Die Transferpolitik der Verantwortlichen des 1. FC Kรถln schien zu Beginn der Saison aus wirtschaftlicher Sicht wohl Sinn zu machen. Sportlich gesehen ging der Plan auf erschreckende Art und Weise nach hinten los. Das Fazit zu den Neuverpflichtungen fรคllt ein Jahr spรคter enttรคuschend aus.
Die Verantwortlichen des 1. FC Kรถln haben sich offenbar bei den zuletzt getรคtigten Transfers grรผndlich verschรคtzt. Eine konstante Verstรคrkung war fรผr die Geiรbรถcke unter dem Strich nicht dabei. So enttรคuschend fรคllt die Transferbilanz des 1. FC Kรถln aus.

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Wirtschaftlich hatte im vergangenen Sommer eigentlich viel fรผr eine gute Transferphase beim 1. FC Kรถln gesprochen. Acht Spieler wurden verpflichtet, nur fรผr Dominique Heintz eine geringe Ablรถse gezahlt. Der Plan, Spieler fรผr kleines Geld unter Vertrag zu nehmen, um sowohl von einem sportlichen als auch wirtschaftlichen Erfolg zu profitieren, war durchaus verstรคndlich, sogar aus finanzieller Sicht durchaus durchdacht. Rasmus Carstensen wurde zum Beispiel geliehen und mit einer Kaufoption in Hรถhe von 1,5 Millionen Euro versehen. Der Marktwert wird mittlerweile auf drei bis fรผnf Millionen Euro geschรคtzt.
Wirtschaftlich verstรคndlich, sportlich desastrรถs
Doch was nutzt der beste wirtschaftliche Plan, wenn die sportliche Idee auf der Strecke bleibt. Der FC ist abgestiegen und die Bilanz der Neuverpflichtungen erschreckend. Da hilft der finanzielle Aspekt rein gar nichts. Die FC-Bosse lagen mit vielen Einschรคtzungen grรผndlich daneben. Eine Verstรคrkung war unterm Strich nicht dabei. Sicher auch, weil beim 1. FC Kรถln im vergangenen Frรผh-Sommer die mรถgliche Transfersperre รผber allen Entscheidungen hing. Und die wird den Kรถlner Verantwortlichen zweifelsohne so manchen Strich durch so manche Rechnung gemacht haben. Stichwort: Benedict Hollerbach. Und dennoch sahen sich Christian Keller und Co. gut gerรผstet fรผr die kommende Spielzeit. Ein Trugschluss. Das Fazit zu den Neuverpflichtungen fรคllt ein Jahr spรคter mehr als mau aus.
Leart Pacarada stand schon vor der Transfersperre als kรผnftiger Linksverteidiger fest. Sogar schon bevor Jonas Hector seinen Rรผcktritt bekanntgab. Als nomineller Ersatz fรผr den ehemaligen Nationalspieler war der Linksverteidiger somit vermutlich nicht vorgesehen – zumindest nicht offiziell. Steffen Baumgart setzte zunรคchst auch groรe Stรผcke auf den Abwehrspieler, machte ihn zum Stammspieler. Nach dem 0:6 gegen Leipzig sowie dem Pokal-Aus gegen Lautern war der „beste Linksverteidiger der 2. Bundesliga“ erst einmal auรen vor. Dazu kamen noch Verletzungen und Erkrankungen. Letztlich verlor Pacarada seinen Stammplatz an Youngster Max Finkgrรคfe. >>> 19 Einsรคtze, 13 Mal Startelf
Kein Transfer konnte konstant รผberzeugen
Jacob Christensen galt ebenfalls nicht als Eins-zu-eins-Ersatz fรผr Ellyes Skhiri. Das betonte Christian Keller so gut wie bei jeder Mรถglichkeit. Dennoch waren die Erwartungen in den dรคnischen Mittelfeldspieler hoch. Auch, weil Christensen in Dรคnemark zu einem der grรถรten Talente gehรถrte und schon auf mehr als 150 Pflichtspiel-Einsรคtze kam. Beim FC kam er nach einem Auftritt im DFB-Pokal lange gar nicht mehr zum Einsatz. Sein Bundesliga-Debรผt feierte der Dรคne am 18. Spieltag, beim 0:4 gegen Borussia Dortmund. Es folgten einige Kurzeinsรคtze sowie gegen die Bayern und Darmstadt auch Spiele von Beginn an. Eigentlich lรถste Christensen seine Aufgabe nicht schlecht. Offenbar aber auch nicht gut genug. Seitdem saร der Dรคne nur noch auf der Bank. >>> 8 Einsรคtze, 2 Mal Startelf
Jonas Nickisch kam als Torwart, der im Endeffekt die Trainingsgruppe der Profis auffรผllt. Ansonsten spielt der Keeper in der U21. Dort war Nickisch in 34 spielen im Einsatz, blieb elf Mal zu Null. Ansprรผche auf mehr hat der Keeper allerdings vorerst nicht. In der kommenden Spielzeit werden Marvin Schwรคbe oder Jonas Urbig die Nummer eins beim FC sein. >>> – Einsรคtze, – Mal Startelf
Luca Waldschmidt sollte so etwas wie der diesjรคhrige Kรถnigstransfer der Kรถlner werden. Wurde er nicht. Und das hat vielschichtige Grรผnde. Dabei hatte sich Christian Keller doch so gefreut, als der Name endlich fiel. Keller hatte einen Namen versprochen, mit dem man nicht rechnete, die Fans sollten ihn bekommen. Nur haben die Anhรคnger bei dem Namen wohl mit mehr gerechnet. Der Unterschiedsspieler hatte nรคmlich relativ wenig von Unterschied. Nach Stammplatzgarantie zu Beginn der Saison, kam auch der ehemalige Nationalspieler nicht immer รผber den Status des Jokers hinaus. Im Januar folgte die schwere Verletzung. So fiel der Stรผrmer insgesamt fรผr 12 Spiele aus. Mit drei Toren und zwei Vorlagen blieb auch Waldschmidt weit, sehr weit hinter den Erwartungen zurรผck. >>> 24 Einsรคtze, 16 Mal Startelf
Rasmus Carstensen wurde als Backup fรผr Benno Schmitz nach Kรถln geholt. Doch der junge Dรคne zeigte schon in der Vorbereitung, dass er durchaus mehr sein kรถnne. Carstensen wurde unter Steffen Baumgart zunรคchst zum Stammspieler, verlor den Platz unter Timo Schultz, bekam ihn wieder, um ihn dann erneut zu verlieren. Aktuell deutet viel daraufhin, dass der FC die Kaufoption zieht und den 23-Jรคhrigen fest verpflichtet. Finanziell wรผrde sich das lohnen. Sportlich konnte sich auch Carstensen nicht wirklich durchsetzen, bekam sogar Jan Thielmann zwischenzeitlich vor die Nase gesetzt. >>> 24 Einsรคtze, 18 Mal Startelf
Philipp Pentke sollte ursprรผnglich „nur“ den Trainings-Kader auffรผllen und war nicht als Verstรคrkung vorgesehen. Erst als sich die Suche nach einem Ersatz fรผr Timo Horn immer schwerer herausstellte, griffen die FC-Bosse zu und nahmen Pentke unter Vertrag. Der Routinier erfรผllt seine Aufgabe als Nummer zwei ohne groรe Stรถrgerรคusche und das wohl auch in der kommenden Saison. >>> – Einsรคtze, – Mal Startelf
Dominique Heintz kam wohl nachdem Steffen Baumgart Nikola Soldo als nicht gut genug fรผr die Bundesliga empfunden hat. Bei dem Innenverteidiger wussten die Kรถlner, was sie bekamen. Und Heintz hielt sein Versprechen, spielte seinen Stiefel einige Male solide runter. Im direkten Duell offenbart der Abwehrspieler gerade in Sachen Tempo einige Schwรคchen. Dennoch als Backup fรผr das gesetzte Innenverteidiger-Duo wohl der erfolgreichste Transfer. >>> 12 Einsรคtze, 6 Mal Startelf
Faride Alidou bekam unter Steffen Baumgart in der Hinrunde zunรคchst nur wenig Einsatzzeit und stand gegen Ende des Jahres vier Mal nicht im Kader. Verringerte seinen Marktwert zum Jahreswechsel von 2.5 Millionen Euro auf 1.8 Millionen Euro. Der Trainerwechsel brachte Alidou mehr Spielzeit sowie vier Treffer ein. Auch der Marktwert des 22-Jรคhrigen kletterte wieder auf das ursprรผngliche Niveau. Unter Schultz kam der Linksauรen mehrfach zu Startelf-Einsรคtzen und immerhin vier Tore. Eine wirklich positive Entwicklung brachte Alidou in dieser Spielzeit fรผr den FC somit allerdings nicht. >>> 26 Einsรคtze, 14 Mal Startelf
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