FC-Talent Kevin Ekweribe: Der nächste Treffer und die Frage nach dem nächsten Schritt
Simon Bartsch
In der vergangenen Woche durfte er mit den Profis trainieren und es wurde bereits über eine Alternative im Sturm spekuliert. Nun folgte sein nächster starker Auftritt bei der Kölner U19. Kevin Ekweribe hat erneut auf sich aufmerksam gemacht. Doch wie weit ist Ekweribe tatsächlich schon?
Es war nicht das erste Mal, dass Kevin Ekweribe mit einer dieser Aktionen auf sich aufmerksam machte. Im U19-Spiel am Wochenende zog der Offensivspieler kurz nach dem Seitenwechsel von der linken Seite nach innen und brachte den 1. FC Köln gegen den 1. FC Kaiserslautern in Führung. Der Siegtreffer, denn am Ende setzte sich die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck mit 1:0 durch und festigte ihre Position an der Tabellenspitze.
Kevin Ekweribe im Trainingsspiel der Profis des 1. FC Köln
Für den Stürmer war es ein weiterer bemerkenswerter Auftritt im Trikot der Geißböcke – wenn auch der Younggoats. Vor allem aber fiel sein Treffer zu einem wichtigen Zeitpunkt. Gegen einen direkten Konkurrenten gelang dem FC kurz nach der Pause der Führungstreffer. Die Kölner U19 bleibt damit ungeschlagen und hat inzwischen acht Punkte Vorsprung auf den drittplatzierten FCK. In der vergangenen Woche trainierte der Spieler noch bei den Profis. Und nach den Verletzungen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache war über eine mögliche Sturm-Alternative in der ersten Mannschaft spekuliert worden. Für den Spieltags-Kader reichte es aber nicht. Die personelle Situation im Sturm hat Ekweribe zumindest vorübergehend näher an die Bundesliga-Mannschaft herangebracht. Allerdings ist der Nachwuchsspieler wie berichtet kein klassischer Ersatz für die beiden verletzten Angreifer.
Kevin Ekweribe entscheidet Spitzenspiel des 1. FC Köln
Dass Ekweribe den Treffer mit einem Zug von außen ins Zentrum erzielte, passt zu seinem offensiven Profil. Der Nachwuchsspieler kann von der linken Seite aus selbst den Abschluss suchen. Wenn er eigentlich auch eher als Mittelstürmer eingesetzt wird und das durchaus erfolgreich. Nun wäre es sicher verfrüht, aus einem Treffer gegen Kaiserslautern bereits eine unmittelbare Bundesliga-Perspektive abzuleiten. Zwischen erfolgreichen Auftritten in der Nachwuchsliga und Einsätzen in der Bundesliga liegt ein erheblicher Schritt. Zudem ist der FC mit Spielern ähnlicher Profile gut besetzt. Allerdings zeigen die Beispiele Said El Mala und Mikey Moore eben auch, dass die Kölner durchaus bereit sind, jungen Akteuren die Chance auf Einsatzzeit bei den Profis zu geben – wenn diese dann die erhoffte Qualität auf den Platz bringen.
Ekweribe ist sicher noch auf einem anderen Level unterwegs. Die Konkurrenz ist groß, ein Zielstürmer, wie ihn die Kölner aktuell gebrauchen könnten, ist der 18-Jährige nicht. Und: Der FC erspielt sich bekanntlich seine Chancen, nutzt nur zu wenige davon. Dabei ist Ekweribe beim FC längst kein Unbekannter. Der 18-Jährige spielt seit 2019 für die Kölner und durchlief die Nachwuchsmannschaften seit der U12. Im Juni verlängerte der Verein seinen Vertrag langfristig. Damals hob der Technische Direktor Lukas Berg ausdrücklich hervor, dass der Angreifer sein Entwicklungspotenzial noch nicht ausgeschöpft habe. Dass der FC langfristig mit Ekweribe plant, steht seit der Vertragsverlängerung im Sommer fest. Ob und wann daraus eine ernsthafte Perspektive für die Bundesliga entsteht, ist dagegen offen. Der Treffer gegen Kaiserslautern liefert jedenfalls ein weiteres Argument für den Offensivspieler.
COME ON FC HEIMWEG – DER VODCAST – „FC-Spieler oder…“ mit Basti Campmann
Eigengewächse vs. internationale Youngster: „Wir werden keinen Spieler, der bereit ist, Bundesliga zu spielen, verhindern“
Simon Bartsch
Mit Fynn Schenten haben die Kölner wieder ein vielversprechendes Talent verliehen, einige U21-Spieler sind zurück im Kader der Reserve. Auf der anderen Seite holen die FC-Bosse internationale Youngster für die Profis des 1. FC Köln: Eigengewächse oder internationale Youngster? Die Antwort ist kein Widerspruch.
Bei den eigenen Talenten wählen die Kölner oft den Weg der Leihen, so wie gerade bei Fynn Schenten und Kerkrade. Mit Julian Pauli und Elias Bakatukanda könnten zwei weitere folgen. Auf der anderen Seite wird der Kader mit internationalen Youngster aufgefüllt. Das ist aber kein Widerspruch.
René Wagner ließ eine Handvoll Nachwuchsspieler bei den Profis mittrainieren
Am Rande der Generalprobe für den Pokalauftakt gegen Würzburg am Montag machte Thomas Kessler gleich zwei interessante Ankündigungen. Zum einen deutete der Geschäftsführer Sport an, dass es Transfers geben würde, zum anderen wurden harte Entscheidungen für die kommenden Tage in Aussicht gestellt. Eine knappe Woche später sind die Ergebnisse, die nach außen gedrungen sind, höchst unterschiedlich. Bei den Transfers gab es zwei Neuverpflichtungen, die erwartbar waren, vor allem aber eine Vertragsverlängerung, die so ziemlich alle Erwartungen und Gerüchte in den Schatten stellte. Durch den Verbleib von Said El Mala gerieten die Transfers von Ellyes Skhiri und Thijs Dallinga ein wenig in den Hintergrund, obwohl diese doch als besonders wichtig erachtet wurden. Doch Kessler hatte in diesem Punkt also nicht nur Wort gehalten, er setzte mit der El-Mala-Bombe noch ein Sahnehäubchen obendrauf.
Die ersten U21-Spieler wieder zurück bei der Reserve
Bei den harten Entscheidungen ist bislang dagegen relativ wenig nach Außen gedrungen. Gut möglich, dass es Gespräche mit dem einen oder anderen Spieler gegeben hat. Doch Ulf Sobek hatte noch zu Beginn der vergangenen Woche im Podcast der „Thekenphilosophen“ erklärt, man werde ohnehin keinen Spieler wegschicken, vielleicht aber dem ein oder anderen die Zukunftschancen aufzeigen. Direkte Kaderveränderungen waren dann aber doch zu sehen. Denn René Wagner reduzierte den Kader auf eine ihm sinnvolle Größe. Dem fielen gleich mehrere U21-Spieler zum Opfer. Sieben Spieler hatte der Cheftrainer aus dem Nachwuchs zu den Profis nach oben gezogen, fünf waren bereits am Donnerstag wieder Teil der Nachwuchsmannschaft. Darunter auch David Fürst, der laut Wagner ebenfalls überzeugt hatte, dem man nach der Verletzung von Sebastian Sebulonsen durchaus Chancen für einen Kaderplatz ausgerechnet hatte. Doch Wagner erklärte, er habe andere Ideen als Castro-Montes-Backup.
Jonathan Friemel und Patrik Kristal könnten also in Würzburg durchaus dabei sein. Das Thema Nachwuchsspieler ist bekanntlich ein heiß diskutiertes rund um den FC. Der Stachel, den die Personalie Florian Wirtz hinterlassen hat, sitzt nach wie vor tief. Immer wieder geistert der Begriff „Talenteflucht“ über dem Geißbockheim. Und schon fast obligatorisch wird der Abgang eines Nachwuchsspielers von viel Kritik begleitet, selbst wenn sich viele der abgewanderten Talente bei ihren neuen Vereinen dann auch schwer tun. Für den ein oder anderen Außenstehenden wirken die Ausleihen von Talenten wie Fynn Schenten, der in der vergangenen Spielzeit immerhin sein Bundesliga-Debüt feierte, und die gleichzeitige Verpflichtung von Spielern wie Reigan Heskey nicht unbedingt schlüssig. Und genau diese Frage ploppte auf dem Mitglieder-Stammtisch am Freitagabend auf.
„Das größte Talent auf dieser Position“
„In einer der besten aller Welt haben wir immer den Anspruch, die Jungs von innen heraus in den Profibereich zu bekommen. Wenn wir die Möglichkeit haben, Spieler von intern nach oben zu bringen, dann werden wir die immer bevorzugen im Gegensatz zu externen Neuzugängen“, entgegnete Thomas Kessler. „Jetzt hatten wir aber die Chance, bei sehr talentierten internationalen Spielern den Zugriff zu bekommen. Wir haben vereinzelt Spieler in den Kader dazubekommen, die über Profile oder Qualitäten verfügen, die wir aktuell nicht in unserer Akademie abgebildet haben.“ Vor allem Reigan Heskey gilt als besonders vielversprechender Transfer, aber auch die mögliche Verpflichtung von Mikey Moore würden wohl genau in diese Kategorie fallen. „Wir haben mit Reigan jemanden bekommen, der in England als das größte Talent auf dieser Position angesehen wird“, unterstrich Wagner, erklärte aber auch, dass man auch ihm die nötige Zeit geben müsse.
„Das ist aller Ehren wert“
Immerhin sei die Situation für den jungen Engländer, der es bei Manchester City gewohnt war, immer den Ball zu haben, spielen zu können, nun in einem fernen Land, mit einer anderen Art des Fußballs, eine komplett andere. Heskey kenne die Wucht des Stadions, der Fans nicht, erklärte der Coach. „Wir müssen die Entscheidung treffen, ist der Spieler aus der U19 besser oder können wir extern einen Spieler dazunehmen, der uns vom Potenzial her das Gefühl gibt, dass er – wenn er sich angepasst hat – besser ist, als einer der jetzt schon angepasst ist“, so Wagner weiter. Dabei betonen die Verantwortlichen immer wieder, den eigenen Nachwuchs durchaus im Blick zu haben. „Wir machen in unserer Akademie einen Topjob. Dass wir unter unseren Bedingungen immer unter den Topmannschaften der Bundesliga unterwegs sind, das ist aller Ehren wert“, sagte Kessler. Mahnte aber auch, dass es zwischen der A-Jugend und den Profis noch „etwas ganz anderes“ sei.
Und dennoch verschließen die Beteiligten nicht die Augen vor möglichen Talenten. So erklärte Kessler, dass mit Wagner ein Cheftrainer im Amt sei, der nicht weggucke. Und jener Cheftrainer gab auch ein Versprechen ab: „Wir werden einen Spieler, der noch nicht bereit ist, nicht überfordern. Dann passiert das Gegenteil: Der Junge hat das Gefühl, er kann nicht schwimmen und wenn er nicht schwimmen kann, dann geht er unter und stirbt“, so Wagner. „Wir werden aber auch keinen Spieler, der bereit ist Bundesliga zu spielen, verhindern. Wenn ein junger Spieler, egal wo er herkommt, bereit ist, Fußball-Bundesliga zu spielen, dann wird er das auch tun.“
Aktuelle News, Spielberichte, Transfermeldungen und Analysen zum 1. FC Köln findest du auf come-on-fc.com.
Warum hat der 1. FC Köln so viele Fans?
Der Verein verbindet Tradition, Emotionen und eine starke regionale Identität. Besonders im Rheinland ist der 1. FC Köln tief verwurzelt und begeistert Fans aller Generationen.
Wird der 1. FC Köln noch auf dem Transfermarkt zuschlagen?
Der FC sucht vor allem auf der Position des Linksverteidigers nach weiteren Spielern. Aber auch weitere Offensivspieler sollen nach Köln wechseln.
Setzt der 1. FC Köln auf den eigenen Nachwuchs?
Die Kölner Nachwuchsabteilung gilt als besonders erfolgreiche. Die A-Junioren standen zuletzt zwei Mal im Finale um die Deutsche Meisterschaft und konnten diese auch 2025 gewinnen. Meist ist der Weg der Spieler in den Profibereich einer über Leihen. Wie bei Tim Lemperle (nun Hoffenheim), Jonas Urbig (nun Bayern) oder Julian Pauli.
Nationalspieler und spannende Talente: So agiert die Konkurrenz des 1. FC Köln bisher auf dem Transfermarkt
Simon Hense
Mit Gil Neves hat der FC am Freitagmorgen seinen nächsten Neuzugang vorgestellt. Aber nicht nur die Geißböcke haben schon spannende Namen verpflichtet. Einige Transfer gab es auch bereits bei den wahrscheinlichen Tabellennachbarn des 1. FC Köln: So verstärkt sich die Konkurrenz.
Während am Geißbockheim weiterhin die Gerüchteküche über mögliche Transfers brodelt, hat sich auch bei den möglichen Konkurrenten schon einiges getan. Von vielversprechenden Talenten bis deutschen Nationalspielern war bei den FC-Gegnern schon alles dabei.
Robin Gosens spielt künftig für Schalke 04 (Foto: Maja Hitij/Getty Images)
Einige Baustellen gibt es zwar noch beim 1. FC Köln, trotzdem hat der Verein in diesem Sommer schon einige Transfers eintüten können. So wurde Gil Neves am Freitagmorgen bereits der sechste Neuzugang in diesem Transfersommer. Dazu kommen noch die festen Verpflichtungen von Jahmai Simpson-Pusey und Tom Krauß nach ihren Leihen in die Domstadt in der abgelaufenen Saison. Diese Kaderverstärkungen sind jedoch nötig, um in der kommenden Saison in der Bundesliga zu bestehen. Denn auch die (potenzielle) Konkurrenz schläft nicht und hat teilweise mit vielversprechenden Transfers aufhorchen lassen.
Champions-League-Erfahrung auf Schalke
Speziell Schalke 04 hat für die Mission Klassenerhalt bereits ordentlich aufgerüstet. So kam zuletzt mit Robin Gosens, der schon seit seiner Kindheit Fan der Knappen war, ein deutscher Nationalspieler per Leihe ins Ruhrgebiet. Ein richtiger Transfercoup für S04! Das hatten die Gelsenkirchener bereits im vergangenen Winter mit Edin Dzeko geschafft. Letzterer hat nach einigen Wochen Ungewissheit seinen Vertrag nochmal für die kommende Saison verlängert und damit für viele Freude bei den Fans gesorgt. Neben Dzeko und Gosens hat Schalke außerdem einige weitere Bundesliga-erfahrene Profis verpflichtet. Junior Adamu, Eric Junior Dina Ebimbe, Kevin Müller (feste Verpflichtung nach Leihende) und Maximilian Wöber haben alle schon einige Partien im deutschen Oberhaus absolviert, letzterer sogar 26 in der Champions League. Mit Satoshi Tanaka von Zweitligaabsteiger Fortuna Düsseldorf haben die Knappen sich außerdem einen vielversprechenden Spieler für das zentrale Mittelfeld gesichert.
Weniger namhaft geht es beim Mitaufsteiger SC Paderborn zu. Die Ostwestfalen haben vor allem einige schmerzhafte Abgänge zu verzeichnen. Mit zum Beispiel Calvin Brackelmann (Augsburg), Dennis Seimen (Stuttgart, Leihende) und Filip Bilbija (Derby County) verlassen mehrere Aufstiegsgaranten der vergangenen Spielzeit den Verein. Diese Abgänge versucht der SCP vor allem durch Spieler aus der zweiten und dritten Liga aufzufangen, die in Paderborn den Sprung in die Bundesliga schaffen sollen. So wechselten mit Oliver Batista Meier, Albert Millgramm, Jano ter Horst, Clemens Lippmann, Timur Gayret, Tom Baack, Martin Ens und Nyamekye Awortwie-Grant sehr viele neue Spieler an die Pader. Bei wie vielen der Profis diese Strategie am Ende aufgeht, wird sich zeigen. Außerdem kommen aus Hoffenheim mit Torwart Nahuel Noll (Leihe) und dem 23-Jährigen Mittelfeldspieler Luka Duric noch zwei junge Profis nach Paderborn.
Rekordtransfer in Elversberg
Der dritte Aufsteiger im Bunde, die SV Elversberg, setzt der Vereinsphilosophie entsprechend ebenfalls auf viele junge Neuzugänge. Mit Francis Onyeka von Leverkusen und Noah Darvich aus Stuttgart hat die SVE gleich zwei Toptalente von größeren Vereinen geliehen, die wie in den Jahren zuvor schon Nick Woltemade, Fisnik Asllani oder Paul Wanner im Saarland den nächsten Schritt machen sollen. Neben den Leihen hat der Bundesliganeuling aber auch Geld für feste Transfers ausgegeben – und zwar so viel wie noch nie. Flügelspieler Cole Campbell ist der neue Rekordtransfer der SVE. Kolportierte sechs Millionen Euro fließen für den 20-Jährigen nach Dortmund.
Genauso alt wie Campbell ist Maurice Krattenmacher, der von Bayern München kommt. Schon ein paar Jahre älter mit 27 ist dagegen Luca Sirch. Der Abwehrspieler kommt ablösefrei von Kaiserslautern und will sich nun in der Bundesliga durchsetzen. Das möchte Mittelfeldspieler Lukasz Poreba ebenfalls schaffen. Beim Polen zieht Elversberg nach der Leihe vom HSV in der vergangenen Saison die Kaufoption. Komplettiert werden die bisherigen Neuverpflichtungen von Elias Etringer. Der vom SC Freiburg kommenden Nachwuchskeeper wird aber eher Einsatzzeiten in der zweiten Mannschaft bekommen.
Zwei österreichische WM-Fahrer für Werder
In der abgelaufenen Saison musste Werder Bremen lange um den Klassenerhalt zittern, dieses Mal soll die Spielzeit etwas sorgenfreier werden. Dafür sorgen soll unter anderem Cedric Itten. Der österreichische WM-Fahrer kommt aus Düsseldorf an die Weser und soll die Sturmprobleme der Werderaner lösen. Einen weiteren Nationalspieler aus dem Nachbarland haben die Bremer in Alexander Schlager geholt. Der Stammkeeper Österreichs bei der Weltmeisterschaft soll mit Karl Hein, der nach der Leihe 2025/26 fest von Arsenal verpflichtet wurde, um die Nummer Eins konkurrieren.
Dass die Position überhaupt vakant ist, liegt am wohl schwerwiegendsten Abgang: Mio Backhaus. Den hat sich der SC Freiburg kolportierte zwölf Millionen Euro plus erfolgsabhängige Boni kosten lassen. Ansonsten haben mit etwa Yukinari Sugawara oder Victor Boniface mehrere Leihspieler den Verein verlassen. Dafür setzen die Bremer auf mehrere junge, entwicklungsfähige Zugänge wie Stümer Kenny Quetant von Le Havre, die Mittelfeldspieler Darwin Soylu aus Wolfsburgs U19, Chuki von Real Valladolid und Dariusz Stalmach von Magdeburg. Außerdem bezahlt Werder mindestens drei Millionen Euro nach Polen an KS Cracovia für den 22-Jährigen Verteidiger Oskar Wojcik.
Keine Zukunft in Hamburg für Downs
Ähnlich wie der Rivale hat auch der Hamburger SV einige Spieler, die den Verein nach einer Leihe verlassen haben. Besonders hervorzuheben sind dabei natürlich die Starspieler Luka Vuskovic, der inzwischen von Tottenham nach Brighton gewechselt ist, und Fabio Vieira. Letzteren würden die Hanseaten eigentlich gerne fest verpflichten. Weil Arsenal jedoch wohl eine Ablöse von mindestens 16 Millionen Euro fordert, sind die Verhandlungen sehr festgefahren. Nicht verpflichtet hat der HSV nach seiner Leihe im vergangenen Halbjahr das Kölner Eigengewächs Damion Downs.
Dafür verstärkt in Zukunft Patson Daka den Sturm der Hamburger. Der 27-Jährige, den sich Leicester City einst 30 Millionen Euro kosten ließ, ist nach enttäuschenden Jahren in England sogar ablösefrei und möchte nun in der Bundesliga seine Karriere wieder in Schwung bringen. Für das Mittelfeld sind mit Kofi Amoako (21, vorher Dresden), Bilal Nadir (22, Marseille) und Martin Adeline (22, Troyes), bei dem es ebenfalls Gerüchte um ein Kölner Interesse gegeben hat, drei spannende, junge Spieler geholt worden. Außerdem haben die Hanseaten Albert Grønbæk für 4,7 Millionen Euro fest verpflichtet. Der 25-Jährige war zuvor schon ein halbes Jahr von Stade Rennes ausgeliehen.
Verletzungspech bei Gladbach-Neuzugang
Auch Borussia Mönchengladbach hat wie der HSV mehrere schmerzhafte Abgänge zu beklagen. So verließen unter anderem Rocco Reitz (Leipzig), Yannik Engelhardt, der mittlerweile von Como nach Freiburg gegangen ist, sowie Haris Tabakovic, der jetzt in Salzburg auf Torejagd geht, den Verein. Als Ersatz ist bisher Isac Lidberg aus Darmstadt gekommen. Darüber hinaus wurde Offensivspieler Hugo Bolin nach seiner Leihe fest verpflichtet. Mit David Herold aus Karlsruhe und Enzo Leopold aus Hannover probieren auch bei Gladbach zwei Spieler aus der zweiten Bundesliga, den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse zu schaffen.
Für mehr Stabilität in der Defensive sollen außerdem Rechtsverteidiger Yukhym Konoplia (vorher Schachtar Donezk), der den Saisonstart wegen einer Testspiel-Verletzung jedoch verpassen wird, und der 27-Jährige Daiki Hashioka, welcher per Leihe mit Kaufoption von Slavia Prag verpflichtet wurde, sorgen. Hoffnungen setzt die Borussia zusätzlich auf einen weiteren Japaner: Für nur 500.000 Euro holten die Gladbacher mit Zento Uno von Shimizu S-Pulse einen Profi, der als Staubsauger im Mittelfeld besonders in der Defensive seine Qualitäten hat. Ob er diese aber auch in der Bundesliga zeigen kann, wird sich noch zeigen.
Gute Leistungen in der Vorbereitung: Youssoupha Niang empfiehlt sich für mehr – auch gegen San Sebastián?
Simon Hense
Nach dem Profidebüt in der abgelaufenen Saison macht Youssoupha Niang auch in der Vorbereitung einen guten Eindruck. Mit seinen Leistungen empfiehlt der Youngster sich für mehr beim 1. FC Köln: Youssoupha Niang arbeitet am endgültigen Durchbruch.
Drei Tore sind Youssoupha Niang in der Vorbereitung bereits geglückt. Jetzt kann das Talent am Samstag auch gegen den bislang härtesten Gegner Real Sociedad San Sebastián beweisen, dass er in der kommenden Saison eine gute Alternative beim FC sein kann.
Youssoupha Niang macht in der Vorbereitung einen starken Eindruck
Es war eine Szene, bei der man als Stürmer auch in der Vorbereitung mal verzweifeln kann. Nach einem schönen Steckpass von Linton Maina war Youssoupha Niang im Testspiel gegen Hertha BSC völlig frei vor dem Tor durch. Der Angreifer schob den Ball überlegt am herauseilenden Berliner Keeper vorbei – und konnte doch keinen Treffer feiern. Denn der Ball sprang vom linken an den rechten Innenpfosten und aus dem Tor raus. Doch Niang verschwendete im ersten Moment keine Zeit damit, sich zu ärgern. Stattdessen lief er den klärenden Herthaner Verteidiger an, bis dieser den Ball ins Aus schlug. Eine Szene, die einen Hinweis darauf gibt, dass das Kölner Eigengewächs die richtige Einstellung zu haben scheint, um sich endgültig in der Profi-Mannschaft der Geißböcke zu etablieren.
Bewerbungen für mehr
Denn das ist für den 20-Jährigen jetzt die Aufgabe. Nachdem Niang in der vergangenen Saison bereits zu zehn Bundesliga-Einsätzen kam, zwei davon sogar in der Startelf, soll nun der nächste Schritt folgen. Dafür gab der Youngster in der Vorbereitung schon einige Bewerbungen ab. Im ersten Testspiel gegen Rheinsüd Köln traf der Stürmer zum zwischenzeitlichen 2:0, gegen Bergisch Gladbach sogar doppelt. In der Partie gegen die Hertha blieb er dann zwar nach seiner großen Chance ohne Treffer, machte aber trotzdem einen sehr ordentlichen Eindruck in der Sturmspitze und hatte auch ein paar gute Momente gegen den Ball dabei.
Am Samstag gibt es dann gegen den Real Sociedad San Sebastián für das Talent die Möglichkeit, zu zeigen, dass er diese Eindrücke auch gegen den bislang stärksten Gegner bestätigen kann. Das ist für Niang umso wichtiger, da die Konkurrenz beim FC auf seinen Positionen groß ist. Im Sturm ist Ragnar Ache als erste Wahl gesetzt, eventuell kommt auch noch ein weiterer Back-up. Auf der rechten Seite wiederum sieht es nicht leichter aus, besonders wegen der wohl bevorstehenden Verpflichtung vom in der Offensive variabel einsetzbaren Mikey Moore.
Erste Duftmarken bereits vor einem Jahr
Es wird also nicht einfach für das Talent, sich durchzusetzen. Trotzdem ist der Angreifer fest für den Kader der Profis vorgesehen. Und schon vor einem Jahr hätte es für den damals 19-Jährigen fast zum Durchbruch gereicht. Der Stürmer galt als eine der Überraschungen der Vorbereitung. Thomas Kessler bescheinigte ihm etwa, das er „sehr gut unterwegs war und zumindest mal eine erste Duftmarke im Profikader setzen konnte.“ Das sagte der damals noch Sportdirektor jedoch zu einem Zeitpunkt, als schon klar, dass Niang auf seinen Durchbruch noch warten musste. Denn der Angreifer wurde – wie schon öfter zuvor im Nachwuchsbereich – von einer Verletzung ausgebremst.
So verpasste Niang fast die komplette Hinrunde, kam danach aber trotzdem zu seinen ersten Bundesliga-Minuten. Daher ist es ihm dieses Jahr mit einer kompletten Vorbereitung durchaus zuzutrauen, sich endgültig in der ersten Mannschaft zu etablieren. Die ersten Duftmarken dafür hat er diesen Sommer bereits gesetzt. Und vielleicht folgt am Samstag ja direkt die nächste.
So stehen die Chancen der sechs Nachwuchsspieler des 1. FC Köln bei den Profis
Simon Bartsch
Gleich ein halbes Dutzend Talente hat FC-Trainer René Wagner mit nach Kitzbühel genommen. Und mehrere von ihnen haben ihre Chance vorerst genutzt. Vielleicht ein Fingerzeig für ihre mittelfristige Zukunft beim 1. FC Köln: So schlugen sich die Nachwuchsspieler im Trainingslager. Offenbar setzten sie eine Duftmarke. Denn die meisten waren am Montag bei der Einheit bei den Profis wieder dabei.
Nach der Rückkehr von der intensiven Woche in Kitzbühel standen für den FC bereits am Samstag weitere Termine auf dem Programm. Zum einen natürlich die Saisoneröffnung, auf der die Spieler vor Ort waren, fleißig Autogramme schrieben, zum anderen ging es für einige Spieler auch direkt mit einem Pflichtspiel weiter. Denn die U21 startete mit einem 2:1-Erfolg über Wiedenbrück im Franz-Kremer-Stadion in die neue Saison. Mit Kristiyan Irmiev und Nilas Yacobi waren zwei Akteure dort wieder im Einsatz. Für weitere Spieler könnte es in naher Zukunft sogar Richtung Profimannschaft gehen.
Jonathan Friemel, Kristiyan Irmiev und Patrik Kristal trainieren mit den Profis in Kitzbühel (Foto: come-on-fc.com)
Gegen den SC Wiedenbrück startete die Mannschaft von Manuel Hartmann am Samstag erfolgreich in die neue Saison. Mit dabei waren gleich zwei Spieler, die zuletzt in Kitzbühel arbeiteten. Insgesamt bekamen sechs Nachwuchshoffnungen die Chance, in Österreich eine Bewerbung bei René Wagner abzugeben. Der zeigte sich durchweg zufrieden mit den Talenten. Jonathan Friemel, David Fürst, Irmiev, Patrik Kristal, Maik Afri Akumu und Yacobi spielten dort beim Kölner Cheftrainer vor. Und dürfen das nun vorerst auch weiterhin. Immerhin waren sie auch am Montag – bis auf Yacobi – wieder bei Wagner auf dem Platz. Den stärksten Eindruck hinterließ Patrik Kristal in Kitzbühel. Der Mittelfeldspieler drängte sich geradezu für höhere Aufgaben auf. Kristal galt vor einigen Wochen als möglicher Leihkandidat. Nach seinen Leistungen in Österreich könnte vielleicht sogar mehr in dieser Saison drin sein. Der Este spielte am Freitag gegen die Hertha rund 60 Minuten bei den Profis, war dafür am Samstag kein Thema bei der U21.
Besonders auffälliger Spieler
Eine starke Vorbereitung liefert bislang auch David Fürst ab. Der Rechtsverteidiger hatte erst vor wenigen Wochen seinen Vertrag verlängert und somit das Vertrauen von Vereinsseite aufgezeigt bekommen. Der 19-Jährige fiel zum ersten Mal der breiteren Masse wohl im Youth-League-Spiel gegen Inter Mailand auf. Dort war er einer der besonders auffälligen Kölner Spieler. Auch in Kitzbühel hinterließ er einen besonders guten Eindruck. Da die rechte Abwehrseite mit Sebastian Sebulonsen und Alessio Castro-Montes aber gut besetzt ist, werden Profi-Einsätze in dieser Saison nicht so einfach werden – ausgeschlossen sind sie ganz sicher aber nicht. Im Spiel gegen Hertha offenbarten sich allerdings noch einige altersgerechte Schwächen. Dennoch ist Fürst ein vielversprechendes Talent.
Auf der anderen Seite gab auch Jonathan Friemel ein ordentliches Arbeitszeugnis ab. Der Linksverteidiger profitierte in den Testspielen vom Ausfall von Gideon Mensah. Wie berichtet fehlte der Ghanaer zunächst aufgrund eines WM-Sonderurlaubs und anschließend aufgrund eines Infekts. Friemel war – wenn auch gegen unterklassige Gegner – ein würdiger Ersatz. Maik Afri Akumu gab ebenfalls eine erste Duftmarke ab. Der Youngster hatte schon im Testspiel gegen Bergisch Gladbach getroffen und zeigte sich auch im Trainingslager extrem engagiert. Allerdings ist die Konkurrenz in der Offensive groß. Gegen Berlin reichte es „nur“ für eine gute halbe Stunde, doch auch der Offensivspieler wird weitere Chancen erhalten, sich zu zeigen.
Nur zu Kurzeinsätzen kamen gegen Berlin eben Irmiev und Yacobi. Die beiden Youngster sammelten dafür am Samstag ihre Minuten bei der „Reserve“. Möglicherweise ein Fingerzeig, in welche Richtung es mittelfristig für die beiden geht. Über die grundsätzliche Planung, wie das Kölner Trainerteam weiter mit den sechs Nachwuchsspielern vorgehen will, wollte sich René Wagner am vergangenen Freitag in Österreich noch nicht äußern. Der 38-Jährige erklärte, man werde sich nun erstmal zusammensetzen und dann entscheiden. Am Montag waren die Sechs wieder mit von der Partie und trainierten mit den Profis am Geißbockheim. Aktuell spielt Malek El Mala da noch keine Rolle. Das könnte sich während der Saison vielleicht ändern.
FC sticht den FC Bayern aus und verlängert mit U-Nationalspieler Ben Nwachukwu
Simon Bartsch
Noch vor wenigen Wochen soll der FC Bayern München an dem Nachwuchsspieler interessiert gewesen sein. Jetzt die Wende. Der 1. FC Köln verlängert mit Ben Nwachukwu und bindet das Talent langfristig.
Er strahlt eine ungewöhnliche Ruhe aus, gilt als besonders zweikampfstark und wird bereits mit Nico Schlotterbeck verglichen. Ben Nwachukwu ist eins der größten Defensivtalente des Landes – zumindest in seinem Jahrgang. Kein Wunder, dass die Bayern ein Interesse an dem Spieler bekundet haben. Doch daraus wird nichts. Der FC hat den Vertrag verlängert und das über die Sozialen Medien auch bekannt gegeben.
Ben Nwachukwu vom 1. FC Köln beim Länderspiel der deutschen U16. (Foto: picture alliance / DFB | Sergio Lopez)
Es ist schon ein deutliches Zeichen, dass der FC da gesetzt hat. Denn die Geißböcke haben sich offensichtlich bei Ben Nwachukwu gegen die Bayern durchgesetzt. Wie berichtet, war der Rekordmeister an einer Verpflichtung des Talents interessiert. Die Bayern wollten den Innenverteidiger an den Campus an die Säbener Straße holen. Doch daraus wird nichts, denn der FC hat mit dem Talent den Vertrag verlängert. Wenn die Geißböcke perspektivisch auf einer Position besonders gut aufgestellt sind, dann scheint es sich dabei um Innenverteidiger zu handeln. Julian Pauli und Elias Bakatukanda kommen im Sommer von ihren Leihen zurück und zumindest ersterer wird durchaus die Chance erhalten, sich bei den Profis zu zeigen. Aus der U19 rücken einige Talente in die U21 auf und nun das nächste in die U19. Vielleicht sogar das größte. Ben Nwachukwu gilt als besonders vierversprechender Abwehrspieler, ist physisch für sein Alter bereits sehr zweikampfstark und zudem technisch besonders versiert am Ball.
FC Bayern München zieht den Kürzeren
In Köln ist man jedenfalls sehr glücklich darüber, dass der Spieler noch einen Kontrakt bis 2028 hat. Und doch gibt es aktuell eine vielleicht doch beunruhigende Entwicklung. Auch deswegen wurde der Vertrag nun bis 2029 verlängert, obwohl er ohnehin noch bis 2028 gelaufen war. Der Abwehrspieler wechselte 2017 als Siebenjähriger von Südwest zum FC. Dort durchlief er nach und nach die Juniorenmannschaften und ist nun eins der ganz großen Talente der U19. Dort wird ihn Trainer Stefan Ruthenbeck nun begrüßen. In dieser Saison lief er zehn Mal auf. Neben dem Innenverteidiger hat der FC auch den Vertrag von Torhüter Jacob Esser verlängert. Er gilt ebenfalls als großes Talent und wird sich nun beim FC weiter entwickeln. Mit Milian Eggers haben die Kölner zudem noch einen Stürmer für die U19 verpflichtet. Der Angreifer kommt aus Ingolstadt zum FC.
Ben Nwachukwu vor Absprung? FC Bayern buhlt um Mega-Talent des 1. FC Köln
Simon Bartsch
Möglicherweise gibt es einen weiteren Abgang eines ganz großen Talents beim 1. FC Köln: Der FC Bayern ist an Ben Nwachukwu interessiert. Der 16-Jährige ist deutscher Junioren-Nationalspieler und gilt deutschlandweit als vielversprechender Youngster.
Er strahlt eine ungewöhnliche Ruhe aus, gilt als besonders zweikampfstark und wird bereits mit Nico Schlotterbeck verglichen. Ben Nwachukwu ist eins der größten Defensivtalente des Landes – zumindest in seinem Jahrgang. Und bislang spielt er in den Reihen der Kölner. Das könnte sich aber bald ändern.
Ben Nwachukwu vom 1. FC Köln beim Länderspiel der deutschen U16. (Foto: picture alliance / DFB | Sergio Lopez)
Wenn die Geißböcke perspektivisch auf einer Position besonders gut aufgestellt sind, dann scheint es sich dabei um Innenverteidiger zu handeln. Julian Pauli und Elias Bakatukanda kommen im Sommer von ihren Leihen zurück und zumindest ersterer wird durchaus die Chance erhalten, sich bei den Profis zu zeigen. Auch im Endspiel um die Deutsche U19-Meisterschaft boten die Kölner mit Luis Stapelmann und Assad Kotya-Fofana zwei Zukunftsversprechen auf. Und auch bei der Kölner U17 gibt es mindestens eins dieser großen Talente. Vielleicht sogar das größte. Ben Nwachukwu gilt als besonders vierversprechender Abwehrspieler, ist physisch für sein Alter bereits sehr zweikampfstark und zudem technisch besonders versiert am Ball. In Köln ist man jedenfalls sehr glücklich darüber, dass der Spieler noch einen Kontrakt bis 2028 hat. Und doch gibt es aktuell eine vielleicht doch beunruhigende Entwicklung.
FC Bayern München an Ben Nwachukwu interessiert
Denn niemand anderes als der FC Bayern München hat den Fokus auf den Innenverteidiger gerichtet. Der Abwehrspieler wechselte 2017 als Siebenjähriger von Südwest zum FC. Dort durchlief er nach und nach die Juniorenmannschaften und ist nun eins der ganz großen Talente der U17. In dieser Saison lief er zehn Mal auf. Der deutsche Rekordmeister will den Spieler laut „Bayern aktuell“ auf den Campus der Münchner holen. Allerdings haben die Bayern mit Filip Pavic (16) und Cassiano Kiala (17) zwei Top-Talente auf der Position im Kader der U17. Stand jetzt hat der Spieler einen Vertrag in Köln und es gibt aus Sicht des FC wenig Grund, warum man den Akteur abgeben sollte, die anderen Parteien können das natürlich möglicherweise anders sehen.
Die richtigen Puzzle-Teilchen? Lukas Kwasniok und der Spagat zwischen Offensivpower und Überforderung
Simon Bartsch
Lukas Kwasniok entschied sich am Freitagabend gegen den Einsatz von Nachwuchskräften. Der Coach setzte Jakub Kaminski als Defensivspieler ein. Dadurch ging aber Offensivkraft verloren beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok setzt auf Jakub Kaminski statt auf den Nachwuchs.
Im Duell gegen den FC Augsburg setzte Lukas Kwasniok auf die Defensivkünste von Jakub Kaminski und entschied sich gegen einen seiner Nachwuchskräfte.
Lukas Kwansiok vor dem Spiel gegen den FC Augsburg (Foto: Sebastian Widmann/GettyImages)
Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den ersten 5000 Instagram Followern verlost come-on-fc.com einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen und come-on-fc.com.
Lukas Kwasniok wollte sich in der vergangenen Woche nicht festlegen. Der Trainer der Geißböcke hielt einen Einsatz von Cenny Neuman oder einen von David Fürst gegen den FC Augsburg für durchaus denkbar. Bereits am Donnerstag fiel die erste Entscheidung. Fürst reiste gar nicht erst mit in die Fuggerstadt. Neumann stand zwar im Kader, kam aber noch nicht zu seinem Debüt. Für den 19-Jährigen war es die zweite Kader-Nominierung, doch zu einem Einsatz reichte es nicht. Noch nicht. Denn die beiden FC-Youngster könnten in den Überlegungen des Kölner Trainers künftig vielleicht eine größere Rolle spielen. Nach den Ausfällen von Sebastian Sebulonsen und Jan Thielmann fehlen den Geißböcken die etatmäßigen rechten Schienenspielern.
Puzzle statt Nachwuchskraft
Sollte Alessio Castro-Montes in der kommenden Woche noch nicht zur Verfügung stehen, wären die beiden Nachwuchsspieler sicher wieder eine Option. Auch unmittelbar vor dem Spiel gegen den FCA hatte der Kölner Coach betont, dass sie schon bald ihre Chance erhalten könnten, wenn auch nicht unbedingt von Beginn an. „Wir haben es am Mittwoch auch so trainiert, aber ich hatte noch nicht das Gefühl, dass sie am Freitagabend von Beginn an ihren Mann stehen könnten. Da hätte ich sie überfordert und ihnen keinen Gefallen getan“, sagte der Coach. Und so zog Kwasniok den beiden Talenten ein weiteres Puzzle vor. Und der 44-Jährige darf sich durchaus die Frage gefallen lassen, ob die Teile denn auch wirklich gut ineinander gepasst haben. So schob Kwasniok einmal mehr Jakub Kaminski auf die rechte Defensivseite zurück. Eine Rolle, die der Pole durchaus spielen kann. Kaminski lieferte auf der rechten Schiene erneut eine ordentliche Leistung ab. Mehr aber auch nicht.
In der Offensive ist der 23-Jährige aber durchaus gefährlicher. Das bewies Kaminski im Duell gegen die TSG Hoffenheim, wo der Pole einmal mehr zu den starken Kölnern gehörte, an fünf Torschüssen beteiligt war und den Ausgleich von Said El Mala sogar vorbereitete. Gerade in der Hinrunde zeigte Kaminski, wie wichtig er für den FC in dieser Rolle ist. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass dem FC spielerisch gegen die Augsburger so gut wie gar nichts einfiel. Kaminski gehört zu den Akteuren, die vom schnellen Umschaltspiel der Kölner profitieren. Zu diesen Momenten kam es im Grunde nicht, weil der FCA die Geißböcke (nach druckvoller Anfangsphase) anlaufen ließ, um genau diese Situationen zu unterbinden. Ob Kaminski dem Spiel also ein anderes Element verliehen hätte, darf zumindest hinterfragt werden.
Zudem ist der Sprung für die Nachwuchskräfte in den Profibereich nach wie vor ein großer. Es wird für den Kölner Trainer also ein Abwägen bleiben, ob der Nachwuchs wirklich schon bereit für mehr ist und Kwasniok auf Kaminski in vorderster Front weiterhin verzichten kann. Die Begegnung gegen den BVB spricht jedenfalls wieder für Umschaltmomente, allerdings auch für schnelle gegnerische Außenspieler.
Nachwuchsspieler als Alternative auf der rechten Seite? Lukas Kwasniok: „Sie sind eine Option“
Simon Hense
Mit Sebastian Sebulonsen, Jan Thielmann und Alessio Castro-Montes fällt nahezu die komplette rechte Seite bei den Geißböcken aus. Gegen Augsburg könnten auch Nachwuchsspieler die Lücke füllen beim 1. FC Köln: Neumann und Fürst sind für Kwasniok eine Option.
Enorm gebeutelt von Verletzungen tritt der FC die Reise zum FC Augsburg an. Gerade auf der rechten Seite müssen die Geißböcke viele Ausfällt verkraften. Das könnte eine Chance für zwei Nachwuchsspieler bedeuten beim 1. FC Köln: Neumann und Fürst sind für Kwasniok eine Option.
Sebastian Sebulonsen wird dem 1. FC Köln gegen Augsburg verletzungsbedingt fehlen
Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den ersten 5000 Instagram Followern verlost come-on-fc.com einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen und come-on-fc.com.
Vor dem Spiel gegen den FC Augsburg am Freitag hatte Lukas Kwasniok einige schlechte Mitteilungen für die FC-Fans: „Es ist so, dass Joel Schmied, Alessio Castro-Montes, Jan Thielmann, Sebastian Sebulonsen und Linton Maina definitiv ausfallen werden.“ Zusätzlich stehen auch hinter Fynn Schenten, Said El Mala (Muskelverhärtung) und Denis Huseinbasic, der das Training am Mittwoch mit Hüftproblemen vorzeitig beenden musste, Fragezeichen. Extrem viele (potenzielle) Ausfälle. Besonders betroffen ist dabei die rechte Seite der Kölner. Durch die Muskelverletzungen von Thielmann, Sebulonsen und Castro-Montes steht fast das komplette Personal für die recht Schiene nicht zur Verfügung. Das stellt den Coach vor eine knifflige Situation. Die könnte aber gerade für einige junge Spieler zu einer Chance werden.
Chance für Neumann oder Fürst?
Denn der Trainer brachte für die rechte Schiene zwei Talente als Alternativen ins Spiel. „Cenny Neumann und David Fürst machen das gut. Lassen wir uns überraschen, sie sind auf jeden Fall eine Option“, so Kwasniok. Damit könnten einer der beiden nach Youssoupha Niang und Fynn Schenten der nächste Spieler aus dem Kölner Nachwuchs sein, der unter dem Coach sein Debüt in der ersten Mannschaft feiert. Dabei spielt ihnen in die Karten, dass der Trainer eigentlich nach den Leistungen der vergangenen Partien nicht so viele Änderungen vornehmen möchte. „Rein theoretisch könnte da ein Kaminski spielen. Oder ein Tom Krauß, einfach weil er diese physischen Voraussetzungen mitbringt. Aber du willst eigentlich nicht so viel verändern, weil du stabil warst. So spielt das auf jeden Fall eine Rolle und ist in meinen Gedanken jetzt nicht ganz weit hinten in der Schublade, dass wir einfach einen laufen lassen. Weil die Jungs das Potential mitbringen, sonst würden sie nicht bei uns trainieren“, stellte Kwasniok den Talenten eine Chance in Aussicht.
Auch physisch sieht der Coach Neumann und Fürst weit genug für die Bundesliga. Ein wichtiger Aspekt, wenn es um den Sprung vom Nachwuchs- in den Profifußball geht. Ein weiterer Vorteil für die beiden ist, dass es sich um eine Position auf der Außenbahn handelt. „Es ist nochmal was anderes, eine zentrale Position vielleicht einzunehmen. Wenn du einen zentralen Innenverteidiger mit 19 da reinwirfst, ist das ein bisschen was anderes als vielleicht auf der rechten Schiene, wo beide Tore nicht ganz so nah an deinen Aktionen sind und Fehler eher verziehen werden. Weil die natürlich in der Aufregung passieren können“, meinte der Trainer. So haben Neumann und Fürst eher weniger Druck auf der rechten Seite. Dabei hat Kwasniok „vollstes Vertrauen in die Jungs“.
Bisher in der zweiten Mannschaft und U19 aktiv
Damit können sich die beiden Talente durchaus Hoffnung machen, dass einer von ihnen am Freitag in Augsburg seine Premiere im Profifußball feiern darf. Neumann, der im Sommer aus dem Leipziger Nachwuchs nach Köln gekommen war, kommt bisher in dieser Saison auf zwölf Einsätze bei der zweiten Mannschaft in der Regionalliga. Dort hat sich der 19-Jährige zuletzt auf der rechten Schiene festgespielt. So stand er in den vergangenen acht Partien immer in der Startelf, spielte häufig auch durch. Fürst dagegen kam bisher nur in der U19 zum Einsatz. Dort durfte der Rechtsverteidiger unter anderem auch in vier von fünf Youth-League-Spielen ran. Beide konnten so schonmal Kwasniok auf sich aufmerksam machen. Und zumindest im Kader wird angesichts der vielen Ausfälle sehr wahrscheinlich ein Platz für mindestens einen der beiden frei sein.
Zurückhaltung, einem der beiden eine Chance zu geben, hat der Trainer nach eigener Aussage zumindest schonmal nicht. „Ich scheue mich nicht davor, die einfach reinzuwerfen, weil ich auch das Gefühl hab, dass die Mannschaft sehr stabil in sich ist“, erklärte der Coach. So können die erfahreneren Profis den potenziellen Debütanten Sicherheit geben. Ob Kwasniok das trotzdem vorhandene Risiko eingehen wird und einen der beiden bringt, wird sich zeigen. Hoffnung werden Neumann und Fürst nach den Aussagen des Trainers aber auf jeden Fall haben.
Nach einer dreiwöchigen Verletzungspause feierte Marius Bülter gegen Augsburg sein Comeback. Gegen Dortmund will der Stürmer wieder vorangehen und gegen die Nummer zwei der Liga das Bestmögliche herausholen für die Geißböcke. Vor der Partie gegen die Schwarzgelben steht er aber aus einem anderen Grund im Fokus: Marius Bülter löst Wettschulden ein.
Vor der schwierigen Auswärtsfahrt nach Dortmund scheint die Stimmung ausgelassen beim 1. FC Köln: Marius Bülter löst Wettschulden ein.
Nach dreiwöchiger Verletzungspause ist Marius Bülter gegen Borussia Dortmund wieder fit. (Foto: Herbert Bucco)
Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 5000 Instagram und 5000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal hier
Teil’ diesen Beitrag mit deinen Freunden:
Für 90 Minuten hat es für Marius Bülter am vergangenen Samstag noch nicht gereicht: Erst eine Achillessehnenreizung und anschließend Adduktorenbeschwerden bremsten den 32-Jährigen bei den Partien gegen Stuttgart und gegen die TSG Hoffenheim noch aus. Bei der Begegnung mit dem FC Augsburg dann, wurde er in der 59. Minute für Luca Waldschmidt eingewechselt. Bülter konnte bei seinem 30-Minuten-Comeback jedoch insgesamt keinen maßgeblichen Einfluss auf das Spiel nehmen. Das soll sich am kommenden Spieltag ändern. Vor dem Highlight-Spiel gegen Borussia Dortmund schaut der Stürmer voller Vorfreude auf die Begegnung vor der beeindruckenden Kulisse im Signal-Iduna-Park: „Gerade in unserer Situation können wir, glaube ich, dorthin fahren und ohne Druck mit viel Selbstvertrauen sagen, dass wir auch etwas holen wollen.“ Ob er am Samstag von Beginn an auf dem grünen Rasen vor der gelben Wand stehen wird, wollte er heute noch nicht sagen: „Das weiß ich noch nicht, es sind ja noch zwei Trainingstage. Aber es fühlt sich von Tag zu Tag besser an. Dann schauen wir mal, was der Trainer mit mir vorhat“, antwortete er auf die Frage, ob er wieder bei 100 % sei.
Mit Selbstvertrauen nach Dortmund
Die Geißböcke reisen am Samstag zum Tabellenzweiten der Bundesliga. Zuletzt mussten sich Niko Kovačs Dortmunder im Kräftemessen mit dem Tabellenführer aus München knapp mit 2:1 geschlagen geben, blicken ansonsten auf einen erfolgreichen Saisonstart zurück. Auch auf Europäischem Parkett ist die Kovač-Elf voll auf Kurs. Gestern erst gelang ihn ein überzeugender 4:2 Auswärtssieg beim Aufeinandertreffen mit dem Dänischen Topklub FC Kopenhagen. Gegen die bislang zu Hause ungeschlagenen Dortmunder wird ein Punktgewinn für die Kölner demnach zu einer echten Herausforderung. Dennoch blickt man am Geißbockheim mit Zuversicht auf das Duell: „Wenn wir möglichst wenige Fehler machen, diszipliniert spielen und 110 Prozent geben, wenn wir jeden Ballkampf und jeden Zweikampf gewinnen wollen, dann haben wir auch genug Qualität, um gegen Dortmund Tore zu schießen.“
„Dann gebe ich einen aus“
Vor der Begegnung mit Dortmund spiegelt die Stimmung innerhalb der Mannschaft die sportlichen Leistungen der letzten Wochen, bestätigt Bülter: „Das allgemeine Gefühl in der Mannschaft und im Verein bestätigt, dass wir einen guten Start hingelegt haben“. Die Teamchemie der Kölner scheint zu stimmen. Ein Beispiel hierfür ist auch der Burgertruck, der heute am Trainingsgelände zu beobachten war. Hinter dem ungewohnten Bild steckt niemand anderes als Marius Bülter. Im Interview heute klärte er auf, womit es dabei auf sich hat: „Ich habe den Jungs gesagt: „Wenn wir gegen Hoffenheim gewinnen, dann gebe ich euch einen aus. Deshalb löse ich heute meine Wettschulden ein“. Es bleibt spannend, welche Mittel der 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund wählen wird, um auch gegen die Schwarzgelben Punkte mit nach Hause zu nehmen.