Said El Mala und der verloren gegangene Spaß am Dribbeln

Lukas Kwasniok wechselt den entkräfteten Said El Mala aus
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Said El Mala und der verloren gegangene Spaß am Dribbeln

Der Druck ist dieser Tage deutlich zu spüren am Geißbockheim. Vor allem vom Kölner Talent versprechen sich viele Anhänger eine gute Leistung gegen Gladbach. Dabei scheint dem 19-Jährigen die Leichtigkeit ein wenig abhanden gekommen zu sein beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok kritisiert Druck auf Said El Mala.

Geht es nach FC-Coach Lukas Kwasniok könnte der Kölner Angreifer weit bessere Leistungen abrufen – wäre da nicht der enorme Hype um das Talent. Das Interesse an seiner Person scheint Said El Mala zuzusetzen.

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Es lief die 81. Minute, das zweite Bundesliga-Spiel der aktuellen Saison. Der 1. FC Köln hatte Ende August den SC Freiburg zu Gast und ein Kölner Talent hämmerte nach nur 13 Minuten auf dem Platz den Ball unter den Querbalken des gegnerischen Tors – 4:0. Der erste FC-Treffer von Said El Mala war der Beginn eines kometenhaften Bundesliga-Aufstiegs. In den folgenden 15 Begegnungen der Hinrunde traf der 19-Jährige sechs weitere Male und bereitete drei Treffer vor. Eine Leistung, die sich der Youngster wohl in seinen kühnsten Träumen so nicht hätte vorstellen können. Leistungen, die zwangsläufig auch zu einer Marktwertexplosion und dann auch einer Berufung für die deutsche A-Nationalmannschaft, vor allem aber zu einer Befriedigung einer großen Sehnsucht geführt haben. Der Sehnsucht nach einem Kölner Star, einer Identifikationsfigur.

Im Fokus der Öffentlichkeit

Zuletzt schien El Malas Leichtigkeit etwas verloren gegangen zu sein. Denn der sportliche Aufstieg ist nur die eine Seite der Medaille. Mit der El-Mala-Euphorie der Fans, die sogar einen eigenen Song für den Youngster kreierten, steigerte sich zwangsläufig auch das mediale Interesse – sei es bei der Berichterstattung oder eben auf Social Media. Ein Kölner Shootingstar war geboren und die Aufmerksamkeit sollte nicht nur im Kreis der Kölner Anhänger bleiben. Auch das nationale sowie internationale Interesse am Angreifer ließ nicht lange auf sich warten. Der Versuch, den Youngster zu schützen und keinen Hype loszutreten, ging nach hinten los und wäre ob der sportlichen Entwicklung des Spielers ohnehin nicht aufzuhalten gewesen.

In Köln reift ein Talent heran, das Träume weckt, ein Aushängeschild werden kann, den Spaß am Fußball transportiert und mit dem man sich identifizieren kann. So avancierte El Mala in rekordverdächtiger Geschwindigkeit zum aktuellen Star des 1. FC Köln, binnen kürzester Zeit stand der 19-Jährige komplett im Fokus der Öffentlichkeit. Für den jungen Akteur selbst sicherlich keine leichte Aufgabe, sicherlich ein hoher Druck, den in ihn gesetzten Erwartungen auch gerecht zu werden – doch auch eben nun mal Business.

Grenzen sind überschritten

Die Tragweite der Auswirkungen der Öffentlichkeit auf den Spieler sprach FC-Trainer Lukas Kwasniok am Donnerstag auf der Pressekonferenz an, nachdem es während der Woche Gerüchte um eine Zusage des Talents für einen Wechsel nach England gegeben hatte: „Ob das stimmt oder nicht, spielt gar keine Rolle, führt aber offensichtlich dazu, dass ein 19-jähriger Spieler, wo wir alle sagen ,Den müssen wir schützen` jetzt in dieser komischen sozialen Welt offensichtlich durchbeleidigt wird“, so Kwasniok. Grenzen seien überschritten und es sei traurig, dass demjenigen, der so etwas fahrlässig in die Welt setzt, keine Konsequenzen drohen.

Die Kritik am Transferjournalismus ist nachvollziehbar. Er basiert zwangsläufig auf Spekulationen, ist getrieben vom Verlangen nach Exklusivität und ja, auch von Aufrufzahlen und Auflagen. Er beruht aber meist auf Informationen, die die Journalisten von Beratern oder aus dem Umfeld der Spieler oder Vereine erfahren. Und er ist ganz sicher nicht dafür verantwortlich, dass ein Hype um einen Spieler entsteht. Es ist eben nicht die Frage nach Ei oder Huhn. Der Hype um Said El Mala ist in erster Linie durch die Leistungen des Spielers und der dadurch entfachten Euphorie bei den Fans entstanden. Allerdings ist durch die Berichterstattung sicherlich auch eine gewisse Erwartungshaltung und damit eben auch der Hype wiederum befeuert worden.

Kwasnioks Kritik

Kwasniok rang auf der Pressekonferenz vor dem Derby gegen Gladbach nach Worten und Fassung, wollte keine Brandrede halten, tat aber genau das. Es sei einfach pervers, was heutzutage mit 18-, 19-Jährigen passiere, was für einen Druck sie aushalten müssten. Und der Trainer holte noch weiter aus: „Ich glaube, dass wir ihnen irgendwann eins nehmen: Die Freude an dem, was sie am liebsten machen. Und das ist Fußball spielen“, so der 44-Jährige. „Am liebsten dribbelt Said – und wenn man sich das anschaut die letzten drei, vier, fünf Spiele – er arbeitet mehr, aber er dribbelt nicht mehr so viel. Da sind wir alle in der Verantwortung, dass wir ihm das ein bisschen genommen haben.“ Deutliche Worte des Coaches.

Nur ging dabei ein wenig unter, dass Kwasniok selbst, genauso wie der Bundestrainer die Arbeit nach hinten in den Fokus des Stürmers brachte. Zudem hatte der Trainer vor wenigen Wochen die gefühlte Leistungsdelle mit einer anderen El-Mala-Fokussierung des Gegners erklärt. Er habe es mittlerweile einfach schwerer, weil sich die Gegner auf ihn einstellen würden, war damals der Tenor. Am Wochenende wird der Youngster die Chance erhalten, mit seinen Dribblings für positive Schlagzeilen zu sorgen. Darüber wird berichtet werden – unabhängig der Wechselgerüchte, rein sportlich – im Positiven wie im Negativen.


Schicksalsspiel oder nicht? Unterschiedliche Wahrnehmung vor dem Derby

Lukas Kwasniok beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen den Hamburger SV
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Schicksalsspiel oder nicht? Unterschiedliche Wahrnehmung vor dem Derby

Kurz vor dem Derby am kommenden Samstag steht Lukas Kwasniok mächtig unter Druck. Auf der Pressekonferenz vor Gladbach sprach der Coach über das „Narrativ“ des Schicksalsspiels und betonte die Kölner Stärke und den Zusammenhalt des Vereins. Gemeinsam werde man auch schlechte Zeiten überstehen beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok kämpft vor dem Derby um seinen Job

Das Derby gegen Gladbach hat am Wochenende besondere Brisanz. Denn für Lukas Kwasniok soll wohl ein Schicksalsspiel bevorstehen. Der Trainer selbst ist da anderer Auffassung und kämpft um seinen Job bei den Geißböcken.

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Als Lukas Kwasniok vor etwas mehr als acht Monaten seinen Dienst beim 1. FC Köln antrat, da wollte sich der Coach nicht auf ein festes Saisonziel einlassen. Der Trainer setzte ein breites Grinsen auf und kündigte an, am Ende der Saison auf jeden Fall vor dem großen Rivalen aus Mönchengladbach stehen zu wollen. Eine Antwort, die den meisten Fans sicherlich gefiel. Acht Monate später könnte ausgerechnet die Mannschaft vom Niederrhein die Aussage bitterböse einholen. Denn auch wenn Lukas Kwasniok verständlicherweise eine andere Auffassung von dem bevorstehenden Spiel hat, es könnte das letzte für den 44-Jährigen als Trainer werden. Zumindest würde eine Freistellung nach einer ähnlich bitteren Bilanz den im Fußball üblichen Mechanismen entsprechen – wohlgemerkt nicht nur in Köln.

„Diese Ansage gab es nie“

Die Vorfreude auf das Derby, sicherlich eins der Highlights im Programm der Kölner Protagonisten, dürfte insofern zumindest ein wenig getrübt sein. „Ich glaube jede Aufgabe, jede Situation, die vor dir im Leben liegt, kannst du je nach Mindset unterschiedlich gewichten und bewerten und du kannst es natürlich als Problem wahrnehmen, hast Angst vor irgendwas, du kannst es wahrnehmen als Herausforderung“, sagte der Coach. „Du kannst es aber eben auch als Gelegenheit und Chance wahrnehmen und das ist halt ein Mindset von Leistungssportlern, die gewinnen wollen.“ Der Kölner Trainer will die aktuelle Situation also eher als Gelegenheit, als Chance sehen. Gut möglich, dass es seine letzte Chance ist. Schon vor einigen Wochen wurde kolportiert, dass dem Coach ein Ultimatum auferlegt worden sei.

Kwasniok müsse aus den Begegnungen gegen Dortmund, Hamburg und Gladbach mindestens vier Punkte holen hieß es. Bislang ist es einer, die Partie gegen die Fohlen steht noch aus. Allerdings soll es einen etwaigen Dialog gar nicht gegeben haben. „Also, ich habe die Frage vor drei Wochen, vor zwei Wochen und jetzt eine Woche später auch noch mal beantworten dürfen und es hat sich genauso wenig an dieser Konstellation geändert: Diese Ansage gab es nie“, sagte der Trainer deutlich. Kwasniok ergänzte, er wisse, worauf er sich beim 1. FC Köln eingelassen habe und wie schon in der vergangenen Woche hatte Kwasniok sich auch dieses Mal ein paar Worte zurecht gelegt, die seine Wahrnehmung der aktuellen Situation darstellen sollten.

Schlechte Bilanz

In der vergangenen Woche erklärte Kwasniok, dass die bisherigen Trainerwechsel bei den Vereinen stattgefunden hätten, die sich deutlich weiter oben in der Tabelle wähnten. Ein Punkt. Allerdings werden die Trainerentlassungen auch mit den sportlichen Leistungen zu tun gehabt haben. Nun deutete der 44-Jährige an, dass das vermeintliche Schicksalsspiel, der Druck ein aufgebauschtes Narrativ sei. Kwasniok erklärte, dass man es in Köln in den vergangenen Jahren immer mit Trainerwechseln in kritischen Situationen versucht habe, mit „der Unterstützung der Medien“. In Köln wolle man gemeinsam stark sein, so der Coach weiter. „Wir sind – glaube ich – sehr sehr gut aufgestellt, den Verein auch auf links drehen zu können, um einfach gewappnet für die Zukunft zu zu sein, denn jeder will arbeiten wie in Freiburg, festhalten, wenn es mal irgendwie schlecht läuft. Aber gleichzeitig versucht man über sehr viel medial Begleiterscheinung und Berichterstattung die Dinge doch zu konterkarieren.“

Kwasniok sei beeindruckt, wie die Vereinsführung mit „diesen Dingen“ umgehe. Die Zahlen haben allerdings wenig mit „Konterkarieren“ zu tun. Der FC hat aus den vergangenen 17 Spielen (also eine Partie gegen jeden Gegner der Liga) elf Punkte geholt, nur zwei Siege. Dass mit einer solchen Bilanz die Trainerfrage gestellt wird, ist wohl verständlich. Und das eher selten von den Medien. Vielmehr in den Sozialen Medien, in denen der Trainer nach den Kommentaren einen eher schweren Stand hat. Dass über die Situation aber diskutiert wird, ist auch dem Trainer klar. „Das liegt doch auf der Hand“, sagt Kwasniok. „Das Wichtige ist einfach die Emotionen, die es rund um den Verein gibt, sowohl positiv als auch negativ, dann eben auch aufkommen zuzulassen.“ Sie müssten aber eben sachlich analysiert werden.

Zur Analyse des Coachs gehörte dann wiederum eine weitere Einordnung: „Nach den ersten Spielen der Saison haben keine Daten dafür gesprochen, dass wir dauerhaft dort oben bleiben würden. Jetzt sagen die Daten aber auch, dass wir in der Rückrunde eigentlich besser sind als in der Hinrunde“, sagte Kwasniok. Damals habe der FC überperformt, nun würde man nach den Ergebnissen unterperformen. An der Einstellung der Mannschaft liegt es laut Coach nicht. “Die Jungs hauen sich rein, geben ihr letztes Hemd“, so Kwasniok. „Und ich hoffe und glaube, dass man spürt, dass der Trainer auch alles tut für die Möglichkeit, dauerhaft Trainer beim 1. FC Köln bleiben zu können. Dass ich darum kämpfe, dass ich alles dafür tue.“


Mehr als Fußball: Das Derby des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach wird zur politischen Bühne

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Mehr als Fußball: Das Derby des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach wird zur politischen Bühne

Vor dem Hochrisikospiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Samstag droht der andauernde Konflikt zwischen Verbänden, Vereinen und politischen Akteuren bezüglich der Sicherheit in Fußballstadien zu eskalieren. 1. FC Köln: Das Derby wird zur politischen Bühne

Das Derby im RheinEnergieStadion wird zur politischen Bühne. Innenminister erhöhen den Druck auf DFB und DFL, während der 1. FC Köln deutliche Kritik übt. Im Streit um Stadionverbote und Sicherheitskonzepte steht eine richtungsweisende Woche bevor.

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Das Derby am kommenden Samstag im RheinEnergieStadion ist sportlich wie kulturell ohnehin aufgeladen. Die jüngsten Entwicklungen rund um Sicherheitsmaßnahmen verleihen der Partie nun zusätzliche politische Sprengkraft. Auslöser ist der anhaltende Streit zwischen Politik und Verbänden über die Neuausrichtung der Stadionverbots-Kommissionen. Die Innenministerkonferenz hatte den Verbänden im Dezember zunächst lediglich den Auftrag zur Überarbeitung dieser Gremien erteilt. Weitere diskutierte Maßnahmen, darunter personalisierte Tickets, Blocksperren für Auswärtsfans oder ein Drei-Stufen-Plan, wurden vorerst zurückgestellt. In einem Interview mit dem „Kicker“ machten Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul und Sachsens Innenminister Armin Schuster ihrem Unmut über die schleppenden Fortschritte Luft und drohten offen mit Konsequenzen.

NRW-Innenminister Reul: „Stehen im Grunde bei Null“

Deutlich wurde vor allem Reul, der mit scharfen Worten Kritik übte. Viele der ursprünglich diskutierten Vorschläge seien „verwässert worden“, übrig geblieben sei lediglich ein Kompromiss zu Stadionverboten. Selbst dieser sei aus seiner Sicht unzureichend. „Da werde ich stinksauer“, sagte Reul. Sollten die Verbände weiterhin zögern, stelle dies ihre Glaubwürdigkeit infrage. Man werde dann auch wieder über Maßnahmen aus dem ursprünglichen Katalog nachdenken, etwa über eine Beteiligung der Vereine an Polizeikosten. Sein Fazit fällt ernüchternd aus: „Mein letzter Stand ist, dass wir im Grunde wieder bei Null stehen.“ Das könne insbesondere Forderungen nach einer stärkeren finanziellen Beteiligung der Klubs neuen Auftrieb verleihen.

Kölner Klubführung widerspricht deutlich

Kritik an diesem Kurs kommt vom 1. FC Köln. Geschäftsführer Philipp Türoff widersprach den Aussagen der Innenminister ebenfalls im „Kicker“ entschieden. Pauschale Drohungen, etwa mit der Umlage von Polizeikosten oder verweigerten Genehmigungen, seien „nicht zielführend“. Vielmehr gefährdeten solche Äußerungen die Zusammenarbeit zwischen Klubs und Behörden. „Sie stellen nachweisbar keinen wirksamen Hebel für mehr Sicherheit dar, sondern riskieren, die partnerschaftliche Zusammenarbeit zu untergraben.“

Unterdessen verdichten sich die Gespräche. Nach Informationen der „Sportschau“ haben DFB und DFL sämtliche Profiklubs sowie Vereine aus den Frauen-Bundesligen kurzfristig zu einer Konferenz eingeladen. Dort soll der aktuelle Stand der Verhandlungen mit der Politik erörtert werden. Einen Tag später tagt auf Norderney die Sportministerkonferenz, bei der das Thema Stadionsicherheit im Mittelpunkt steht, insbesondere der Umgang mit Stadionverboten. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Frage nach der künftigen Struktur. DFB und DFL plädieren für überregionale Instanzen, die anstelle der bisherigen lokalen Kommissionen agieren sollen.

Wegweisende Woche für Vereine und Verbände

Türoff positioniert sich in dieser Debatte klar für den Erhalt der bestehenden Lösungen. In Köln setze man auf enge Zusammenarbeit mit Polizei, Sicherheitspartnern und Fanorganisationen. Dieses Modell habe sich bewährt. „Sicherheit im Stadion ist eine lokale Aufgabe“, betont Türoff. Sie erfordere Ortskenntnis und Fingerspitzengefühl, das eine zentrale Instanz kaum leisten könne. DFB und DFL halten dagegen an ihrem Ziel fest, bundesweit einheitliche Standards zu schaffen. Gleichzeitig betonen sie, dass die grundsätzliche Rolle lokaler Kommissionen erhalten bleiben soll.

Auf das Duell zwischen Köln und Gladbach, das direkt unter dem Eindruck der Sportministerkonferenz stattfinden wird, werden vor dem Hintergrund der Diskussionen noch mehr Augen gerichtet sein als ohnehin schon. Das Derby liefert somit nicht nur sportliche Brisanz, sondern auch eine Momentaufnahme eines zunehmend verhärteten Konflikts.


Krauß, Thielmann oder Neumann – wer wird der Aushilfs-Rechtsverteidiger?

Jan Thielmann vom 1. FC Köln
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Krauß, Thielmann oder Neumann – wer wird der Aushilfs-Rechtsverteidiger?

Zuletzt machte Tom Krauß seine Sache auf der rechten Verteidigerposition gut. Doch der 24-Jährige ist eigentlich im Zentrum gesetzt. Nun gibt es mit Jan Thielmann eventuell eine andere Option für den 1. FC Köln: Wer übernimmt den rechten Verteidiger im Derby?

Vor dem Derby gegen Gladbach hat sich die Personalsituation ein wenig entspannt. Unter anderem kehrt Jan Thielmann wieder zurück und könnte vielleicht sogar zu einer Option für die Startelf werden.

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Nach wie vor ist der FC in Sachen Verletzungen und Sperren beachtlich gebeutelt. Immerhin gab es am Dienstagnachmittag ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Denn mit Denis Huseinbasic und Jan Thielmann kehren gleich zwei FC-Profis nach ihren Verletzungen wieder zurück. Gerade Zweiterer könnte auch relativ schnell wieder zu einer ernsten Option werden. Denn die Kölner haben nach wie vor Not auf der rechten Verteidigerposition. Sebastian Sebulonsen war bekanntlich schon am vergangenen Wochenende wieder einsatzbereit, holte sich aber gegen den HSV eine ziemlich unnötige Gelbe Karte ab und fehlt damit im Derby. Da Alessio Castro-Montes aufgrund seiner muskulären Probleme ebenfalls noch keine Rolle spielt, sind die beiden nominellen Rechtsverteidiger weiterhin raus.

Kehrt Krauß zurück ins Zentrum?

Zuletzt spielte bekanntlich Tom Krauß auf der Position des Rechtsverteidigers und machte seine Sache in der Viererkette eigentlich gut. Doch der gebürtige Leipziger ist bekanntlich eigentlich auf der Sechs zu Hause und lieferte im Kölner Zentrum eben auch starke Leistungen ab. Im Jahr 2026 war Krauß über weite Strecken der beste Defensivspieler der Geißböcke – und das eben im zentralen Mittelfeld. Das auch, weil der 24-Jährige in der Zentrale als Leader voranging, die Mannschaft anpeitschte, ein Beispiel für Leidenschaft und Willen war. Eine Art, die wohl gerade zum Derby passen könnte. Da Isak Johannesson nach wie vor seine Form sucht, wäre Krauß sicher auch wieder eine Option fürs Zentrum. Dass Lukas Kwasniok dort auf Denis Huseinbasic zurückgreift, scheint dagegen eher unwahrscheinlich.

Und so könnte Jan Thielmann wieder eine Option auf der Rechtsverteidiger-Position werden. Eine Position, die der 23-Jährige schon des Öfteren gespielt hat, mit der der Vize-U21-Europameister aber nie so richtig warm wurde. Zur Erinnerung: Auch unter Timo Schultz und Gerhard Struber musste Thielmann immer wieder als Rechtsverteidiger aushelfen, eine überragende Begegnung war auf dieser Position selten dabei. Wohler fühlte sich Thielmann dabei, wenn mit einer Dreierkette gespielt wurde und der Föhrener mehr Offensiv-Optionen hatte. Eine weitere Option, wenn auch unwahrscheinlich, wäre dann wiederum Cenny Neumann. Der Youngster bekam gegen Borussia Dortmund seine ersten Minuten bei den Profis. Gegen Gladbach sollte der 19-Jährige wohl wieder im Kader stehen.

Zu einem Einsatz von Beginn an wird es vermutlich nicht kommen. Genauso wenig, dass Kwasniok wieder auf Jakub Kaminski auf der rechten Defensiv-Schiene zurückgreift.


Trotz Derby-Niederlage: Es gab positive und negative Erkenntnisse beim 1. FC Köln

Kristoffer Lund im Duell gegen Borussia Mönchengladbach
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Trotz Derby-Niederlage: Es gab positive und negative Erkenntnisse beim 1. FC Köln

Das 1:3 im Rheinischen Derby war bitter und schmerzhaft. Allerdings spiegelte das Ergebnis die Leistung nicht wider. Denn die Geißböcke waren sicher nicht das schlechtere Team. Im Gegenteil: Einige Dinge liefen sehr gut beim 1. FC Köln: Diese Lehren kann der FC aus der Derby-Pleite ziehen.

Der FC musste eine bittere Niederlage hinnehmen, allerdings spiegelt das Ergebnis den Spielverlauf nicht so wirklich wieder. Denn spielerisch war das gar nicht schlecht vom 1. FC Köln: Diese Lehren kann der FC aus der Derby-Pleite ziehen.

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Wie schnelllebig der Fußball ist und wie nah Freud und Leid beieinander liegen, durften die Kölner innerhalb von einer Woche feststellen und verdeutlichten vor allem die Worte von Lukas Kwasniok. Erklärte der Kölner Coach nach dem Duell gegen den Hamburger SV noch, dass die Dramaturgie des Spiels zu Kölner Gunsten ausgefallen sei, so betonte der 44-Jährige am Samstagabend, dass eben jene Dramaturgie nun eben gegen den FC ausgeschlagen sei. Tatsächlich beschreiben Kwasnioks Worte sehr gut, wie knapp diese beiden Begegnungen dann tatsächlich auch waren, und dass in beiden Fällen Schiedsrichterentscheidungen den Ausschlag gegeben haben. Wie die beiden Platzverweise gegen die Rothosen am neunten Spieltag, waren wohl auch die Strafstöße gegen Köln am zehnten Kann-Entscheidungen.

„Niederlagen mit Anstand akzeptieren“

Beide Elfmeter sind in anderen Spielen ähnlich schon gegeben worden, eine klare Fehlentscheidung lag indes aber nicht vor. Der Eingriff des Video-Assistenten war also fraglich. Zwar sagte Kwasniok, er hasse den VAR, gleichzeitig schlug der Trainer aber ob der vermeintlichen Fehlentscheidungen nicht wild um sich. Viel mehr sagte der Coach, man solle „Siege mit Stotz feiern, Niederlagen aber mit Anstand akzeptieren.“ Das tat Kwasniok und es dürfte ihm nicht schwer gefallen sein. Denn so schlecht das Ergebnis aus Kölner Sicht in einem Derby auch sein konnte, spiegelt sich der Spielablauf darin eben nicht wieder. Schon im Vorfeld war darüber gesprochen worden, dass der FC erstmals seit langer Zeit nicht als Außenseiter an den Niederrhein reisen würde. Das bestätigte sich im Borussia-Park. Der FC bekam freundlicherweise den Ball übergeben und suchte auch nahezu über die komplette Spielzeit den Weg nach vorne.

Die Kölner kamen auf 60 Prozent Ballbesitz, auf 17 zu sieben Torschüsse, sechs zu zwei Ecken und zu einer massiven optischen Überlegenheit. Der FC wurde in dieser Begegnung seiner Favoritenrolle durchaus gerecht, auch wenn die Anzeigetafel am Ende eine andere Wahrheit sprach. Das hatte durchaus Gründe. So zum Beispiel die „externen Faktoren“, die anders als noch gegen den HSV dieses Mal tatsächlich gegen den FC sprachen – abgesehen von dem Elfmeter für Ragnar Ache, der wiederum einem Videobeweis nicht zwingend hätte Stand halten müssen. Des weiteren fehlten dem FC im Schlussdrittel die entscheidenden Ideen. „Insgesamt müssen wir mit dem Ballbesitz ein Stück weit besser umgehen“, sagte FC-Keeper Marvin Schwäbe. Symptomatisch war eben, dass das 1:3 durch den ersten Kölner Elfmeter in dieser Saison erzielt wurde.

„Leider haben wir hier und da eingeladen“

Durch die taktische Umstellung nach dem Wechsel bekam der FC deutlich mehr Zug zum Tor, schraubte den xGoals-Wert von 0,1 auf mehr als zwei in die Höhe. Es fehlte allerdings auch die Effizienz, die die Kölner in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hat. „Der Plan ist für Gladbach heute aufgegangen, weil wir es nicht geschafft haben, uns viele Chancen zu kreieren. Wir hatten uns vorgenommen, dominanter zu sein und uns besser durchzuspielen. Das ist uns nicht gelungen“, sagte Thomas Kessler. Und dann war da eben noch die Anfälligkeit bei Kontern, die dem FC letztlich das Genick brach und das auch durch individuelle Fehler. „Wir haben uns Konter gefangen, was Gladbach ins Spiel gebracht hat. Ich glaube, ansonsten wäre es für uns in die richtige Richtung gegangen. Leider haben wir sie hier und da ein bisschen eingeladen“, sagte Marvin Schwäbe.

„Ich fand, dass wir nicht die schlechtere Mannschaft waren. Es ist lange, lange her, dass der FC nach Mönchengladbach gefahren ist und die Borussia uns den Ball gegeben hat, hinten gestanden hat und gar nichts machen wollte“, sagte Thomas Kessler. Und Lukas Kwasniok ergänzte, dass sich die Mannschaft genau das in den vergangenen Wochen erarbeitet habe und man darauf stolz sein könne. Aktuell vielleicht ein schwacher Trost, zumindest aber eine gute Erkenntnis. Kwasniok kündigte an, jetzt auch den „nächsten Entwicklungstep“ gehen zu wollen. Der wird wohl auch nötig sein. Denn der Mangel an kreierten Ideen erinnerte dann doch an Spiele der Vorsaison, als der FC trotz Dominanz kein durchschlagendes Element fand.


So lange es einen Spielraum gibt, wird es auch keine klare Fehlentscheidungen geben – Kommentar zum VAR

Wieder Diskussionen über den Videoassistenten
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So lange es einen Spielraum gibt, wird es auch keine klare Fehlentscheidungen geben – Kommentar zum VAR

Nach der 1:3-Niederlage der Geißböcke gegen Gladbach wird hauptsächlich über den VAR diskutiert. Und damit stellt sich wieder einmal die Frage, ab wann eine klare Fehlentscheidung vorliegt. Zumindest bei Regeln mit Handlungsspielraum wird das nie der Fall sein. Kommentar zum VAR im Rheinischen Derby.

Und wieder wird nach dem Rheinischen Derby über den Video-Assistenten diskutiert. Das wird auch so bleiben. Denn das Regelwerk lässt eindeutige Fehlentscheidungen nur in manchen Fällen zu. Es muss über eine Veränderung nachgedacht werden. Kommentar zum VAR im Rheinischen Derby.

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Nach der bitteren 1:3-Niederlage im Rheinischen Derby eröffnete Lukas Kwasniok die Pressekonferenz mit den Worten, dass es das Wichtigste sei „Siege mit Stolz zu feiern und Niederlagen mit Anstand zu akzeptieren“. Es wirkte ein wenig so, als wolle der Trainer gar nicht mehr über das leidige Thema VAR reden, als wäre er müde, darüber zu sprechen. Doch die Aussage enthielt vielleicht dann doch schon eine kleine Tendenz, die der Kölner Coach später doch deutlich aussprach. „Ich hasse den VAR“, sagte Kwasniok und wird damit einigen Fans, an diesem Abend wohl vorwiegend FC-Anhängern, aus der Seele gesprochen haben. Natürlich haben auch die Kölner in der Vergangenheit schon vom Video-Assistenten profitiert, vermutlich gleichen sich die Entscheidungen nach Ansicht der Videobilder im Laufe einer Saison aus. Und doch ist der Frust nach dem 1:3 mehr als verständlich.

Schwammige Regelauslegung

Der FC kassierte zwei Elfmeter, beide vom gleichen Unglücksraben verursacht und beide hatten ein Tor zur Folge – wenn auch das erste über Umwege. Unterm Strich lagen die Kölner aufgrund der Strafstöße 0:2 im Borussia-Park zurück und der Weg zu einem erfolgreichen Rheinischen Derby war für den FC viel zu weit. Dass nach der Pleite also wieder einmal über den VAR diskutiert wird, ist ärgerlich, frustrierend, aber auch Erkenntnis bringend. Als das Mittel in der Saison 2017/2018 eingeführt wurde, war der Begriff „Videobeweis“ noch in vieler Munde. Eine irreführende Wortwahl. Denn ein Beweis kann nur erbracht werden, wenn die Regelauslegung so klar definiert ist, dass man einen Fehler nachweisen kann. Insofern ist der Begriff Video-Assistent wohl deutlich passender.

Der Assistent soll eben eingreifend assistieren, wenn eine „klare und offensichtliche Fehlentscheidung“ vorliegt, so das Regelwerk. Und genau in diesem Regelwerk steht aber schon ein Nebensatz, der die ganze Thematik so schwierig und ärgerlich macht. Voraussetzung für ein Eingreifen sei es, wenn nach „Einschätzung“ des Assistenten jene Fehlentscheidung vorliege. Die genaue Definition dieses Begriffes wird mit „Interpretation eines Sachverhaltes“ angegeben. Also Begriffe, die einen Handlungsspielraum beinhalten. Und genau in diesem Moment muss die Frage erlaubt sein, ob in gewissen Fällen denn jemals eine klare Fehlentscheidung vorliegen kann. Ab wann ist ein Foul ein rotwürdiges Foul? Welche in diesen Fällen oft herangezogene „Dynamik“ entscheidet denn über die Farbe der Karte?

Situationen bleiben strittig

Ab wann ist die Handbewegung natürlich, ab wann nicht? Während die Kölner Vertreter am Samstagabend Kristoffer Lund eine natürliche Handbewegung bescheinigten, sprach Deniz Aytekin davon, dass es ein klares Handspiel gewesen sei und erklärte, Lund hätte die Bewegung auch weglassen können. Sicher hätte er das. Genauso sicher wollte der Außenbahnspieler den Ball aber auch nicht mit der Hand berühren. Aytekin beharrte auch bei Lunds vermeintlichen Foulspiel einen schweren Knietreffer ausgemacht zu haben. Die Bewegung im Oberkörper sei nicht ausschlaggebend gewesen. Dabei hätte Lund – von Joe Scally mindestens beschleunigt – seine Knochen gar nicht anders sortieren können. Beide Fälle waren also durchaus strittig. Wie auch Aytekin zugab, der erklärte, bei einer anderen Auslegung hätte es genauso Diskussionen gegeben.

Und diese Diskussionen wird es auch weiter geben, wenn der VAR weiterhin in Gesetzmäßigkeiten mit Handlungsspielraum, in schwammige Regeln eingreift. Würde ein Handspiel beispielsweise immer zu einem Schiedsrichterpfiff führen, egal, ob absichtlich, unbewusst oder unnatürlich, dann wäre der Einsatz des VAR unmissverständlich. Nur würde das Spiel eine andere Dynamik bekommen. Eine, die der Fan zu recht nicht akzeptieren würde. Noch drastischer würde eine präzise Regel beim Foulspiel sein. Da müsste bereits der Kontakt geahndet werden, um in eine klar definierte Regelauslegung einzugreifen. Undenkbar! Insofern kann die eigentliche Folge nur sein, dass es den Einsatz des VAR bei diesen Entscheidungen nicht mehr geben darf. Fairer wird das Spiel (in diesen strittigen Aktionen) dadurch wohl nicht.

Videobeweis muss Fehlentscheidungen belegen

Anders verhält es sich wiederum bei klar definierten Regeln. Etwa beim Abseits, ob der Ball im Aus gewesen ist, die Position des Foulspiels. Dinge, die schon jetzt technisch zu belegen sind. Diese Auslegungen und Regeln dürften dann aber auch nicht in Frage gestellt werden. Wenn die kalibrierte Abseitslinie ein Vergehen um Millimeter nachweist, dann ist es geradezu absurd, dass ein Verantwortlicher den Videoassistenten vorwirft, „Lack gesoffen“ zu haben. Auch ein um Millimeter begangener Regelverstoß ist ein Regelverstoß – egal von welchem Team. Immerhin ein eindrucksvoller Beleg, dass die Emotionen nicht mit der Geburt des VAR gestorben sind. Vielleicht sollte man sich also Gedanken darüber machen, ob der Begriff Videobeweis doch gar kein schlechter ist. Dann nämlich, wenn eine Fehlentscheidung klar belegt ist. Und nur dann sollte der VAR auch eingreifen.


Strittige Szene, Elfmeter und ein Unglücksrabe: Ein bitterer Abend für den 1. FC Köln

Kristoffer Lund erlebte am Samstag nicht seinen glücklichsten Abend
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Strittige Szene, Elfmeter und ein Unglücksrabe: Ein bitterer Abend für den 1. FC Köln

An manchen Tagen verdichtet sich ein Fußballspiel in einigen wenigen Augenblicken. Bei Kristoffer Lund waren es an diesem Samstagabend zwei Momente, die am Ende sinnbildlich stehen für die 1:3-Niederlage der Geißböcke im 99. Rheinischen Derby. Der 1. FC Köln erlebt einen bitteren, unglücklichen Abend.

Lukas Kwasniok hatte vor dem Rheinischen Derby erklärt, man brauche einen kühlen Kopf um zu bestehen. Das galt nicht für alle seiner Schützling. Der 1. FC Köln erlebt einen bitteren, unglücklichen Abend

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Als in der 67. Spielminute sein Name auf der Anzeigetagel aufleuchtete und Kristoffer Lund den Rasen (endlich) verlassen konnte, dürfte sich in ihm neben Enttäuschung wohl auch ein wenig Erleichterung breit gemacht haben. Der Außenbahnspieler des 1. FC Köln hatte mit seinem unglücklichen Auftritt und zwei verursachten Elfmetern einen nicht geringen Anteil an der Derby-Niederlage der Geißböcke im Duell mit den Fohlen vom Niederrhein. Dass es zu diesem Zeitpunkt bereits 3:0 für die Gastgeber aus Mönchengladbach stand, dazu hatte der schnelle und einsatzfreudige Lund zunächst mit einem ungestümen Einsteigen im Strafraum gegen den am Samstagabend stark aufgelegten Gladbacher Franck Honorat in erheblichem Maße mit beigetragen.

Unglücksrabe Lund

Wenngleich der (nach Ansicht der TV-Bilder von Schiedsrichter Deniz Aytekin gepfiffene) Strafstoß von Stürmer Haris Tabakovic nicht verwandelt und von FC-Keeper Marvin Schwäbe zur Ecke gelenkt wurde, so war er letzten Endes doch ursprünglich für den 0:1-Rückstand durch Philipp Sander nach eben jenem Eckball. Auch beim zweiten Gegentor verhielt sich Lund unglücklich im eigenen Strafraum, bekam den Ball nach einem Tumult an den Arm und bescherte der gegnerischen Mannschaft vom Niederrhein die Steilvorlage zum zwischenzeitlichen 2:0, die Abwehrmann Kevin Diks erst mit etwas Glück nutzte, ehe Stürmer Tabakovic nur zwei Minuten später in den Kölner Schock hinein das 3:0 nachlegte.

Das Endergebnis von 1:3 aus Kölner Sicht sorgt nach dem zuletzt klaren 4:1-Erfolg über den Hamburger SV nun wieder für ein wenig Ernüchterung vor der Länderspielpause. Auch das Zustandekommen des zweiten Elfmeters sowie der Spielverlauf insgesamt sorgte bei den Kölner Beteiligten durchaus für Gesprächsstoff, wie FC-Keeper Marvin Schwäbe nach Spielschluss durchblicken ließ. „Um ehrlich zu sein, ist er in der Bewegung nach vorn, er sieht den Ball sehr spät. Wenn ich das so sehe, ärgere ich mich noch mehr darüber.“ Vor allem die Frage, ob die Aktion denn ein eindeutiger Strafstoß und somit als solcher zu ahnden sei, beschäftigte den Schlussmann. „Es ist vom Prinzip her irgendwie die Bewegung in Richtung wo der Ball liegt, wo er ist. Soll man sich die Arme abhacken? Wann ist es eine klare Fehlentscheidung und wann nicht?“

Dass Verursacher Lund das Spielgerät an den Arm bekommt, wollte er dennoch „nicht wegdiskutieren“. Dennoch müsse man laut ihm den Elfmeter „nicht geben und den Schiedsrichter dann rausschicken.“

Keine Kritik an Schiri-Gespann um Aytekin

Die Kölner hatten die Partie durchaus ordentlich begonnen und hatten zur Pause sowohl mehr Ballbesitz als auch mit über 90 Prozent eine sehr gute Passquote. Dass am Ende der Schiedsrichter zum Leidwesen von Lund eine ungewollte Hauptrolle an diesem Abend einnahm, bestätigte indirekt auch FC-Sportdirektor Thomas Kessler. Große Kritik an der Leistung des Unparteiischen gab es seinerseits jedoch nicht, im Gegenteil. „Ich glaube, das es auch am Ende wieder ein Spiel war, das durch knappe Entscheidungen entschieden worden ist. Heute war das Momentum einfach überhaupt nicht auf unserer Seite. Ich habe Deniz Aytekin nach dem Spiel getroffen und halte ihn für einen der besten Schiedsrichter, die wir in Deutschland haben. […] In der Situation bei beiden Elfmetern findet man immer eine Argumentation, warum man das pfeifen kann und warum nicht.“ Allerdings fragte sich auch Kessler, ob die Situationen eindeutige Fehlentscheidungen gewesen seien.

Für Lund, der beim Tor von Luca Waldschmidt zum Endstand aus Kölner Sicht  (nach einem Foulelfmeter) längst eingepackt in einer Trainingsjacke von der Ersatzbank zusah, war es alles in allem dennoch ein Abend zum Vergessen, der ihm wohl noch ein wenig länger im Kopf bleiben wird. Die nächste Chance, seinen Namen wieder positiv auf die Anzeigetafel zu bringen, hat er am 22. November. Dann trifft der 1. FC Köln nach der Länderspielpause auf Champions-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt.


Kwasniok wird bei El Mala deutlich: „Er war nicht gut“

Said El Mala erwischte beim 1. FC Köln nicht seinen besten Tag
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Kwasniok wird bei El Mala deutlich: „Er war nicht gut“

Unter der Woche gab es wieder viel Wirbel um Said El Mala. Auch, weil der Kölner Youngster in die Nationalmannschaft berufen wurde. Gegen seinen Ex-Verein fand der Shootingstar nicht ins Spiel und erntete Kritik vom Trainer des 1. FC Köln: Kwasniok findet deutliche Worte Richtung Said El Mala.

Verletzung, Spiel gegen den Ex-Verein, Nationalmannschaft – es gab viele Themen um die Geißböcke und ihren Shootingstar. Nach dem Derby gab es Kritik vom Trainer des 1. FC Köln: Kwasniok findet deutliche Worte Richtung Said El Mala.

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Lukas Kwasniok ist dieser Tage nach wie vor bemüht, das Thema Said El Mala möglichst kleinzuhalten. Kein leichtes Unterfangen, denn die Leistungen des jungen Talents waren so stark, die Entwicklung „exorbitant“ – wie Kwasniok selbst sagte – , dass selbst ein Julian Nagelsmann nicht mehr an dem jungen Spieler vorbeikommt. Der Bundestrainer hatte den Youngster telefonisch über die Nominierung informieren wollen. Dieser nahm den Anruf nicht an, weil er die Nummer nicht kannte, wie El Mala bei „Sky“ erklärte. Dann habe er aber eine Kurznachricht von Nagelsmann bekommen, der um Rückruf bat. Kwasniok wiederum sprach zwar davon, dass die Nominierung „gut und mutig“ sei, einen großes Freudenfass wollte der Kölner Coach aber noch nicht aufmachen.

„Er war nicht gut“

Denn die Kölner Verantwortlichen werden nicht müde zu betonen, dass der Youngster nach wie vor „noch einige Felder“ hat, in denen er sich verbessern kann und muss. Und da war die Begegnung gegen Mönchengladbach am Samstagabend wohl der passendste Beweis für. Anders als noch gegen die Bayern war der 19-Jährige nämlich nicht aufgrund der individuellen Qualität des Gegners abgemeldet. El Mala fand gegen die Fohlen so gut wie gar nicht statt. Nur 21 Ballkontakte, drei Dribblings, von dem er eins gewann, ein Torabschluss – für das Kölner Talent erstaunlich schwache Werte. „Er war nicht gut, deswegen habe ich ihn rausgenommen. So einfach ist das“, sagte Kwasnkiok. „Er hat in der Arbeit gegen den Ball an der einen oder anderen Stelle nicht so agiert, wie ich mir das vorstelle.“

Und so war das Derby gegen den Verein, der El Mala als Juniorenspieler ausgemustert hat, nach 45 Minuten beendet. „Ich bewerte wie bei allen anderen Spielern die Leistung und wenn die in den ersten 45 Minuten nicht so gut ist, haben wir mit Bülter, Kaminski und Maina noch drei weitere Spieler, die sich auf der linken Seite sehr wohlfühlen“, so der Trainer weiter. Und: „Er hatte seine Eins-gegen-Eins-Situationen, aber nur mit einem Bodyguard, also dem Halbverteidiger. Da hat Joe Scally immer gut unterstützt, wir wollten Said aber in Duelle mit Sander bekommen. Das haben die Gladbacher aber nicht zugelassen.“ So veränderte der Trainer zur Pause die Aufstellung, so richtig zündeten die Ideen aber auch nicht. Auch, weil die Gladbacher spätestens mit dem 2:0 eine andere Spieldynamik aufzogen.

El Mala saß da bereits draußen. „Wir betonen das Woche für Woche, auch wenn die Leute nicht gerne zuhören, wenn man so etwas sagt. Said nimmt eine sehr positive Entwicklung und hat uns in der laufenden Saison schon in vielen Situationen geholfen, aber heute hat die eine oder andere Situation nicht so Früchte getragen“, stimmte auch Thomas Kessler zu. Dennoch sind sich wohl Fans und Verantwortliche einig, dass der Youngster noch viel Freude bereiten wird. Auch, wenn er mal einen schwachen Abend erwischt.

VAR-Dilemma für den 1. FC Köln: Das sagen Schiedsrichter Aytekin, Kessler und Trainer

Denis Aytekin im Einsatz
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VAR-Dilemma für den 1. FC Köln: Das sagen Schiedsrichter Aytekin, Kessler und Trainer

Gleich mehrere strittige Szenen erhitzten im Rheinischen Derby die Gemüter. Gleich zwei Mal erhielt Gladbach einen Elfmeter nach Eingriff des Schiedsrichter-Assistenten und die waren wohl Spiel entscheidend. VAR-Frust beim 1. FC Köln: Das sagt Deniz Aytekin.

Nach der 1:3-Niederlage im Rheinischen Derby gab es VAR-Frust beim 1. FC Köln: Das sagt Deniz Aytekin zu seinen Entscheidungen. Und auch Lukas Kwasniok und Thomas Kessler sprachen über die Szene.

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Niedergeschlagen gingen die Kölner Spieler zu den rund 6000 mitgereisten Fans. Die Enttäuschung war den Akteuren nach dem 1:3 gegen Gladbach natürlich anzusehen – möglicherweise auch, weil das Ergebnis nicht so richtig den Spielverlauf widerspiegelte. Immerhin gaben die Kölner den Ton an, hatten eigentlich auch die bessere Chancen. Doch unter anderem war auch das Glück auf Seiten des Gegners. Gleich mehrfach gab es strittige Entscheidungen, in denen der Video-Assistent eingriff und Schiedsrichter Deniz Aytekin schließlich dann doch anders entschied. Das Resultat: Kristoffer Lund agierte in zwei Situationen besonders unglücklich, Gladbach erhielt zwei Strafstöße nach Ansicht der Videobilder und kam so auf die Erfolgsspur. Auch, wenn der erste Elfmeter verschossen wurde und erst die anschließende Ecke zur Gladbacher Führung diente.

„Im modernen Fußball ist das halt ein Elfmeter“

Und so sorgte die erste strittige Situation bereits für viel Ärger bei den Kölnern. Lund war von Joe Scally leicht geschubst worden. Der Kölner Außenspieler knallte in Franck Honorat. Aytekin ließ zunächst weiterspielen, wurde dann rausgebeten und entschied sich um. „Im Oberkörperbereich ist das für mich niemals ein Elfmeter. Niemals. Aber als ich draußen stand, hat man mir Bilder gezeigt, wo der Kölner Spieler ihn eindeutig mit dem Knie auch am Knie trifft“, so der Unparteiische bei „Sky“. Tatsächlich knallten die Knie aufeinander. Allerdings hatte Lund auch nur wenige bis gar keine Möglichkeiten seine Beine anders zu sortieren. „Im modernen Fußball ist das halt ein Elfmeter“, sagte Aytekin dennoch. Auf den Hinweis von Sky-Reporter Sebastian Hellmann, dass Lund geschubst worden sei, ging der Schiedsrichter nicht ein.

Dafür aber der gegnerische Trainer Eugen Polanski. „Ich bin kein Freund des VAR. Ohne den wird der vielleicht nicht gepfiffen und dann wohl auch zu recht nicht gepfiffen. Mit VAR musst du ihn wahrscheinlich geben“, sagte der Gladbacher Coach, der aber auch eine spätere Szene monierte, die zum Elfmeter für Köln führte. Zunächst aber bekam Borussia noch einen zweiten Strafstoß. Wieder war Lund mit in der Verlosung. Dieses Mal mit einem Handspiel. Wieder entschied Aytekin erst nach Ansicht der Videobilder auf Strafstoß. Allerdings konnte der Unparteiische das Handspiel tatsächlich auch nicht sehen. Am TV war der Kontakt mit der Hand eindeutig. Aber war es wirklich ein absichtliches Handspiel? „Wenn ich das so sehe, ärgere ich mich noch mehr darüber“, sagte Marvin Schwäbe, nachdem man ihm die Bilder zeigte. „Es ist vom Prinzip her irgendwie die Bewegung in Richtung wo der Ball liegt, wo er ist. Soll man sich die Arme abhacken?“

„Er kann die Bewegung vielleicht weglassen“

„Man sieht [in den Videobildern, Anm. d. Red.], dass der Spieler am Anfang keine Orientierung hat. Dann kommt diese Bewegung Richtung Ball. Und das sieht dann sehr unglücklich aus. Am Ende ist es für mich einfach zu klar gewesen“, sagte Aytekin. „Er kann die Bewegung vielleicht weglassen.“ Der Schiedsrichter betonte, dass für ihn das Handspiel eindeutig gewesen sei. Ganz so eindeutig schien die Aktion dann wohl doch nicht. „Wenn man sich die Lund-Szene mit dem Handelfmeter ansieht, dann muss man konstatieren, dass das eine ganz normale Bewegung ist. Der Spieler will den Ball einfach nach vorne rausführen, hat nach einem Einwurf im Getümmel keine Kontrolle über irgendetwas“, sagte Lukas Kwasniok. „Dann ist das wahrscheinlich nach den Maßstäben und der Superslomo am TV ein Elfmeter.“

„Man findet immer eine Argumentation“

Und genau da liegt wieder einmal ein Problem. In beiden Fällen war der Strafstoß vertretbar, aber eben kein Muss. „Bei den Elfmetern findet man immer eine Argumentation, warum man das pfeifen kann oder warum man das nicht pfeifen kann. Ich finde, man sollte die Diskussion führen, wann geht man tatsächlich rein und weist den Schiedsrichter darauf hin“, sagte Kölns Sportdirektor Thomas Kessler. „Wenn wir einen der besten Schiedsrichter Deutschlands auf dem Platz haben und der relativ gut steht bei beiden Situationen und der bewertet das aus dem Spiel so, dass das beides keine Elfmeter sind, dann sollte man vielleicht die Diskussion führen, wann es dann tatsächlich eine klare Fehlentscheidung ist“, so der Ex-Keeper weiter. „Wenn man sich beide Szenen anschaut, dann wird der Kölner heute auf der Couch sitzen und bei beiden sehen, dass es kein Elfmeter ist. Der Gladbacher wird sehen, dass es zwei klare Elfmeter sind. Das zeigt ja, dass es oft Kleinigkeiten sind, die entscheiden, ob man etwas pfeift oder nicht.“

Indirekt war Aytekin wohl ähnlicher Meinung. Denn der Schiedsrichter erklärte zum Handelfmeter: „Wenn wir ihn nicht geben, diskutieren wir umgekehrt“, sagte Aytekin. Demnach war der Strafstoß dann zumindest nicht ganz so unstrittig. Auch der FC bekam einen Elfmeter. Ragnar Ache war leicht geschubst worden. Luca Waldschmidt verwandelte sicher. Dieses Mal entschied Aytekin selbst und lag wohl wieder daneben. Zumindest sagte der Ref nach dem Spiel, dass es ein „harter Elfmeter“ gewesen sei und überraschte dann mit der Aussage, dass er ihn „bei einem 0:0 wohl nicht gegeben“ hätte. Kwasniok wurde unterdessen in Bezug auf den VAR auf der abschließenden Pressekonferenz recht deutlich: „Ich mag ihn nicht nur nicht, ich hasse ihn. Er verfälscht alles.“


Bittere Niederlage im Derby: Der 1. FC Köln verliert gegen Mönchengladbach 3:1

Kristoffer Lund erlebte nicht seinen besten Abend
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Bittere Niederlage im Derby: Der 1. FC Köln verliert gegen Mönchengladbach 3:1

Das erste Rheinische Derby nach dem Kölner Wiederaufstieg ist kein erfolgreiches für den FC: Der 1. FC Köln verliert gegen Borussia Mönchengladbach 3:1. In einer engen Partie entschied letztendlich die Chancenverwertung und die knappen Entscheidungen.

Mit viel Euphorie war der FC ins Rheinische Derby gegangen, erlitt in diesem aber einen Rückschlag: Der 1. FC Köln verliert gegen Borussia Mönchengladbach 3:1. Dabei war das Spiel ausgeglichen, letztendlich hatte Gladbach aber das bessere Ende für sich.

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Im Vergleich zum 4:1-Erfolg gegen den Hamburger SV vor einer Woche veränderte Lukas Kwasniok seine Startelf auf zwei Positionen: Linton Maina und Ragnar Ache, der gegen den HSV noch sein erstes Liga-Tor für die Geißböcke erzielt hatte, musste auf die Bank. Dafür rückten Marius Bülter und Shootingstar Said El Mala, der unter der Woche erstmals für die deutsche Nationalmannschaft nominiert wurde, in die Startformation. Die ersten Offensivbemühungen kamen jedoch von Gladbach. Schon nach drei Minuten forderten die Borussen Elfmeter nach einer Hereingabe im Strafraum, Eric Martels Arm war beim Block von Franck Honorats Pass aber klar angelegt. Nur eine Minute später war es erneut Honorat, dessen Schuss von rechts im Sechzehner geblockt wurde.

Erste FC-Chancen

Kurz darauf kam auch der FC das erste Mal gefährlich vors Tor. Denis Huseinbasic spielte einen schönen Pass aus dem Mittelfeld auf Isak Johannesson, der leitete mit dem ersten Kontakt auf Marius Bülter in den Strafraum weiter. Dessen Schuss aufs kurze Ecke konnte Keeper Moritz Nicolas jedoch zur Ecke blocken (10.). Kurz darauf war auch Schwäbe das erste Mal gefordert und parierte im Eins-gegen-Eins gegen Honorat, der frei durch war. Dieser hatte in der Entstehung im Laufduell jedoch Kristoffer Lund gefoult und war darum von Schiedsrichter Deniz Aytekin zurückgepfiffen worden (13.).

Etwas später kam es zur bis dahin größten Gladbacher Chance: Eine Halbfeldflanke von links von Philipp Sander rutschte bis zu Schwäbe durch, der gerade noch mit einem starken Reflex parieren konnte (16.). Zwei Minuten später kam dann mal wieder der FC und spielte sich über die rechte Seite durch, sodass El Mala zentral gut 20 Meter vor dem Tor zum Schuss kam. Dieser war jedoch kein Problem für Nicolas. Ähnlich war es kurz darauf bei einem Abschluss vom aufgerückten Joel Schmied von der Strafraumkante. Danach verlor das Spiel etwas an Fahrt. Die Geißböcke hatten mehr vom Spiel, während Gladbach aber kompakt verteidigte und nichts Gefährliches zu ließ.

Gladbacher Führung kurz vor der Pause

Stattdessen wurden die Fohlen vor der Pause stärker. So konnte Martel Honorat, der von rechts nach innen an Özkacar vorbeizog, gerade noch stoppen (39.). Kurz darauf verlor Köln den Ball am eigenen Strafraum, sodass Sander auf Rocco Reitz durchsteckte. Dessen Hereingabe konnte Schwäbe aber mit dem Fuß blocken, der Gladbacher stand davor auch im Abseits (41.). Nur zwei Minuten später forderte die Borussia erneut Elfmeter – und bekam ihn nach VAR-Check dieses Mal. Lund hatte Honorat im Strafraum umgecheckt, ohne Chance an den Ball zu kommen (43.), war aber auch von Joe Scally geschubst worden. Den anschließenden Elfmeter von Tabakovic in die linke Ecke hielt Schwäbe stark (45+1). Bei der folgenden Ecke gingen die Fohlen dann aber doch in Führung: Der FC bekam mehrmals den Ball nicht geklärt, sodass Sander mit einem Aufsetzer den Ball an mehreren Kölnern vorbei ins Tor schoss (45+3). So ging es für den FC mit einem Rückstand in die Pause.

In der zweiten Hälfte brachte Kwasniok darum frische Kräfte mit Ragnar Ache und Sebastian Sebulonsen für Florian Kainz und El Mala. Zuerst kamen aber wieder die Gladbacher: Schwäbe musste nach zwei Minute einen langen Ball auf Honorat weit vor seinem eigenen Tor abfangen. Das gelang ihm gerade so mit einer starken Grätsche. Im Anschluss kam Bülter nach einer Flanke zu einem Abschluss per Kopf, der aber drüber ging (48.). Eine weitere Hereingabe von Lund konnte Kevin Diks gerade noch zur Ecke klären (50.). Knapp zehn Minuten später forderten die Gladbacher dann das dritte Mal Elfmeter. Erneut Lund spielte nach einer Gladbacher Flanke den Ball mit der Hand, sodass Aytekin nach VAR-Überprüfung erneut auf Elfmeter entschied. Diks verwandelte platziert in die rechte Ecke, sodass Schwäbe nicht mehr entscheidend dran kam (61.).

3:0 nach schlimmen Ballverlust

Und kurz nach dem Wiederanstoß gab es für den FC direkt den nächsten Rückschlag. Nach einem Kölner Einwurf verlor Özkacar an der Mittellinie schwach den Ball an Honorat. Dieser trieb die Kugel nach vorne und legte im Strafraum quer auf Tabakovic, der nur noch einschieben musste (64.). Die sofortige Antwort gelang den Geißböcken nur fast: Kaminski traf vom Strafraumrand nur das Lattenkreuz. Auch Waldschmidts Versuch aus ähnlicher Position fand nicht den Weg ins Tor und wurde zur Ecke abgefälscht. Bei dieser kam Ache zentral frei zum Kopfball, konnte diesen aber nicht genug platzieren, sodass Nicholas zur Stelle war (68).

Die Partie wurde hitziger. So gab es Gelb für Ache, Sebulonsen und Diks nach einer kleinen Rudelbildung (74.). Köln warf jetzt mehr nach vorne, viele Chancen ergaben sich aber erstmal nicht. Ein satter Schuss von Huseinbasic von der Strafraumkante strich knapp über das Gladbacher Gehäuse (81.). Machinos Abschluss für die Borussia ging aus spitzem Winkel deutlicher drüber (84.). Kurz danach legte Ache nach einem langen Ball auf Waldschmidt ab. Der nahm die Ablage mit der Brust an und vollendete traumhaft in den Winkel – aber der Vorlagengeber stand zuvor im Abseits, sodass das Tor nicht zählte (88). Ein paar Minuten danach hatte Waldschmidt aber die große Chance für das 3:1: Ache wurde bei einer Flanke von Lukas Ullrich geschoben, daher gab es nun auch Strafstoß für den FC. Diesen verwandelt Waldschmidt souverän (90+2).

Letzte Kölner Offensivbemühungen vergebens

So kam bei den Geißböcken auf Grund von elf Minuten Nachspielzeit wieder etwas Hoffnung auf. Ein Kopfball von Bülter nach Sebulonsen-Flanke fand jedoch nicht den Weg ins Tor (90+8). Ebenfalls per Kopf verfehlte Ache am zweiten Pfosten den Anschlusstreffer nur knapp, nachdem Sebulonsen Schuss zuvor geblockt wurde (90+11). Und so blieb es bei der FC-Niederlage im Derby. Nun steht für beide Mannschaften erstmal die Länderspielpause an. Danach geht es für den 1. FC Köln in der Liga am Samstag, den 22. November, weiter. Dann ist im Topspiel um 18:30 Uhr Eintracht Frankfurt zu Gast im RheinEnergieSTADION.

1. FC Köln: Schwäbe – Özkacar (67. Waldschmidt), Martel, Schmied – Lund (67. Maina), Huseinbasic, Johannesson (80. Castro-Montes), Kaminski – Kainz (46. Ache) – El Mala (46. Sebulonsen), Bülter; Tore: Sander (45+2), Diks (62.), Tabakovic (64.), Waldschmidt (90+2); Gelbe Karten FC: Huseinbasic (2), Sebulonsen (4), Ache