Transferfrust mitten in der Derbywoche: Wird der Reitz-Abgang zum Vorteil für den FC?

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Transferfrust mitten in der Derbywoche: Wird der Reitz-Abgang zum Vorteil für den FC?

Mitten in der Derbywoche herrscht Unruhe bei Borussia Mönchengladbach. Kapitän Rocco Reitz wechselt im Sommer nach Leipzig. Fans reagieren irritiert, auch der Zeitpunkt der Bekanntgabe stößt auf Kritik – und könnte so dem 1. FC Köln in die Karten spielen: Wird der Reitz-Abgang zum Vorteil für den FC?

Mitten in der Derbywoche verlässt Kapitän Rocco Reitz Borussia Mönchengladbach Richtung RB Leipzig, was bei den Borussen-Fans für Unmut sorgt und den Zeitpunkt der Bekanntgabe kritisch wirken lässt. Kann der 1. FC Köln diese Situation im Derby zu seinen Gunsten nutzen?

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Weniger als eine Woche vor dem Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach gab der Club vom Niederrhein am Montag den Abgang von Kapitän und Eigengewächs Rocco Reitz zu RB Leipzig bekannt. Der Transfer stößt bei vielen Fans sauer auf, zudem ist der Zeitpunkt der Bekanntgabe unsensibel gewählt. Kann der Reitz-Wechsel den dringend benötigten Kölner Sieg begünstigen? Der 23-Jährige verlässt seinen Ausbildungsclub für kolportierte 23 Millionen Euro. Damit wird er zum viertteuersten Abgang in der Geschichte der Gladbacher. „Die Ablösesumme, die wir für Rocco erhalten werden, ist die höchste, die Borussia je für einen selbst ausgebildeten Spieler generieren konnte. Der frühe Zeitpunkt der Einigung hilft uns sehr bei unseren Planungen“, sagt Rouven Schröder, Geschäftsführer Sport in einer Pressemitteilung des Vereins.

Reitz: „Werde mich zerreissen“

Klar ist, dass die Fohlen mit Reitz einen ihrer Schlüsselspieler verlieren. Reitz, der mit sieben Jahren nach Gladbach kam, hat den Sprung in den Profifußball geschafft und sich nach zwei Leihstationen im Mittelfeld etabliert. In Abwesenheit von Kapitän Tim Kleindienst, der mit einer Knieverletzung auch für das Spiel gegen Köln ausfällt, wurde ihm das Kapitänsamt übertragen. Wohl niemand im Gladbacher Kader strahlt so viel Identifikationspotenzial aus wie Rocco Reitz – und ebendieser verlässt nun den Verein. „Dass Rocco bis zum Ende der Saison alles in seiner Macht Stehende tun wird, um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen, darüber kann es angesichts seines Charakters und seiner Vita keinen Zweifel geben“, teilte Schröder mit.

Reitz selbst erklärte seine Entscheidung: „Ich habe mich entschieden, ab Sommer einen neuen Abschnitt in meiner Karriere zu beginnen. Natürlich kann ich verstehen, dass der eine oder andere meinen Entschluss, den Verein zu verlassen, nicht nachvollziehen kann. Diese Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen.“ Gleichzeitig betonte der zukünftige Leipziger die Bedeutung des anstehenden Duells mit Köln. „Ich kann versprechen, dass ich mich in jedem verbleibenden Spiel mit allem, was ich habe, zerreißen werde – vor allem im Derby jetzt am Wochenende.“

Ein Vorteil für den 1. FC Köln?

Es wäre sicherlich vermessen, aus den Verstimmungen rund um den Transfer einen sportlichen Vorteil für den 1. FC Köln abzuleiten. Schließlich konnten die Gladbacher am vergangenen Wochenende gegen St. Pauli einen 2:0-Sieg einfahren, obwohl ihr rotgesperrter Mittelfeldspieler nicht mitwirken konnte. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Wechsel für zusätzliche Spannung zwischen den Anhängern auf den Rängen und der Mannschaft auf dem Platz sorgt. Diese gilt es für Lukas Kwasniok und seine Geißböcke auszureizen, um die Wut über den Wechsel in Unsicherheit umzumünzen. Und die kann man vor einem prestigeträchtigen Spiel wie dem Derby am Samstag (Anstoß um 15:30 Uhr, abrufbar im Liveticker auf come-on-fc.com) sicher nicht gebrauchen.

Genauso wenig wie der FC nun die Gerüchte um Said El Mala gebrauchen kann. Der Kölner Offensivspieler soll laut „Bild“ Brighton eine mündliche Zusage für einen Sommer-Wechsel gegeben haben. Ein Nebenschauplatz, den man beim FC vor dem Derby sicher gerne vermieden hätte.


Mehr als Fußball: Das Derby des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach wird zur politischen Bühne

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Mehr als Fußball: Das Derby des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach wird zur politischen Bühne

Vor dem Hochrisikospiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Samstag droht der andauernde Konflikt zwischen Verbänden, Vereinen und politischen Akteuren bezüglich der Sicherheit in Fußballstadien zu eskalieren. 1. FC Köln: Das Derby wird zur politischen Bühne

Das Derby im RheinEnergieStadion wird zur politischen Bühne. Innenminister erhöhen den Druck auf DFB und DFL, während der 1. FC Köln deutliche Kritik übt. Im Streit um Stadionverbote und Sicherheitskonzepte steht eine richtungsweisende Woche bevor.

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Das Derby am kommenden Samstag im RheinEnergieStadion ist sportlich wie kulturell ohnehin aufgeladen. Die jüngsten Entwicklungen rund um Sicherheitsmaßnahmen verleihen der Partie nun zusätzliche politische Sprengkraft. Auslöser ist der anhaltende Streit zwischen Politik und Verbänden über die Neuausrichtung der Stadionverbots-Kommissionen. Die Innenministerkonferenz hatte den Verbänden im Dezember zunächst lediglich den Auftrag zur Überarbeitung dieser Gremien erteilt. Weitere diskutierte Maßnahmen, darunter personalisierte Tickets, Blocksperren für Auswärtsfans oder ein Drei-Stufen-Plan, wurden vorerst zurückgestellt. In einem Interview mit dem „Kicker“ machten Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul und Sachsens Innenminister Armin Schuster ihrem Unmut über die schleppenden Fortschritte Luft und drohten offen mit Konsequenzen.

NRW-Innenminister Reul: „Stehen im Grunde bei Null“

Deutlich wurde vor allem Reul, der mit scharfen Worten Kritik übte. Viele der ursprünglich diskutierten Vorschläge seien „verwässert worden“, übrig geblieben sei lediglich ein Kompromiss zu Stadionverboten. Selbst dieser sei aus seiner Sicht unzureichend. „Da werde ich stinksauer“, sagte Reul. Sollten die Verbände weiterhin zögern, stelle dies ihre Glaubwürdigkeit infrage. Man werde dann auch wieder über Maßnahmen aus dem ursprünglichen Katalog nachdenken, etwa über eine Beteiligung der Vereine an Polizeikosten. Sein Fazit fällt ernüchternd aus: „Mein letzter Stand ist, dass wir im Grunde wieder bei Null stehen.“ Das könne insbesondere Forderungen nach einer stärkeren finanziellen Beteiligung der Klubs neuen Auftrieb verleihen.

Kölner Klubführung widerspricht deutlich

Kritik an diesem Kurs kommt vom 1. FC Köln. Geschäftsführer Philipp Türoff widersprach den Aussagen der Innenminister ebenfalls im „Kicker“ entschieden. Pauschale Drohungen, etwa mit der Umlage von Polizeikosten oder verweigerten Genehmigungen, seien „nicht zielführend“. Vielmehr gefährdeten solche Äußerungen die Zusammenarbeit zwischen Klubs und Behörden. „Sie stellen nachweisbar keinen wirksamen Hebel für mehr Sicherheit dar, sondern riskieren, die partnerschaftliche Zusammenarbeit zu untergraben.“

Unterdessen verdichten sich die Gespräche. Nach Informationen der „Sportschau“ haben DFB und DFL sämtliche Profiklubs sowie Vereine aus den Frauen-Bundesligen kurzfristig zu einer Konferenz eingeladen. Dort soll der aktuelle Stand der Verhandlungen mit der Politik erörtert werden. Einen Tag später tagt auf Norderney die Sportministerkonferenz, bei der das Thema Stadionsicherheit im Mittelpunkt steht, insbesondere der Umgang mit Stadionverboten. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Frage nach der künftigen Struktur. DFB und DFL plädieren für überregionale Instanzen, die anstelle der bisherigen lokalen Kommissionen agieren sollen.

Wegweisende Woche für Vereine und Verbände

Türoff positioniert sich in dieser Debatte klar für den Erhalt der bestehenden Lösungen. In Köln setze man auf enge Zusammenarbeit mit Polizei, Sicherheitspartnern und Fanorganisationen. Dieses Modell habe sich bewährt. „Sicherheit im Stadion ist eine lokale Aufgabe“, betont Türoff. Sie erfordere Ortskenntnis und Fingerspitzengefühl, das eine zentrale Instanz kaum leisten könne. DFB und DFL halten dagegen an ihrem Ziel fest, bundesweit einheitliche Standards zu schaffen. Gleichzeitig betonen sie, dass die grundsätzliche Rolle lokaler Kommissionen erhalten bleiben soll.

Auf das Duell zwischen Köln und Gladbach, das direkt unter dem Eindruck der Sportministerkonferenz stattfinden wird, werden vor dem Hintergrund der Diskussionen noch mehr Augen gerichtet sein als ohnehin schon. Das Derby liefert somit nicht nur sportliche Brisanz, sondern auch eine Momentaufnahme eines zunehmend verhärteten Konflikts.


Zu wenig Punkte, zu wenig Siege, eine verständliche Trainerdiskussion – Es gibt aber auch Argumente für Lukas Kwasniok

Wie geht es weiter mit Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln?
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Zu wenig Punkte, zu wenig Siege, eine verständliche Trainerdiskussion – Es gibt aber auch Argumente für Lukas Kwasniok

Der Punkt in Hamburg verschafft dem 1. FC Köln nur kurz und ein wenig Luft. Vor dem Derby gegen Gladbach steht Lukas Kwasniok weiter unter Druck. Bei vielen Fans ist das Urteil über die Zukunft des Coachs bereits gefällt. Dabei gibt es auch Argumente, warum ein Trainerwechsel beim FC jetzt der falsche Schritt sein könnte beim 1. FC Köln: Drei Gründe gegen einen Trainerwechsel.

Der Punkt in Hamburg hilft dem 1. FC Köln nur kurzfristig. Vor dem Derby gegen Gladbach wird der Druck auf Lukas Kwasniok größer und die Trainerdebatte lauter. Doch es gibt auch Argumente, dass ein Wechsel auf der Bank derzeit der falsche Weg wäre.

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Die Geißböcke nahmen einen Punkt aus dem Spiel in Hamburg mit zurück ans Geißbockheim, der sich aufgrund der Leistung auf dem Platz eher wie eine Verlust anfühlte als ein Fortschritt. Rein rechnerisch treten sie damit im Tabellenkeller auf der Stelle: Aufgrund der Schützenhilfe des kommenden Gegners Borussia Mönchengladbach reichte das Unentschieden, um vorübergehend den Relegationsplatz auf Distanz zu halten. Die Elf von Eugen Polanski hatte am Freitag St. Pauli mit 2:0 geschlagen. Dennoch ist der Tenor in der Domstadt eindeutig: Nur ein Sieg hätte den Druck auf Trainer Lukas Kwasniok mindern können. So spitzt sich die Lage vor dem Derby gegen Gladbach am kommenden Samstag zu.

In regelmäßigen Abständen tauchen schon jetzt Gerüchte über mögliche Nachfolger auf der Trainerposition auf. Im Falle einer Niederlage gegen die Fohlen ist man sich vielerorts sicher: Die Zusammenarbeit mit Kwasniok würde damit ein Ende finden. Dabei sprechen gleich mehrere Gründe dafür, warum das keine gute Idee wäre.

Grund eins: Anpassungen tragen Früchte

Kurz vor Anpfiff kam dem Stadionsprecher des HSV, Christian Stübinger, eine Idee, wie er die Stimmung im Volksparkstadion zum Anpfiff hin noch weiter anheizen könnte. Er schnappte sich das Mikrofon und schoss gegen den FC, indem er auf die Schwäche der Geißböcke bei ruhenden Bällen hinwies. Bekanntlich flog ihm das in der 45. Minute um die Ohren, als Rav van den Berg eine Ecke per Kopf verlängerte und Said El Mala den Ball aus kurzer Distanz im Hamburger Tor versenkte. Die Gefahr nach ruhenden Bällen ist kein Zufallsprodukt, sondern das Resultat der Umstrukturierung der Verantwortlichkeiten im Trainerteam für das Coaching bei Standards. Mitte Februar hatte man sich dazu entschieden, Hannes Dold von seinen Aufgaben zu entbinden und diese intern aufzufangen.

Mit Erfolg, wie die folgenden Wochen defensiver Stabilität nach Standards gegen den FC zeigten – und nun auch ganz offensichtlich in der Offensive beim Spiel in Hamburg. „Das Tor heute war ein Co-Trainer-Tor. Said war die ausübende Gewalt, indem er auf dem zweiten Pfosten durchgelaufen ist. Hinten am zweiten Pfosten wird das Geld verdient, vor allem bei Ecken. Das sind einfache Tore. Said hat das zu 100 Prozent umgesetzt. Und das ist ein Entwicklungsschritt, sich nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf einen Co-Trainer zu verlassen, der sagt: ‚Lauf durch!‘“, so Kwasniok. Fest steht, dass es den Verantwortlichen des 1. FC Köln durch eine ihnen sicherlich nicht leichtgefallene Personalentscheidung gelungen ist, eine der größten Problemherde erfolgreich anzugehen. Mit starren Strukturen und geringer Bereitschaft zur Selbstreflexion wäre dies nicht möglich gewesen.

Grund zwei: Das FC-Torverhältnis spricht Bände

Es ist fast schon zur Tradition geworden, dass, wenn beim 1. FC Köln der Haussegen schief hängt, Friedhelm Funkel als möglicher Interimstrainer gehandelt wird. Der 72-Jährige stärkte Kwasniok am Sonntag in der Sky-Sendung „Sky 90” den Rücken und führte ein überzeugendes Argument ins Feld: „Die Art und Weise, wie sie bisher gespielt haben, war in Ordnung! Man darf nicht vergessen, dass sie in dieser Saison noch keine einzige hohe Niederlage hinnehmen mussten. Sie haben von den Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen, mit Abstand das beste Torverhältnis. Das ist sehr wichtig. Das kann den entscheidenden Punkt bringen.“ Allein das Torverhältnis bewahrte Köln nach der Niederlage gegen den BVB vor dem Relegationsplatz. Kwasniok selbst hatte schon vor geraumer Zeit betont, dass er plane, für den Klassenerhalt über die volle Distanz gehen zu müssen. Dass es für die Geißböcke knapp werden würde, sollte deshalb nicht weiter überraschen. Und weil es so knapp ist, muss das vergleichsweise gute Torverhältnis im Tabellenkeller als Trumpf durchgehen.

Grund drei: Gegner von Kölner Kragenweite – diesmal aber richtig

Ein Blick auf die vergangenen Wochen zeigt, dass der Spielplan dem FC einiges abverlangt hat. Seit Beginn der Rückrunde traf Köln auf neun Gegner, sechs davon stehen aktuell in der oberen Tabellenhälfte. Vier dieser Teams gehören sogar zu den Top fünf. Gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte gab es bislang nur drei Spiele. Zwei davon gewann der FC gegen Mainz und Wolfsburg. Nun folgen Gegner, die eher von der Kragenweite der Kölner sind. Nach dem Derby gegen Mönchengladbach auf Rang zwölf warten Werder Bremen auf Rang fünfzehn und St. Pauli auf Rang sechzehn. Der HSV lässt sich gepflegt aus dieser Rechnung herausnehmen. Die Mannschaft von Merlin Polzin hat sich zuletzt deutlich von der Abstiegszone entfernt. Die letzte Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten im Tabellenkeller liegt für Hamburg mit dem 4:1 in Köln im November bereits einige Zeit zurück. Mit Heidenheim steht auch noch die Partie gegen das Schlusslicht an.

Zwischen Derby-Emotionen und Krisen-Management

Mit dem Heimspiel gegen Mönchengladbach bekommt Lukas Kwasniok vor der Länderspielpause die attraktive Chance, Ruhe in die Trainerdiskussionen in der Domstadt einkehren zu lassen. Er kann sich dabei auf die Unterstützung von Geschäftsführer Thomas Kessler verlassen. Noch vor dem Spiel gegen den HSV machte Kwasniok deutlich, wie sehr er Kesslers rationale Art, mit der aufgeheizten Stimmung in Köln umzugehen, schätzt. Ein unaufgeregtes Krisenmanagement kann Kwasniok am Standort Köln angesichts der Wucht der unzufriedenen und laut polternden Fanszene und Medien mehr gebrauchen denn je.


Remis trotz klarer Überlegenheit gegen den HSV- Punktgewinn oder verpasster Sieg?

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Remis trotz klarer Überlegenheit gegen den HSV- Punktgewinn oder verpasster Sieg?

Der FC nimmt beim Hamburger SV ein 1:1 mit. Doch wie gerecht ist das Ergebnis? Während HSV-Coach Merlin Polzin von einem leistungsgerechten Remis spricht, hadert FC-Trainer Lukas Kwasniok mit der Punkteteilung. 1. FC Köln: Punktgewinn oder verpasster Sieg?

Mit dem 1:1 in Hamburg haben die Kölner einen wichtigen Zähler im Abstiegskampf gesammelt. Doch eigentlich wäre doch mehr drin gewesen, oder?

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Auf der Pressekonferenz nach dem zähen 1:1-Unentschieden wurde es zwischenzeitlich sogar ausgelassen. FC-Trainer Lukas Kwasniok forderte die anwesenden Medienvertreter etwa zu einem Applaus für seinen Kollegen Merlin Polzin auf. Für den HSV-Coach war das Spiel gegen die Domstädter das 50. als Cheftrainer der Rothosen. Dafür erhielt er auch die Anerkennung von Kwasniok. Neben Heiterkeit und Wertschätzung traten jedoch auch Unterschiede in der Bewertung der Partie zutage. Während Polzin von einem leistungsgerechten Unentschieden sprach, machte Kwasniok mit verzogener Mine deutlich, was er von dieser Einschätzung hielt. Aus Sicht des FC-Trainers sprach vieles für seine Mannschaft. Die Geißböcke waren in vielen Bereichen überlegen. Sie gaben doppelt so viele Torschüsse ab wie die Gastgeber, hatten mehr Ballbesitz, liefen mehr und zeigten eine höhere Intensität. Insgesamt schnürte Kwasnioks Elf ein Gesamtpaket, das den Punktgewinn für die Hamburger eher glücklich als leistungsgerecht erscheinen lässt.

Der FC beendete gegen Hamburg den „Topspiel-Fluch“

Der Punkt aus dem Duell mit dem HSV bedeutet zugleich, dass die Geißböcke im achten Anlauf erstmals in einem Topspiel am Samstagabend etwas Zählbares mitnehmen. „Für uns ist es so, dass wir am Samstagabend bislang noch nicht allzu häufig gepunktet haben. Deshalb nehmen wir den Punkt mit, auch wenn es sich insgesamt so angefühlt hat, als hätten wir einen Sieg mitnehmen können“, ordnete Kwasniok ein. Zudem steht nach der Niederlage des FC St. Pauli gegen Borussia Mönchengladbach am Freitag fest, dass der FC mit 25 Punkten in jedem Fall über dem Strich bleibt. Damit lässt sich das Unentschieden leichter verdauen. Zumal auch Kwasniok anerkennen musste, dass das Führungstor durch Hamburgs Fabio Silva eines der besonderen Sorte war. „Wir wollen aber nicht vermessen sein, vor allem, wenn der Gegner mit so einem sensationellen Tor in Führung geht. Wir mussten dann wieder hinterherlaufen, obwohl zu dem Zeitpunkt nichts auf einen Rückstand hingedeutet hatte. Jeder Punkt ist im Kampf um den Verbleib in der ersten Liga goldwert.“

Kwasniok: „Haben etwas gutzumachen“

Lange wird die Punkteteilung die Domstädter nicht verfolgen. Denn in der kommenden Woche empfangen sie Borussia Mönchengladbach zum Rheinderby in der RheinEnergieArena (Samstag, 15.30 Uhr, Abrufbar im Liveticker auf come-on-fc.com). Und dann sei ein Sieg für seine Mannschaft nochmal ungleich wichtiger, meinte Kwasniok. “Fakt ist: Lieber spiele ich 1:1 in Hamburg und gewinne zu Hause gegen Gladbach, als umgekehrt. Das wird man höchstwahrscheinlich wieder als Ansage nehmen, aber das ist auch völlig in Ordnung. Wir haben etwas gutzumachen. Und wir wollen in unserem Wohnzimmer gewinnen. Damit wir die Fans und uns glücklich machen und die Ausgangssituation für die restlichen Wochen noch mal verbessern.” Am Samstag gegen Gladbach bekommt der FC die nächste Gelegenheit. Dann wollen die Kölner nicht nur überzeugen, sondern diesmal auch die drei Punkte behalten.


Punkteteilung im Aufsteiger Duell: Der 1. FC Köln spielt gegen den HSV 1:1

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Punkteteilung im Aufsteiger Duell: Der 1. FC Köln spielt gegen den HSV 1:1

Nach der Niederlage gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende musste der FC im Rennen gegen den Abstieg auswärts in Hamburg auf Punktejagd gehen. Am Ende steht die Punkteteilung zwischen den Rothosen und der Elf von Trainer Lukas Kwasniok. Der 1. FC Köln spielt gegen den HSV 1:1

Der FC hat den Topspiel-Fluch gebrochen, aber erneut einen so wichtigen Sieg verpasst. Der 1. FC Köln spielt gegen den Hamburger SV 1:1 und tritt damit weiter auf der Stelle. Die Begegnung gegen Borussia Mönchengladbach könnte für Lukas Kwasniok richtungweisend werden. Zwei Siege in 17 Spielen sind im Kampf gegen den Abstieg zu wenig.

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Vor dem Samstagabendspiel gegen den Hamburger SV hielt FC-Coach Lukas Kwasniok eine flammende Rede: „Ich weiß, dass sich im Sport die Dinge wenden und der Wind sich dreht. Ich weiß nicht, wann. Aber die Ergebnisse werden zeitnah kommen, und daraus wird eine wunderbare Zukunft entstehen. Daran glaube ich unerschütterlich.“ Der Trainer der Geißböcke mahnte zu Ruhe und Gelassenheit und forderte, weiterhin die Leistung seiner Mannschaft und nicht allein die Punkte in den Fokus zu rücken. Vor diesem Hintergrund setzte Lukas Kwasniok im wesentlichen auf die gleiche Formation wie in der vergangenen Woche gegen Borussia Dortmund. Für das Duell mit den Rothosen musste der Trainer einzig auf Innenverteidiger Jahmai Simpson-Pusey verzichten. Der Engländer hatte sich gegen Dortmund eine Rote Karte abgeholt. Cenk Özkacar rückte für Simpson-Pusey in die Anfangself. Bei den Rothosen vertraute Coach Merlin Polzin auf Damion Downs.

Zerfahrener Beginn im Aufsteiger-Duell

Wie erwartet starteten beide Mannschaften vorsichtig in die Partie. In der ersten Minute näherte sich der FC durch einen cleveren Steckpass von Jakub Kaminski auf den gestarteten Ragnar Ache dem Gästetor. Der Stürmer kam jedoch nicht vor dem hellwachen HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes an den Ball (1.). Die folgenden Minuten zeigten, warum die Gastgeber die zweitschwächste Offensive der Liga stellen. Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis auch der HSV dem gegnerischen Tor näherkam. Eine misslungene Kopfballabwehr von Youssoupha Niang schnappte sich Königsdörffer, der das HSV-Juwel Luka Vuskovic mit einem Chipball über Eric Martel hinweg anspielte. Bevor der Kroate abschließen konnte, machte Özkacar der Chance den Garaus (13.). In der 26. Minute setzte Said El Mala dann über links zum Sturmlauf an. Der Flügelstürmer hängte den HSV-Verteidiger Warmed Omari im klassischen El-Mala-Stil ab. Sein anschließender Schuss landete jedoch nur auf dem Kopf von Innenverteidiger Jordan Torunarigha.

Viera trifft sehenswert zur HSV-Führung, El Mala gleicht aus

Die Geißböcke traten zwar insgesamt dominanter auf und näherten sich hin und wieder dem Tor der Rothosen an. Zudem taten sich die Gastgeber sichtlich schwer, ihrerseits in die Gefahrenzone vor dem Kasten von Marvin Schwäbe zu kommen. So kam die Polzin-Elf in der ersten Hälfte nur auf einen xGoals Wert von 0,1. Doch aus dem Nichts gingen die Hausherren in der 39. Minute in Führung. Aussenverteidiger William Mikelbrencis flankte aus dem rechten Halbfeld in die Spitze. Dort handelte Viera Gedankenschnell, und lupfte den Ball über Schwäbe hinweg ins Tor hinein. Köln drängte auf die unvermittelte Antwort. Kaminski legte nach einem Tiefenlauf über links auf Johannesson ab. Der feuerte ins linke obere Eck, Heuer Fernandes konnte den wuchtigen Schuss gerade so zur Ecke klären (44.).

Die herausgespielte Chance durch eine Ecke avancierte dann zum Ausgleich durch El Mala (45.). Kaminski schlug die Kugel an den Fünfer, Rav van den Berg verlängerte die Hereingabe auf besagten El Mala, der nur noch zum verdienten Ausgleich einköpfen musste. Downs in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die gelegenheit, Hamburg noch vor der Pause wieder in Führung zu bringen. Der Stürmer ließ den Ball aber zur Unmut der HSV-Fans im Stadion verspringen, wirkte überrascht, dass er überhaupt an den Ball gelangen konnte (45+1).

FC bemüht, Hamburg weiter überwiegend harmlos

Kwasniok wollte das Momentum aus der ersten Halbzeit auch in die zweite Hälfte des Spiels mitnehmen und brachte dafür zur Pause Linton Maina für Niang ins Spiel. Die erste Szene der zweiten 45 Minuten gehörte den Gästen. Die Hamburger suchten Ansatzlos den Weg in den Sechzehner der Gäste. Keeper Marvin Schwäbe faustete die Hereingabe allerdings ohne größere Probleme aus dem Fünfmeterraum (46.). Anschließend zeigte sich ein ähnlicher Spielverlauf wie in der ersten Hälfte. Der HSV machte keine Anstalten, aus dem Spiel heraus Lösungen in der Offensive zu finden. Der FC wiederum biss sich an der HSV-Defensive die Zähne aus. So traf Kaminski in der 57. Minute aus spitzem Winkel nur das Außennetz. Mit einem hohen Ball hinter die letzte Kette der Hamburger wollte Maina im Anschluss die Verteidigung der Rothosen aushebeln. Ache benötigte zu lang um das Spielgerät unter Kontrolle zu bringen, sodass der eingrätschende Torunarigha noch retten konnte (64.). In der 71. Minute versuchte es der aufgerückte Mikelbrencis nach Flanke von Miro Muheim per Kopf. Sein Kopfball bereitete Schwäbe erneut keinerlei Schwierigkeiten.

HSV taut in der Schlussphase auf

Für die Schlussphase brachte Kwasniok Marius Bülter und Sebastian Sebulonsen für Ragnar Ache und Said El Mala in die Partie. An der Spieldynamik, die zwischenzeitlich stark abflachte, änderte dies zunächst wenig. Dann und wann ließ sich beobachten, wie der Kölner Trainer seine Mannschaft wild gestikulierend anpeitschte. Bange Blicke richteten sich auf Tom Krauß. Der nominelle Mittelfeldmann musste verletzt ausgewechselt werden (84.). Bülter tankte sich in der 86. Minute rechts in den Hamburger Sechzehner. Mit etwas Verzögerung chippte er den Ball auf den mitgelaufenen Johannesson. Der Isländer konnte die Chance allerdings aus kurzer Distanz nur schwerlich verwerten, zu ungenau war Bülters Anspiel. Die Gastgeber drehten in den Schlussminuten nochmal auf. Über ein schönes Anspiel des quirligen Dompé stach Talent Otto Stange in den Kölner Strafraum, wurde aber in höchster Not gerade noch so aufgehalten (90+5).

Und so blieb es bei der Punkteteilung im Volksparkstadion. Für die Geißböcke geht es in einer Woche direkt mit dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach weiter. Um 15:30 Uhr (Abrufbar im Liveticker auf come-on-fc.com) empfängt die Elf von Trainer Kwasniok die Fohlen zum Krisengipfel im RheinEnergieStadion.


1.FC Köln: Schwäbe – Krauß (Chavez, 84.), van den Berg, Özkacar, Lund – Martel, Johannesson – Niang (Maina, 46.), Kaminski (90. Kainz), S. El Mala (Sebulonsen, 74.) – Ache (Bülter, 74.) Gelbe Karten 1. FC Köln: El Mala (32.); Lund (36.), Kaminski (76.) Tore: Viera (39.); El Mala (45.)

Vom FC über England zum HSV: Damion Downs erwartet ein „besonderes Spiel“ und will endlich wieder treffen

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Vom FC über England zum HSV: Damion Downs erwartet ein „besonderes Spiel“ und will endlich wieder treffen

Im Kellerduell zwischen dem 1. FC Köln und dem Hamburger SV steht viel auf dem Spiel. Im Fokus: Ex-Kölner Damion Downs, der beim HSV noch auf seinen ersten Scorerpunkt wartet, aber dennoch das Vertrauen von Trainer Merlin Polzin genießt. Nun geht es gegen seinen Ex-Club, den 1. FC Köln: Wiedersehen mit Damion Downs.

Am Samstagabend steht automatisch ein Ex-Kölner im Fokus: Damion Downs. Bislang will es noch nicht rundlaufen für den Angreifer. Das soll sich ausgerechnet gegen den Ex-Club ändern.

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Das Spiel am Samstagabend zwischen dem 1. FC Köln und dem Hamburger SV hat alles, was es braucht, um als Schicksalsspiel zu gelten. Denn da treffen nicht nur zwei absolute Traditionsclubs vor altehrwürdiger Kulisse bei Flutlicht aufeinander, beide befinden sich auch noch in Schlagdistanz zu den Abstiegsrängen. Bei den Rothosen von Merlin Polzin schrillen die Alarmglocken dank des Aufwärtstrends der Hamburger zuletzt etwas leiser als bei den Gästen. Die wiederum nur noch die bessere Tordifferenz vom Relegationsplatz trennt. Und inmitten dieser Gemengelage kommt es zum Wiedersehen mit Damion Downs, der seit dem vergangenen Winter in der Hansestadt weilt.

Trotz fehlender Scorer: HSV-Coach Polzin setzt auf Downs

Seit seiner Rückkehr in die Bundesliga aus dem südenglischen Southampton wartet der 21-Jährige noch auf seinen ersten Scorerpunkt, genießt aber dennoch das Vertrauen seines Trainers. Zumindest wenn er fit ist erhielt er häufig den Vorzug im Hamburger Sturmzentrum. Der HSV-Kader mangelt nicht an Alternativen auf der Downs-Position. Gerade deshalb wirft die Entscheidung gegen Königsdörffer Fragen auf. Der Angreifer gehört zusammen mit Shootingstar Luka Vušković und der Leihgabe Fábio Vieira von Arsenal FC zu den produktivsten Offensivspielern der Hamburger in dieser Saison.

Downs‘ Qualitäten lassen sich aber eben nicht in Toren quantifizieren, meint zumindest sein Trainer Merlin Polzin. Der Hamburger Coach messe seinen Schützling nicht ausschließlich nach der Anzahl an der Torbeteiligungen. Der Deutsch-Amerikaner bringe in seiner Offensive anderweitig viel auf den Rasen. „Wir bewerten den Spieler nicht nur daran, wie oft du im Ballbesitz Lösungen findest, sondern auch daran, was in den Minuten passiert, in denen du den Ball nicht hast. Und das sind meistens deutlich mehr als andersherum. Und das macht er einfach extrem gut, weil er das Pressing steuern und auslösen kann und für die Mitspieler Räume freizieht. Trotzdem ist es mir wichtig, noch einmal zu betonen, dass es weniger eine Entscheidung von mir oder von uns für den einen und gegen den anderen ist, sondern eine Entscheidung für die Mannschaft und dafür, wie wir erfolgreich sein können.“

Verpflichtet als Strafraumstürmer

Allerdings blendet diese Argumentation einen wichtigen Punkt aus. Der HSV hatte Downs ursprünglich auch deshalb verpflichtet, weil im Kader ein klassischer Mittelstürmer fehlte, der im Strafraum für Gefahr sorgt. Downs Abschlussverhalten in seiner letzten Saison beim FC schien den Kaderplanern des HSV attraktiv. Denn der Offensivspieler erzielte neun seiner zehn Saisontore in der Zweitligasaison 2024/2025 von innerhalb des Strafraums. Diese Qualität ist dem 1,90 m großen Stürmer in dieser Saison allerdings abgegangen. Seit seinem Wechsel aus der 2. Bundesliga zur Championship als absoluter Wunschtransfer des ehemaligen Southampton-Coachs Will Still kam er für die „Saints“ nur auf eine Vorlage- bisher bekanntlich Downs´ einziger Scorer wettbewerbsübergreifend. In England gingen Presse und Anhänger hart ins Gericht mit dem glücklosen Goalgetter, der den Tapetenwechsel von England nach Hamburg dankend annahm.

Damion Downs: „Ich bin kein fertiges Produkt“

Im Interview mit come-on-fc.com blickte Downs auf seine Zeit in England zurück: „Man merkt in vielen Situationen, dass es in England einfach viel physischer zugeht. Man geht vielleicht mit ein, zwei blauen Flecken mehr nach Hause. Du hast nach dem Spiel dann auch mal ein paar Schmerzen mehr.“ Von den ausbleibenden Scorerpunkten lässt sich der 21-Jährige dennoch nicht aus der Ruhe bringen: „Ich bin ein junger Spieler, der sich weiterentwickeln muss. Ich bin kein fertiges Produkt, wie man im Fußball sagt. Dementsprechend nehme ich jeden Tag so, dass ich mich bestmöglich weiterentwickeln kann.“ Die nächste Gelegenheit dazu könnte ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Club kommen.

Im „besonderen Spiel“ mit Köln steht für den HSV nicht nur ein wichtiger Schritt im Abstiegskampf auf dem Spiel. Gleichzeitig bietet sich für Downs die Chance, seine Torflaute auf der größten Bühne des Wochenendes (Samstag, 18:30 Uhr, abrufbar im Liveticker auf come-on-fc.com) zu beenden. Und genau das hat er angekündigt. Downs will treffen und gewinnen. Immerhin: Dann wolle der Spieler nicht jubeln, sagte Downs.


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Schicksalsspiel gegen den Hamburger SV? Für Lukas Kwasniok nicht – so reagiert der Coach auf die Trainerdiskussion

Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln
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Schicksalsspiel gegen den Hamburger SV? Für Lukas Kwasniok nicht – so reagiert der Coach auf die Trainerdiskussion

Vor dem Spiel gegen den Hamburger SV steht Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln zunehmend unter Druck. Der Coach gilt vor dem Spiel gegen die Rothosen als angezählt. Kwasniok sieht derweil keinen Grund zur Panik beim 1. FC Köln: Das sagt Lukas Kwasniok zur Trainerdiskussion.

Die Lage beim 1. FC Köln spitzt sich vor dem Spiel gegen den Hamburger SV zu. Für Trainer Lukas Kwasniok könnten die nächsten Punkte über seine Zukunft entscheiden. Trotz wachsender Kritik zeigt sich der 44-Jährige gelassen und erklärt, wie er das Ruder beim Domstadtclub herumreißen will.

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Nach der letzten Bilanz könnte das Spiel des 1. FC Köln gegen den Hamburger SV am Samstagabend vorerst das letzte Spiel unter Cheftrainer Lukas Kwasniok sein. So wurde kolportiert, dass für die Verantwortlichen am Geißbockheim nur Punkte zählen. Gute Leistungen allein seien nicht mehr ausreichend für eine Zusammenarbeit über die Länderspielpause hinaus. Obwohl er noch im Amt ist, muss sich Lukas Kwasniok bereits mit den ersten Gerüchten um potenzielle Nachfolger herumschlagen. Darunter sind sein Co-Trainer René Wagner sowie Friedhelm Funkel, der den FC in der abgelaufenen Saison vom geschassten Gerhardt Struber übernommen und in die erste Bundesliga geführt hat. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag zeigte sich Kwasniok unbeeindruckt von der schwierigen Tabellensituation seiner Mannschaft oder gar dem HSV-Spiel als letzte Chance für ihn. Der 44-Jährige erläuterte, wie er persönlich mit der Kritik an seiner Person umgeht.

Kwasniok: „Es ist wichtig, Distanz aufzubauen“

„Auf der einen Seite ist es wichtig, Nähe zu den Spielern und zu den Dingen aufzubauen, die du beeinflussen kannst. Auf der anderen Seite ist es wichtig, Distanz zu Dingen aufzubauen, die für dich und deine Arbeit irrelevant sind. Das ist die Kunst“, erklärte der 44-Jährige. Kwasniok führte seine Gelassenheit auch auf persönliche Erfahrungen zurück. „Dadurch, dass mein Leben viele Wellenbewegungen hatte, angefangen in der Kindheit. Wenn du in jungen Jahren das Land verlässt und viele Hindernisse überwinden musst, dann baust du so eine Distanz zu den Elementen auf, die auch mal schwieriger sind. Und das hilft dir, weil du dann diese Nähe zu den wichtigen Elementen wiederum aufbauen kannst. Ich fokussiere mich auf Fakten, auf die Arbeit. Und das macht mir unendlich viel Spaß.“ Nach der Niederlage gegen Borussia Dortmund am vergangenen Samstag hatte FC-Sportdirektor Thomas Kessler allerdings deutliche Worte gefunden. „Es reicht nicht, phasenweise gut zu sein. Man weiß, was gefordert ist“, erklärte der Funktionär.

Trainerwechsel im Tabellenkeller

Neben dem persönlichen Einblick sprach Kwasniok auch über die Situation im Tabellenkeller der Bundesliga. Aus seiner Sicht würde eine Trainerentlassung zum jetzigen Zeitpunkt dem widersprechen, was Verein und Trainerteam vor der Saison gemeinsam vereinbart hatten. „Wenn man sich die untere Tabellenhälfte anschaut, dann haben fünf Vereine den Trainer gewechselt und fünf nicht“, sagte Kwasniok. „Ich glaube, diejenigen, die überrascht waren, dass sie plötzlich im Kampf um den Klassenerhalt stecken, sind zum Beispiel Mainz, weil sie sich letztes Jahr für Europa qualifiziert haben, oder Augsburg, weil sie mehr wollten, als nur gegen den Klassenerhalt zu kämpfen. Oder Werder Bremen, die sich vielleicht einen Ticken weiter gesehen haben.“ Andere Teams seien dagegen mit einer klaren Erwartungshaltung in die Saison gestartet. „Die anderen, St. Pauli, Hamburg, Heidenheim, Union und eben auch der 1. FC Köln, sind meiner Meinung nach in die Saison gegangen, in dem Wissen, worum es geht. Um den Klassenerhalt.“

Kwasniok prophezeit dem FC rosige Zeiten

Für den FC bietet sich am Samstag die nächste Gelegenheit, im Abstiegskampf wichtige Punkte zu sammeln (Anstoß 18.30 Uhr, Abrufbar im Liveticker auf come-on-fc.com). Sollte der Klassenerhalt gelingen, sieht Kwasniok für den Verein eine positive Perspektive. „Ich glaube, dass dem Verein einfach auch eine gute und gesunde Zukunft bevorsteht. Und ich glaube, je fokussierter wir jetzt auf die Dinge sind, die wir beeinflussen können, desto schneller werden die Ergebnisse kommen und desto wunderbarer wird die Zukunft aussehen.“ Ob diese Zukunft auch mit Kwasniok auf der Trainerbank geschrieben wird, dürften jedoch die kommenden Wochen entscheiden.


Interview: Damion Downs über das Derby-Tor, sein Wiedersehen mit dem FC und einem möglichen Trikottausch

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Interview: Damion Downs über das Derby-Tor, sein Wiedersehen mit dem FC und einem möglichen Trikottausch

Der Angreifer wechselte vergangenen Sommer vom Rhein zum FC Southampton. Im Winter zog es den Stürmer dann zurück in die Bundesliga. Seit Januar stürmt der 21-Jährige nun für den Hamburger SV. Mit come-on-fc.com spricht der Ex-Kölner über das vergangene Jahr, die Zeit bei den Geißböcken und das Duell des HSV gegen den 1. FC Köln: Damion Downs im Interview.

Beim FC Southampton lief es für den Ex-Kölner nicht immer glücklich, beim HSV fühlt sich der Stürmer sehr wohl. Der 21-Jährige sprach mit come-on-fc.com unter anderem über seine Wiedersehen mit den ehemaligen Weggefährten und die Vorfreude auf die Begegnung.

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Die Fragen stellte Hendrik Broschart für come-on-fc.com

Herr Downs, Sie haben den 1. FC Köln im vergangenen Jahr mit Ihren Toren maßgeblich zurück in die Bundesliga geschossen. Wie blicken Sie heute, mit ein paar Monaten Abstand, auf Ihre Zeit in Köln zurück – was sind die ersten Bilder, die Ihnen in den Kopf kommen?

Damion Downs: Als erstes kommt da natürlich der Aufstieg. Das war für jeden von uns ein extrem schöner Moment. Aber ich habe in der Jugend auch einige gute Momente gehabt. Zum Beispiel den DFB-Pokal der Junioren gewonnen. Allgemein waren die zahlreichen Erfahrungen, die ich in den vielen Spielen für den FC machen durfte, etwas Besonderes. Ich habe den 1. FC Köln schon in besonderer Erinnerung behalten.

Ihr erstes Bundesligator im Derby in Mönchengladbach und der Last-Minute-Treffer gegen Union Berlin haben viele FC-Fans geprägt. Welche dieser Momente sind für Sie persönlich die größten Highlights Ihrer Kölner Zeit – und warum?

Damion Downs: Es gibt wohl kaum etwas Schöneres, als das erste Bundesliga-Tor im Derby gegen Gladbach zu erzielen. Der Treffer gegen Union war aber auch ein extrem wichtiges Tor – das am vorletzten Spieltag. Es waren beides schöne Momente, an die ich mich gerne zurückerinnere.

Sie haben sich im Sommer 2025 bewusst für Southampton und damit für den Schritt nach England entschieden. Was hat damals den Ausschlag gegeben, Deutschland zu verlassen und in die Championship zu gehen?

„Es war eine sehr gute Erfahrung“

Damion Downs: Ich wollte immer in England spielen. Als sich dann die Möglichkeit ergeben hat, habe ich mich gefreut, den nächsten Schritt machen zu können. Ich wollte weitere Erfahrungen im Fußball sammeln.

Der Unterschied ist aber vermutlich ein großer. Die Championship gilt als extrem physische, dichte Liga mit hohem Rhythmus. Was waren die größten Umstellungen für Sie?

Damion Downs: Das stimmt. Man merkt in vielen Situationen, dass es in England einfach viel physischer ist, dass man vielleicht mit ein, zwei blauen Flecken mehr nach Hause geht. Du hast nach dem Spiel dann auch mal ein paar Schmerzen mehr (schmunzelt).

Aus der Ferne betrachtet, erscheint die Phase bei Southampton nicht die glücklichste. Wie blicken Sie auf die Zeit in England zurück?

Damion Downs: Es war eine sehr gute Erfahrung – persönlich, aber auch fußballerisch. Es war für mich eine sehr lehrreiche und deswegen auch eine gute Zeit.

Damion Downs wird künftig das Köln-Trikot nicht mehr tragen
Sie sind im Winter nach Hamburg gewechselt und waren der erste Neuzugang des HSV in diesem Transferfenster. Wie haben Sie Ihre ersten Wochen im Klub erlebt – in der Kabine, in der Stadt, im Alltag am Volkspark?

Damion Downs: Extrem gut. Es ist eine sehr geile Truppe. Das ganze Trainerteam, der Staff – das ist alles top. Ich habe mich direkt sehr wohl gefühlt. Die Jungs haben es mir aber auch sehr einfach gemacht. Die Erlebnisse, die ich bisher machen durfte, waren sehr schön.

Sportlich sind Sie beim HSV bislang noch nicht so zum Zug gekommen, wie Sie es sich wahrscheinlich erhofft hatten. Wie gehen Sie mit dieser Situation um, gerade mit Blick auf das Duell gegen Köln, das für Sie ja eine besondere Bühne ist?

Damion Downs: Ich bin ein junger Spieler, der sich weiterentwickeln muss. Ich bin kein fertiges Produkt, wie man im Fußball sagt. Dementsprechend nehme ich jeden Tag so, dass ich mich bestmöglich weiterentwickeln kann.

„Es überwiegt die Vorfreude“

Was überwiegt vor diesem Wiedersehen mit Ihrem Ausbildungsverein: Vorfreude, Nervosität, Sentimentalität – oder letztlich doch der ganz nüchterne Profi-Blick auf ein wichtiges Ligaspiel?

Damion Downs: Es überwiegt die Vorfreude, aber es ist natürlich auch ein sehr wichtiges Spiel. Es wird schon ein besonderes Spiel für mich, aber ich versuche, mir nicht den Kopf zu sehr darüber zu zerbrechen.

Haben Sie schon mit ehemaligen Mitspielern aus Köln über das Duell gesprochen – gibt es kleine Wetten, Sticheleien oder besondere Abmachungen für den Moment, wenn Sie sich im Volksparkstadion wiedersehen?

Damion Downs: Mit Denis Huseinbasic bin ich immer mal wieder im Austausch. Aber auch mit Spielern, mit denen ich in der Jugend zusammengespielt habe. Vor dem Spiel gab es jetzt aber keinen Austausch mehr. Sticheleien auch nicht. Der Trikottausch mit Denis Huseinbasic war eigentlich schon geplant, aber da muss man mal sehen, wie das am Wochenende wird…

Was nehmen Sie sich für das Wochenende vor?

Damion Downs: Ein Tor schießen und gewinnen. Aber Jubeln muss ich dann nicht.


Mit „Pferdelunge“ gegen Dortmund: Youssoupha Niang nutzt seine Chance

Youssoupha Niang vom 1. FC Köln
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Mit „Pferdelunge“ gegen Dortmund: Youssoupha Niang nutzt seine Chance

Nach der Niederlage gegen Borussia Dortmund herrscht beim 1. FC Köln Redebedarf: VAR-Ärger, Platzverweis-Diskussionen – und mittendrin ein 19-jähriger Startelfdebütant vom 1. FC Köln: Youngster Youssoupha Niang nutzt die Topspiel-Bühne.

Einen kühlen Kopf zu bewahren, fiel allen Beteiligten am Samstagabend anlässlich des Topspiels zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln nicht leicht. Mit dabei war Startelfdebütant Youssoupha Niang.

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Nach der gestrigen Niederlage gegen Borussia Dortmund herrscht beim 1. FC Köln eine Menge Gesprächsbedarf. Wieso entscheidet sich der VAR beim Handspiel von BVB-Verteidiger Yan Couto gegen das Eingreifen? Was ging in Jahmai Simpson-Puseys Kopf vor, als er Dortmunds Maxi Beier gefoult hat? Beim Samstagabendspiel gegen die Schwarzgelben überschlugen sich die Ereignisse. Und mittendrin ein 19-jähriger Startelfdebütant, der in dieser Gemengelage versuchte, gegen den Tabellenzweiten Eindruck zu schinden. Die Rede ist von Youssoupha Niang.

Kwasniok: „Er hat einfach eine Pferdelunge“

FC-Coach Lukas Kwasniok hatte sich vor der Begegnung mit der Kovac-Elf den Kopf darüber zerbrochen, wie er der Tormaschinerie der Gäste Sand ins Getriebe streuen und gleichzeitig nicht auf Offensivpower verzichten könnte, um eine Nullnummer wie gegen Augsburg zu verhindern. Kwasnioks Lösungsansatz war mutig: Das Sturmjuwel Youssoupha Niang kam in dieser Saison in der Bundesliga für den FC erst auf vier Kurzeinsätze. Der Flügelspieler laborierte zudem den Großteil der Saison an einer Schulterverletzung und wurde auch immer wieder durch muskuläre Probleme ausgebremst. Trotzdem erhielt er gegen die Borussia den Vorzug gegenüber Luca Waldschmidt und Marius Bülter. Linton Maina musste nach Erkrankung noch geschont werden, der 27-Jährige verfolgte das Geschehen zu Beginn noch von der Bank.

„Wir gehen davon aus, dass wir gegen Dortmund viel laufen müssen. Youss ist ein sehr laufstarker Spieler, der sich leider zu Beginn der Saison die Schulter verletzt hat und deshalb länger ausgefallen ist”, erklärte Kwasniok am Samstag am Sky-Mikrofon. Für das Duell mit Dortmund war Niang wieder fit und passte laut Kwasniok mit seinem Spielerprofil gut zu den Anforderungen des Gegners: „Er hat einfach eine Pferdelunge, kann in beide Richtungen sehr gut arbeiten, ist laufstark und schnell. Ich glaube, dass du heute über Geschwindigkeit kommen musst. El Mala und Niang müssen gegen den Ball sehr fleißig sein.”

Niang mit Bestwert gegen Borussia Dortmund

Von Beginn an war klar: Niang nahm seinen Coach beim Wort. Bis zu seiner Auswechslung in der 75. Minute bewies er, dass er das Vertrauen des Trainers verdient hatte. So gehörte ihm die erste nennenswerte Chance der Begegnung nach gut fünf Minuten. Eine Flanke von Said El Mala beförderte er per Aufsetzer auf den Kasten von BVB-Keeper Kobel. Dieser konnte den Ball gerade noch über die Querlatte lenken. Auch in der 56. Minute scheiterte Niang nur knapp. Der unermüdliche Jakub Kaminski schoss nach Ablage von El Mala auf das gegnerische Tor und zwang Kobel zu einem Abpraller.

Niang stand goldrichtig und kam aus kürzester Distanz an den Ball, doch sein Abschluss wurde in letzter Sekunde geblockt. Insgesamt schloss der 19-Jährige häufiger ab als jeder andere Spieler auf dem Platz. Dabei muss erwähnt werden: Niang bemühte sich, die gefährlicheren Gelegenheiten lagen aber bei den Gästen, die bekanntlich mehr als die Hälfte der Partie in Überzahl agierten. Dies spiegelt sich auch in den xGoals-Werten der Partie wider: Diese lagen bei 1,03 für den FC zu 1,88 für den BVB.

FC-Nachwuchsarbeit trägt Früchte

Auch wenn Niangs Startelfdebüt nicht mit einem Scorerpunkt oder gar einem Punktgewinn gegen ein Topteam gekrönt wurde, bleibt der Eindruck, dass die Geißböcke auf das nächste „Young Goat“ zählen können – auch in derart brenzligen Situationen wie dem Fight gegen Dortmund, der von Beginn an intensiv war und in der Nachspielzeit seinen Höhepunkt fand. Es bleibt abzuwarten, ob Lukas Kwasniok den 19-Jährigen auch für das nicht weniger wichtige Aufeinandertreffen mit dem Hamburger SV kommenden Samstag von Beginn an aufstellt.


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Der Faktor Zufall: Warum der 1. FC Köln gegen Dortmund nicht chancenlos ist

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Der Faktor Zufall: Warum der 1. FC Köln gegen Dortmund nicht chancenlos ist

Köln gegen Dortmund, Abstiegskampf gegen Champions-League-Ambitionen. Trotz Ergebniskrise glaubt FC-Trainer Lukas Kwasniok an seine Mannschaft. Denn im Fußball kann ein Faktor Spiele kippen, der den Geißböcken sogar in die Karten spielen könnte im Duell zwischen Dortmund und dem 1. FC Köln: Darum spielt der Zufall den Geißböcken in die Karten

„50 bis 60 Prozent“ – so hoch beziffert FC-Coach Lukas Kwasniok den Anteil, den er bei der Vorbereitung seiner Spieler für Spieltage hat. Welche Rolle spielt der Zufall für den 1. FC Köln und wie können die Kölner ihn sich zunutze machen?

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Der 1. FC Köln hat eine schwere Aufgabe vor der Brust. Am Samstag empfangen die Kölner den Tabellenzweiten Borussia Dortmund im RheinEnergieStadion. Und das inmitten einer Ergebniskrise der Domstädter, die im Rennen gegen den Abstieg auf jeden Punkt angewiesen sind. FC-Trainer Lukas Kwasniok teilte am Donnerstag auf der Pressekonferenz vorab mit, weshalb er trotz der brenzligen Ausgangssituation einen kühlen Kopf bewahrt: „Wir versuchen, den Jungs einen ordentlichen Plan mit auf den Weg zu geben. Die Nächte rund um das Spiel sind grundsätzlich relativ kurz. Aber ich habe eins gelernt: Du bist für alles verantwortlich und kannst nur etwa 50 bis 60 Prozent beeinflussen. Das ist einfach so.“ Überlässt Kwasniok das Schicksal seiner Mannschaft demnach einfach ohne weiteres dem Zufall? Keineswegs. Denn letzterer spielt im Fußball nachweislich eine schwerwiegende Rolle und in mancher Hinsicht könnte er dem 1. FC Köln sogar in die Karten spielen.

Underdog 1. FC Köln: So können Sie sich den Zufall zunutze machen

Ein wesentlicher Grund für die große Rolle des Zufalls im Fußball ist, dass es sich um eine sogenannte Low-Scoring-Sportart, also eine Sportart mit vergleichsweise wenigen Treffern, handelt. Da in der Bundesliga im Durchschnitt nur etwa drei Tore pro Spiel fallen, haben Außenseiter deutlich bessere Chancen als in vielen anderen Sportarten, ein Spiel offen zu gestalten oder sogar Punkte zu holen – trotz eigentlich schlechterer Voraussetzungen. Wie eng die Spiele häufig sind, zeigen die Ergebnisse einer Untersuchung der Deutschen Sporthochschule Köln zur englischen Premier League im Zeitraum von 2012 bis 2019: Von insgesamt 2 451 ausgewerteten Partien endeten mehr als 60 Prozent unentschieden oder mit nur einem Tor Unterschied. Bei nahezu jedem zweiten Tor (46 %) spielten Zufallseinflüsse eine Rolle.

Besonders ausgeprägt war dieser Effekt bei schwächeren Mannschaften sowie bei einem unentschiedenen Zwischenstand, also in Spielsituationen, in denen einzelne Ereignisse stärker ins Gewicht fallen. Gleichzeitig zeigte die Analyse, dass der Zufall seltener eine große Rolle spielte, wenn Tore aus dem offenen Spiel oder durch Elfmeter erzielt wurden. Treffer nach Standardsituationen wie Freistößen oder Ecken waren dagegen stärker von unvorhersehbaren Faktoren geprägt. Eine Möglichkeit für Mannschaften, die auf dem Papier unterlegen sind, den Zufall auf ihre Seite zu ziehen, sind ruhende Bälle, also Standardsituationen. Während es den Geißböcken bislang beeindruckend konsequent gelingt, Gegentreffer nach Standards zu verhindern, tun sie sich weiterhin schwer, daraus offensiv Kapital zu schlagen.

Mit nur einem Treffer nach einem ruhenden Ball gehören sie zu den harmlosesten Teams der Liga. Auch nach Ecken warten die Kölner bislang noch auf ein Tor. Mit durchschnittlich nur vier Ecken pro Spiel erhält die Mannschaft von Lukas Kwasniok allerdings auch vergleichsweise wenige Gelegenheiten. Gleichzeitig muss sie im Schnitt etwa sechs gegnerische Ecken pro Partie verteidigen, und das gelingt den Domstädtern nach dem Jahreswechsel so gut wie keiner anderen Mannschaft in der Liga.

Warum Köln gegen Dortmund an seine Chance glaubt

Am Samstagabend gilt es für die Kölner, das Schicksal herauszufordern und den deutlichen Vorzeichen der Partie ein Schnippchen zu schlagen. Wer weiß, vielleicht gelingt den Geißböcken gegen die Schwarzgelben ja der Coup (Samstag, 18:30 Uhr, Liveticker auf come-on-fc.com). Sicher ist: Trainer Lukas Kwasniok glaubt an seine Mannschaft.

„Wir fokussieren uns auf uns und wissen, dass das möglich ist“, so der 44-Jährige. „Wir sind in der Lage, zwei, drei, vier Spiele am Stück nicht zu verlieren. Das ist nicht einfach so dahergebabbelt, sondern ich sehe, wie die Jungs arbeiten. Und wenn ich dieses Gefühl irgendwann nicht mehr habe, glaubt mir, ich weiß, wo die Büros der Verantwortlichen sind. Ich werde euch nicht damit plagen, dass die Mannschaft Grütze kickt und ich euch damit nerve. Solange ich diese Überzeugung habe, muss man sich keine Gedanken machen, denn die Mannschaft ist zu gut, um das Ziel am Ende nicht zu erreichen“, so Kwasniok weiter.

Am Samstagabend wird sich zeigen, ob seine Überzeugung auch gegen Niko Kovačs Dortmunder Bestand hat – und vor allem, ob die Geißböcke diesmal das Glück auf ihrer Seite haben.