Blitz-Comeback gegen Schalke? FC-Spieler womöglich vor Kaderrückkehr

Joel Schmied vom 1. FC Köln
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Blitz-Comeback gegen Schalke? FC-Spieler womöglich vor Kaderrückkehr

Nach seiner verletzungsbedingten Auswechslungen in Frankfurt am vergangenen Freitag war zunächst unklar, wie lange der 1. FC Köln auf Joel Schmied verzichten muss. Eine genaue Diagnose gab der Verein nicht bekannt. Am Donnerstag stand der Schweizer dann schon wieder mit seinen Kollegen auf dem Platz. Auch Ragnar Ache macht Fortschritte und könnte bald wieder zur Option werden.

Eine Rückkehr des Innenverteidigers würde René Wagner wieder mehr Flexibilität im Abwehrzentrum ermöglichen. Zuletzt standen dem Kölner Übungsleiter lediglich die gesetzten Jahmai Simpson-Pusey und Luka Lochoshvili, sowie der junge Assad Kotya-Fofana zur Verfügung. Ob Schmied für das Heimspiel gegen Schalke schon wieder eine Kaderoption darstellt, ist noch unklar.

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Nachdem der FC zuletzt vermehrt mit Verletzungsproblemen kämpfte, scheint sich das Krankenlager nun etwas zu lichten. Zum Wochenstart stieg Ragnar Ache bereits in Teilen wieder in das Teamtraining ein und beim Geheimtraining am Donnerstag soll auch Joel Schmied erstmals wieder auf dem Platz gewesen sein. Die Einheit am Montag verpasste der Verteidiger aufgrund von Untersuchungen. Die Befürchtungen einer längerfristigen Verletzung am Sprunggelenk wurden dabei glücklicherweise nicht bestätigt. Da der Profi weder unter starken Schmerzen litt, noch die MRT-Untersuchung irgendwas ergab, gaben die Ärzte grünes Licht für die Teilnahme an der Einheit am Donnerstag. Selbst wenn Schmied das Heimspiel gegen Schalke noch verpasst, soll er spätestens für die beiden folgenden Partien gegen Union Berlin wieder zur Verfügung stehen.

Stürmer Ragnar Ache wurde am Montag schon wieder teilintegriert. Nach seiner Verletzung im Testspiel gegen Viktoria Köln musste Wagner zuletzt auf den wuchtigen Angreifer verzichten. Ein Einsatz gegen Schalke scheint sehr unwahrscheinlich, aber auch Ache könnte in der nächsten Woche gegen Union bereits sein Verletzungs-Comeback feiern.

Dringend benötigte Rückkehrer

Sowohl Schmied als auch Ache würden die aktuelle Kadersituation deutlich entspannen. In der Innenverteidigung galt Kotya-Fofana zuletzt als erste Alternative im Falle eines Ausfalls. Der 18-Jährige gilt zwar als großes Talent, ihm fehlt jedoch noch jegliche Erfahrung auf Profiniveau. Der routinierte Schmied ist hingegen in den letzten Jahren stets verlässlich gewesen und könnte mit dem Druck einer großen Partie wahrscheinlich aktuell noch besser umgehen als der Youngster.

Im Sturmzentrum musste Wagner zuletzt kreativ werden. Da der FC gegen die Viktoria nicht nur Ache, sondern auch Dallinga verlor, spielten die Kölner zuletzt ohne klassischen Mittelstürmer. Stattdessen kamen Marius Bülter und Said El Mala etwas positionsfremd zum Einsatz. Beide zeigten eine engagierte Leistung, haben jedoch ihre Stärken woanders. Eine Rückkehr der Nummer neun würde den Domstädtern also nicht nur die Möglichkeit geben, Spieler wieder auf ihren präferierten Position einzusetzen, sondern auch die Abschlussqualität im Strafraum erhöhen. Zudem gilt der Stürmer als enorm Kopfball- und Zweikampfstark. Gerade in Frankfurt suchten die Flanken von Borna Sosa meistens vergeblich nach einem Abnehmer. Ache könnte dem Kölner Spiel also wieder eine neue Dimension geben.

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Zu wenige Erkenntnisse, ein viel zu hoher Preis: So ergibt ein Testspiel für den FC keinen Sinn – ein Kommentar

Thijs Dallinga liegt verletzt am Boden
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Zu wenige Erkenntnisse, ein viel zu hoher Preis: So ergibt ein Testspiel für den FC keinen Sinn – ein Kommentar

Thijs Dallinga wird dem FC wohl Monate fehlen, Ragnar Ache wahrscheinlich Wochen. Der 1. FC Köln hat beim Testspiel gegen Viktoria Köln einen hohen Preis bezahlen müssen. Der Nutzen der Begegnung ist auf der anderen Seite mehr als überschaubar. Das ist nicht alleine Schuld des Clubs, nur ändert das nichts an der Kosten/Nutzen-Abwägung. Dieser Preis ist viel zu hoch für den 1. FC Köln: Ein Kommentar zum Testspiel gegen Viktoria Köln.

Das Testspiel gegen Viktoria Köln war lange geplant, kam nicht überraschend. Die Freundschaftsbegegnungen stehen auf jedem Kalender der Bundesligisten, sie gehören zu den Länderspielpausen dazu, sind auch sinnvoll und daher auch keine Grundlage einer grundsätzlichen Diskussion. Wenn aber der Zweck verfehlt wird, fällt die Wahrnehmung anders aus – erst recht, wenn es zu einer schweren Verletzung mit langer Ausfallzeit kommt.

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Ein ganz wichtiger Aspekt vorweg: Eine schwere Kreuzbandverletzung ist in erster Linie bitteres Pech, das kann der Autor aus eigener und mehrfacher Erfahrung sagen. Es hat – wenn auch unverschuldet – selten etwas mit falscher Belastungssteuerung zu tun, schon mal gar nichts mit einem Testspiel. Ein Spieler wie Thijs Dallinga kann sich beim Training genauso gut verletzen wie beim Kicken mit den eigenen Kindern. Doch der FC muss gerade einen besonders hohen Preis bezahlen. Und die Frage ist wofür. Testspiele gehören zum Alltag eines Bundesligisten dazu – seit jeher. Über den Sinn gibt es eigentlich auch keine größeren Diskussionen. Warum auch? Die Argumente pro Begegnungs-Probelauf liegen auf der Hand und sind absolut logisch und verständlich. Die Verletzungen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache machen aus dem Test bei der Viktoria also nicht grundsätzlich einen überflüssigen.

Viele Zwecke, wenige erfüllt

In der Sportwissenschaft gibt es zahlreiche Zwecke, die ein Testspiel erfüllen soll. Für den Trainer geht es zum Beispiel darum, an den taktischen Systemen zu arbeiten, Fehler zu erkennen und Schwächen abzustellen, Spieler aus der zweiten Garde oder dem Nachwuchs zu sichten, ihnen eine Chance zu geben. Die Spieler wiederum können sich für mehr bewerben, Wettkampfminuten sammeln und im Spielrhythmus bleiben. Nach dem Duell gegen die Viktoria am Samstagnachmittag stellt sich aber durchaus die Frage, welche dieser Zwecke denn auch erfüllt wurden. Bekanntlich befinden sich gleich neun FC-Profis auf Reisen mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften, darunter mindestens fünf Stammspieler. Bemerkenswert: Durch die zusätzliche Verletzung von Alessio Castro-Montes fehlt den Kölnern die komplette aktuelle Stamm-Hintermannschaft. Gerade die Defensive offenbarte aber zuletzt erstaunlich viele Wackler. Das Team konnte sich also nicht weiter einspielen, an bekannten Schwächen arbeiten.

Zwar merkte René Wagner nach dem Spiel zu recht an, dass der FC endlich mal wieder nach einem Standard getroffen und kein Gegentor nach eben jenem bekommen habe, die Wahrheit ist aber auch, dass Marius Bülter diese Ecke verwertete. Ein Spieler, der zur zweiten Garde gehörte. Von dieser wiederum konnte sich kein Profi nachhaltig aufdrängen. Der FC wirkte in Teilen uninspiriert, manche Spieler träge, es fehlte die Intensität, vielleicht auch ein wenig Mentalität. Aufgedrängt hat sich keiner. Ganz sicher nicht so, dass es – abgesehen von den Stürmer-Verletzungen – grundsätzlich Wechsel für die Begegnung gegen Gladbach hätte geben müssen. Wagner setzte viele U21-Spieler ein, ließ sie vorspielen, nur gehört zur Wahrheit auch, dass die meisten der Akteure in den Kader gerutscht sind, weil eben ein großer Teil der Mannschaft unterwegs ist. Die Sommervorbereitung hat zudem gezeigt, dass es die talentierten U21-Spieler trotz guter Leistungen schwer haben, einen Platz bei den Profis zu ergattern.

Wenig Ertrag, aber hohe Kosten

Bleiben noch die Spieler, die sich auf den Länderspielreisen Selbstvertrauen holen können oder sollen. Die gibt es mit Mikey Moore und Said El Mala, die beide mit Erfolgserlebnissen heimkehren. Zwei Spieler, die aktuell ohnehin einen großen Hype erfahren und um ihre Plätze nicht fürchten müssen. Gideon Mensah kommt aus einem Chaos von angeblich fehlenden Prämien, einer Trainer-Entlassung und einem abgesagten Spiel heim, Luka Lochoshvili mit einem Zähler aus drei Spielen, Rav van den Berg und Jahmai Simpson-Pusey mit zwei Spielen à 90 Minuten auf der Bank – so wirklich glücklich lief die Länderspielpause für diese Kölner Profis also auch nicht. Natürlich ist auch die Erkenntnis eine Erkenntnis, dass sich aus der zweiten Reihe niemand nachhaltig aufdrängen konnte. Reservisten sammelten Spielpraxis, Nachwuchsspieler durften sich zeigen und Wagner bekam Eindrücke, die ihm im Trainingsalltag möglicherweise verborgen geblieben wären.

Nur fällt dieser Ertrag angesichts der Voraussetzungen überschaubar aus. Und genau deshalb wirkt die Bilanz dieses Samstagnachmittags so bitter. Für manche der nicht erfüllten Zwecke, wie die Leistung am Samstagnachmittag gegen einen Drittligisten, ist der FC selbst verantwortlich, für die meisten kann der Club rein gar nichts. Und doch zeigt das einfache Abwägen zwischen Kosten und Nutzen dieses Testspiels, ein unfassbares Unverhältnis.

Thijs Dallinga wird dem FC lange fehlen, Ragnar Ache vermutlich für einige Wochen. Diese Lücken aufzufüllen wird für die kommenden Wochen schwer genug. Die Vorbereitung auf das für ihn so wichtige Derby ist für René Wagner schon alles andere als optimal verlaufen, nun muss sich der Coach neue Ideen aus dem Ärmel zaubern, wie er das System auf eins ohne klassischen Zielstürmer umstellen kann. So bleibt bei eben der Rechnung Kosten und Nutzen nur ein einziges Ergebnis: Unter diesen Voraussetzungen und mit dieser Leistung hat der Test seinen eigentlichen Zweck für den FC weitgehend verfehlt. Der Preis, den die Kölner dafür nun bezahlen, steht dazu in einem geradezu absurden Verhältnis.

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Aus dem Luxusproblem wird ein echtes: Der 1. FC Köln braucht Alternativen, die er nicht hat

Thijs Dallinga und Ragnar Ache drohen verletzt auszufallen
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Aus dem Luxusproblem wird ein echtes: Der 1. FC Köln braucht Alternativen, die er nicht hat

Wie unfassbar bitter: Dem FC gehen vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach die Stürmer aus. Sowohl Thijs Dallinga als auch Ragnar Ache wurden im Testspiel gegen Viktoria Köln frühzeitig ausgewechselt. Beide fallen mit unterschiedlichen Diagnosen bis auf Weiteres aus. Und es stellt sich durchaus die Frage, wer gegen die Fohlen stürmen soll.

Testspiele in der Länderspielpause sind für Trainer bekanntlich immer eine zwiespältige Angelegenheit: Auf der einen Seite die Möglichkeit, Abläufe, Spielformen und Spieler zu testen. Auf der anderen Seite die Verletzungsgefahr. Und genau die fliegt den Kölnern nun besonders bitter um die Ohren. Denn im Freundschaftsspiel gegen Viktoria Köln hat der FC zwei Mittelstürmer verloren, die eigentlich für den großen Konkurrenzkampf bestimmt waren.

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Es hat eine besonders bittere Tragik, dass der FC im Sommer einen zweiten Mittelstürmer verpflichtet hat. Auch, um eine Alternative für den verletzungsanfälligen Ragnar Ache zu haben. Jetzt werden vorerst beide fehlen. Und René Wagner hatte es bereits Stunden vor der Schocknachricht am Sonntagabend geahnt. „Es wäre super bitter, wenn beide ausfallen. Gerade, wenn zwei Spieler auf derselben Position ausfallen“, sagte der Coach. Aus „wäre“ ist mittlerweile ein „ist“ geworden. Es fallen zwei Spieler auf derselben Position aus. So wirklich viele direkte Duelle gibt es beim FC dieser Tage eigentlich nicht mehr. „Im Idealfall ist klar, dass jene elf Akteure am Wochenende spielen, die in dem Moment die elf besten Spieler sind und die beste Leistung zeigen“, sagte René Wagner zwar im Interview mit come-on-fc.com, doch tatsächlich kristallisiert sich immer mehr eine Stammformation bei den Geißböcken heraus. Denn nach den bisherigen Leistungen dürften aktuell neun, vermutlich zehn Plätze in der ersten Elf vergeben sein.


Mehr zum Thema:
>> Interview mit René Wagner


Beide Mittelstürmer verletzt vom Platz

So wirklich spannend sah es bislang nur noch in vorderster Front aus. Das Duell zwischen Thijs Dallinga und Ragnar Ache um den einen Platz des Mittelstürmers, schien komplett offen zu sein. Ein seltenes Luxusproblem bei den Geißböcken. Doch am Samstagnachmittag ist ein ganz anderes Problem daraus geworden. Denn beide Mittelstürmer werden nun länger auszufallen. Für Dallinga endete das Testspiel bereits nach 20 Minuten. Der Mittelstürmer hatte in der Startelf gestanden, wurde aber zunächst nicht in Szene gesetzt. Nach einem Zweikampf in der Box ging der Spieler zu Boden und blieb schreiend liegen. Schon während der Behandlung wurde klar, der Niederländer könne nicht weiterspielen. Am Abend folgte die bittere Diagnose „Kreuzbandverletzung“. Dallinga wird Monate ausfallen.

Für den Niederländer kam der direkte Konkurrent Ache, der nun ebenfalls seine Chance erhalten sollte. Doch auch für den zweiten Mittelstürmer endete die Begegnung bitter. Nach einem Sprint griff sich der Spieler an den Oberschenkel, nach der Pause kehrte Ache nicht mehr auf den Platz zurück. Bei Ache liegt eine muskuläre Verletzung vor. Auch der zweite Mittelstürmer wird dem FC also fehlen.

Der FC braucht vielleicht ein anderes Spielsystem

Und dann stellt sich beim FC durchaus wieder die Frage, die man eigentlich nicht mehr im Raum stehen haben wollte: Hat der FC überhaupt eine Mittelstürmer-Alternative? Nominell bleibt aus dem aktuellen Kader Imad Rondic. Der Bosnier kam bekanntlich im Winter 2025 nach Köln, sollte die Sturmflaute beheben, fand aber nie so wirklich statt. Er spielte so dermaßen keine Rolle, dass Rondic vergangene und auch diese Sommerpause zur Vorbereitung vom Trainerteam ausgebootet wurde. Vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart gab es dann die überraschende Kader-Rückkehr. „Bei Imad ist die Situation eine besondere, weil er bei uns eigentlich keine Aufgabe mehr hatte“, so Wagner nach dem 2:2 gegen die Viktoria. Gegen den Drittligisten hinterließ der Stürmer wie auch der Großteil der Mannschaft einen blassen Eindruck. „Er ist ein Spieler, der seine Rolle kennt und doch jeden Tag Gas gibt und damit auch der Kabine viel Energie gibt“, so Wagner weiter.

Doch diese Energie hat sich bislang nicht in Tore übertragen – die Kernkompetenz eines Mittelstürmers. Mit weiteren klassischen Zielstürmern ist es dann im Kader aber rar. Marius Bülter, der gegen die Viktoria zum Ausgleich traf, hat die Position bekanntlich in der Vergangenheit schon gespielt, ist aber eigentlich auf den Außen zu Hause. Das gleiche gilt für Jan Thielmann und auch für Luca Walschmidt, der eher hinter den Spitzen agiert. Auch Mikey Moore und Said El Mala haben die Offensivposition schon gespielt. Vermutlich wird es tatsächlich auf El Mala hinauslaufen. Der Shootingstar hat genau diese Position unter Wagner in der Vorsaison bereits übernommen und immerhin drei Treffer erzielt. Allerdings ist der 20-Jährige bekanntlich ein anderer Spieler, ganz sicher nicht ein Wandspieler wie Ache oder Dallinga. Der Kölner Coach müsste also auch an der Taktik und dem System feilen. Möglich, dass es dann hinter den Spitzen ein Waldschmidt oder ein Isak Johannesson richten sollen.

Tatsächlich eine Umstrukturierung. Kein leichter Job, denn viele gemeinsame Einheiten gibt es nicht mehr. Immerhin wird Mikey Moore bereits am Dienstag wieder zur Mannschaft stoßen. Said El Mala bestreitet am Sonntag das letzte Duell in der Nationalmannschaft und wird auch zeitnah am Geißbockheim zurückerwartet.

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Nicht gesucht, nicht gefunden oder eine Systemfrage? Die aktuelle Situation der Stürmer des 1. FC Köln ist kompliziert

Ragnar Ache und Thijs Dallinga sollen beim FC Tore schießen
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Nicht gesucht, nicht gefunden oder eine Systemfrage? Die aktuelle Situation der Stürmer des 1. FC Köln ist kompliziert

Nachdem Thijs Dallinga herausragend in die Saison startete, konnte er zuletzt nicht mehr überzeugen. Ragnar Ache sucht zum Beginn der Spielzeit ebenfalls noch seine Konstanz. Beide Angreifer haben bisher Schwierigkeiten, ihre Stärken einzubringen. Liegt das an ihnen selbst oder doch am System von René Wagner?

Jeder Fußballfan weiß von klein auf: Stürmer müssen Tore schießen. Beim FC ist die Realität zum Saisonstart allerdings zum Teil eine andere. Sowohl Thijs Dallinga als auch Ragnar Ache werden in der Offensive als reiner Knipser nur selten gesucht. Wenn sie gefordert sind, dann hauptsächlich als Wandspieler. Müssen sich die Angreifer dem System anpassen oder doch eher anders herum? In jedem Fall muss im Sturmzentrum des 1. FC Köln etwas passieren.

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Nach den jüngsten Ergebnissen ist von der anfänglichen Euphorie beim FC nach dem Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim nur noch wenig übrig. Thijs Dallinga wurde damals mit seinem Doppelpack zum Matchwinner und feierte einen perfekten Einstand im Trikot der Geißböcke. Zusammen mit Ragnar Ache, der bereits in der vergangenen Saison seine Qualitäten auf Bundesliga-Niveau gezeigt hatte, entstand schnell der Eindruck, dass der FC sein eigentlich seit Jahren schwelendes Sturmproblem gelöst hatte. Die letzten Spiele vor der Länderspielpause zeigten jedoch anderes. Sowohl Ache als auch Dallinga sahen in den Spielen gegen Stuttgart, Bremen und den HSV alles andere als glücklich aus. Beide Angreifer konnten ihre Stärken kaum ausspielen und warfen damit eine dringliche Frage auf: Setzt der 1. FC Köln seine Stürmer falsch ein?

Qualitäten in der Luft

Die 38. Minute dürfte vielen FC-Fans in Hamburg besonders schmerzhaft in Erinnerung geblieben sein. Gideon Mensah brachte den Ball von links punktgenau in den Strafraum. Dallinga kam aus kürzester Distanz frei zum Kopfball doch Daniel Heuer Fernandes bekam noch die Hände an den Ball und verhinderte den Kölner Führungstreffer. Nach dem verschossenen Elfmeter gegen Bremen ließ der Niederländer somit die nächste Großchance ungenutzt. Gleichzeitig zeigt die Szene aber auch, warum Dallinga und Ache für den FC wichtig sind.

Beide bringen ein ähnliches Profil mit: Sie können Flanken und hohe Bälle im Strafraum zu verwerten, sind körperlich präsent und bewegen sich clever zwischen den Abwehrreihen. Gerade beim Niederländer war in Hamburg zu sehen, wie gefährlich er werden kann, wenn er per Flanke gefunden wird. Die Präsenz in Luftzweikämpfen gehört auch bei Ache zu den Kernkompetenzen. Bei seiner Verpflichtung im vergangenen Sommer hat er selbst genau auf diese Qualität hingewiesen: „Vor allem das Spiel mit Flanken ist eine große Stärke von mir“, sagte der Stürmer damals. Trotzdem ist die Flanke im Kölner Angriff (mit anschließendem Abschluss) nur selten das Mittel der Wahl. Doch woran liegt das?

Falsch eingesetzte Stürmer?

Die Antwort darauf ist das Spielermaterial hinter der Spitze. Said El Mala, Mikey Moore und Linton Maina bringen viel Dynamik, Dribbelstärke und die Fähigkeit mit, selbst Lösungen zu kreieren. Sie sind aber keine klassischen Flankengeber. Der Mittelstürmer fungiert im System der Domstädter somit eher als Zielspieler, der lange Bälle festmachen und auf die nachrückenden Spieler ablegen soll. Eine Spielidee, die beide Stürmer durchaus limitiert und ihrer Stärken und Torgefahr beraubt. Die Szene in Hamburg zeigt exemplarisch, dass Dallinga in solchen Situationen Gefahr ausstrahlen kann. Ache traf später sogar nach einer Hereingabe. Die Frage ist, wie regelmäßig der FC ihnen diese Situationen verschaffen kann. Bisher war dies deutlich zu selten der Fall.

Mit Borna Sosa haben die Kölner nun einen Spieler im Kader, dem diese Ausrichtung entgegen kommen könnte. Der Linksverteidiger ist bekannt für seine Flankenqualität und kann von außen für die Hereingaben sorgen, die Ache und Dallinga brauchen. Gleichzeitig würde ein stärkeres Flankenspiel aber auch die Rollen von Said El Mala, Mikey Moore und Linton Maina verändern. Es geht also nicht einfach darum, möglichst viele Bälle in den Strafraum zu schlagen, sondern um die Frage, auf welche Mischung aus spielerischen Kombinationen, Dribblings und Hereingaben der FC setzen will, um alle Spieler bestmöglich einzusetzen. Bundestrainer Jürgen Klopp sagte bei seiner ersten Kadernominierung: „Wir haben nicht geguckt, was wir nicht haben, sondern wir haben geguckt, was wir haben.“ Womöglich würde eine solche Ansicht dem FC ebenfalls neue Perspektiven eröffnen.

Bewährtes System

Ansonsten muss die Frage erlaubt sein, ob sich der FC im Sturm vielleicht falsch aufgestellt hat. Denn die Profile der beiden Angreifer unterscheiden sich nur gering. Ein Konzept, dass nichtsdestotrotz bereits in Köln funktionierte. In der Saison 2021/22 stürmten mit Sebastian Andersson und Anthony Modeste ebenfalls zwei klassische Mittelstürmer für die Geißböcke. Modeste kam auf 32 Einsätze, Andersson aufgrund einer Corona-Infektion zum Saisonende auf 26. Unter dem damaligen Trainer Steffen Baumgart, dem der heutige Cheftrainer René Wagner assistierte, gelang den Kölnern die Qualifikation für die Conference League. Mit Benno Schmitz hatte der FC damals, genau wie jetzt mit Sosa, einen Spieler mit hervorragender Flankenqualität in den eigenen Reihen. Möglich aber, dass der Trainer sich das Mittel des Knipsers auch für die Schlussphase aufheben will, wenn andere Lösungen nicht mehr greifen.

Ob Wagner die Idee seines Mentors in Erwägung zieht, wird sich im Verlauf der Saison zeigen. Die Szene in Hamburg hat aber anschaulich gezeigt, welche Gefahr entstehen kann, wenn einer der beiden in genau solche Aktionen kommt, wie sie zu ihrem Spiel passen. Wenn die Domstädter es schaffen, ihre Vorderleute so in Szene zu setzen, ist der FC um eine Option im letzten Drittel reicher. Dabei würden zumindest die Stärken der eigenen Stürmer bedient.

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Trifft Dallinga nicht, macht es eben Ache – und umgekehrt: Der 1. FC Köln hat wieder zwei Sturmoptionen

Thijs Dallinga tat sich gegen den HSV schwer (Foto: Selim Sudheimer/Getty Images)
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Trifft Dallinga nicht, macht es eben Ache – und umgekehrt: Der 1. FC Köln hat wieder zwei Sturmoptionen

Während Thijs Dallinga gegen den HSV eine schwache Leistung zeigte, konnte Ragnar Ache mit einem Treffer im Duell um den Stammplatz im Sturm punkten. Das zeigt, dass der FC im Gegensatz zur vergangenen Saison in der Sturmspitze nachlegen kann: Der Konkurrenzkampf belebt den Sturm des 1. FC Köln.

In der vergangen Saison war Ragnar Ache automatisch gesetzt, wenn die Geißböcke mit einem klassischen Stürmer spielen wollten. Denn der Angreifer war der einzige Spieler mit diesem Profil im Kader. Mit Thijs Dallinga hat der FC jedoch nun eine zweite Option und damit einen richtigen Konkurrenzkampf in der Sturmspitze. Aber spätestens gegen den HSV zeigte sich, dass Ache diesen Kampf annimmt.

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Es war ein Muster, dass es in dieser Saison schon einmal gegeben hatte – nur unter umgekehrten Vorzeichen. Während am ersten Spieltag Ragnar Ache sich lange erfolglos gegen die Hoffenheimer Defensive abmühte und darum Thijs Dallinga für ihn eingewechselt wurde und im Anschluss traf, war es am vergangenen Samstag gegen den HSV genau andersherum. Denn dieses Mal war der Sommerneuzugang zuerst auf dem Platz, blieb jedoch glücklos. So vergab er unter anderem in der 38. Minute die Riesenchance zur Führung, als Daniel Heuer Fernandes seinen zu unplatzierten Kopfball mit einem starken Reflex parierte. Darum ersetze ihn Mitte der zweiten Hälfte Ache. Und der 28-Jährige machte es kurz vor Schluss besser, als er mit einem Kopfball noch den Anschluss erzielte. Auch wenn der Treffer zu spät kam und die Geißböcke die Niederlage nicht mehr abwenden konnten, zeigte sich immerhin, dass Köln wieder zwei ordentliche Optionen im Sturm hat und nicht nur von einem Spieler abhängig ist.

Mehr Optionen als in der Vorsaison

Das war schließlich ein bekanntes Problem in der Vorsaison. Mit Ache hatte der FC nur einen klassischen Stürmer im Kader. Wenn der verletzt oder außer Form war, wurde es direkt eng. Jetzt hat Trainer René Wagner die Wahl: Bringt er mit Dallinga eher einen Spieler, der seine Stärken besonders im Strafraum hat, oder mit Ache einen klassischen Zielspieler? Auch scheint es, als würden sich die beiden Angreifer gut abwechseln. Hat der eine einen schlechten Tag, springt eben der andere mit Toren ein. Das hat gegen Hoffenheim und den HSV bereits gut funktioniert. Nur beim Heimspiel gegen Bremen erwischten beide einen gebrauchten Abend.

Dabei war der Treffer gegen die Hanseaten für Ache sehr wichtig. Denn in den vorherigen Spielen der Saison hatte der 28-Jährige noch nicht überzeugen können. Vor allem auch nicht gegen den VfB Stuttgart am zweiten Spieltag, als er das letzte Mal die Chance von Anfang an bekommen hatte, weil sein Konkurrent krankheitsbedingt ausgefallen war. Da der Angreifer sich aber nicht empfehlen konnte, bekam zuletzt Dallinga den Vorzug für die erste Elf.

Ache gegen Gladbach zurück in der Startelf?

Nun hat Ache wieder Ansprüche auf mehr angemeldet und gezeigt, dass er sich im Konkurrenzkampf behaupten kann. Ein wichtiges Zeichen in Richtung seines Trainers. Das außerdem zu einem guten Zeitpunkt kommt. Denn zum einen hat sich der Angreifer so vor der langen Länderspielpause noch ein Erfolgserlebnis abgeholt, das ihm Rückenwind geben sollte. Und zum anderen hat sich Dallinga in den vergangen beiden Partien nicht gerade in den Vordergrund spielen können.

Dadurch könnte Ache im Derby gegen Borussia Mönchengladbach nach der Länderspielpause wieder in der Startelf stehen. Dann muss der Stürmer jedoch direkt wieder eine gute Leistung zeigen. Ansonsten droht ihm erneut die Bank. Dabei könnte der Konkurrenzkampf beide Angreifer beflügeln. Und falls die erste Wahl gegen Gladbach keine gute Leistung zeigt, hat Wagner die Gewissheit, dass der andere bei seiner Einwechslung um so motivierter sein wird und die Wahrscheinlichkeit nicht so gering ist, dass er dann das Tore schießen übernimmt.


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Bis jetzt war nur sein Körper die Konkurrenz von Ragnar Ache – nun wartet die erste echte Bewährungsprobe

Ragnar Ache musste verletzt vom Platz
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Bis jetzt war nur sein Körper die Konkurrenz von Ragnar Ache – nun wartet die erste echte Bewährungsprobe

Seit seiner Verpflichtung im Sommer 2025 aus Kaiserslautern galt Ragnar Ache im Sturm des 1. FC Köln als gesetzt. Sofern es sein Körper zuließ, stand der 28-Jährige stets in der Anfangsformation und überzeugte über weite Teile. Zu seiner Entlastung sollte in diesem Sommer ein Ersatzmann kommen, der mit Thijs Dallinga schließlich auch gefunden wurde. Nach zwei Toren des Niederländers am ersten Spieltag fand sich Ache zwei Wochen später auf der Kölner Bank wieder. Zum ersten Mal hat er Konkurrenz auf seiner Position.

Den Einstand von Thijs Dallinga hätte man sich nicht besser erträumen können. In seinem ersten Einsatz in der Bundesliga traf der Stürmer nach Einwechslung doppelt, drehte damit die Partie und sicherte seinem neuen Arbeitgeber den Auftaktsieg. Nach einem krankheitsbedingten Ausfall in Stuttgart wurde er am 3. Spieltag mit einem Startelfeinsatz belohnt. Ragnar Ache saß zunächst nur auf der Bank und wurde erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Eine unbekannte Situation für die Kölner Nummer neun. In der letzten Saison stand nur sein eigener Körper der Nominierung für die Anfangsformation teilweise im Weg.

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Ache blickt nach vier Pflichtspielen auf einen durchwachsenen Saisonstart zurück. Der Angreifer ist noch ohne eigenen Treffer und auch generell wirkten seine Auftritte bisher recht glücklos. Seine eigentlichen Qualitäten wie das Festmachen von langen Bällen und die Präsenz im Kopfballduell suchte der Zuschauer bisher vergeblich. Dennoch gilt Ache weiterhin als Publikumsliebling und Startelfkandidat. Mit Dallinga meldet nun allerdings ein weiterer Stürmer Ansprüche auf Spielzeit an. Aktuell ist es ein enges Duell zwischen den beiden, womöglich wäre aber auch eine Doppelspitze denkbar.

Neue Situation im Sturm

Nachdem Ache beim 1. FC Kaiserslautern eine beeindruckende Bilanz von 34 Toren in 56 Spielen vorweisen konnte, folgte im vergangenen Sommer der logische Schritt zurück in die Bundesliga. Von 2020 bis 2023 stand der wuchtige Mittelstürmer bereits im Bundesliga-Kader von Eintracht Frankfurt. Für die Hessen machte er allerdings nur 20 Spiele, wobei ihm nur ein einziger Treffer gelang. Nach seinem Wechsel zum FC gehörte der geborene Frankfurter von Beginn an zum Stammpersonal. Lediglich diverse kleinere Verletzungen bremsten ihn teilweise aus.

In seiner zweiten Saison in der Domstadt ist die Situation nach wenigen Spielen bereits eine andere. Eine Situation, die Ache aus den letzten Jahren nicht mehr kennt. Auf Nachfrage äußerte sich der Stürmer zunächst positiv über die Dallinga-Verpflichtung. Er sieht es als gutes Zeichen, dass der FC in der Lage ist, durch den Transfer eines gestandenen Spielers die Optionen im Kader zu vermehren. Ob er noch dieselbe Meinung vertritt, wenn für ihn über mehrere Wochen hinweg nur der Bankplatz bleibt?

Ache, Dallinga oder beide?

René Wagner hat aktuell den Luxus, zwei torgefährliche Mittelstürmer in seinem Kader zu haben. Trotzdem unterscheiden sich die beiden in mehreren Bereichen voneinander. Es ist das wohl aktuell engste Duell um den Startelfplatz im Kader des FC. Ache ist ein Stürmer, der seine Stärken mit dem Rücken zum Tor hat. Die Nummer neun ist zudem stark im Kopfballspiel und beschäftigt seine Gegenspieler viel, wodurch Räume für seine Mitspieler entstehen. Mit seiner Physis ist er gegen fast jeden Gegner in der Lage, sich durchzusetzen und den Ball festzumachen, während die Mitspieler nachrücken. Auch bei Offensivstandards geht von dem 28-Jährigen stets Gefahr aus. Dallinga ist ein anderer Spielertyp. Der Niederländer ist zwar 1,90 Meter groß, dennoch wesentlich weniger körperlich in seinem Spiel. Stattdessen glänzt er durch einen eiskalten Abschluss und ein gutes Gespür im Strafraum, was er gegen Hoffenheim bereits eindrucksvoll unter Beweis stellte.

In den nächsten Wochen wird sich herausstellen, wer von den beiden die Nase vorne hat, wobei sich das wöchentlich verändern könnte. Für Ragnar Ache gilt es jetzt zu beweisen, dass er sich gegen Konkurrenz durchsetzen kann und nach wie vor die erste Wahl im Sturmzentrum ist. Darüber hinaus wäre auch die Option einer Doppelspitze denkbar. Insbesondere durch die dazugewonnene Flankenqualität im Kader, beispielsweise von Borna Sosa, könnten die Geißböcke mit einem solchen System für große Gefahr im gegnerischen Strafraum sorgen. Egal, welche Variante letztendlich gewählt wird, Ache wird stets eine Option sein.

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Ragnar Ache im Exklusiv-Interview: „Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann“

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Ragnar Ache im Exklusiv-Interview: „Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann“

In der vergangenen Saison war der Angreifer einer der Topstürmer der Geißböcke – gegen Ende der Spielzeit verletzte ich der 28-Jährige jedoch. Mit come-on-fc.com spricht der Stürmer über einen schweren Start, seine Fußball-Freie-Zone und seine Ziele beim 1. FC Köln: Ragnar Ache im Exklusiv-Interview.

Während des Trainingslagers in Kitzbühel traf come-on-fc.com FC-Stürmer Ragnar Ache zum Interview. Der 28-Jährige sprach über seine Premierensaison bei den Geißböcken, die Unterschiede zwischen dem Fußball in den Niederlanden und Deutschland – und ob er sich auch in dieser Saison die Haare färben wird.

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Das Interview führte Simon Bartsch für come-on-fc.com

Herr Ache, erst einmal herzlichen Glückwunsch nachträglich. Wofür gab es von den Mitspielern mehr Glückwünsche? Für den Geburtstag oder für die Ernennung zum Top-Tor der Saison?

Ragnar Ache: Eindeutig zum Geburtstag.

Das Tor hat aber auch jeden Glückwunsch wirklich verdient. Sie haben es Mal gegen Fürth mit einem Fallrückzieher versucht – eher mit mäßigem Erfolg. Jetzt gegen Hoffenheim mit großem Erfolg. Kann es ein drittes Mal überhaupt geben? Die Fallhöhe ist doch jetzt extrem hoch.

Ragnar Ache: (Lacht) Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich es nie wieder versuchen werde. So etwas passiert ja mehr oder weniger automatisch. Aber wenn ich darüber nachdenke, dann sagt mein Körper mir, dass ich es einfach besser lassen sollte.

Fallrückzieher gegen Hoffenheim: „Ich freue mich immer, wenn ich das Video im Netz sehe“

Es war eigentlich keine optimale Position, in der Sie sich bei der Flanke befunden haben. Der Ball kam eher in den Rücken. Welche Synapse hat den Impuls gegeben, ich probiere es trotzdem?

Ragnar Ache: Das ging alles instinktiv, ganz schnell. Auf einmal lag ich in der Luft. Dann habe ich durchgezogen. Im Ernst: Man denkt in so einer Situation nicht nach, ob man ansetzt oder nicht. Es passiert einfach.

Ihre akrobatische Einlage als Bild im Louvre, als Meme, die Reaktion von Cenk Özkacar – das Tor ging viral. Erfüllt dieser mediale Hype einen dann auch mit einer Portion Stolz?

Ragnar Ache: Natürlich ist diese Aufmerksamkeit schön – und man ist auch ein wenig stolz. Aber am Ende geht es dann einfach mit der Saison weiter. Cenks Reaktion war aber schon sehr lustig. Ich freue mich immer, wenn ich das Video im Netz sehe. Es ist aber nicht so, dass ich morgens aufstehe und denke: ‚Mensch, jetzt könnte ich mir das Tor nochmal anschauen‘.

Wo wir von Stolz reden. Sie sind Europa-League-Sieger, haben aber in einem Interview mal gesagt, dass Sie gar nicht viel dazu beigetragen hätten. Warum so kritisch? Immerhin sind Sie abgesehen von Ron-Robert Zieler der einzige Spieler im Kader, der einen so großen Titel aufweisen kann.

Ragnar Ache: Natürlich ist das ein geiler Titel. Wir haben vor zig Tausend Zuschauern in Barcelona gespielt. Es wird immer ein besonderer Moment meiner Karriere bleiben, in so einem Spiel, gegen so einen Gegner, in diesem Stadion eingewechselt zu werden. Aber es war die 90. Minute. Wirklich viel trägt man dann nicht zum Titel bei, im Gegensatz zu den Jungs, die über 90 Minuten gespielt haben.

„Das war nicht die beste Zeit meiner Karriere“

Ihrem ersten Profitor für Sparta Rotterdam ist noch ein zweites gefolgt. Nach dem Doppelpack haben Sie im Interview gesagt, Sie könnten sich dennoch verbessern.

Ragnar Ache: Ich bin einfach sehr selbstkritisch, manchmal sagen mir meine Mannschaftskollegen sogar zu selbstkritisch. Aber so bin ich: Selbst, wenn man zwei Tore geschossen hat, gibt es immer Dinge, die man verbessern kann. Dieser Gedanke ist mir wichtig. Das Spiel damals ging dann auch nur 2:2 aus.

Ich erinnere mich noch an die erste Mixed Zone in Köln. Da klang so ein wenig die Kritik an Frankfurt durch, dass Sie dort nicht so wirklich viel gespielt haben. Wie kritisch blicken Sie auf die Zeit bei der Eintracht zurück?

Ragnar Ache: Da bin ich ehrlich zu mir selbst, das war nicht die beste Zeit meiner Karriere. Ich habe wenig gespielt – und dementsprechend konnte ich mich auch eigentlich nie so richtig beweisen. Immer wenn ich einigermaßen in den Rhythmus gefunden hatte, habe ich mich wieder verletzt. Frankfurt hat in dieser Zeit zu einem europäischen Top-Club entwickelt, deshalb war es schwierig für mich, Schritt zu halten.

Ragnar Ache im Trainingslager in St. Johann
Gibt es da auch Phasen von Selbstzweifel und wenn ja, wie gehen Sie damit um?

Ragnar Ache: Ja, natürlich. Aber ich die Mannschaft hat mir dabei geholfen, positiv zu bleiben.

Schwerer Start in der Bundesliga

Besonders bitter war Ihr erster Einsatz von Beginn an gegen Leverkusen…

Ragnar Ache: In Leverkusen war ich anfangs auf jeden Fall nervös und habe gefühlt jedes Duell gegen Tapsoba verloren. Dann bin ich in der 76. ausgewechselt worden, ohne, dass ich irgendwas zeigen oder beweisen konnte. Das war glaube ich das letzte Spiel, das ich für Frankfurt gemacht habe.

Vor Ihren Anfängen bei Rotterdam haben Sie schon in Deutschland das Trikot von Sparta getragen, sind dann dort hin. Später sind Sie als Profi zurück zu ihrem Heimatclub Frankfurt. Gab es vor dem Wechsel nach Köln eine emotionale Bindung zum FC? Hatten Sie einen heimlichen Stoff-Hennes in Ihrem Zimmer?

Ragnar Ache: (Lacht). Nein. Bei FIFA hatte ich aber schon mit dem FC gespielt…

„Das habe ich nicht verstanden“

In ihrem letzten Saisonspiel für Kaiserslautern haben Sie bereits einen Vorgeschmack auf Ihren kommenden Arbeitgeber bekommen. Hätten Sie gedacht, dass die Saison in Köln so turbulent wird?

Ragnar Ache: Köln ist ein Riesenverein, in einer Riesenstadt. Ich lese aber nur wenige Berichte über den FC und bleibe auch nur selten in den Sozialen-Medien beim FC hängen.

Ein Thema waren die Bilder während und nach dem Union-Spiel, als Sie auf der Bank saßen und von Jan Thielmann getröstet wurden. Ganz Köln hat sich damals gefragt, was ist da los. Also: Was war da los?

Ragnar Ache: Es war die 53. Minute, wir waren erst ein paar Minuten wieder auf dem Platz und der Trainer hat in der Pause gesagt, dass das Spiel gut laufe. Und dann wurde ich ausgewechselt, das habe ich nicht verstanden.

Der gleiche Trainer hat Sie mal als „Herr der Lüfte“ beschrieben, weil sie „Sekunden in der Luft stehen können“. Mit 1,83 Metern sind Sie nicht der größte Spieler, gewinnen aber am zweitmeisten Kopfballduelle der Liga. Woher kommt die Sprungkraft.

Ragnar Ache: Die ist wohl angeboren. Das ist nichts, was ich trainiert habe.

Rollentausch in der Jugend

Und dennoch gab es „nur“ drei Kopfballtore, obwohl Köln die fünfmeisten Flanken geschlagen hat. Ist das ein Punkt, wo Sie sagen, da hätte mehr kommen können oder mehr kommen müssen?

Ragnar Ache: Wir haben schon viele Flanken geschlagen, das stimmt. Aber sie kamen nicht immer in die gefährlichen Bereiche. Flanke ist ja nicht gleich Flanke.

Aber Sie sind ein Zielstürmer, der an Toren gemessen wird und Sie verfügen über eine enorme Kopfballstärke…

Ragnar Ache: Ja, ich würde auch sagen, dass ich diese Stärke noch besser einbringen kann…

Es gibt ja die Binsenweisheit, dass ein guter Torwart auch mal ein guter Stürmer gewesen ist. Bei Ihnen war es anscheinend andersrum oder waren Sie gar nicht so ein guter Torwart?

Ragnar Ache: Wenn man jung ist, empfindet man Dinge anders. Man schätzt sich anders ein. Aber ich würde schon sagen, dass ich ein sehr guter Torwart war. Ob ich als Keeper Profi geworden wäre, kann ich aber nicht sagen. (lacht)

Premierensaison beim FC: „Die Anfangsphase war nicht ganz einfach“

Dann sind Sie mit elf Jahren in die Niederlande gegangen, eine neue Sprache. Es heißt aber, später gab es Menschen im Umfeld von Sparta, die nicht glauben konnten, dass Sie kein Niederländer sind. Fällt es Ihnen leicht, sich anzupassen?

Ragnar Ache: Das stimmt. Ich habe sehr schnell Holländisch gelernt. Aber es ist ja auch ähnlich wie Deutsch. In dem Alter lernt man Sprachen einfach schnell. Auf der anderen Seite wollte ich damals einfach nur Fußball spielen und dafür braucht man keine Sprache. Man nimmt den Ball, geht auf den Platz und spielt. Da muss man nicht viel reden.

Ragnar Ache musste verletzt vom Platz
Und in Köln, wie schnell war da die Anpassungsfähigkeit? Sie standen schon auf dem Rosenmontagszug. Das haben viele Kölner noch nicht geschafft.

Ragnar Ache: Die Anfangsphase war nicht ganz einfach. Gerade vor einem Jahr das Trainingslager. Aber ich habe sehr schnell Freunde gefunden. Mit Denis Huseinbasic habe ich mit direkt gut verstanden. Luca Waldschmidt, Marvin Schwäbe, Linton Maina – das ging recht schnell. Dann ist mit Rav van den Berg auch noch ein Holländer dazugekommen – und Monty.

„Bei mir ist zuhause eine Fußball-Freie-Zone“

Wenn Sie auf den niederländischen Fußball und auf den deutschen blicken, was sind da für Unterschiede?

Ragnar Ache: Von vielen Leuten und von meinen Freunden in Holland höre ich oft, dass der holländische Fußball sehr stark in der Qualität abgenommen hat. Ajax ist beispielsweise nicht mehr die Topmannschaft, die sie mal war. Aber es ist schon so, dass in Deutschland viel mehr auf Athletik geachtet wird, während in den Niederlanden das Fußballerische im Vordergrund steht.

Kann sich denn der DFB – gerade jetzt, wo der nächste Umbruch ansteht – etwas in den Niederlanden abschauen?

Ragnar Ache: Erst einmal muss man zwischen der niederländischen Liga und der Nationalmannschaft differenzieren. Die meisten Nationalspieler spielen im Ausland, abgesehen von ein, zwei Spielern bei Ajax. Ich glaube, bei Nationen wie Spanien kann man sich mehr abschauen.

Sie haben selbst keine WM geguckt, schauen überhaupt wenig Fußball. Das wirkt für einen Fußballprofi untypisch…

Ragnar Ache: Untypisch würde ich jetzt nicht sagen. Aber bevor ich mir eine Begegnung anschaue, analysiere ich lieber meine eigenen Spiele. Bei mir ist zuhause eine Fußball-Freie-Zone. Wenn ich mich den ganzen Tag mit Fußball beschäftige, will ich in den eigenen vier Wänden auch mal abschalten und an andere Sachen denken.

„Vielleicht gibt es spontan eine neue Farbe“

Dann lieber japanische Anime…

Ragnar Ache: Zum Beispiel. Aber vieles anderes auch. Basketball, Baseball, Playstation, ich mache irgendwas, was nichts mit Fußball zu tun hat.

Sie wurden von ihren Mitspielern ganz gerne mal als zurückhaltend beschrieben. Es gibt aber Videos, auf denen sie wild tanzen, hier machen Sie sich gerne mit den Mitspielern einen Spaß, wie passt das zusammen?

Ragnar Ache: Ich habe meine Momente – und ich habe ein gewisses Energielevel. Wenn das leer ist, dann ist es auch wirklich leer. Dann ziehe ich mich eher zurück und rede wenig. In der Regel probiere ich einfach, positiv zu sein und meine Energie mit allen zu teilen.

Nach dem Union-Spiel musste eine Veränderung her, die Haare wurden gefärbt. Welche Haarfarbe werden wir in dieser Saison sehen und was wird vorher passiert sein? Ein weiterer Fallrückzieher?

Ragnar Ache: Ich hätte sie gerne jetzt wieder gefärbt. Aber das ist einfach zu schlecht für meine Haare. Ich will nicht mit 35 schon eine Glatze haben. Jetzt lasse ich die Haare erst ein bisschen wachsen. Vielleicht gibt es spontan eine neue Farbe. Oder ich überrasche euch mit langen Haaren.


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Ragnar Ache arbeitet am Traum von der Premier League: „Auf dem Niveau bin ich zurzeit aber nicht“

Ragnar Ache im Trainingslager in St. Johann
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Ragnar Ache arbeitet am Traum von der Premier League: „Auf dem Niveau bin ich zurzeit aber nicht“

In der vergangenen Spielzeit gehörte der heute 28-Jährige zu den Kölner Topscorern, fiel im Saison-Endspurt allerdings aus. Im Trainingslager in Kitzbühel gibt der Angreifer wieder Vollgas für den 1. FC Köln: Ragnar Ache schielt auf die Premier League.

Im Testspiel gegen Rheinsüd wurde er noch nicht berücksichtigt, gegen Bergisch Gladbach gab es 30 Minuten, doch mittlerweile ist der Angreifer wieder voll im Spiel. Ragnar Ache arbeitet in Kitzbühel an seiner guten Form, will gefühlt eher gestern statt morgen in die neue Spielzeit starten. Kein Wunder, nachdem er das Saisonfinale verletzt verpasste.

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Wild gestikulierend stand der Stürmer im Mittelkreis, forderte den Ball, bekam ihn nicht. Ragnar Ache wirkte alles andere als glücklich, als der Angriff im Testspiel am Montag an ihm vorbeilief, doch das Lächeln kehrte schnell zurück. Ache wirkt locker, irgendwie befreit dieser Tage in Kitzbühel. Vielleicht auch, weil seine Situation aktuell recht komfortabel scheint. Denn, wenn über ein potenzielles Transferziel spekuliert wird, dann fällt doch oft die Kategorisierung „Backup für Ache“. Und „Backup für Ache“ impliziert in gewisser Weise, dass der Stürmer dann doch irgendwie bei den Geißböcken gesetzt ist. Nominell ist der 28-Jährige der einzige klassische Mittelstürmer im Team – wenn man den ausgemusterten Imad Rondic nicht mitzählt. Der Spieler ist aber auch einfach nur glücklich, dass er aktuell fit ist.

Viele Flanken, wenig Tore

Auch deswegen geht man es gerade besonders ruhig an. Denn der Stürmer scheint anfällig für Verletzungen. Das Finale der vergangenen Saison erlebte der Angreifer beispielsweise von der Tribüne aus. Der gebürtige Frankfurter hatte sich gegen St. Pauli am 30. Spieltag eine Muskelverletzung zugezogen, war beim Rest der Spielzeit nicht mehr aktiv dabei. Nach dem behutsamen Einstieg in diesem Sommer ist Ache nun zu 100 Prozent dabei, macht bei jeder Übung mit. Es bestehen aktuell jedenfalls wenig Zweifel daran, dass der Stürmer zu Saisonbeginn in der Startelf stehen kann. In der vergangenen Spielzeit erzielte Ache saisonübergreifend acht Tore, bereitete sieben weitere vor. Er gehörte damit zu den Topscorern der Geißböcke. In dieser Saison darf es aus Kölner Sicht gerne ein wenig mehr sein, wenn denn keine Verletzung bei dem Angreifer dazwischen grätscht.

Ein probates Mittel

Acht Tore hört sich für einen Zielstürmer, der wiederum 31 Mal auf dem Platz stand, ordentlich, aber eben nicht überragend an. Nur gehört zur Wahrheit eben auch, dass das Spiel der Geißböcke nicht nur auf den Zielstürmer ausgerichtet war. Mit den schnellen Außen, die das Dribbling nicht scheuen, um dann ins Zentrum zu ziehen und den Abschluss suchen, gab es zum Beispiel ein anderes probates Mittel, um an Tore zu kommen. Dabei wurde Ache in der Box durchaus gesucht. Zwar schlugen die Kölner recht viele Flanken (416, fünftbester Wert der Liga), von denen auch im Schnitt jede Dritte beim Mitspieler ankam (Viertbester Wert der Liga), doch Tore erzielten die Geißböcke im prozentualen Vergleich dann doch wenige. Auch, weil Aches Aufgabe durchaus im Ablegen bestand. Während der FC mehr als 400 Versuche für seine acht Treffer benötigte, kam Leverkusen nach 350 Hereingaben bereits auf neun Tore. Ein probates Mittel sind die Hereingaben aber allemal.

“Mein Traum ist die Premier League“

Denn Ache ist durchaus ein starker Kopfballspieler. Im Schnitt gewann der Stürmer in der vergangenen Saison 13 Kopfball-Duelle pro 90 Minuten, ligaweit Platz zwei hinter Berlins Andrej Ilic. Das ist bemerkenswert – vor allem, weil Ache bei einer Körpergröße von 1,83 Metern nicht zu den klassischen Kopfballriesen gehört. Was ihm an Zentimetern fehlt, macht er durch Timing und Positionierung, vor allem durch seine enorme Sprungkraft wett. Allerdings geht es dabei eben auch um lange Bälle, die der Stürmer gewinnbringend verlängert. Die Torausbeute mit dem Kopf war in der vergangenen Spielzeit mit zwei in der Liga ein wenig mau. In seiner Karriere erzielte der Angreifer insgesamt schon 15 Tore mit dem Kopf.

Unvergessen ist aber natürlich der Fallrückzieher gegen Hoffenheim. „Ich weiß bis heute nicht, wie das passiert ist. Ehrlich nicht“, sagte Ache im Interview mit den „11Freunden“ und gab zu, dass er der Kugel nur hinterherschauen wollte. „Mein Körper hat sich was anderes überlegt. Plötzlich hing ich in der Luft.“ Das Tor sorgte international für Aufsehen. Auch in England ging es viral. Und möglicherweise kommt der Stürmer seinem Traum so ein Stück weit näher. „Mein Traum ist die Premier League. Auf dem Niveau bin ich zurzeit aber nicht. Dafür muss ich fußballerisch besser werden“, so Ache. „Aber das kann ja noch werden. Schaut euch Harry Kane an: Wie alt ist er? 32. Und so gut wie nie. Der holt sich im eigenen Strafraum den Ball, spielt einen Diagonalball und steht kurz darauf wieder vorne im Sechzehner, um die Flanke einzuköpfen.“


René Wagner spricht über das Personal: „Es gibt nur einen Spieler, der Raggy ersetzen kann…“

René Wagner auf der Pressekonferenz vor dem Leverkusen-Spiel
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René Wagner spricht über das Personal: „Es gibt nur einen Spieler, der Raggy ersetzen kann…“

Nach dem 1:1 gegen St. Pauli am vergangenen Freitag würden die Kölner gerne gegen Leverkusen punkten, um dem Ziel Klassenerhalt ein Stück näher zu kommen. Doch die Aufgabe wird nicht leicht für den 1. FC Köln: Die Frage nach dem Ache-Ersatz bleibt offen.

Mit dem Duell gegen Leverkusen steht für den FC ein schweres Heimspiel bevor. Am Donnerstag äußerte sich Trainer René Wagner zum kommenden Gegner, aber auch zum Personal.

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Die größte Frage beantwortete der Coach dabei aber nicht. Die nach einem potenziellen Ersatz für Ragnar Ache. „Erst einmal ist es nicht gut, wenn sich ein Spieler verletzt. Ich glaube, dass es ein Spieler gibt, der Raggy ersetzen kann und das ist Raggy“, sagte der Trainer. „Ich will niemanden zu nahe treten, aber Ragy hat einfach eine unfassbare Qualität in der Luft, das wissen wir alle. Jetzt geht es darum, die richtige Kombination an Spielern zu finden und das aufzufangen.“ Wagner betonte aber, dass es keinen Eins-zu-eins-Ersatz geben könne. Das gibt der Kader aktuell auch nicht her. Marius Bülter käme dem vielleicht noch am nächsten. Doch der Routinier ist aktuell nicht so richtig in Form, spielte zuletzt keine große Rolle mehr und agierte in der Saison meist auch auf den Außenpositionen. Ob Luca Waldschmidt zur Option werden könne, ließ der Trainer ebenso offen. „Luca ist immer eine Option zu starten. Aber ob das dann so eintritt, werden wir am Samstag sehen“, sagte der Coach.

„Es gibt wenig Grund das zu ändern“

Wagner betonte aber auch, dass Waldschmidt mit seiner Qualität durchaus Sinn machen könne. Aber nicht unbedingt muss. „Ich glaube, dass am Ende auch viel Ballbesitz von Nöten ist, um Luca ins Spiel bekommen lassen“, sagte der 37-Jährige. „Dann müssen wir mal gucken, ob wir jetzt gegen Leverkusen dann auch die Momente haben, wo wir den Ball dann so oft haben, dass Luca gefährlich werden kann.“ Auch in der Defensive ließ sich der Trainer nicht in die Karten schauen. Gerade gegen einen Stürmer wie Patrik Schick wird die Innenverteidigung besonders wichtig sein. Zuletzt agierten Jahmai Simpson-Pusey und Cenk Özkacar im Zentrum. Mit Rav van den Berg und Joel Schmied hoffen aber zwei weitere Innenverteidiger auf die nächste Chance. Doch der Trainer bleibt wohl eher bei der bewährten Konstellation: „Wir haben jetzt zwei gute Spiele in der Konstellation gemacht und es gibt wenig Grund das dann auch zu ändern“, erklärte der Trainer.

Personell gibt es keine weiteren Veränderungen. Nur die Langzeitverletzten fehlen sowie eben Ragnar Ache. Es deutet sich aber an, dass die Nachwuchskräfte wohl erneut keine Rolle in den Überlegungen des Trainers spielen.


Befürchtung bestätigt: Ragnar Ache wird dem 1. FC Köln fehlen

Ragnar Ache wird dem FC fehlen
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Befürchtung bestätigt: Ragnar Ache wird dem 1. FC Köln fehlen

Die Befürchtungen haben sich am Samstag bestätigt. Der 1. FC Köln muss im Saisonendspurt auf Ragnar Ache verzichten. Der Stürmer verletzte sich im Duell gegen den FC St. Pauli. Nun bestätigte der Verein die muskulären Probleme. Der Angreifer erzielte in diesem Jahr bereits sechs, in dieser Saison sieben Treffer.

Der FC wird voraussichtlich in den verbleibenden Spielen der aktuellen Saison ohne Ragnar Ache auskommen müssen. Wie der 1. FC Köln mitteilt, fällt der Stürmer mit einer muskulären Verletzung vorerst aus. Ache musste gegen St. Pauli aufgrund der Verletzung frühzeitig vom Platz.

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Das ist bitter. Die Kölner müssen im Saisonfinale ohne ihren Mittelstürmer Ragnar Ache auskommen. Der 27-Jährige hatte sich bei einem Sprint im Duell gegen den FC St. Pauli nach einer knappen Stunde an den Oberschenkel gegriffen, musste nach kurzer Behandlung ausgewechselt werden. „Wir müssen es jetzt abwarten. Es sah auf jeden Fall nicht so gut aus“, hatte Thomas Kessler bereits geahnt. „Wir schicken ihn jetzt schnellstmöglich in die Diagnostik und dann müssen wir abwarten, was dabei rauskommt.“ Die Diagnostik ist abgeschlossen und sie ist für die Kölner keine erfreuliche. „Ragnar Ache hat sich am Freitagabend eine Muskelverletzung zugezogen und wird voraussichtlich bis zum Saisonende ausfallen. Das hat eine MRT-Untersuchung am Samstag ergeben“, heißt es in der kurzen Meldung vom FC. Die Muskelverletzungen ziehen sich bei den Kölnern wie ein roter Faden durch die Saison.

Sechs Tore seit Jahreswechsel

Der 27-Jährige erlebte gegen die Kiezkicker sicher nicht seinen besten Tag, im Jahr 2026 ist der Angreifer aber ein absoluter Leistungsträger. Sechs seiner sieben Tore erzielte Ache seit dem Jahreswechsel, bereitete ein weiteres Tor vor. Natürlich unvergessen das Tor des Monats Februar, bei dem Ache per Fallrückzieher gegen Hoffenheim traf. Der Stürmer ist neben Said El Mala und Kaminski Teil der starken Offensivreihe, die für einen Aufsteiger gute 44 Tore erzielte. Alle drei waren insgesamt an 39 Treffern beteiligt. „Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist“, sagte Luca Waldschmidt nach der Begegnung bei DAZN. Auch René Wagner konnte noch nichts genaues sagen: „Ich habe kurz mit ihm gesprochen. Ich glaube, da ist was, es ist aber zu früh, um zu sagen, was genau es ist. Wir müssen es morgen genauer checken.“ Nun haben die Kölner Gewissheit.