Lange haben die FC-Fans auf die Transferphase gewartet, seit Montagabend ist sie fรผr Kรถln beendet. Vier Spieler haben die Geiรbรถcke neu verpflichtet, sieben abgegeben. Kรถln hat am meisten investiert. Der 1. FC Kรถln zieht eine positive Transferbilanz, es bleiben aber Fragezeichen.
Nach dem Registrierungsverbot hat der FC nun wieder in den Kader investieren dรผrfen und das auch getan. Trotz kleinerer Schwierigkeiten haben die Kรถlner vier Spieler neuverpflichtet. Der 1. FC Kรถln zieht daher eine positive Transferbilanz, es bleiben aber einige Fragezeichen.

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Die Erwartungshaltung war groร, als Christian Keller vor 17 Monaten am Deadline Day vor die Presse trat. Die FC-Fans hatten noch auf einen Stรผrmer gehofft, auch genรคhrt von einem wilden Gerรผcht, dass Ihlas Bebou in der Stadt sei. Doch Keller lieร die Transfertrรคume platzen, bevor sie erst aufsteigen wollten. Es wird keine Neuverpflichtungen geben, kรผndigte der Sportdirektor an, nicht wissend, dass er auch in den kommenden beiden Transferperioden keine groรen Sprรผnge werde machen kรถnnen. Die Entรคuschung war groร. Die Kritik in den Sozialen Medien zum Teil heftig. Keine anderhalb Jahre, aber ein Registrierungsverbot spรคter gibt es in am Ende des Transferfensters keine bittere Enttรคuschung, aber auch die ganz groรe รberraschung ist ausgeblieben. Der FC hat vier neue Spieler verpflichtet und insgesamt sieben Spieler abgegeben, von denen aber nicht mehr alle im Profikader gestanden haben.
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Der FC hat die Kaderlรผcken geschlossen
Da die Kรถlner die selbstausgemachten Kaderlรผcken auf der rechten Verteidigerposition mit Jusuf Gazibegovic sowie im Sturm mit Imad Pondic geschlossen haben und mit Joel Schmied in der Innenverteidigung und Anthony Racioppi auf die Verletzung von Luca Kilian sowie den Abgang von Keeper Jonas Urbig reagiert haben, fรคllt das Fazit der Kรถlner Verantwortlichen positiv aus. „Wir haben einen guten Mix gefunden, den Kader zu verรคndern und auf der anderen Seite auch Qualitรคt dazuzubekommen. Unterm Strich sind wir erst einmal zufrieden“, sagte Thomas Kessler am Montagmittag. „Wir haben schon frisches Blut in die Mannschaft bekommen. Wir haben ja auch immer betont, dass wir mit der Mannschaft zufrieden waren. Wir stehen nicht ganz zu unrecht in der Liga oben.“ Zu unrecht nicht, doch zur Wahrheit gehรถrt auch, dass der FC auch ein Stรผck weit von souverรคn entfernt ist.
Nach wie vor ist gerade die Punkteausbeute gegen die Top-Teams aus der oberen Tabellenhรคlfte รผberschaubar. Dass die Kรถlner wรผrden nachlegen mรผssen, um das Ziel des direkten Wiederaufstiegs dann doch ein wenig wahrscheinlicher zu machen, war dementsprechend folgerichtig. Zumal der Club damit auch ein Zeichen an die Spieler sendet, die mit einem Vereinswechsel im Sommer liebรคugeln, bei denen der Aufstieg ein Thema spielen kรถnnte. Eben der Aufstieg, den die FC-Bosse nicht garantieren kรถnnen – nach wie vor nicht. Gleich mehrere Vertrรคge laufen aus, der FC droht Leistungstrรคger zu verlieren. Man kรถnnte also meinen, dass die aktuellen Investitionen eventuell die Verhandlungsposition ein wenig beeinflussen.
Nicht alle Erwartungen der Fans wurden erfรผllt
Nach einem Jahr Registrierungsverbot mit zwei Transferphasen, in denen der FC handlungsunfรคhig war, war die Erwartungshaltung bei den FC-Fans einmal mehr extrem hoch. Und nach einigen Kommentaren in den Sozialen Medien zu urteilen, scheinen die Erwartungen nicht รผberall erfรผllt worden zu sein. Denn augenscheinlich gibt es noch weitere Stellen, an denen der FC Bedarf haben kรถnnte. Mรถglicherweise auf der Position hinter den Spitzen etwa, vielleicht auch auf der Sechs. „Wir haben versucht, punktuell etwas zu verรคndern. Nicht mit der Brechstange, sondern mit Bedacht“, sagte Kessler. Auch, wenn der Eindruck entstehen kรถnnte, dass die Brechstange dann doch zumindest angesetzt wurde. Denn alles lief aus Kรถlner Sicht in diesem Transferfenster nicht glatt.
Der FC war sich bekanntlich bereits mit Ivan Prtajin einig. Der Stรผrmer sollte und wollte zum FC kommen, die Vakanz des Knipsers fรผllen. Steffen Baumgart legte bei Union Berlin sein Veto ein, der Deal platzte. Genauso kam der Transfer von Gregory Wรผthrich nicht zustande. Bei dem Innenverteidiger gab es offenbar medizinische Bedenken. Doch tatsรคchlich scheinen die FC-Kaderplaner auf die Absagen mit Bedacht reagiert und nicht aus der Hรผfte geschossen gehandelt zu haben. Die Verpflichtungen sind ganz sicher keine Notlรถsungen. Bei Schmied und Racioppi gaben die Kรถlner Verantwortlichen beispielsweise an, die Spieler schon lรคnger auf der Liste zu haben. Aus polnischen Medien ist zu erfahren, dass sich der FC schon seit „mehreren Wochen“ mit Rondic in Gesprรคchen befunden habe.
Investition kein Garant fรผr Erfolg
Dass die Kรถlner diesen Deal mit dem bosnischen Stรผrmer dann aber doch unbedingt eintรผten wollten, kรถnnte man ebenfalls in polnischen Medien zwischen den Zeilen ablesen. Zumindest werden dort die kolportierten 1,5 Millionen Euro, die Lodz mit Prรคmien offenbar eingenommen hat, als Verhandlungserfolg der Fรผhrungsetage des polnischen Erstligisten wahrgenommen. Laut meczyki.pl soll auch ein Testspiel bei Widzew Teil der Vereinbarung sein. Insgesamt investierten die FC-Bosse also zwischen fรผnf und sieben Millionen Euro fรผr vier Spieler. Und damit sehr viel mehr als die Konkurrenz. Zwar bezahlte der 1. FC Nรผrnberg 18 Millionen Euro fรผr Stรผrmerstar Stefanos Tzimas, allerdings nur, um ihn dann fรผr 25 Millionen wieder zuverkaufen. Ansonsten kommt wohl kein Club annรคhernd in die Hรถhe der Investitionen der Geiรbรถcke.
Doch das investierte Geld ist bekannltich kein Garant fรผr Leistung oder Erfolg. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Sprung aus der polnischen Ekstraklasa oder der Schweizer Super League in die 2. Bundesliga ein groรer ist. Die ersten Auftritte von Gazibegovic und Schmied haben gezeigt, dass es offensichtlich noch einer gewissen Eingewรถhnungszeit bedarf. Zwar sind die Investitionen kein Garant fรผr den Erfolg, sie heben die Erwartungen und den Erfolgsdruck beim FC aber durchaus an. Sollte der FC am Ende des Tages wieder aufsteigen, scheinen die Kรถlner zumindest auf den ersten Blick viel richtig gemacht zu haben.
Der FC hat sieben Abgรคnger zu verzeichnen
Den vier Neuzugรคngen stehen dann aber auch sieben Abgรคnge gegenรผber – aufgrund der Urbig-Einnahmen inklusive einer wirtschaftlich positiven Bilanz. Die von Meiko Wรคschenbach zum Karlsruher SC und Maxi Schmid zu Erzgebirge Aue รผberraschen dabei nicht wirklich. Der von Jonas Urbig zum FC Bayern hinterlรคsst zumindest ein paar Fragezeichen. Nicht beim FC. Die Kรถlner haben das Maximum aus der aktuellen Situation herausgeholt. Der Abschied war folgerichtig. Dass Elias Bakatukanda und Rasmus Carstensen Spielpraxis sammeln sollen und kรถnnen, ist ebenfalls verstรคndlich. Bei Florian Dietz und Sargis Adamyan haben die Leihen dann doch ein wenig รผberrascht. „Wir haben es dem ein oder anderen Spieler ermรถglichen kรถnnen, ausgeliehen zu werden und Spielpraxis zu sammeln. Ich finde, da haben wir in den letzten Wochen die Entscheidungen getroffen, die notwendig waren“, sagte Gerhard Struber.
Und dann wรคren da noch die potenziellen Leihkandidaten, fรผr die der FC keine Lรถsung gefunden hat. Kessler nannte explizit Nikola Soldo, fรผr den es offenbar Interessenten gegeben hat, der sich aber wiederum mit den Optionen nicht anfreunden konnte. Auch Jaka Potocnik war Teil der Leih-Verlosung, bleibt aber – zumindest Stand jetzt – beim FC. Dem Vernehmen nach, weil die Spieler-Seite einem Leihgeschรคft nicht zustimmen wollten. So oder so: Das Transfer-Fazit der Kรถlner Verantwortlichen fรคllt unterm Strich positiv aus. Ob die Wechsel am Ende des Tages die richtigen waren, wird sich ohnehin erst in ein paar Wochen oder Monaten zeigen.
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