartet habe“, sagte Funkel. „Ich wusste, was er auf den Platz bringen kann. Er ist immer in der Lage, gefรคhrliche Chancen zu kreieren oder wenn er die Chance hat, den Ball im Tor unterzubringen. Es freut mich, dass so ein Spieler mal zwei ganz wichtige Tore fรผr sein Team schafft.“
Kainz wurde damit zum Matchwinner. Das war ihm in รคhnlicher Form das letzte Mal im Derby gegen Gladbach in der Abstiegssaison gelungen. Nun ist er ein entscheidender Faktor im Aufstiegsrennen. „Trainerwechsel bringen immer neue Impulse“, sagte Kainz spรคter, meinte eigentlich die Gesamtsituation nach dem Spiel, sprach aber vielleicht auch von seinem Sahnetag. „Spieler wittern neue Chancen.“ Und die hat der Offensivspieler gegen Nรผrnberg genutzt. Vielleicht auch, weil der รsterreicher mal wieder auf seiner angestammten Position spielen konnte. „Kainzi“ war in der Offensive Dreh- und Angelpunkt, funktionierte mit Leart Pacarada stark. Schon zu Beginn hatte der Mittelfeldspieler Luca Waldschmidt stark bedient, doch der Zehner vergab. Anschlieรend steckte er die Kugel ganz schlau auf Jan Thielmann durch, der aber knapp verpasste, den Innenpfosten traf.
„Flo war nicht nur aufgrund seiner beiden Treffer fรผr uns heute extrem wichtig“, sagte auch Thomas Kessler. „Er hat die Erwartungshaltung an sich selbst, dass er Fรผhrungsspieler dieser Mannschaft ist. Wenn du Phasen hast, wo es nicht lรคuft, da leidet er mit. Ich habe ihn nach Regensburg gesehen, wie sehr er gelitten hat. Jetzt kam er mir gerade entgegen und das ist der Florian Kainz, den ich lieber sehe.“ Am liebsten nicht nur gegen Kaiserslautern, sondern auch wieder in der kommenden Spielzeit. Dann vielleicht in Liga eins. Kainz hat am Freitagabend alles dafรผr getan.








