Mit Vorfreude und 15.000 Fans zum Heimspiel nach Berlin – der FC will zurück auf Kurs kommen

Gerhard Struber an der Seitenlinie des 1. FC Köln
, ,
Startseite » 2. Bundesliga » Seite 62

Mit Vorfreude und 15.000 Fans zum Heimspiel nach Berlin – der FC will zurück auf Kurs kommen

Mit 15.000 Fans im Rücken tritt der FC am Samstagabend zum „Heimspiel“ in Berlin an. Nach dem 3:0-Erfolg über Holstein Kiel ist die Unruhe der Vorfreude gewichen. Nun heißt es nachlegen und das „Siegen zur Normalität“ machen für den 1. FC Köln: So will der FC gegen Berlin punkten.

Für den FC steht am Samstagabend (20.30 Uhr, Sky und Liveticker bei come-on-fc.com) das Auswärtsspiel bei Hertha BSC an. Die Kölner werden von 15.000 Fans begleitet. Vor der Abfahrt herrscht gute Stimmung beim 1. FC Köln: So will der FC gegen Berlin punkten.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 2500 Instagram und 1000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.


Es mag ein wenig paradox klingen, aber zwei Tage nach dem 3:0-Erfolg über Holstein Kiel hatte sich die Laune dann doch wieder ein wenig verbessert. Am Dienstag nach dem Sieg, immerhin über einen Bundesligisten, in einer sicher nicht ganz einfachen Zeit und dem Erreichen des Pokal-Achtelfinales, war Gerhard Struber sichtbar angefressen. Genervt saß der Coach bei der Presskonferenz, antwortete schmallippig, vielleicht sogar ein wenig provozierend. Struber war in dem ein oder anderen Artikel offenbar nicht so weg gekommen, wie er es sich erhofft hatte. Am Donnerstag trat der Trainer dann erneut vor die Presse und das mit einem Strahlen auf dem Gesicht. Und das nicht ohne Grund, der Trainer zeigte sich voller Vorfreude auf das bevorstehende Auswärtsspiel in Berlin, das in gewisser Weise dann irgendwie auch ein Heimspiel wird.

15.000 FC-Fans im Berliner Olympiastadion

15.000 Fans (!) begleiten die Kölner ins Olympiastadion. „Das ist verrückt. So etwas habe ich noch nie erlebt, dass uns so viele Fans auf einer Auswärtsfahrt begleiten. Ich wünsche mir wieder den Rückhalt unserer Fans und dass wir Berlin zum Heimspiel machen“, sagte der Trainer. „Das ist mein erstes Mal im Olympiastadion und ich freue mich richtig drauf. Die Stimmung, den Gegner – das wird eine richtige Herausforderung.“ Herausfordernd waren für Struber die vergangenen Tage und Wochen, als der Trainer bereits angezählt wurde. Nun ist der Blick nach vorne gerichtet. „Wir freuen uns alle auf dieses Spiel jetzt“, sagte Struber. Die Unruhe ist der Vorfreude gewichen. Die Situation hat sich nicht grundlegend verändert. Doch das Spiel gegen Kiel hat das Setting verändert. „Die Tatsache ist doch, dass wir in der Liga zwei verpatzte Spiele hinter uns haben und dazwischen jetzt das Pokalspiel war und das Pokalspiel hat uns nun wieder den Rücken gestärkt“, sagt der Coach.

Einen gestärkten Rücken werden die Kölner auch brauchen. Denn auch Berlin tat im Pokal etwas für das Selbstbewusstsein, setzte sich ebenfalls gegen einen Bundesligisten durch, steht ebenfalls in der dritten Runde. Nur war die Stimmung in den vergangenen Wochen bei der alten Dame eine andere. Nach einer kleinen Schwächephase im September sind die Hauptstädter im Oktober, seit vier Pflichtspielen ungeschlagen, gewannen sogar die letzten drei. Berlin belegt aktuell den sechsten Tabellenplatz, allerdings mit nur zwei Zählern Rückstand auf Rang zwei – also etwa in dem Bereich, in dem sich der FC wohl wähnt. „Hertha ist im Aufwind. Sie spielen einen sehr guten Fußball mit viel Qualität“, sagt Struber. „Sie wollen viel durchs Zentrum auflösen, am Ende über die Flügel durchbrechen, sie sind gut im Umschalten, sie haben Tempo und Speed in der letzten Linie.“

Struber will das Siegen zur Normalität machen

Klingt also tatsächlich nach einer schweren Aufgabe. Und als Struber die beiden vergangenen Male vor der Qualität des Gegners eindringlich warnte, da unterlag der FC und das auf bittere Art und Weise. „Wir wissen, dass wir uns auf unsere Stärken verlassen können, wenn wir bereit sind, zu investieren und diszipliniert zu sein“, sagt der Trainer aber nun. „Wenn wir alle richtig unsere Sensoren ausfahren und bereit sind, ans Limit zu gehen, können wir dort wieder eine richtig gute Leistung bringen.“ Und dabei soll die Begegnung am Dienstag helfen. „Jeder Sieg tut gut. Und auf dem Weg, den wir gehen wollen, ist es einfach wichtig, Siege zu feiern. Es soll eine gewisse Normalität werden, ins Siegen zu kommen“, sagte der Trainer. Normalität setzt in dem Fall aber eine gewisse Kontinuität voraus.

Und das möglicherweise auch in der Aufstellung und der taktischen Ausrichtung. Struber hatte gegen Kiel erstmals das System umgestellt, mit der Dreierkette gespielt und damit tatsächlich für mehr Stabilität in der Defensive gesorgt. Sicher auch eine mögliche Marschroute für Berlin. „Wir wollen variabel bleiben und uns nicht in irgendetwas beschränken. Das Spiel hat uns gezeigt, dass wir dieses Spielsystem ordentlich hinkriegen können“, sagte der Coach. „Wir werden die Berliner noch genau unter die Lupe nehmen, um zu schauen, welches System passt. Allerdings in dem Wissen, dass dieses System den Jungs eine gewisse Erfolgswahrscheinlichkeit geben kann.“ Allerdings waren die Kölner Offensivaktionen einmal mehr nur überschaubar. Wie schon gegen Paderborn kam der FC auch gegen Kiel nur auf zwölf Abschlüsse.

Damion Downs zurück im Kader

Auch das soll sich ändern. Möglicherweise mit der Rückkehr von Damion Downs, der nach seinem Infekt erstmals wieder im Kader steht. Auch Florian Kainz kehrt zurück, hinter Max Finkgräfe steht dagegen noch ein Fragezeichen. Definitiv nicht mit dabei sind Mark Uth, der eventuell bei der U21 zum Einsatz kommt sowie Sargis Adamyan, der lange ausfallen wird. Luca Kilian trainierte zwar unter der Woche wieder in Teilen mit der Mannschaft, wird aber noch mehrere Wochen fehlen, Jacob Christensen fällt noch länger aus. Ansonsten kann der Coach aus dem Vollen schöpfen. Wer am Samstag das Tor hüten wird, wollte Struber noch nicht verraten. Die Aufstellung gebe es erst am Samstag, betonte der Coach mit einem leichten Lächeln. Sicher scheint nur eins: Sollte der FC gegen Berlin ebenfalls gewinnen, wird die Stimmung auf der anschließenden Pressekonferenz bei Struber wohl sehr gut sein.


Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!

Eric Martel vom 1. FC Köln

Eric Martel als Leader

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

Alles zum Pokal

Eric Martel als Antwort auf die Frage nach dem Leader?

Eric Martel gemeinsam mit Linton Maina
,
Startseite » 2. Bundesliga » Seite 62

Eric Martel als Antwort auf die Frage nach dem Leader?

Beim 3:0-Erfolg über Holstein Kiel war Eric Martel einmal mehr einer der Leistungsträger der Geißböcke. Der Mittelfeldspieler ist nach vielen Werten der beste Sechser der 2. Bundesliga. Und der 22-Jährige ist auf dem besten Weg zu einer besonderen Rolle beim 1. FC Köln: Eric Martel wird immer mehr zum Leader des FC.

Er steht zwar nicht so oft im Fokus, ist aber ungemein wichtig für den 1. FC Köln: Eric Martel wird immer mehr zum Leader des FC. Nach den Werten ist er schon jetzt der beste Sechser der 2. Bundesliga.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 1000 Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.


Wirklich viel konnte Eric Martel am vergangenen Dienstag nicht aufhalten. Bei einem Zusammenprall mit seinem Gegenspieler hatte sich der Sechser des 1. FC Köln einen Cut an der Stirn zugezogen. Nur wenige Minuten später stand der gebürtige Bayer wieder auf dem Feld und scheute trotz Verletzung auch keinen Kopfball. Der 22-Jährige war im Spiel gegen Holstein Kiel einmal mehr der Inbegriff von Kampfwillen und Leidenschaft, spulte einmal mehr die meisten Kilometer der Kölner ab, suchte so ziemlich jeden Zweikampf. Mit zahlreichen Aktionen, aber auch Gesten pushte er die Mannschaft nach vorne. Etwa auch, als Keeper Marvin Schwäbe nur wenige Minuten vor dem Abpfiff einen Freistoß von Fiete Arp parierte. Martel baute sich anschließend gemeinsam mit Kapitän Timo Hübers vor Schwäbe auf und klatschte den Keeper pushend ab.

Struber: „Eric hat offensichtlich die richtigen Worte gefunden“

Der 22-Jährige nahm sich auch in der Halbzeit die Mannschaft zur Brust, sprach intensiv im Kreis. „Der Eric hat in diesem Moment einfach Verantwortung übernommen. Da gibt es keine Aufträge“, erklärte der Coach. „Die Jungs wissen, was situativ notwendig ist. Heute hat Eric offensichtlich die richtigen Worte gefunden.“ Zumindest spielte der FC auch nach dem Wechsel seinen Stiefel konsequent runter, war gegen Ende der zweiten Halbzeit sogar noch ein wenig zielstrebiger. Allerdings auch, weil Kiel dem FC deutlich mehr Räume zur Verfügung stellte. Dennoch, die Leistung war durchaus gut. Nach der 1:5-Pleite gegen Darmstadt hatte Martel angekündigt, dass so etwas „nie wieder passieren“ dürfe. Und ganz offensichtlich hat es sich der 22-Jährige zur Aufgabe gemacht, an diesem Vorhaben an vorderster Front teilzuhaben.

Und Martel tut gut daran. Seit dem Weggang von Jonas Hector wirkt der FC so, als fehle ihm ein richtiger Leader. Kapitän Timo Hübers und Ex-Nationalspieler Luca Waldschmidt sind sicher Spieler, die der FC in dieser Rolle sieht. Auf dem Platz gelingt diese Aufgabe den beiden Routiniers nicht immer. Martel könnte zunehmend in die Position reinwachsen. Bei der U21 der Nationalmannschaft ist der Sechser ein Führungsspieler, Leistungsträger und nicht umsonst Kapitän. Das schafft Selbstvertrauen. Und die Leistungen stimmen zumindest in der Defensivarbeit meist auch. Martel ist der laufstärkste Spieler der 2. Bundesliga, hat die drittmeisten Zweikämpfe bestritten und die meisten Zweikämpfe der gesamten Liga gewonnen. Martel ist nach den Werten der beste Sechser der Liga.

Martel verzichtete auf Ausstiegsklausel

Zuletzt fiel der Mittelfeldspieler auch immer mal wieder mit Diskussionen, auch mit den Mitspielern auf. Das Rundum-Paket scheint zu stimmen. Nicht umsonst sehen die FC-Bosse Martel ebenfalls in der Rolle eines Führungsspielers. „Ich kenne Eric bereits seit seinem 14. Lebensjahr. Schon damals haben ihn unbändiger Wille, große Bodenständigkeit, hohe Verlässlichkeit und Verantwortungsübernahme ausgezeichnet“, sagte Christian Keller im Sommer, als der 22-Jährige sein Bekenntnis zum FC verkündete. Dem Vernehmen nach waren einige Clubs an dem gebürtigen Bayer interessiert. Doch Martel wollte den nächsten Schritt auf der Karriereleiter beim FC gehen. Gut möglich, dass es für den Verbleib eine kleine Finanzspritze gegeben hat. Auf jeden Fall gibt es für Martel beim FC aber die Aussicht auf eine Rolle als Führungsspieler.


Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!

Julian Pauli vom 1. FC Köln

Ticker zum Nachlesen

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

Mögliche Pokal-Gegner

Urbig oder Schwäbe? Gerhard Struber lässt die Torhüterfrage weiter offen

, ,
Startseite » 2. Bundesliga » Seite 62

Urbig oder Schwäbe? Gerhard Struber lässt die Torhüterfrage weiter offen

Die Entscheidung ist möglicherweise schon gefallen, publik macht sie der Coach der Geißböcke erst am Samstag. Dann steht die Begegnung gegen Hertha BSC auf dem Spielplan des 1. FC Köln: Gerhard Struber lässt die Torwartfrage weiterhin offen.

Ob Marvin Schwäbe nach seinem Auftritt gegen Holstein Kiel auch gegen Hertha BSC im Kasten steht oder Jonas Urbig wieder zurückkehrt, ist noch nicht bekannt. Mit der Bekanntgabe der Entscheidung wartet man beim 1. FC Köln: Gerhard Struber lässt die Torwartfrage bis zum Samstagabend weiterhin offen.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 2500 Instagram und 1000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.


Die Torwartdiskussion um Marvin Schwäbe oder Jonas Urbig ist seit Anfang der Woche erneut hochgekocht. Der Trainer des 1. FC Köln hatte am Montag verkündet, dass im Pokal Schwäbe spielen würde. Zwar ist der Einsatz der Nummer zwei im Pokal keine Seltenheit, allerdings hatte man beim FC bekanntlich vor der Saison die Grundsatzentscheidung zu Gunsten von Urbig getroffen und diesem auch im ersten Pokalspiel gegen Sandhausen das Vertrauen ausgesprochen. Die Diskussion birgt zusätzlichen Zündstoff, weil es vor der Saison unterschiedliche Wahrnehmungen oder Erzählweisen des Zustandekommens der Entscheidung gegeben hat. Der FC erklärte, Urbig sei zur Nummer eins ernannt worden, nachdem Schwäbe seinen Wechselwunsch hinterlegt habe. Schwäbe berichtete vor einigen Wochen in einem Interview mit dem „Kicker“ von einem anderen Zeitablauf.#

Struber: „Die Aufstellung gibt es erst am Samstag“

So oder so stand der Routinier am vergangenen Dienstag im Pokal gegen Kiel erstmals seit dem Abstiegsspiel gegen Heidenheim im vergangenen Mai wieder in einem Pflichtspiel für die Kölner auf dem Feld. Der Keeper machte seine Sache gegen Holstein Kiel gut, wurde aber auch nicht wirklich groß gefordert. Wenn überhaupt zeigte Schwäbe eine einzige Unsicherheit bei einer etwas missratenen Faustabwehr. Dennoch strahlte der Keeper eine enorme Ruhe aus und verhalf den Kölnern somit wohl zu mehr Sicherheit. Unterm Strich stand am Ende eine Null auf der Anzeigetafel. Ein Einsatz gegen Hertha BSC am Samstag (20.30 Uhr, Sky und im Liveticker bei come-on-fc.com) wäre somit durchaus möglich.

Wäre, weil die Torhütersituation beim FC weiterhin eine sehr komplizierte ist. Jonas Urbig gilt schließlich als eins der größten Torwarttalente des Landes und als umworben. Der FC würde gerne den Vertrag mit dem jungen Keeper verlängern, dazu ist es bislang aber nicht gekommen. Urbig Kontrakt läuft nur bis zum Sommer 2026, der Keeper könnte somit nur noch im kommenden Sommer gegen eine hohe Ablöse abgegeben werden. Der 21-Jährige gilt als besonders ehrgeizig, will nach den beiden Spielzeiten als Nummer eins in Regensburg und Fürth sicherlich nicht auf der Bank Platz nehmen. Insofern eine schwere Entscheidung. „Das ist ein Luxusthema. Ich fühle mich da einfach in einer komfortablen Situation“, sagte Gerhard Struber am Donnerstag, benannte den Keeper für Hertha aber nicht. „Die Aufstellung gibt es tatsächlich erst am Samstag. Ich kann nur eins vorwegnehmen: Ich habe zwei herausragende Torhüter zur Verfügung“, so der Coach.

Downs zurück im Training, Fragezeichen hinter Finkgräfe

Struber vermeidet also einmal mehr ein klares Statement. Der Kölner Trainer dürfte eigentlich kein Problem damit haben, Schwäbe wieder auf die Bank zu setzen, mit dem Argument des Pokal-Keepers. Das tut er noch nicht und lässt damit weiterhin Raum für Spekulationen. Damit ist zumindest sicher, dass es eine Torwartfrage beim FC überhaupt gibt und die Grundsatzentscheidung von vor der Saison wohl keine mehr ist. Struber nennt es Luxusthema, offensichtlich ist es aber ein Konkurrenzkampf, der da in Fahrt kommt und damit in der Tat ein Luxusproblem – ein selbst geschaffenes.

Zudem erklärte der Trainer, dass Damion Downs nach seiner Erkältung wieder dabei ist, Max Finkgräfe am Freitag zur Mannschaft stoßen soll. Hinter dem Linksverteidiger stehe aber noch ein dickes Fragezeichen. Sargis Adamyan und Mark Uth sind keine Option für Samstag.


Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!

Julian Pauli vom 1. FC Köln

Einzelkritik

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

Alles zum Pokal

FC mit deutlich älterer Startelf – Mit mehr Ruhe zum Erfolg?

Gerhard Struber beim Spiel des 1. FC Köln
, ,
Startseite » 2. Bundesliga » Seite 62

FC mit deutlich älterer Startelf – Mit mehr Ruhe zum Erfolg?

Mit Marvin Schwäbe und Dominique Heintz standen gegen Holstein Kiel zwei Routiniers in der Startelf. Auch aus taktischen Gründen, aber vielleicht nicht nur. Insgesamt wählte Gerhard Struber eine deutlich ältere Startelf als in den vergangenen Monaten beim 1. FC Köln: Bringt Routine den erhofften Erfolg?

Auch durch die Transfersperre notgedrungen setzte Gerhard Struber bei den Geißböcken im Saisonverlauf viele junge Spieler ein. Der FC kam gleich mehrfach auf den jüngsten Altersdurchschnitt. Am Dienstag sah das anders aus beim 1. FC Köln: Bringt Routine den erhofften Erfolg?

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 1000 Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.


Vor dem Pokalspiel gegen Holstein Kiel hatte FC-Trainer Gerhard Struber einige „frische Gesichter“ aufgrund der Belastung angekündigt. Und der Trainer lieferte mit freundlicher Unterstützung einiger Ausfälle auch im kompletten Spieltagsaufgebot. Unter anderem fehlten Damion Downs, Sargis Adamyan und Max Finkgräfe erkrankt oder verletzt im Kader, Florian Kainz saß seine Rotsperre ab. Bezogen auf das Alter waren die „frischen Gesichter“ in der Startelf dann aber doch schon eher ein wenig routinierter. Mit Marvin Schwäbe und Dominique Heintz setzte der Coach auf zwei erfahrene Spieler, die in dieser Saison bislang gar keine oder nur wenig Spielzeit erhalten hatten. Schwäbe stand zuvor das letzte Mal gegen den 1. FC Heidenheim in einem Pflichtspiel auf dem Platz. Dominique Heintz hatte zuletzt Anfang September gegen Schalke in der Startelf gestanden und sonst nur Minuten als Joker gesammelt.

FC in der Regel mit der jüngsten Startformation

Die größte Veränderung war neben der Torhüterbesetzung die Umstellung auf Dreierkette, die dem FC zweifelsohne mehr Stabilität verlieh. Gleichzeitig wählte der Trainer aber auch die bislang routinierteste Anfangsformation dieser Saison. Der FC kam am Dienstagabend auf einen Altersdurchschnitt von 25,6 Jahren. Für die 2. Liga kein besonders hoher Wert, die bislang erfahrenste Mannschaft stellten bislang die beiden Braunschweiger Trainer Daniel Scherning und Marc Pfitzner mit einem Schnitt von 28,3 Jahren auf. Und doch sind auch die 25,6 Jahre für die Kölner schon sehr bemerkenswert. Denn der FC setzt in der Regel auf die jüngste Elf des Spieltags. In der Top-ten der bisher jüngsten Startformationen in Liga zwei tauchen die Geißböcke gleich acht Mal auf. Nur Paderborn war im Duell gegen Köln jünger.

Die jüngste Formation stand bislang gegen Braunschweig auf dem Platz, der FC kam auf ein Alter von 23,7 Jahren, also im Schnitt zwei Jahre jünger als am vergangenen Dienstag. Ob sich der Trainer nach den Auftritten einer sichtbar verunsicherten Mannschaft gegen Darmstadt und Paderborn von den Routiniers tatsächlich mehr Sicherheit versprochen hat, ist offen, schließlich hätte der Coach genauso gut weiterhin auf Jonas Urbig im Tor oder in der Innenverteidigung vielleicht sogar auf Elias Bakatukanda setzen können. In der jüngeren Vergangenheit hatte der Trainer in Bezug auf seine „jungen Burschen“ immer mal wieder von gewissen „Wellenbewegungen“ und „Schwankungen“ gesprochen. Es ist also gut möglich, dass er nun auf mehr Kontinuität setzen wollte. „In gewissen Phasen gibt es Momente, wo man mit Erfahrung das Spiel ein Stück weit ruhiger macht und klarer wird“, hatte der Coach im Sommer gesagt.

Routiniers bringen mehr Ruhe ins Spiel

Fakt ist: Sowohl Schwäbe als auch Heintz strahlten genau diese Ruhe am Dienstag aus, die dem Team sicherlich nicht geschadet hat. Schwäbe zeigte wenn überhaupt nur eine Unsicherheit, als er einen Schuss von Finn Porath unnötig wegfaustete, Heintz zeigte sich unter anderem besonders abgebrüht gegen Shuto Machino im eigenen Sechzehner. Mit Luca Waldschmidt und Timo Hübers waren zwei weitere erfahrene Spieler die Matchwinner der Begegnung gegen Kiel. Das ist aber nur der eine Teil der Wahrheit. Denn auch die Routiniers unterliegen offenbar Wellenbewegungen. Hübers war gerade in den vergangenen Wochen ein Unsicherheitsfaktor, Waldschmidt fand selten statt und auch Dominique Heintz war kein Garant für überdurchschnittliche Leistungen.

Zudem zeigten auch am Dienstag wieder einige Youngster, dass sie nicht umsonst zu den Leistungsträgern des Teams gehören. Unter anderem wurde Tim Lemperle nach der Begegnung zum Man of the Match gekürt, Eric Martel war ebenfalls wieder einmal einer der besseren Spieler. Vor dem Pokalspiel gegen Kiel hatte der Trainer angekündigt, einen guten Mix für das Duell zu finden. Er hat wohl recht behalten.


Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!

Julian Pauli vom 1. FC Köln

Ticker zum Nachlesen

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

Mögliche Pokal-Gegner

Erfolgreiche Kür, entscheidend ist aber die Pflicht

Jubel beim 1. FC Köln
, , ,
Startseite » 2. Bundesliga » Seite 62

Erfolgreiche Kür, entscheidend ist aber die Pflicht

Das Erreichen der dritten Runde des DFB-Pokals wird für die Akteure am Geißbockheim eine Genugtuung gewesen sein. Die sportliche Situation hat sich, wenn überhaupt, nur wenig verändert. Der Erfolg im Pokal ist noch keine Kehrtwende beim FC: Ein Kommentar zum Pokalerfolg beim 1. FC Köln.

Sicherlich hat der Sieg gegen Holstein Kiel am vergangenen Dienstagabend der geschundenen Seele der Kölner gut getan, der Mannschaft Selbstvertrauen gegeben. Der Sieg bedeutet ein Durchatmen, aber noch lange kein Aufatmen beim FC: Ein Kommentar zum Pokalerfolg beim 1. FC Köln.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 2500 Instagram und 1000 Facebook Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.


Ungewohnt dünnhäutig saß Gerhard Struber nach dem Pokalsieg über Holstein Kiel bei der obligatorischen Pressekonferenz und gab zum Teil ein paar schmallippige Antworten. Noch in der vergangenen Woche hatte Struber cool erklärt, er habe im Sommer gewusst, worauf er sich da in Köln eingelassen habe. Seine Reaktion auf so manche Fragen der Journalisten ließ nun vermuten, dass ihm die Berichterstattung, vielleicht aber auch der öffentliche Umgang mit ihm in den vergangenen Tage und Wochen dann doch auch persönlich nahe gegangen waren. Kein Wunder, nach der 1:2-Pleite gegen Paderborn war schonungslos geschrieben, der Trainer in den Sozialen Medien aufs Heftigste kritisiert worden. Struber, aber auch Christian Keller galten in der öffentlichen Wahrnehmung mindestens als angezählt, die Begegnungen vor der Länderspielpause als mögliche Finalspiele.

Der Pokalerfolg hat die sportliche Situation nur minimal verändert

Die im Umfeld des FC aufgebrandete Kritik ist aber natürlich nicht grundlos. Schließlich liegen tatsächlich Anspruch und Realität beim FC dieser Tage sehr weit auseinander. Zwölf Zähler von 30 möglichen, vier Siege in zehn Spielen – für ein Team, das laut Struber ein Wörtchen im Aufstiegsrennen mitsprechen wolle, ist die Ausbeute nach einem knappen Saisondrittel tatsächlich mehr als mau, sie ist schlichtweg zu wenig. Das verdiente 3:0 über Kiel, das Erreichen der dritten Runde im Pokal gegen einen (wenn auch harmlosen) Bundesligisten, muss dementsprechend für den Trainer, den Sportdirektor, genauso aber auch für die gesamte Mannschaft eine Genugtuung gewesen sein. Eine Genugtuung, tatsächlich auch ein kleiner Befreiungsschlag, mehr dann aber bitte auch nicht. Unabhängig von den Personalien Struber oder Keller, die sportliche Situation hat sich beim FC wenn überhaupt nur minimal verändert.

Denn wie es Struber schon mehrfach treffend beschrieb, der Pokal ist Bonus und wäre da nicht der finanzielle Aspekt, die mehr als 800.000 Euro für den Einzug in Runde drei, dann wäre der Cup in diesem frühen Stadium nicht mehr als eine nette Kür. Die Pflicht aber ist auch weiterhin die Liga – und da muss der FC „ins Performen kommen“. Bei der individuellen Klasse, dem Marktwert und der Strahlkraft des Vereins darf Zweitliga-Mittelmaß nicht das Ziel sein. Das wissen natürlich auch die Kölner Verantwortlichen und damit auch, dass das 3:0 über Kiel sportlich zurzeit nur bedingt wertvoll ist. Die Mannschaft hat nach den beiden bitteren Pleiten gegen Darmstadt und Paderborn mal wieder einmal gewonnen, das auch durchaus überzeugend. An Selbstbewusstsein wird der FC also gewonnen haben.

Die ersten Wolken ziehen schon wieder auf

Genauso die Erkenntnisse, dass Köln Dreierkette kann und dass Gerhard Struber durchaus taktisch variabler denkt, als es ihm viele noch vor wenigen Tagen zugetraut haben. Aus dem Erfolg im Pokal aber nun eine mögliche Kehrtwende abzulesen, ist verfrüht und falsch. Verfrüht, weil Holstein Kiel nicht wie ein Erstligist gespielt hat, unkreativ, ideenlos anlief, ohne wirklich für die ganz große Gefahr zu sorgen. Man konnte durchaus den Eindruck gewinnen, warum die Störche in der Bundesliga bislang ohne Sieg sind. Falsch, weil sich der Club schon einmal auf dem richtigen Weg wähnte, als man glaubte, nach dem 2:0 gegen dezimierte, harmlose Ulmer die so dringend gesuchte Balance gefunden zu haben. Weder der Sieg gegen die Spatzen, noch der gegen die Störche war überragend, beeindruckend, aussagekräftig und auch ganz bestimmt nicht fehlerlos.

Die Begegnung gegen Kiel hätte sicherlich auch eine andere Wende nehmen können, wenn Schiedsrichter Bastian Dankert an der ein oder anderen Stelle anders entschieden hätte. Hat er nicht. Und so bleibt ein für den Kopf wichtiger Sieg im Pokal. Ein Sieg, der gerne Trainer, Sportdirektor und Mannschaft ein Gefühl von Genugtuung, von Befreiung geben soll. Ein Sieg, der sicherlich auch ein wenig Ruhe gebracht hat. Nur sollte allen Beteiligten klar sein, dass es ganz schnell die Ruhe vor dem nächsten Sturm werden kann. Denn die ersten Wolken ziehen schon wieder auf. Sollte Gerhard Struber das selbst geschaffene Problem der Torwartdiskussion nicht gut kommentieren oder der FC in den kommenden Spielen nicht nachlegen, dann wird es ganz schnell das nächste Gewitter geben. Und ob es dann für Struber eine weitere Gelegenheit für schmallippige Antworten beim FC gibt, ist zumindest fraglich.


Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!

Erst Bankdrücker, plötzlich der Top-Torjäger

Luca Waldschmidt jubelt nach seinem Tor gegen den SSV Ulm.
, , ,
Startseite » 2. Bundesliga » Seite 62

Erst Bankdrücker, plötzlich der Top-Torjäger

Mit seinen beiden Treffern gegen Holstein Kiel war auch Luca Waldschmidt einer der großen Gewinner des Pokalspiels. Für den 28-Jährigen eine Genugtuung, nachdem er auch in dieser Saison lange hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist beim 1. FC Köln: Luca Waldschmidt ist plötzlich der Top-Torjäger.

Beim 3:0-Erfolg über Holstein Kiel saß Luca Waldschmidt zunächst nur auf der Bank. Doch der Angreifer avancierte mit seinen Treffern zu einem der Matchwinner des 1. FC Köln: Und Luca Waldschmidt ist damit plötzlich der Top-Torjäger der Geißböcke.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 1000 Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.


Es hatte schon viel von „Wo sind die ganzen Kritiker?“ als Luca Waldschmidt nach seinem sehenswerten Treffer zum 2:0 gegen Holstein Kiel zu den Fans lief und sich die Finger hinter die Ohren hielt. Und man konnte die Geste des Torschützen – wenn sie denn so gemeint war – durchaus verstehen. Waldschmidt ist bei den Fans des FC sicherlich einer der umstrittensten Profis. Kein Wunder, der Offensivspieler galt einst als eins der größten Talente des Landes. Für den damaligen Nationalspieler wurden unwirklich erscheinende Freigabesummen in Verträgen verankert, der Spieler mit Superlativen überhäuft, Waldschmidt zahlte das Vertrauen oft mit Toren zurück. Oft, aber nicht immer. Schon bei der letzten Station, beim VfL Wolfsburg, wollte es für den Angreifer nicht mehr so richtig rund laufen. Beim FC hatte man dagegen die Hoffnung, Entwickler Steffen Baumgart würde den Stürmer schon wieder hinbekommen. Und wenn nicht Baumgart, dann später Timo Schultz.

Waldschmidt blieb lange hinter den Erwartungen zurück

Mittlerweile heißt der Trainer Gerhard Struber. Und offenbar hatten die Kölner Verantwortlichen die Hoffnung im Sommer noch immer nicht aufgegeben, sonst hätte man für den geliehenen Stürmer wohl nicht in die Tasche gegriffen. Wie tief, ist nicht genau bekannt. Allerdings war die feste Verpflichtung des Spielers auch eine der wenigen, die der FC im Sommer tätigen durfte und konnte. Doch nach einer verheißungsvollen Vorbereitung wollte es in dieser Spielzeit nicht so richtig rund laufen. Waldschmidt blieb erneut hinter den Erwartungen zurück. Beim 5:0 gegen Eintracht Braunschweig erzielte der 28-Jährige sein erstes Saisontor und setzte den Schlusspunkt unter die einseitige Partie. Auch damals richtete sich der Stürmer mit der gleichen Geste an die Kölner Anhänger, obwohl er bei seinem Schussversuch doch schon sehr vom abfälschenden Gegenspieler Ermin Bicakcic profitierte.

Der Knoten war damit aber noch nicht geplatzt. In der Folge kam der von Gerhard Struber als möglicher Unterschiedsspieler zu zwei Kurzeinsätzen sowie 90 Minuten gegen Düsseldorf und verdiente sich in allen drei Begegnungen nicht die Bestnoten. Gegen Ulm und den Karlsruher SC war Waldschmidt dann wieder jeweils erfolgreich und erneut entstand der Eindruck, die Wende sei eingeleitet. Zumal sich Waldschmidt auch im Testspiel gegen Bochum von einer guten Seite zeigte und das dritte Tor in Folge erzielte. Doch auch in den vergangenen Spielen war die Leistung des Offensivspielers wieder überschaubar. Kaum Ballkontakte, kaum gute Aktionen. Auch deswegen saß der 28-Jährige im Duell gegen Kiel wohl zunächst nur auf der Bank. Die Jokerrolle stand dem Angreifer dieses Mal aber gut zu Gesicht: Waldschmidt machte den Deckel mit einem Doppelpack drauf.

Der erste Doppelpack seit vier Jahren

Für den Siegener war es der erste Doppelpack seit mehr als vier Jahren. Im Oktober 2020 hatte Waldschmidt für Benfica beim 3:0 gegen Rio Ave zwei Tore erzielt, zum zweiten Mal in dieser Spielzeit, zum dritten Mal im Jahr 2020. Denn auch für Freiburg hatte Waldschmidt im Sommer 2020 gegen den FC Schalke 04 einen Doppelpack geschnürt – nun also seinen ersten für den FC. Waldschmidt führt nun gemeinsam mit Tim Lemperle die interne Torjägerliste der Kölner an. Ob die beiden Treffer gegen Kiel für den 28-Jährigen dieses Mal auch einen Kurswechsel auf der Leistungsachterbahn bedeuten, ist fraglich. Ein Schritt in die richtige Richtung ist es allemal.


Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!

Julian Pauli vom 1. FC Köln

Ticker zum Nachlesen

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

Einzelkritik

Im Pokal verdient gewonnen, es lief aber sicher nicht alles rund

Eric Martel im Spiel des 1. FC Köln gegen Holstein Kiel
, , ,
Startseite » 2. Bundesliga » Seite 62

Im Pokal verdient gewonnen, es lief aber sicher nicht alles rund

Mit dem verdienten 3:0-Erfolg über Holstein Kiel hat der 1. FC Köln die dritte Runde des DFB-Pokals erreicht und sich gleichzeitig Selbstbewusstsein für die kommenden Begegnungen geholt. Der Sieg ging absolut in Ordnung für den 1. FC Köln: Beim FC lief aber nicht alles rund.

Am Dienstagabend gelang dem FC ein Sieg im eigenen Stadion – ein verdienter Sieg. Die Geißböcke standen stabiler, zeigten sich selbstbewusster – ein anderes Gesicht des 1. FC Köln: Beim FC lief aber nicht alles rund.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 1000 Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.


Dass der FC die Begegnung gegen Holstein Kiel durchaus verdient gewonnen hat, stand nach dem 3:0-Erfolg außer Frage. Auch, wenn Marcel Rapp nicht ganz zu unrecht befand, dass das Ergebnis ein wenig hoch ausgefallen sei. Kiels Trainer haderte ohnehin viel lieber mit der Leistung des Schiedsrichters oder eher dem Fehlen eines Videoassistenten. Auch das wohl nicht zu unrecht. Der Schubser von Tim Lemperle war wohl in der Tat eine 50:50-Entscheidung. „Ich denke, wenn er sich fallen lässt, dann pfeift auch vielleicht der Schiedsrichter. Ich hatte drei Jahre Zeit, um mir das bei Anthony Modeste abzugucken, einem unfassbaren Kopfballspieler“, sagte auch der Torschütze. Es hat aber auch schon Tore gegeben, denen ein eindeutigeres Foul vorausgegangen ist. Beim Treffer von Marvin Schulz hatten die Kölner dann schon mehr Glück. Schiedsrichter Bastian Dankert war der Meinung, ein Foul gesehen zu haben, die Videobilder belegten das aber nicht.

Lemperle in Modeste-Manier

Tatsächlich waren beide Szenen für den weiteren Spielverlauf nicht ganz unerheblich. Die eine veränderte das Spiel, die andere hätte es verändern können. So kam der FC überraschend selbstbewusst aufs Feld. Überraschend, weil den Geißböcken in den vergangenen beiden Begegnungen genau diese Selbstsicherheit noch gefehlt hatte. Nun aber gaben die Kölner trotz neuer taktischer Ausrichtung und dem vermeintlich favorisierten Gegner aus der Bundesliga den Ton an und suchten den direkten Weg ins gegnerische Schlussdrittel. Dort fand Leart Pacarada eben Stürmer Lemperle, der in gefühlter Modeste-Manier zur Führung einnickte. Doch fortan kehrte sich die Spielverlauf. Kiel übernahm zunehmend die Spielkontrolle und der FC stand mit dem 1:0 im Rücken dann doch wieder deutlich tiefer.

In Konter wollte der FC nicht laufen. „Wir haben uns heute voll reingehauen und eine gute Energie auf dem Platz gehabt. Die Balance war heute besser als zuletzt“, sagte Timo Hübers. Das stimmte in Teilen. Köln stand in der letzten Kette sicherer, ließ nur wenig zu. Wirklich sauber verteidigten die Kölner die gegnerischen Angriffe aber auch nicht weg. So wurden mehrfach die Bälle aus dem Sechzehner – aber auch mehrfach zum Gegner – geschlagen. Vielleicht auch aufgrund der Systemumstellung. Weitere Ballverluste machten die bis dahin nicht stattfindenden Kieler unnötig stark. Der Bundesligist wurde zwar nur selten zwingend, kontrollierte aber das Spielgeschehen. Und so hätte der vermeintliche Ausgleich von Schulz das Spiel sicherlich verändert, der FC wäre wieder unter Zugzwang gewesen. Doch Dankert entschied auf Foulspiel, der FC ging mit der knappen Führung in die Kabine.

Machino trifft die Latte

Und auch nach dem Wechsel änderte sich das Bild nicht. Kiel lief an, versuchte etwas aus dem erhöhten Ballbesitz zu machen, doch passierte das lange nicht. Auch, weil der FC viele entscheidende Zweikämpfe gewann, mal mit einer positiven Zweikampfbilanz (55 Prozent) aus dem Spiel ging. Vor allem Timo Hübers gewann mehr seiner Zweikämpfe (70 Prozent) als noch in den vergangenen Wochen. Und kam der Kapitän nicht hinterher, bügelte Julian Pauli aus. „Wir haben uns von der ersten Minute an gut reingearbeitet. Wir haben in dieser Systematik gute Abstände vorgefunden. Am Ende des Tages waren es kaum große Chancen“, sagte der Trainer. Gegen Ende des Spiels nahmen die Chancen aber wieder zu. „Hinten raus das ein oder andere, aber da braucht man auch das bisschen Glück“, sagte Struber.

Und das gewaltig: Der Pass auf Machino in die Schnittstelle wurde nicht unterbunden, Dominique Heintz rettete gegen Machino mit einer Monstergrätsche, die auch ins Auge hätten gehen können. Nur wenige Minuten später stand der Japaner bei einer Ecke komplett blank, traf aber nur die Latte. Zur Wahrheit gehört auch, dass Kiel dem FC extrem viele Räume anbot, Köln diese aber so gut wie gar nicht nutzte. Die Geißböcke spielten die Umschaltmomente nicht gut aus. Hier nahmen die Kölner das Tempo aus dem Spiel, dort wollte der entscheidende Pass nicht ankommen. So kam der FC nur auf zwölf Torabschlüsse, also genauso viel wie gegen Paderborn und deutlich weniger als der Schnitt vor mehr als 20 Abschlüssen pro Spiel.

Nur, dass Luca Waldschmidt wenige Minuten vor Spielende einen dieser Abschlüsse sehenswert in den Winkel schweißte und Kiel damit den Wind aus den Segeln nahm. Beim zweiten Treffer musste der Stürmer nur noch den Fuß hinhalten. Ohne Frage zeigte sich der FC gegen Kiel in der Defensive deutlich stabiler. Doch gegen einen ähnlich harmlosen Gegner wie schon gegen Ulm. In der Vorwärtsbewegung war es von beiden Mannschaften Magerkost. Und dennoch überwiegt eine ordentliche Leistung und vor allem der wichtige Sieg. „Nun gilt es, den Schwung mitzunehmen und mit Selbstvertrauen gegen Hertha dann am Samstag ein gutes Spiel abzuliefern“, sagte Tim Lemperle, der Spieler des Spiels.


Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!

Julian Pauli vom 1. FC Köln

Ticker zum Nachlesen

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

Einzelkritik

Marvin Schwäbe mit weißer Weste zurück zur Nummer eins? Struber hält sich bedeckt

Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln
, , ,
Startseite » 2. Bundesliga » Seite 62

Marvin Schwäbe mit weißer Weste zurück zur Nummer eins? Struber hält sich bedeckt

Marvin Schwäbe war sicherlich einer der Gewinner des ohnehin erfolgreichen Pokalsiegs über Holstein Kiel. Gegen den harmlosen Bundesligisten stand der Keeper nicht nur wieder im Kasten, er hielt diesen auch sauber und eröffnete damit die Diskussion beim 1. FC Köln: Wer steht gegen Berlin im Tor?

Nicht nur der FC hat es in die nächste Runde geschafft, auch die Torwartdiskussion könnte nach Dienstagabend noch einmal aufflammen. Denn Marvin Schwäbe machte bei seinem Comeback eine sehr gute Begegnung und eröffnete damit die Frage beim 1. FC Köln: Wer steht gegen Berlin im Tor? FC-Trainer Gerhard Struber wollte sich nicht so recht festlegen.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 1000 Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.


Zwar war der Freistoß von Fiete Arp nicht wirklich so richtig gut geschossen, die Reaktion war dennoch gut. Marvin Schwäbe riss die Arme in die Höhe und verhinderte den Anschlusstreffer. Für Timo Hübers und Eric Martel Grund genug, den Keeper ordentlich abzufeiern. Und auch durch das Kölner Stadion hallte der Name des Keepers. „Das war natürlich Gänsehaut pur“, sagte der Keeper für seine Verhältnisse dann doch recht emotional. Schwäbe ist bekanntlich einer der nüchternen Sorte, in sich gekehrt, eine Art Ruhepol. Eine Ruhe, die der Keeper auch im Spiel vorlebt. Am Dienstagabend seit einem halben Jahr mal wieder im Kölner Stadion. Und der Torhüter ließ dann doch an seiner Gefühlswelt teilhaben. „Für mich ging es heute darum, das Ganze nach den vergangenen Wochen und Monaten zu genießen. Das ist mir definitiv gelungen“, sagte Schwäbe.

Schwäbe behält die weiße Weste

Die vergangenen Wochen und Monate waren für Schwäbe bekanntlich alles andere als leicht. In der vergangenen Spielzeit war der Torhüter noch einer der wenigen FC-Spieler, die konstant auf normalen Niveau agierten. Und doch kam im Sommer die Degradierung. Vom Stammkeeper in der Bundesliga, zum Ersatztorhüter in Liga zwei und das mit ordentlichen Leistungen. Über die Ursachen gibt es bekanntlich unterschiedliche Erzählweisen und Wahrnehmungen. Schwäbe fühlte sich von den FC-Bossen jedenfalls nicht wie gewünscht behandelt. Kein Wunder, der Keeper sah und sieht sich nicht auf der Bank eines Zweitligisten. Und das vermutlich zu recht. Dennoch steht sein Abschied wohl nach wie vor im Raum. Schwäbe wollte die Geißböcke schon im Sommer verlassen, durch den Wechsel seines Beraters deutete auch in den vergangenen Monaten wohl viel daraufhin, dass der Weggang nun im Winter erfolgen kann.

Auch das käme nicht überraschend. Denn die Chancen, dass Schwäbe wieder zwischen die Pfosten gerät, schien in der vergangenen Woche noch sehr sehr weit entfernt. Jonas Urbig war gesetzt. Das junge Nachwuchstalent will der FC unbedingt halten, am liebsten den Vertrag verlängern. Denn der Kontrakt läuft nur bis 2026, im kommenden Sommer wäre demnach noch ein wenig Ablöse drin, das Interesse am U21-Nationaltorhüter ist groß. So wirklich wollen es sich die Kölner nicht mit Urbig verscherzen. Nun aber erhielt Schwäbe seine Chance und nutzte sie. Wenn auch mit freundlicher Unterstützung der Latte beim Kopfball von Shuto Machino sowie von Timo Hübers beim Versuch von Armin Gigovic und aufgrund des harmlosen Auftritts des Gegners.

Marvin Schwäbe: „Ich habe mich sehr gefreut, habe mich sehr gut gefühlt“

Dennoch wird das Spiel auch eine Art Genugtuung für Schwäbe gewesen sein. „Ich habe mich sehr gefreut, habe mich sehr gut gefühlt und am Ende freut es mich, dass wir 3:0 gewonnen haben“, sagte der Torhüter. Sichtbar gefreut hatte sich auch Gerhard Struber über das 3:0, der nach den Toren mit Ersatzspielern und Trainerkollegen wechselnd ins Freudenkollektiv fiel. Dabei bringt das Spiel den Trainer nun in eine etwas missliche Lage. Wohl erwartungsgemäß. Schwäbe lieferte jedenfalls genug Argumente, um auch weitere Einsatzzeit zu erhalten. Nur ist da eben noch Jonas Urbig, der aus bekannten Gründen ebenfalls den Anspruch auf die Nummer eins anmeldet und bis auf jeweils ein Gegentor gegen den Hamburger SV sowie den Karlsruher SC bei den dann doch nicht wenigen Treffern ins Kölner Tor machtlos schien. Nicht umsonst hatte der Trainer sinngemäß gesagt, dass auch Urbig auf eine stabile Defensive angewiesen ist.

Nun stand am Ende eines erfolgreichen Kölner Abends aber die Null auf der Anzeigetafel und damit zwangsläufig die Frage, wie es im Tor nun im kommenden Spiel gegen Hertha BSC am Samstagabend (20.30 Uhr bei Sky und ab 19.15 Uhr im Liveticker bei come-on-fc.com) weitergehen könnte. Struber betonte, er habe Schwäbe sehr gut gesehen. „Das bedeutet für das Wochenendspiel aber erst einmal gar nichts, weil wir gerade erstmal ein Cupspiel rübergebracht haben. Das hat er ordentlich gemacht. Aus meiner Sicht jetzt auch nicht überraschend, weil er sich die letzten Wochen sich schon sehr gut zeigt“, sagte der Coach. „Wir wissen auch, wie der Jonas Urbig seine Leistungen gebracht hat. Wir werden sehen, wie sich die Situation entwickelt.“ Struber legte sich also öffentlich nicht fest und wird damit wieder einige Spekulationen loslösen.

Schwere Entscheidung für den Trainer

Denn es scheint so, als sei die vor der Saison ausgegebene Marschroute mit Jonas Urbig als unumstrittene Nummer eins dann doch gar nicht mehr so in Stein gemeißelt. Ist der Kampf um den Platz zwischen den Pfosten damit neu eröffnet? Noch in der vergangenen Saison brandete bereits die Diskussion um die beiden Keeper auf. Als Schwäbe dann im Sommer keinen Verein fand, betonten die FC-Bosse immer wieder, dass es doch gar nicht verkehrt sei, zwei so starke Torhüter im Kader zu haben. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, da ist wohl etwas wahres dran. Allerdings wollen auch beide Keeper im Kasten stehen, es gibt aber nur den einen Platz. Für den Trainer sollte es nach dem Leistungsprinzip gehen, die Kölner Verantwortlichen werden auch mittelfristig denken. Denn Urbig wird wenn überhaupt nur beim FC bleiben, wenn er eine Perspektive als Nummer eins sieht.

“Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft und kann nur ‘Danke’ sagen. Es ist alles eingetreten, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Schwäbe später in der Sportschau. Weitere Einsätze würden ihn freuen, aber da müsse man den Trainer fragen. Kurzfristig wird sich der Trainer mit seinem Torwartteam, das Struber noch einmal besonders hervorhob, beraten und entscheiden. Eine Möglichkeit wäre auch die Entscheidung für einen Pokal-Torwart, schließlich hat sich der FC die dritte Runde vor Weihnachten noch erspielt. „Heute hat unsere Nummer zwei unter Beweis gestellt, wie gut er ist. Nicht mehr und nicht weniger“, sagte Struber. Doch ganz so einfach ist es wohl nicht.


Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!

Julian Pauli vom 1. FC Köln

Ticker zum Nachlesen

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

Einzelkritik

Kollektives Aufatmen und ganz sicher auch viel Genugtuung

Jubel bei den Spielern des 1. FC Köln
, ,
Startseite » 2. Bundesliga » Seite 62

Kollektives Aufatmen und ganz sicher auch viel Genugtuung

Mit dem verdienten 3:0-Erfolg über Holstein Kiel ist der FC nicht nur in die nächste Runde des Pokals eingezogen, die Kölner sorgten wohl für ein paar ruhigere Tage am Geißbockheim – für die Mannschaft und den Trainer des 1. FC Köln: Aufatmen und Genugtuung beim FC.

Tim Lemperle und Luca Waldschmidt trafen am Dienstagabend, Marvin Schwäbe hielt die Null und Gerhard Struber wählte wohl die richtige Systematik beim 1. FC Köln: Aufatmen und Genugtuung beim zuletzt gebeutelten FC.

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 1000 Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.


Auch, wenn Linton Maina an diesem Abend im Pokal gegen Holstein Kiel sicher nicht alles gelang, dieser Moment war ein großer. Der 25-Jährige nahm in der Box, nur wenige Meter vor dem Tor den Ball von Lemperle an. Eine Position, aus der schon so mancher Spieler den Schlenzer ins lange Eck ausgepackt hat. Doch Maina wartete einen Moment, bediente an der Strafraumgrenze Luca Waldschmidt, der aus 16 Metern die Kugel in den Winkel beförderte. Ein sehenswerter Treffer. Und ein Treffer, der wohl den Deckel auf eine gute Partie der Kölner und auf den Einzug in die dritte Runde perfekt machte. Waldschmidt ließ es sich natürlich nicht nehmen, mit den Fingern an den Ohren jubelnd zu den Fans zu laufen. Spätestens mit seinem zweiten Treffer in der Nachspielzeit hatte es auch der Angreifer seinen Kritikern gezeigt und gleichzeitig für deutlich mehr Ruhe am Geißbockheim gesorgt.

Struber: „Meine Jungs haben das mit guter Energie verdient hinbekommen“

Nach dem völlig verdienten 3:0-Erfolg über den Bundesligisten dürften die kommenden Tage jedenfalls angenehmer werden als die vergangenen – für die Spieler, aber auch für Trainer Gerhard Struber, der nach den Pleiten gegen Darmstadt und Paderborn angezählt war. „Der Druck ist natürlich aufgrund der beiden verpatzten Spiele gestiegen. Wir sind aber im Inner Circle sehr klar und sehr sachlich geblieben“, erklärte der Trainer und schob dann etwas genervt hinterher: „Was ich nicht von allen im Umfeld behaupten kann, wie man das so wahrnimmt die letzten 14 Tage.“ Wie groß der Stein war, der so ziemlich allen Kölnern Protagonisten am späten Dienstagabend von den Schultern fiel, ließ sich gleich an mehreren Situationen ablesen. Unter anderem, aber sicher nicht nur am Jubel des Doppeltorschützen.

Doch als sich der ehemalige Nationalspieler nach seinem Treffer zum 2:0 auf den Weg zu den Fans machte, rannten Elias Bakatukanda und Jonas Urbig zu ihrem Trainer und sprangen diesem förmlich um den Hals. Keine Spur von „Mannschaft verloren“, wie bereits kolportiert wurde. Struber wiederum zeigte sich ebenfalls jubelnd wie selten zuvor. „Meine Jungs haben das mit einer sehr guten Energie verdient hinbekommen“, sagte der Coach, der diesen Sieg in keinster Weise für sich einnahm, sondern „seine Burschen“ in den Vordergrund stellte. Dabei hatte der Trainer seine Mannschaft offenbar gut um- und inhaltlich gut eingestellt. Struber wählte die Dreierkette, verlieh der Mannschaft offensichtlich mehr Stabilität. „Wir haben in dieser Systematik gute Abstände vorgefunden. Am Ende des Tages waren es kaum große Chancen“, die man zugelassen habe, sagte der Coach. Erst hinten raus habe es Chancen gegeben.

Schwäbe mit weißer Weste

Doch da war ja noch Marvin Schwäbe, dem das Comeback nach einem halben Jahr, aber auch die weiße Weste offensichtlich gut getan hatten. „Gänsehaut pur“, sei das für ihn gewesen. Der FC fand von der ersten Minute an den Vorwärtsgang, wirkte überhaupt nicht verunsichert, fühlte sich wohl und offenbar bereit, für die Pokal-Überraschung zu sorgen. „Nach vorne weg waren wir sehr zielstrebig“, erklärte der Coach. So schon nach einer butterweichen Flanke von Leart Pacarada als Tim Lemperle, sich zugegebenermaßen mit ordentlich Armeinsatz Platz verschaffte, zur Kölner Führung einnickte. „Ich denke, wenn er sich fallen lässt, dann pfeift auch vielleicht der Schiedsrichter. Ich hatte drei Jahre Zeit, um mir das bei Anthony Modeste abzugucken, einem unfassbaren Kopfballspieler“, sagte der Torschütze. Der FC wirkte stabiler, schenkte aber viel zu oft einfache Bälle her und stärkte so einen ansonsten harmlosen Gegner.

So hätte die Kugel vor dem vermeintlichen Ausgleich längst geklärt sein müssen. War sie nicht: Marvin Schulz schlenzte den Ball in die Maschen und der FC hatte Glück, dass Schiedsrichter Bastian Dankert zuvor ein Foul an Dejan Ljubicic gesehen haben wollte. Dennoch blieb Köln die bessere Mannschaft, auch, wenn Kiel zur Halbzeit mehr Ballbesitz und mehr gewonnene Zweikämpfe ausweisen konnte und auch bei den Geißböcken die großen Chancen ausblieben. Nach dem Wechsel investierten die Störche mehr und gaben den Kölnern damit Räume, die der FC aber erst spät für sich zu nutzen wusste. „Die Balance war heute besser als zuletzt. Wir haben dann auch immer wieder Nadelstiche nach vorne gesetzt“, sagte Timo Hübers und gab den Auftrag für die kommenden Wochen: „Das war ein gutes Pokalspiel, auch für die Zuschauer, da gilt es jetzt weiterzumachen.“

Struber: „Es ist kein System, das in Stein gemeißelt ist“

Auch der Kölner Kapitän erwischte einen deutlich besseren Abend, organisierte und stabilisierte die Dreierkette neben den stark aufspielenden Julian Pauli und Dominique Heintz und fühlte sich sichtbar wohl. Ob der FC auch in den kommenden Begegnungen bei der Dreierkette bleiben wird, ist trotz des sehr soliden Spiels und verdienten Erfolgs aber nicht gesagt. „Wir wollen in unserer Ausrichtung variabel bleiben. Es ist kein System in Stein gemeißelt, es hat uns heute einfach Stabilität verliehen“, sagte Struber. „Und das gegen einen Gegner, der mit dieser Herangehensweise mehr Herausforderungen gehabt hat, wie wenn wir das anders gebastelt hätten.“ So aber zog der FC in Runde drei ein und sicherte sich nebenbei eine kleine Finanzspritze. Das gute Gefühl an diesem Abend war für einige Protagonisten aber sichtlich unbezahlbar.


Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!

Julian Pauli vom 1. FC Köln

Ticker zum Nachlesen

Tim Lemperle vom 1. FC Köln

Einzelkritik

Dem 1. FC Köln gelingt ein kleiner Befreiungsschlag: Der FC schmeißt Kiel aus dem Pokal

Jubel bei den Spielern des 1. FC Köln
, , ,
Startseite » 2. Bundesliga » Seite 62

Dem 1. FC Köln gelingt ein kleiner Befreiungsschlag: Der FC schmeißt Kiel aus dem Pokal

Gerhard Struber hat mit dem FC in unruhigen Zeiten einen wichtigen Erfolg gefeiert. Der 1. FC Köln gewinnt im Pokal gegen Kiel. Durch das verdiente 3:0 ziehen die Geißböcke in die dritte Runde des DFB-Pokals ein.

Aufatmen bei den Geißböcken. Der 1. FC Köln gewinnt im Pokal gegen Kiel. Die Geißböcke setzen sich am Dienstagabend mit 3:0 gegen den Bundesligisten Holstein Kiel durch und ziehen in die dritte Runde ein. Tim Lemperle brachte den FC im ersten Durchgang in Führung (8.). Nach dem Wechsel war Luca Waldschmidt doppelt zur Stelle (84., 90.+7).

Wir wollen weiter wachsen. Folgt uns auf Instagram und Facebook. Unter den jeweils ersten 1000 Followern verlost come-on-fc.com je einen Gutschein im Wert von 50 Euro für den FC Fanshop. ** Zu den Teilnahmebedingungen.


„Frische Gesichter“ hatte Gerhard Struber für die Begegnung gegen den Bundesligisten Holstein Kiel angekündigt, der Trainer des 1. FC Köln änderte seine Startelf auf zwei Positionen, setzte mit Marvin Schwäbe für Jonas Urbig und Dominique Heintz für Luca Waldschmidt auf zwei Routiniers. Die größte Veränderung war eine taktische. Struber setzte auf eine Dreierkette, neben Julian Pauli und Timo Hüber spielte eben Heintz. Der FC kam mit der Umstellung offensichtlich auch gut zu recht. Zumindest gehörten die Anfangsminuten den Kölnern. Wirklich zwingend wurde die Struber-Elf in den ersten Minuten nicht. Bis Tim Lemperle eingesetzt wurde. Linton Maina wurde auf der linken Seite geschickt, der Offensivspieler legte zurück auf Leart Pacarada, der sofort die Hereingabe suchte. Lemperle verschaffte sich gegen Max Geschwill Platz und nickte ein (8.).

Gigovic vergibt aus Thielmann-Position

Die frühe Führung brachte aber nicht die erhoffte Sicherheit. Im Gegenteil, Kiel wurde stärker, der FC stand nun doch deutlich tiefer und leistete sich gerade in der Hintermannschaft immer wieder unnötige Fehlpässe und Ballverluste. Hier spielte Pacarada dem Gegner den Ball in den Fuß, da dribbelte sich Dejan Ljubicic am eigenen Sechzehner fest. Für die größte Gefahr des Gegners sorgte Marvin Schulz mit einem direkten Freistoß aus 25 Metern, doch die Kugel rauschte am Giebel vorbei (29.). Zehn Minuten später zielte der Kieler genauer, traf auch ins Netz, doch Schiedsrichter Bastian Dankert hatte zuvor abgepfiffen (39.). Auf der anderen Seite nahm Maina auf der linken Seite Tempo auf und prüfte Kiels Keeper Timo Weiner aus spitzem Winkel, doch der Torhüter reagierte stark (45.). Es ging mit der knappen Führung in die Kabine.

Nach dem Wechsel flachte die Begegnung zunehmend ab. Der FC stand deutlich tiefer, ließ dafür aber nur noch wenig zu. Für den ersten Höhepunkt sorgte Pacarada, der einen direkten Freistoß über die Latte legte (55.). Erst ein langer Ball von Schwäbe wurde richtig gefährlich. Lemperle nahm auf der linken Seite Tempo auf, ging an Becker vorbei und suchte den Abschluss. Das Tor fand der Kölner nicht (60.). Auf der anderen Seite verfehlte der gerade erst eingewechselte Fiete Arp mit der Hacke (62.) Kiel mühte sich zwar, fand aber kein Mittel. Der FC bekam dadurch Räume, nutzte diese aber lange zu selten. Und so wurde es erst in der Schlussphase heiß. Armin Gigovic fiel an der Strafraumgrenze der Ball vor die Füße, aus ähnlicher Position wie Thielmann am Freitag zog der Kieler ab, aber Hübers fälschte ins Toraus ab.

Waldschmidt macht den Deckel drauf

Keine 120 Sekunden später rettete Dominique Heintz im Sechzehner ganz stark gegen Shuto Machino, der sehr theatralisch fiel (75.). Beim anschließenden Gerangel hatte der Japaner Glück, nicht vom Platz zu fliegen. Köln verteidigte weiterhin sehr konsequent und schenkte nicht mehr so viele Bälle weg, wie im ersten Abschnitt. Erst eine Ecke der Kieler wurde richtig gefährlich. Machino lauerte am zweiten Pfosten, köpfte die Kugel aber nur an die Latte (81.). Auf der anderen Seite legte Maina den Ball nach einem Konter zurück auf Pacarada, der aus der Distanz Maß nahm. Auch die Kugel wurde entscheidend abgefälscht (83.). Doch der FC setzte nach und wie. Zunächst spielte Pacarada einen perfekten Steckpass auf Maina, über Umwege gelang die Kugel zurück zum Offensivspieler, der die Übersicht behielt und Luca Waldschmidt einsetzte. Der Kölner Angreifer visierte den Winkel an und traf (84.).

Kiel war noch einmal alles nach vorne. Unter anderem versuchte es Arp mit einem direkten Freistoß, doch Marvin Schwäbe riss schnell genug die Arme hoch und wurde dementsprechend von seinen Mitspielern gefeiert. Auch in der Nachspielzeit war der Keeper noch einmal bei einem Freistoß zur Stelle. In der Schlussminute war Waldschmidt erneut zur Stelle: Es blieb beim verdienten 3:0-Erfolg. Der FC schmeißt den Bundesligisten aus dem Pokal und steht in der dritten Runde. Am Samstag steht das nächste Spiel für die Kölner an. Der FC ist im so genannten Topspiel zu Gast bei Hertha BSC.


FC: Schwäbe – Heintz, Hübers, Pauli – Pacarada, Martel, Huseinbasic (90. Olesen), Thielmann – Lemperle (88. Obuz), Ljubicic (76. Waldschmidt), Maina Tore: 1:0 Lemperle (8.), 2:0, 3:0 Waldschmidt (85., 90+7)


Wie ist deine Meinung? Du hast einen Fehler gefunden? Dann lass uns etwas in den Kommentaren da! Wir freuen uns auf einen Austausch mit dir!

Julian Pauli vom 1. FC Köln

Ticker zum Nachlesen

Mehr als nur zwei Transfers?