Ausgerechnet Kainz…

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Ausgerechnet Kainz…

Mit einer überzeugenden Leistung hat der 1. FC Köln das Derby gegen Gladbach 3:1 gewonnen. Mit zwei Treffern – wenn auch vom Punkt – war Florian Kainz einer der Matchwinner.

Bislang war es wahrlich noch nicht die Saison von Florian Kainz. Die Leistung des Mittelfeldspielers war symptomatisch für die Lage des 1. FC Köln: Aber ausgerechnet Florian Kainz wird mit Doppelpack zum Matchwinner des Derbys.

Der Druck muss immens gewesen sein. Nicht auszumalen, was im Kopf von Florian Kainz vorgegangen sein muss, als der Kölner Kapitän nach 75 Spielminuten zum zweiten Strafstoß des Derbys anlief. Dem Österreicher wird durchaus bewusst gewesen sein, dass die erneute Kölner Führung und diese dann noch in Überzahl zu eben jenem Zeitpunkt wohl einer kleinen Vorentscheidung gleichgekommen wäre, Kainz stellte sich der Verantwortung. Und ganz spurlos schien die Situation nicht an ihm vorbeizugehen. Der Mittelfeldspieler schoss Borussia-Keeper Moritz Nicolas das Leder in die Arme. Der insgesamt dritte Versuch war dann schon wieder deutlich souveräner. Kainz brachte den FC mit seinen beiden verwandelten Toren jeweils in Führung, aber vor allem auf Erfolgskurs. „Wir sind sehr erleichtert und sehr froh, dass wir die drei Punkte haben“, sagte der 30-Jährige. „In der Situation mit einem Punkt aus sieben Spielen wird natürlich sehr viel geschrieben und hinterfragt.“

FC dominierte Gladbach 45 Minuten lang

So wurde auch der Kapitän hinterfragt – seine Position, seine Leistung, seine Form. Kaum ein Kölner Leistungsträger wurde so hinterfragt. Und tatsächlich blieb Kainz in der bisherigen Saison hinter seinen Erwartungen zurück. Ausgerechnet in der Spielzeit, in der der Mittelfeldspieler erstmals die Kapitänsbinde dauerhaft trägt. Es wurde gemutmaßt, dass die Bürde des Kapitäns vielleicht zu groß für den doch eher kleinen Mittelfeldspieler gewesen, er der Verantwortung nicht gewachsen sei. Viel mehr Verantwortung wie am Sonntag, gerade nach dem verschossenen Strafstoß hätte Kainz wohl kaum übernehmen können. Der 30-Jährige lenkte das Spiel, kam auf fünf Flanken, auf vier Torchussvorlagen, auf drei Torschüsse und zwei Tore. Es waren die Treffer 19 und 20 für den Österreicher in seinem 400. Profi-Pflichtspiel.

Bislang schien die Leistung des 30-Jährigen symptomatisch für die Lage der Kölner. Kainz mühte sich, der Ertrag war überschaubar. Es wirkte so, als wäre die Situation des FC eng an die des Kapitäns gebunden. Gegen die Fohlen war Kainz aber von der ersten Minute einer der Leader. „Gerade in dem Derby und mit dem Hintergrund, dass wir noch keinen Sieg in dieser Saison hatten, haben wir schon gewusst, um was es geht. Aber genauso sind wir auch aufgetreten“, sagte der Mittelfeldspieler. Der FC bestimmte das Spiel nicht nur, er dominierte Gladbach in den ersten 45 Minuten nach Belieben. Mehr als ein doch eher harmloser Schuss von Franck Honorat wollte den Fohlen aber nicht einfallen. Erst nach dem Wechsel konnten die Gladbacher das Spiel offener gestalten, ohne allerdings zu zwingenden Chancen zu kommen. Bis eben zum 1:1. Doch der FC gab nicht auf, zeigte angeführt von Kainz die richtige Reaktion. „Wir haben es aber auch hinten raus mit einem Spieler in Überzahl ganz gut gemacht“, sagte der Mittelfeldspieler.

Kainz: „Jetzt fahren wir mit einem positiven Gefühl nach Leipzig“

Für den 30-Jährigen hatte das 3:1 schon einiges von einem Déjà-vu. Auch in der vergangenen Spielzeit befand sich der FC in einer Krise, wenn auch nicht vergleichbar mit der aktuellen. Kainz suchte auch damals nach seiner Form. Er holte sich mit einem Treffer auf der Länderspielreise mit Österreich Selbstvertrauen und war ausgerechnet gegen Gladbach einer der besten Spieler. Zwar endete die Begegnung nur 0:0, doch der FC war drückend überlegen und mit ihr begann die Aufholjagd, mit der sich die Kölner dann doch rechtzeitig sicherten. Zwar erzielte Kainz auf dieser Länderspielreise mit Österreich keinen Treffer, das gelöste EM-Ticket wird den 30-Jährigen dennoch motiviert haben. Mit zwei Treffern beim 3:1-Erfolg über Gladbach sollte das Selbstvertrauen noch einmal gewachsen sein. „Jetzt fahren wir mit einem positiven Gefühl nach Leipzig“, sagte der Matchwinner. Mit einem positiven Gefühl und einem zumindest im Derby wiedererstarkten Kapitän.

„Wer Spiele vom FC sieht, sieht kein Gebolze“

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„Wer Spiele vom FC sieht, sieht kein Gebolze“

Gegen Gladbach ist dem FC der Befreiungsschlag gelungen. Dementsprechend war die Stimmung beim FC. Die Stimmen zum Gladbach-Spiel.

„Es tut gut, dass wir uns endlich mal für den Aufwand belohnt haben. Wir haben viele zweite Bälle gewonnen. Das war sehr wichtig. Ich hatte den Ball dann endlich mal auf meinem linken Fuß und das in einer guten Position. Ich hatte genug Schüsse heute. Es hat sich aufgestaut. Wir haben gemerkt, dass wir da waren und unsere Chancen hatten. Wir wussten, dass wir genauso drin bleiben müssen. Es war auch wichtig, dass wir nach dem 1:1 nicht eingebrochen sind.“ 

Luca Waldschmidt

„Wir wollten uns auch schon in den Spielen zuvor für unsere Leistung belohnen. Das ist uns nicht gelungen. Wenn wir mal das Ganze betrachten, was von den Jungs hier erwartet wird, dann muss man schon sagen, dass sie mit sehr viel Selbstvertrauen und Selbstverständnis in das Spiel gegangen sind. Das muss man erst einmal so hinkriegen. In der ersten Halbzeit waren wir sehr dominant, in der zweiten Halbzeit war es ausgeglichen. Insgesamt war es ein verdienter Sieg. Wenn du noch zwei Mal die Latte triffst und noch gute Möglichkeiten im Strafraum hast, dann wäre ein weiteres Tor beruhigender gewesen. Umso wichtiger, dass die Jungs dran geblieben sind. Der Coach betont ja immer, dass er den Weg geht und ihn auch nicht verlässt. Auch wenn drumherum immer viel erzählt wird, dass der Weg auch anders aussehen könnte. Die können erzählen, was sie wollen. Wir wissen, dass wir so nicht jedes Spiel gewinnen werden. Aber dafür, dass wir Tabellenletzter waren, sieht das nach Fußball aus, was wir da machen. Ich freue mich umso mehr, dass sich die Jungs belohnt haben. Wer Spiele vom FC sieht, sieht kein Gebolze.“

Steffen Baumgart

„Es war schon ein sehr wichtiger Sieg. Gerade in dem Derby und mit dem Hintergrund, dass wir noch keinen Sieg in dieser Saison hatten, haben wir schon gewusst, um was es geht. Aber genauso sind wir auch aufgetreten. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir waren giftig, haben mit dem Ball einen guten Fußball gespielt. Wir haben es aber auch hinten raus mit einem Spieler in Überzahl ganz gut gemacht. Wir sind sehr erleichtert und sehr froh, dass wir die drei Punkte haben. In der Situation mit einem Punkt aus sieben Spielen wird natürlich sehr viel geschrieben und hinterfragt. Entscheidend ist, was intern bei uns ist, was der Trainer vorgibt und dass Ruhe herrscht. Wir haben gesehen, dass der Fußball, der uns die vergangenen Spielzeiten stark gemacht hat, auch erfolgreich sein kann. Der Trainer ist ein Mann der klaren Worte. Jedes Spiel der Bundesliga ist schwer. Bis auf Leverkusen waren wir in den Spielen nicht schlechter. Wir fahren mit einem positiven Gefühl nach Leipzig.“

Florian Kainz

„Wenn man mit einem Punkt so in die Saison startet, war natürlich schon ein wenig Druck auf dem Kessel. Es war auch für die Jungs eine besondere Situation, weil sie vieles davon so nicht gewohnt waren. Es war sehr wichtig, diesen Derbysieg gelandet zu haben, auf der anderen Seite waren es aber auch nur drei Punkte. Ich finde, wir haben eine sehr sehr gute erste Halbzeit gespielt. Wir müssen uns vielleicht den Vorwurf gefallen lassen, dass wir im letzten Drittel nicht die Überzeugung hatten, auf das zweite und dritte Tor zu gehen. Wir haben zu Beginn der zweiten Halbzeit ein wenig unseren Weg verlassen. Wir sind im Prozess und arbeiten an gewissen Dingen. Wir müssen Zutrauen in unsere Qualitäten haben. Es wurde viel über die Qualität der Mannschaft geschrieben. Wir sind überzeugt davon, mit der Mannschaft unsere Ziele zu erreichen.“

Thomas Kessler

Alles zum Spiel

Einzelkritik

Einzelkritik der FC-Profis gegen Gladbach: Gute Noten

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Einzelkritik der FC-Profis gegen Gladbach: Gute Noten

Am achten Spieltag der Fußball-Bundesliga ist dem FC der erhoffte Sieg gelungen. Ausgerechnet im Derby sammelten die Kölner den ersten Dreier ein und das nach einer starken Vorstellung. Das zeigen auch die Noten.

Der FC hat endlich den ersten Ligasieg eingefahren – und das hochverdient. Gegen Borussia Mönchengladbach setzte sich der FC verdient 3:1 durch. Einzelkritik der FC-Profis gegen Gladbach

Durch die Bank weg lieferten die Kölner eine ordentliche Leistung ab. Vor allem die Defensive machte es beim FC gegen allerdings auch harmlose Gladbacher gut. Die Bestnoten verdienten sich am achten Spieltag aber zwei Offensivspieler.

So bewerten wir die FC-Profis gegen Gladbach

In unsere Wertung fließen die Spieler ein, die mindestens 30 Minuten gespielt haben.

FC holt sich mit starker Leistung den Derbysieg

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FC holt sich mit starker Leistung den Derbysieg

Der 1. FC Köln hat den ersten Ligasieg der Saison eingefahren und den ausgerechnet im Derby gegen Borussia Mönchengladbach und dazu noch hochverdient. Mit einer starken Leistung ist den Kölnern der Befreiungsschlag gelungen.

„Gerade in der aktuellen Situation, in der wir uns befinden, wollen wir schauen, dass wir punkten, um dann endlich wieder in ruhiges Fahrgewässer zu kommen“, hatte FC-Trainer Steffen Baumgart vor dem Duell gegen Borussia Mönchengladbach gesagt. Seine Mannschaft hat ihm den Gefallen getan und das eindrucksvoll. Der FC holt sich mit starker Leistung den Derbysieg. Florian Kainz mit einem Doppelpack vom Punkt und Luca Waldschmidt trafen für den FC, Nico Elvedi hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Köln verbesserte sich dadurch auf den 16. Tabellenplatz.

Baumgart wechselte seine Startelf im Vergleich zum Leverkusen-Spiel auf zwei Positionen. Linton Maina rotierte für Denis Huseinbasic in die Startformation, für Faride Alidou stand Luca Waldschmidt in der Anfangsformation. Zudem wechselte der Kölner Coach seine Formation, spielte mit Dejan Ljubicic und Eric Martel auf der Doppelsechs und Davie Selke als alleinige Spitze. Hatten die Kölner im Derby noch eine Portion Extra-Motivation gebraucht, sie holten sich diese nur wenige Minuten vor dem Spiel. Arm in Arm stand das Team vor den Ultras, ließ sich einschwören. Anschließend beeindruckten die Kölner Fans mit einer Pyro-Choreo, die allerdings zu einer deutlichen Spielverzögerung führte. Doch die Motivation war bei den Kölnern deutlich zu sehen.

Waldschmidt trifft nur den Innenpfosten

Denn der FC war von Beginn an heiß auf das Derby und deutlich besser im Spiel. Bereits nach vier Minuten kam Timo Hübers nach einer Ecke frei zum Kopfball, setzte den Ball aber knapp übers Tor. Beim nächsten Eckball setzte Waldschmidt zum Schuss an, der Ball wurde von Manu Koné geblockt. Allerdings mit der Hand und das auf der Sechzehnerlinie. Nach Eingriff des VAR entschied Schiedsrichter Deniz Aytekin auf Strafstoß. Kainz verwandelte in seinem 400. Pflichtspiel gewohnt sicher und erzielte somit sein zweites Saisontor.

Und der FC blieb dran, ließ Gladbach zunächst überhaupt nicht ins Spiel kommen und hätte früh erhöhen können, sogar müssen. Nach einer perfekten Flanke von Leart Pacarada traf Jeff Chabot die Latte. Dejan Ljubicic ließ nach Traumpass von Pacarada im Sechzehner Marvin Friedrich links liegen, Borussen-Keeper Moritz Nicolas rettete gerade noch zur Ecke. Maina und Waldschmidt vergaben aus der Distanz. Erst Mitte der ersten Halbzeit gab auch die Borussia ein erstes Lebenszeichen ab. Franck Honorat versuchte es aus spitzem Winkel, verfehlte das Tor aber deutlich. Sehr viel knapper wurde es wenige Minuten vor dem Seitenwechsel beim agilen Waldschmidt, der aus 20 Metern den Innenpfosten traf. Es blieb beim verdienten 1:0 zur Pause, das aber deutlich höher hätte ausfallen müssen.

Kainz erneut vom Punkt

Gladbach änderte nach dem Seitenwechsel die Taktik und fand auch ein wenig besser ins Spiel, doch Köln bliebt zunächst das gefährlichere Team. So kratzte Pacarada einen Ball noch von der Grundlinie, Selke war aber offensichtlich selbst überrascht und bekam am Elfmeterpunkt seine Füße nicht rechtzeitig sortiert. Anschließend fing Kainz einen Pass von Weigl ab, spielte ebenfalls Selke frei, dessen Schuss aber geblockt wurde. Wieder nutzte der FC seine viele Möglichkeiten nicht, die Borussia brauchte so gut wie keine. Wie aus dem Nichts kam Gladbach zum Ausgleich. Eine Ecke von Honorat köpfte Nico Elvedi ins Netz. Der FC ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, spielte weiter nach vorne. Nach einem Foulspiel an Ljubicic griff der VAR ein weiteres Mal ein, wieder war es Koné, den es traf. Aytekin zeigte die Rote Karte.

Bei der nächsten Aktion gab es wenig zu diskutieren. Eigentlich. Nicolas traf nach einer Ecke Luca Waldschmidt mit der Faust am Kopf. Aytekin zeigte direkt auf den Punkt. Doch dieses Mal war Kainz alles andere als souverän, lupfte den Ball auf die Fäuste des Keepers. Und wieder griff der Schiedsrichter ein, denn Gladbachs Torhüter hatte sich zu früh bewegt. Beim insgesamt dritten Versuch machte es der Kölner Kapitän besser. In Überzahl und mit der Führung im Rücken spielte der FC weiterhin befreit auf, ließ aber weiterhin zu viele Chancen liegen. Unter anderem rettete Nicolas stark bei einer Direktabnahme von Waldschmidt. Der Angreifer machte es aber wenige Minuten vor Spielende besser. Der eingewechselte Denis Huseinbasic legte ab, Waldschmidt traf zum 3:1-Endstand. Die Kölner verbessern sich durch den Erfolg auf den 16. Tabellenplatz.

1. FC Köln: Schwäbe – Carstensen, Chabot, Hübers (79. Kilian), Pacarada – Martel, Ljubicic – Waldschmidt, Kainz (88. Huseinbasic), Maina (72. Alidou) – Selke (88. Tigges); Tore: 1:0 Kainz (9., HE), 1:1 Elvedi (63.), 2:1 Kainz (76., FE), 3:1 Waldschmidt (90.)

Bilanz, Übertragung, Torjäger: Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Gladbach

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Bilanz, Übertragung, Torjäger: Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Gladbach

Mit der Begegnung gegen Borussia Mönchengladbach startet der 1. FC Köln am Sonntag in einer richtungweisende Saisonphase. Alles Wissenswerte rund um die Begegnung gibt es hier.

Die meisten Einsätze, der höchste Sieg, die bitterste Niederlage – und wer hat nochmal die meisten Tore gegen Mönchengladbach geschossen? Zahlen und Fakten zum FC-Spiel gegen Gladbach.

Wie lautet die Bilanz zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach?

Zum 97. Mal treffen der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Sonntag in der Bundesliga aufeinander. Die Bilanz spricht ganz klar für die Borussia. Gladbach gewann 52 der Partien, der FC setzte sich in 27 Spielen durch. 17 Begegnungen endeten unentschieden. Auch die Torbilanz spricht mit 188:128 klar für den Rivalen. Insgesamt spielen die Teams zum 114. Mal gegeneinander. Dort sieht die Bilanz wenn auch nur ein wenig besser aus. Der FC gewann immerhin 34 Spiele, Gladbach 58.

Wer zeigt die Begegnung des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach im TV?

Das Spiel beginnt am Sonntag um 15.30 Uhr. Damit ist DAZN der übertragende Anbieter. Die Übertragung beginnt um 14.45 Uhr. Zusammenfassung gibt es unter anderem auch von der Sportschau im WDR Fernsehen um 21.45.

Wann gelang dem 1. FC Köln der höchste Sieg gegen Gladbach?

Den höchsten Pflichtspielsieg feierten die Kölner noch in der Oberliga West. 1961 setzte sich der FC mit 6:1 gegen die Fohlen durch. Karl-Heinz Thielen erzielte damals vier Treffer für die Kölner. Auch Christian Müller und Matthias Hemmersbach steuerten ihre Tore bei. 1996 gewannen die Kölner in der Liga mit 4:0. Toni Polster, Ion Vladoiu, Dorinel Munteanu und Sunday Oliseh erzielten die Tore.

Wann kassierte der FC die höchste Niederlage gegen Mönchengladbach?

Gefühlt kassierte der FC schon einige derbe Klatschen gegen die Borussia. Und der Eindruck täuscht nicht. Sechs Mal unterlag Köln den Borussen bereits mit vier Toren Unterschied. Zuletzt beim 1:5 2011, das erste Mal beim 0:4 1975. Die höchste Pleite kassierten die Kölner 1972 im UEFA-Cup. Damals hofften die Kölner noch auf ein Weiterkommen im Achtelfinale. Nach dem 0:0 im Hinspiel gab es die Klatsche im Rückspiel.

Wer erzielte die meisten FC-Tore gegen Mönchengladbach?

Neun Tore erzielten jeweils Heinz Flohe, Klaus Allofs und Pierre Littbarski. Auf Gladbacher Seite erzielte Jupp Heynckes elf Tore gegen Köln. Aus dem aktuellen Kader traf Mark Uth bereits drei Mal gegen die Fohlen.

Wer kommt auf die meisten FC-Einsätze gegen Gladbach?

Für die Geißböcke stand keiner so oft gegen Dortmund auf dem Feld wie Toni Schumacher. Der Vize-Weltmeister von 1986 bestritt 29 Spiele gegen die Borussia. Auf der anderen Seite verfügt Berti Vogts mit 32 Einsätzen über die größte „FC-Erfahrung“.

Wie hoch liegen die Kaderwerte vom FC und von Mönchengladbach?

Die Online-Plattform Gool.ai berechnet den Marktwert des 1. FC Köln auf gut 80 Millionen Euro. Der FC liegt damit im unteren Drittel der Liga. Borussias Marktwert berechnet das Portal auf 178 Millionen Euro. Kouadio Manu Koné ist wertvollster Spieler der Fohlen mit einem Marktwert von knapp 30 Millionen Euro. Wertvollster FC-Profi ist Dejan Ljubicic mit rund neun Millionen Euro.

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Hoffnungsträger, Rückkehrer und Derbyheld?

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Hoffnungsträger, Rückkehrer und Derbyheld?

Gut zwei Monate nach seinem Comeback steht Mark Uth vor der nächsten Rückkehr. Und das ausgerechnet im Derby gegen Mönchengladbach.

Die lange Leidenszeit scheint sich ein weiteres Mal dem Ende zuzuneigen. Mark Uth ist beim FC Hoffnungsträger, Rückkehrer und am Sonntag auch Derbyheld? Der Kölner Torjäger gibt in dieser noch jungen Spielzeit bereits sein zweites Comeback – es soll die Wende einläuten.

Mark Uth kennt das Gefühl. Der Kölner Offensivspieler weiß genau, wie sich ein Sieg im Derby anfühlt. Dafür musste sich der 32-Jährige lange gedulden. Und das, obwohl Uth insgesamt zwölf Mal gegen die Borussia auf dem Feld stand. 2017 feierte der Angreifer seinen ersten Sieg über die Fohlen – allerdings im Dienste der TSG Hoffenheim. Es folgten einige bittere Niederlagen, einige Remis, bevor er dann in der Spielzeit 21/22 gleich zwei Derbysiege mit dem FC einfuhr – und das als gebürtiger Kölner. „Ich habe es von klein auf mitbekommen, schon als Kind im Stadion. Man erlebt das über die Jahre, dass da Druck auf dem Kessel ist. Als ich später mit der FC-Jugend gegen Mönchengladbach gespielt habe, war das auch immer etwas Besonderes“, sagte Uth in einem Interview vom Freitag dem „Kölner Stadt-Anzeiger„.

Drei Scorerpunkte in zwei Derbys

Ganz besonders waren eben die beiden Derbysiege. Vor zwei Jahren wurde der Stürmer in der 70. Minute eingewechselt. Monatelang hatten er und seine Sturmkollegen nicht mehr getroffen. Einzig Anthony Modeste funktionierte damals im Angriff. Uth stand keine fünf Minuten auf dem Feld, da erzielte Jonas Hofmann den Ausgleich. 120 Sekunden später schlug der Porzer zu, traf zum 2:1 und leitete damit den späteren 4:1-Erfolg ein. „Das Tor war echt Erleichterung, weil ich in den vergangenen Wochen auch nicht getroffen habe“, erklärte Uth später. Die Begegnung war möglicherweise der Startschuss für die unerwartet erfolgreiche Saison. Und auch im Rückspiel lief es für den Angreifer gut. Uth bereitete beim 3:0-Erfolg im Borussia-Park zwei Tore vor.

Uth weiß also, wie Derbysieg geht. Aber nicht nur deswegen gilt der 32-Jährige am Sonntag als Hoffnungsträger. Gerade die Offensive der Kölner lahmt, zumindest beim finalen Pass und im Torabschluss und genau dort hat der Kölner seine Stärken. Die Quote von Pässen, die zu einem Torschuss führen ist hoch. Uth sucht darüber hinaus immer den direkten Abschluss. Eine Eigenschaft, die ihm von Kritikern einst als eigensinnig, von Befürwortern als risikofreudig ausgelegt wurde. Auch bei seinen Pässen in die Tiefe sucht Uth den direkten, schnellen Weg. Er spielt gerne Bälle, die Gefahr ausstrahlen. Das aber in beide Richtungen. Denn das clevere Umschaltspiel wird bei riskanten Fehlpässen schnell extrem gefährlich, wenn die Defensive nicht stabil steht. 

Uth wohl als Joker

Der Angreifer bringt also viel mit von dem, was die Kölner aktuell dringend benötigen. Und dennoch wird der Offensivspieler mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von Beginn an spielen. „Ich könnte noch nicht 90 Minuten spielen, ich weiß auch nicht, ob es für 60 reichen würde. Aber 30 Minuten sind drin“, sagte Uth dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Freitag. Zudem ist FC-Trainer Steffen Baumgart dafür bekannt, seine Rekonvaleszenten mit Bedacht wieder an die intensive Spielweise heranzuführen. Im vergangenen Spiel gegen Leverkusen machte der Kölner Coach allerdings eine Ausnahme, als Eric Martel in der Startelf stand – die Not war bei insgesamt acht verletzten Spielern offenbar groß. Nun kann Baumgart aber nahezu aus dem Vollen schöpfen. Uth wird also eher die Rolle des Jokers einnehmen. So wie vor zwei Jahren, als er den FC gegen Gladbach auf Erfolgskurs brachte.

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U21: Finkgräfe und Diehl treffen bei 3:0-Erfolg

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U21: Finkgräfe und Diehl treffen bei 3:0-Erfolg

Max Finkgräfe hat in der U21 des 1. FC Köln das nächste Ausrufezeichen gesetzt. Der Kölner Youngster erzielte beim 3:0-Erfolg über Wiedenbrück die Kölner Führung und legte Justin Diehl den zweiten Treffer auf.

Für die Profis wurde Max Finkgräfe an diesem Wochenende nicht nominiert, dafür überzeugte der 19-Jährige am Samstag bei der U21: Finkgräfe und Diehl treffen bei 3:0-Erfolg. Den dritten Treffer erzielte Joao Pinto in der Schlussphase.

FC-Trainer Steffen Baumgart wollte Max Finkgräfe und Damion Downs an diesem Wochenende mehr Spielpraxis verschaffen und hat die beiden Youngsters nicht für das Derby gegen Borussia Mönchengladbach nominiert. Und das hat sich zumindest für die U21 ausgezahlt. Denn in der Regionalliga West avancierte gerade Finkgräfe zu einem der Matchwinner der Partie. Gegen den SC Wiedenbrück erzielte die Nachwuchshoffnung das 1:0 nach sehenswertem Seitfallzieher, im zweiten Durchgang legte Finkgräfe Justin Diehl das 2:0 auf. Wenige Minuten vor Spielende erhöhte der eingewechselte Joao Pinto auf 3:0.

Per Seitfallzieher zum 1:0

Gegen Wiedenbrück hatten die Kölner keine großen Schwierigkeiten, waren von Beginn an das spielbestimmende Team. So kam Finkgräfe, der in der Offensive agierte, bereits nach wenigen Minuten zu seiner ersten Möglichkeit. Der Youngster tauchte vor dem gegnerischen Torhüter auf, scheiterte aber. Überhaupt war der 19-Jährige ein Aktivposten, schlug immer wieder Flanken, versuchte sich in den finalen Pässen. Auch Damion Downs kam zu einigen Abschlüssen, hatte aber kein Glück. Den ersten Treffer erzielte dann nach einer guten halben Stunde Finkgräfe per Seitfallzieher nach Vorarbeit von Justin Diehl.

Eigentlich hätte der FC schon vor der Halbzeit das zweite Tor erzielen können, wenn nicht müssen. Das übernahm dann Diehl nach Vorarbeit von Finkgräfe unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Das Spiel flachte nach der verdienten Führung zunehmend ab. Der FC tat nicht mehr als nötig, Wiedenbrück hatte gegen die Kölner überhaupt keine Mittel. In der Schlussphase erhöhte der erst kurz zuvor eingewechselte Pinto mit einem schicken Schlenzer auf den 3:0-Endstand.

Durch den Erfolg klettern die Kölner in der Tabelle auf den vierten Platz. Max Finkgräfe setzte ein weiteres Ausrufezeichen. Damion Downs wurde nach einer guten Stunde heftig gefoult. Wenige Minuten später wurde der Stürmer genauso wie Finkgräfe ausgewechselt. Ob eine Verletzung vorliegt, ist noch nicht bekannt.

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Und plötzlich wieder die Qual der Wahl

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Und plötzlich wieder die Qual der Wahl

Ausgerechnet vor dem Derby gegen Mönchengladbach haben sich gleich einige Kölner Spieler wieder zurückgemeldet. Für Steffen Baumgart eine fast schon ungewohnte Situation, der FC-Coach kann nahezu aus dem Vollen schöpfen.

Für Steffen Baumgart ergab sich in dieser Woche ein fast schon ungewohntes Bild. Dem Kölner Trainer stand im Training nahezu der gesamte Kader zur Verfügung. Erstmals gibt es ein Luxusproblem beim 1. FC Köln: Baumgart hat die Qual der Wahl.

Anerkennung statt Ausreden war das Motto von Steffen Baumgart nach der deutlichen 0:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen vor zwei Wochen. „Ein verdienter Sieg. Bayer war uns leider in vielen Bereichen überlegen, sie haben die Situationen gut ausgespielt. Das muss man klar anerkennen. Unsere Jungs haben gekämpft und es probiert, aber es hat definitiv heute nicht gereicht“, sagte der 51-Jährige. Baumgart klagte nicht, suchte keine Ausreden. Dabei hätte der Trainer einen Grund gehabt. Die Verletztenmisere der Kölner. Mal abgesehen von dem leichten Groll, als Eric Martel im September verletzt von der Länderspielreise zurückkehrte, sprach Baumgart bei der Erklärung über die Krise verhältnismäßig wenig über verletzte Spieler. Gegen Leverkusen waren es mit den Langzeitverletzten acht Spieler, die fehlten. Und hätte Baumgart wie eigentlich geplant auch auf Eric Martel verzichtet, dann hätte dem FC nahezu eine ganze Mannschaft an Feldspielern gefehlt.

Nur die Defensive ist gesetzt

Kein Wunder also, dass sich der Kölner Trainer zu Beginn der Woche aufgrund des „Lichtes am Ende des Tunnels“ schon deutlich entspannter zeigte. „Die Liste derer, die lange weg waren, wird immer kürzer. Jacob Christensen und Meiko Wäschenbach fehlen noch. Aber auch da sieht es gut aus, sodass sie bald zurückkehren“, sagte der Trainer am Freitag und wurde dann doch deutlich. „Wir hoffen, dass wir jetzt mal eine gewisse Konstanz in den Kader bekommen. Wir haben genug Scheiße an den Hacken gehabt. Das, was uns lange genug ausgezeichnet hat, war, dass wir im Kader gleichmäßig besetzt waren und auch noch mal in den letzten Minuten Druck auf den Gegner machen konnten.“ Und genau das will der FC auch in naher Zukunft wieder machen. Durch die Rückkehr der verletzten und erkrankten Spieler hat der FC jedenfalls deutlich mehr Optionen. Und so ließ Baumgart die Zuhörenden am Freitag im Dunkeln, wer denn für den FC am Sonntag gegen Gladbach auflaufen wird. „Da werde ich jetzt noch nichts zu sagen. Ich habe ja schon oft erzählt, wie und warum wir etwas machen. Dieses Mal werde ich es nicht erzählen“, sagte Baumgart.

Vielleicht auch, weil der Trainer sich möglicherweise selbst noch nicht über die Aufstellung im Klaren war. Denn Baumgart hat plötzlich wieder die Qual der Wahl – gerade im Mittelfeld. Torwart Marvin Schwäbe sowie große Teile der Viererkette sind gesetzt. So werden Jeff Chabot und Timo Hübers genauso wie Leart Pacarada sicherlich in der Startelf stehen. Auf der rechten Seite dürfte Benno Schmitz in die Startformation zurückkehren. Möglich aber, dass Baumgart dem Routinier aber auch noch eine kleine Pause gönnt, denn Schmitz stieg erst diese Woche wieder ins Mannschaftstraining ein. Dann wäre wohl Rasmus Carstensen der Nachrücker.

Uth vor Comeback

Auch Eric Martel, Dejan Ljubicic und Davie Selke können wohl fest mit einer Aufstellung rechnen. Und dann? Linton Maina ist wieder eine Option für links, der Außenbahnspieler war aber lange verletzt. Luca Waldschmidt ist ebenfalls wieder im Kader, wäre ebenso ein Kandidat wie Florian Kainz, der sich zuletzt Selbstvertrauen bei der österreichischen Nationalmannschaft geholt hat, allerdings nach seiner Form beim FC sucht. Baumgart hatte vor einigen Wochen betont, dass auch Kainz nicht immer gesetzt sei. Zuletzt stand auch Denis Huseinbasic in der Startelf, der 22-Jährige konnte sich aber nicht so recht beweisen, wie auch Faride Alidou, der gegen Leverkusen einen rabenschwarzen Tag erwischte.

Und dann ist da noch der große Hoffnungsträger: Mark Uth. Der gebürtige Kölner wurde fast schon sehnsüchtig zurückerwartet. Ein ähnliches Blitz-Comeback wie bei Eric Martel in der vergangenen Woche ist bei Uth wohl nicht zu erwarten. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der 32-Jährige aber im Laufe des Spiels kommen. Vielleicht, um in den letzten Minuten Druck aufzubauen. Definitiv nicht dabei sind die Kölner Youngsters. Nachdem Max Finkgräfe zuletzt wieder auf Einsatzzeit bei den Profis kam, spielt er am Samstag genauso wie Damion Downs bei der U21. Es wird aber auch weitere Profis treffen.

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So könnte der FC gegen Gladbach spielen

 

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Gegnercheck: Ähnliche Spielweise, andere Probleme

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Gegnercheck: Ähnliche Spielweise, andere Probleme

Mit dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach geht es für den FC am Sonntag weiter. Den FC erwartet alles andere als eine leichte Aufgabe. Zumal sich die Spielweisen der Teams dann doch sehr ähneln.

Auf den FC wartet auch am achten Spieltag ein dicker Brocken. Für die Geißböcke geht es im Derby gegen Gladbach. In der vergangenen Saison waren die Spielweisen noch komplett unterschiedlich. Das hat sich geändert. Das zeigt auch unser Gegnercheck zu Borussia Mönchengladbach

Am Ende waren es genau ein Punkt und zwei Tore, die den FC von Borussia Mönchengladbach in der Tabelle trennten. Hauchdünn belegte die Borussia in der vergangenen Spielzeit den Platz vor dem Geißböcken, den zehnten Rang. Während man sich in Köln mit dem Tabellenabschluss, ja auch hinter Gladbach, arrangieren konnte, war der zweistellige Tabellenplatz am Niederrhein ein No-Go. Trainer Daniel Farke musste die Fohlen verlassen, während Steffen Baumgart gerade Dank seiner Platzierung am Ende einer schweren Saison weit von einer Trainerdiskussion entfernt war. Sehr weit. So nahe die Tabelle die beiden Klubs auch aneinander führen konnte, die Rivalen hätten auf dem Feld kaum unterschiedlicher agieren können. Hier der attraktive Baumgartsche Hurra-Fußball, mit Intensität und vielen Abschlüssen, da die Fohlen, die eher den Weg über das Zentrum suchten, auf Ballbesitz aus waren und den kontrollierten Spielaufbau bevorzugten. Das zeigte sich in zahlreichen Statistiken, am deutlichsten in denen der Flanken. Während der FC 466 und damit die meisten davon schlug, also 13 pro Spiel, kam Gladbach in derselben Statistik auf 174, also fünf im Schnitt – der schlechteste Ligawert.

Gladbach hat sein Spielsystem umgestellt

Baumgarts Thema „Hohe Intensität“ war in Gladbach keins. Auch bei den „intensiven Läufen“ belegten die Fohlen nämlich den letzten Platz. Im Schnitt absolvierten die Kölner pro Spiel rund 100 mehr, dazu im Schnitt auch 20 Sprints mehr als der Rivale. Doch mit der Verpflichtung des Schweizer Trainers Gerardo «Gerry» Seoane sowie den Abgängen einiger Säulen wie Jonas Hofmann oder Marcus Thuram hat sich das Spiel der Gladbacher komplett verändert. Die Marschroute des neuen Trainers heißt: Hohes Pressing, den Gegner früh beschäftigen, hohe Intensität (auch wenn es daran noch hapert) und mit vertikalen Bällen oder über Flanken zum Torabschluss zu kommen. In Zahlen ausgedrückt: Gladbach hat den Flankenschnitt auf 11.5 angehoben, liegt nun nur noch knapp hinter den Geißböcken. Das Spiel über die Außen ist ein probates Mittel, der Großteil der Gladbacher Angriffe geht über die Flügel. Und wenn mal nicht, dann wird mit dem Vertikalpass der nächste Offensivspieler gesucht.

Die Begegnung könnte somit zum Duell der Flanken werden. Allerdings mit unterschiedlichem Ausgang – zumindest nach den Statistiken. Denn die Gefahr der Geißböcke ist über dieses fußballerische Mittel doch eher bescheiden. Nur jede sechste Flanke der Kölner kommt beim Abnehmer an, bei den Fohlen ist es immerhin jede Dritte. Zudem hat Gladbach schon vier Tore nach Ecken oder Flanken aus dem Spiel erzielt – der drittbeste Wert der Liga. Der FC: genau gar keine. Insgesamt kommt der gerade einmal auf vier Treffer in der Liga, Gladbach dagegen bereits auf 13. Und doch wird auch am Niederrhein moniert, dass die Gladbacher Offensive zu viele Chancen liegenlässt.

Die Gladbacher Defensive wackelt

Und so läuft auch bei der Borussia in dieser Spielzeit wahrlich nicht alles rund. Im Gegenteil. Das vermeintliche Offensivspektakel hat einen entscheidenden Schönheitsfehler mitgebacht: die Defensive der Gladbacher ist mehr als nur wackelig. Zwar haben die Gladbacher vor dem achten Spieltag die sechsmeisten Tore der Liga geschossen, sie haben aber auch die sechsmeisten kassiert. Und viele davon gegen Mannschaften, die in dieser Saison noch nicht als Torgaranten aufgefallen sind: Augsburg vier, Darmstadt drei, Mainz zwei. Nicht umsonst betonte FC-Torhüter Marvin Schwäbe, dass die aktuelle Gladbacher Form dem FC in die Karten spielen könne. Gladbach-Coach Seoane scheint sich selbst noch nicht im Klaren zu sein, wie er Ruhe in die Defensive bekommt. Meist spielt er mit Dreier-, mal mit Viererkette. Toranfällig sind bislang beide Systeme. Und dennoch: „Sie haben sechs Punkte und sind Zwölfter. Es gibt schlechtere Varianten. Wenn man so einen Umbruch macht, dann ist das für mich eine normale Sache. Ich sehe eine sehr gute Entwicklung“, sagt Baumgart.

Zumal der Umbruch in Gladbach riesig war. Die Abgänge von Jonas Hofmann, Lars Stindl, Ramy Bensebaini und Marcus Thuram wiegen besonders schwer, das System scheint noch fragil, es fehlt die Konstanz die Stabilität. Dabei haben sich die Gladbacher durchaus gut verstärkt. Vor allem der Stürmer Tomas Cvancara bereitet den Gladbachern mit drei Toren und einer Vorlage viel Freude. Der Tscheche litt zuletzt unter diversen kleineren Verletzungen, kam aber in der Nationalmannschaft zum Einsatz und scheint fit zu sein. „Wir sind immer froh, wenn unsere Spieler für ihr Land spielen können und im Rhythmus bleiben. Das hat Tomas sicherlich gutgetan, dass er dort zum Einsatz gekommen ist“, sagte Seoane, der seinem Stürmer eine gute Woche attestierte. Neben Cvancara werden es Jeff Chabot und Timo Hübers wohl mit dem wiedererstarkten Alassane Plea zu tun bekommen. Der Offensivspieler traf gegen Bochum doppelt und bereitete ein Tor vor. Auch gegen Köln war Plea bereits erfolgreich.

Der Vergleich:

Der Kaderwert spricht deutlich für die Gäste. Gladbach erreicht laut Gool.ai einen Kaderwert von rund 180 Millionen Euro, der FC liegt aktuell bei rund 80 Millionen Euro. Kölns wertvollster Spieler ist Dejan Ljubicic (9.5 Mio), gäbe es in Gladbach eine interne Liste der wertvollsten Spieler, würde sich der Österreicher auf Rang 7 einsortieren. Der wertvollste Spieler der Gladbacher ist Kouadio Manu Koné, dessen Wert Gool.ai auf mehr als 29 Millionen Euro berechnet. Die Bilanz spricht ebenfalls für Gladbach. Die Borussia hat von 113 Pflichtspielen 58 gewonnen, der FC nur 34.

Frauen des 1. FC Köln verlieren das Derby

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Frauen des 1. FC Köln verlieren das Derby

Die Frauen des 1. FC Köln haben am 5. Spieltag der Bundesliga die dritte Niederlage kassiert und das ausgerechnet im Duell gegen Leverkusen. Gegen die Werkself unterlag Köln knapp aber verdient.

Die Kölner Fußball-Frauen haben den dritten Saisonsieg verpasst. Die FC-Frauen verlieren das Derby gegen Bayer Leverkusen vor 2300 Zuschauern 0:1.

Schlechtes Omen für die FC-Herren? Die Kölner Fußball-Frauen haben ihr Derby am Wochenende verloren – wenn auch knapp. Im Franz-Kremer-Stadion avancierte Janou Levels zur Matchwinnerin. Die Abwehrspielerin erzielte in der 37. Spielminute den einzigen Treffer des Spiels. Merino Gonzales legte der Niederländerin auf, der Schuss wurde von Sofie Vendelbo noch abgefälscht. FC-Keeperin Jasmin Pal war ohne Chance. Leverkusen dominierte die erste Halbzeit, wirklich gefährlich wurde die Werkself aber nur selten. Nach einer guten halben Stunde gab Karolina Vilhjalmsdottir den ersten Warnschuss ab. Der nächste Angriff war dann erfolgreich. Levels erzielte die Führung.

Wiankowska trifft nur die Latte

Nach dem Wechsel wurden die Kölner Frauen stärker, waren deutlich aktiver. Laura Vogt scheiterte an Leverkusens Keeperin Friederike Repohl. Nach einer guten Stunde probierte es Martyna Wiankowska aus rund 30 Metern, traf aber nur die Latte. Die Geißböcke wurden stärker und dominierten die Schlussphase. Allerdings fehlte beim finalen Pass die nötige Präzision. Es blieb beim 0:1. So kassierte der FC im fünften Saisonspiel die dritte Niederlage und bleibt vorerst auf dem siebten Tabellenplatz, allerdings stehen die weiteren Begegnungen des Spieltags noch aus. Für die FC-Frauen geht es in zwei Wochen in der Bundesliga weiter. Dann trifft Köln auf den 1. FC Nürnberg.

FC: Pal – Gerhardt, Degen, Vendelbo (58. Achcinska), Wiankowska – Vogt (90. Donhauser), Cordes – Uebach (58. Schimmer), Beck, Zeller – Padilla-Bidas.

 

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