Denis Huseinbasic feiert ein schwieriges Comeback in der Startelf
Hendrik Broschart
Vor dem 2:2-Unentschieden in Frankfurt nahm FC-Coach Wagner wie angekündigt einige Anpassungen vor. Ins Auge stach dabei der Startelf Einsatz von Denis Huseinbasic. Der 23-Jährige hatte in seinem ersten Spiel von Beginn an seit Januar eine schwierige Aufgabe vor der Brust mit dem 1. FC Köln: Denis Huseinbasic feiert ein schwieriges Startelf-Comeback
Überraschend setzte FC-Coach René Wagner im Duell gegen Frankfurt auf Denis Huseinbasic anstelle von Isak Johannesson. Das hatte verschiedene Gründe, wie der Trainer nach der Partie erläuterte.
Denis Huseinbasic durfte am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt starten. (Photo by Lars Baron/Getty Images)
Im Vorfeld wurde viel darüber spekuliert, wie René Wagner, der neue Trainer des 1. FC Köln, sein erstes Spiel angehen würde. Der 37-Jährige verpasste dem Spiel seine eigene Handschrift: So ließ er etwa Said El Mala neben Ragnar Ache in der Doppelspitze starten und gab Allrounder Jakub Kaminski die Freiheit, von der nominellen Zehnerposition immer wieder auf seine bevorzugte Rolle als Linksaußen zu wechseln. Neben weiteren Anpassungen überraschte aber vor allem die Entscheidung, Denis Huseinbasic in der Startelf aufzustellen.
Der 23-Jährige stand zuletzt Anfang Januar beim ersten Spiel nach der Winterpause gegen den 1. FC Heidenheim von Beginn an auf dem Rasen. Danach verzichtete sein ehemaliger Trainer Lukas Kwasniok auf seine Dienste. In elf Partien reichte es nur für einen sechsminütigen Kurzeinsatz bei der 3:1-Niederlage in Stuttgart. Neben der ohnehin komplexen sportlichen Lage des Mittelfeldspielers ereilten ihn dann auch noch Hüftprobleme, die ihn zusätzlich ausbremsten. Gegen die Adler, für die der gebürtige Darmstädter für kurze Zeit als U17-Spieler auflief, vertraute sein Trainer ihm dennoch.
Darum setzte Wagner auf Huseinbasic
Denn wie Wagner nach dem Spiel mitteilte, hatte Isak Johannesson noch an der Belastung durch die zurückliegende Länderspielreise zu knabbern. Der Isländer war mit der Nationalmannschaft in Übersee unterwegs. Die zwei Partien der isländischen Auswahl gegen Kanada und Haiti steckten dem 23-Jährigen noch in den Knochen. „Ich glaube, dass Isak einfach eine lange Reise hatte. Die Bedingungen waren wohl recht schwer und wir wollten ihm einfach die Einwechslung geben, weil wir nicht geglaubt haben, dass er von Beginn an dann die volle Energie haben kann”. Wagner hob allerdings hervor, dass Huseinbasic nicht allein ein Ersatz für den überspielten Johannesson sein sollte- er habe sich den Startplatz mit überzeugenden Leistungen verdient: “Dennis hat super trainiert die letzten zwei Wochen. Und deswegen war es für uns logisch, dass er beginnen wird und Isak dann die Rolle bekommen wird von der Bank”.
Erschwerte Bedingungen in Frankfurt
In den 67 Minuten, in denen Huseinbasic im Deutsche Bank Park auf dem Rasen stand, musste er mit denkbar schwierigen Bedingungen zurechtkommen. So verfügte die SGE über deutlich höhere Ballbesitzanteile (61 % zu 38 %) und die Gießböcke agierten in den wenigen Umschaltmomenten nicht clever genug. Eintracht-Coach Albert Riera analysierte im Nachhinein, dass es ein klassisches Spiel „zwischen den Linien“ war. Eine Spielstruktur demnach, die von spielstarke Achtern einmal mehr erfordert, unter Druck einen raumöffnenden Pass aus dem Fuß zu zaubern. Davon war bei Huseinbasic allerdings wenig zu sehen, sodass sein Auftritt ohne bleibenden Eindruck vorüberging. Das ist angesichts der Frankfurter Feldhoheit für den Großteil des Spiels für Huseinbasic nicht überzubewerten
Ob Huseinbasic auch im Abstiegskampf-Kracher gegen Werder Bremen beginnen wird, ist noch ungewiss. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Anpassungen Wagner für das Spiel am Sonntag im Petto hat.
Aufatmen beim 1. FC Köln: So lautet die El-Mala-Diagnose.
Hendrik Broschart
Said El Mala musste im Spiel gegen Eintracht Frankfurt mit einer Blessur ausgewechselt werden. Untersuchungen am Ostermontag sorgen nun für Erleichterung beim 1. FC Köln: Said El Mala wohl nicht schwerer verletzt
Ein Ausfall von Topscorer Said El Mala wäre eine denkbar bittere Nachricht für die Geißböcke gewesen, gerade jetzt, wo das Saisonfinale bevorsteht. Wie heute bekannt wurde, ist der Youngster nicht schwerer verletzt.
Said El Mala musste gegen Frankfurt verletzt den Platz verlassen. (Foto: Herbert Bucco)
Gute Nachrichten um Kölns Said El Mala. Der 19-Jährige musste beim 2:2 gegen Eintracht Frankfurt in der 82. Minute vorzeitig humpelnd den Rasen verlassen. Kurz zuvor hatte er nach Vorarbeit von Linton Maina eine gute Gelegenheit, den Ausgleich zu erzielen. Aus 14 Metern wollte er das Leder ins kurze Eck ziehen, doch Eintracht Keeper Michael Zetterer bekam beim Herauslaufen noch einen Arm dazwischen und konnte den Ball somit parieren. Im Anschluss konnte der Youngster nicht mehr weiterspielen, da er sich kurz zuvor ohne Einwirkung eines Gegenspielers verletzt hatte. Der Torjäger der Geißböcke wurde in der Schlussphase mit einer Blessur am rechten Sprunggelenk ausgewechselt.
El Mala nicht schwerer verletzt
„Leider habe ich noch nichts gehört. Diese Frage habe ich jetzt schon öfter bekommen. Ich kann zu Said einfach noch nichts sagen“, antwortete FC-Coach René Wagner nach dem Abpfiff auf die Frage nach dem Zustand von El Mala. Der Youngster wurde am Ostermontag in der Media-Park-Klinik in Köln genauer untersucht.
Jene ärztlichen Untersuchungen haben schließlich ergeben, dass der Schlüsselspieler keine schwerere Verletzung aus der beschriebenen Szene davongetragen habe. Damit steht der Zehn-Tore Mann den Geißböcken im Abstiegskampf weiterhin zur Verfügung, die schlimmsten Befürchtungen um einen potenziellen längerfristigen Ausfall haben sich vorerst nicht bestätigt.
Mit seinem Anschlusstreffer gegen Frankfurt brachte Jakub Kaminski sein Team zurück ins Spiel und setzte mit einem besonderen Jubel ein persönliches Zeichen. Der Spieler des Spiels überragte beim Duell zwischen Frankfurt und dem 1. FC Köln: Jakub Kaminski unvergleichlich
Jakub Kaminski bringt die Kölner mit dem Anschlusstreffer gegen Frankfurt zurück ins Spiel. Nach einem intensiven Auftritt wird sein Kraftakt belohnt – und er nutzt seinen Jubel, um ganz besondere Grüße zu senden.
Jakub Kaminski im Laufduell mit Frankfurts Ritsu Doan. (Photo by Neil Baynes/Getty Images)
Jakub Kaminski hatte am Sonntag einen besonderen Auftrag zu erfüllen. Nachdem er den Ball zum 2:1-Anschlusstreffer fachgerecht an SGE-Keeper Michael Zetterer vorbei zum Anschlusstreffer eingeschweißt hatte, nutzte der Offensivmann seinen Jubel für eine emotionale Botschaft nach Hause: Der Torschütze schnappte sich das Spielgerät, steckte es sich unters Trikot und nahm einen Daumen in den Mund. Ein Gruß für seine schwangere Frau zu Hause, wie er im Anschluss an das Spiel noch einmal klarstellte – wenn eine solche Geste überhaupt einer Klarstellung bedurfte. „Meine Frau ist schwanger. Es ist eine gute Zeit für uns“, offenbarte der 23-Jährige im Interview mit den Vereinsmedien und ergänzte freudestrahlend, dass er den Jubel im Auftrag seiner Frau vollführt habe: „Ich musste diesen Jubel machen, weil meine Frau mir gesagt hat, dass ich bis zum Ende dieser Saison ein Tor schießen muss. Gegen Dortmund wollte ich es nicht machen, aber jetzt gegen Frankfurt – das war unser Moment.“
Kaminskis Kraftakt wird belohnt
Der polnische Nationalspieler bemühte sich nach Kräften, den Wunsch seiner Partnerin zu erfüllen. Mit sieben Torabschlüssen hatte er so viele wie die gesamte Mannschaft der Geißböcke zusammengerechnet. Auf der Zehnerposition hinter Ragnar Ache und Said El Mala riss er vmit 11,74 km mehr Strecke ab als jeder andere Akteur auf dem Grün. Wie alle anderen Geißböcke tat er sich allerdings insbesondere in der ersten Hälfte schwer, gegen die Hausherren Fuß zu fassen. Dazu wirkte er in mancher Schlüsselszene unglücklich. So etwa in der 41. Minute, als Said El Mala ihm dem Ball auf dem Silbertablett servierte. Kaminski aber hatte Probleme bei der Ballmitnahme, sodass der herauseilende Michael Zetterer den Winkel für den Angreifer extrem spitz machte und die Szene schließlich mit einer Beinparade bereinigte.
Erst nach dem Frankfurter Doppelschlag durch Jonny Burkhardt und Arnauld Kalimuendo, die innerhalb von drei Minuten eine Zwei-Tore-Führung herausspielten, ging ein Ruck durch die Mannschaft – und auch durch Kaminski. Nach einem Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte zog er von halbrechts ins Zentrum und suchte von der Strafraumkante den Abschluss. Frankfurts Hugo Larsson fälschte das Leder auf Höhe des Elfmeterpunkts unglücklich ab, sodass der Ball unhaltbar unten links neben dem Pfosten einschlug. „Mein Tor hat einen großen Unterschied ausgemacht, denn es fiel direkt nach dem 1:2. Dann kannst du dich direkt zurück ins Spiel kämpfen und die nächsten Tore erzielen. Das stresst die Gegner, aber was soll ich sagen? Diese Energie spüren wir auf dem Platz. Frankfurt hatte am Ende nicht mehr so viel Power. Wir hatten diesen Moment in den letzten zehn Minuten“, ordnete er nach dem Spiel ein.
Kaminski-Lob für Coach René Wagner
Dazu fand er lobende Worte für seinen neuen Cheftrainer. „Wir alle wissen, dass er nicht viel anders machen muss. Er kennt unsere Qualität, sowohl menschlich als auch als Spieler. Er hat gesagt, dass wir alle Spieler für die verbleibenden sechs wichtigen Partien brauchen, um in der Liga zu bleiben“, erklärte Kaminski und gab damit seltene Einblicke in die Kabine der Geißböcke. Dort fand der neue Chef an der Seitenlinie offenbar die richtigen Worte: „René hat vor dem Spiel das Richtige gesagt. Wir haben die Qualität, in der Bundesliga zu spielen. Wir müssen das nur auch mal zeigen, und das haben wir heute getan“.
Nun starten die Kölner in die Vorbereitung auf das wichtige Spiel gegen Werder Bremen. Bleibt zu hoffen, dass Kaminski auch im Heimspiel gegen die Bremer nochmals Grüße nach Hause schicken darf.
Eine Eins, mehrere Vieren – Die Einzelkritik des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt
Simon Hense
Beim Cheftrainer-Debüt von René Wagner holten die Geißböcke immerhin einen Punkt nach Rückstand. Dabei stachen vor allem zwei Spieler positiv heraus: Die Einzelkritik des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt.
Mit einem Punkt im Gepäck kehren die Geißböcke zurück nach Köln. Während vor allem zwei Spieler gegen die Eintracht ihre zuletzt guten Leistungen bestätigen konnten, gab es auch ein paar Ausreißer nach unten.
Jakub Kaminski im Duell mit Frankfurts Ritsu Doan (Foto: Neil Baynes/Getty Images)
Hielt seine Mannschaft gleich mehrmals entscheidend im Spiel. Parierte stark bei der guten Chance von Ansgar Knauff (24.) und im Eins-gegen-Eins gegen Arnaud Kalimuendo (34.). Fälschte zu Beginn der zweiten Hälfte eine flache Hereingabe von Nathaniel Brown noch entscheidend ab. Ansonsten bei Frankfurter Abschlüssen aus etwas größerer Distanz sicher. Leitete einige Umschaltaktionen mit langen Abwürfen ein, aus denen seine Vorderleute aber zu wenig machten.
Kristoffer Lund
Der Linksverteidger klärte schon nach sechs Minuten eine Hereingabe vor Knauff und verhinderte so eine Großchance. Ließ sich von diesem aber bei dessen guter Chance zu leicht abkochen (24.). Ansonsten stand der 23-Jährige recht sicher in der Defensive, konnte lange aber wenig in der Offensive erreichen, obwohl er die meisten Kölner Sprints (31) anzog. Dann vor dem Ausgleich aber mit einer guten Flanke auf Waldschmidt.
Cenk Özkacar
Bei der Knauff-Chance ließ er sich zu leicht rausziehen (24.), nur um dann beim 1:0 zu spät auf Fares Chaibi rauzurücken, sodass dieser aufdrehen und die Vorlage geben konnte. Ließ knapp zehn Minuten vor dem Gegentreffer Arthur Theate bei einer Ecke völlig frei und hatte Glück, dass die Eintracht nicht da schon in Führung ging. Ansonsten resolut in den Zweikämpfen und ordentlich im Spielaufbau, wenn auch ohne große Ideen.
Rav van den Berg
Ließ Kalimuendo bei einem Frankfurter Konter zu alleine, sodass dieser frei vor Marvin Schwäbe auftauchte. Unterlief dann vor dem zweiten SGE-Treffer einen langen Ball, sodass Jonathan Burkardt den Ball in die Mitte legen konnte. Ansonsten defensiv in Ordnung, aber mit keiner guten Zweikampfquote von 44%. Dafür eine starke Passquote (94%).
Sebastian Sebulonsen
Hatte eine schwierige Aufgabe gegen den auffälligen Kalimuendo. Ließ sich direkt zu Beginn auch zu leicht von diesem austanzen bei einer Frankfurter Chance. Bekam ihn danach zumindest besser in den Griff, konnte ihn jedoch nicht am 2:0 hindern. Verlor außerdem beim ersten Eintracht-Treffer Torschütze Burkardt aus den Augen. Dafür in der ersten Hälfte mit einer guten Offensivaktion, als er erst gut den Ball eroberte und dann nach einem kurzen Antritt Said El Mala in Szene setzte, der aber verzog.
Gemischte Leistungen im Mittelfeld
Denis Huseinbasic
Bekam in der Mittelfeldzentrale den Vorzug vor Isak Johannesson, blieb dabei aber blass. Kam gerade mal auf 26 Ballkontakte. So konnte er dem Kölner Spiel weder Struktur verleihen noch ihm kreative Momente geben. Beim 1:0 nicht in der Position, um Chaibis Lauf zu verhindern. Wurde nach 67 Minuten ausgewechselt.
Spielte direkt zu Beginn einen tollen Pass quer über den Platz auf Jakub Kaminski und legte so die erste Kölner Chance auf. Das blieb allerdings für das gesamte Spiel seine beste Aktion im Spielaufbau. Wurde in der zweiten Hälfte bei einem guten Laufweg stark von Ragnar Ache in die Tiefe geschickt, spielte dann aber einen schwachen Querpass und verspielte so eine gute Möglichkeit. Ansonsten engagiert in der Defensive, gewann 62% seiner 13 Zweikämpfe. Wichtig etwa, wie er sich am eigenen Strafraumrand noch zwischen den Ball und Mario Götze schob und danach einen Freistoß bekam (78.). In der 82. Minute kam für ihn dann Alessio Castro-Montes, als Köln in Rückstand mehr nach vorne warf.
Jan Thielmann
Ein kompliziertes Spiel für den 23-Jährigen. Startete auf der rechten Schiene, wo er mit Kalimuendo anfangs völlig überfordert war. Danach stellte Wagner etwas um, sodass Sebulonsen den SGE-Angreifer und Thielmann Brown übernahm. Ließ diesen aber in der 50. Minute dann aber doch fast folgenschwer laufen, Schwäbe fälschte die Hereingabe des Frankfurters aber noch ab. Das Kölner Eigengewächs führte am Ende keinen einzigen Zweikampf, da er immer zu spät war. Auch in der Offensive ohne Aktionen und folgerichtig in der 75. Minute ausgewechselt.
Jakub Kamiński
Der auffälligste Kölner Offensivakteur mit sieben Abschlüssen, den ersten direkt nach einer Minute, der jedoch zu ungenau war. In der ersten Hälfte vergab er außerdem die größte Kölner Chance wegen eines unsauberen ersten Kontakts, als er frei auf Michael Zetterer zulief. Nach zwei weiteren aussichtsreichen Versuchen (50., 65.) machte der Pole es nach 70 Minuten besser: Nach einem schönen Zusammenspiel mit Ragnar Ache erzielte der Linksaußen mit einem abgefälschten Schuss den wichtigen Anschlusstreffer. Blieb auch danach auffällig und machte viele Wege. Holte sich in der Nachspielzeit aber eine unnötige Gelbe Karte wegen Reklamieren.
Said El Mala
Spielte zentral in der Spitze neben Ragnar Ache auf einer ungewohnten Position. War dort kaum ins Spiel eingebunden. Das belegen seine gerade mal vier Pässe in über 80 Minuten. Trotzdem mit zwei guten Offensivaktionen: Nach einem Pass von Sebulonsen drehte sich der Youngster schön mit dem Ball, schoss am Gegenspieler vorbei jedoch knapp drüber (25.). Kurz vor seiner Auswechslung in der 82. Minute bekam der 19-Jährige dann nach einem guten Laufweg einen schönen Steckpass von Linton Maina, scheiterte aber aus leicht spitzem Winkel an Zetterer. Für ihn kam in der Schlussphase Luca Waldschmidt.
Ragnar Ache
Bei Zetterers Unsicherheit in der ersten Minute aufmerksam, scheiterte aber mit seinem Nachschuss knapp am gerade noch reagierenden Frankfurter Keeper. Machte danach immer mal wieder Bälle fest und rieb sich auf, ohne aber zumindest in der ersten Stunde die ganz großen Aktionen zu haben. Stark dann aber, wie er auf den einlaufenden Krauß durchsteckte, woraus dieser nicht mehr machte (63.). Schön, wie der Angreifer vor Kaminskis Anschlusstreffer mit dem Polen auf engen Raum zusammenspielte und so dessen Tor einleitete. Für ihn kam knapp zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit Marius Bülter.
Es wurden lediglich die Spieler bewertet, die mindestens 30 Minuten der regulären Spielzeit gespielt haben
Der 1. FC Köln beweist Comeback-Qualitäten und holt einen Punkt bei der Wagner-Premiere
Simon Bartsch
Zwar hat der FC auch im achten Spiel in Folge keinen Sieg eingefahren, dennoch gegen Frankfurt eine ordentliche Leistung geboten, Moral bewiesen und einen Punkt erobert. Der 1. FC Köln spielt bei der Wagner-Premiere 2:2 in Frankfurt – und das nach 0:2-Rückstand.
Der FC wartet weiterhin auf den ersten Sieg seit Ende Januar, das Remis gegen die Eintracht darf für René Wagner und die Geißböcke dennoch als Erfolg gewertet werden. Denn die Kölner belohnten sich für einen starken Kampf und gute Moral nach einem 0:2-Rückstand. Jakub Kaminski und Alessio Castro-Montes glichen den Doppelschlag von Jonathan Burkardt und Arnaud Kalimuendo aus.
Ragnar Ache im Zweikampf mit Arthur Theate (Foto: Neil Baynes/GettyImages)
Für seine erste Startelf wählte René Wagner vier Veränderungen im Vergleich zum Rheinderby. Sebastian Sebulonsen startete erwartungsgemäß in der Defensive für Cenny Neumman. Tom Krauß kehrte zurück auf die Sechs. Zudem begannen Jan Thielmann rechts in der Fünferkette und dann doch etwas überraschend Denis Huseinbasic. Und der FC startete forsch in die Begegnung. Auf der linken Seite machte Jakub Kaminski eine El-Mala-Bewegung, zog ins Zentrum und dann ab. Michael Zetterer ließ die Kugel abtropfen und Ragnar Ache den Nachschuss fast schon fahrlässig liegen (1.). Auf der anderen Seite legte Arnaud Kalimuendo perfekt für Ansgar Knauff auf, aber Rav van den Berg blockte die Kugel noch gerade so (6.). Keine drei Minuten später probierte es der Franzose erneut über die linke Seite, fand aber wieder keinen Abnehmer. Dennoch war die Eintracht nun deutlich besser im Spiel.
Starke Keeper im ersten Abschnitt
Der FC tat sich im Spielaufbau schwer, konterte aber unter anderem über Kaminski, der den mitgelaufenen Said El Mala nicht fand. Ganz anders Kalimuendo, der auf seiner Seite immer wieder leichtes Spiel hatte und dieses Mal Hugo Larsson einsetzte. Den Schuss parierte Marvin Schwäbe sicher (16.). Doch ein wirkliches Highlight-Spiel war die Begegnung in der Anfangsphase wahrlich nicht. Bis Knauff auf der rechten Seite Kristoffer Lund stehen ließ, abzog und Schwäbe mit einem starken Reflex rettete (24.). Said El Mala wiederum verpasste das Tor mit einem Abschluss aus elf Metern nur um Zentimeter – möglicherweise hätte Kaminski besser gestanden (26.). Die dickste Chance vergab aber Kalimuendo, der von Oscar Hojlund auf die Reise geschickt wurde, aber Schwäbe hielt ganz stark die Null (35.).
Genauso wie auf der anderen Seite Zetterer, der einen Alleingang von Kaminski entschärfte. Der Pole war von El Mala perfekt eingesetzt worden, hatte sich die Kugel aber mit einem schlechten ersten Kontakt zu weit vorgelegt (41.). So ging es torlos in die Kabine. Die erste Aktion nach dem Wechsel gehörte erneut Larsson, der den Ball aus kurzer Distanz ins falsche Stockwerk jagte (46.), auch Knauff war einmal mehr durch, doch Schwäbe lenkte den Querpass entscheidend um (50.). Frankfurt blieb das Spiel bestimmende Team, lief immer wieder an, doch die Kölner Defensive stand insgesamt kompakt, ließ der Eintracht nur wenige Freiräume. Wenn, dann über die linke Seite. Ayoube Amaimouni-Echghouyab zwang Schwäbe mal mit einer Einzelleistung zum Eingreifen (64.), genauso ungefährlich wie auf der anderen Seite Kaminski (65.) aus 15 Metern.
Drei Treffer in vier Minuten
So wirklich viel deutete nicht auf einen Treffer. Doch die fielen dann im Minutentakt. Der eingewechselte Farès Chaïbi nahm zwischen den Ketten Fahrt auf, legte den Ball zurück und Jonathan Burkardt war zur Stelle (66.). Keine 120 Sekunden später passte Burkardt auf Amaimouni-Echghouyab, dessen verunglückte Ballannahme Kalimuendo zum 2:0 nutzte. Und wieder waren es nur zwei Minuten bis der nächste Treffer fiel, dieses Mal auf der anderen Seite. Kaminski zog nach einem Doppelpass mit Ragnar Ache ab und verkürzte (70.) – mit Unterstützung des abfälschenden Larsson. Wagner brachte mit Linton Maina eine weitere Offensivkraft. Und der Kölner Flügelspieler setzte El Mala mit einem Steckpass ein, der erneut an Zetterer scheiterte (81.). Und der neue Coach wechselte erneut, brachte mit Luca Waldschmidt, Alessio Castro-Montes und Marius Bülter drei weitere Spieler, die das Vertrauen direkt zurückzahlten. Lund schlug von links die Flanke, Waldschmidt verlängerte auf Bülter, der auf Castro-Montes zurücklegte: 2:2 (83.).
In der Schlussphase wollten die Kölner den Sieg gefühlt ein wenig mehr. Ein weiteres Tor gab es aber nicht mehr. Am kommenden Sonntag steht das wichtige Heimspiel und direkte Duell gegen Werder Bremen auf dem Spielplan. Dann werden die Geißböcke erneut auf den ersehnten Dreier hoffen.
1. FC Köln: Schwäbe – Lund, Özkacar, van den Berg, Sebulonsen, Thielmann (75. Maina) – Kaminski, Krauß (82. Waldschmidt), Huseinbasic (67. Johannesson), – El Mala (82. Castro-Montes), Ache (82. Bülter); Tore: 1:0 Burkardt (66.), 2:0 Kalimuendo (68.), 2:1 Kaminski (70.), 2:2 Castro-Montes (83.).
Defensive kommt in Form, aber Probleme in der Luft – Das erwartet den 1. FC Köln gegen Frankfurt
Luca Kaiser
Nach der Länderspielpause geht es für den FC mit dem Duell gegen Frankfurt am Sonntag in der Liga weiter. Und den FC erwartet bei den Hessen alles andere als eine einfache Aufgabe.
Nach dem Schicksalsspiel gegen Borussia Mönchengladbach vor zwei Wochen steht nun das erste Duell für René Wagner als neuer Cheftrainer auf dem Spielplan. Doch die Eintracht ist zurzeit alles andere als ein Aufbaugegner.
Form: Die Eintracht läuft ihren Erwartungen in dieser Saison bislang hinterher. Nach durchwachsenen 20 Ligaspielen sowie einer Sieglos-Serie von sechs Begegnungen in Folge entließen die Frankfurter Anfang Februar Dino Toppmöller. Für den ehemaligen Co-Trainer von Julian Nagelsmann übernahm Albert Riera. In den ersten sechs Spielen unter dem Spanier gewannen die Hessen gegen Gladbach, Freiburg und Heidenheim, holten sowohl gegen Union Berlin als auch gegen St. Pauli einen Punkt und mussten sich lediglich in München geschlagen geben. Vor der Länderspielpause war die SGE in Mainz gefordert. Gegen die Rheinhessen sah es für Frankfurt lange nach einem Punkt aus, bis Paul Nebel kurz vor Spielende den 2:1-Siegtreffer für die 05er erzielte. Aktuell stehen die Adler mit 38 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz.
Wenig Luftzweikämpfe
Schwache Defensive kommt in Form: Eintracht Frankfurt stellt hinter dem VfL Wolfsburg und dem FC Heidenheim die drittschlechteste Defensive der Bundesliga. In den bisherigen 27 Ligaspielen musste die SGE bereits 51 Gegentreffer hinnehmen. Allerdings hat sich die Abwehr der Frankfurter seit dem Trainerwechsel stabilisiert. Unter Riera kassierte die Eintracht in sieben Spielen lediglich fünf Gegentore und hielt in vier die Null. Damit blieben die Hessen sogar einmal mehr ohne gegnerischen Treffer als in den 20 Spielen zuvor.
Wenige Abschlüsse: Der Europa-League-Sieger von 2022 gab in dieser Saison mit 222 Versuchen die drittwenigsten Schüsse aller Teams ab. Nur Mainz 05 und St. Pauli versuchten es noch seltener mit einem Schuss auf das gegnerische Tor.
Probleme in der Luft: Die Adler haben in dieser Spielzeit Probleme bei Zweikämpfen in der Luft. Mit 341 gewonnenen Kopfballduellen gewannen die Frankfurter die zweitwenigsten Zweikämpfe in der Luft. Lediglich der FC Bayern München weist noch weniger gewonnene Luftduelle als die Eintracht auf.
Viele Pässe: Die Eintracht spielte in der laufenden Spielzeit 13631 Pässe und damit die viertmeisten aller Mannschaften. In der Bundesliga spielten der FC Bayern München, Bayer Leverkusen und der VfB Stuttgart mehr Zuspiele als Frankfurt.
Im Fokus:
Im Fokus: Mit Arnaud Kalimuendo hat Markus Krösche im Winter eine echte Sofortverstärkung an den Main geholt. Der Franzose, der vom englischen Erstligisten Nottingham ausgeliehen wurde, sammelte in seinen ersten zwölf Ligaspielen bereits vier Tore sowie eine Vorlage. Kalimuendo gibt dem Spiel der SGE Breite, Tiefe, Dynamik, Robustheit und Tempo. Der bei Paris ausgebildete 24-Jährige hat in seiner Karriere schon einige Stationen hinter sich. Nach vielen Jahren in der Jugend des französischen Topclubs landete der Offensivspieler nach zwei Leihen zu RC Lens im Sommer 2024 bei Stade Rennes. Dort sammelte der Rechtsfuß in 112 Pflichtspielen 40 Tore und 14 Assists. Im Sommer 2025 wagte Kalimuendo dann erstmals den Schritt aus Frankreich heraus und wechselte nach England zu Nottingham Forest. Die SGE besitzt für den Franzosen im Sommer eine Kaufoption von rund 27 Millionen Euro.
4-3-3-System
Formation: Albert Riera lässt seine Mannschaft in einem 4-3-3-System auflaufen. Zwischen den Pfosten ist nach der Verletzung von Kaua Santos aktuell Michael Zetterer die unangefochtene Nummer eins. Vor dem Schlussmann haben sich Nathaniel Brown und Nnamdi Collins auf den beiden Außenverteidigerpositionen sowie Robin Koch und Aurele Amenda in der Innenverteidigung festgespielt. Auf der Sechs hat der Schwede Hugo Larsson die Nase vorn. Auf den beiden Achterpositionen hat die SGE mit Mario Götze, Fares Chaibi, Ritsu Doan und Oscar Hojlund vier Möglichkeiten. Allerdings hat sich Chaibi in den vergangenen Wochen einen kleinen Vorsprung erarbeitet und ist nicht aus der Startelf wegzudenken. Auf der linken offensiven Außenbahn hat Jean-Matteo Bahoya seinen Platz sicher. Die Besetzung der verbliebenen beiden Positionen hängt von der personellen Situation ab. Sind alle Spieler fit, sind Jonathan Burkardt im Zentrum und Arnaud Kalimuendo rechts die erste Wahl. Fällt jedoch Burkardt aus, rückt Kalimuendo ins Zentrum und Ansgar Knauff oder Ayoube Amaimouni-Echghouyab übernehmen auf der Außenbahn.
Es fehlen: Die Eintracht muss gegen den FC auf Jean-Matteo Bahoya (Oberschenkelverletzung), Nnamdi Collins (Sprunggelenkverletzung), Kaua Santos (Innenbandverletzung im Knie) und Rasmus Kristensen (Syndesmose-OP) verzichten.
1. FC Köln zu Gast in Frankfurt: Zwischen Riederwald und Rhein – Wenn Vergangenheit auf Abstiegskampf trifft
Hendrik Broschart
Wenn der 1. FC Köln auf Eintracht Frankfurt trifft, geht es für die Geißböcke um weit mehr als nur drei Punkte. Mit einem neuen Trainergespann an der Seitenlinie und gleich mehreren Spielern mit Frankfurter Vergangenheit im Kader trifft Sentimentalität auf knallharten Abstiegskampf. 1. FC Köln: So viel Frankfurt steckt in den Geißböcken
Mit Spielern und Verantwortlichen, die einst selbst am Riederwald ausgebildet wurden oder den Sprung über Frankfurt in den Profifußball geschafft haben, bekommt die Partie zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln eine besonders emotionale Note.
In Frankfurt gelang Ragnar Ache sein erstes Bundesliga-Tor. (Photo by Alex Grimm/Getty Images)
Die Begegnung des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt ist eine besonders spannungsgeladene. So lechzen die Geißböcke nach langer Durststrecke endlich wieder nach einem Sieg. Im ersten Spiel von Interimscoach René Wagner an der Seitenlinie der Kölner soll das zuletzt stagnierte Punktekonto im Abstiegskampf aufgebessert werden. Helfen soll Wagner dabei der jüngst verpflichtete Co-Trainer Armin Reutershahn, der eine lange gemeinsame Geschichte mit der Eintracht hat.
Reutershahn blickt auf viele prägende Jahre in Frankfurt zurück. Insgesamt war er über ein Jahrzehnt in zwei Etappen dort tätig. Von 2004 bis 2009 arbeitete er als Assistent von Friedhelm Funkel und erlebte in dieser Zeit den Aufstieg in die Bundesliga hautnah mit, auch der Einzug ins DFB-Pokalfinale in der Saison 2005/06 fällt in diese Phase. Später folgte der vielleicht größte Moment in Reutershahns langer Karriere, als die Eintracht 2018 im DFB-Pokalfinale überraschend den FC Bayern München besiegte. Die Frankfurter Spur zieht sich jedoch nicht nur durch das Trainerteam, sondern auch durch den Kölner Kader, in dem mehrere Spieler eine Vergangenheit am Main haben.
Luca Waldschmidt mauserte sich in Frankfurt zum Profi
Für Luca Waldschmidt ist die Fahrt nach Frankfurt ein Reise ganz an den Anfang seiner Karriere. So holte die Eintracht den Mittelstürmer bereits 2010 aus dem mittelhessischen Wieseck in ihre Jugend und bildete ihn über Jahre hinweg aus. Zuvor hatte Waldschmidt bei kleineren Vereinen wie dem SSV Oranien Frohnhausen, dem SSC Juno Burg und der TSG Wieseck gespielt. In Frankfurt durchlief er die Nachwuchsteams, unterschrieb 2014 seinen ersten Profivertrag und sammelte erste Erfahrungen im Bundesligateam. Insgesamt kam er auf 14 Pflichtspieleinsätze, sein einziges Tor erzielte er im DFB-Pokal.
Den endgültigen Durchbruch schaffte Waldschmidt bei der Eintracht jedoch nicht. Unter Trainer Niko Kovac erhielt er nur begrenzt Spielzeit und entschied sich deshalb 2016 für einen Wechsel zum Hamburger SV, um seine Entwicklung voranzutreiben. Viele Jahre später führte ihn sein Weg schließlich zum 1. FC Köln, wohin er in der letzten Saison von Steffen Baumgart geholt wurde. Dort musste er allerdings auch den Gang in die 2. Bundesliga mit antreten.
Keeper Marvin Schwäbe lernte bei den Adlern fliegen
Ein ähnlicher roter Faden zieht sich durch die Karriere von Marvin Schwäbe: Auch er hat eine Vergangenheit im Nachwuchs der Eintracht. Seine ersten Schritte im Fußball machte Schwäbe beim SC Hassia Dieburg, bevor er über Kickers Offenbach ins Nachwuchsleistungszentrum von Eintracht Frankfurt kam. Dort spielte er von 2009 bis 2013 und empfahl sich früh für höhere Aufgaben. Noch während seiner Zeit in der A-Jugend gehörte er bereits zum Kader der zweiten Mannschaft und sammelte 2012 in der Regionalliga Südwest seine ersten Einsätze im Herrenbereich.
Nach dieser prägenden Phase zog es ihn zur TSG Hoffenheim, wo er unter Trainer Markus Gisdol den Sprung in den Bundesligakader schaffte. Anschließend führte ihn der Weg zum etablierten Profi über mehrere Stationen im deutschen Fußball, darunter Osnabrück, Erzgebirge Aue, Dynamo Dresden und Nürnberg. Seinen Durchbruch schaffte Schwäbe schließlich beim 1. FC Köln. In der Saison 2021/22 entwickelte er unter Steffen Baumgart sich zum ernsthaften Konkurrenten von Timo Horn und erkämpfte sich den Stammplatz im Tor der Geißböcke.
Denis Huseinbašićs Vergangenheit in Offenbach
Ein weiterer Geißbock mit Frankfurter Vergangenheit ist Denis Huseinbašić, dessen Werdegang die Bedeutung der Nachwuchsarbeit in der Region einmal mehr unterstreicht. Dabei verbindet ihn nicht nur etwas mit Eintracht Frankfurt, sondern auch mit deren Erzrivalen Kickers Offenbach. Über den SV Darmstadt 98 wechselte er bereits als Kind zur Eintracht und durchlief dort die Akademie, bis er im Alter von 16 Jahren den Verein verlassen musste. Eine neue sportliche Heimat fand er ausgerechnet bei Kickers Offenbach, wo er sich weiterentwickelte und schließlich auf sich aufmerksam machte.
Von dort gelang ihm der große Sprung aus der Regionalliga in die Bundesliga. Der 1. FC Köln sicherte sich seine Dienste für gerade einmal 50.000 Euro, ein Transfer, der sich im Nachhinein als echter Glücksgriff erwies. Unter Trainer Steffen Baumgart wurde Huseinbašić zunächst offensiv auf dem Flügel eingesetzt. Diese mutige Entscheidung zahlte sich aus. In seiner Premierensaison im Trikot der Kölner sorgte der Bosnier direkt für Aufsehen. Den emotionalen Höhepunkt setzte er mit seinem ersten Treffer für den FC, der ausgerechnet im Derby gegen Borussia Mönchengladbach fiel und ihm einen besonderen Platz in den Herzen der Fans sicherte.
Ragnar Aches Verhältnis zur SGE ist komplex
Mit Ragnar Ache reiht sich ein weiterer Spieler in die Liste der Kölner mit Frankfurter Vergangenheit ein, dessen Geschichte eng mit der Region und der Nachwuchsförderung verbunden ist. In der Mainmetropole geboren, trug er zeitweise selbst den Adler auf der Brust und steht nun für die Domstädter auf Torejagd. Seine Zeit bei Eintracht Frankfurt verlief jedoch alles andere als geradlinig. Nach seinem Wechsel von Sparta Rotterdam im Jahr 2020 galt Ache als vielversprechendes Talent, konnte sich aber nicht nachhaltig durchsetzen.
Zwar feierte er früh sein Bundesliga-Debüt, doch schon kurz darauf wurde er von Verletzungen zurückgeworfen. Oberschenkelprobleme sorgten dafür, dass er den Großteil seiner ersten Saison verpasste. Sein Treffer am letzten Spieltag blieb ein kurzes Highlight in einer insgesamt schwierigen Phase. Auch in der darauffolgenden Spielzeit kam Ache nur sporadisch zum Einsatz. Obwohl er mit der Eintracht 2022 den Gewinn der Europa League feiern konnte, spielte er sportlich nur eine Nebenrolle. Entsprechend deutlich fällt heute sein Fazit aus. „Was habe ich zwei Jahre da gemacht? Nicht wirklich gespielt“, erklärte der Angreifer vor dem Hinspiel in dieser Saison. Um wieder Spielpraxis zu sammeln, wurde Ache zunächst an Greuther Fürth verliehen, ehe er über den 1. FC Kaiserslautern schließlich seinen Weg zum 1. FC Köln fand.
SGE-ht um alles für den 1. FC Köln
So unterschiedlich die Wege von Waldschmidt, Schwäbe, Huseinbašić und Ache auch verlaufen sind, in einem Punkt dürften sie sich einig sein. Die Erinnerungen an ihre Zeit in Frankfurt werden an diesem Spieltag nur eine untergeordnete Rolle spielen. Mindestens für die Dauer der Partie müssen persönliche Verbindungen in den Hintergrund rücken, auch wenn sie die eigene Karriere geprägt haben. Denn beim 1. FC Köln zählt im Saisonendspurt vor allem eines: der sportliche Erfolg. Im Abstiegskampf ist kein Platz für Sentimentalität, denn die Lage ist zu ernst. Jeder Punkt kann entscheidend sein, jeder Zweikampf richtungsweisend.
Am Samstagabend hat der FC gegen die Mannschaft von Eugen Polanski keine Punkte nach Hause holen können. Nach dem Duell äußerten sich unter anderem Marius Bülter und Lukas Kwasniok. Die Stimmen zum Duell des 1. FC Köln bei Borussia Mönchengladbach.
Offensivpower und beeindruckende Talente – Das erwartet den FC gegen Frankfurt
Luca Kaiser
Mit der Begegnung gegen Eintracht Frankfurt startet der FC am Samstagabend in die letzte Phase des Jahres. Der Gegner wirkte zuletzt nicht immer stabil, die Aufgabe wird aber dennoch keine leichte. Das erwartet den 1. FC Köln gegen Frankfurt.
Zwei Wochen nach der Derbypleite in Gladbach steht für die Geißböcke das nächste Topspiel an. Am Samstagabend kommt Frankfurt ins Kölner Stadion. Für den FC eine hohe Hürde. Das erwartet den 1. FC Köln gegen Frankfurt.
Jonathan Burkardt im Spiel gegen St. Pauli (Foto: Alex Grimm/GettyImages)
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Form: Eintracht Frankfurt blickt bislang auf eine durchwachsene Saison zurück. Zwar holte das Team von Trainer Dino Toppmöller aus den ersten zehn Ligaspielen 17 Punkte und steht aktuell auf dem siebten Tabellenplatz, allerdings haben die Hessen nicht immer überzeugt. Nach einer 0:3‑Heimpleite gegen den FC Bayern München am sechsten Spieltag, blieb die SGE in den vergangenen vier Ligaspielen ohne Niederlage. Allerdings dürfte der Anspruch dennoch ein anderer gewesen sein. Auf ein 2:2 in Freiburg, einen 2:0-Sieg gegen St. Pauli und ein 1:1 in Heidenheim folgte vor der Länderspielpause ein knapper 1:0-Erfolg gegen Mainz. Im Pokal scheiterte Frankfurt in der zweiten Runde im Elfmeterschießen gegen Borussia Dortmund. In der Königsklasse gewann die Eintracht zum Auftakt mit 5:1 gegen Galatasaray, bevor es sowohl bei Atlético Madrid als auch gegen Liverpool eine deutliche 1:5-Niederlage gab. In Neapel gab es ein 0:0.
Vorne stark, hinten anfällig?
Offensivpower: Mit 23 Treffern in den ersten zehn Ligaspielen stellt Frankfurt hinter dem FC Bayern München (35) und Bayer Leverkusen (24) die drittbeste Offensive der Liga. Im Durchschnitt erzielen die Adler 2,3 Tore pro Spiel. Allerdings waren es zuletzt auffallend weniger.
Defensivschwäche: Das Team von Trainer Dino Toppmöller kassierte in der laufenden Spielzeit wettbewerbsübergreifend in 16 Spielen ganze 30 Gegentreffer und somit knapp zwei pro Partie. In den vergangenen fünf Pflichtspielen stabilisierte sich die Abwehr der Hessen allerdings und ließ lediglich zwei Gegentore zu.
Frische im Team: Eintracht Frankfurt stellte bei der 3:4-Heimniederlage gegen Union Berlin die jüngste Startelf der diesjährigen Spielzeit. Im Spiel gegen die Unioner hatte die Anfangsformation der SGE ein Durchschnittsalter von 23,2 Jahren. Im Vergleich. Der FC bot beim 4:1-Sieg gegen den SC Freiburg mit 25,3 Jahren seine bislang jüngste Startformation auf.
Im Fokus: Jonathan Burkardt
Im Fokus: Sommerneuzugang Jonathan Burkardt war ein echter Gewinn für die Eintracht. Der Angreifer wechselte vor der Saison von Mainz nach Frankfurt und entwickelte sich dort schnell zum Stammspieler. In fünfzehn der bislang sechzehn Spiele kam der 25-Jährige zum Einsatz, stand dabei zwölf Mal in der Startelf und markierte bereits neun Tore. Der gebürtige Darmstädter gibt dem Spiel der Eintracht Tempo und Tiefe. Burkardt lässt sich zudem auch immer wieder fallen, um das Spiel seiner Mannschaft mitzugestalten und eventuell seine enorm schnellen Offensivkollegen in Szene zu setzen. Aufgrund der aktuellen Form hat Julian Nagelsmann den Stürmer der Eintracht für die vergangenen beiden Länderspiele gegen Luxemburg und die Slowakei nominiert. Hier blieb Burkardt allerdings ohne Einsatz, hat aber dennoch Chancen auf eine Nominierung für die WM im kommenden Jahr.
Klares System
Formation: Dino Toppmöller lässt seine Mannschaft entweder in einem 4-2-3-1 oder in einem 3-4-2-1-System auflaufen. Im Tor hat aktuell Michael Zetterer im Duell mit Kaua Santos die Nase vorne. Davor sind Robin Koch und Arthur Theate gesetzt. Neben den beiden laufen bei einer Viererkette Nathaniel Brown links und Rasmus Kristensen rechts auf. In einer Dreierkette starten entweder Nnamdi Collins oder Rasmus Kristensen. Im Zentrum hat die SGE mit Ellyes Skhiri, Hugo Larsson, Fares Chaibi und Oscar Hojlund einige Optionen, aus denen Toppmöller je nach Ausrichtung und Gegner auswählt. In der Spitze ist Jonathan Burkardt gesetzt. Hinter dem deutschen Nationalspieler hängt die Besetzung der Positionen von der Formation ab. Im 4-2-3-1-System stellt sich die offensive Dreierreihe fast von selbst auf.
Mit Mario Götze, Jean-Matteo Bahoya, Ansgar Knauff und Ritsu Doan hat die Eintracht vier Optionen, wobei Götze auf der Zehn gesetzt ist. In einer 3-4-2-1-Systematik machen Götze, Bahoya, Knauff, oder Wahi die beiden Halbpositionen hinter Burkardt unter sich aus. Im eigenen Ballbesitz hat die Eintracht zwei Ansätze.
Das sagen die Trainer
Lukas Kwasniok über Frankfurt: „Ich glaube, sie haben zu Saisonbeginn einen gewissen Hurra-Fußball gespielt, haben viele Tore erzielt, aber auch viele kassiert. In den letzten vier, fünf Spielen haben sie sich etwas in ihrer Struktur verändert und haben auch eine bessere Absicherung. Dadurch erzielen sie weniger Tore, kassieren aber auch weniger und sind damit ein wenig erfolgreicher. Auf Dauer werden wir mit Frankfurt in dieser Saison nicht mithalten können, dafür waren die letzten Jahre zu unterschiedlich. Es ist schön, dass wir nach zehn Spieltagen die Möglichkeit haben, die gleiche Punktzahl wie sie zu erreichen.“
Dino Toppmöller über den FC und seine Mannschaft: „In Köln zu spielen, ist immer eine schwierige Aufgabe. Ein tolles Stadion, tolles Publikum. Als Aufsteiger spielen sie guten Fußball und haben einen spielerischen Ansatz. Wir wollen aber natürlich unbedingt drei Punkte holen. Die Pause hat gutgetan, mal abschalten – zumindest die, die nicht unterwegs waren. Ich bin voller Tatendrang, es könnte sofort losgehen. Bei den Jungs, die hiergeblieben sind und Teil der Trainingsgruppe waren, habe ich eine tolle Energie gespürt. Das wollen sie morgen zeigen.“