1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #6: Zwischen Kwasnioks Entlassung und Wagners ersten Tagen
Simon Bartsch
Der 1. FC Köln bietet viel Raum für Diskussionen, Meinungen und Kommentare. Grund genug, come-on-fc auch hörbar zu machen. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #6: Zwischen Kwasnioks Entlassung und Wagners ersten Tagen. Der Podcast zum 1. FC Köln.
Im Podcast sprechen Simon, Hendrik und Simon von „come-on-fc“ über die aktuellen Fragen zum FC. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #6: Zwischen Kwasnioks Entlassung und Wagners ersten Tagen.
Podcast zum 1. FC Köln
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Alle zwei Wochen gibt es die geballte Ladung come-on-fc als Podcast. Denn bekanntlich lässt sich rund um den FC, das Geißbockheim und die Stadt viel diskutieren. Und genau da setzen wir an. 1948 – Der Podcast von come-on-fc bespricht die Themen rund um den FC möglichst aus verschiedenen Sichtweisen. Das wird nicht immer gelingen. Aber doch hoffentlich möglichst oft.
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Folge #6:
In Folge Sechs gibt es natürlich vor allem ein beherrschendes Thema: Die Entlassung von Lukas Kwasniok nach dem Rheinderby. Und bei so einem großen Thema trifft es sich gut, dass es eine Premiere bei 1948 gibt: Neben der doppelten Simon-Kombi von der vorherigen Folge bestehend aus Simon Bartsch und Simon Hense gibt Hendrik Broschart aus dem come-on-fc-Team seine Premiere. Zusammen diskutieren sie, ob die Entlassung die richtige Entscheidung war, was sich Kwasniok (nicht) vorwerfen lassen muss und wie die Ernennung des vorherigen Co-Trainers René Wagner zu bewerten ist. Zum Schluss machen sie dann noch einen kleinen Abstecher in Richtung Nationalmannschaft, wieso sich Said El Mala wieder (nur?) bei der U21 zeigen darf. Und weil es immer und immer wieder Neuigkeiten und Diskussionspunkte gibt und man ohnehin niemals genug über den „Effzeh“ reden kann, hört einfach rein in „1948 – Der COME-ON-FC Podcast.“ Wir freuen uns, auf spannende und auch kontroverse Diskussionen und den Meinungsaustausch.
Liveticker zum Duell des 1. FC Köln gegen Gladbach: Martel vom Platz – FC in Unterzahl
Simon Bartsch
Am Samstagnachmittag empfängt der FC im rheinischen Derby die Gladbacher. Dann steht für die Geißböcke das 27. Bundesligaspiel auf dem Plan. Alle Informationen gibt es im Liveticker zum Duell zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach.
Nach dem 1:1-Unentschieden gegen den HSV am vergangenen Wochenende müssen die Geißböcke zu Hause gegen die Mannschaft von Eugen Polanski zeigen, was in ihnen steckt. Keine leichte Aufgabe für das Team von Lukas Kwasniok, denn der Erfolgsdruck ist hoch.
Herzlich Willkommen zum Liveticker des Bundesliga-Duells zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. Personell wird Coach Lukas Kwasniok wohl wenige Veränderungen im Vergleich zur Begegnung gegen den HSV vornehmen. Jahmai Simpson-Pusey fällt weiterhin gesperrt aus, Jan Thielmann und Denis Huseinbasic trainierten die Woche mit und sind wieder eine Kaderoption. Tom Krauß wird wohl in der Abwehr aushelfen und ermöglicht Jakub Kaminski den Einsatz auf seiner Position weiter vorne.
Gegen Gladbach stehen die Kölner vor einer schweren Aufgabe. Denn der Druck auf den Trainer und das Team ist enorm im Kampf um den Klassenerhalt. Das weiß auch Kwasniok, sieht in der Herausforderung allerdings das Positive. „Wir nehmen das Spiel als große Chance an, auf uns aufmerksam zu machen. So tickt meine Mannschaft. Wir sehen das Derby als Gelegenheit, hier einen Boost reinzubekommen“, so der Kölner Trainer. Für Kwasniok könnte der Ausgang der Partie zu einem entscheidenden werden. Denn seit Wochen wird über einen möglichen Trainerwechsel gemutmaßt. Drei Punkte aus dem Derby würden Kwasniok den Job zunächst wohl sichern, wie es bei einem Unentschieden, einer Niederlage oder einer schlechten Leistung der Mannschaft aussieht, ist bisher offen. Kwasniok plädierte auf der Pressekonferenz für eine langfristige Zusammenarbeit auch in schweren Zeiten und lobte die Vereinsführung für ihren Umgang mit der Situation.
„Ein Moment kann alles verändern“: Das ist die größte FC-Baustelle für das Rheinderby
Hendrik Broschart
Die Standardschwäche ist endlich abgelegt, doch vor dem Derby verweist FC-Trainer Lukas Kwasniok auf die nächste Baustelle: Fehlende Härte in den Duellen. Warum das Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach zur echten Härteprobe werden wird für den 1. FC Köln: „Bin total transparent“- Hier sieht Kwasniok eine große Schwäche seiner Mannschaft
Die Standardschwäche scheint überwunden, doch vor dem Derby rückt die nächste Problemzone in den Fokus. Warum das Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach zur echten Härteprobe für den 1. FC Köln wird und wo Kwasniok die größte Schwäche seiner Mannschaft ausmacht.
Viel wurde in den vergangenen Wochen darüber diskutiert, worin ein Ausweg heraus aus der Ergebniskrise führen könnte. Thema war immer wieder die Standardschwäche der Geißböcke, hinter das Coach Lukas Kwasniok spätestens nach dem vergangenen Spieltag gegen den HSV ein Häkchen setzten kann – zumindest vorerst. Vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach wies Kölns Trainer nun eigenhändig auf eine andere Schwäche im Spiel der Geißböcke hin: “Wenn wir in einer Sache zulegen können, dann ist es meiner Meinung nach in der Zweikampfführung, in Duellen.“ Er arbeite daran, seine Mannschaft auf ein zweikampfbetontes Spiel einzustellen: “Die Probleme bei den Standards haben wir egalisiert. Wir haben viele Abschlüsse. Aber, das habe ich den Jungs auch schon heute gesagt, in einem Derby wird es eben darauf ankommen, Duelle zu gewinnen”, und schob kryptisch hinterher: “Wenn ich sie nicht gewinnen kann, dann verliere ich sie zumindest nicht.”
Gladbach dominiert die Lüfte, Ragnar Ache aber auch
Und tatsächlich trifft der FC im Duell gegen Gladbach auf eine überdurchschnittlich zweikampfstarke Mannschaft. Die Elf von Eugen Polanski dominiert zusammen mit dem VfB Stuttgart den Luftraum: 54,4 Prozent der Zweikämpfe in der Luft gehen auf das Konto der Gladbacher, während der FC hier nur auf 51,7 Prozent kommt. Dennoch gehören die Domstädter in dieser Kategorie zu den sieben besten Mannschaften der Beletage. Maßgeblichen Anteil daran hat Kopfballmonster Ragnar Ache. Der Mittelstürmer befindet sich nach 26 Spieltagen unter den drei Bundesliga-Spielern mit den meisten gewonnenen Kopfballduellen. Mit 125 erfassten Duellen liegt er knapp hinter Luka Vuskovic vom HSV (128) und Willi Orban von RB Leipzig (132).
Neben Ache spielt im Duell Mano a Mano Eric Martel eine Schlüsselrolle. Der defensive Mittelfeldspieler ist der beste Zweikämpfer auf dem Platz. Im ligaweiten Vergleich schafft er es unter die Top 20 der Duellanten. Martel langt dabei gerne auch kräftig zu: Der 23-Jährige hat in der laufenden Spielzeit bereits 34 Fouls am Gegner begangen und belegt damit den sechsten Platz in dieser Kategorie. Und Martels Robustheit und harte Gangart ist es, die sein Coach für das Derby einfordert.
Einstimmen auf eine raue Begegnung
Im Hinspiel habe man spielerische Lösungen gegen die Elf vom Niederrhein herangezogen. Beim Rückspiel am Samstag werde nun ein anderer Wind wehen, meinte Kwasniok: “Wir haben im Hinspiel versucht, mit Huseinbasic, Johannesson und Kainz im Zentrum mit drei guten Fußballern zu agieren. Das geht zu Lasten der Konterabsicherung, weil die Spieler natürlich auch irgendwann den Ball verlieren”. Winterneuzugang Felipe Chávez muss sich demnach weiter für einen ersten Startelfeinsatz gedulden. Der talentierte Peruaner kam auch gegen die passiven Hamburger nur auf einen Kurzeinsatz. Das wird sich am nächsten Spieltag nicht ändern, schlussfolgerte Kwasniok: „Deshalb bringt man gute Fußballer oftmals erst hinten raus, wenn man ein Spiel nicht komplett dominieren kann, und arbeitet mit einer gewissen Physis, mit Körperlichkeit, mit Geschwindigkeit und Robustheit ein Spiel ab.“
Kwasniok: „Im Fußball kann ein Moment alles verändern“
Wer auch immer das Privileg haben wird, im 100. Rheinderby (Anpfiff 15.30 Uhr, Abrufbar im Liveticker auf come-on-fc.com) von Beginn an mit dem Geißbock auf der Brust auf dem Rasen zu stehen, der hat insbesondere eine Aufgabe zu erfüllen: “Es gilt einfach, dass die guten Fußballer, wie Felipe, Luca, Isak, Kuba und Said, auch in der Defensive voll dagegenhalten können. Und zwar immer.” Am vergangenen Spieltag gegen den HSV wäre dies den Kölnern um ein Haar um die Ohren geflogen: “Wenn man sich anschaut, wie der Eckball in Hamburg entstanden ist – der einzige Eckball von ihnen in der 94. Minute – dann verlieren wir auf unserer linken Seite ein Duell. Wir sind dann in der Mitte einen Tick zu spät und verlieren im Fünfer fast ein Duell. Daraus resultiert der einzige Eckball. Wir waren in den meisten Momenten voll da, aber im Fußball kann ein Moment alles verändern.”
Das 100. Rheinderby: Kuriose, legendäre Duelle und nun erneut ein Schicksalsspiel
Simon Bartsch
Für Lukas Kwasniok wird wohl ausgerechnet das 100. Bundesliga-Rheinderby zum Schicksalsspiel. Es ist aber nicht das erste Duell der beiden Rivalen, das über das Traineramt entscheidet. Zahlreiche kuriose Geschichten umwabern die Begegnung. Das sind die legendärsten Rheinderbys.
Zum 100. Mal stehen sich der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga gegenüber. Das Duell gab es schon deutlich öfter. Gleich mehrere Geschichten umgeben die Partie und einige Spiele sind einfach nur legendär.
Marcel Risse nach seinem Traumtor (Foto: Maja Hitij/GettyImages)
Saison 1965/66: Schon in den 50er Jahren lieferten sich die Teams packende Duelle in der Oberliga. In der Bundesliga standen sich die Rivalen dann erstmals in der Spielzeit 65/66 gegenüber. Auf dem Bökelberg gewannen die Kölner 3:2, nachdem Jupp Heynckes die Fohlen früh in Führung gebracht hatte. Kurios wurde es im Rückspiel. Die Borussia sah bereits wie der sichere Sieger aus. Doch Toni Regh hatte noch die letzte Pointe des Spiels auf dem Fuß. Der Abwehrspieler hatte sich in der Begegnung verletzt und da Auswechslungen noch nicht erlaubt waren, schleppte sich Regh nur noch über den Platz. Möglicherweise verloren die Borussen den Kölner auch deswegen kurz vor Spielende aus den Augen, als der Verteidiger den viel umjubelten 2:2-Ausgleich erzielte.
Fernduell um die Meisterschaft
23. Juni 1973: Es ist wohl die berühmteste Einwechslung im deutschen Fußball. Denn Günter Netzer nahm sie bekanntlich selbst vor. Das allerdings im Pokal und nicht in der Meisterschaft. Der Wechsel zu Real Madrid steht längst fest, eigentlich wollte Netzer sich gar nicht erst auf die Bank setzen, nicht mit zum Endspiel reisen. Seine Mitspieler überreden ihn. In der Verlängerung erklärt der spätere Weltmeister seinem Coach Hennes Weisweiler, dass er jetzt spielen werde. Vier Minuten später erzielt Netzer den entscheidenden Treffer.
1. Oktober 1977: Tabellarisch waren die Rivalen weit von einem Topspiel entfernt. Der Tabellenvierte aus Köln traf auf den Neunten. Doch mit dem FC kam der aktuelle Pokalsieger zum amtierenden Meister. Und die beiden sollten sich später, am letzten Spieltag, ein spannendes Fernduell um die Meisterschaft liefern. In Gladbach sorgten Dieter Prestin und Herbert Neumann für die Halbzeitführung. Zwar verkürzte Rainer Bonhof, doch erneut Prestin, Harald Konopka und Dieter Müller stellten auf 5:1 aus Sicht der Geißböcke. Der Treffer von Allan Rodenkam Simonsen hatte nicht mehr so wirklich viel Bedeutung. Der 5:2-Erfolg der Kölner schon. Nie wieder erzielte der FC in Gladbach fünf Tore. Aber noch viel wichtiger. Am Ende der Spielzeit nutzte den Fohlen ein 12:0-Erfolg über Dortmund nichts mehr im Titelkampf. Die Kölner setzten sich aufgrund der Tordifferenz im Rennen durch – die Differenz betrug drei Tore.
Kuriose Tore und Geschichten
31. Januar 1998: Gleich zwei Mal gleich Jörgen Pettersson die Führung durch Karsten Baumann und Dirk Schuster aus. Doch wieder einmal haben die Kölner in der Schlussphase die Antwort. Wieder trifft ein Toni. Dieses Mal Toni Polster und das mit dem Hintern. Der FC gewinnt das Derby 3:2. Das sollte aber kein gutes Omen für das Duell am Samstag sein. Denn trotz des Erfolgs stiegen die Kölner am Ende der Spielzeit bekanntlich ab.
5. Februar 2002: Die Geschichte kann man sich nicht besser ausdenken. Im Jahr vor dem Derby hatte Arie van Lent seine Schuhe für einen guten Zweck versteigert. Doch jener gute Zweck hatte aus Gladbacher Sicht eine ärgerliche Nebenwirkung. Denn der Niederländer wollte einfach nicht mehr so richtig treffen. Fast ein halbes Jahr wollte ihm am Bökelberg kein Treffer mehr gelingen. Der Fan, der die Schuhe ersteigert hatte, hatte eine Idee. Van Lent bekam ein Paket mit den alten Schuhen und dem Wunsch diese zu tragen. Der Stürmer tat wie geheißen und erzielte prompt einen Hattrick beim 4:0-Erfolg der Borussia.
31. Januar 2004: Wie es geht testete Lukas Podolski schon wenige Wochen zuvor in der A-Jugend. Dort traf der Stürmer gegen Gladbach. Nun spielte der 18-Jährige sein erstes Derby bei den Profis und war erneut erfolgreich. Der FC gewann 1:0.
19. Juli 2015: Sieben lange Jahre musste die Kölner Anhänger auf einen Derbysieg warten. Nun aber wurde die Begegnung zum Schicksalsspiel aus Gladbacher Sicht. Denn Anthony Modeste erzielte den einzigen Treffer und brachte den Fohlen so die fünfte Niederlage in Folge bei. Für Lucien Favre zu viel. Der Trainer trat nach dem Derby zurück.
Das Tor des Jahres
19. November 2016: In Gladbach hatten die Kölner acht Jahre nicht mehr gewonnen. Das sollte sich eine Woche nach dem Karnevalsbeginn ändern. Anthony Modeste gliche die Führung von Lars Stindl aus. Dann kam in der Nachspielzeit der große Auftritt von Marcel Risse. Der Schienenspieler platzierte in der Nachspielzeit einen Freistoß aus 25 Metern im gegnerischen Tor und avancierte zum Derbyhelden. Der Treffer wurde später zum Tor des Monats und anschließend zum Tor des Jahres gewählt.
11. März 2020: Eigentlich hätte die Begegnung bereits im Februar stattfinden sollen und wäre dann nicht zu einem bitteren Meilenstein geworden. Aufgrund einer Orkanwarnung wurde die Begegnung in den März verlegt. Doch auch dort fand sie nicht unter „regulären Bedingungen“ statt. Denn mittlerweile hatte das Corona-Virus viele Teile des öffentlichen Lebens lahm gelegt. Das Derby avancierte damit zum ersten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte. Der FC unterlag den Fohlen 1:2.
Said El Mala und der verloren gegangene Spaß am Dribbeln
Redaktion
Der Druck ist dieser Tage deutlich zu spüren am Geißbockheim. Vor allem vom Kölner Talent versprechen sich viele Anhänger eine gute Leistung gegen Gladbach. Dabei scheint dem 19-Jährigen die Leichtigkeit ein wenig abhanden gekommen zu sein beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok kritisiert Druck auf Said El Mala.
Geht es nach FC-Coach Lukas Kwasniok könnte der Kölner Angreifer weit bessere Leistungen abrufen – wäre da nicht der enorme Hype um das Talent. Das Interesse an seiner Person scheint Said El Mala zuzusetzen.
Lukas Kwasniok wechselt den entkräfteten Said El Mala aus
Es lief die 81. Minute, das zweite Bundesliga-Spiel der aktuellen Saison. Der 1. FC Köln hatte Ende August den SC Freiburg zu Gast und ein Kölner Talent hämmerte nach nur 13 Minuten auf dem Platz den Ball unter den Querbalken des gegnerischen Tors – 4:0. Der erste FC-Treffer von Said El Mala war der Beginn eines kometenhaften Bundesliga-Aufstiegs. In den folgenden 15 Begegnungen der Hinrunde traf der 19-Jährige sechs weitere Male und bereitete drei Treffer vor. Eine Leistung, die sich der Youngster wohl in seinen kühnsten Träumen so nicht hätte vorstellen können. Leistungen, die zwangsläufig auch zu einer Marktwertexplosion und dann auch einer Berufung für die deutsche A-Nationalmannschaft, vor allem aber zu einer Befriedigung einer großen Sehnsucht geführt haben. Der Sehnsucht nach einem Kölner Star, einer Identifikationsfigur.
Im Fokus der Öffentlichkeit
Zuletzt schien El Malas Leichtigkeit etwas verloren gegangen zu sein. Denn der sportliche Aufstieg ist nur die eine Seite der Medaille. Mit der El-Mala-Euphorie der Fans, die sogar einen eigenen Song für den Youngster kreierten, steigerte sich zwangsläufig auch das mediale Interesse – sei es bei der Berichterstattung oder eben auf Social Media. Ein Kölner Shootingstar war geboren und die Aufmerksamkeit sollte nicht nur im Kreis der Kölner Anhänger bleiben. Auch das nationale sowie internationale Interesse am Angreifer ließ nicht lange auf sich warten. Der Versuch, den Youngster zu schützen und keinen Hype loszutreten, ging nach hinten los und wäre ob der sportlichen Entwicklung des Spielers ohnehin nicht aufzuhalten gewesen.
In Köln reift ein Talent heran, das Träume weckt, ein Aushängeschild werden kann, den Spaß am Fußball transportiert und mit dem man sich identifizieren kann. So avancierte El Mala in rekordverdächtiger Geschwindigkeit zum aktuellen Star des 1. FC Köln, binnen kürzester Zeit stand der 19-Jährige komplett im Fokus der Öffentlichkeit. Für den jungen Akteur selbst sicherlich keine leichte Aufgabe, sicherlich ein hoher Druck, den in ihn gesetzten Erwartungen auch gerecht zu werden – doch auch eben nun mal Business.
Grenzen sind überschritten
Die Tragweite der Auswirkungen der Öffentlichkeit auf den Spieler sprach FC-Trainer Lukas Kwasniok am Donnerstag auf der Pressekonferenz an, nachdem es während der Woche Gerüchte um eine Zusage des Talents für einen Wechsel nach England gegeben hatte: „Ob das stimmt oder nicht, spielt gar keine Rolle, führt aber offensichtlich dazu, dass ein 19-jähriger Spieler, wo wir alle sagen ,Den müssen wir schützen` jetzt in dieser komischen sozialen Welt offensichtlich durchbeleidigt wird“, so Kwasniok. Grenzen seien überschritten und es sei traurig, dass demjenigen, der so etwas fahrlässig in die Welt setzt, keine Konsequenzen drohen.
Die Kritik am Transferjournalismus ist nachvollziehbar. Er basiert zwangsläufig auf Spekulationen, ist getrieben vom Verlangen nach Exklusivität und ja, auch von Aufrufzahlen und Auflagen. Er beruht aber meist auf Informationen, die die Journalisten von Beratern oder aus dem Umfeld der Spieler oder Vereine erfahren. Und er ist ganz sicher nicht dafür verantwortlich, dass ein Hype um einen Spieler entsteht. Es ist eben nicht die Frage nach Ei oder Huhn. Der Hype um Said El Mala ist in erster Linie durch die Leistungen des Spielers und der dadurch entfachten Euphorie bei den Fans entstanden. Allerdings ist durch die Berichterstattung sicherlich auch eine gewisse Erwartungshaltung und damit eben auch der Hype wiederum befeuert worden.
Kwasnioks Kritik
Kwasniok rang auf der Pressekonferenz vor dem Derby gegen Gladbach nach Worten und Fassung, wollte keine Brandrede halten, tat aber genau das. Es sei einfach pervers, was heutzutage mit 18-, 19-Jährigen passiere, was für einen Druck sie aushalten müssten. Und der Trainer holte noch weiter aus: „Ich glaube, dass wir ihnen irgendwann eins nehmen: Die Freude an dem, was sie am liebsten machen. Und das ist Fußball spielen“, so der 44-Jährige. „Am liebsten dribbelt Said – und wenn man sich das anschaut die letzten drei, vier, fünf Spiele – er arbeitet mehr, aber er dribbelt nicht mehr so viel. Da sind wir alle in der Verantwortung, dass wir ihm das ein bisschen genommen haben.“ Deutliche Worte des Coaches.
Nur ging dabei ein wenig unter, dass Kwasniok selbst, genauso wie der Bundestrainer die Arbeit nach hinten in den Fokus des Stürmers brachte. Zudem hatte der Trainer vor wenigen Wochen die gefühlte Leistungsdelle mit einer anderen El-Mala-Fokussierung des Gegners erklärt. Er habe es mittlerweile einfach schwerer, weil sich die Gegner auf ihn einstellen würden, war damals der Tenor. Am Wochenende wird der Youngster die Chance erhalten, mit seinen Dribblings für positive Schlagzeilen zu sorgen. Darüber wird berichtet werden – unabhängig der Wechselgerüchte, rein sportlich – im Positiven wie im Negativen.
Schicksalsspiel oder nicht? Unterschiedliche Wahrnehmung vor dem Derby
Simon Bartsch
Kurz vor dem Derby am kommenden Samstag steht Lukas Kwasniok mächtig unter Druck. Auf der Pressekonferenz vor Gladbach sprach der Coach über das „Narrativ“ des Schicksalsspiels und betonte die Kölner Stärke und den Zusammenhalt des Vereins. Gemeinsam werde man auch schlechte Zeiten überstehen beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok kämpft vor dem Derby um seinen Job
Das Derby gegen Gladbach hat am Wochenende besondere Brisanz. Denn für Lukas Kwasniok soll wohl ein Schicksalsspiel bevorstehen. Der Trainer selbst ist da anderer Auffassung und kämpft um seinen Job bei den Geißböcken.
Lukas Kwasniok beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen den Hamburger SV
Als Lukas Kwasniok vor etwas mehr als acht Monaten seinen Dienst beim 1. FC Köln antrat, da wollte sich der Coach nicht auf ein festes Saisonziel einlassen. Der Trainer setzte ein breites Grinsen auf und kündigte an, am Ende der Saison auf jeden Fall vor dem großen Rivalen aus Mönchengladbach stehen zu wollen. Eine Antwort, die den meisten Fans sicherlich gefiel. Acht Monate später könnte ausgerechnet die Mannschaft vom Niederrhein die Aussage bitterböse einholen. Denn auch wenn Lukas Kwasniok verständlicherweise eine andere Auffassung von dem bevorstehenden Spiel hat, es könnte das letzte für den 44-Jährigen als Trainer werden. Zumindest würde eine Freistellung nach einer ähnlich bitteren Bilanz den im Fußball üblichen Mechanismen entsprechen – wohlgemerkt nicht nur in Köln.
„Diese Ansage gab es nie“
Die Vorfreude auf das Derby, sicherlich eins der Highlights im Programm der Kölner Protagonisten, dürfte insofern zumindest ein wenig getrübt sein. „Ich glaube jede Aufgabe, jede Situation, die vor dir im Leben liegt, kannst du je nach Mindset unterschiedlich gewichten und bewerten und du kannst es natürlich als Problem wahrnehmen, hast Angst vor irgendwas, du kannst es wahrnehmen als Herausforderung“, sagte der Coach. „Du kannst es aber eben auch als Gelegenheit und Chance wahrnehmen und das ist halt ein Mindset von Leistungssportlern, die gewinnen wollen.“ Der Kölner Trainer will die aktuelle Situation also eher als Gelegenheit, als Chance sehen. Gut möglich, dass es seine letzte Chance ist. Schon vor einigen Wochen wurde kolportiert, dass dem Coach ein Ultimatum auferlegt worden sei.
Kwasniok müsse aus den Begegnungen gegen Dortmund, Hamburg und Gladbach mindestens vier Punkte holen hieß es. Bislang ist es einer, die Partie gegen die Fohlen steht noch aus. Allerdings soll es einen etwaigen Dialog gar nicht gegeben haben. „Also, ich habe die Frage vor drei Wochen, vor zwei Wochen und jetzt eine Woche später auch noch mal beantworten dürfen und es hat sich genauso wenig an dieser Konstellation geändert: Diese Ansage gab es nie“, sagte der Trainer deutlich. Kwasniok ergänzte, er wisse, worauf er sich beim 1. FC Köln eingelassen habe und wie schon in der vergangenen Woche hatte Kwasniok sich auch dieses Mal ein paar Worte zurecht gelegt, die seine Wahrnehmung der aktuellen Situation darstellen sollten.
Schlechte Bilanz
In der vergangenen Woche erklärte Kwasniok, dass die bisherigen Trainerwechsel bei den Vereinen stattgefunden hätten, die sich deutlich weiter oben in der Tabelle wähnten. Ein Punkt. Allerdings werden die Trainerentlassungen auch mit den sportlichen Leistungen zu tun gehabt haben. Nun deutete der 44-Jährige an, dass das vermeintliche Schicksalsspiel, der Druck ein aufgebauschtes Narrativ sei. Kwasniok erklärte, dass man es in Köln in den vergangenen Jahren immer mit Trainerwechseln in kritischen Situationen versucht habe, mit „der Unterstützung der Medien“. In Köln wolle man gemeinsam stark sein, so der Coach weiter. „Wir sind – glaube ich – sehr sehr gut aufgestellt, den Verein auch auf links drehen zu können, um einfach gewappnet für die Zukunft zu zu sein, denn jeder will arbeiten wie in Freiburg, festhalten, wenn es mal irgendwie schlecht läuft. Aber gleichzeitig versucht man über sehr viel medial Begleiterscheinung und Berichterstattung die Dinge doch zu konterkarieren.“
Kwasniok sei beeindruckt, wie die Vereinsführung mit „diesen Dingen“ umgehe. Die Zahlen haben allerdings wenig mit „Konterkarieren“ zu tun. Der FC hat aus den vergangenen 17 Spielen (also eine Partie gegen jeden Gegner der Liga) elf Punkte geholt, nur zwei Siege. Dass mit einer solchen Bilanz die Trainerfrage gestellt wird, ist wohl verständlich. Und das eher selten von den Medien. Vielmehr in den Sozialen Medien, in denen der Trainer nach den Kommentaren einen eher schweren Stand hat. Dass über die Situation aber diskutiert wird, ist auch dem Trainer klar. „Das liegt doch auf der Hand“, sagt Kwasniok. „Das Wichtige ist einfach die Emotionen, die es rund um den Verein gibt, sowohl positiv als auch negativ, dann eben auch aufkommen zuzulassen.“ Sie müssten aber eben sachlich analysiert werden.
Zur Analyse des Coachs gehörte dann wiederum eine weitere Einordnung: „Nach den ersten Spielen der Saison haben keine Daten dafür gesprochen, dass wir dauerhaft dort oben bleiben würden. Jetzt sagen die Daten aber auch, dass wir in der Rückrunde eigentlich besser sind als in der Hinrunde“, sagte Kwasniok. Damals habe der FC überperformt, nun würde man nach den Ergebnissen unterperformen. An der Einstellung der Mannschaft liegt es laut Coach nicht. “Die Jungs hauen sich rein, geben ihr letztes Hemd“, so Kwasniok. „Und ich hoffe und glaube, dass man spürt, dass der Trainer auch alles tut für die Möglichkeit, dauerhaft Trainer beim 1. FC Köln bleiben zu können. Dass ich darum kämpfe, dass ich alles dafür tue.“
Mehr als Fußball: Das Derby des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach wird zur politischen Bühne
Hendrik Broschart
Vor dem Hochrisikospiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Samstag droht der andauernde Konflikt zwischen Verbänden, Vereinen und politischen Akteuren bezüglich der Sicherheit in Fußballstadien zu eskalieren. 1. FC Köln: Das Derby wird zur politischen Bühne
Das Derby im RheinEnergieStadion wird zur politischen Bühne. Innenminister erhöhen den Druck auf DFB und DFL, während der 1. FC Köln deutliche Kritik übt. Im Streit um Stadionverbote und Sicherheitskonzepte steht eine richtungsweisende Woche bevor.
Im Spiel gegen den Hamburger SV zündelten FC-Anhänger im Gästeblock. (Foto: Stuart Franklin/Getty Images)
Das Derby am kommenden Samstag im RheinEnergieStadion ist sportlich wie kulturell ohnehin aufgeladen. Die jüngsten Entwicklungen rund um Sicherheitsmaßnahmen verleihen der Partie nun zusätzliche politische Sprengkraft. Auslöser ist der anhaltende Streit zwischen Politik und Verbänden über die Neuausrichtung der Stadionverbots-Kommissionen. Die Innenministerkonferenz hatte den Verbänden im Dezember zunächst lediglich den Auftrag zur Überarbeitung dieser Gremien erteilt. Weitere diskutierte Maßnahmen, darunter personalisierte Tickets, Blocksperren für Auswärtsfans oder ein Drei-Stufen-Plan, wurden vorerst zurückgestellt. In einem Interview mit dem „Kicker“ machten Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul und Sachsens Innenminister Armin Schuster ihrem Unmut über die schleppenden Fortschritte Luft und drohten offen mit Konsequenzen.
NRW-Innenminister Reul: „Stehen im Grunde bei Null“
Deutlich wurde vor allem Reul, der mit scharfen Worten Kritik übte. Viele der ursprünglich diskutierten Vorschläge seien „verwässert worden“, übrig geblieben sei lediglich ein Kompromiss zu Stadionverboten. Selbst dieser sei aus seiner Sicht unzureichend. „Da werde ich stinksauer“, sagte Reul. Sollten die Verbände weiterhin zögern, stelle dies ihre Glaubwürdigkeit infrage. Man werde dann auch wieder über Maßnahmen aus dem ursprünglichen Katalog nachdenken, etwa über eine Beteiligung der Vereine an Polizeikosten. Sein Fazit fällt ernüchternd aus: „Mein letzter Stand ist, dass wir im Grunde wieder bei Null stehen.“ Das könne insbesondere Forderungen nach einer stärkeren finanziellen Beteiligung der Klubs neuen Auftrieb verleihen.
Kölner Klubführung widerspricht deutlich
Kritik an diesem Kurs kommt vom 1. FC Köln. Geschäftsführer Philipp Türoff widersprach den Aussagen der Innenminister ebenfalls im „Kicker“ entschieden. Pauschale Drohungen, etwa mit der Umlage von Polizeikosten oder verweigerten Genehmigungen, seien „nicht zielführend“. Vielmehr gefährdeten solche Äußerungen die Zusammenarbeit zwischen Klubs und Behörden. „Sie stellen nachweisbar keinen wirksamen Hebel für mehr Sicherheit dar, sondern riskieren, die partnerschaftliche Zusammenarbeit zu untergraben.“
Unterdessen verdichten sich die Gespräche. Nach Informationen der „Sportschau“ haben DFB und DFL sämtliche Profiklubs sowie Vereine aus den Frauen-Bundesligen kurzfristig zu einer Konferenz eingeladen. Dort soll der aktuelle Stand der Verhandlungen mit der Politik erörtert werden. Einen Tag später tagt auf Norderney die Sportministerkonferenz, bei der das Thema Stadionsicherheit im Mittelpunkt steht, insbesondere der Umgang mit Stadionverboten. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Frage nach der künftigen Struktur. DFB und DFL plädieren für überregionale Instanzen, die anstelle der bisherigen lokalen Kommissionen agieren sollen.
Wegweisende Woche für Vereine und Verbände
Türoff positioniert sich in dieser Debatte klar für den Erhalt der bestehenden Lösungen. In Köln setze man auf enge Zusammenarbeit mit Polizei, Sicherheitspartnern und Fanorganisationen. Dieses Modell habe sich bewährt. „Sicherheit im Stadion ist eine lokale Aufgabe“, betont Türoff. Sie erfordere Ortskenntnis und Fingerspitzengefühl, das eine zentrale Instanz kaum leisten könne. DFB und DFL halten dagegen an ihrem Ziel fest, bundesweit einheitliche Standards zu schaffen. Gleichzeitig betonen sie, dass die grundsätzliche Rolle lokaler Kommissionen erhalten bleiben soll.
Auf das Duell zwischen Köln und Gladbach, das direkt unter dem Eindruck der Sportministerkonferenz stattfinden wird, werden vor dem Hintergrund der Diskussionen noch mehr Augen gerichtet sein als ohnehin schon. Das Derby liefert somit nicht nur sportliche Brisanz, sondern auch eine Momentaufnahme eines zunehmend verhärteten Konflikts.
Krauß, Thielmann oder Neumann – wer wird der Aushilfs-Rechtsverteidiger?
Simon Bartsch
Zuletzt machte Tom Krauß seine Sache auf der rechten Verteidigerposition gut. Doch der 24-Jährige ist eigentlich im Zentrum gesetzt. Nun gibt es mit Jan Thielmann eventuell eine andere Option für den 1. FC Köln: Wer übernimmt den rechten Verteidiger im Derby?
Vor dem Derby gegen Gladbach hat sich die Personalsituation ein wenig entspannt. Unter anderem kehrt Jan Thielmann wieder zurück und könnte vielleicht sogar zu einer Option für die Startelf werden.
Jan Thielmann vom 1. FC Köln (Foto: Lars Baron / Getty Images)
Nach wie vor ist der FC in Sachen Verletzungen und Sperren beachtlich gebeutelt. Immerhin gab es am Dienstagnachmittag ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Denn mit Denis Huseinbasic und Jan Thielmann kehren gleich zwei FC-Profis nach ihren Verletzungen wieder zurück. Gerade Zweiterer könnte auch relativ schnell wieder zu einer ernsten Option werden. Denn die Kölner haben nach wie vor Not auf der rechten Verteidigerposition. Sebastian Sebulonsen war bekanntlich schon am vergangenen Wochenende wieder einsatzbereit, holte sich aber gegen den HSV eine ziemlich unnötige Gelbe Karte ab und fehlt damit im Derby. Da Alessio Castro-Montes aufgrund seiner muskulären Probleme ebenfalls noch keine Rolle spielt, sind die beiden nominellen Rechtsverteidiger weiterhin raus.
Kehrt Krauß zurück ins Zentrum?
Zuletzt spielte bekanntlich Tom Krauß auf der Position des Rechtsverteidigers und machte seine Sache in der Viererkette eigentlich gut. Doch der gebürtige Leipziger ist bekanntlich eigentlich auf der Sechs zu Hause und lieferte im Kölner Zentrum eben auch starke Leistungen ab. Im Jahr 2026 war Krauß über weite Strecken der beste Defensivspieler der Geißböcke – und das eben im zentralen Mittelfeld. Das auch, weil der 24-Jährige in der Zentrale als Leader voranging, die Mannschaft anpeitschte, ein Beispiel für Leidenschaft und Willen war. Eine Art, die wohl gerade zum Derby passen könnte. Da Isak Johannesson nach wie vor seine Form sucht, wäre Krauß sicher auch wieder eine Option fürs Zentrum. Dass Lukas Kwasniok dort auf Denis Huseinbasic zurückgreift, scheint dagegen eher unwahrscheinlich.
Und so könnte Jan Thielmann wieder eine Option auf der Rechtsverteidiger-Position werden. Eine Position, die der 23-Jährige schon des Öfteren gespielt hat, mit der der Vize-U21-Europameister aber nie so richtig warm wurde. Zur Erinnerung: Auch unter Timo Schultz und Gerhard Struber musste Thielmann immer wieder als Rechtsverteidiger aushelfen, eine überragende Begegnung war auf dieser Position selten dabei. Wohler fühlte sich Thielmann dabei, wenn mit einer Dreierkette gespielt wurde und der Föhrener mehr Offensiv-Optionen hatte. Eine weitere Option, wenn auch unwahrscheinlich, wäre dann wiederum Cenny Neumann. Der Youngster bekam gegen Borussia Dortmund seine ersten Minuten bei den Profis. Gegen Gladbach sollte der 19-Jährige wohl wieder im Kader stehen.
Zu einem Einsatz von Beginn an wird es vermutlich nicht kommen. Genauso wenig, dass Kwasniok wieder auf Jakub Kaminski auf der rechten Defensiv-Schiene zurückgreift.
Trotz Derby-Niederlage: Es gab positive und negative Erkenntnisse beim 1. FC Köln
Simon Bartsch
Das 1:3 im Rheinischen Derby war bitter und schmerzhaft. Allerdings spiegelte das Ergebnis die Leistung nicht wider. Denn die Geißböcke waren sicher nicht das schlechtere Team. Im Gegenteil: Einige Dinge liefen sehr gut beim 1. FC Köln: Diese Lehren kann der FC aus der Derby-Pleite ziehen.
Der FC musste eine bittere Niederlage hinnehmen, allerdings spiegelt das Ergebnis den Spielverlauf nicht so wirklich wieder. Denn spielerisch war das gar nicht schlecht vom 1. FC Köln: Diese Lehren kann der FC aus der Derby-Pleite ziehen.
Kristoffer Lund im Duell gegen Borussia Mönchengladbach (Foto: Christof Koepsel/GettyImages)
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Wie schnelllebig der Fußball ist und wie nah Freud und Leid beieinander liegen, durften die Kölner innerhalb von einer Woche feststellen und verdeutlichten vor allem die Worte von Lukas Kwasniok. Erklärte der Kölner Coach nach dem Duell gegen den Hamburger SV noch, dass die Dramaturgie des Spiels zu Kölner Gunsten ausgefallen sei, so betonte der 44-Jährige am Samstagabend, dass eben jene Dramaturgie nun eben gegen den FC ausgeschlagen sei. Tatsächlich beschreiben Kwasnioks Worte sehr gut, wie knapp diese beiden Begegnungen dann tatsächlich auch waren, und dass in beiden Fällen Schiedsrichterentscheidungen den Ausschlag gegeben haben. Wie die beiden Platzverweise gegen die Rothosen am neunten Spieltag, waren wohl auch die Strafstöße gegen Köln am zehnten Kann-Entscheidungen.
„Niederlagen mit Anstand akzeptieren“
Beide Elfmeter sind in anderen Spielen ähnlich schon gegeben worden, eine klare Fehlentscheidung lag indes aber nicht vor. Der Eingriff des Video-Assistenten war also fraglich. Zwar sagte Kwasniok, er hasse den VAR, gleichzeitig schlug der Trainer aber ob der vermeintlichen Fehlentscheidungen nicht wild um sich. Viel mehr sagte der Coach, man solle „Siege mit Stotz feiern, Niederlagen aber mit Anstand akzeptieren.“ Das tat Kwasniok und es dürfte ihm nicht schwer gefallen sein. Denn so schlecht das Ergebnis aus Kölner Sicht in einem Derby auch sein konnte, spiegelt sich der Spielablauf darin eben nicht wieder. Schon im Vorfeld war darüber gesprochen worden, dass der FC erstmals seit langer Zeit nicht als Außenseiter an den Niederrhein reisen würde. Das bestätigte sich im Borussia-Park. Der FC bekam freundlicherweise den Ball übergeben und suchte auch nahezu über die komplette Spielzeit den Weg nach vorne.
Die Kölner kamen auf 60 Prozent Ballbesitz, auf 17 zu sieben Torschüsse, sechs zu zwei Ecken und zu einer massiven optischen Überlegenheit. Der FC wurde in dieser Begegnung seiner Favoritenrolle durchaus gerecht, auch wenn die Anzeigetafel am Ende eine andere Wahrheit sprach. Das hatte durchaus Gründe. So zum Beispiel die „externen Faktoren“, die anders als noch gegen den HSV dieses Mal tatsächlich gegen den FC sprachen – abgesehen von dem Elfmeter für Ragnar Ache, der wiederum einem Videobeweis nicht zwingend hätte Stand halten müssen. Des weiteren fehlten dem FC im Schlussdrittel die entscheidenden Ideen. „Insgesamt müssen wir mit dem Ballbesitz ein Stück weit besser umgehen“, sagte FC-Keeper Marvin Schwäbe. Symptomatisch war eben, dass das 1:3 durch den ersten Kölner Elfmeter in dieser Saison erzielt wurde.
„Leider haben wir hier und da eingeladen“
Durch die taktische Umstellung nach dem Wechsel bekam der FC deutlich mehr Zug zum Tor, schraubte den xGoals-Wert von 0,1 auf mehr als zwei in die Höhe. Es fehlte allerdings auch die Effizienz, die die Kölner in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hat. „Der Plan ist für Gladbach heute aufgegangen, weil wir es nicht geschafft haben, uns viele Chancen zu kreieren. Wir hatten uns vorgenommen, dominanter zu sein und uns besser durchzuspielen. Das ist uns nicht gelungen“, sagte Thomas Kessler. Und dann war da eben noch die Anfälligkeit bei Kontern, die dem FC letztlich das Genick brach und das auch durch individuelle Fehler. „Wir haben uns Konter gefangen, was Gladbach ins Spiel gebracht hat. Ich glaube, ansonsten wäre es für uns in die richtige Richtung gegangen. Leider haben wir sie hier und da ein bisschen eingeladen“, sagte Marvin Schwäbe.
„Ich fand, dass wir nicht die schlechtere Mannschaft waren. Es ist lange, lange her, dass der FC nach Mönchengladbach gefahren ist und die Borussia uns den Ball gegeben hat, hinten gestanden hat und gar nichts machen wollte“, sagte Thomas Kessler. Und Lukas Kwasniok ergänzte, dass sich die Mannschaft genau das in den vergangenen Wochen erarbeitet habe und man darauf stolz sein könne. Aktuell vielleicht ein schwacher Trost, zumindest aber eine gute Erkenntnis. Kwasniok kündigte an, jetzt auch den „nächsten Entwicklungstep“ gehen zu wollen. Der wird wohl auch nötig sein. Denn der Mangel an kreierten Ideen erinnerte dann doch an Spiele der Vorsaison, als der FC trotz Dominanz kein durchschlagendes Element fand.
So lange es einen Spielraum gibt, wird es auch keine klare Fehlentscheidungen geben – Kommentar zum VAR
Simon Bartsch
Nach der 1:3-Niederlage der Geißböcke gegen Gladbach wird hauptsächlich über den VAR diskutiert. Und damit stellt sich wieder einmal die Frage, ab wann eine klare Fehlentscheidung vorliegt. Zumindest bei Regeln mit Handlungsspielraum wird das nie der Fall sein. Kommentar zum VAR im Rheinischen Derby.
Und wieder wird nach dem Rheinischen Derby über den Video-Assistenten diskutiert. Das wird auch so bleiben. Denn das Regelwerk lässt eindeutige Fehlentscheidungen nur in manchen Fällen zu. Es muss über eine Veränderung nachgedacht werden. Kommentar zum VAR im Rheinischen Derby.
Wieder Diskussionen über den Videoassistenten
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Nach der bitteren 1:3-Niederlage im Rheinischen Derby eröffnete Lukas Kwasniok die Pressekonferenz mit den Worten, dass es das Wichtigste sei „Siege mit Stolz zu feiern und Niederlagen mit Anstand zu akzeptieren“. Es wirkte ein wenig so, als wolle der Trainer gar nicht mehr über das leidige Thema VAR reden, als wäre er müde, darüber zu sprechen. Doch die Aussage enthielt vielleicht dann doch schon eine kleine Tendenz, die der Kölner Coach später doch deutlich aussprach. „Ich hasse den VAR“, sagte Kwasniok und wird damit einigen Fans, an diesem Abend wohl vorwiegend FC-Anhängern, aus der Seele gesprochen haben. Natürlich haben auch die Kölner in der Vergangenheit schon vom Video-Assistenten profitiert, vermutlich gleichen sich die Entscheidungen nach Ansicht der Videobilder im Laufe einer Saison aus. Und doch ist der Frust nach dem 1:3 mehr als verständlich.
Schwammige Regelauslegung
Der FC kassierte zwei Elfmeter, beide vom gleichen Unglücksraben verursacht und beide hatten ein Tor zur Folge – wenn auch das erste über Umwege. Unterm Strich lagen die Kölner aufgrund der Strafstöße 0:2 im Borussia-Park zurück und der Weg zu einem erfolgreichen Rheinischen Derby war für den FC viel zu weit. Dass nach der Pleite also wieder einmal über den VAR diskutiert wird, ist ärgerlich, frustrierend, aber auch Erkenntnis bringend. Als das Mittel in der Saison 2017/2018 eingeführt wurde, war der Begriff „Videobeweis“ noch in vieler Munde. Eine irreführende Wortwahl. Denn ein Beweis kann nur erbracht werden, wenn die Regelauslegung so klar definiert ist, dass man einen Fehler nachweisen kann. Insofern ist der Begriff Video-Assistent wohl deutlich passender.
Der Assistent soll eben eingreifend assistieren, wenn eine „klare und offensichtliche Fehlentscheidung“ vorliegt, so das Regelwerk. Und genau in diesem Regelwerk steht aber schon ein Nebensatz, der die ganze Thematik so schwierig und ärgerlich macht. Voraussetzung für ein Eingreifen sei es, wenn nach „Einschätzung“ des Assistenten jene Fehlentscheidung vorliege. Die genaue Definition dieses Begriffes wird mit „Interpretation eines Sachverhaltes“ angegeben. Also Begriffe, die einen Handlungsspielraum beinhalten. Und genau in diesem Moment muss die Frage erlaubt sein, ob in gewissen Fällen denn jemals eine klare Fehlentscheidung vorliegen kann. Ab wann ist ein Foul ein rotwürdiges Foul? Welche in diesen Fällen oft herangezogene „Dynamik“ entscheidet denn über die Farbe der Karte?
Situationen bleiben strittig
Ab wann ist die Handbewegung natürlich, ab wann nicht? Während die Kölner Vertreter am Samstagabend Kristoffer Lund eine natürliche Handbewegung bescheinigten, sprach Deniz Aytekin davon, dass es ein klares Handspiel gewesen sei und erklärte, Lund hätte die Bewegung auch weglassen können. Sicher hätte er das. Genauso sicher wollte der Außenbahnspieler den Ball aber auch nicht mit der Hand berühren. Aytekin beharrte auch bei Lunds vermeintlichen Foulspiel einen schweren Knietreffer ausgemacht zu haben. Die Bewegung im Oberkörper sei nicht ausschlaggebend gewesen. Dabei hätte Lund – von Joe Scally mindestens beschleunigt – seine Knochen gar nicht anders sortieren können. Beide Fälle waren also durchaus strittig. Wie auch Aytekin zugab, der erklärte, bei einer anderen Auslegung hätte es genauso Diskussionen gegeben.
Und diese Diskussionen wird es auch weiter geben, wenn der VAR weiterhin in Gesetzmäßigkeiten mit Handlungsspielraum, in schwammige Regeln eingreift. Würde ein Handspiel beispielsweise immer zu einem Schiedsrichterpfiff führen, egal, ob absichtlich, unbewusst oder unnatürlich, dann wäre der Einsatz des VAR unmissverständlich. Nur würde das Spiel eine andere Dynamik bekommen. Eine, die der Fan zu recht nicht akzeptieren würde. Noch drastischer würde eine präzise Regel beim Foulspiel sein. Da müsste bereits der Kontakt geahndet werden, um in eine klar definierte Regelauslegung einzugreifen. Undenkbar! Insofern kann die eigentliche Folge nur sein, dass es den Einsatz des VAR bei diesen Entscheidungen nicht mehr geben darf. Fairer wird das Spiel (in diesen strittigen Aktionen) dadurch wohl nicht.
Videobeweis muss Fehlentscheidungen belegen
Anders verhält es sich wiederum bei klar definierten Regeln. Etwa beim Abseits, ob der Ball im Aus gewesen ist, die Position des Foulspiels. Dinge, die schon jetzt technisch zu belegen sind. Diese Auslegungen und Regeln dürften dann aber auch nicht in Frage gestellt werden. Wenn die kalibrierte Abseitslinie ein Vergehen um Millimeter nachweist, dann ist es geradezu absurd, dass ein Verantwortlicher den Videoassistenten vorwirft, „Lack gesoffen“ zu haben. Auch ein um Millimeter begangener Regelverstoß ist ein Regelverstoß – egal von welchem Team. Immerhin ein eindrucksvoller Beleg, dass die Emotionen nicht mit der Geburt des VAR gestorben sind. Vielleicht sollte man sich also Gedanken darüber machen, ob der Begriff Videobeweis doch gar kein schlechter ist. Dann nämlich, wenn eine Fehlentscheidung klar belegt ist. Und nur dann sollte der VAR auch eingreifen.