Die U21 des 1. FC Köln hat beim Comeback von Malek El Mala in der Nachspielzeit noch einen Punkt bei der U23 von Borussia Dortmund gerettet: Der eingewechselte Luiz Labenz erzielte in der Nachspielzeit in Überzahl den hochverdienten Ausgleich für die FC-Talente. Die U21 des 1. FC Köln spielt remis gegen den BVB II.
Am Sonntagnachmittag trafen die Talente des 1. FC Köln auf die Youngster des BVB. Für die gewünschten drei Zähler reichte es allerdings nicht.
U21-Trainer Evangelos Sbonias nahm im Vergleich zum 2:1-Erfolg gegen Rödinghausen zwei Änderungen an seiner Startelf vor. Max Lippert und Luca Dürholtz ersetzten den muskulär angeschlagenen Bernie Lennemann und den gelbgesperrten Sargis Adamyan. Malek El Mala stand überraschend erstmals seit November wieder im Kader und kam in der Schlussphase als Joker ins Spiel.
Chancen auf beiden Seiten
Die Kölner starteten forsch in das Duell in der Roten Erde und setzten den ersten Offensiv-Akzent. Marvin Ajani scheiterte freistehend mit seinem wenig platzierten Kopfball an Dortmunds Torwart Silas Ostrzinski (4.). Fayssal Harchaoui prüfte kurz danach Ostrzinski mit einem strammen Distanzschuss, den der Schlussmann aber abwehren konnte (10.). Und Luca Dürholtz hätte nach einer hohen Hereingabe von der rechten Seite am zweiten Pfosten die Kölner Führung erzielen müssen, schoss aber freistehend neben das Tor (14.).
Die Dortmunder kamen nur zaghaft und wenig gefährlich vor das FC-Tor, dafür landete ein Schlenzer von Ajani auf dem BVB-Gehäuse (27.). Die beste Chance des Spiels besaßen jedoch die Gastgeber. Max Lippert spielte einen Fehlpass quer vor dem eigenen Strafraum, der bei Ousmane Diallo landete. Dessen Schuss klatschte an den Pfosten und prallte danach von Mikolaj Marutzkis Rücken zur Ecke ins Aus (35.). Auf der Gegenseite lud ein Ballverlust von Dortmunds Ismael Mansaray Nilas Yacobi zu einem Abschluss aus der Distanz ein, bei dem sich Dortmunds Torwart Ostrzinski strecken musste, um den Ball um den Pfosten zu lenken (41.).
BVB geht in Führung, Köln gleicht aus
Die Kölner gaben das Heft des Handelns nach der Pause zunehmend aus den Händen, die Gastgeber wurden druckvoller. Die Konsequenz war der Führungstreffer für den BVB. Elias Benkara köpfte einen Freistoß von der rechten Seite am ersten Pfosten zum 1:0 ins Netz (62.). Der Treffer wurde jedoch vom halbherzigen Rauslaufen Marutzkis begünstigt, der am Ball vorbeiflog.
Die U21 wurde in der Schlussphase aber wieder aktiver und zeigte mehr Zug zum gegnerischen Tor. Die Gastgeber dezimierten sich derweil selbst: Der bereits verwarnte Jonas Feddersen sah nach einem Foul an Arda Süne die Gelb-Rote Karte (79.). Die Kölner drückten in Überzahl auf den Ausgleich. Arda Süne und Luiz Labenz verpassten bei einer Doppelchance den mittlerweile verdienten Ausgleich, beide Schüsse wurden kurz vor der Torlinie geblockt (83.). Nur Sekunden später landete ein Schuss von Labenz am Lattenkreuz (84.). Ein Unentschieden wäre zu diesem Zeitpunkt verdient gewesen. Und der Treffer fiel noch spät: Arda Süne passte den Ball von der rechten Seite ins Zentrum, Cenny Neumann verlängerte und Luiz Labenz drückte die Kugel zum hochverdienten 1:1 über die Linie (90.+3).
Für die U21 endet die Regionalliga-Saison am kommenden Samstag (14 Uhr) mit dem Heimspiel gegen die U23 des FC Schalke 04.
Mit der 1:3-Niederlage gegen die Heidenheimer hat der FC am Samstagnachmittag keinen weiteren Punkt eingefahren – der Klassenerhalt ist dennoch geschafft. Nach der Partie äußerten sich unter anderem die drei verabschiedeten FC-Profis und René Wagner: Die Stimmen zum Duell des 1. FC Köln gegen Heidenheim.
Das Ziel, sich mit einem Sieg zu Hause aus der Saison zu verabschieden, haben die Kölner am Sonntagnachmittag nicht erreicht. Demnach fielen die Stimmen nach dem Duell auch eher kritisch aus.
Thomas Kessler vom 1. FC Köln
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come-on-fc.com berichtet live aus dem Stadion in Köln-Müngersdorf
„Das Spiel heute war jetzt nicht unbedingt Werbung für uns“
Marius Bülter
„Ja, muss man schon sagen, dass am Ende zwei, drei gefehlt haben, um das Ding unbedingt gewinnen zu wollen. Man hat schon den Unterschied gesehen, dass eine Mannschaft hier uns Überleben gekämpft hat. Und ja, das waren nicht wir. Deswegen am Ende schon ein bisschen enttäuschend.“
„Im ersten Moment war der Gedanke, den Ball vielleicht quer zu legen. Dann weiß man, dass man aus spitzen Winkel hochschießen muss, dass er aber vielleicht reingeht.“
“Man muss natürlich jetzt aufpassen, dass wir uns nicht wegen des schlechten Spiels heute die kompletten letzte Woche oder die ganze Saison schlecht reden lassen. Am Ende haben wir in meinen Augen schon souverän zwei Spieltage vor Schluss die Klasse gehalten. Auch wenn es gerade schwer fällt, das in den Vordergrund zu stellen. Ich glaube schon, dass wir die letzten Wochen sehr stabil waren. Und ich fand auch, heute war jetzt nicht alles schlecht. Ich glaube, wir haben heute nicht gut verteidigt. Und das hat uns halt den Punkt oder den Sieg gekostet.“
„Ich glaube schon, dass er uns Stabilität ins Spiel gebracht hat. Ich fand schon, dass wir über die letzten Wochen die Punkte geholt haben, die wir zum Klassenerhalt brauchen. Da waren schwierige Spiele dabei – teilweise auch mit guten Leistung.“
„Ich habe schon den Eindruck, dass wir als Mannschaft uns wünschen, dass er Trainer bleibt. Das Spiel heute war jetzt nicht unbedingt Werbung für uns allgemein, aber ja, ich möchte jetzt nicht alles deswegen schlecht reden.“
„Da werden wir drüber reden“
Rene Wagner
„Wir müssen das noch verarbeiten, ich selber auch. Jetzt haben wir erst mal drei Spieler verabschiedet. Das war uns wichtig, dass wir das getan haben, auch mit einer gewissen Freude, auch wenn es nicht einfach ist nach dem Spiel, aber darauf haben wir uns jetzt erst mal konzentriert.“
„Wir haben es nicht geschafft, in den entscheidenden Duellen da zu sein, da werden wir darüber reden. Und das müssen wir besser machen in Spielen, wo es um alles geht. Und für den Gegner müssen wir auch versuchen, voll dagegen zu halten. Und das ist uns in vielen Situationen nicht gelungen und da müssen wir uns verbessern.“
Es gibt immer Spiele, wo man mal vielleicht in einen Zweikampf nicht reinkommt. Aber das waren mir einfach in vielen Situationen dann ein oder zwei Zweikämpfe zu viel. Und da müssen die Jungs daran arbeiten, dass sie genau in den Spielen Vollgas geben.
„Es geht einfach darum, dass wir das ganz sachlich aufarbeiten“
Thomas Kessler
„Also ich habe eben an meinen Terminplaner geguckt. Ich habe morgen keinen Termin mit René. Vielleicht war es vor dem Spiel auch ein bisschen so dieses letzte Heimspiel im Moment. Ich habe mich ja diese Woche sehr ausführlich zu dem Thema geäußert. Wir haben gesagt, wir wollen die Saison abschließen. Wir wollten heute hier noch drei Punkte holen. Das haben wir nicht geschafft. Jetzt haben wir auch noch ein Auswärtsspiel in München. Und auch wenn das nicht viele glauben, auch da kann man drei Punkte holen. Und deswegen fahren wir auch nach München, um eine Abschiedstour zu veranstalten.“
„Und dann habe ich ja auch gesagt, dann werden wir uns zusammensetzen und insgesamt die Saison analysieren. Das ist aber unabhängig davon, dass es jetzt nur um die Trainerthematik geht. Es geht einfach darum, dass wir ganz sachlich aufarbeiten werden, was in dieser Saison gut war.“
„Ich glaube, wir haben viele Dinge gesehen in dieser Saison, die haben mir gut gefallen. Mir haben aber auch viele Dinge gezeigt, dass wir an Themen arbeiten müssen. Und dass wir unsere Stellschrauben auch noch weiter drehen müssen, um es einfach zu verbessern. Das liegt aber in der Natur der Sache. Als Aufsteiger 1. FC Köln jetzt zwei Spieltage vor Schluss die Klasse gehalten zu haben, war für uns sehr positiv. Aber das werden wir in Ruhe analysieren. Und dann kommt logischerweise ja die Trainerthematik auf den Tisch.“
“Das ist kein ,Tschüss, sondern nur ein ,Bis bald`.“
Dominique Heintz
„Ich möchte mich einfach bedanken. Es war mir eine Ehre, für euch spielen zu dürfen. Der FC ist meine Familie wird immer einen tiefen Platz im meinem Herzen haben. Über die knapp sechs Jahre und mit diesem Team in diesem Jahr hat es immer sehr viel Spaß gemacht. Das ist kein ,Tschüss´, sondern nur ein ,Bis bald´.“
„Es war schon schwierig“
Florian Kainz
„Sportlich muss ich sagen, war es schon schwierig. Man will sich natürlich nicht mit einer Niederlage in einem Heimspiel verabschieden. Ich war froh, dass ich gespielt habe, dass ich meine Minuten bekommen habe und habe versucht, nochmal Impulse zu setzen. Sportlich war es auf jeden Fall enttäuschend. Dann wurde es sehr emotional. Wenn man die Videos sieht, von den Jungs, mit denen man viel erlebt hat.“
„Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar, dass der FC mir so einen Abschied bereitet hat, dass ich mich in dem Rahmen von den Fans verabschieden konnte. Es war sehr emotional in dem Moment.“
„Zu den Fans: Wir sind ja alle mit runter in die zweite und wir sind wieder rauf und ich finde auch, dass in den letzten Jahren eine enormer Zusammenhalt mit den Fans entstanden ist und jeder sehr dankbar ist, dass man in schwierigen Zeiten, gerade wie man in der zweiten Liga untergegangen ist oder für mich persönlich, weil ich ja als Kapitän abgestiegen bin, auch immer die Unterstützung von den Fans gehabt habe. Da ist man schon sehr dankbar, dass man in einem großen Traditionsverein auch mit den Fans einheitlich ist.“
„Ich bin sehr froh, dass wir die Klasse gehalten haben und ich als Nicht-Absteiger meine Karriere beende.“
„Ich kenne ihn schon sehr lange und habe viel mit ihm erlebt, auch damals als Co beim Baumi. Auf jeden Fall habe ich viel gelernt, da er ein taktisches Wissen hat. Er stellt uns sehr gut auf Spiele ein und sehr gut auf Situationen. Er hat einen guten Zugang zur Mannschaft.“
„Wir sehen und irgendwann wieder“
Luca Kilian
„Ich bedanke mich vor allem bei der aktiven Fanszene für die Unterstützung in den schweren Zeiten, das war nicht leicht für mich. Ich verdanke dem Verein so viel. Wir sehen und irgendwann wieder.“
„Das haben wir uns definitiv anders vorgestellt“
Marvin Schwäbe
„Das haben wir uns definitiv anders vorgestellt. Wir hatten uns einiges vorgenommen. Das hatte gar nichts mit einem Spannungsabfall oder ähnlichem zu tun. Wir wollten zu Hause beim letzten Heimspiel eigentlich noch mal einen draufsetzen, wollten den Dreier natürlich hier behalten. Ich glaube, es waren hier und da einfach individuelle Fehler und ein unsauberes Spiel. Extrem bitter und absolut nicht zufriedenstellend.“
„Das liegt ja nicht in meiner Hand. Alles, was ich sagen kann, ist, dass er ein sehr kommunikativer, positiver Mensch ist, der versucht, die Mannschaft mitzureißen, der an den Stellschrauben gedreht hat, die wir in dem Moment gebraucht haben. Wir hätten jetzt mit der Leistung oder beziehungsweise mit Punkten noch mehr für ihn spielen können. Am Ende hat es leider irgendwie nicht funktioniert.“
„Mit Kainzi habe ich die meisten Spiele insgesamt auf dem Platz gestanden. Das sind dann natürlich Spieler, die gehen, die schon mit ihrer Erfahrung, mit ihrer Leidenschaft, mit dem, wie sie den Verein, den Club, die Stadt kennen, einfach ein Loch reißen.“
„Wir werden nicht nach München fahren, um irgendwie eine schöne Abschlussreise zu haben, um uns München anzugucken. Nein, wir werden auch da versuchen, alles rauszuhauen, die Münchner zu ärgern. Dass es schwer wird, wissen wir.“
Beim letzten Heimspiel der Saison gegen den 1. FC Heidenheim gab es in der bitteren Begegnung dann doch noch einen emotionalen Höhepunkt beim 1. FC Köln: Emotionaler Abschied für Dominique Heintz, Luca Kilian und Florian Kainz.
Spieler, Ex-Spieler, Staff, Familie und Freunde standen Spalier, Eric Martel brachte T-Shirts mit der Aufschrift „Maat es joot“ und die Südkurve bedankte sich bei den Akteuren mit besonderen Worten und Bannern. Dominique Heintz und Florian Kainz sind ein letztes Mal im Kölner Stadion aufgelaufen. Auch Luca Kilian wurde verabschiedet. Mit einer emotionalen Verabschiedung endet für die drei Spieler die Zeit bei den Geißböcken.
Abschied von Florian Kainz, Dominique Heintz und Luca Kilian
Es waren noch 20 Minuten zu spielen, als sich das Stadion beim Stand von 1:2 in ein Tollhaus verwandelte. Der FC hatte zu diesem Zeitpunkt gerade mit Mühe das 1:3 verhindert, sportlich gab es also gerade wenig Grund zur Freude. Und doch erhoben sich die 50.000 Fans im Stadion – und ja, 50.000 inklusive Heidenheim-Anhänger. Denn es war der Moment, in dem Florian Kainz das letzte Mal das Spielfeld als aktiver Spieler im Kölner Stadion betrat. Der 32-Jährige hat bekanntlich sein Karriere-Ende bekannt gegeben. Nun klatschte ihn noch einmal Linton Maina besonders innig ab. Ärgerlich, dass sich die Kölner nur wenige Sekunden später das 1:3 fingen. Der Abschied fiel umso emotionaler aus. „Wir hatte so viele tolle und schreckliche Momente in dem Club erlebt“, sagte Thomas Kessler nach dem Spiel. „Du warst immer einer der Verantwortung übernommen hat. Vielen Dank für alles. Wann immer du in Köln bist, komm uns besuchen.“
Die Zeit beim FC dürfte insgesamt unvergessen für Kainz sein. Der Mittelfeldspieler hatte zumindest zahlreiche emotionale Erlebnisse. Kainz stieg mit den Kölner auf und ab, spielte europäisch, erlebte mit dem FC das erste Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte, erzielte noch in dieser Saison seinen ersten direkten verwandelten Freistoß gegen den HSV – und auch zum Derbyhelden wurde der Mittelfeldspieler vor zwei Spielzeiten. „Ich muss mich bei vielen Leuten bedanken. Für die Organisation, dass wir so einen schönen Abschied bekommen“, sagte Kainz. „Ich möchte mich bei euch Fans bedanken. Es waren nicht immer gute Zeiten, wir sind gemeinsam durch dick und dünn gegangen.“
„Der Aufstieg wurde dir genommen“
Kainz war im Januar 2019 vom SV Werder Bremen zu den Geißböcken gewechselt. Am Samstag absolvierte der Österreicher sein 205. Spiel für den FC. Der Mittelfeldspieler kam auf 28 Tore, bereitete 42 weitere vor. In dieser Spielzeit gab es allerdings nur noch wenige Einsatzminuten für Kainz. Zwar betonte der Routinier, dass das nicht der ausschlaggebende Grund für sein Karriere-Ende gewesen sei, dazu beigetragen dürfte es aber haben.
Auch Dominique Heintz bekam noch seine letzten Minuten, wurde in der 89. Minuten eingewechselt. Während Kainz seine Karriere beendet, wird der Innenverteidiger noch einmal woanders sein Glück suchen. Heintz kehrte im Sommer 2023 von Union Berlin zum FC zurück. Der Innenverteidiger übernahm sofort die Rolle des Ergänzungsspieler und identifizierte sich mit dieser auch. Auf den 32-Jährigen war aber immer Verlass. Wenn er spielte, meistens gut. Von 2015 bis 2018 hatte der Pfälzer bereits seine ersten drei Jahre beim FC, bevor der Abwehrspieler für drei Millionen Euro nach Freiburg wechselte. „Heintzi, bei dir fällt es mir besonders schwer, wir haben die Kabine geteilt“, sagte Kessler. „Der Aufstieg wurde dir genommen, weil der FC gerade Geld brauchte. Den haben wir uns letztes Jahr wieder geholt. Ihr seid immer hier zu Hause und alles alles Gute.“
„Ich möchte mich bei euch im Stadion und bei den Fans bedanken“, sagte Heintz mit den Tränen kämpfend. „Es war mir eine Ehre. Der FC wird immer einen teifen Platz in meinem Herzen haben. Das ist kein ‚Tschüss‘, es ist ein ‚bis bald‘.“
„Wir sehen uns bestimmt wieder“
Das sagte auch Luca Kilian. Der Abwehrspierl erlitt im vergangenen Sommer eine Kreuzband-Reruptur. Bereits der dritte Kreuzbandriss des Spielers. Der Vertrag des Innenverteidigers läuft aus. „Leider hattest du einige Verletzungen, die auch dazu geführt haben, dass die Zeit beim FC nun endet“, sagte Kessler. Er hoffe, er werde bald wieder zurück sein und vielleicht noch einmal mit einer anderen Mannschaft im Kölner Stadion wiederkommen. „Wir sehen uns ganz bestimmt wieder“, sagte Kilian, der sich vor allem bei der aktiven Fanszene bedankte. Kilian lief 67 Mal für den FC auf, erzielte zwei Tore – vor allem das gegen Mainz ist unvergessen.
Alle drei gingen gemeinsam auf die Ehrenrunde – ein letztes Mal im Kölner Stadion, zumindest in dieser Konstellation. Und erhielten von den Fans ein „En unserem Veedel“.
Der FC verabschiedet sich mit einer schwachen Leistung und einer bitteren Pleite von den eigenen Fans. Der 1. FC Köln verliert im letzten Heimspiel der Saison gegen den 1. FC Heidenheim 1:3. Zuvor sorgte eine disziplinarische Maßnahme für Aufmerksamkeit.
Noch am Freitag hatte René Wagner erklärt, die Mannschaft müsse die Spannung auch im Falle des sicheren Klassenerhalts aufrecht erhalten. Das ist dem Team gegen Schlusslicht Heidenheim nicht gelungen. Der FC kassierte eine völlig verdiente Pleite gegen Heidenheim und macht damit den Kampf um den Relegationsplatz unfreiwillig spannend. Dabei boten die Kölner gerade in der Defensive eine erstaunlich schwache Leistung.
Marius Bülter vom 1. FC Köln gegen den 1. FC Heidenheim
Wirklich viel hätte die Stimmung am Sonntagnachmittag im Kölner Stadion nicht trüben können. Spätestens nach der 0:1-Niederlage des VfL Wolfsburg war das Thema Abstiegskampf für die Geißböcke dann auch ganz sicher keins mehr, Florian Kainz und Dominique Heintz schafften es noch einmal in den Kölner Kader, eine beeindruckende Choreo und das Wetter spielte ebenfalls mit. Und doch gab es schon vor der Begegnung Unstimmigkeiten. Jahmai Simpson-Pusey war laut Verein zu spät zum Anschwitzen gekommen. René Wagner fackelte nicht lange, strich den Engländer aus dem Kader und stellte seine Mannschaft um. Für den Innenverteidiger startete Joel Schmied positionsgetreu. Zudem startete Isak Johannesson für den gelbgesperrten Eric Martel und Linton Maina spielte von Beginn an für Luca Waldschmidt. Und der FC übernahm von Beginn die Initiative, ohne allerdings für Gefahr zu sorgen.
Bülter kontert Schöppner-Führung
Das übernahm die Kölner Hintermannschaft in der eigenen Hälfte. Cenk Özkacar spielte einen abenteuerlichen Fehlpass ins Zentrum zu Arijon Ibrahimovic, der überlief viel zu leicht Isak Johannesson, flankte ins Zentrum und Jan Schöppner traf zur Gäste-Führung. Doch die Reaktion folgte im direkten Gegenzug. Tom Krauß spielte die Kugel auf der rechten Seite auf Bülter, der suchte den Weg in die Box und zog aus spitzem Winkel ab, Frank Feller konnte nicht mehr parieren: 1:1 (8., 10.). Und in dem Tempo ging es weiter. Unter anderem verfehlte Budu Zivzivadze das Tor nur knapp (16.), der sich erneut zu leicht gegen Özkacar durchsetzte. Auf der anderen Seite kratzte Omar Traore den Ball von der Linie, nachdem Jakub Kaminski Shootingstar Said El Mala bedient hatte (22.). Schmied scheiterte kurz darauf mit einem Kopfball nach einem Freistoß und der anschließende Schlenzer-Versuch von Marius Bülter wurde geblockt (26.).
Doch wieder fiel die Führung für den Gast. Eren Dinkci ließ gefühlt die gesamte Kölner Hintermannschaft stehen. Erst Johannesson klärte den Ball Richtung Außenlinie, dort lauerte Ibrahimovic, der sich ebenfalls aus spitzem Winkel versuchte. Schließlich war es Kristoffer Lund, der die Kugel über die eigene Linie drückte (28.). Wieder hätten die Kölner antworten können. Eine Flanke von der rechten Seite köpfte Özkacar Stürmer Marius Bülter vor der Stirn weg und verfehlte knapp (29.). Einen Abschluss von El Mala aus kurzer Distanz blockte Kaminski unfreiwillig (38.). Vor dem Seitenwechsel hätte Pieringer sogar noch erhöhen können, doch Marvin Schwäbe tauchte ganz stark ab (43.). Es ging mit dem Rückstand in die Pause. Und aus der kam der FC mit Schwung wieder raus.
20 Minuten für Florian Kainz
Die Kölner waren zwar am Drücker, doch der Druck erzeugte so gut wie keine Gefahr. Und wieder konterten die Gäste. Unter anderem unterband Maina mit einer starken Grätsche einen gefährlichen Angriff der Heidenheimer. Es blieb eine zerfahrene Begegnung. Wagner versuchte mit Luca Waldschmidt mehr Ordnung in die Offensive zu bekommen, dabei blieb die Defensive das Hauptproblem. So stand erneut Schöppner komplett blank bei einer Hereingabe von Zivzivadze, doch der Abwehrspieler verzog deutlich (60.). Einen Schlenzer von Ibrahimovic fischte Schwäbe aus dem langen Eck (63.). Symptomatisch für den Spielverlauf: Als sich nach 67 Minuten dann mal die gefühlt perfekte Schussmöglichkeit für Luca Waldschmidt ergab, rutschte dieser einfach weg, der Ball rollte in die Box. Anschließend setzte der Offensivspieler einen weiteren Versuch abgefälscht auf die Latte (69.).
Eine gute Minute später erhoben sich dann die 50.000 Fans – 50.000 inklusive der Heidenheimer Anhänger für Florian Kainz. Der Offensivspieler wurde unter Sprechchören eingewechselt und erlebte nur wenige Sekunden später das 1:3. Dieses Mal leitete Schöppner seinen zweiten Treffer selbst mit einem Pass auf Dinkçi ein, der den aufgerückten Defensivspieler wieder fand: 1:3 (72.). Dem FC fiel auch weiterhin nicht mehr viel ein. Der nächste Höhepunkt war wohl die späte Einwechslung von Dominique Heintz in der Schlussminute. Köln verliert vollkommen verdient eine wilde Begegnung und sorgt für einen unrühmlichen Abschied aus Köln, der immerhin von den FC-Fans mit den Sprechchören „Nie mehr 2. Liga“ begleitet wurde. Mit der herben Enttäuschung im Rücken geht es nun in der kommenden Woche zum FC Bayern München.
Gut eine Stunde vor Spielbeginn gegen den 1. FC Heidenheim gab es eine überraschende Personalie beim 1. FC Köln: René Wagner streicht Jahmai Simpson-Pusey aus dem Kader. Der Engländer war zu spät zum Anschwitzen gekommen.
René Wagner knallharrt: Der Trainer der Geißböcke zeigt sich vor dem letzten Saisonspiel besonders konsequent. Wagner strich Jahmai Simpson-Pusey aus dem Kader. Der Innenverteidiger war zu spät zum Aufwärmen erschienen.
Jahmai Simpson-Pusey und Cenk Özkacar vom 1. FC Köln
Eigentlich war viel für einen würdigen Abschied von den Kölner Fans angerichtet. Doch die Stimmung vor der Begegnung der Geißböcke gegen Heidenheim wurde ein wenig getrübt. Denn eine gute Stunde vor der Begegnung sickerte durch, dass Jahmai Simpson-Pusey nicht im Kader stehen würde. Überraschend: Der Engländer ist einer der Leistungsträger bei den Kölnern und René Wagner hatte noch am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Köln-Spiel betont, bis auf Rückkehrer Rav van den Berg gäbe es (neben der Gelbsperre von Eric Martel) keine weiteren Veränderungen. Nun aber spielte der Top-Innenverteidiger nicht. Die Info von Seiten des Clubs ließ dann nicht lange auf sich warten. „Jahmai Simpson-Pusey kam heute zu spät zum Anschwitzen und ist deshalb nicht im Kader“, hieß es in der knappen Meldung des FC.
„Muss Konsequenzen geben“
René Wagner wurde später bei DAZN dann deutlicher. „Wir haben die ganze Woche darüber gesprochen, dass das Spiel für uns wichtig ist. Dann müssen wir Haltung zeigen. Wenn ein Spieler zu spät ist, muss es Konsequenzen geben und die Mannschaft es zu spüren bekommen“, sagte der Trainer. Für den Innenverteidiger rotierte Joel Schmied in die Startelf. Der Schweizer hatte seit seiner Verletzung nicht mehr begonnen, stand zuletzt im Februar in der Anfangsformation. Ob die disziplinarische Maßnahme auch Folgen für das letzte Saisonspiel bei den Bayern hat, ist genauso unklar, wie die Frage nach der Zukunft. Simpson-Pusey ist bekanntlich von Manchester City ausgeliehen. Die Kölner würden den Spieler gerne fest verpflichten, allerdings haben die Sky Blues das letzte Wort. Simpson-Pusey würde den FC rund acht Millionen Euro kosten. Die Zukunft scheint aktuell offen.
Vor 19 Jahren begann die Cheftrainer-Karriere von Frank Schmidt, vor wenigen Wochen, die von René Wagner. Konstanz, Ruhe, Handlungsfreiraum – in Heidenheim findet man noch das vor, was sich jeder Bundesligist wünscht. Nur wird es kein weiterer umsetzen. Auch nicht die Geißböcke: Was sich der 1. FC Köln vom FCH abgucken soll, aber nicht kann.
Frank Schmidt und den 1. FC Heidenheim umgibt eine einzigartige Geschichte. Eine Geschichte, die sich jeder Bundesligist wünscht, die aber kein Bundesligist umsetzen kann.
Der Blick auf das Tableau ist für die Fans des Teams von der Ostalb gerade ein schmerzhafter. Der 1. FC Heidenheim schlittert dem Abstieg entgegen und bei allen positiven Reden, allem Optimismus und der ansteigenden Form – hilft dem FCH am Ende des Tages nur noch ein kleines Fußballwunder, um doch noch die Relegation zu erreichen. Es droht der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Was sich zunächst einmal ziemlich bitter anhört, enthält aber ein Stück Fußball-Geschichte, das eigentlich so gar nicht möglich erscheint. Denn der 1. FC Heidenheim spielt aktuell in der höchsten Klasse des Landes, spielte im Vorjahr sogar europäisch. Wohlgemerkt, jener Club, der noch vor wenigen Jahren im Amateurfußball unterwegs war. Die Stadt an der Ostalb zählt rund 50.000 Einwohner. Sämtliche von ihnen würden einen Platz also im Kölner Stadion finden – wenn diese denn frei wären.
Erfolgreiche Liaison
Die Heidenheimer Erfolgshistorie ist stark an die Geschichte von Frank Schmidt geknüpft. Der Trainer ist aber nicht nur einfach ein Teil der Geschichte, er ist auch mit verantwortlich für den Erfolg des FCH. Der 52-Jährige ist nicht nur national dienstältester Trainer, auch europaweit gibt es keinen Coach, der länger bei seinem Verein unter Vertrag steht. Vergangene Woche deutete Schmidt erstmals das Ende seiner Laufbahn für den Sommer 2027 an, dann wird der ehemalige Junioren-Nationalspieler 20 Jahre lang bei Heidenheim beschäftigt sein. „Das ist unfassbar in der heutigen Zeit und unglaublich beeindruckend“, sagte René Wagner. „Ich weiß nicht, ob das nochmal so wiederholbar ist, weil sich der Fußball auch ein Stück weit verändert und solche Geschichten immer seltener werden.“ Die Geschichte von Schmidt ist nicht selten, sie ist einzigartig. Und sie startet auf anderer Ebene dann doch ähnlich wie die von René Wagner.
Denn Schmidt übernimmt Heidenheim 2007 als Interimstrainer. „Mach mal zwei Spiele, wir müssen einen neuen Trainer suchen“, habe Clubchef Holger Sanwald zu ihm gesagt, verriet Schmidt einst. Die zwei Siege wurden eingefahren und Sanwald war der Meinung, Schmidt könne noch ein wenig weiter machen. Zu dieser Zeit spielte der Verein in der vierten Liga, fernab von Bundesliga und Profitum. Schon damals habe er gesagt, er wolle der Volker Finke des FC Heidenheim werden. In der Erfolgsgeschichte sind Schmidt und Heidenheim einfach untrennbar. Der Trainer führte das Team nach und nach in die Bundesliga, sogar bis in den europäischen Wettbewerb. Aus dem „wenig weitermachen“ wurden nun 19 Jahre. „Ich habe absoluten Respekt vor Franks Leistung und was die Heidenheimer in den vergangenen Jahren geschafft haben“, sagt Wagner. Und bei allem Respekt schwingt vielleicht auch ein Funken Wehmut mit.
Heidenheim erfüllt die Sehnsucht nach mehr Konstanz
Denn Schmidt und Heidenheim scheint so ein wenig die Symbiose zu sein, die sich wohl jeder Club wünscht. Zwei Jahrzehnte arbeitet Schmidt in dem Club als Trainer, kennt jeden Stein an der Ostalb und selbst in der größten Abstiegsnot, denkt man gar nicht daran, das Urgestein in Frage zu stellen. Ironischerweise in Zeiten, in denen sich gefühlt jeder Club der Liga mehr Konstanz in den Personalien wünscht, ein absoluter Exot. Auch der FC sprach in der jüngeren Vergangenheit immer wieder davon, an einem Trainer mal für einen längeren Zeitraum festzuhalten. Am Ende kam es doch immer anders. Unabhängig der Personen, einer gewissen Unzufriedenheit, vielleicht handwerklichen oder kommunikativen Fehlern – Gerhard Struber wurde beim FC entlassen, als er sich noch dicke auf Aufstiegskurs befand, Lukas Kwasniok als es noch ein Polster auf den Abstiegskeller hatte. Das Thema Konstanz wird in Köln wohl nie so richtig eins werden.
Zumindest nicht in dem Ausmaß wie an der Ostalb. Es fehlt die Ruhe, die Heidenheim auch aus dem Umfeld umgibt. Und so wird vielleicht ausgerechnet der Club mit der größeren Strahlkraft, mit der längeren, der erfolgreicheren Geschichte, der höheren Mitgliederzahl, dem größeren Einzugsgebiet ein wenig neidisch Richtung Heidenheim gucken. Wohlwissend, dass eine ähnliche Geschichte in Köln wohl unmöglich erscheint. René Wagner hat den FC ebenfalls als Interims-Coach übernommen. Zunächst hieß es für zwei Tage. Nun macht er ein wenig weiter. Und die Zeichen stehen für ihn gut, dass es auch in der kommenden Saison die Geschicke bei den Kölnern leitet. Doch man muss wohl kein Prophet sein, um zu wissen, dass die Haltbarkeitszeit eines Trainers in Köln eine grundsätzlich andere ist.
Acht Tage nach dem Unentschieden bei Union Berlin steht für den 1. FC Köln das letzte Heimspiel in dieser Spielzeit auf dem Programm. Am Sonntagabend empfängt das Team von René Wagner den Tabellenletzten. So könnte der 1. FC Köln gegen Heidenheim beginnen.
Gegen den FCH müssen die Kölner im Vergleich zum Spiel in Berlin einen Ausfall hinnehmen. Ansonsten hat René Wagner die Qual der Wahl.
René Wagner muss nur noch einen kleinen Schritt gehen bis zum Klassenerhalt
Holt der 1. FC Köln gegen Heidenheim mindestens einen Zähler, ist der Klassenerhalt auch rechnerisch fix, wenn der VfL Wolfsburg und St. Pauli ihre Spiele am Samstag gewinnen. Gewinnen die beiden Clubs jedoch nicht, stünde der Verbleib in der Liga bereits vor dem Anpfiff fest. Egal wie der VfL und die Hanseaten spielen, wollen die Kölner ihr Duell gewinnen und einen positiven Abschluss vor den eigenen Fans feiern. René Wagner kann dabei fast aus dem Vollen schöpfen. Im Vergleich zum Spiel bei Union muss Köln einen Ausfall hinnehmen und eine Änderung an der Startelf vornehmen.
Gelbsperre für Martel
Denn Wagner wird neben den Langzeitverletzten Luca Kilian, Timo Hübers und Ragnar Ache auch auf Eric Martel verzichten. Der Mittelfeldspieler hatte in Berlin seine zehnte Gelbe Karte gesehen und ist dadurch für die Partie gegen Heidenheim gesperrt. Ansonsten stehen dem Coach alle Profis zur Verfügung. Zwischen den Pfosten wird Kapitän Marvin Schwäbe starten. Vor dem Schlussmann stellt sich die Viererkette eigentlich von selbst auf. So dürften Sebastian Sebulonsen rechts, Jahmai Simpson-Pusey und Cenk Özkacar in der Mitte sowie Kristoffer Lund links die Viererkette bilden. Eine weitere Alternative für die Linksverteidigerposition wäre Alessio Castro-Montes, der sich seit der Übernahme des Interimscoaches mit Lund ein Duell auf Augenhöhe liefert und sich somit auch berechtigte Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf machen kann.
Johannessons Rückkehr nach Gelbsperre
Im zentralen Mittelfeld wird erneut Tom Krauß den Vorzug vor Felipe Chávez erhalten. Neben dem Mittelfeldspieler könnte Isak Johannesson den Platz von Eric Martel einnehmen. Der Isländer verpasste die Partie bei Union aufgrund einer Gelbsperre, ist nun aber wieder spielberechtigt. In der Offensive haben Said El Mala und Jakub Kaminski ihren Platz sicher. Bei den anderen beiden offenen Positionen kann Wagner aus Luca Waldschmidt, Marius Bülter, Linton Maina und Jan Thielmann wählen. In Köpenick erhielten Waldschmidt und Bülter das Vertrauen des FC-Trainers und zeigten eine ordentliche Leistung. Daher könnte der Coach den beiden auch gegen den FCH das Startelfmandat aussprechen.
Viel hatte ohnehin nicht mehr gefehlt, die Ansetzungen des 33. Spieltags sprachen auch für den Effzeh. Nun ist es auch amtlich: Der 1. FC Köln hält ganz sicher die Klasse. Und das, ohne am Samstag ins Spiel einzugreifen.
Zweifel gab es eigentlich schon keine mehr. Und doch betonte René Wagner am Freitag relativ deutlich, dass man den Klassenerhalt mit einem Sieg dann auch rechnerisch fix machen wollte. Nun startet der FC am Sonntag in das Heimspiel gegen Heidenheim (Liveticker bei come-on-fc.com ab 16.15 Uhr) mit der Gewissheit in der kommenden Saison erstklassig zu spielen.
Die Kölner Spieler können jubeln, der Klassenerhalt ist perfekt! (Foto: Alexander Hassenstein/GettyImages)
Daran hatten die Geißböcke am Samstag wenig Anteil. Die Konkurrenz tat dem Kölnern die nötigen Gefallen. Zunächst unterlag der FC St. Pauli RB Leipzig 1:2. Die Mannschaft von Alexander Blessin hätte bei den Sachsen drei Punkte einfahren müssen, um den sicheren Klassenerhalt noch erreichen zu können. Die Nordlichter schlugen sich bei RB zwar wacker, kassierten aber dennoch eine absolut verdiente Niederlage. Xaver Schlager und Willi Orban erzielten die beiden Tore für Leipzig rund um die Pause. Kurz vor Spielende verkürzte Abdoulie Cessay noch auf 1:2. Doch die Aufholjagd kam zu spät. Jackson Irvine hatte in der Nachspielzeit noch die Chance auf den Ausgleich, doch der Australier brachte die Kugel zu zentral aufs Tor. Für Pauli war es bereits das neunte sieglose Spiel in Folge. In diesem Zeitraum gab es sogar sechs Pleiten, nun zittert St. Pauli noch, den Relegationsplatz zu erreichen.
Die Augen sind auf Wolfsburg gerichtet
Am Abend verlor der VfL Wolfsburg dann sein Heimspiel gegen den FC Bayern München. Vincent Kompany rotierte ordentlich durch und doch setzten sich die Bayern am Ende verdient durch. Dabei hatte Wolfsburg in der ersten Halbzeit gleich mehrere gute Möglichkeiten. Die beste vergab aber Harry Kane, der einen Elfmeter verschoss. Nach dem Wechsel übernahm der FCB zunehmend die Kontrolle. Ein Traumtor von Michael Olise brachte die Bayern in Front. Trotz großer Chancen auf beiden Seiten fiel kein weiterer Treffer. Wolfsburg gab nicht auf. Unter anderem traf in den Schlussminuten Matthias Svanberg den Pfosten.
Vor dem Heimspiel der Kölner ergibt sich damit eine besonders spannende Konstellation. St. Pauli und Wolfsburg belegen die Plätze 16 und 17 mit 26 Punkten. Der Kölner Gegner aus Heidenheim liegt auf dem letzten Tabellenplatz mit 23 Zählern. Da St. Pauli aber am letzten Spieltag die Wölfe erwartet braucht Heidenheim mindestens vier Punkte, um noch die Chance auf den Relegationsplatz zu haben. Dabei müsste das Team von der Ostalb aber auch etwas für die Torbilanz tun. Insofern dürfte Wagner damit recht gehabt haben, dass Heidenheim „volles Brett draufgehen wird“. Am Ende könnten die Kölner nun aber auch mit einer Niederlage leben. Denn der FC ist mit 32 Zählern bei dann nur noch einem ausstehenden Spiel nicht mehr einzuholen. Damit hat auch Lukas Kwasniok recht gehabt, der frühzeitig in der Saison betonte, dass er fest davon überzeugt ist, vor dem Duell bei den Bayern am letzten Spieltag durch zu sein.
Bekanntlich ist Kwasniok nicht mehr Trainer. Die Kölner schauen nach einem beeindruckenden und euphorisierenden Saisonauftakt auf eine insgesamt durchwachsene Spielzeit zurück. Wirklich zufrieden können die Geißböcke mit vielen Leistungen und auch mit den 32 Punkten nicht sein. Es kam schließlich nicht oft vor, dass eine Mannschaft mit dieser Punktzahl schon frühzeitig die Klasse gehalten hat.
Der FC ist dem auch rechnerischen Klassenerhalt wieder ein Stückchen näher gekommen. Und das ohne selbst aktiv zu werden. Denn RB Leipzig ließ den Kiezkickern am 33. Spieltag keine Chance. Der FC St. Pauli kann den 1. FC Köln nicht mehr einholen.
Der Klassenerhalt ist für den FC ohnehin schon nahezu sicher. Jetzt gibt es eine Variable, die den unwahrscheinlichen Fall noch einmal verringert. Denn für den FC St. Pauli sind die Geißböcke nicht mehr erreichbar. Der Blick richtet sich jetzt am Abend auf den VfL Wolfsburg. Und die Niedersachsen empfangen den FC Bayern München.
Leipzig gewinnt gegen St. Pauli (Foto: Maja Hitij/Getty Images)
So wirklich viel Zweifel gibt es nicht mehr am sicheren Klassenerhalt. Der FC St. Pauli hat einige weitere zerstreut. Denn die Kiezkicker haben den wichtigen Sieg gegen RB Leipzig verpasst. Die Mannschaft von Alexander Blessin hätte bei den Sachsen drei Punkte einfahren müssen, um den sicheren Klassenerhalt noch zu erreichen. Der Rückstand zu Rang 15 betrug vor dem Spieltag sechs Zähler. Heißt: Nur mit zwei Siegen hätte überhaupt noch die Chance bestanden, jenes rettende Ufer und auch die Geißböcke zu erreichen. Das ist seit Samstagnachmittag ganz sicher vom Tisch. Die Nordlichter schlugen sich bei RB zwar achtbar, unterlagen am Ende aber verdient 1:2. Xaver Schlager und Willi Orban trafen für Leipzig. Kurz vor Spielende verkürzte Abdoulie Cessay. Doch die Aufholjagd kam zu spät. Jackson Irvine hatte in der Nachspielzeit die Chance auf den Ausgleich, vergab aber.
Die Augen sind auf Wolfsburg gerichtet
Während Leipzig den dritten Platz damit sicher hat, ist für St. Pauli nur noch der Relegationsplatz möglich. Und somit wird der Blick am Abend Richtung Wolfsburg gehen. Dort kämpft die direkte Konkurrenz um wichtige Punkte. Aktuell liegen St. Pauli und die Niedersachsen punktgleich auf den Rängen 16 und 17. Die Situation will das Team von Dieter Hecking verändern. Allerdings trifft der VfL auf Bayern München und hat seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gegen den Rekordmeister gewonnen. Das Hinspiel ging sogar mit einem 8:1 an die Bayern. Sollte der VfL ebenfalls nicht gewinnen, ist Köln ganz sicher durch. Sollten die Wölfe wiederum verlieren, ist für den 1. FC Heidenheim noch alles offen – zumindest der Relegationsplatz. Gewinnt der FCH am Sonntag in Köln, hätten alle drei Schlusslichter 26 Punkte auf dem Konto. Trainer Frank Schmidt gab sich kämpferisch, erklärte das Licht sei an der Ostalb noch an.
Luca Waldschmidt kommt beim 1. FC Köln auch in der laufenden Bundesligasaison nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Trotz eines laufenden Vertrages bis Sommer 2027 könnten sich die Wege nun ein Jahr vor Vertragsende trennen, sollten Spieler und Club eine Lösung finden, die für beide Parteien passt. Argumente gibt es sowohl für als auch gegen einen Verbleib beim 1. FC Köln: Wohin geht die Reise für Luca Waldschmidt?
Zuletzt präsentierte sich Luca Waldschmidt beim FC in starker Verfassung. Zwei Tore, ein Assists in drei Spielen sind zumindest eine gute Ausbeute. Doch es bleibt Skepsis, ob der 29-Jährige die Leistung weiterbringt. Zu oft fehlte dem ehemaligen Nationalspieler die nötige Konstanz. Und so stellt sich durchaus die Frage, wohin die Reise von Luca Waldschmidt im Sommer geht.
Luca Waldschmidt ist auch zwei Jahre nach seinem fixen Wechsel vom VfL Wolfsburg zum 1. FC Köln weiterhin kein unumstrittener Stammspieler, sondern muss sich zu großen Teilen mit der Rolle des Einwechselspielers zufrieden geben. Umso beachtlicher lesen sich die Zahlen des offensiv-Allrounders: mit fünf Toren und vier Vorlagen in 23 Ligaspielen ist der bald 30-Jährige nach den Stammspielern Said El Mala, Jakob Kaminski und Ragnar Ache der viertbeste Scorer im Team von René Wagner. Im Vergleich zu den genannten FC-Profis stand Waldschmidt allerdings nur sieben Mal in der Anfangsformation, eine doch sehr effiziente Quote für den Angreifer. Nach dem so gut wie sicheren Klassenerhalt des Aufsteigers aus Köln stellt sich nun dennoch die Frage nach der Zukunft des Spielers, der vertraglich noch bis zum Ende der kommenden Saison an den FC gebunden ist.
Vertrag bis 2027
„Luca hat einen Vertrag bis 2027, daher stellt sich die Frage für mich nicht“, sagte FC-Sportdirektor Thomas Kessler am Donnerstag. Grundsätzlich betonte der Geschäftsführer aber auch, dass der ein oder andere Spieler vielleicht nicht die Einsatzzeiten erhält, die er sich vorstelle. Und dann wiederum könne es auch Wechselabsichten geben. Auch Waldschmidt, der laut Kumpel und Ex-FC-Profi Christian Clemens hart arbeite, aber mit seiner Situation nicht komplett zufrieden sei. Der Spieler, der sich in Köln sichtlich wohl fühlt, hält sich bezüglich seiner Zukunft aktuell noch bedeckt, Argumente gibt es sowohl für einen Verkauf als auch für einen Verbleib am Rhein.
Neben seiner guten Quote ist Waldschmidt auf vielen offensiven Position einsetzbar, kann sowohl auf beiden Flügeln als auch hinter der Spitze oder in vorderster Front auflaufen. Dazu ist er ein wichtiger Bestandteil der Kabine, kennt den Verein und das Umfeld mittlerweile sehr gut. Auch wenn er mit seinen Einsatzzeiten nicht zufrieden ist und eine Änderung dieser wohl nicht in Sicht ist, hat er sich stets in den Dienst der Mannschaft gestellt und zuletzt auch wichtige Tore erzielt wie beispielsweise den Ausgleichstreffer per Elfmeter gegen Konkurrent FC St. Pauli.
Marktgerechte Ablöse nur noch diesen Sommer
Dem gegenüber steht die Tatsache, dass man nur noch in diesem Sommer möglicherweise eine adäquate Ablöse für ihn generieren könnte. Sollte sich eine interessante Option für ihn und den 1. FC Köln ergeben, wird man sich sicher zusammensetzen. Denn unter dem Strich hat Waldschmidt es in drei Jahren nicht geschafft, sich unter oder gerade trotz mehrerer Trainer in Köln durchzusetzen und als fester Stammspieler zu etablieren. Sollte der Spieler selbst seinen Vertrag erfüllen wollen und sich auch weiterhin unabhängig von seinen Einsatzzeiten zu 100 Prozent in den Dienst der Mannschaft stellen, so hat der FC mit ihm auch in der kommenden Spielzeit einen ungemein flexiblen und effizienten Allrounder für die Offensive in seinen Reihen. Zudem kann Waldschmidt auch in engen Spielen aufgrund seiner Erfahrung und seiner Qualität als sicherer Elfmeterschütze sehr wertvoll sein.