Torjäger, Matchwinner, Krisenbewältiger – und damit gleichzeitig auch Sorgenkind

Tim Lemperle nach einem Tor 1. FC Köln
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Torjäger, Matchwinner, Krisenbewältiger – und damit gleichzeitig auch Sorgenkind

Mit seinem Treffer gegen Hertha BSC avancierte Tim Lemperle zum zweiten Mal innerhalb von fünf Tagen zum Matchwinner für die Kölner und somit auch zum Krisenbewältiger. Ganz nebenbei betreibt der Angreifer mächtig Eigenwerbung und das nicht nur für den 1. FC Köln: Tim Lemperle weckt Begehrlichkeiten.

Tim Lemperle schoss bereits sechs Tore in der Saison, führt mit neun Punkten die interne Scorerliste in der Liga an. Der Angreifer ist bereits jetzt unersetzbar für den 1. FC Köln: Tim Lemperle weckt Begehrlichkeiten.

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Am vergangenen Dienstag schon der Dosenöffner, am Samstag erneut der Matchwinner – zwei Mal in Folge der Spieler des Spiels und damit wohl einer der größten Krisenbewältiger beim FC – es läuft bei Tim Lemperle dieser Tage. Nachdem der Angreifer die Kölner schon im Pokal mit seinem Modeste-Gedächtnis-Kopfball in Führung und damit auf Erfolgskurs gebracht hatte, legte der 22-Jährige gegen Hertha BSC mit einem abgeklärt souveränen Ball ins lange Eck locker nach. Dieses Mal der einzige Treffer, damit der entscheidende. „Im Olympiastadion, so einem schönen und traditionellen Stadion, das 1:0 zu schießen und damit auch noch das Siegtor, ist ganz besonders“, sagte der Torschütze, der aber vor allem Dominique Heintz für dessen Vorarbeit lobte, diese als „weltklasse“ einordnete.  

Lemperle wird für den FC überlebenswichtig

Für den FC ist der Angreifer unverzichtbar. Als rückkehrender Leihspieler auch aufgrund der Transfersperre fest in den Kader integriert, ist Lemperle in dieser Spielzeit vor allem überlebenswichtig. Mit nunmehr sechs Toren führt Lemperle die interne Torjägerliste, mit neun Punkten die interne Scorerliste in der Liga an. Inklusive Pokal ist nur Linton Maina noch erfolgreicher (elf Zähler), Lemperle kommt in dieser Statistik auf zehn. Der 22-Jährige war in dieser Saison an mehr als einem Drittel aller Kölner Tore beteiligt. Nur noch ein Scorerpunkt fehlt und der Stürmer hat den Wert der Vorsaison schon frühzeitig erreicht. Für den kommenden Gegner aus Fürth erzielte Lemperle in der gesamten vergangenen Spielzeit sechs Tore und bereitete fünf vor. Beim FC ist der 22-Jährige unumstritten, reißt Woche für Woche seine Leistung ab, zuletzt waren vor allem seine Wege in die Defensive besonders beeindruckend. 

Neben der wiedergefundenen Balance in der Defensive ist Lemperle aktuell der größte Gewinn. „Tim hat gerade einen sehr guten Lauf und trifft gefühlt alles“, sagte Maina am Samstagabend. Auch Dominique Heintz und natürlich Gerhard Struber lobten den Stürmer. Kein Wunder, beim FC ist man mit der Entwicklung des Stürmers wohl überglücklich. Denn natürlich stand vor der Saison auch hinter dem 22-Jährigen ein großes Fragezeichen. Zwar hatte sich Lemperle bei der Leihstation in Fürth weiterentwickelt, war zum Stammspieler gereift. Ob der Angreifer aber auch beim FC funktionieren würde, war offen. Schließlich war dem Eigengewächs der Durchbruch am Geißbockheim noch nicht gelungen und angesichts der Sturmflaute der vergangenen Saison die Hoffnung groß, Lemperle könne noch mehr Torgefahr entwickeln. Das kann er offensichtlich. Alleine in den vergangenen sieben Spielen war der Angreifer an sechs Toren beteiligt.

Lemperle wohl nur bei Aufstieg zu halten

Doch mit jeder Torbeteiligung und mit jedem guten Spiel werden sicher auch die Sorgenfalten der Kölner Verantwortlichen ein wenig tiefer. Denn Lemperle betreibt gerade nicht nur bei Struber und dem FC mächtig Eigenwerbung. Schon vor einigen Wochen ploppte das Gerücht auf, der Stürmer stünde auf der Liste einiger Bundesligisten, die TSG Hoffenheim wurde explizit genannt. Wie viel an dem Gerücht dran ist, ist schwer einzuordnen, belastbare Quellen gibt es nicht. Auszuschließen ist es aber auch nicht und erst recht nicht, dass sich andere Bundesligisten und weitere Clubs für den 22-Jährigen interessieren. Die Leistungen sprechen für sich. Und nicht nur die Leistungen. Bekanntlich läuft der Vertrag des Stürmers im kommenden Sommer aus. Ein Angreifer von Lemperles Format wird wohl kaum in Liga zwei zu halten sein.

Das weiß man natürlich auch beim FC. Die Möglichkeit auf Liga eins würde Vertragsgespräche für die Kölner Verantwortlichen sicherlich erleichtern. Diese sind für den Herbst auch angedacht. Ausgerechnet Lemperle soll möglichst viel dafür tun, dass der Wiederaufstieg gelingen kann, der damit aber weiterhin Eigenwerbung betreiben würde. Klingt alles ein wenig nach Teufelskreis.


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Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln

Kommentar zu Schwäbe

Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht – ein Kommentar

Marvin Schwäbe beim Training des 1. FC Köln
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Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht – ein Kommentar

Schon seit Saisonbeginn wird heftig über die Torhüter beim FC diskutiert. Nun ist die Torwartfrage ein weiteres Mal beantwortet. Doch die Antwort wirft Fragen auf. Dabei darf es nur einen einzigen Grund für eine solche Entscheidung geben. Ein Kommentar zur Torwartfrage beim 1. FC Köln.

Kaum eine Position wurde in den vergangenen Monaten beim FC so heiß diskutiert wie die des Keepers. Dabei ist das Problem ein hausgemachtes. Und das sollte es nicht sein. Ein Kommentar zur Torwartfrage beim 1. FC Köln.

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Lange war es ruhig um die Torhüterfrage beim 1. FC Köln. Spätestens seit vergangenem Montag und damit mitten in die erste Krise der aktuellen Saison gibt es ein neues Kapitel. Ein weiterer Abschnitt in einer mittlerweile doch langen und zugegeben auch ein wenig undurchsichtigen Geschichte. Die Ausgangslage: Der FC verfügt seit diesem Sommer über zwei Torhüter, die laut dem aktuellen Trainer beide herausragend sind. Mit Marvin Schwäbe haben die FC-Bosse erst im Sommer 23 den Vertrag verlängert, mit Jonas Urbig als großes deutsches Talent noch ganz schön viel vor. Beide Keeper haben ihre Qualitäten in den vergangenen Spielzeiten durchaus unter Beweis gestellt. Beide Keeper waren in der vergangenen Spielzeit die unumstrittene Nummer eins in ihrem jeweiligen Club und beide Keeper haben dementsprechend wohl auch wenig Lust, bei ihrem Verein nur die zweite Geige zu spielen.

So einfach ist es wohl doch nicht

Und da beginnt schon das Problem. Denn in dem Moment, in dem klar war, dass der FC – vielleicht aufgrund der Transfersperre, vielleicht aufgrund der Ansprüche des U21-Nationaltorhüters, wahrscheinlich aber auch eine Mischung aus mehreren Faktoren – bei Urbig kein weiteres Leihkonstrukt anstrebt, war auch klar, dass man in der Torwartfrage eine wichtige Entscheidung treffen müsse. Und eine Entscheidung, die nicht allen Beteiligten schmecken würde. Sollte Schwäbe tatsächlich – wie vom Verein auch am Samstagabend einmal mehr kommuniziert – frühzeitig seinen Wechselwunsch hinterlegt haben, dann kam dieses Abschiedsgesuch für die FC-Bosse wie gerufen und die Entscheidung pro Urbig wäre absolut nachvollziehbar und nur fair. Es gibt aber auch Schwäbes Erzählweise, die diesen Zeitablauf in Frage stellt und damit für ein kleines Geschmäckle sorgt.

So oder so hatte der Verein im Sommer eine Grundsatzentscheidung getroffen und damit auch jegliche weitere Diskussionen ganz einfach unterbunden. Urbig ist die Nummer eins, Schwäbe lege man keine Steine in den Weg. Punkt! Nur ist es anscheinend eben doch nicht so einfach. Zumindest hat die Torwartfrage viele Nebenschauplätze, die unheimlich viel Raum für Spekulationen, Ideen und Gerüchte lassen. Etwa, dass Urbig frühzeitig der Platz im Kasten zugesagt worden sei, um den jungen Keeper nicht zu verprellen, um sich die Chance offenzuhalten, den U21-Nationalspieler auch über den Vertrag bis zum Sommer 2026 hinaus zu halten. Schließlich weiß man beim FC um das große Talent, um das Interesse anderer, ja, auch größerer Vereine und um den Wert, den dieser Spieler in ein paar Jahren haben kann. In diese Diskussionen fließt mal immer wieder gerne der Name Florian Wirtz ein.

Hausgemachte Probleme

Die Geschichte schien bereits ein Ende gefunden zu haben, denn Schwäbe machte keinen Hehl daraus, den Verein dann auch in der Tat zu verlassen. Also nur Gewinner. Nun gibt es die Rolle rückwärts. Schwäbe spielte zuletzt gegen Holstein Kiel und am Samstagabend dann auch gegen Hertha BSC. Und ähnlich wie die Grundsatzentscheidung im Sommer, wirft diese Abkehr von dem Dekret, das Christian Keller schon vor der Verpflichtung von Gerhard Struber ausgerufen hat, erneut Fragen auf und bietet erneut Raum für Spekulationen. Diese reichen von der Frage, warum jetzt diese Entscheidung, obwohl Urbig doch ein so großes Talent ist, über die Diskussion, ob der FC den Kampf um das Talent schon aufgegeben habe, oder den Verdacht, dass man so einen Nebenschauplatz aufmache, der von der Krise ablenken soll, bis hin zu der Option, dass die FC-Bosse Angst hätten, im kommenden Sommer ohne Keeper dazustehen.

Die Kritik, der FC würde von dem Prinzip des Entwicklungsclubs, das sich der Verein ja auf die Fahne geschrieben hat, abweichen, ist auch verständlich. Wenn es im Fall des Torhüters aber auch kein einfaches ist. Schließlich kann man einen jungen Keeper nicht mal eben für ein paar Minuten einwechseln, ihn ins kalte Wasser werfen. Entweder er spielt oder eben nicht. Natürlich kann auch ein Entwicklungsclub nicht den Leistungsgedanken eines Wettbewerbs hinten anstellen, nur weil er sich die besondere Ausbildung von Nachwuchskräften auferlegt hat. Und erst recht nicht aus Angst, einen Spieler sonst nicht mehr halten zu können, ihn unter Wert zu verlieren – auch, wenn genau das in der Vergangenheit schmerzhaft passiert ist. Nun aber haben die Kölner Verantwortlichen dem Torhüter das Vertrauen entzogen und das, obwohl sich Urbig wenig bis gar nichts zu Schulden hat kommen lassen.

Die Vorgehensweise irritiert

Das ist im Gedanken des Leistungsprinzips durchaus legitim und der aktuelle Erfolg könnte dem FC auch Recht geben, aber einmal mehr irritiert die Vorgehensweise, vielleicht auch nur die Kommunikation, die höchst unglücklich erscheint und sich insofern einreiht in den Umgang mit anderen Talenten wie beispielsweis Justin Diehl. Es ist schön zu hören, dass Urbig mit der Degradierung professionell umgegangen sei und man kann dem FC nur wünschen, dass der Verein es ähnlich professionell macht, sollte der Keeper dann einen Wechselwunsch präsentieren. Bei aller Professionalität, glücklich wird der 21-Jährige ganz sicher nicht sein. Unterm Strich ist diese Torwartdiskussion eine hausgemachte. Ein Problem, das sich der FC frühzeitig selbst geschaffen hat, durch weitere Versäumnisse, die man wohl aus der Welt hätte schaffen, zumindest aber anders moderieren hätte können.

Eigentlich könnte doch alles so einfach sein. In einer Welt, in der Fans, Woche für Woche ihr Geld beim Verein lassen, das Team anfeuern, es unterstützen und das sogar in einer Zeit, in der der Verein unglaubliche Fehler gemacht hat, die seinesgleichen suchen, um ihr Team gewinnen zu sehen, da kann es doch nur einen Grund für die Aufstellung geben: die Leistung. Alles andere, das Drumherum, das sollte lange in trockenen Tüchern sein, damit am Ende Befindlichkeiten oder Zukunftsperspektiven keine Rolle spielen. Doch so einfach ist es bekanntlich nicht.


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

Einzelkritik

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

Alles zum Pokal

Ausgerechnet Heintz: Lange zweite Wahl, jetzt Stabilisator der Defensive und Vorbereiter

Dominique Heintz vom 1. FC Köln.
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Ausgerechnet Heintz: Lange zweite Wahl, jetzt Stabilisator der Defensive und Vorbereiter

Die Systemumstellung von Trainer Gerhard Struber scheint für den FC zu funktionieren. Besonders ein Spieler bekommt durch die neue taktische Ausrichtung nun mehr Einsatzzeit beim 1. FC Köln: Dominique Heintz profitiert von der Dreierkette.

Im Pokalspiel gegen Holstein Kiel und in der Liga gegen Hertha BSC stand der Abwehr-Routinier zweimal in der Startelf. Und er machte seine Sache gut beim 1. FC Köln: Dominique Heintz profitiert von der Dreierkette.

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Am Samstagabend gewann der FC im Olympiastadion. Ein Tor reichte den Geißböcken gegen Hertha BSC, um die wichtigen drei Punkte einzusammeln. Und was für eins. Dabei war es nicht der Torschuss, sondern eher die Vorlage, die auch im Nachhinein für Lob sorgte. Dominique Heintz hatte den Ball mit einem genialen Pass lang nach vorne auf Tim Lemperle gelegt, der kam alleine durch und schob an Tjark Ernst vorbei. „Das Tor ist gut, ein super Ball vom Dominique Heintz. Wir haben analysiert, dass die Berliner Innenverteidiger gerne mit raus gehen und dahinter wurde die Lücke frei. Da starte ich rein und dann ist der Ball natürlich extreme Weltklasse vom Dominique“, lobte der Torschütze den Verteidiger und stellte seine Leistung ein Stück weit hinter der Vorarbeit des 31-Jährigen zurück. Heintz überzeugte einmal mehr auf ganzer Linie.

Heintz als Profiteur der Dreierkette

Und es war nicht der erste gute Einsatz von Heintz in dieser Woche. Bereits im Pokalspiel gegen Holstein Kiel am vergangenen Dienstagabend bewies der Kölner Defensivmann seine Qualitäten. In der 75. Minute rettete Heintz im Sechzehner unter anderem mit einer Monstergrätsche stark gegen Kiels Shuto Machino, der fiel zu Boden und hatte Glück, beim anschließenden Gerangel mit dem Kölner Verteidiger nicht vom Platz zu müssen. Auch die restliche Partie verteidigte der 31-Jährige konsequent. Nicht umsonst stand der Kölner auch im Ligaspiel gegen Hertha BSC erneut in der Startelf. Die Aufstellung ist allerdings nicht nur Heintz guten Leistungen geschuldet. Auch und gerade Strubers Systemumstellung auf die Dreierkette lässt den Routinier zum Profiteur werden. Trainer Gerhard Struber stellte im Pokalspiel das erste Mal in dieser Saison von der Viererkette auf diese Taktik um. Und der FC gewann.

Nach dem Sieg gegen die Hertha fand auch der Coach anerkennende Worte für seinen Abwehrspieler. „Der Dominique hat einfach einen fantastischen linken Fuß. Und es war ja auch unser Plan, dass wenn wir den Dominique frei kriegen, dass wir, wenn sie uns den Raum geben, natürlich dann auch in die letzte Linie kommen können“, sagte Struber. „Vom Timing her läuft er den Ball super an, er kommt gut aus dem Abseits und gibt dem Gegner da eine richtige Aufgabe mit. Es war ein feiner Moment.“ Ein feiner Moment ausgerechnet von dem Spieler des 1. FC Köln, der noch zu Beginn der Saison das direkte Duell um den Startelfplatz gegen den 19-jährigen Julian Pauli verlor. Am zweiten und vierten Spieltag begann Heintz zwar noch in der Abwehrkette, unter anderem auch, weil Timo Hübers krankheitsbedingt ausfiel.

Nicht der erste Assist in dieser Saison

Ab dem fünften Spieltag kam Heintz nur noch auf insgesamt 80 Einsatzminuten, stand zwei Mal gar nicht erst im Kader der Geißböcke. Erst mit dem Pokalspiel und der Umstellung auf die Dreierkette rückte der 31-Jährige zurück in die Anfangsformation. Und er machte seine Sache gut. Neben dem Rückkehrer Marvin Schwäbe ist auch Heintz ein Routinier, der der Mannschaft durch seine Sicherheit und Erfahrung Stabilität verpasst und eben auch ein Tor vorbereiten kann. Übrigens nicht das erste dieser Saison. Bereits im Pokalspiel gegen Sandhausen im August bewies der Kölner Routinier, dass er es noch drauf hat. Nach seiner Einwechslung in der Verlängerung bereitete Heintz das 3:2-Siegtor von Mathias Olesen vor, der damals die Unordnung im gegnerischen Strafraum nutzte und die von Heintz zuvor in die Box gebrachte Kugel in der 116. Minute einnetzte.

Auch der Coach weiß um die Wichtigkeit des Routiniers. „Vor allem hat er uns ein Führungsverhalten gezeigt, das ganz wichtig ist”, sagte Struber. “Ob es im Moment der Aktion war, ob er mal Tempo aus dem Spiel genommen hat oder Dinge aufgrund seiner Erfahrung richtig antizipiert hat. Er hat auch immer wieder seine Mitspieler unterstützt.” Der Kölner Abwehrspieler scheint beim FC in dieser Saison noch einmal aufzublühen, könnte je nach weiterer taktischen Ausrichtung einen Stammplatz neben Timo Hübers und Pauli bekommen. Von seinem „fantastischen linken Fuß“ darf er dann gerne noch mehr zeigen, um dem FC weitere „feine Momente“ zu bescheren. Zunächst aber mal muss der Innenverteidiger den nicht ganz so fantastischen rechten Fuß zu heilen. Eine Verletzung, die sich der Routinier beim starken Auftritt gegen Berlin einfing.


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

Ticker zum Nachlesen

Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln

Stimmen zum Spiel

Ein weiterer Schritt aus der Krise – mehr aber auch nicht

Jubel der Spieler des 1. FC Köln
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Ein weiterer Schritt aus der Krise – mehr aber auch nicht

Nach dem 3:0-Erfolg über Holstein Kiel hat der FC am Samstagabend auch in der Liga nachgelegt. Gegen Hertha BSC gab es ein verdientes 1:0. Ein wichtiger Sieg, doch für eine Wende noch ein bisschen früh beim 1. FC Köln: Ein weiterer Schritt aus der Krise, mehr nicht.

Die vergangenen 14 Tage waren eine emotionale Berg- und Talfahrt. Mit dem zweiten Sieg in Serie sorgten die Geißböcke am Samstagabend für ein kollektives Aufatmen beim 1. FC Köln: Ein weiterer Schritt aus der Krise, mehr ist es aber noch nicht.

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Gerhard Struber fungierte in den vergangenen zehn Tagen im Grunde in einer Doppelfunktion. Zum einen natürlich als Trainer an der Seitenlinie des 1. FC Köln, zum anderen war er aber auch eine Art menschliches Gefühlsbarometer der Kölner Seele. Nach der Pleite gegen Darmstadt war der Coach sichtbar angefressen, wütend. Nach der Niederlage gegen Paderborn wirkte der 47-Jährige fast schon ratlos. Es folgte eine seltsame Trotzreaktion auf den 3:0-Erfolg gegen Kiel, ein deutlich besser gelaunter Coach unter der Woche am Geißbockheim und dann ein feixender Trainer am Samstagabend am Mikrofon von Sky. „Wir haben jetzt mal eine gute Woche hinter uns gebracht und wissen alle, dass die letzte 14 Tage schon nicht so einfach waren für uns gemeinsam. Aber wir haben uns richtig gut rausgestrampelt und jetzt gilt es einfach, drauf zu bleiben“, sagte der Coach gut gelaunt.

Struber: „Das System tut uns gut“

Die gute Laune kam natürlich nicht von ungefähr. Vor sieben Tagen noch galt der FC-Trainer als angezählt oder seine Tage als Trainer des FC gezählt. Ein Abschied war angeblich nur noch eine Frage der Zeit, hieß es. Sieben Tage später tanzten die Kölner Spieler vor den rund 15.000 (!) Fans im Berliner Olympiastadion, so, als habe es nie eine Krise gegeben. Die hat es schon gegeben und vermutlich ist sie auch noch nicht vorbei. „Wir sind nicht naiv. Wir haben schon gemerkt, dass es zuletzt ein Stück wie emotionaler geworden ist. Wir haben in dieser Phase aber unter Beweis gestellt, dass wir aufeinander bauen können“, sagte der Kölner Trainer. Der FC hat sich mit dem verdienten 1:0 über Berlin sowie dem Pokalerfolg gegen Kiel Luft verschafft, Luft, die noch vor einer Woche extrem dünn zu sein schien.

„Ich finde, wir haben in der Phase einen sehr sehr guten Austausch gehabt, wir haben uns immer wieder gut abgestimmt und am Ende immer an die Jungs geglaubt“, sagte der Trainer. „Jetzt haben wir wieder einen guten Schritt gemacht, aber auch nicht mehr.“ Der gute Schritt war tabellarisch tatsächlich kein besonders großer, denn die Kölner haben sich durch den Sieg „nur“ von Rang zwölf auf Platz zehn verbessert. Und doch scheint Struber in den vergangenen Einheiten die richtigen Stellschrauben gefunden zu haben – zumindest für den Moment. Gegen doch insgesamt harmlose Berliner trat Köln überraschend dominant auf. Die Hertha übergab dem FC das Spielgerät und lauerte auf Konter. Doch da der FC seine Stabilität tatsächlich gefunden zu haben scheint, fand Berlin im Grunde kein Mittel.

Die nächste richtungweisende Begegnung wird kommen

Und das war offensichtlich auch der Matchplan. „Es war das Gebot der Stunde, dass wir mehr Stabilität reinkriegen. Das System tut uns gut“, sagte der Coach, der erneut die Dreierkette gewählt hatte. „Dass wir gegen einen so starken Gegner hier wieder zu Null spielen, gibt uns in der Systemfrage recht“, so der Trainer. Zumindest in Teilen drängte sich in der Anfangsphase aber das Gefühl auf, dass die Stabilität auch wieder ihren Preis haben könnte. So fand Hertha gegen die kompakte Kölner Mannschaft kein Mittel, der FC in der Offensive aber auch nicht wie gewünscht statt. Erst ein genialer Pass von Dominique Heintz veränderte das Spiel. Der Innenverteidiger schickte Tim Lemperle, der bereits sein sechstes Saisontor erzielte. „Das war ein super Ball vom Dominique Heintz. Wir haben analysiert, dass die Innenverteidiger gerne mit rausgehen und dahinter wurde die Lücke frei. Da starte ich rein und dann ist der Ball natürlich extreme Weltklasse“, sagte der Torschütze.

Nach dem Wechsel kam Berlin in eine kleine Drangphase, doch der FC fand zurück ins Spiel und hätte eigentlich nachlegen müssen. Unter anderem vergab Dejan Ljubicic die dicke Chance zum 2:0 und hielt das Spiel unnötig offen. Berlin fiel im Schlussdrittel auch weiterhin wenig ein. Köln blieb dem zweiten Treffer näher, doch auch Downs vergab in der Nachspielzeit. So zitterten die Geißböcke bis zum Schlusspfiff, um sich mit drei Punkten für eine ordentliche und konzentrierte Leistung zu belohnen. Strubers Lächeln deutete anschließend daraufhin, dass da gleich mehrere Brocken von seinen Schultern gefallen waren. Kein Wunder, die Krise war auch Struber nicht spurlos vorübergegangen. Von Zweifeln an seiner Arbeit wollte der Coach aber nichts wissen. „Ich spüre richtig viel Vertrauen. Wir haben ein sehr sehr guten Austausch im Management“, sagte Struber.

Heintz: „Wenn wir da noch mal drei Punkte holen, haben wir eine gute Aufholjagd gestartet“

Allerdings wird auch der Coach wissen, dass es mit der Euphorie schnell wieder vorbei sein kann. Fakt ist, dass der FC nicht über den Berg ist, es sich bei den zwei Pflichtspielsiegen in Folge sicher nicht um eine Wende handelt. Denn die Geißböcke belegen nach einem Drittel der Spielzeit immer noch einen Rang in der unteren Tabellenhälfte. 15 von möglichen 33 Punkten sind eine bessere Ausbeute als noch vor einer Woche, aber noch weit von den Ansprüchen der Kölner entfernt. Immerhin befindet sich der direkte Aufstiegsplatz nur noch fünf Punkte entfernt. Den nächsten Schritt können die Geißböcke am kommenden Samstag gegen Fürth machen. „Wenn wir da noch mal ein gutes Spiel machen und drei Punkte holen, haben wir schon mal eine gute Aufholjagd gestartet“, sagte Heintz.

Struber dürfte nach den beiden Erfolgen ein wenig fester im Kölner Sattel sitzen. Zumindest scheint sein Plan der Dreierkette zu greifen. Gegen verunsicherte Fürther sind drei Punkte durchaus möglich. Dann wäre die Trainerdiskussion pünktlich vor der Länderspielpause wohl endgültig vom Tisch. Bei einer Niederlage würden zumindest die Störgeräusche wieder lauter. Es wird wohl die nächste richtungweisende Begegnung in Köln.


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

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Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln

Stimmen zum Spiel

Die Torwartfrage ist beantwortet und hinterlässt dennoch Fragezeichen

Marvin Schwäbe, Torwart des 1. FC Köln
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Die Torwartfrage ist beantwortet und hinterlässt dennoch Fragezeichen

Beim Erfolg über Hertha BSC stand am Samstagabend erneut Marvin Schwäbe im Tor des FC und hielt seinen Kasten zum zweiten Mal in Folge sauber. Damit löst der 29-Jährige Jonas Urbig vorerst ab beim 1. FC Köln: Marvin Schwäbe ist wieder die Nummer eins, es bleiben aber Fragen.

Die Entscheidung ist mit dem zweiten Einsatz in Folge offensichtlich gefallen beim 1. FC Köln: Marvin Schwäbe ist wieder die Nummer eins. Zumindest vorerst. Vor allem aber bleiben auch weiterhin Fragezeichen.

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Als die Aufstellungen der Begegnung zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Köln eine gute Stunde vor Spielbeginn bekannt gegeben wurden, da hielt sich die Überraschung dann doch in Grenzen. Klar, nachdem beide Teams unter der Woche einen Bundesligisten aus dem Pokal geworfen hatten, gab es gefühlt ohnehin nur wenig Grund zu wechseln. Doch beim FC war da zumindest offiziell noch die Torwartfrage zwischen Routinier und Ruhepol Marvin Schwäbe und Riesentalent und U21-Nationalkeeper Jonas Urbig offen. FC-Trainer Gerhard Struber hatte die Frage bewusst offen gelassen und damit eigentlich schon die Antwort geliefert. Denn hätte er eine Rolle rückwärts zu Urbig gemacht, wäre das Argument des Pokalkeepers ein gutes und wohl auch zufriedenstellendes gewesen. Nun lieferte die offizielle Aufstellung 60 Minuten vor Anpfiff auch die offizielle Antwort: Marvin Schwäbe ist wieder die Nummer eins im Kölner Kasten. 

Struber: „Das hilft uns im Moment einfach sehr“

Und die nackten Zahlen geben dieser Entscheidung zunächst auch einmal recht, Schwäbe blieb sowohl im Pokal als auch in der Liga, also zwei Pflichtspiele in Folge ohne Gegentor. Das gelang zuletzt ebenfalls Schwäbe vor einem knappen Jahr im Dezember 2023 als der FC nach einem 1:0-Erfolg über Darmstadt auch beim Unentschieden gegen Mainz ohne Gegentreffer blieb. Bis zum Pokalerfolg gegen Holstein Kiel hatte Jonas Urbig zuvor wettbewerbsübergreifend 22 Bälle aus dem Netz holen müssen. „Marvin hat uns in den vergangenen Wochen im Training immer wieder gezeigt, dass er eine gewisse Ausstrahlung hat, Erfahrung mitbringt und auch Führungsqualität hat, auf die wir gerade in der Situation, in der wir drinnen hängen, auch zählen können. Das hilft uns im Moment einfach sehr“, sagte Struber nach dem wichtigen 1:0-Erfolg über Hertha BSC.

Vor dem Pokalspiel gegen Kiel hatte Struber seine bisherige Nummer eins noch über den grünen Klee gelobt, das Talent von Jonas Urbig hervorgehoben und sich dann aber für die Routine und Ruhe entschieden. Nach zwei Schwäbe-Spielen scheint die Rechnung aufzugehen, ob sie am Ende des Tages für alle Beteiligten aufgeht, wird sich dann aber erst zeigen müssen. Denn die Torwartfrage ist komplex. Und die aktuelle Antwort auf eben diese wirft zahlreiche Fragen auf. Fragen, die die Kölner Verantwortlichen sich selbst geschaffen haben. Bekanntlich hatten sich die FC-Bosse bereits vor der Saison und der Verpflichtung von Gerhard Struber auf Jonas Urbig im Kölner Tor festgelegt. Der junge Keeper sollte den FC als neue Nummer eins durch die Saison führen, offenbar unabhängig der Person an der Seitenlinie.

Keller: „Dann gilt das Leistungsprinzip“

Und so wurde Christian Keller vor dem Duell in Berlin bei Sky gefragt, ob sich der Trainer dann auch an alle innenpolitischen Vorgaben halte. „Es gab eine klare Vorgabe, die war, Marvin will den Verein verlassen und somit ist klar, dass wir den Jonas zur Nummer eins machen. Er ist eins der größten Torwarttalente“, erklärte der Sportdirektor. „Trotzdem habe ich immer gesagt, wenn die Transferphase rum ist und es widererwartend nicht zu einem Wechsel von Marvin kommt, dann gilt das Leistungsprinzip. Das muss im Sport immer gelten.“ Tatsächlich hatte Keller mit genau diesen Worten Anfang September auf dem Mitgliederstammtisch erklärt, dass „Jonas die Nase ein Stück weit vorne hat“, so der Sportdirektor damals. „Das hat nichts mit Kellers Gnaden oder Trainers Gnaden zu tun.“

Demnach muss Urbig im Training die besseren Leistungen gezeigt haben. Denn in den Pflichtspielen gab es bis zum Pokalerfolg keinen Vergleich der beiden Keeper. In der vergangenen Saison hatte sich Schwäbe auf konstant hohem Niveau gezeigt, in dieser Saison hat sich Urbig ebenfalls wenig zu Schulden kommen lassen. Der junge Keeper verschuldete einen Treffer gegen den HSV und sah bei einem weiteren gegen den KSC nicht gut aus. Dennoch: die 22 Gegentreffer lagen bislang nicht am Keeper. Auch Struber betonte vor einigen Tagen sinngemäß, dass ein Keeper auch die nötige Konstanz der Hintermannschaft um sich herum braucht. Wiederholt sprachen die Verantwortlichen zuletzt von einem Luxusproblem oder Luxusthema, das aber für einen der beiden Protagonisten relativ wenig mit „Luxus“ zu tun hat.

Struber: „Er hat sehr professionell reagiert“

Denn nun wurde das möglicherweise größte Torwarttalent des Landes degradiert. Und das, nachdem der Keeper zuletzt anderthalb Spielzeiten in Folge in der 2. Bundesliga Stammspieler – zunächst in Regensburg und dann in Fürth – war. Für den ehrgeizigen Urbig ein sicher heftiger Rückschlag. „Er hat sehr professionell reagiert und gezeigt, wie weit er mit 21 Jahren schon ist“, sagte Struber. „Natürlich auch enttäuscht. So ist es schon mal im Profigeschäft und auch in der Entwicklung. Manchmal geht man einen Schritt zurück, um zwei nach vorne zu gehen.“ Ob Urbig diese Schritte nach vorne beim FC geht, ist offen, könnte aber nach der Entscheidung in Richtung fraglich tendieren. Denn über der ganzen Torwartdiskussion hängt trotz ausgerufenem Leistungsprinzip noch der Schatten der Vertragskonstellation.

Jonas Urbig gilt als großes Torwarttalent, nach dem bereits einige große Vereine die Fühler ausstrecken. Der Kontrakt des U21-Nationalkeepers läuft nur noch bis zum Sommer 2026. Da Urbig seinen Vertrag bislang nicht verlängert hat, kann der FC nur noch im kommenden Sommer eine marktgerechte Ablöse einsacken. Marvin Schwäbe hatte sich im Sommer bereits nach einem neuen Club umgesehen, weil er eben nicht mehr an das Leistungsprinzip beim FC geglaubt hatte. Darüber gibt es wie berichtet unterschiedliche Erzählweisen. Bis zum Pokalspiel gegen Kiel war die Wahrnehmung, dass der Torhüter nun einen Wechsel im Winter anstrebt. Und dann wären da noch die auslaufenden Verträgt der weiteren drei Ersatzkeeper. Die Torhüter-Vertragssituation ist also durchaus komplex und dadurch auch sehr anfällig für Spekulationen und Gerüchte.

Schwäbe: „Ich bin natürlich glücklich, dass die Entscheidung so gefallen ist“

Der Eindruck, dass die handelnden Personen eben nicht nur nach dem Leistungsprinzip sondern möglicherweise auch nach diversen Befindlichkeiten der Parteien aufgestellt haben, lässt sich nach dem Hin und Her jedenfalls nicht ausschließen. Und so beginnen nun die Spekulationen und Fragen über die Zukunft der beiden Keeper und wie sie mit der Degradierung auf der einen Seite und der Beförderung auf der anderen Seite umgehen werden. Sportlich scheint der Wechsel vorerst für mehr Sicherheit und Stabilität gesorgt zu haben. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass weder Kiel noch Hertha BSC wirkliche Gefahr gegen den FC ausstrahlten und die alte neue Nummer eins eben auch nicht fehlerlos ist. Schwäbe verlieh dem FC gegen Berlin zwar mehr Sicherheit, der Routinier wirkte bei einigen unkonventionellen Faustparaden aber alles andere als sicher und Schwäbe zeigt weiterhin auch ab und an Schwächen bei Flanken.

Dennoch: Unterm Strich stand nun zwei Mal die Null und mehr Sicherheit in der Defensive. „Ich bin natürlich glücklich, dass die Entscheidung so gefallen ist, dass die Mannschaft von vorne bis hinten Vollgas gibt. Es kann natürlich so weiter gehen“, sagte Schwäbe. „Es ist immer schwer, die Gründe für den Wechsel im Tor zu suchen. Ich glaube, dass es insgesamt einfach nicht so gut gelaufen ist, wie wir uns das vorgestellt haben und der Trainer hat es angesprochen: Erfahrung, Stabilität, Systemumstellung, das hat alles natürlich mit dazu beigetragen. Für mich ist es natürlich schön, dass ich jetzt im Kasten stehe.“ Vielleicht aber auch nur vorerst. „Es sagt niemand, dass die Torhüter-Konstellation bis zum 34. Spieltag so ist“, erklärte Keller bei „Sky“ das Leistungsprinzip. 


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

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Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln

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FC gewinnt auch gegen Berlin – Lemperle erneut der Matchwinner

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FC gewinnt auch gegen Berlin – Lemperle erneut der Matchwinner

Der 1. FC Köln gewinnt 1:0 bei Hertha BSC und feiert den zweiten Sieg in Folge. Tim Lemperle erzielt den entscheidenden Treffer in der Hauptstadt. Damit verbessern sich die Kölner in der Tabelle auf Rang zehn.

Zweiter Pflichtspielsieg in Folge: Der 1. FC Köln gewinnt 1:0 bei Hertha BSC und verschafft sich weitere Luft. Die Entscheidung erzielte der starke Tim Lemperle bereits in der ersten Halbzeit. Nach dem Wechsel ließen die Kölner das 2:0 aus. Auch Hertha kam zu einigen wenigen Chancen.

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Eigentlich hatte sich Gerhard Struber vorgenommen, die Aufstellung erst vor dem Spiel bekannt zu geben, zumindest die Position von Marvin Schwäbe war bereits am Freitag durchgesickert. Und so stand der Keeper tatsächlich im Olympiastadion zwischen den Pfosten und Jonas Urbig saß zunächst nur auf der Bank. Für große Überraschungen sorgte der Coach dann aber nicht. Struber blieb auch bei der Dreierkette und bei der komplett gleichen Aufstellung. Und ähnlich wie gegen Kiel störten die Geißböcke früh, pressten hoch. Zudem hatte Köln zunächst deutlich mehr Ballbesitz. Kapital schlug der FC aber nicht daraus. Hertha setzte auf Konter, war aber in der Anfangsphase ebenfalls nicht gefährlich. So passierte in der ersten Viertelstunde rein gar nichts. Den ersten Warnschuss gab Ibrahim Maza ab, vergriff sich aber deutlich im Regalfach (15.).

Lemperle trifft, Martel rettet

Besser machte es Lemperle mit seinem Versuch aus 16 Metern. Der Angreifer schlenzte die Kugel Richtung langes Eck, aber eben nur Richtung (18). Doch so wirklich viel wollte in der Offensive auch weiterhin nicht viel zusammenlaufen. Es brauchte schon einen genialen Moment vom starken Dominique Heintz. Der Abwehrspieler schickte mit einem langen Ball Lemperle, der alleine durch war und die Kugel an Tjark Ernst vorbeischob (31.). Und der FC setzte nach. Unter anderem brachte Leart Pacarada eine ganz starke Flanke, die Deyovaisio Zeefuik dann Linton Maina auflegte. Der Offensivspieler spielte zurück auf Thielmann, der die Kugel nicht traf ( 34.). Anschließend legte Maina den nächsten Ball auf. Dieses Mal für Denis Huseinbasic, der aus 16 Metern den Ball knapp neben das Tor setzte (38.). Erst Sekunden vor dem Halbzeitpfiff stimmte die Zuordnung nicht mehr. Hertha rannte mit einer Drei-auf-zwei-Situation an. Derry Scherhant spielte den tödlichen Pass auf Niederlechner, doch Martel rettete ganz stark grätschend.

Hertha kam deutlich munterer aus der Kabine, investierte nun mehr in die Offensive und bot dem FC dadurch Räume. Allerdings kam die alte Dame so nun auch zu Abschlüssen. Unter anderem bekam Schwäbe die Fäuste bei einem Schuss von Jon Dagur Thorsteinsson gerade noch hochgerissen (48.). Der Isländer vergab genauso aus spitzem Winkel (52.), wie anschließend Florian Niederlechner (55.). Auf der anderen Seite setzte Pacarada Lemperle mit einem starken Pass ein, doch der Stürmer kam einen Schritt zu spät. Anschließend schickte Lemperle Mittelfeldspieler Ljubicic mit einem perfekten Ball. Der Österreicher hätte die Kugel nur über den Keeper lupfen müssen, doch traf den Ball nicht (60.). Keine 60 Sekunden später legte Maina einmal mehr für Pacarada auf, der aus der Distanz abzog, aber Deyovaisio Zeefuik fälschte gerade noch ab (61.).

Julian Pauli im Glück

Berlin gab aber nicht auf. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld verschätzte sich Schwäbe erstaunlich, doch der Ball wurde noch geklärt. Einen weiteren Freistoß von Michael Cuisance faustete der Keeper unkonventionell weg (67.). Struber reagierte und brachte mit Damion Downs und Luca Waldschmidt neue Kräfte. Doch Berlin drückte nun. Glück hatte Julian Pauli, der einen Berliner Angriff unterband und die zweite Gelbe Karte nicht gezeigt bekam. Für die Schlussphase rückte Eric Martel für den verletzten Heintz in die Innenverteidigung und hielt diese weiterhin stabil. Der FC verteidigte leidenschaftlich, fand aber kaum noch Entlastung, Berlin aber weiterhin kein Mittel. So blieb es beim knappen, aber sehr verdienten Erfolg. Am kommenden Samstag empfängt der FC die Spielvereinigung Greuther Fürth im Kölner Stadion.


FC: Schwäbe – Heintz (79. Olesen), Hübers, Pauli – Pacarada, Martel, Huseinbasic, Thielmann – Lemperle (68. Downs), Ljubicic (73. Waldschmidt), Maina (79. Kainz) Tore: 0:1 Lemperle (31.)


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

Ticker zum Nachlesen

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

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Gegen Hertha ist keiner so erfolgreich wie Kainz

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Gegen Hertha ist keiner so erfolgreich wie Kainz

In der vergangene Woche blieb Florian Kainz nur die Rolle des Zuschauers. Nun steht der Österreicher wieder im Kader der Geißböcke. Ob der 32-Jährige zum Einsatz kommt, ist fraglich, wäre unter Umständen aber nicht verkehrt für den 1. FC Köln: Florian Kainz mit starker Bilanz gegen die Hertha.

Beim letzten Spiel der Geißböcke gegen Hertha BSC erzielte Timo Hübers einen Doppelpack. Mehr Tore und damit genauso viel wie der gesamte Spieltags-Kader erzielte bislang nur ein Akteur des 1. FC Köln: Florian Kainz mit starker Bilanz gegen die Hertha.

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Beim verdienten 3:0-Erfolg des 1. FC Köln über Holstein Kiel saß Florian Kainz nur auf der Tribüne. Zwar war die Einsatzzeit des Ex-Kapitäns in den vergangenen Wochen ebenfalls mau, den Zuschauerplatz ermöglichte aber vor allem die Rotsperre, die sich der Österreicher in der vergangenen Spielzeit im Cup-Spiel gegen Kaiserslautern eingefangen hatte. Nun kehrt der Mittelfeldspieler zurück in den Kader. Dass Kainz gegen die Hertha in der Startelf steht, ist natürlich so gut wie ausgeschlossen. Nach dem Pokalsieg ist ohnehin die Frage, ob Struber personell umstellt, und wenn, dann wird der Coach aber wohl eher auf Doppelpacker Luca Waldschmidt oder Rückkehrer Damion Downs zurückgreifen. Wenn… und da es sich bei den beiden Spielern um Offensivkräfte handelt, ist auch ein Kurzeinsatz für den Routinier nicht zwingend drin.

Hertha augenscheinlich Kainz Lieblingsgegner

Dabei ist Kainz für das Duell gegen Hertha eigentlich prädestiniert. Der Mittelfeldspieler erzielte gegen die alte Dame bereits vier Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor. Der gesamte Kölner Kader für die Begegnung in der Hauptstadt kommt exklusive Kainz in mehr als 40 Spielen auf vier Tore und vier Vorlagen gegen die Hertha. Die meisten Tore neben dem Ex-Kapitän erzielte dessen Nachfolger Timo Hübers, nämlich einen Doppelpack beim 5:2 im letzten Duell gegen Berlin. Das Hackentor des Innenverteidigers wurde später zum Tor des Monats gewählt. Auch Denis Huseinbasic und Jan Thielmann trafen bereits gegen Berlin. Linton Maina kommt immerhin auf zwei Vorlagen. Kainz erzielte also die meisten Tore gegen Berlin und kein aktueller Kölner Spieler bereitete mehr vor.

Der Österreicher traf zudem auch gegen keine andere Mannschaft öfter. Im Februar 20 erzielte Kainz einen Doppelpack beim 5:0-Erfolg der Kölner in Berlin, einen weiteren Doppelpack schnürte der Ex-Kapitän im Sommer 21 beim 3:1-Erfolg. Damals lagen die Kölner früh zurück. Und doch ist es alles andere als klar, ob Kainz gegen Berlin zum Einsatz kommt. Und das nicht nur aufgrund der Systemumstellung und der Kaderdichte. Der 32-Jährige scheint bei seinem Landsmann keinen leichten Stand zu haben. Nach seiner schweren Verletzung im Sommer kämpfte sich der Österreicher zurück, kam aber bislang nicht über die Rolle des Jokers hinaus. Gerade in der Begegnung gegen Paderborn, bei der Luca Waldschmidt einmal mehr eine Nicht-Leistung abrief und zur Halbzeit ausgewechselt wurde, setzte Struber lieber auf Sargis Adamyan, der gegen die Ostwestfalen allerdings auch kein Faktor war.

Nach einer schweren Saison wäre für Kainz die Begegnung gegen den augenscheinlichen Lieblingsgegner möglicherweise der richtige Zeitpunkt für die Wende.


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Eric Martel vom 1. FC Köln

Martel als Leader?

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

Alles zum Pokal

Medienbericht: Schwäbe gegen Hertha BSC im Tor

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Medienbericht: Schwäbe gegen Hertha BSC im Tor

Die Entscheidung ist offenbar gefallen. Wie Sky Sport berichtet gibt es bereits die Antwort auf die Torwartentscheidung beim 1. FC Köln: Marvin Schwäbe steht laut Sky gegen Hertha im Tor.

Viel ist diskutiert worden über die Nummer eins im Tor. Nun könnte es eine Entscheidung geben beim 1. FC Köln: Marvin Schwäbe steht laut Sky Sport gegen Hertha am Samstagabend im Tor

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Wirklich viel wollte Gerhard Struber am Donnerstag nicht verraten. Der Trainer des 1. FC Köln trat zwar deutlich lockerer vor die Kamera als noch am vergangenen Dienstag nach dem Pokalspiel, die viel diskutierte Torwartfrage ließ der Trainer aber offen. Die Diskussion hatte es überhaupt erst gegeben, nachdem Marvin Schwäbe am vergangenen Dienstag gegen Holstein Kiel überraschend ins Tor beordert wurde. Überraschend, weil der FC eigentlich vor der Saison eine Grundsatzentscheidung zu Gunsten von Jonas Urbig getroffen hatte. Der junge Keeper wurde beim FC schon vor Saisonstart zur Nummer eins ernannt. Nun aber die Kehrtwende. Die Aufstellung gebe erst am Samstag, hatte Struber noch am Donnerstag erklärt. Nun will Sky Sport aber die Entscheidung jetzt schon erfahren haben.

Schwäbe kehrt offenbar ins Tor zurück

Wie der TV-Sender Sky berichtet, wird Marvin Schwäbe nach dem Pokalerfolg über Kiel auch gegen Hertha BSC im Tor der Kölner stehen. Laut Bericht sollen die beiden Keeper auch schon informiert worden sein. Schwäbe hatte gegen die Störche die Null gehalten, allerdings auch recht wenig auf die Kiste bekommen. Wenn der Routinier gebraucht wurde, war er da. Wenn überhaupt strahlte der Keeper bei einem Schussversuch von Finn Porath eine kleine Unsicherheit aus, als er den Ball unglücklich wegfaustete. Die Torwartdiskussion sorgte auch für Brisanz, weil Urbig als eins der größten Talente des Landes gilt, der Vertrag nur bis zum Sommer 2026 läuft und es angeblich mehre Interessenten gibt. Unter anderem sollen die Bayern und Bayer Leverkusen ihre Fühler nach dem Keeper ausgestreckt haben.

Schwäbe stand vor der Begegnung gegen Kiel zuletzt vor einem halben Jahr im Tor, bei der Abstiegsniederlage gegen den 1. FC Heidenheim. Wie Schwäbe in der vergangenen Saison hat auch Urbig sich im bisherigen Saisonverlauf wenig zu Schulden kommen lassen. Einzig gegen den Hamburger SV und vielleicht gegen den Karlsruher SC war Urbig an Gegentoren nicht unschuldig. Schwäbe war in der vergangenen Saison die unumstrittene Nummer eins, die Grundsatzentscheidung, den Routinier auf die Bank zu setzen, kam insofern etwas überraschend. Fakt ist: Jonas Urbig gilt als besonders ehrgeizig. Nach zwei Jahren als Nummer eins bei Jahn Regensburg und Greuther Fürth hätte sich der Youngster wohl auch beim FC ungerne auf die Bank gesetzt. Die Entscheidung hatte sich bereits angekündigt, denn Struber hätte den Spekulationen am Donnerstag bereits einen Riegel vorschieben können.


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

Einzelkritik

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

Alles zum Pokal

Ändert Struber wieder sein System? Diese Anzeichen sprechen für die Dreierkette

Gerhard Struber coacht an der Seitenlinie den 1. FC Köln.
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Ändert Struber wieder sein System? Diese Anzeichen sprechen für die Dreierkette

Dreier- oder Viererkette? Vor dem Duell gegen Paderborn wurde eine Systemumstellung diskutiert und über diese spekuliert. Gegen Kiel probierte Gerhard Struber die taktische Formation aus und eröffnete eine neue Option für den 1. FC Köln: Bleibt der FC bei der Dreierkette?

Gegen Holstein Kiel trat der FC deutlich sicherer und stabiler auf. Jetzt steht mit Hertha BSC aber ein anderer Gegner an für den 1. FC Köln: Bleibt der FC bei der Dreierkette?

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Nach dem 1:5 gegen den SV Darmstadt hatte sich bereits eine taktische Änderung beim FC angekündigt, gegen Holstein Kiel hatte der Trainer diese dann umgesetzt. Erstmals unter Gerhard Struber und zum überhaupt erst zweiten Mal in den vergangenen zweieinhalb Jahren haben die Geißböcke ein Pflichtspiel mit einer Dreierkette begonnen. Damals, vor einem knappen Jahr, aber einer gefühlten Ewigkeit, verloren die Kölner unter Steffen Baumgart 0:1 gegen die Bayern. Es war das erste Mal, dass Baumgart von seiner Marschroute des Hurra-Fußballs so richtig Abstand nahm und entgegen seiner Versprechungen dann doch einen Bus parkte. Nun war es Gerhard Struber gegen Kiel, allerdings mit offensiverer Ausrichtung und besserem Ergebnis, der FC gewann bekanntlich 3:0 und wirkte bei dem Erfolg deutlich stabiler als in den Vorwochen.

Wählt Struber die Dreier- oder die Viererkette?

Und so liegt die Wahrscheinlichkeit recht nahe, dass Struber auch am Samstagabend gegen Hertha BSC (20.30 Uhr, Sport1 oder im Liveticker bei come-on-fc.com) die Dreierformation wieder auspackt. Sollte man zumindest meinen. Allerdings hatte der Trainer vor der Saison noch betont, dass die Viererkette auf den Kader besser passe. Möglicherweise auch aufgrund der dünnen Personaldecke in der Innenverteidigung. Schließlich verfügt der FC über vier Innenverteidiger, davon zwei Youngster, bei denen vor der Saison nicht unbedingt mit einer solchen Entwicklung wie nun etwa bei Julian Pauli zu rechnen war. „Wir wollen variabel bleiben und uns nicht in irgendetwas beschränken. Das Spiel hat uns gezeigt, dass wir dieses Spielsystem ordentlich hinkriegen können“, sagte Struber am Donnerstag. „Wir werden die Berliner noch genau unter die Lupe nehmen, um zu schauen, welches System passt.“

Am Dienstag im Pokal sah die Dreierkette gut aus, es passte gegen Kiel viel. Timo Hübers überzeugte mit einer hervorragenden Zweikampfquote von über 70 Prozent, Julian Pauli und Dominique Heintz wirkten ebenfalls sehr souverän. Man wolle nun schauen, „allerdings in dem Wissen, dass dieses System den Jungs eine gewisse Erfolgswahrscheinlichkeit geben kann“, erklärte deswegen auch Struber. Und da Erfolge in der aktuellen Tabellensituation besonders wertvoll sind, gilt es natürlich auch die Wahrscheinlichkeit hochzuhalten, wie schon Timo Schultz in der vergangenen Rückrunde gerne mal vorrechnete, allerdings mit mäßigem Erfolg. Gegen Paderborn hatte Struber noch auf eine kompaktere, eine defensivere Herangehensweise gesetzt, der Preis war das Erliegen der Offensive.

Das spricht für die Dreierkette

Die Dreierkette bringt durch die Schienenspieler zwangsläufig einen offensiveren Ansatz mit sich. Die Außenverteidiger sollen sich mehr in die Vorwärtsbewegung einschalten. Ein Umstand, der sowohl Leart Pacarada als auch Jan Thielmann hilft. Gerade der U21-Nationalspieler besitzt eher Offensivfähigkeiten, hatte in der Vergangenheit immer wieder Probleme in der Rückwärtsbewegung. Allerdings packte der 22-Jährige gegen Kiel eine Monstergrätsche aus wie im März 22 gegen Dortmund. Damals wurde diese fast genauso frenetisch gefeiert wie ein Tor. Bemerkenswert aber der 80-Meter-Sprint am Dienstag von der eigenen in die gegnerischen Box mit der Vorlage zum 3:0 in der Nachspielzeit. Defensiv bedeutet die Dreierkette in der Regel, dass es gegnerische Mannschaften bei dann einer Fünferreihe schwieriger haben die Schnittstelle oder den Pass in die Tiefe zu finden.

Gerade die Steilpässe gehören zu einer Qualität der Berliner, genauso aber das Flügelspiel. Mehr als 75 Prozent aller Angriffe gehen über die Außen. Dass die Hertha weiß, wie man eine Dreierkette ausspielt, bewies die Mannschaft von Christian Fiél beim 4:3 gegen Kaiserslautern besonders beeindruckend, bei der 1:2-Niederlage gegen Paderborn fand Berlin kein Mittel und offensiv kaum statt. Ein großes Manko der Dreierkette ist allerdings die Anfälligkeit bei Umschaltmomenten. Gerade wenn die Außenverteidiger aufgerückt sind, sind Konter nur noch sehr schwer zu verteidigen. Und dennoch gibt es noch weitere Anzeichen dafür, dass Struber bei der Ausrichtung bleibt. So berief der Trainer mit Elias Bakatukanda einen weiteren Innenverteidiger in den Kader. In der Liga erst zum zweiten Mal. Vermutlich, weil der Trainer einen Ersatz für den Notfall in seiner Kette dabei haben will.

Die taktischen Vorzüge und Schwächen sind natürlich viel tiefgreifender, eine Umstellung von Vierer-auf Dreierkette funktioniert nicht immer ganz reibungslos. Welche Formation Struber am Ende wählt und wie erfolgreich sie ist, wird ohnehin erst der Samstagabend zeigen.


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Eric Martel vom 1. FC Köln

Martel als Leader?

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

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Waldschmidt mit Doppelpack, Downs zurück – mehr als nur ein „Luxusthema“

Luca Waldschmidt und Damion Downs vom 1. FC Köln
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Waldschmidt mit Doppelpack, Downs zurück – mehr als nur ein „Luxusthema“

Mit Damion Downs kehrt am Samstag ein Stammspieler in den Kader zurück. Doch wird FC-Trainer Gerhard Struber nach dem 3:0 gegen Kiel seine Mannschaft umstellen? Und was ist mit Luca Waldschmidt? Keine leichte Aufgabe für den Coach des 1. FC Köln: Gerhard Struber hat mehr als ein Luxusproblem.

Nicht nur auf der Keeper-Position des 1. FC Köln hat der FC-Trainer die Qual der Wahl. Mit der Rückkehr von Damion Downs eröffnet sich eine neue Frage nach der Aufstellung der Startelf gegen Berlin für den Coach des 1. FC Köln: Gerhard Struber hat mehr als ein Luxusproblem.

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Mittlerweile ist es fast schon Gewohnheit geworden, dass Gerhard Struber sich nicht besonders gerne in die Karten schauen lässt. Angesprochen auf die aktuelle Torwartsituation erklärte der Trainer des 1. FC Köln am Donnerstagmittag, dass es die Aufstellung erst am Samstag geben würde. Sicher nicht, weil der Coach die Entscheidung noch nicht getroffen hat. Vielmehr geht es wohl darum, nicht noch einen Nebenschauplatz anzustacheln, der längst eröffnet ist. Beenden wollte der Trainer die Spekulationen aber auch nicht. „Ich kann nur eins vorwegnehmen: Ich habe zwei herausragende Torhüter zur Verfügung“, sagte der Coach und wiederholte damit die Worte von Christian Keller und Thomas Kessler, die bereits in der Vergangenheit immer wieder hervorhoben, dass es ja kein Nachteil sei, zwei starke Keeper im Kader zu haben. Im Gegenteil: Laut Gerhard Struber handelt es sich um ein „Luxusthema“.

Damion Downs kehrt wieder zurück

Die Torwartfrage ist aber nicht das einzige. Denn mit Damion Downs kehrt am Wochenende ein bislang gesetzter Stürmer wieder in den Kader zurück. Der Angreifer hatte sich vergangene Woche krank gemeldet und fiel dann für die Begegnung gegen Paderborn am vergangenen Freitag sowie gegen Kiel am Dienstag aus. Bislang hatte der Stürmer immer in der Startelf gestanden und seine Aufstellung mit insgesamt vier Toren und einem Assist auch gerechtfertigt, auch, wenn es gerade zu Beginn der Spielzeit nicht komplett rundlaufen wollte. Doch mit Tim Lemperle harmoniert der junge Angreifer gut. Eigentlich wäre Downs somit wieder ein Kandidat für die Startelf. Eigentlich. Denn der FC machte am Dienstag nach der Systemumstellung ein recht ordentliches Spiel, einen deutlich stabileren Eindruck und schien sich gut zurecht zu finden.

Struber müsste also die Pokal-Anfangsformation wieder auseinanderreißen. Dass der Trainer bei der Grundausrichtung bleibt, ist zwar offen, aber dennoch wahrscheinlich. „Wir wollen variabel bleiben und uns nicht in irgendetwas beschränken. Es hat uns aber gezeigt, dass wir dieses Spielsystem ordentlich hinkriegen können“, sagte der Coach. „Wir werden die Berliner noch genau unter die Lupe nehmen, um zu schauen, welches System passt. Allerdings in dem Wissen, dass dieses System den Jungs eine gewisse Erfolgswahrscheinlichkeit geben kann.“ Da der FC gegen Paderborn, aber ehrlicherweise auch nicht gegen Holstein Kiel so etwas wie Dauerdruck entfachte, wäre ein weiterer Stürmer grundsätzlich sicherlich förderlich. Doch wer würde für Downs aus der Mannschaft rotieren?

Waldschmidt drängt in die erste Elf

Tim Lemperle und Linton Maina spielten stark auf, Dejan Ljubicic fremdelte mit seiner Position, ist aber ein Leistungsträger. Struber muss also nicht nur in der Torwartfrage eine schwere Wahl treffen. Möglich, dass Downs nach seiner Erkältung ohnehin erst einmal ein wenig Bankzeit gewonnen hat. Doch als wäre die Wahl nicht schon schwer genug, drängte sich bekanntlich auch Luca Waldschmidt mit seinem ersten Doppelpack seit vier Jahren auf. Gegen Kiel traf der 28-Jährige zunächst mit einem wunderschönen Konter und brachte dann einen Konter zu Ende. Der ehemalige Nationalspieler rechnet nach seinem Gala-Joker-Auftritt sicherlich ebenfalls mit einem Startelf-Einsatz. Struber wird also gerade in der Offensive ein wenig „basteln“ müssen. Neben der Torwartfrage also ein weiteres „Luxusthema“.


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Julian Pauli vom 1. FC Köln

Einzelkritik

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

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