Zu wenige Erkenntnisse, ein viel zu hoher Preis: So ergibt ein Testspiel fรผr den FC keinen Sinn – ein Kommentar

Thijs Dallinga liegt verletzt am Boden
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Zu wenige Erkenntnisse, ein viel zu hoher Preis: So ergibt ein Testspiel fรผr den FC keinen Sinn – ein Kommentar

Thijs Dallinga wird dem FC wohl Monate fehlen, Ragnar Ache wahrscheinlich Wochen. Der 1. FC Kรถln hat beim Testspiel gegen Viktoria Kรถln einen hohen Preis bezahlen mรผssen. Der Nutzen der Begegnung ist auf der anderen Seite mehr als รผberschaubar. Das ist nicht alleine Schuld des Clubs, nur รคndert das nichts an der Kosten/Nutzen-Abwรคgung. Dieser Preis ist viel zu hoch fรผr den 1. FC Kรถln: Ein Kommentar zum Testspiel gegen Viktoria Kรถln.

Das Testspiel gegen Viktoria Kรถln war lange geplant, kam nicht รผberraschend. Die Freundschaftsbegegnungen stehen auf jedem Kalender der Bundesligisten, sie gehรถren zu den Lรคnderspielpausen dazu, sind auch sinnvoll und daher auch keine Grundlage einer grundsรคtzlichen Diskussion. Wenn aber der Zweck verfehlt wird, fรคllt die Wahrnehmung anders aus – erst recht, wenn es zu einer schweren Verletzung mit langer Ausfallzeit kommt.

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Ein ganz wichtiger Aspekt vorweg: Eine schwere Kreuzbandverletzung ist in erster Linie bitteres Pech, das kann der Autor aus eigener und mehrfacher Erfahrung sagen. Es hat – wenn auch unverschuldet – selten etwas mit falscher Belastungssteuerung zu tun, schon mal gar nichts mit einem Testspiel. Ein Spieler wie Thijs Dallinga kann sich beim Training genauso gut verletzen wie beim Kicken mit den eigenen Kindern. Doch der FC muss gerade einen besonders hohen Preis bezahlen. Und die Frage ist wofรผr. Testspiele gehรถren zum Alltag eines Bundesligisten dazu – seit jeher. รœber den Sinn gibt es eigentlich auch keine grรถรŸeren Diskussionen. Warum auch? Die Argumente pro Begegnungs-Probelauf liegen auf der Hand und sind absolut logisch und verstรคndlich. Die Verletzungen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache machen aus dem Test bei der Viktoria also nicht grundsรคtzlich einen รผberflรผssigen.

Viele Zwecke, wenige erfรผllt

In der Sportwissenschaft gibt es zahlreiche Zwecke, die ein Testspiel erfรผllen soll. Fรผr den Trainer geht es zum Beispiel darum, an den taktischen Systemen zu arbeiten, Fehler zu erkennen und Schwรคchen abzustellen, Spieler aus der zweiten Garde oder dem Nachwuchs zu sichten, ihnen eine Chance zu geben. Die Spieler wiederum kรถnnen sich fรผr mehr bewerben, Wettkampfminuten sammeln und im Spielrhythmus bleiben. Nach dem Duell gegen die Viktoria am Samstagnachmittag stellt sich aber durchaus die Frage, welche dieser Zwecke denn auch erfรผllt wurden. Bekanntlich befinden sich gleich neun FC-Profis auf Reisen mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften, darunter mindestens fรผnf Stammspieler. Bemerkenswert: Durch die zusรคtzliche Verletzung von Alessio Castro-Montes fehlt den Kรถlnern die komplette aktuelle Stamm-Hintermannschaft. Gerade die Defensive offenbarte aber zuletzt erstaunlich viele Wackler. Das Team konnte sich also nicht weiter einspielen, an bekannten Schwรคchen arbeiten.

Zwar merkte Renรฉ Wagner nach dem Spiel zu recht an, dass der FC endlich mal wieder nach einem Standard getroffen und kein Gegentor nach eben jenem bekommen habe, die Wahrheit ist aber auch, dass Marius Bรผlter diese Ecke verwertete. Ein Spieler, der zur zweiten Garde gehรถrte. Von dieser wiederum konnte sich kein Profi nachhaltig aufdrรคngen. Der FC wirkte in Teilen uninspiriert, manche Spieler trรคge, es fehlte die Intensitรคt, vielleicht auch ein wenig Mentalitรคt. Aufgedrรคngt hat sich keiner. Ganz sicher nicht so, dass es – abgesehen von den Stรผrmer-Verletzungen – grundsรคtzlich Wechsel fรผr die Begegnung gegen Gladbach hรคtte geben mรผssen. Wagner setzte viele U21-Spieler ein, lieรŸ sie vorspielen, nur gehรถrt zur Wahrheit auch, dass die meisten der Akteure in den Kader gerutscht sind, weil eben ein groรŸer Teil der Mannschaft unterwegs ist. Die Sommervorbereitung hat zudem gezeigt, dass es die talentierten U21-Spieler trotz guter Leistungen schwer haben, einen Platz bei den Profis zu ergattern.

Wenig Ertrag, aber hohe Kosten

Bleiben noch die Spieler, die sich auf den Lรคnderspielreisen Selbstvertrauen holen kรถnnen oder sollen. Die gibt es mit Mikey Moore und Said El Mala, die beide mit Erfolgserlebnissen heimkehren. Zwei Spieler, die aktuell ohnehin einen groรŸen Hype erfahren und um ihre Plรคtze nicht fรผrchten mรผssen. Gideon Mensah kommt aus einem Chaos von angeblich fehlenden Prรคmien, einer Trainer-Entlassung und einem abgesagten Spiel heim, Luka Lochoshvili mit einem Zรคhler aus drei Spielen, Rav van den Berg und Jahmai Simpson-Pusey mit zwei Spielen ร  90 Minuten auf der Bank – so wirklich glรผcklich lief die Lรคnderspielpause fรผr diese Kรถlner Profis also auch nicht. Natรผrlich ist auch die Erkenntnis eine Erkenntnis, dass sich aus der zweiten Reihe niemand nachhaltig aufdrรคngen konnte. Reservisten sammelten Spielpraxis, Nachwuchsspieler durften sich zeigen und Wagner bekam Eindrรผcke, die ihm im Trainingsalltag mรถglicherweise verborgen geblieben wรคren.

Nur fรคllt dieser Ertrag angesichts der Voraussetzungen รผberschaubar aus. Und genau deshalb wirkt die Bilanz dieses Samstagnachmittags so bitter. Fรผr manche der nicht erfรผllten Zwecke, wie die Leistung am Samstagnachmittag gegen einen Drittligisten, ist der FC selbst verantwortlich, fรผr die meisten kann der Club rein gar nichts. Und doch zeigt das einfache Abwรคgen zwischen Kosten und Nutzen dieses Testspiels, ein unfassbares Unverhรคltnis.

Thijs Dallinga wird dem FC lange fehlen, Ragnar Ache vermutlich fรผr einige Wochen. Diese Lรผcken aufzufรผllen wird fรผr die kommenden Wochen schwer genug. Die Vorbereitung auf das fรผr ihn so wichtige Derby ist fรผr Renรฉ Wagner schon alles andere als optimal verlaufen, nun muss sich der Coach neue Ideen aus dem ร„rmel zaubern, wie er das System auf eins ohne klassischen Zielstรผrmer umstellen kann. So bleibt bei eben der Rechnung Kosten und Nutzen nur ein einziges Ergebnis: Unter diesen Voraussetzungen und mit dieser Leistung hat der Test seinen eigentlichen Zweck fรผr den FC weitgehend verfehlt. Der Preis, den die Kรถlner dafรผr nun bezahlen, steht dazu in einem geradezu absurden Verhรคltnis.

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Aus dem Luxusproblem wird ein echtes: Der 1. FC Kรถln braucht Alternativen, die er nicht hat

Thijs Dallinga und Ragnar Ache drohen verletzt auszufallen
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Aus dem Luxusproblem wird ein echtes: Der 1. FC Kรถln braucht Alternativen, die er nicht hat

Wie unfassbar bitter: Dem FC gehen vor dem Derby gegen Borussia Mรถnchengladbach die Stรผrmer aus. Sowohl Thijs Dallinga als auch Ragnar Ache wurden im Testspiel gegen Viktoria Kรถln frรผhzeitig ausgewechselt. Beide fallen mit unterschiedlichen Diagnosen bis auf Weiteres aus. Und es stellt sich durchaus die Frage, wer gegen die Fohlen stรผrmen soll.

Testspiele in der Lรคnderspielpause sind fรผr Trainer bekanntlich immer eine zwiespรคltige Angelegenheit: Auf der einen Seite die Mรถglichkeit, Ablรคufe, Spielformen und Spieler zu testen. Auf der anderen Seite die Verletzungsgefahr. Und genau die fliegt den Kรถlnern nun besonders bitter um die Ohren. Denn im Freundschaftsspiel gegen Viktoria Kรถln hat der FC zwei Mittelstรผrmer verloren, die eigentlich fรผr den groรŸen Konkurrenzkampf bestimmt waren.

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Es hat eine besonders bittere Tragik, dass der FC im Sommer einen zweiten Mittelstรผrmer verpflichtet hat. Auch, um eine Alternative fรผr den verletzungsanfรคlligen Ragnar Ache zu haben. Jetzt werden vorerst beide fehlen. Und Renรฉ Wagner hatte es bereits Stunden vor der Schocknachricht am Sonntagabend geahnt. „Es wรคre super bitter, wenn beide ausfallen. Gerade, wenn zwei Spieler auf derselben Position ausfallen“, sagte der Coach. Aus „wรคre“ ist mittlerweile ein „ist“ geworden. Es fallen zwei Spieler auf derselben Position aus. So wirklich viele direkte Duelle gibt es beim FC dieser Tage eigentlich nicht mehr. „Im Idealfall ist klar, dass jene elf Akteure am Wochenende spielen, die in dem Moment die elf besten Spieler sind und die beste Leistung zeigen“, sagte Renรฉ Wagner zwar im Interview mit come-on-fc.com, doch tatsรคchlich kristallisiert sich immer mehr eine Stammformation bei den GeiรŸbรถcken heraus. Denn nach den bisherigen Leistungen dรผrften aktuell neun, vermutlich zehn Plรคtze in der ersten Elf vergeben sein.

Beide Mittelstรผrmer verletzt vom Platz

So wirklich spannend sah es bislang nur noch in vorderster Front aus. Das Duell zwischen Thijs Dallinga und Ragnar Ache um den einen Platz des Mittelstรผrmers, schien komplett offen zu sein. Ein seltenes Luxusproblem bei den GeiรŸbรถcken. Doch am Samstagnachmittag ist ein ganz anderes Problem daraus geworden. Denn beide Mittelstรผrmer werden nun lรคnger auszufallen. Fรผr Dallinga endete das Testspiel bereits nach 20 Minuten. Der Mittelstรผrmer hatte in der Startelf gestanden, wurde aber zunรคchst nicht in Szene gesetzt. Nach einem Zweikampf in der Box ging der Spieler zu Boden und blieb schreiend liegen. Schon wรคhrend der Behandlung wurde klar, der Niederlรคnder kรถnne nicht weiterspielen. Am Abend folgte die bittere Diagnose „Kreuzbandverletzung“. Dallinga wird Monate ausfallen.

Fรผr den Niederlรคnder kam der direkte Konkurrent Ache, der nun ebenfalls seine Chance erhalten sollte. Doch auch fรผr den zweiten Mittelstรผrmer endete die Begegnung bitter. Nach einem Sprint griff sich der Spieler an den Oberschenkel, nach der Pause kehrte Ache nicht mehr auf den Platz zurรผck. Bei Ache liegt eine muskulรคre Verletzung vor. Auch der zweite Mittelstรผrmer wird dem FC also fehlen.

Der FC braucht vielleicht ein anderes Spielsystem

Und dann stellt sich beim FC durchaus wieder die Frage, die man eigentlich nicht mehr im Raum stehen haben wollte: Hat der FC รผberhaupt eine Mittelstรผrmer-Alternative? Nominell bleibt aus dem aktuellen Kader Imad Rondic. Der Bosnier kam bekanntlich im Winter 2025 nach Kรถln, sollte die Sturmflaute beheben, fand aber nie so wirklich statt. Er spielte so dermaรŸen keine Rolle, dass Rondic vergangene und auch diese Sommerpause zur Vorbereitung vom Trainerteam ausgebootet wurde. Vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart gab es dann die รผberraschende Kader-Rรผckkehr. „Bei Imad ist die Situation eine besondere, weil er bei uns eigentlich keine Aufgabe mehr hatte“, so Wagner nach dem 2:2 gegen die Viktoria. Gegen den Drittligisten hinterlieรŸ der Stรผrmer wie auch der GroรŸteil der Mannschaft einen blassen Eindruck. „Er ist ein Spieler, der seine Rolle kennt und doch jeden Tag Gas gibt und damit auch der Kabine viel Energie gibt“, so Wagner weiter.

Doch diese Energie hat sich bislang nicht in Tore รผbertragen – die Kernkompetenz eines Mittelstรผrmers. Mit weiteren klassischen Zielstรผrmern ist es dann im Kader aber rar. Marius Bรผlter, der gegen die Viktoria zum Ausgleich traf, hat die Position bekanntlich in der Vergangenheit schon gespielt, ist aber eigentlich auf den AuรŸen zu Hause. Das gleiche gilt fรผr Jan Thielmann und auch fรผr Luca Walschmidt, der eher hinter den Spitzen agiert. Auch Mikey Moore und Said El Mala haben die Offensivposition schon gespielt. Vermutlich wird es tatsรคchlich auf El Mala hinauslaufen. Der Shootingstar hat genau diese Position unter Wagner in der Vorsaison bereits รผbernommen und immerhin drei Treffer erzielt. Allerdings ist der 20-Jรคhrige bekanntlich ein anderer Spieler, ganz sicher nicht ein Wandspieler wie Ache oder Dallinga. Der Kรถlner Coach mรผsste also auch an der Taktik und dem System feilen. Mรถglich, dass es dann hinter den Spitzen ein Waldschmidt oder ein Isak Johannesson richten sollen.

Tatsรคchlich eine Umstrukturierung. Kein leichter Job, denn viele gemeinsame Einheiten gibt es nicht mehr. Immerhin wird Mikey Moore bereits am Dienstag wieder zur Mannschaft stoรŸen. Said El Mala bestreitet am Sonntag das letzte Duell in der Nationalmannschaft und wird auch zeitnah am GeiรŸbockheim zurรผckerwartet.

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Nicht gesucht, nicht gefunden oder eine Systemfrage? Die aktuelle Situation der Stรผrmer des 1. FC Kรถln ist kompliziert

Ragnar Ache und Thijs Dallinga sollen beim FC Tore schieรŸen
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Nicht gesucht, nicht gefunden oder eine Systemfrage? Die aktuelle Situation der Stรผrmer des 1. FC Kรถln ist kompliziert

Nachdem Thijs Dallinga herausragend in die Saison startete, konnte er zuletzt nicht mehr รผberzeugen. Ragnar Ache sucht zum Beginn der Spielzeit ebenfalls noch seine Konstanz. Beide Angreifer haben bisher Schwierigkeiten, ihre Stรคrken einzubringen. Liegt das an ihnen selbst oder doch am System von Renรฉ Wagner?

Jeder FuรŸballfan weiรŸ von klein auf: Stรผrmer mรผssen Tore schieรŸen. Beim FC ist die Realitรคt zum Saisonstart allerdings zum Teil eine andere. Sowohl Thijs Dallinga als auch Ragnar Ache werden in der Offensive als reiner Knipser nur selten gesucht. Wenn sie gefordert sind, dann hauptsรคchlich als Wandspieler. Mรผssen sich die Angreifer dem System anpassen oder doch eher anders herum? In jedem Fall muss im Sturmzentrum des 1. FC Kรถln etwas passieren.

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Nach den jรผngsten Ergebnissen ist von der anfรคnglichen Euphorie beim FC nach dem Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim nur noch wenig รผbrig. Thijs Dallinga wurde damals mit seinem Doppelpack zum Matchwinner und feierte einen perfekten Einstand im Trikot der GeiรŸbรถcke. Zusammen mit Ragnar Ache, der bereits in der vergangenen Saison seine Qualitรคten auf Bundesliga-Niveau gezeigt hatte, entstand schnell der Eindruck, dass der FC sein eigentlich seit Jahren schwelendes Sturmproblem gelรถst hatte. Die letzten Spiele vor der Lรคnderspielpause zeigten jedoch anderes. Sowohl Ache als auch Dallinga sahen in den Spielen gegen Stuttgart, Bremen und den HSV alles andere als glรผcklich aus. Beide Angreifer konnten ihre Stรคrken kaum ausspielen und warfen damit eine dringliche Frage auf: Setzt der 1. FC Kรถln seine Stรผrmer falsch ein?

Qualitรคten in der Luft

Die 38. Minute dรผrfte vielen FC-Fans in Hamburg besonders schmerzhaft in Erinnerung geblieben sein. Gideon Mensah brachte den Ball von links punktgenau in den Strafraum. Dallinga kam aus kรผrzester Distanz frei zum Kopfball doch Daniel Heuer Fernandes bekam noch die Hรคnde an den Ball und verhinderte den Kรถlner Fรผhrungstreffer. Nach dem verschossenen Elfmeter gegen Bremen lieรŸ der Niederlรคnder somit die nรคchste GroรŸchance ungenutzt. Gleichzeitig zeigt die Szene aber auch, warum Dallinga und Ache fรผr den FC wichtig sind.

Beide bringen ein รคhnliches Profil mit: Sie kรถnnen Flanken und hohe Bรคlle im Strafraum zu verwerten, sind kรถrperlich prรคsent und bewegen sich clever zwischen den Abwehrreihen. Gerade beim Niederlรคnder war in Hamburg zu sehen, wie gefรคhrlich er werden kann, wenn er per Flanke gefunden wird. Die Prรคsenz in Luftzweikรคmpfen gehรถrt auch bei Ache zu den Kernkompetenzen. Bei seiner Verpflichtung im vergangenen Sommer hat er selbst genau auf diese Qualitรคt hingewiesen: โ€žVor allem das Spiel mit Flanken ist eine groรŸe Stรคrke von mirโ€œ, sagte der Stรผrmer damals. Trotzdem ist die Flanke im Kรถlner Angriff (mit anschlieรŸendem Abschluss) nur selten das Mittel der Wahl. Doch woran liegt das?

Falsch eingesetzte Stรผrmer?

Die Antwort darauf ist das Spielermaterial hinter der Spitze. Said El Mala, Mikey Moore und Linton Maina bringen viel Dynamik, Dribbelstรคrke und die Fรคhigkeit mit, selbst Lรถsungen zu kreieren. Sie sind aber keine klassischen Flankengeber. Der Mittelstรผrmer fungiert im System der Domstรคdter somit eher als Zielspieler, der lange Bรคlle festmachen und auf die nachrรผckenden Spieler ablegen soll. Eine Spielidee, die beide Stรผrmer durchaus limitiert und ihrer Stรคrken und Torgefahr beraubt. Die Szene in Hamburg zeigt exemplarisch, dass Dallinga in solchen Situationen Gefahr ausstrahlen kann. Ache traf spรคter sogar nach einer Hereingabe. Die Frage ist, wie regelmรครŸig der FC ihnen diese Situationen verschaffen kann. Bisher war dies deutlich zu selten der Fall.

Mit Borna Sosa haben die Kรถlner nun einen Spieler im Kader, dem diese Ausrichtung entgegen kommen kรถnnte. Der Linksverteidiger ist bekannt fรผr seine Flankenqualitรคt und kann von auรŸen fรผr die Hereingaben sorgen, die Ache und Dallinga brauchen. Gleichzeitig wรผrde ein stรคrkeres Flankenspiel aber auch die Rollen von Said El Mala, Mikey Moore und Linton Maina verรคndern. Es geht also nicht einfach darum, mรถglichst viele Bรคlle in den Strafraum zu schlagen, sondern um die Frage, auf welche Mischung aus spielerischen Kombinationen, Dribblings und Hereingaben der FC setzen will, um alle Spieler bestmรถglich einzusetzen. Bundestrainer Jรผrgen Klopp sagte bei seiner ersten Kadernominierung: „Wir haben nicht geguckt, was wir nicht haben, sondern wir haben geguckt, was wir haben.“ Womรถglich wรผrde eine solche Ansicht dem FC ebenfalls neue Perspektiven erรถffnen.

Bewรคhrtes System

Ansonsten muss die Frage erlaubt sein, ob sich der FC im Sturm vielleicht falsch aufgestellt hat. Denn die Profile der beiden Angreifer unterscheiden sich nur gering. Ein Konzept, dass nichtsdestotrotz bereits in Kรถln funktionierte. In der Saison 2021/22 stรผrmten mit Sebastian Andersson und Anthony Modeste ebenfalls zwei klassische Mittelstรผrmer fรผr die GeiรŸbรถcke. Modeste kam auf 32 Einsรคtze, Andersson aufgrund einer Corona-Infektion zum Saisonende auf 26. Unter dem damaligen Trainer Steffen Baumgart, dem der heutige Cheftrainer Renรฉ Wagner assistierte, gelang den Kรถlnern die Qualifikation fรผr die Conference League. Mit Benno Schmitz hatte der FC damals, genau wie jetzt mit Sosa, einen Spieler mit hervorragender Flankenqualitรคt in den eigenen Reihen. Mรถglich aber, dass der Trainer sich das Mittel des Knipsers auch fรผr die Schlussphase aufheben will, wenn andere Lรถsungen nicht mehr greifen.

Ob Wagner die Idee seines Mentors in Erwรคgung zieht, wird sich im Verlauf der Saison zeigen. Die Szene in Hamburg hat aber anschaulich gezeigt, welche Gefahr entstehen kann, wenn einer der beiden in genau solche Aktionen kommt, wie sie zu ihrem Spiel passen. Wenn die Domstรคdter es schaffen, ihre Vorderleute so in Szene zu setzen, ist der FC um eine Option im letzten Drittel reicher. Dabei wรผrden zumindest die Stรคrken der eigenen Stรผrmer bedient.

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Trifft Dallinga nicht, macht es eben Ache – und umgekehrt: Der 1. FC Kรถln hat wieder zwei Sturmoptionen

Thijs Dallinga tat sich gegen den HSV schwer (Foto: Selim Sudheimer/Getty Images)
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Trifft Dallinga nicht, macht es eben Ache – und umgekehrt: Der 1. FC Kรถln hat wieder zwei Sturmoptionen

Wรคhrend Thijs Dallinga gegen den HSV eine schwache Leistung zeigte, konnte Ragnar Ache mit einem Treffer im Duell um den Stammplatz im Sturm punkten. Das zeigt, dass der FC im Gegensatz zur vergangenen Saison in der Sturmspitze nachlegen kann: Der Konkurrenzkampf belebt den Sturm des 1. FC Kรถln.

In der vergangen Saison war Ragnar Ache automatisch gesetzt, wenn die GeiรŸbรถcke mit einem klassischen Stรผrmer spielen wollten. Denn der Angreifer war der einzige Spieler mit diesem Profil im Kader. Mit Thijs Dallinga hat der FC jedoch nun eine zweite Option und damit einen richtigen Konkurrenzkampf in der Sturmspitze. Aber spรคtestens gegen den HSV zeigte sich, dass Ache diesen Kampf annimmt.

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Es war ein Muster, dass es in dieser Saison schon einmal gegeben hatte – nur unter umgekehrten Vorzeichen. Wรคhrend am ersten Spieltag Ragnar Ache sich lange erfolglos gegen die Hoffenheimer Defensive abmรผhte und darum Thijs Dallinga fรผr ihn eingewechselt wurde und im Anschluss traf, war es am vergangenen Samstag gegen den HSV genau andersherum. Denn dieses Mal war der Sommerneuzugang zuerst auf dem Platz, blieb jedoch glรผcklos. So vergab er unter anderem in der 38. Minute die Riesenchance zur Fรผhrung, als Daniel Heuer Fernandes seinen zu unplatzierten Kopfball mit einem starken Reflex parierte. Darum ersetze ihn Mitte der zweiten Hรคlfte Ache. Und der 28-Jรคhrige machte es kurz vor Schluss besser, als er mit einem Kopfball noch den Anschluss erzielte. Auch wenn der Treffer zu spรคt kam und die GeiรŸbรถcke die Niederlage nicht mehr abwenden konnten, zeigte sich immerhin, dass Kรถln wieder zwei ordentliche Optionen im Sturm hat und nicht nur von einem Spieler abhรคngig ist.

Mehr Optionen als in der Vorsaison

Das war schlieรŸlich ein bekanntes Problem in der Vorsaison. Mit Ache hatte der FC nur einen klassischen Stรผrmer im Kader. Wenn der verletzt oder auรŸer Form war, wurde es direkt eng. Jetzt hat Trainer Renรฉ Wagner die Wahl: Bringt er mit Dallinga eher einen Spieler, der seine Stรคrken besonders im Strafraum hat, oder mit Ache einen klassischen Zielspieler? Auch scheint es, als wรผrden sich die beiden Angreifer gut abwechseln. Hat der eine einen schlechten Tag, springt eben der andere mit Toren ein. Das hat gegen Hoffenheim und den HSV bereits gut funktioniert. Nur beim Heimspiel gegen Bremen erwischten beide einen gebrauchten Abend.

Dabei war der Treffer gegen die Hanseaten fรผr Ache sehr wichtig. Denn in den vorherigen Spielen der Saison hatte der 28-Jรคhrige noch nicht รผberzeugen kรถnnen. Vor allem auch nicht gegen den VfB Stuttgart am zweiten Spieltag, als er das letzte Mal die Chance von Anfang an bekommen hatte, weil sein Konkurrent krankheitsbedingt ausgefallen war. Da der Angreifer sich aber nicht empfehlen konnte, bekam zuletzt Dallinga den Vorzug fรผr die erste Elf.

Ache gegen Gladbach zurรผck in der Startelf?

Nun hat Ache wieder Ansprรผche auf mehr angemeldet und gezeigt, dass er sich im Konkurrenzkampf behaupten kann. Ein wichtiges Zeichen in Richtung seines Trainers. Das auรŸerdem zu einem guten Zeitpunkt kommt. Denn zum einen hat sich der Angreifer so vor der langen Lรคnderspielpause noch ein Erfolgserlebnis abgeholt, das ihm Rรผckenwind geben sollte. Und zum anderen hat sich Dallinga in den vergangen beiden Partien nicht gerade in den Vordergrund spielen kรถnnen.

Dadurch kรถnnte Ache im Derby gegen Borussia Mรถnchengladbach nach der Lรคnderspielpause wieder in der Startelf stehen. Dann muss der Stรผrmer jedoch direkt wieder eine gute Leistung zeigen. Ansonsten droht ihm erneut die Bank. Dabei kรถnnte der Konkurrenzkampf beide Angreifer beflรผgeln. Und falls die erste Wahl gegen Gladbach keine gute Leistung zeigt, hat Wagner die Gewissheit, dass der andere bei seiner Einwechslung um so motivierter sein wird und die Wahrscheinlichkeit nicht so gering ist, dass er dann das Tore schieรŸen รผbernimmt.


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Bis jetzt war nur sein Kรถrper die Konkurrenz von Ragnar Ache – nun wartet die erste echte Bewรคhrungsprobe

Ragnar Ache musste verletzt vom Platz
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Bis jetzt war nur sein Kรถrper die Konkurrenz von Ragnar Ache – nun wartet die erste echte Bewรคhrungsprobe

Seit seiner Verpflichtung im Sommer 2025 aus Kaiserslautern galt Ragnar Ache im Sturm des 1. FC Kรถln als gesetzt. Sofern es sein Kรถrper zulieรŸ, stand der 28-Jรคhrige stets in der Anfangsformation und รผberzeugte รผber weite Teile. Zu seiner Entlastung sollte in diesem Sommer ein Ersatzmann kommen, der mit Thijs Dallinga schlieรŸlich auch gefunden wurde. Nach zwei Toren des Niederlรคnders am ersten Spieltag fand sich Ache zwei Wochen spรคter auf der Kรถlner Bank wieder. Zum ersten Mal hat er Konkurrenz auf seiner Position.

Den Einstand von Thijs Dallinga hรคtte man sich nicht besser ertrรคumen kรถnnen. In seinem ersten Einsatz in der Bundesliga traf der Stรผrmer nach Einwechslung doppelt, drehte damit die Partie und sicherte seinem neuen Arbeitgeber den Auftaktsieg. Nach einem krankheitsbedingten Ausfall in Stuttgart wurde er am 3. Spieltag mit einem Startelfeinsatz belohnt. Ragnar Ache saรŸ zunรคchst nur auf der Bank und wurde erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Eine unbekannte Situation fรผr die Kรถlner Nummer neun. In der letzten Saison stand nur sein eigener Kรถrper der Nominierung fรผr die Anfangsformation teilweise im Weg.

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Ache blickt nach vier Pflichtspielen auf einen durchwachsenen Saisonstart zurรผck. Der Angreifer ist noch ohne eigenen Treffer und auch generell wirkten seine Auftritte bisher recht glรผcklos. Seine eigentlichen Qualitรคten wie das Festmachen von langen Bรคllen und die Prรคsenz im Kopfballduell suchte der Zuschauer bisher vergeblich. Dennoch gilt Ache weiterhin als Publikumsliebling und Startelfkandidat. Mit Dallinga meldet nun allerdings ein weiterer Stรผrmer Ansprรผche auf Spielzeit an. Aktuell ist es ein enges Duell zwischen den beiden, womรถglich wรคre aber auch eine Doppelspitze denkbar.

Neue Situation im Sturm

Nachdem Ache beim 1. FC Kaiserslautern eine beeindruckende Bilanz von 34 Toren in 56 Spielen vorweisen konnte, folgte im vergangenen Sommer der logische Schritt zurรผck in die Bundesliga. Von 2020 bis 2023 stand der wuchtige Mittelstรผrmer bereits im Bundesliga-Kader von Eintracht Frankfurt. Fรผr die Hessen machte er allerdings nur 20 Spiele, wobei ihm nur ein einziger Treffer gelang. Nach seinem Wechsel zum FC gehรถrte der geborene Frankfurter von Beginn an zum Stammpersonal. Lediglich diverse kleinere Verletzungen bremsten ihn teilweise aus.

In seiner zweiten Saison in der Domstadt ist die Situation nach wenigen Spielen bereits eine andere. Eine Situation, die Ache aus den letzten Jahren nicht mehr kennt. Auf Nachfrage รคuรŸerte sich der Stรผrmer zunรคchst positiv รผber die Dallinga-Verpflichtung. Er sieht es als gutes Zeichen, dass der FC in der Lage ist, durch den Transfer eines gestandenen Spielers die Optionen im Kader zu vermehren. Ob er noch dieselbe Meinung vertritt, wenn fรผr ihn รผber mehrere Wochen hinweg nur der Bankplatz bleibt?

Ache, Dallinga oder beide?

Renรฉ Wagner hat aktuell den Luxus, zwei torgefรคhrliche Mittelstรผrmer in seinem Kader zu haben. Trotzdem unterscheiden sich die beiden in mehreren Bereichen voneinander. Es ist das wohl aktuell engste Duell um den Startelfplatz im Kader des FC. Ache ist ein Stรผrmer, der seine Stรคrken mit dem Rรผcken zum Tor hat. Die Nummer neun ist zudem stark im Kopfballspiel und beschรคftigt seine Gegenspieler viel, wodurch Rรคume fรผr seine Mitspieler entstehen. Mit seiner Physis ist er gegen fast jeden Gegner in der Lage, sich durchzusetzen und den Ball festzumachen, wรคhrend die Mitspieler nachrรผcken. Auch bei Offensivstandards geht von dem 28-Jรคhrigen stets Gefahr aus. Dallinga ist ein anderer Spielertyp. Der Niederlรคnder ist zwar 1,90 Meter groรŸ, dennoch wesentlich weniger kรถrperlich in seinem Spiel. Stattdessen glรคnzt er durch einen eiskalten Abschluss und ein gutes Gespรผr im Strafraum, was er gegen Hoffenheim bereits eindrucksvoll unter Beweis stellte.

In den nรคchsten Wochen wird sich herausstellen, wer von den beiden die Nase vorne hat, wobei sich das wรถchentlich verรคndern kรถnnte. Fรผr Ragnar Ache gilt es jetzt zu beweisen, dass er sich gegen Konkurrenz durchsetzen kann und nach wie vor die erste Wahl im Sturmzentrum ist. Darรผber hinaus wรคre auch die Option einer Doppelspitze denkbar. Insbesondere durch die dazugewonnene Flankenqualitรคt im Kader, beispielsweise von Borna Sosa, kรถnnten die GeiรŸbรถcke mit einem solchen System fรผr groรŸe Gefahr im gegnerischen Strafraum sorgen. Egal, welche Variante letztendlich gewรคhlt wird, Ache wird stets eine Option sein.

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Ragnar Ache im Exklusiv-Interview: โ€žEs gibt immer Dinge, die man verbessern kann“

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Ragnar Ache im Exklusiv-Interview: โ€žEs gibt immer Dinge, die man verbessern kann“

In der vergangenen Saison war der Angreifer einer der Topstรผrmer der GeiรŸbรถcke – gegen Ende der Spielzeit verletzte ich der 28-Jรคhrige jedoch. Mit come-on-fc.com spricht der Stรผrmer รผber einen schweren Start, seine FuรŸball-Freie-Zone und seine Ziele beim 1. FC Kรถln: Ragnar Ache im Exklusiv-Interview.

Wรคhrend des Trainingslagers in Kitzbรผhel traf come-on-fc.com FC-Stรผrmer Ragnar Ache zum Interview. Der 28-Jรคhrige sprach รผber seine Premierensaison bei den GeiรŸbรถcken, die Unterschiede zwischen dem FuรŸball in den Niederlanden und Deutschland โ€“ und ob er sich auch in dieser Saison die Haare fรคrben wird.

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Das Interview fรผhrte Simon Bartsch fรผr come-on-fc.com

Herr Ache, erst einmal herzlichen Glรผckwunsch nachtrรคglich. Wofรผr gab es von den Mitspielern mehr Glรผckwรผnsche? Fรผr den Geburtstag oder fรผr die Ernennung zum Top-Tor der Saison?

Ragnar Ache: Eindeutig zum Geburtstag.

Das Tor hat aber auch jeden Glรผckwunsch wirklich verdient. Sie haben es Mal gegen Fรผrth mit einem Fallrรผckzieher versucht โ€“ eher mit mรครŸigem Erfolg. Jetzt gegen Hoffenheim mit groรŸem Erfolg. Kann es ein drittes Mal รผberhaupt geben? Die Fallhรถhe ist doch jetzt extrem hoch.

Ragnar Ache: (Lacht) Ich wรผrde jetzt nicht sagen, dass ich es nie wieder versuchen werde. So etwas passiert ja mehr oder weniger automatisch. Aber wenn ich darรผber nachdenke, dann sagt mein Kรถrper mir, dass ich es einfach besser lassen sollte.

Fallrรผckzieher gegen Hoffenheim: „Ich freue mich immer, wenn ich das Video im Netz sehe“

Es war eigentlich keine optimale Position, in der Sie sich bei der Flanke befunden haben. Der Ball kam eher in den Rรผcken. Welche Synapse hat den Impuls gegeben, ich probiere es trotzdem?

Ragnar Ache: Das ging alles instinktiv, ganz schnell. Auf einmal lag ich in der Luft. Dann habe ich durchgezogen. Im Ernst: Man denkt in so einer Situation nicht nach, ob man ansetzt oder nicht. Es passiert einfach.

Ihre akrobatische Einlage als Bild im Louvre, als Meme, die Reaktion von Cenk ร–zkacar โ€“ das Tor ging viral. Erfรผllt dieser mediale Hype einen dann auch mit einer Portion Stolz?

Ragnar Ache: Natรผrlich ist diese Aufmerksamkeit schรถn โ€“ und man ist auch ein wenig stolz. Aber am Ende geht es dann einfach mit der Saison weiter. Cenks Reaktion war aber schon sehr lustig. Ich freue mich immer, wenn ich das Video im Netz sehe. Es ist aber nicht so, dass ich morgens aufstehe und denke: โ€šMensch, jetzt kรถnnte ich mir das Tor nochmal anschauenโ€˜.

Wo wir von Stolz reden. Sie sind Europa-League-Sieger, haben aber in einem Interview mal gesagt, dass Sie gar nicht viel dazu beigetragen hรคtten. Warum so kritisch? Immerhin sind Sie abgesehen von Ron-Robert Zieler der einzige Spieler im Kader, der einen so groรŸen Titel aufweisen kann.

Ragnar Ache: Natรผrlich ist das ein geiler Titel. Wir haben vor zig Tausend Zuschauern in Barcelona gespielt. Es wird immer ein besonderer Moment meiner Karriere bleiben, in so einem Spiel, gegen so einen Gegner, in diesem Stadion eingewechselt zu werden. Aber es war die 90. Minute. Wirklich viel trรคgt man dann nicht zum Titel bei, im Gegensatz zu den Jungs, die รผber 90 Minuten gespielt haben.

„Das war nicht die beste Zeit meiner Karriere“

Ihrem ersten Profitor fรผr Sparta Rotterdam ist noch ein zweites gefolgt. Nach dem Doppelpack haben Sie im Interview gesagt, Sie kรถnnten sich dennoch verbessern.

Ragnar Ache: Ich bin einfach sehr selbstkritisch, manchmal sagen mir meine Mannschaftskollegen sogar zu selbstkritisch. Aber so bin ich: Selbst, wenn man zwei Tore geschossen hat, gibt es immer Dinge, die man verbessern kann. Dieser Gedanke ist mir wichtig. Das Spiel damals ging dann auch nur 2:2 aus.

Ich erinnere mich noch an die erste Mixed Zone in Kรถln. Da klang so ein wenig die Kritik an Frankfurt durch, dass Sie dort nicht so wirklich viel gespielt haben. Wie kritisch blicken Sie auf die Zeit bei der Eintracht zurรผck?

Ragnar Ache: Da bin ich ehrlich zu mir selbst, das war nicht die beste Zeit meiner Karriere. Ich habe wenig gespielt โ€“ und dementsprechend konnte ich mich auch eigentlich nie so richtig beweisen. Immer wenn ich einigermaรŸen in den Rhythmus gefunden hatte, habe ich mich wieder verletzt. Frankfurt hat in dieser Zeit zu einem europรคischen Top-Club entwickelt, deshalb war es schwierig fรผr mich, Schritt zu halten.

Ragnar Ache im Trainingslager in St. Johann
Gibt es da auch Phasen von Selbstzweifel und wenn ja, wie gehen Sie damit um?

Ragnar Ache: Ja, natรผrlich. Aber ich die Mannschaft hat mir dabei geholfen, positiv zu bleiben.

Schwerer Start in der Bundesliga

Besonders bitter war Ihr erster Einsatz von Beginn an gegen Leverkusenโ€ฆ

Ragnar Ache: In Leverkusen war ich anfangs auf jeden Fall nervรถs und habe gefรผhlt jedes Duell gegen Tapsoba verloren. Dann bin ich in der 76. ausgewechselt worden, ohne, dass ich irgendwas zeigen oder beweisen konnte. Das war glaube ich das letzte Spiel, das ich fรผr Frankfurt gemacht habe.

Vor Ihren Anfรคngen bei Rotterdam haben Sie schon in Deutschland das Trikot von Sparta getragen, sind dann dort hin. Spรคter sind Sie als Profi zurรผck zu ihrem Heimatclub Frankfurt. Gab es vor dem Wechsel nach Kรถln eine emotionale Bindung zum FC? Hatten Sie einen heimlichen Stoff-Hennes in Ihrem Zimmer?

Ragnar Ache: (Lacht). Nein. Bei FIFA hatte ich aber schon mit dem FC gespieltโ€ฆ

„Das habe ich nicht verstanden“

In ihrem letzten Saisonspiel fรผr Kaiserslautern haben Sie bereits einen Vorgeschmack auf Ihren kommenden Arbeitgeber bekommen. Hรคtten Sie gedacht, dass die Saison in Kรถln so turbulent wird?

Ragnar Ache: Kรถln ist ein Riesenverein, in einer Riesenstadt. Ich lese aber nur wenige Berichte รผber den FC und bleibe auch nur selten in den Sozialen-Medien beim FC hรคngen.

Ein Thema waren die Bilder wรคhrend und nach dem Union-Spiel, als Sie auf der Bank saรŸen und von Jan Thielmann getrรถstet wurden. Ganz Kรถln hat sich damals gefragt, was ist da los. Also: Was war da los?

Ragnar Ache: Es war die 53. Minute, wir waren erst ein paar Minuten wieder auf dem Platz und der Trainer hat in der Pause gesagt, dass das Spiel gut laufe. Und dann wurde ich ausgewechselt, das habe ich nicht verstanden.

Der gleiche Trainer hat Sie mal als โ€žHerr der Lรผfteโ€œ beschrieben, weil sie โ€žSekunden in der Luft stehen kรถnnenโ€œ. Mit 1,83 Metern sind Sie nicht der grรถรŸte Spieler, gewinnen aber am zweitmeisten Kopfballduelle der Liga. Woher kommt die Sprungkraft.

Ragnar Ache: Die ist wohl angeboren. Das ist nichts, was ich trainiert habe.

Rollentausch in der Jugend

Und dennoch gab es โ€žnurโ€œ drei Kopfballtore, obwohl Kรถln die fรผnfmeisten Flanken geschlagen hat. Ist das ein Punkt, wo Sie sagen, da hรคtte mehr kommen kรถnnen oder mehr kommen mรผssen?

Ragnar Ache: Wir haben schon viele Flanken geschlagen, das stimmt. Aber sie kamen nicht immer in die gefรคhrlichen Bereiche. Flanke ist ja nicht gleich Flanke.

Aber Sie sind ein Zielstรผrmer, der an Toren gemessen wird und Sie verfรผgen รผber eine enorme Kopfballstรคrkeโ€ฆ

Ragnar Ache: Ja, ich wรผrde auch sagen, dass ich diese Stรคrke noch besser einbringen kannโ€ฆ

Es gibt ja die Binsenweisheit, dass ein guter Torwart auch mal ein guter Stรผrmer gewesen ist. Bei Ihnen war es anscheinend andersrum oder waren Sie gar nicht so ein guter Torwart?

Ragnar Ache: Wenn man jung ist, empfindet man Dinge anders. Man schรคtzt sich anders ein. Aber ich wรผrde schon sagen, dass ich ein sehr guter Torwart war. Ob ich als Keeper Profi geworden wรคre, kann ich aber nicht sagen. (lacht)

Premierensaison beim FC: „Die Anfangsphase war nicht ganz einfach“

Dann sind Sie mit elf Jahren in die Niederlande gegangen, eine neue Sprache. Es heiรŸt aber, spรคter gab es Menschen im Umfeld von Sparta, die nicht glauben konnten, dass Sie kein Niederlรคnder sind. Fรคllt es Ihnen leicht, sich anzupassen?

Ragnar Ache: Das stimmt. Ich habe sehr schnell Hollรคndisch gelernt. Aber es ist ja auch รคhnlich wie Deutsch. In dem Alter lernt man Sprachen einfach schnell. Auf der anderen Seite wollte ich damals einfach nur FuรŸball spielen und dafรผr braucht man keine Sprache. Man nimmt den Ball, geht auf den Platz und spielt. Da muss man nicht viel reden.

Ragnar Ache musste verletzt vom Platz
Und in Kรถln, wie schnell war da die Anpassungsfรคhigkeit? Sie standen schon auf dem Rosenmontagszug. Das haben viele Kรถlner noch nicht geschafft.

Ragnar Ache: Die Anfangsphase war nicht ganz einfach. Gerade vor einem Jahr das Trainingslager. Aber ich habe sehr schnell Freunde gefunden. Mit Denis Huseinbasic habe ich mit direkt gut verstanden. Luca Waldschmidt, Marvin Schwรคbe, Linton Maina โ€“ das ging recht schnell. Dann ist mit Rav van den Berg auch noch ein Hollรคnder dazugekommen โ€“ und Monty.

„Bei mir ist zuhause eine FuรŸball-Freie-Zone“

Wenn Sie auf den niederlรคndischen FuรŸball und auf den deutschen blicken, was sind da fรผr Unterschiede?

Ragnar Ache: Von vielen Leuten und von meinen Freunden in Holland hรถre ich oft, dass der hollรคndische FuรŸball sehr stark in der Qualitรคt abgenommen hat. Ajax ist beispielsweise nicht mehr die Topmannschaft, die sie mal war. Aber es ist schon so, dass in Deutschland viel mehr auf Athletik geachtet wird, wรคhrend in den Niederlanden das FuรŸballerische im Vordergrund steht.

Kann sich denn der DFB โ€“ gerade jetzt, wo der nรคchste Umbruch ansteht โ€“ etwas in den Niederlanden abschauen?

Ragnar Ache: Erst einmal muss man zwischen der niederlรคndischen Liga und der Nationalmannschaft differenzieren. Die meisten Nationalspieler spielen im Ausland, abgesehen von ein, zwei Spielern bei Ajax. Ich glaube, bei Nationen wie Spanien kann man sich mehr abschauen.

Sie haben selbst keine WM geguckt, schauen รผberhaupt wenig FuรŸball. Das wirkt fรผr einen FuรŸballprofi untypischโ€ฆ

Ragnar Ache: Untypisch wรผrde ich jetzt nicht sagen. Aber bevor ich mir eine Begegnung anschaue, analysiere ich lieber meine eigenen Spiele. Bei mir ist zuhause eine FuรŸball-Freie-Zone. Wenn ich mich den ganzen Tag mit FuรŸball beschรคftige, will ich in den eigenen vier Wรคnden auch mal abschalten und an andere Sachen denken.

โ€žVielleicht gibt es spontan eine neue Farbeโ€œ

Dann lieber japanische Animeโ€ฆ

Ragnar Ache: Zum Beispiel. Aber vieles anderes auch. Basketball, Baseball, Playstation, ich mache irgendwas, was nichts mit FuรŸball zu tun hat.

Sie wurden von ihren Mitspielern ganz gerne mal als zurรผckhaltend beschrieben. Es gibt aber Videos, auf denen sie wild tanzen, hier machen Sie sich gerne mit den Mitspielern einen SpaรŸ, wie passt das zusammen?

Ragnar Ache: Ich habe meine Momente โ€“ und ich habe ein gewisses Energielevel. Wenn das leer ist, dann ist es auch wirklich leer. Dann ziehe ich mich eher zurรผck und rede wenig. In der Regel probiere ich einfach, positiv zu sein und meine Energie mit allen zu teilen.

Nach dem Union-Spiel musste eine Verรคnderung her, die Haare wurden gefรคrbt. Welche Haarfarbe werden wir in dieser Saison sehen und was wird vorher passiert sein? Ein weiterer Fallrรผckzieher?

Ragnar Ache: Ich hรคtte sie gerne jetzt wieder gefรคrbt. Aber das ist einfach zu schlecht fรผr meine Haare. Ich will nicht mit 35 schon eine Glatze haben. Jetzt lasse ich die Haare erst ein bisschen wachsen. Vielleicht gibt es spontan eine neue Farbe. Oder ich รผberrasche euch mit langen Haaren.


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Ragnar Ache arbeitet am Traum von der Premier League: „Auf dem Niveau bin ich zurzeit aber nicht“

Ragnar Ache im Trainingslager in St. Johann
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Ragnar Ache arbeitet am Traum von der Premier League: „Auf dem Niveau bin ich zurzeit aber nicht“

In der vergangenen Spielzeit gehรถrte der heute 28-Jรคhrige zu den Kรถlner Topscorern, fiel im Saison-Endspurt allerdings aus. Im Trainingslager in Kitzbรผhel gibt der Angreifer wieder Vollgas fรผr den 1. FC Kรถln: Ragnar Ache schielt auf die Premier League.

Im Testspiel gegen Rheinsรผd wurde er noch nicht berรผcksichtigt, gegen Bergisch Gladbach gab es 30 Minuten, doch mittlerweile ist der Angreifer wieder voll im Spiel. Ragnar Ache arbeitet in Kitzbรผhel an seiner guten Form, will gefรผhlt eher gestern statt morgen in die neue Spielzeit starten. Kein Wunder, nachdem er das Saisonfinale verletzt verpasste.

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come-on-fc.com berichtet tรคglich aus dem Trainingslager in Kitzbรผhel

Wild gestikulierend stand der Stรผrmer im Mittelkreis, forderte den Ball, bekam ihn nicht. Ragnar Ache wirkte alles andere als glรผcklich, als der Angriff im Testspiel am Montag an ihm vorbeilief, doch das Lรคcheln kehrte schnell zurรผck. Ache wirkt locker, irgendwie befreit dieser Tage in Kitzbรผhel. Vielleicht auch, weil seine Situation aktuell recht komfortabel scheint. Denn, wenn รผber ein potenzielles Transferziel spekuliert wird, dann fรคllt doch oft die Kategorisierung „Backup fรผr Ache“. Und „Backup fรผr Ache“ impliziert in gewisser Weise, dass der Stรผrmer dann doch irgendwie bei den GeiรŸbรถcken gesetzt ist. Nominell ist der 28-Jรคhrige der einzige klassische Mittelstรผrmer im Team – wenn man den ausgemusterten Imad Rondic nicht mitzรคhlt. Der Spieler ist aber auch einfach nur glรผcklich, dass er aktuell fit ist.

Viele Flanken, wenig Tore

Auch deswegen geht man es gerade besonders ruhig an. Denn der Stรผrmer scheint anfรคllig fรผr Verletzungen. Das Finale der vergangenen Saison erlebte der Angreifer beispielsweise von der Tribรผne aus. Der gebรผrtige Frankfurter hatte sich gegen St. Pauli am 30. Spieltag eine Muskelverletzung zugezogen, war beim Rest der Spielzeit nicht mehr aktiv dabei. Nach dem behutsamen Einstieg in diesem Sommer ist Ache nun zu 100 Prozent dabei, macht bei jeder รœbung mit. Es bestehen aktuell jedenfalls wenig Zweifel daran, dass der Stรผrmer zu Saisonbeginn in der Startelf stehen kann. In der vergangenen Spielzeit erzielte Ache saisonรผbergreifend acht Tore, bereitete sieben weitere vor. Er gehรถrte damit zu den Topscorern der GeiรŸbรถcke. In dieser Saison darf es aus Kรถlner Sicht gerne ein wenig mehr sein, wenn denn keine Verletzung bei dem Angreifer dazwischen grรคtscht.

Ein probates Mittel

Acht Tore hรถrt sich fรผr einen Zielstรผrmer, der wiederum 31 Mal auf dem Platz stand, ordentlich, aber eben nicht รผberragend an. Nur gehรถrt zur Wahrheit eben auch, dass das Spiel der GeiรŸbรถcke nicht nur auf den Zielstรผrmer ausgerichtet war. Mit den schnellen AuรŸen, die das Dribbling nicht scheuen, um dann ins Zentrum zu ziehen und den Abschluss suchen, gab es zum Beispiel ein anderes probates Mittel, um an Tore zu kommen. Dabei wurde Ache in der Box durchaus gesucht. Zwar schlugen die Kรถlner recht viele Flanken (416, fรผnftbester Wert der Liga), von denen auch im Schnitt jede Dritte beim Mitspieler ankam (Viertbester Wert der Liga), doch Tore erzielten die GeiรŸbรถcke im prozentualen Vergleich dann doch wenige. Auch, weil Aches Aufgabe durchaus im Ablegen bestand. Wรคhrend der FC mehr als 400 Versuche fรผr seine acht Treffer benรถtigte, kam Leverkusen nach 350 Hereingaben bereits auf neun Tore. Ein probates Mittel sind die Hereingaben aber allemal.

โ€œMein Traum ist die Premier Leagueโ€œ

Denn Ache ist durchaus ein starker Kopfballspieler. Im Schnitt gewann der Stรผrmer in der vergangenen Saison 13 Kopfball-Duelle pro 90 Minuten, ligaweit Platz zwei hinter Berlins Andrej Ilic. Das ist bemerkenswert โ€“ vor allem, weil Ache bei einer KรถrpergrรถรŸe von 1,83 Metern nicht zu den klassischen Kopfballriesen gehรถrt. Was ihm an Zentimetern fehlt, macht er durch Timing und Positionierung, vor allem durch seine enorme Sprungkraft wett. Allerdings geht es dabei eben auch um lange Bรคlle, die der Stรผrmer gewinnbringend verlรคngert. Die Torausbeute mit dem Kopf war in der vergangenen Spielzeit mit zwei in der Liga ein wenig mau. In seiner Karriere erzielte der Angreifer insgesamt schon 15 Tore mit dem Kopf.

Unvergessen ist aber natรผrlich der Fallrรผckzieher gegen Hoffenheim. „Ich weiรŸ bis heute nicht, wie das passiert ist. Ehrlich nicht“, sagte Ache im Interview mit den „11Freunden“ und gab zu, dass er der Kugel nur hinterherschauen wollte. „Mein Kรถrper hat sich was anderes รผberlegt. Plรถtzlich hing ich in der Luft.“ Das Tor sorgte international fรผr Aufsehen. Auch in England ging es viral. Und mรถglicherweise kommt der Stรผrmer seinem Traum so ein Stรผck weit nรคher. „Mein Traum ist die Premier League. Auf dem Niveau bin ich zurzeit aber nicht. Dafรผr muss ich fuรŸballerisch besser werden“, so Ache. „Aber das kann ja noch werden. Schaut euch Harry Kane an: Wie alt ist er? 32. Und so gut wie nie. Der holt sich im eigenen Strafraum den Ball, spielt einen Diagonalball und steht kurz darauf wieder vorne im Sechzehner, um die Flanke einzukรถpfen.“


Renรฉ Wagner spricht รผber das Personal: „Es gibt nur einen Spieler, der Raggy ersetzen kann…“

Renรฉ Wagner auf der Pressekonferenz vor dem Leverkusen-Spiel
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Renรฉ Wagner spricht รผber das Personal: „Es gibt nur einen Spieler, der Raggy ersetzen kann…“

Nach dem 1:1 gegen St. Pauli am vergangenen Freitag wรผrden die Kรถlner gerne gegen Leverkusen punkten, um dem Ziel Klassenerhalt ein Stรผck nรคher zu kommen. Doch die Aufgabe wird nicht leicht fรผr den 1. FC Kรถln: Die Frage nach dem Ache-Ersatz bleibt offen.

Mit dem Duell gegen Leverkusen steht fรผr den FC ein schweres Heimspiel bevor. Am Donnerstag รคuรŸerte sich Trainer Renรฉ Wagner zum kommenden Gegner, aber auch zum Personal.

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Die grรถรŸte Frage beantwortete der Coach dabei aber nicht. Die nach einem potenziellen Ersatz fรผr Ragnar Ache. „Erst einmal ist es nicht gut, wenn sich ein Spieler verletzt. Ich glaube, dass es ein Spieler gibt, der Raggy ersetzen kann und das ist Raggy“, sagte der Trainer. „Ich will niemanden zu nahe treten, aber Ragy hat einfach eine unfassbare Qualitรคt in der Luft, das wissen wir alle. Jetzt geht es darum, die richtige Kombination an Spielern zu finden und das aufzufangen.“ Wagner betonte aber, dass es keinen Eins-zu-eins-Ersatz geben kรถnne. Das gibt der Kader aktuell auch nicht her. Marius Bรผlter kรคme dem vielleicht noch am nรคchsten. Doch der Routinier ist aktuell nicht so richtig in Form, spielte zuletzt keine groรŸe Rolle mehr und agierte in der Saison meist auch auf den AuรŸenpositionen. Ob Luca Waldschmidt zur Option werden kรถnne, lieรŸ der Trainer ebenso offen. „Luca ist immer eine Option zu starten. Aber ob das dann so eintritt, werden wir am Samstag sehen“, sagte der Coach.

„Es gibt wenig Grund das zu รคndern“

Wagner betonte aber auch, dass Waldschmidt mit seiner Qualitรคt durchaus Sinn machen kรถnne. Aber nicht unbedingt muss. „Ich glaube, dass am Ende auch viel Ballbesitz von Nรถten ist, um Luca ins Spiel bekommen lassen“, sagte der 37-Jรคhrige. „Dann mรผssen wir mal gucken, ob wir jetzt gegen Leverkusen dann auch die Momente haben, wo wir den Ball dann so oft haben, dass Luca gefรคhrlich werden kann.“ Auch in der Defensive lieรŸ sich der Trainer nicht in die Karten schauen. Gerade gegen einen Stรผrmer wie Patrik Schick wird die Innenverteidigung besonders wichtig sein. Zuletzt agierten Jahmai Simpson-Pusey und Cenk ร–zkacar im Zentrum. Mit Rav van den Berg und Joel Schmied hoffen aber zwei weitere Innenverteidiger auf die nรคchste Chance. Doch der Trainer bleibt wohl eher bei der bewรคhrten Konstellation: „Wir haben jetzt zwei gute Spiele in der Konstellation gemacht und es gibt wenig Grund das dann auch zu รคndern“, erklรคrte der Trainer.

Personell gibt es keine weiteren Verรคnderungen. Nur die Langzeitverletzten fehlen sowie eben Ragnar Ache. Es deutet sich aber an, dass die Nachwuchskrรคfte wohl erneut keine Rolle in den รœberlegungen des Trainers spielen.


Befรผrchtung bestรคtigt: Ragnar Ache wird dem 1. FC Kรถln fehlen

Ragnar Ache wird dem FC fehlen
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Befรผrchtung bestรคtigt: Ragnar Ache wird dem 1. FC Kรถln fehlen

Die Befรผrchtungen haben sich am Samstag bestรคtigt. Der 1. FC Kรถln muss im Saisonendspurt auf Ragnar Ache verzichten. Der Stรผrmer verletzte sich im Duell gegen den FC St. Pauli. Nun bestรคtigte der Verein die muskulรคren Probleme. Der Angreifer erzielte in diesem Jahr bereits sechs, in dieser Saison sieben Treffer.

Der FC wird voraussichtlich in den verbleibenden Spielen der aktuellen Saison ohne Ragnar Ache auskommen mรผssen. Wie der 1. FC Kรถln mitteilt, fรคllt der Stรผrmer mit einer muskulรคren Verletzung vorerst aus. Ache musste gegen St. Pauli aufgrund der Verletzung frรผhzeitig vom Platz.

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Das ist bitter. Die Kรถlner mรผssen im Saisonfinale ohne ihren Mittelstรผrmer Ragnar Ache auskommen. Der 27-Jรคhrige hatte sich bei einem Sprint im Duell gegen den FC St. Pauli nach einer knappen Stunde an den Oberschenkel gegriffen, musste nach kurzer Behandlung ausgewechselt werden. „Wir mรผssen es jetzt abwarten. Es sah auf jeden Fall nicht so gut aus“, hatte Thomas Kessler bereits geahnt. „Wir schicken ihn jetzt schnellstmรถglich in die Diagnostik und dann mรผssen wir abwarten, was dabei rauskommt.“ Die Diagnostik ist abgeschlossen und sie ist fรผr die Kรถlner keine erfreuliche. „Ragnar Ache hat sich am Freitagabend eine Muskelverletzung zugezogen und wird voraussichtlich bis zum Saisonende ausfallen. Das hat eine MRT-Untersuchung am Samstag ergeben“, heiรŸt es in der kurzen Meldung vom FC. Die Muskelverletzungen ziehen sich bei den Kรถlnern wie ein roter Faden durch die Saison.

Sechs Tore seit Jahreswechsel

Der 27-Jรคhrige erlebte gegen die Kiezkicker sicher nicht seinen besten Tag, im Jahr 2026 ist der Angreifer aber ein absoluter Leistungstrรคger. Sechs seiner sieben Tore erzielte Ache seit dem Jahreswechsel, bereitete ein weiteres Tor vor. Natรผrlich unvergessen das Tor des Monats Februar, bei dem Ache per Fallrรผckzieher gegen Hoffenheim traf. Der Stรผrmer ist neben Said El Mala und Kaminski Teil der starken Offensivreihe, die fรผr einen Aufsteiger gute 44 Tore erzielte. Alle drei waren insgesamt an 39 Treffern beteiligt. „Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist“, sagte Luca Waldschmidt nach der Begegnung bei DAZN. Auch Renรฉ Wagner konnte noch nichts genaues sagen: โ€žIch habe kurz mit ihm gesprochen. Ich glaube, da ist was, es ist aber zu frรผh, um zu sagen, was genau es ist. Wir mรผssen es morgen genauer checken.“ Nun haben die Kรถlner Gewissheit.


Sorge um verletzten Ragnar Ache – Droht jetzt das Saison-Aus?

Ragnar Ache musste verletzt vom Platz
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Sorge um verletzten Ragnar Ache – Droht jetzt das Saison-Aus?

Der FC muss im Saisonendspurt mรถglicherweise auf Ragnar Ache verzichten. Der Stรผrmer verletzte sich im Auswรคrtsspiel des 1. FC Kรถln beim FC St. Pauli: Ragnar Ache droht das Saison-Aus. Der 27-Jรคhrige zog sich offenbar eine muskulรคre Verletzung zu.

Ausgerechnet im Saisonendspurt wird der FC wohl auf seinen Mittelstรผrmer Ragnar Ache verzichten mรผssen. Der Angreifer wurde im Duell gegen den FC St. Pauli nach einer knappen Stunde verletzt ausgewechselt.

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Der Spiel erรถffnende Pass war vielversprechend. Ragnar Ache nahm Tempo auf, griff sich dann an den Oberschenkel und nahm das Tempo wieder raus. Aus dem Stand spielte der Angreifer noch einen Pass und zeigte umgehend nach der Ballabgabe an, dass das Spiel fรผr ihn beendet sei, es eine Auswechslung geben mรผsse. Von den Medizinern gestรผtzt humpelte Ache vom Platz, eine Hand immer am lรคdierten Oberschenkel. Und anscheinend sind die muskulรคren Probleme wieder zurรผck am GeiรŸbockheim. Wie ein roter Faden ziehen sich die Verletzungen durch die Saison. Zeitweilig fielen drei Innenverteidiger gleichzeitig aufgrund von muskulรคren Problemen aus und brachten die GeiรŸbรถcke in personelle Nรถte. Zuletzt hatte der FC die Anfรคlligkeiten eigentlich im Griff. Nun folgt wohl ein weiterer bitterer Ausfall. Denn Ache machte nicht den Eindruck, als wรผrde es sich um eine Lappalie handeln.

Sechs Tore seit Jahreswechsel

Eine genaue Diagnose steht noch aus. Ache wird wohl am Samstag ins MRT geschickt. Doch der Stรผrmer wird wohl vorerst ausfallen, vier Spieltage vor dem Ende der Spielzeit droht nun sogar das Saison-Aus. Und das wรคre besonders bitter. Der 27-Jรคhrige erlebte gegen die Kiezkicker sicher nicht seinen besten Tag, im Jahr 2026 ist der Angreifer aber ein absoluter Leistungstrรคger. Sechs Tore erzielte Ache seit dem Jahreswechsel, bereitete ein weiteres Tor vor. Der Stรผrmer ist neben Said El Mala und Kaminski Teil der starken Offensivreihe, die fรผr einen Aufsteiger gute 44 Tore erzielte. „Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist“, sagte Luca Waldschmidt nach der Begegnung bei DAZN. „Wir mรผssen es jetzt abwarten. Es sah auf jeden Fall nicht so gut aus“, sagte Thomas Kessler. „Wir schicken ihn jetzt schnellstmรถglich in die Diagnostik und dann mรผssen wir abwarten, was dabei rauskommt.“ Auch Renรฉ Wagner konnte nichts genaues sagen: โ€žIch habe kurz mit ihm gesprochen. Ich glaube, da ist was, es ist aber zu frรผh, um zu sagen, was genau es ist. Wir mรผssen es morgen genauer checken.“