1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #21 – Eine Menge Derby-Euphorie, aber auch eine neue Baustelle
Simon Hense
Der 1. FC Köln bietet viel Raum für Diskussionen, Meinungen und Kommentare. Grund genug, come-on-fc auch hörbar zu machen. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #21 – Eine Menge Derby-Euphorie, aber auch eine neue Baustelle
Im Podcast sprechen heute Simon Hense, Tim Schmermbeck und Matthias Wilhelm von „come-on-fc“ über die aktuellen Fragen zum FC. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast -Folge #21 – Eine Menge Derby-Euphorie, aber auch eine neue Baustelle
Podcast zum 1. FC Köln
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Alle zwei Wochen gibt es die geballte Ladung come-on-fc als Podcast. Denn bekanntlich lässt sich rund um den FC, das Geißbockheim und die Stadt viel diskutieren. Und genau da setzen wir an. 1948 – Der Podcast von come-on-fc bespricht die Themen rund um den FC möglichst aus verschiedenen Sichtweisen. Das wird nicht immer gelingen. Aber doch hoffentlich möglichst oft.
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Folge #21:
In Folge 21 gibt es natürlich wieder neue Themen rund um den FC: Das Derby ist gewonnen und René Wagner kann sich so erstmal etwas Luft verschaffen! Dabei musste seine Mannschaft aber bis zum Ende zittern, ehe der 2:1-Sieg perfekt war. Darum fragen sich Tim Schmermbeck, Matthias Wilhelm und Simon Hense, wie viel Fortschritt wirklich zu erkennen war und wie viel Glück vielleicht auch dabei war. Besonders in den Fokus gerät dabei Said El Mala. Der Youngster hat zwar den Siegtreffer erzielt, aber auch sehr viele Chancen liegen lassen und agierte teilweise zu eigensinnig. Aber kann man ihn dafür kritisieren, wenn er letztendlich das Spiel entscheidet? Außerdem diskutieren die drei über die Lösung, die Wagner für die Ausfälle von Thijs Dallinga und Ragnar Ache gefunden hat, sowie über die Probleme, die durch die schwerere Verletzung von Ellyes Skhiri nun neu entstehen. Zum Schluss arbeiten sie noch die Ausschreitungen während des Spiels auf und blicken auf das neue Sicherheitskonzepts. Dabei berichten Tim und Matthias, wie sie die Situation vor Ort im Stadion wahrgenommen haben. Und weil es immer und immer wieder Neuigkeiten und Diskussionspunkte gibt und man ohnehin niemals genug über den „Effzeh“ reden kann, hört einfach rein in „1948 – Der COME-ON-FC Podcast.“ Wir freuen uns, auf spannende und auch kontroverse Diskussionen und den Meinungsaustausch.
Die Antwort auf den fehlenden Zielstürmer beweist, dass er gar kein Zielstürmer ist
Simon Bartsch
Said El Mala wurde gegen Borussia Mönchengladbach zum Derbyhelden des 1. FC Köln. Dabei sollte der 20-Jährige eigentlich die Lücke im Sturmzentrum schließen. Doch ausgerechnet sein entscheidender Treffer zeigt, wo der Shootingstar seine größten Stärken hat – und warum René Wagner trotz des Erfolgs weiter nach einer Lösung suchen muss.
Nach den Ausfällen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache sucht der FC die passende Alternative. Die sollte Said El Mala gegen Gladbach sein. Und tatsächlich erzielte der 20-Jährige den entscheidenden Treffer. Nur eben aus einer Situation seiner Paradeposition.
Said El Mala jubelt nach seinem Treffer gegen Gladbach
Das wollte sich Said El Mala nun wirklich nicht nehmen lassen. Der Shootingstar der Geißböcke hatte gerade im El-Mala-Style die Gladbacher Hintermannschaft düpiert, war von der linken Seite ins Zentrum gezogen und hatte mit einem perfekten Schuss ins lange Eck das Derby entschieden. Der 20-Jährige lief zur Südkurve, versuchte es mit einer dann doch verunglückten artistischen Einlage und hielt sich dann den Finger an das linke Ohr. Nicht nur das, El Mala zeigte auch Richtung Gladbach und freute sich über sein Tor genau da, wo in der ersten Halbzeit Joe Scally zelebriert hatte – vor der Kölner Südkurve. „Das geht gar nicht. Das ist dann die Quittung dafür“, sagte der Torschütze später in den Katakomben. „Das macht man einfach nicht vor unseren Fans. Das ist nicht sportlich. Das gehört sich nicht.“ Die Quittung war also auch ein Gruß Richtung Fohlen.
Said El Mala als Mittelstürmer: Ist er die Lösung für den 1. FC Köln?
Das Tor wiederum war ein wichtiges Zeichen – an René Wagner. Der hatte seit dem Testspiel gegen Viktoria Köln wiederum ein besonderes Puzzle zu lösen. Thijs Dallinga und Ragnar Ache hatten sich bekanntlich im Duell gegen den Drittligisten verletzt. Und das klingt recht harmlos, angesichts der Schwere und der Folgen der Verletzungen. Vor allem Dallinga hat es ganz böse erwischt. Der Niederländer wird mit einem Kreuzbandriss lange ausfallen. Trotz der versprochenen Unterstützung von Thomas Kessler ist nicht gesichert, ob der geliehene Angreifer noch jemals für den FC auflaufen wird. Auch Ache fällt mehrere Wochen aus. Die Suche nach dem passenden Angreifer lief seitdem auf Hochtouren. Rein nach dem Ergebnis und eben Torschützen El Mala könnte man meinen, die Antwort auf die heiß diskutierten Frage sei gefunden.
Heiß diskutiert, weil man einen Zielstürmer der Marken Ache oder Dallinga im Kölner Angriff vergeblich sucht. Die naheliegendste Lösung erscheint Marius Bülter zu sein. Nur zeigen die Daten wie berichtet, dass der Spieler auf der Mittelstürmer-Position spielen kann, das macht den Routinier aber noch lange nicht zum Zielstürmer. Imad Rondic ist da schon eher vergleichbar. Allerdings ist der Bosnier bislang weit entfernt von Torgefahr, der Kernkompetenz eines Angreifers. Und so wählte Wagner für das Spiel gegen Gladbach den Ansatz mit El Mala in der Spitze – allerdings rotierten auch die Mitspieler mal in die vorderste Linie. Ein klassischer Zielstürmer stand nicht auf dem Feld, das hätte man angesichts der Startelf-Nominierung des flankenstarken Borna Sosa aber durchaus erwarten können. El Mala kam zwar auch in der Spitze zu seinen gefährlichen Abschlüssen, doch seine Qualität liegt auf dem linken Flügel.
Said El Mala auf links: Warum der Derbytreffer seine Stärken zeigt
Und das bewies er eben mit dem entscheidenden Treffer. Der Offensivspieler setzte sich vor seinem Tor einmal mehr auf der linken Seite durch, zog Höhe Sechzehner ins Zentrum und von dort mit einem starken Schuss ins lange Eck ab. Das war allerdings nur möglich, weil sowohl Mikey Moore als auch Bülter ebenfalls in die zentrale Position vorstießen und El Mala den Platz gaben, auf die linke Seite auszuweichen. Am Ende brachte es Tom Krauß auf den Punkt. „Das wie oder was ist mir scheißegal. Wir haben heute gewonnen und das ist das, was zählt“, sagte der Mittelfeldspieler. Das dürfte für den Moment gelten. Doch schon am Freitag steht das nächste Spiel an und auch dort steht René Wagner wieder vor dem nächsten Puzzle. Wenn El Mala am Ende wieder jubelt, muss an den Entscheidungen auch etwas richtig gewesen sein.
Der FC schafft einen sehr wichtigen Derbysieg – aber zu einem sehr hohen Preis
Simon Hense
Mit dem Sieg im Derby gegen Mönchengladbach hat der FC nach drei sieglosen Spielen wieder ein Erfolgserlebnis feiern können. Während das 2:1 gegen den Rivalen zurecht ausgiebig gefeiert wird und sehr wichtig für die Stimmung am Geißbockheim ist, bleibt doch auch ein Wermutstropfen beim 1. FC Köln: Ein wichtiger Sieg zu einem hohen Preis.
Sowohl für die Stimmung als für die Bewertung des Saisonstarts feierte der FC mit dem Derbysieg einen extrem wichtigen Erfolg. Allerdings haben die Geißböcke gleichzeitig vermutlich den nächsten Schlüsselspieler für längere Zeit verloren. Ellyes Skhiri wird den Kölnern lange fehlen.
Said El Mala und Marius Bülter bejubeln den Kölner Siegtreffer im Derby
Am Ende war es dann doch mal wieder eng geworden. Nach einer über weite Phasen starken zweiten FC-Halbzeit schnürte die Borussia die Geißböcke in den letzten Minuten nochmal hinten ein und drückte auf den Ausgleich. „Die letzten Minuten waren brutal“, merkte man auch Trainer René Wagner noch nach der Partie die Anspannung an. Aber sein Team hielt dem Druck stand. „Die Jungs haben sich in alles reingeschmissen. Wir haben jeden Ball verteidigt“, lobte der Coach. Dass das in den letzten Wochen nicht immer so erfolgreich war wie am Sonntagnachmittag, bemerkte Tom Krauß: „Nach dem Bremen-Spiel hatten wir das Thema, dass wir nicht mit allen Mann das Tor verteidigt haben. Heute haben wir es mit aller Macht gezogen. Und das ist das wichtige.“
Johannesson trifft nach einem Standard – Gladbach antworte
Über das gesamte Spiel hinweg gesehen ging der Sieg für die Kölner auch in Ordnung. Diese hatten nach ausgeglichenen ersten zehn Minuten langsam die Kontrolle übernommen und kamen durch Sebulonsen und gleich zweimal El Mala zu den ersten gefährlichen Aktionen. Die Geißböcke brauchten aber eine Situation, die eigentlich zu den FC-Schwächen gehört, um sich für diese Phase zu belohnen: ein Standard. Borna Sosas Freistoß klärte Isac Lidberg per Kopf zentral vor den Strafraum, von wo aus Johannesson den Ball direkt mit viel Gefühl ins Tor schweißte. Dass seine Mannschaft mal nach einem Standard treffen konnte und auch selber kein Tor auf diese Art kassierte, freute Wagner natürlich besonders: „Das ist wichtig für uns, weil wir da ein Thema hatten. Es ist brutal wichtig, in diesen Phasen auch mal Glück zu haben. Isak hat es in der Szene überragend gemacht.“
Weniger erfreut durfte der Coach darüber gewesen sein, dass sein Team dann aber erstmal wieder nachließ. „Wir haben nach dem 1:0 den Faden verloren, bekommen dann das 1:1, das völlig verdient war“, beschrieb Krauß die Minuten nach der Kölner Führung passend. Dabei wäre der Gegentreffer von Joe Scally nach Flanke von Lukas Ullrich definitiv vermeidbar gewesen. So verlängerte Jahmai Simpson-Pusey den Ball unglücklich und Ellyes Skhiri war im Anschluss zu weit weg vom Torschützen.
Ellyes Skhiri schwer verletzt: Der hohe Preis des Derbysiegs
Der Sechser stand dann kurz vor der Pause erneut im Mittelpunkt – beim großen Kölner Wermutstropfen der Partie. Bei einem Zweikampf mit Florian Neuhaus erwischte ihn der Gladbacher wuchtig mit seinem rechten Knie am Fuß. Dabei knickte der Tunesier sehr schmerzhaft weg, musste sogar mit einer Trage vom Platz gebracht werden. Ein längerer Ausfall war schon angesichts der Bilder wahrscheinlich. Am Sonntagabend gab der FC dann bekannt, dass sich der Routinier schwerer am Sprunggelenk verletzt hat und länger pausieren muss. Ein extrem hoher Preis für die Geißböcke, schließlich hatte der Mittelfeldspieler über die vergangenen Spiele nach seiner Rückkehr gezeigt, dass er sich zu dem Schlüsselspieler im Mittelfeld entwickeln kann, den die FC-Verantwortlichen sich von seiner Verpflichtung erhofft haben.
Umso bemerkenswerter war die Reaktion der Kölner nach der Pause. Denn ab dem Wiederanpfiff nahmen die Domstädter das Zepter in die Hand und drängten auf die Führung. So vergab El Mala in der 57. Minute die wohl größte Chance, als er einen katastrophalen Rückpass von Daiki Hashioka erlief, aber statt auf den freien Marius Bülter, der nur noch hätte einschieben müssen, lieber selbst den Abschluss suchte. Diesen konnte Jan Leszczynski gerade noch blocken. Aber der Kölner Youngster ließ sich davon nicht beirren. Und erzielte keine zehn Minuten später mit einem wunderschönen Schlenzer, nachdem er von rechts nach innen gezogen war, das zweite Kölner Traumtor der Partie. „Ich glaube mich zeichnet es auch aus, dass ich den Kopf nach so einer Chance nicht in den Sand stecke. Ich versuche, immer weiter zu machen, um meine Chance zu nutzen“, erklärte der 20-Jährige seine mentale Stärke selbst.
Said El Mala entscheidet das Derby – Wagner darf aufatmen
Kurz darauf hätte der Youngster sogar schon für die Vorentscheidung sorgen können, zielte im Strafraum bedrängt von Kevin Diks aber knapp vorbei. Und schonte damit nicht die Nerven seines Trainers. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit eine Phase, in der wir auf das dritte Tor gegangen sind, es aber nicht gemacht haben. Dann hätten wir weniger Stress gehabt“, meinte dieser. Am Ende konnte Wagner aber trotzdem zufrieden sein, weil seine Mannschaft dafür den knappen Vorsprung über die Zeit brachte.
Damit feiern die Kölner einen Sieg, der gerade für die Stimmung im FC-Umfeld sehr wichtig ist. Die Leistung im Derby dürfte die kritischen Stimmen gegenüber Wagner erstmal ruhiger werden lassen. Mit nun sieben Punkten aus fünf Spielen legten die Geißböcke schließlich insgesamt einen ordentlichen Start hin. Auch wenn die drei Punkte im Derby mit der Skhiri-Verletzung einen hohen Preis haben. „Es tut mir unglaublich Leid für Flacco“, dachte Krauß nach dem Spiel an seinen Teamkollegen. Und widmete ihm den Erfolg: „Deswegen ist der Sieg auch für Flacco!“
Ein Derby voller Fragezeichen – Der FC steht vor dem vorerst wichtigsten Spiel der Saison
Elias Schnaubelt
Am Sonntag kommt es im RheinEnergieStadion zum wahrscheinlich wichtigsten Spiel des Jahres aus Sicht des FC. Der Nachbar aus Gladbach ist zu Gast. Auf der Bank der Fohlen sitzt mit Alexander Blessin ein neuer Trainer, was einige offene Fragen bezüglich der Herangehensweise der Borussia lässt. Der 1. FC Köln steht vor dem wichtigen Derby.
Nachdem der Saisonstart der Fohlen auf allen Ebenen gründlich misslang, zogen die Verantwortlichen vor Beginn der Länderspielpause die Reißleine mit Eugen Polanski. Alexander Blessin übernahm daraufhin das Amt und hatte nun ganze drei Wochen Zeit, um seine Ideen in die Köpfe der Spieler zu transferieren. Dem FC gebührt nun die undankbare Aufgabe, der erste Gegner der neu formierten Borussia zu sein.
Somit fehlen etwaige Referenzwerte aus vorherigen Spielen. Vorbereiten kann man sich lediglich auf die Spielweise des FC St. Pauli aus den vergangenen beiden Spielzeiten, wo Blessin zuvor wirkte. Da dem neuen Cheftrainer jetzt allerdings ein Kader mit einer gänzlich anderen und unbestritten höheren Qualität zur Verfügung steht, könnte auch der gewählte sportliche Ansatz abweichen. Für René Wagner führte das zu dem Schluss, den Fokus anderweitig zu verlagern. „Wir schauen auf uns. Die Gladbacher haben einen neuen Trainer. Wir wissen jetzt auch nicht alles genau, was sie versuchen werden, aber wir sind auf alles vorbereitet.“
Ache und Dallinga fehlen: Wer stürmt für den 1. FC Köln?
Diese Vorbereitungen werden sicherlich auch die Erkenntnis zu Tage gebracht haben, dass Alexander Blessin ein herausragender Defensivcoach ist. Zur Überraschung aller stellte St. Pauli im ersten Bundesliga-Jahr hinter den Bayern die zweitbeste Defensive der Liga und ließ nur 41 Gegentore zu. Inwieweit der 53-Jährige diese Disziplin bereits in der neuen Mannschaft etablieren konnte, ist fraglich. Zwar verschaffte ihm die Länderspielpause viel Zeit, beraubte ihn aber gleichzeitig seiner wichtigsten Abwehrspieler. Jedoch kann man so oder so nicht mit Bestimmtheit sagen, worauf sich die Fohlen im Derby einstellen sollten, denn auch der FC ist in seiner Herangehensweise schwer berechenbar. Allerdings würden die Kölner darauf sicherlich gerne verzichten. Diese Unberechenbarkeit hängt nämlich monokausal mit den Ausfällen der beiden Stoßstürmer zusammen. Sowohl Ragnar Ache als auch Thijs Dallinga verletzten sich im Testspiel gegen Viktoria Köln und werden bis auf Weiteres ausfallen. „Jetzt müssen wir schauen, dass wir die beste Kombination finden an Spielern, die offensiv gefährlich werden können“, beschrieb René Wagner die ungewollte Herausforderung. „Wir haben mehrere Optionen im Kader. Wir haben Bülti, der eine Option sein kann, wir haben aber auch schon mit Said in der vordersten Reihe gespielt letztes Jahr.“
René Wagner vor dem Derby: Mehr als nur drei Punkte
Gerade die Option mit El Mala in vorderster Linie konnte bereits in der Vorsaison für ordentlich Wirbel sorgen. Das könnte den Domstädtern zu zusätzlicher Variabilität im Angriffsdrittel verhelfen. Schlussendlich würde dies auch den Fokus von einem klar definierten Abschlussspieler wegnehmen und auf mehrere Schultern verteilen. „Am Ende wollen wir Tore schießen, da ist es scheißegal, wer in der Box ankommt. Hauptsache am Ende macht einer die Tore“, bilanzierte René Wagner passend die Stürmerfrage.
„Wir wollen dieses Spiel gewinnen. Für die Stadt, für die Fans, aber auch für uns selber“, verkündete Wagner. Dass es hierbei um mehr als drei Punkte geht, muss niemandem im und um den Verein gesondert erklärt werden. So erhitzt viele Fangemüter nach dem Saisonstart bereits sind, so schnell dürfte ein Derbysieg sie vorerst wieder abkühlen. Die Aufgabe für den jungen Trainer muss es sein, die Fans wieder auf seine Seite zu ziehen. „Wir wollen, dass die Stadt am Sonntag aus dem Stadion geht und weiß, wir können heute einen Derbysieg feiern“, sagte der 38-Jährige. „Vollgas zum Derbysieg, und nichts anderes zählt für uns!“
Gladbach unter Alexander Blessin: Was erwartet den FC?
Die Motivation vor dem Rheinderby kann man den Domstädtern schwerlich absprechen. Jedoch sorgt der Trainerwechsel und die damit einhergehende Unberechenbarkeit der Gladbacher für Unsicherheit. Die Borussia steht am Ende der Tabelle, ohne einen einzigen Zähler auf dem Konto. Diese Erkenntnis mussten die Akteure drei Wochen mit sich herumtragen, ohne etwas an diesem Umstand ändern zu können. Mit dem neuen Trainer findet zudem ein regelrechter Neuanfang statt, der sowohl spielerischer als auch psychologischer Natur ist. Es bleiben große Fragen bestehen: Konnte Blessin die Frustration in Motivation umwandeln? Wie viel Handschrift wird sich am Sonntag bereits in der Abwehr der Borussia wiederfinden? Und vorneweg: Wie wird Gladbach im Rheinderby auflaufen? Die Antworten werden bis Sonntag ausbleiben, eine Prognose der Startelf darf aber natürlich trotzdem nicht fehlen.
So könnte Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln antreten:
Frust statt Vorfreude: Die Baustellen beim 1. FC Köln machen das Derby gegen Mönchengladbach zum Krisenduell
Andreas Breuer
Vier Punkte für den FC, null für die Borussia: Auf dem Papier hat der 1. FC Köln im Gegensatz zu Borussia Mönchengladbach einen soliden Saisonstart hingelegt. Doch von Derby-Euphorie ist bei beiden rheinischen Rivalen wenig zu spüren. Denn zahlreiche Baustellen trüben die Vorfreude auch beim 1. FC Köln: Das Derby wird für beide Clubs zur Zerreißprobe.
Unsichere Abwehr, mangelnde Chancenverwertung, personelle Probleme: Köln-Coach René Wagner hat im Krisenderby einige Probleme zu lösen.
Der 1. FC Köln hat vor dem Rheinischen Derby einige Problemzonen wie die Standardverteidigung
Wenn Derbys zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach anstehen, ist die Vorfreude eigentlich groß. Für die Fans sind es die wichtigsten Spiele der Saison – quasi die Schaumkrone auf dem Kölsch. Wer solch ein brisantes Traditionsduell gewinnt, hat erstmal etwas Ruhe und beim eigenen Anhang einen dicken Stein im Brett. Bei Niederlagen steht der Rhein allerdings in Flammen. Und genau dieser Druck ist im Vorfeld der Partie am Sonntagnachmittag in den Lagern beider Cubs zu spüren: Statt Schaumkrone ist derzeit eher Katerstimmung angesagt.
Gladbach am Tabellenende – doch auch beim FC herrscht Frust
Die Gladbacher befinden sich schon seit Saisonbeginn in der Krise: Null Punkte, 16 Gegentore und der letzte Tabellenplatz sprechen eine deutliche Sprache. So deutlich, dass Eugen Polanski den Trainerstuhl bei der Borussia bereits nach dem 3. Spieltag räumen musste. Seinen Platz hat Alexander Blessin eingenommen. Und man hat das Gefühl, dass der Trainerwechsel beim VfL zumindest einen verhaltenen Optimismus ausgelöst hat.
FC-Umfrage
Wer gewinnt?
Eintracht Frankfurt vs.
1. FC Köln
Frankfurt
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X
Remis
0 %
Köln
0 %
0 Stimmen
Davon ist beim 1. FC Köln zurzeit nichts zu spüren: Nach der guten Stimmung infolge des 3:2-Auftaktsieges gegen Hoffenheim hat man auch in der Domstadt längst „et ärme Dier“. Obwohl der FC mit vier Zählern grundsätzlich einen ordentlichen Saisonstart hingelegt hat, ist die Gemütslage bei der Anhängerschaft ähnlich bescheiden wie am Niederrhein. Und es gibt einige Gründe, warum das Derby zum Krisenduell wird.
Wacklige Defensive, fehlende Spielidee: Kölns Probleme vor dem Derby
Da wäre zum einen die Causa René Wagner. Der FC-Trainer hatte schon vor dieser Spielzeit bei zahlreichen Fans wenig Kredit – und der scheint nach den zuletzt recht erfolglosen Auftritten seiner Mannschaft gegen Werder und den HSV immer weiter aufgebraucht. Denn eine Spielidee ist beim 1. FC Köln weiterhin kaum erkennbar, die Defensive präsentiert sich nach wie vor wackelig. Und das Problem der vielen Gegentore nach Standards bekommt Wagner ebenfalls nicht in den Griff. Zusätzlich zeigen die Geißböcke offensiv zwar vielversprechende Ansätze, schlagen bisher aber viel zu wenig Kapital aus ihren Chancen. So sammelten die Geißböcke in den letzten beiden Partien statt (durchaus möglichen) vier bis sechs Punkten gerade mal einen Zähler.
Ausgerechnet die Offensive wurde beim Testspiel am vergangenen Samstag gegen Viktoria Köln auch noch empfindlich geschwächt. Mit Ragnar Ache und Thijs Dallinga verletzten sich nämlich beide Mittelstürmer des Effzeh. Ache fällt mit Muskelverletzung wohl mehrere Wochen aus. Bei dem am Kreuzband verletzten Dallinga ist nicht sicher, ob er in dieser Saison überhaupt noch einmal für die Domstädter auf dem Platz stehen kann. Ein schlechteres Timing konnte es für diese Hiobsbotschaften bei der ohnehin schon angespannten Stimmung kaum geben.
Ache und Dallinga fehlen: Wer soll gegen Gladbach die Tore schießen?
Denn nun hat Wagner, zusätzlich zum unsicheren Abwehrverhalten und der mangelnden Chancenverwertung, vor dem Derby im Sturmzentrum eine weitere Baustelle zu beackern. Als Lösung für den zentralen Angriff wäre neben Said El Mala, der auf dieser Position bereits in der vergangenen Saison zum Einsatz kam, auch Marius Bülter vorstellbar. Wer am Ende Tore macht, dürfte allen, die es mit dem 1. FC Köln halten, aber ohnehin ziemlich egal sein. Hauptsache, die Geißböcke geben nicht wieder den Aufbaugegner, wie es zuletzt beim HSV der Fall war. Denn bei einer Pleite im Krisenduell könnte aus einer getrübten Derby-Vorfreude beim rut-wießen Anhang schnell „Alarmstufe Rot“ werden.
1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #20 – Sechs Thesen zu den nächsten Wochen: Wie geht es weiter beim FC?
Simon Bartsch
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Im Podcast sprechen heute Simon Hense, Simon Bartsch und Matthias Wilhelm von „come-on-fc“ über die aktuellen Fragen zum FC. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast -Folge #20 – Sechs Thesen zu den nächsten Wochen: Wie geht es weiter beim FC?
Podcast zum 1. FC Köln
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Folge #20:
In Folge 20 gibt es natürlich wieder neue Themen rund um den FC: In der Länderspielpause wagen Simon Bartsch, Matthias Wilhelm und Simon Hense einen Ausblick auf die kommenden Wochen beim 1. FC Köln. Bekommt der Verein seine Standardschwäche in den Griff, wie sicher wird René Wagner im Sattel sitzen und wie viele Siege sind drin bis zur nächsten Länderspielpause im November? Außerdem schauen die drei sich die Konkurrenzsituation in der Innenverteidigung, im zentralen Mittelfeld und im Sturm an. Bei einigen Spielern sind sie sich sicher, dass diese ihren Stammplatz behalten werden – andere wiederum müssen sich dafür noch steigern.Und weil es immer und immer wieder Neuigkeiten und Diskussionspunkte gibt und man ohnehin niemals genug über den „Effzeh“ reden kann, hört einfach rein in „1948 – Der COME-ON-FC Podcast.“ Wir freuen uns, auf spannende und auch kontroverse Diskussionen und den Meinungsaustausch.
1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #6: Zwischen Kwasnioks Entlassung und Wagners ersten Tagen
Simon Bartsch
Der 1. FC Köln bietet viel Raum für Diskussionen, Meinungen und Kommentare. Grund genug, come-on-fc auch hörbar zu machen. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #6: Zwischen Kwasnioks Entlassung und Wagners ersten Tagen. Der Podcast zum 1. FC Köln.
Im Podcast sprechen Simon, Hendrik und Simon von „come-on-fc“ über die aktuellen Fragen zum FC. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #6: Zwischen Kwasnioks Entlassung und Wagners ersten Tagen.
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Folge #6:
In Folge Sechs gibt es natürlich vor allem ein beherrschendes Thema: Die Entlassung von Lukas Kwasniok nach dem Rheinderby. Und bei so einem großen Thema trifft es sich gut, dass es eine Premiere bei 1948 gibt: Neben der doppelten Simon-Kombi von der vorherigen Folge bestehend aus Simon Bartsch und Simon Hense gibt Hendrik Broschart aus dem come-on-fc-Team seine Premiere. Zusammen diskutieren sie, ob die Entlassung die richtige Entscheidung war, was sich Kwasniok (nicht) vorwerfen lassen muss und wie die Ernennung des vorherigen Co-Trainers René Wagner zu bewerten ist. Zum Schluss machen sie dann noch einen kleinen Abstecher in Richtung Nationalmannschaft, wieso sich Said El Mala wieder (nur?) bei der U21 zeigen darf. Und weil es immer und immer wieder Neuigkeiten und Diskussionspunkte gibt und man ohnehin niemals genug über den „Effzeh“ reden kann, hört einfach rein in „1948 – Der COME-ON-FC Podcast.“ Wir freuen uns, auf spannende und auch kontroverse Diskussionen und den Meinungsaustausch.
Liveticker zum Duell des 1. FC Köln gegen Gladbach: Martel vom Platz – FC in Unterzahl
Simon Bartsch
Am Samstagnachmittag empfängt der FC im rheinischen Derby die Gladbacher. Dann steht für die Geißböcke das 27. Bundesligaspiel auf dem Plan. Alle Informationen gibt es im Liveticker zum Duell zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach.
Nach dem 1:1-Unentschieden gegen den HSV am vergangenen Wochenende müssen die Geißböcke zu Hause gegen die Mannschaft von Eugen Polanski zeigen, was in ihnen steckt. Keine leichte Aufgabe für das Team von Lukas Kwasniok, denn der Erfolgsdruck ist hoch.
Herzlich Willkommen zum Liveticker des Bundesliga-Duells zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. Personell wird Coach Lukas Kwasniok wohl wenige Veränderungen im Vergleich zur Begegnung gegen den HSV vornehmen. Jahmai Simpson-Pusey fällt weiterhin gesperrt aus, Jan Thielmann und Denis Huseinbasic trainierten die Woche mit und sind wieder eine Kaderoption. Tom Krauß wird wohl in der Abwehr aushelfen und ermöglicht Jakub Kaminski den Einsatz auf seiner Position weiter vorne.
Gegen Gladbach stehen die Kölner vor einer schweren Aufgabe. Denn der Druck auf den Trainer und das Team ist enorm im Kampf um den Klassenerhalt. Das weiß auch Kwasniok, sieht in der Herausforderung allerdings das Positive. „Wir nehmen das Spiel als große Chance an, auf uns aufmerksam zu machen. So tickt meine Mannschaft. Wir sehen das Derby als Gelegenheit, hier einen Boost reinzubekommen“, so der Kölner Trainer. Für Kwasniok könnte der Ausgang der Partie zu einem entscheidenden werden. Denn seit Wochen wird über einen möglichen Trainerwechsel gemutmaßt. Drei Punkte aus dem Derby würden Kwasniok den Job zunächst wohl sichern, wie es bei einem Unentschieden, einer Niederlage oder einer schlechten Leistung der Mannschaft aussieht, ist bisher offen. Kwasniok plädierte auf der Pressekonferenz für eine langfristige Zusammenarbeit auch in schweren Zeiten und lobte die Vereinsführung für ihren Umgang mit der Situation.
„Ein Moment kann alles verändern“: Das ist die größte FC-Baustelle für das Rheinderby
Hendrik Broschart
Die Standardschwäche ist endlich abgelegt, doch vor dem Derby verweist FC-Trainer Lukas Kwasniok auf die nächste Baustelle: Fehlende Härte in den Duellen. Warum das Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach zur echten Härteprobe werden wird für den 1. FC Köln: „Bin total transparent“- Hier sieht Kwasniok eine große Schwäche seiner Mannschaft
Die Standardschwäche scheint überwunden, doch vor dem Derby rückt die nächste Problemzone in den Fokus. Warum das Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach zur echten Härteprobe für den 1. FC Köln wird und wo Kwasniok die größte Schwäche seiner Mannschaft ausmacht.
Viel wurde in den vergangenen Wochen darüber diskutiert, worin ein Ausweg heraus aus der Ergebniskrise führen könnte. Thema war immer wieder die Standardschwäche der Geißböcke, hinter das Coach Lukas Kwasniok spätestens nach dem vergangenen Spieltag gegen den HSV ein Häkchen setzten kann – zumindest vorerst. Vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach wies Kölns Trainer nun eigenhändig auf eine andere Schwäche im Spiel der Geißböcke hin: “Wenn wir in einer Sache zulegen können, dann ist es meiner Meinung nach in der Zweikampfführung, in Duellen.“ Er arbeite daran, seine Mannschaft auf ein zweikampfbetontes Spiel einzustellen: “Die Probleme bei den Standards haben wir egalisiert. Wir haben viele Abschlüsse. Aber, das habe ich den Jungs auch schon heute gesagt, in einem Derby wird es eben darauf ankommen, Duelle zu gewinnen”, und schob kryptisch hinterher: “Wenn ich sie nicht gewinnen kann, dann verliere ich sie zumindest nicht.”
Gladbach dominiert die Lüfte, Ragnar Ache aber auch
Und tatsächlich trifft der FC im Duell gegen Gladbach auf eine überdurchschnittlich zweikampfstarke Mannschaft. Die Elf von Eugen Polanski dominiert zusammen mit dem VfB Stuttgart den Luftraum: 54,4 Prozent der Zweikämpfe in der Luft gehen auf das Konto der Gladbacher, während der FC hier nur auf 51,7 Prozent kommt. Dennoch gehören die Domstädter in dieser Kategorie zu den sieben besten Mannschaften der Beletage. Maßgeblichen Anteil daran hat Kopfballmonster Ragnar Ache. Der Mittelstürmer befindet sich nach 26 Spieltagen unter den drei Bundesliga-Spielern mit den meisten gewonnenen Kopfballduellen. Mit 125 erfassten Duellen liegt er knapp hinter Luka Vuskovic vom HSV (128) und Willi Orban von RB Leipzig (132).
Neben Ache spielt im Duell Mano a Mano Eric Martel eine Schlüsselrolle. Der defensive Mittelfeldspieler ist der beste Zweikämpfer auf dem Platz. Im ligaweiten Vergleich schafft er es unter die Top 20 der Duellanten. Martel langt dabei gerne auch kräftig zu: Der 23-Jährige hat in der laufenden Spielzeit bereits 34 Fouls am Gegner begangen und belegt damit den sechsten Platz in dieser Kategorie. Und Martels Robustheit und harte Gangart ist es, die sein Coach für das Derby einfordert.
Einstimmen auf eine raue Begegnung
Im Hinspiel habe man spielerische Lösungen gegen die Elf vom Niederrhein herangezogen. Beim Rückspiel am Samstag werde nun ein anderer Wind wehen, meinte Kwasniok: “Wir haben im Hinspiel versucht, mit Huseinbasic, Johannesson und Kainz im Zentrum mit drei guten Fußballern zu agieren. Das geht zu Lasten der Konterabsicherung, weil die Spieler natürlich auch irgendwann den Ball verlieren”. Winterneuzugang Felipe Chávez muss sich demnach weiter für einen ersten Startelfeinsatz gedulden. Der talentierte Peruaner kam auch gegen die passiven Hamburger nur auf einen Kurzeinsatz. Das wird sich am nächsten Spieltag nicht ändern, schlussfolgerte Kwasniok: „Deshalb bringt man gute Fußballer oftmals erst hinten raus, wenn man ein Spiel nicht komplett dominieren kann, und arbeitet mit einer gewissen Physis, mit Körperlichkeit, mit Geschwindigkeit und Robustheit ein Spiel ab.“
Kwasniok: „Im Fußball kann ein Moment alles verändern“
Wer auch immer das Privileg haben wird, im 100. Rheinderby (Anpfiff 15.30 Uhr, Abrufbar im Liveticker auf come-on-fc.com) von Beginn an mit dem Geißbock auf der Brust auf dem Rasen zu stehen, der hat insbesondere eine Aufgabe zu erfüllen: “Es gilt einfach, dass die guten Fußballer, wie Felipe, Luca, Isak, Kuba und Said, auch in der Defensive voll dagegenhalten können. Und zwar immer.” Am vergangenen Spieltag gegen den HSV wäre dies den Kölnern um ein Haar um die Ohren geflogen: “Wenn man sich anschaut, wie der Eckball in Hamburg entstanden ist – der einzige Eckball von ihnen in der 94. Minute – dann verlieren wir auf unserer linken Seite ein Duell. Wir sind dann in der Mitte einen Tick zu spät und verlieren im Fünfer fast ein Duell. Daraus resultiert der einzige Eckball. Wir waren in den meisten Momenten voll da, aber im Fußball kann ein Moment alles verändern.”
Das 100. Rheinderby: Kuriose, legendäre Duelle und nun erneut ein Schicksalsspiel
Simon Bartsch
Für Lukas Kwasniok wird wohl ausgerechnet das 100. Bundesliga-Rheinderby zum Schicksalsspiel. Es ist aber nicht das erste Duell der beiden Rivalen, das über das Traineramt entscheidet. Zahlreiche kuriose Geschichten umwabern die Begegnung. Das sind die legendärsten Rheinderbys.
Zum 100. Mal stehen sich der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga gegenüber. Das Duell gab es schon deutlich öfter. Gleich mehrere Geschichten umgeben die Partie und einige Spiele sind einfach nur legendär.
Marcel Risse nach seinem Traumtor (Foto: Maja Hitij/GettyImages)
Saison 1965/66: Schon in den 50er Jahren lieferten sich die Teams packende Duelle in der Oberliga. In der Bundesliga standen sich die Rivalen dann erstmals in der Spielzeit 65/66 gegenüber. Auf dem Bökelberg gewannen die Kölner 3:2, nachdem Jupp Heynckes die Fohlen früh in Führung gebracht hatte. Kurios wurde es im Rückspiel. Die Borussia sah bereits wie der sichere Sieger aus. Doch Toni Regh hatte noch die letzte Pointe des Spiels auf dem Fuß. Der Abwehrspieler hatte sich in der Begegnung verletzt und da Auswechslungen noch nicht erlaubt waren, schleppte sich Regh nur noch über den Platz. Möglicherweise verloren die Borussen den Kölner auch deswegen kurz vor Spielende aus den Augen, als der Verteidiger den viel umjubelten 2:2-Ausgleich erzielte.
Fernduell um die Meisterschaft
23. Juni 1973: Es ist wohl die berühmteste Einwechslung im deutschen Fußball. Denn Günter Netzer nahm sie bekanntlich selbst vor. Das allerdings im Pokal und nicht in der Meisterschaft. Der Wechsel zu Real Madrid steht längst fest, eigentlich wollte Netzer sich gar nicht erst auf die Bank setzen, nicht mit zum Endspiel reisen. Seine Mitspieler überreden ihn. In der Verlängerung erklärt der spätere Weltmeister seinem Coach Hennes Weisweiler, dass er jetzt spielen werde. Vier Minuten später erzielt Netzer den entscheidenden Treffer.
1. Oktober 1977: Tabellarisch waren die Rivalen weit von einem Topspiel entfernt. Der Tabellenvierte aus Köln traf auf den Neunten. Doch mit dem FC kam der aktuelle Pokalsieger zum amtierenden Meister. Und die beiden sollten sich später, am letzten Spieltag, ein spannendes Fernduell um die Meisterschaft liefern. In Gladbach sorgten Dieter Prestin und Herbert Neumann für die Halbzeitführung. Zwar verkürzte Rainer Bonhof, doch erneut Prestin, Harald Konopka und Dieter Müller stellten auf 5:1 aus Sicht der Geißböcke. Der Treffer von Allan Rodenkam Simonsen hatte nicht mehr so wirklich viel Bedeutung. Der 5:2-Erfolg der Kölner schon. Nie wieder erzielte der FC in Gladbach fünf Tore. Aber noch viel wichtiger. Am Ende der Spielzeit nutzte den Fohlen ein 12:0-Erfolg über Dortmund nichts mehr im Titelkampf. Die Kölner setzten sich aufgrund der Tordifferenz im Rennen durch – die Differenz betrug drei Tore.
Kuriose Tore und Geschichten
31. Januar 1998: Gleich zwei Mal gleich Jörgen Pettersson die Führung durch Karsten Baumann und Dirk Schuster aus. Doch wieder einmal haben die Kölner in der Schlussphase die Antwort. Wieder trifft ein Toni. Dieses Mal Toni Polster und das mit dem Hintern. Der FC gewinnt das Derby 3:2. Das sollte aber kein gutes Omen für das Duell am Samstag sein. Denn trotz des Erfolgs stiegen die Kölner am Ende der Spielzeit bekanntlich ab.
5. Februar 2002: Die Geschichte kann man sich nicht besser ausdenken. Im Jahr vor dem Derby hatte Arie van Lent seine Schuhe für einen guten Zweck versteigert. Doch jener gute Zweck hatte aus Gladbacher Sicht eine ärgerliche Nebenwirkung. Denn der Niederländer wollte einfach nicht mehr so richtig treffen. Fast ein halbes Jahr wollte ihm am Bökelberg kein Treffer mehr gelingen. Der Fan, der die Schuhe ersteigert hatte, hatte eine Idee. Van Lent bekam ein Paket mit den alten Schuhen und dem Wunsch diese zu tragen. Der Stürmer tat wie geheißen und erzielte prompt einen Hattrick beim 4:0-Erfolg der Borussia.
31. Januar 2004: Wie es geht testete Lukas Podolski schon wenige Wochen zuvor in der A-Jugend. Dort traf der Stürmer gegen Gladbach. Nun spielte der 18-Jährige sein erstes Derby bei den Profis und war erneut erfolgreich. Der FC gewann 1:0.
19. Juli 2015: Sieben lange Jahre musste die Kölner Anhänger auf einen Derbysieg warten. Nun aber wurde die Begegnung zum Schicksalsspiel aus Gladbacher Sicht. Denn Anthony Modeste erzielte den einzigen Treffer und brachte den Fohlen so die fünfte Niederlage in Folge bei. Für Lucien Favre zu viel. Der Trainer trat nach dem Derby zurück.
Das Tor des Jahres
19. November 2016: In Gladbach hatten die Kölner acht Jahre nicht mehr gewonnen. Das sollte sich eine Woche nach dem Karnevalsbeginn ändern. Anthony Modeste gliche die Führung von Lars Stindl aus. Dann kam in der Nachspielzeit der große Auftritt von Marcel Risse. Der Schienenspieler platzierte in der Nachspielzeit einen Freistoß aus 25 Metern im gegnerischen Tor und avancierte zum Derbyhelden. Der Treffer wurde später zum Tor des Monats und anschließend zum Tor des Jahres gewählt.
11. März 2020: Eigentlich hätte die Begegnung bereits im Februar stattfinden sollen und wäre dann nicht zu einem bitteren Meilenstein geworden. Aufgrund einer Orkanwarnung wurde die Begegnung in den März verlegt. Doch auch dort fand sie nicht unter „regulären Bedingungen“ statt. Denn mittlerweile hatte das Corona-Virus viele Teile des öffentlichen Lebens lahm gelegt. Das Derby avancierte damit zum ersten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte. Der FC unterlag den Fohlen 1:2.