Philipp Pentke hat Glück im Unglück gehabt. Die Kölner Nummer zwei hatte sich am Mittwochvormittag verletzt. Allerdings nicht so schwer wie zunächst befürchtet.
Der Schock saß am Mittwochvormittag tief, als FC-Keeper Philipp Pentke mit dem Krankenwagen abtransportiert worden ist. Mittlerweile gab der Klub Entwarnung. Glück im Unglück bei Philipp Pentke – der Keeper ist von einer schweren Verletzung verschont geblieben.
Das gab der Verein am Mittwochnachmittag bekannt. Demnach hat sich der Keeper „nur“ eine Fleischwunde zugezogen. Pentke war in der Trainingseinheit am Mittwochvormittag im Fallen mit dem Knie an einer Abdeckung des Tores hängengeblieben und dann schreiend liegengeblieben. Spieler und Betreuer versorgten den 38-Jährigen, der mit den Tränen rang. Die Kölner Verantwortlichen riefen den Krankenwagen. Noch auf dem Platz wurde der Keeper von Physiotherapeut Marvin Kreuzwieser erstversorgt. Nach einer zehnminütigen Behandlung wurde die Kölner Nummer zwei abtransportiert und in die Mediaparkklinik gebracht. Im ersten Moment konnte neben der Fleischwunde unter dem rechten Knie auch eine strukturelle Verletzung nicht ausgeschlossen werden.
MRT schließt strukturelle Verletzung aus
Das hat nun ein MRT getan. Die Wunde wurde noch am Nachmittag in einem operativen Eingriff gesäubert und genäht. „Im ersten Moment sah das übel aus. Deshalb sind wir sehr froh, dass es nicht schlimmer ist. Trotzdem tut es mir leid für den Jungen, wir wünschen ihm schnelle, gute Besserung“, sagte FC-Cheftrainer Steffen Baumgart. Wie lange der Keeper nun ausfallen wird, ist offen. Das Derby am Sonntag kommt aber definitiv zu früh. Der 38-Jährige war im Sommer als klare Nummer zwei und Ersatz für Timo Horn verpflichtet worden. Zunächst hatte sich Pentke bei den Geißböcken fit gehalten, der FC suchte weiter nach einer Nummer zwei. Nach diversen Absagen unterschrieb der Torwart, der zuletzt bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag gestanden hatte, einen Einjahresvertrag. Dabei war ganz klar definiert, dass Pentke nur im Notfall einspringen werde. Marvin Schwäbe ist die unangefochtene Nummer eins. In der kommenden Spielzeit soll Jonas Urbig zur Nummer zwei werden.
FC-Keeper Philipp Pentke hat sich am Mittwochvormittag beim Training in Vorbereitung auf das Derby verletzt. Der Keeper musste abtransportiert werden. Am Nachmittag gab der Klub aber leichte Entwarnung.
Die Trainingseinheit am Mittwochvormittag wurde von einem Unfall überschattet: Der Keeper hatte sich eine klaffende Fleischwunde am rechten Knie zugezogen und musste von einem Arzt behandelt werden. Ein Krankenwagen transportiert Philipp Pentke ab. Mittlerweile hat der Klub leichte Entwarnung gegeben. Pentke habe sich „nur“ eine Fleischwunde zugezogen.
Eigentlich hieß das Kölner Motto am Mittwochvormittag „mit voller Kapelle ins Derby“, schließlich hatten auch die zuletzt angeschlagenen Benno Schmitz und Linton Maina wieder mit der Mannschaft trainiert. Doch daraus wird wohl nichts. Philipp Pentke, der Ersatzkeeper des 1. FC Köln hat sich verletzt.
Die Kölner Nummer zwei ging während der Einheit schreiend zu Boden, griff sich sofort an das rechte Knie. Dort klaffte eine tiefe Fleischwunde. Wie genau sich der 38-Jährige die Verletzung zugezogen hat, ist noch unklar. Wahrscheinlich hat sich Pentke an eine Verankerung des Tores verletzt. Steffen Baumgart eilte wie auch Marvin Schwäbe und die weiteren Torhüter sofort zur Hilfe. Sie allesamt kümmerten sich um den 38-Jährigen. Die Kölner Verantwortlichen riefen den Rettungswagen, dieser kam inklusive eines Notarztes nach einer knappen Viertelstunde. Nach der Erstversorgung wurde der Kölner Keeper unter dem Applaus der Fans abtransportiert. Eine MRT-Untersuchung brachte am Nachmittag Gewissheit: Pentke habe sich demnach „nur“ eine Fleischwunde zugezogen, keine weitere Verletzung. Er wird somit nicht länger ausfallen, für das Derby aber sicher nicht im Kader stehen.
Pentke als Nummer zwei verpflichtet
Der 38-Jährige war im Sommer als klare Nummer zwei und Ersatz für Timo Horn verpflichtet worden. Zunächst hatte sich Pentke bei den Geißböcken fit gehalten, der FC suchte weiter nach einer Nummer zwei. Nach diversen Absagen unterschrieb der Torwart, der zuletzt bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag gestanden hatte, einen Einjahresvertrag. Dabei war ganz klar definiert, dass Pentke nur im Notfall einspringen werde.
Baumgart nahm nach dem Schock das Training mit der Mannschaft wieder auf. Nachdem Jan Thielmann bereits am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining einstieg, folgten am Mittwoch auch Maina und Schmitz. Auch die Nationalspieler sind wie berichtet wieder im Training.
Trotz der anhaltenden Misere kann FC-Trainer Steffen Baumgart in Ruhe arbeiten. Das wird sich auch in den kommenden Spielen wohl kaum ändern. FC-Sportdirektor Christian Keller stärkte dem Kölner Coach den Rücken.
Selten hat ein Kölner Trainer in einer ähnlichen Situation beim 1. FC Köln so in Ruhe arbeiten können. Eine Trainerdiskussion gibt es aktuell nicht. Im Gegenteil: Christian Keller spricht vollstes Vertrauen in Baumgart aus.
Sieben Spiele, ein Punkt lautet die desaströse Bilanz der Geißböcke. Eine Bilanz, die nicht nur in Köln in der jüngeren Vergangenheit zu einer mittelgroßen Hektik geführt hätte. Doch aktuell ist diese rund um das Geißbockheim trotz des zehntschlechtesten Saisonstarts eines Bundesligisten nicht spürbar. Im Gegenteil. Beim FC herrscht, auch wenn der Abstiegskampf bereits ausgerufen wurde, eine angenehme Ruhe – zumindest klubintern. Und es deutet gerade nichts darauf hin, dass es sich dabei nur um die Ruhe vor dem Sturm handelt.
Baumgart: „Wir gehen einen gemeinsamen Weg“
Der FC steht zweifelsohne vor stürmischen Wochen. Aber diese wird der Verein mit Steffen Baumgart angehen. Daran werden wohl auch mögliche Niederlagen gegen Gladbach und Leipzig nichts ändern. Während in Augsburg bereits der erste Trainerwechsel stattgefunden hat – Enrico Maaßen musste gehen, Jess Thorup ist gekommen – und anderorts schon heftig diskutiert wird, ist diese Maßnahme in Köln aktuell noch kein Thema. „Steffen macht hier seit mehr als zwei Jahren einen sehr sehr guten Job mit seinem Trainerteam“, sagte FC-Sportdirektor Christian Keller bei „Sky“. „Ich kann jeden Tag sehen, wie akribisch, wie fleißig, wie selbstkritisch und wie reflektiert hier gearbeitet wird.“ Die Worte klingen nicht nach den üblichen Treueschwüren, die bereits nach wenigen Tagen umschlagen. Sie klingen nach purem Vertrauen. Keller ist der festen Überzeugung, dass Baumgart den Weg aus der Krise findet.
Dabei greifen bereits die ersten obligatorischen Abstiegs-Mechanismen. Der Sportdirektor steht ohnehin in der Kritik der Fans, es mehren sich nun aber auch die Stimmen gegen den Trainer. Baumgart setze auf die falschen Spieler, halte an ihnen fest, obwohl sie keine Leistung bringen, setze sie auf den falschen Positionen ein. Dem schob der Trainer ungewohnt deutlich einen Riegel vor. Er entscheide, wer spielt. Punkt. Die vergangenen beiden Jahre haben zumindest gezeigt, dass der Coach mit vielen seiner Entscheidungen richtig gelegen hat. Auch das hat die Kölner so erfolgreich gemacht. Und genau das soll Köln wieder zum Erfolg führen. Der 51-Jährige dreht sich jedenfalls nicht wie ein Fähnchen im Wind, hält fast schon stur an seinem und an dem Weg des Vereins fest. Davon bringt ihn auch die aktuelle Misere nicht ab. „Erst einmal ist es wichtig, dass wir die Ruhe bewahren und mit der gleichen Rückendeckung weiterarbeiten können wie bisher. Und das können wir hier“, sagte Baumgart unter anderem dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wir haben gesagt: Wir gehen einen gemeinsamen Weg. Und bei diesem Weg gibt es auch mal Dellen. Der geht nicht immer nur geradeaus und nach oben – wie man jetzt sieht.“
Auch die Mannschaft steht hinter dem Trainer
Aktuell führt der Weg nach unten. Bislang. Denn der FC ist bekanntlich am unteren Ende angekommen. „19. können wir nicht mehr werden. Der Weg geht nach oben“, betonte Baumgart. „Und so sollten die Jungs es auch sehen“. Aktuell führt aber auch kein Weg an dem Trainer vorbei. Zu wichtig ist die bisherige Arbeit des 51-Jährigen für den Klub, aber auch das Team. Die Stimmung im Training, auf dem Platz, in den Gesprächen lassen jedenfalls wenig Zweifel daran, dass die Mannschaft komplett hinter dem Trainer steht. Zwischen diese und die Arbeit der Coaches passe eh kein Blatt hatte Baumgart noch in der vergangenen Woche gesagt. „Ich sehe, dass jeder Spieler dieser Mannschaft erkennt, dass dieses Trainerteam ihm bei der Weiterentwicklung hilft“, betonte der Sportdirektor und bestätigte, dass Baumgart beim FC „goldrichtig“ sei. Genauso wie die Mannschaft, die er an der Hand habe. Trotz der Misere deutet beim FC nicht viel auf die Ruhe vor dem Sturm. Vielmehr ist die Ruhe in dem Vertrauen innerhalb der Mannschaft verankert.
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Max Finkgräfe: Warum ein Einsatz gegen Gladbach so besonders wäre
Simon Bartsch
Max Finkgräfe ist der Shootingstar in dieser Saison beim FC und somit einer der Gewinner der Krise. Am Sonntag könnte der fünfte Einsatz des Eigengewächses erfolgen. Es wäre ein besonderer.
Während die Spielzeit für die meisten Profis des 1. FC Köln eher mäßig verläuft, ist Max Finkgräfe einer der wenigen Gewinner. Der Kölner Youngster feierte im zarten Alter von 19 Jahren bereits sein Debüt, kommt auf vier Einsätze und hat nun einen Profivertrag in der Tasche. Nun folgt das Spiel gegen die Fohlen. Max Finkgräfe: Warum ein Einsatz gegen Gladbach so besonders wäre
So mancher FC-Fan wird im Juli in Österreich zwei, vielleicht sogar drei Mal genau hingeschaut haben, welcher Spieler da über die linke Seite für ordentlich Tempo, für ein aggressives Pressing und für Gefahr sorgte. Der FC testete Mitte Juli im Rahmen des Trainingslagers gegen Gornik Zabrze, jenen Klub für den das Kölner Idol und Eigengewächs Lukas Podolski auf dem Feld stand, doch ein anderes Eigengewächs erhaschte die Aufmerksamkeit der Kölner Anhänger: Max Finkgräfe. Der 19-Jährige trat selbstbewusst auf, erkämpfte sich im Mittelfeld viele Bälle und leitete so auch vielversprechende Angriffe ein. Natürlich war der Auftritt zu Beginn der Vorbereitung nicht mehr als eine Duftmarke, eine Momentaufnahme und doch wird schon der ein oder andere geahnt haben, welches Talent da schlummert. Mindestens Christian Keller, der nur wenige Wochen zuvor dem „Express“ verriet, dass er Finkgräfe am ehesten den Sprung zu den Profis zutrauen würde.
In Mönchengladbach geboren, bei der Borussia gespielt
Drei Monate später ist der 19-Jährige einer der Hoffnungsträger, vor allem aber der Senkrechtstarter des FC. Finkgräfe debütierte gegen Dortmund, erhielt durch vier Kurzeinsätze in der Bundesliga seinen Profivertrag und durfte als besonderes Gimmick im Testspiel gegen Reusrath in der vergangenen Woche sogar die Kapitänsbinde tragen. Am Sonntag könnte der fünfte Einsatz folgen und das ausgerechnet gegen die Borussia. Ausgerechnet, weil nicht viel gefehlt hat und Finkgräfe würde eher im Trikot der Fohlen auflaufen. Und das nicht, weil der Linksverteidiger in Mönchengladbach geboren wurde. Finkgräfe kommt aus der Stadt Willich am Niederrhein, die ziemlich zentral zwischen Neuss, Gladbach und Düsseldorf liegt. Für den talentierten Kicker ging der erste Weg Richtung leistungsorientierten Fußball nach Düsseldorf zur Fortuna. Es folgte aber schon bald der nächste Schritt, der Wechsel in das Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Dortmund. Durchsetzen konnte sich Finkgräfe auch beim BVB nicht, als 14-Jähriger ging es zum Klub seiner Geburtsstadt.
Juniorenzeit mit vielen Verletzungen
Finkgräfes Juniorenzeit war geprägt von Verletzungen, die ihn immer wieder zurückwarfen. Wahrscheinlich ein Grund, warum er sich in den diversen NLZs schwer tat. Möglicherweise hätte er ausgerechnet bei der Borussia den Durchbruch geschafft. Denn sein Talent war auch dort unbestritten. Dem Vernehmen nach setzte man auch in der Zukunft auf ihn. Doch Finkgräfe brach sich 2019 im Dienste der Gladbacher das Bein. Gegen seinen Ex-Klub aus Dortmund erlitt er eine Fraktur des Standbeins und das ohne Fremdeinwirkung. Der damalige Mittelfeldspieler fiel monatelang aus. Das junge Talent verlor den Anschluss, der Traum vom Profifußball schien vorerst geplatzt, die Leidenschaft des Sports nicht. Und so verließ der damals 16-Jährige den Weg der Nachwuchsleistungszentren. Finkgräfe schloss sich der SG Unterrath an, bei der er immerhin Junioren-Bundesliga spielen konnte. Zu dieser Zeit hatten ihn die Kölner Scouts bereits längst auf dem Schirm. Nach einem Testspiel der SG gegen die Junioren des FC folgte die Einladung zum Kölner Probetraining.
Seit Juli 2021 trägt Finkgräfe nun das Trikot mit dem Geißbock. Auch hier wurde der Youngster bereits von langwierigen Verletzungen heimgesucht. Der Wechsel zu Unterrath wurde in gewisser Weise zu Kölns Glück. Denn nur wenige Monate nach dem Wechsel von Florian Wirtz mit allen Nachwehen um das gebrochene Agreement zwischen den rheinischen Klubs, wäre ein Transfer eines Jugendspielers von Gladbach direkt zum FC wohl kaum möglich gewesen. So winkt dem gelernten Linksverteidiger am Sonntag der Einsatz gegen seinen Ex-Klub.
Jan Thielmann ist wieder zurück im Training des 1. FC Köln
Simon Bartsch
Mit einer guten Nachricht ist der 1. FC Köln in die Vorbereitung auf das Derby am kommenden Sonntag gestartet. Jan Thielmann ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.
Komplett entspannt hat sich die Personalsituation beim 1. FC Köln zwar noch nicht, dennoch gab es am Dienstagmorgen eine sehr erfreuliche Nachricht: Jan Thielmann befindet sich wieder im Training mit der Mannschaft. Der 21-Jährige hatte sich im Sommer verletzt und könnte somit noch im Herbst sein Comeback geben.
Thielmann blickt auf eine lange Leidenszeit zurück. Schon in der vergangenen Spielzeit hatten diverse Verletzungen den Kölner Youngster immer wieder zurückgeworfen. Im Sommer verletzte sich Thielmann dann im Rahmen der Vorbereitung auf die U21-Europameisterschaft, der Offensivspieler verpasste die gesamte Vorbereitung und den Saisonauftakt. Da Steffen Baumgart nicht müde wird, zu betonen, dass Rekonvaleszenten sich erst wieder an die Abläufe und das intensive Spiel gewöhnen müssen, ist mit einem übereilten Comeback aber nicht zu rechnen. Dennoch ruhen viele Hoffnungen auf dem Eigengewächs, das erst kürzlich seinen Vertrag bis 2026 verlängerte. Trotz seiner 21 Jahren kommt Thielmann bereits auf über 100 Pflichtspiele für den FC. Baumgart hatte vor wenigen Wochen betont, dass er erst im November mit dem Comeback rechnet.
Maina und Schmitz im Reha-Bereich
Bereits am Sonntag wird dagegen wohl Mark Uth wieder im Kader stehen und mit großer Wahrscheinlichkeit auch zum Einsatz kommen. Der gebürtige Kölner hat nun einige Woche trainiert und scheint fit zu sein – Baumgarts Voraussetzung für einen Einsatz gegen Mönchengladbach. Ebenfalls wieder im Training waren Leart Pacarada und Davie Selke. Pacarada hatte die Länderspielreise mit dem Kosovo abgesagt, Selke hatte sich vergangene Woche krank gemeldet.
Fragezeichen stehen dagegen noch hinter Linton Maina und Benno Schmitz. Maina litt zuletzt unter Rückenbeschwerden, Schmitz unter muskulären Problemen. Ob es für Sonntag reicht, ist offen. Beide arbeiteten am Dienstag im Reha-Bereich. Genauso wie Jacob Christensen und Meiko Wäschenbach. Maina soll am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Wieder im Kader werden auch die Nationalspieler stehen. Dejan Ljubicic und Florian Kainz hatten am Montagabend mit einem 1:0 über Aserbaidschan das Ticket für die Europameisterschaft in Deutschland gelöst, Mathias Olesen unterlag mit Luxemburg dem direkten Konkurrenten Slowakei 0:1 und hat bei fünf Punkten Rückstand und zwei Spielen so gut wie keine Chance mehr auf die EM.
Kommentar: Wochen der Wahrheit – jetzt wird es wohl Antworten geben
Simon Bartsch
Vier Spiele gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf, das CAS-Urteil zur möglichen Transfersperre – der 1. FC Köln steht vor einigen stürmischen Wochen. Es wird vermutlich Antworten auf einige offene Fragen geben. Ob die aber schmecken werden, ist eher fraglich. Ein Kommentar.
Mit dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach startet der FC in einen möglicherweise stürmischen Herbst. Gut möglich, dass die Kölner noch vor dem Winter vor einem Desaster stehen. Wochen der Wahrheit – es wird Antworten geben. Ein Kommentar zu der Lage des 1. FC Köln.
Christian Keller hatte sich ganz offensichtlich sehr gut vorbereitet. Auf der Mitgliederversammlung Ende September wehrte sich der 44-Jährige gegen die Kritik an seinem Sparkurs, rechtfertige die Sommer-Transfers oder eben Nicht-Transfers und ließ sich sogar zu einer gewissen Spur Optimismus zum CAS-Urteil hinreißen. Unabhängig der Aussagekraft oder des Wahrheitsgehalts seiner Worte (denn das wäre rein spekulativ) hinterließ der Sportdirektor einen souveränen Eindruck, machte unterm Strich sogar eine gute Figur. Er hatte die passenden Antworten auf die berechtigten Fragen. Die Mitgliederversammlung ist mittlerweile fast drei Wochen her. Die Fragen, die Keller beantwortet hat, sind zum Teil aber unbeantwortet oder es haben sich neue Fragen daraus entwickelt, die den Kölner Fans unter den Nägeln brennen. Die Kritik an dem Geschäftsführer Sport wächst, die Ungeduld steigt. Die gute Nachricht: viele Fragen werden in den kommenden Wochen beantwortet. Die schlechte Nachricht: viele Fragen werden in den kommenden Wochen beantwortet.
Vorentscheidung in der Liga, Entscheidung in Lausanne
Denn aktuell liegt die Range der Reaktionen auf die Antworten zwischen kollektivem Aufatmen und bewusstloser Schockstarre. Ausgerechnet mit dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach startet der FC nun in die zweite Saisonphase. Und diese wird für die Kölner nicht nur eine richtungweisende, es wird wohl eine vorentscheidende werden. Zumindest wenn die Geißböcke nicht schleunigst das Ruder herumreißen. In den kommenden sieben Spielen werden es die Kölner gleich mit vier Gegnern auf Augenhöhe zu tun bekommen. Dazu noch das Derby gegen Gladbach, das Pokalspiel auf dem Betzenberg und mit den Partien gegen die Bayern und gegen Leipzig zwei Aufgaben, die der FC wohl nicht wird lösen können – zumindest fehlt dazu nach den bisherigen Leistungen jegliche Phantasie. Auf die Frage nach der Qualität, also der Bundesligareife, die viele Fans nach dem desolaten Start wiederum zu recht infrage stellen, wird es noch vor dem Winter Antworten geben. Wenn es die Geißböcke in dieser Phase nicht aus dem Keller schaffen, dann wohl gar nicht mehr.
Es wird sich wohl bis zum Winter auch noch die Frage klären, ob die Kölner auf ihrem Weg noch einmal nachbessern können, nein dürfen. Während der FC gerade um das aktuelle Überleben kämpft, rätseln in Lausanne kluge Köpfe über die Zukunft des Klubs. Sollten die CAS-Richter den FC freisprechen, und davon ist nicht wirklich auszugehen, dann wird die Causa Potocnik irgendwann in der Kölschen Folklore zwischen Toni Polsters Bläck-Fööss-Band und einem kaputten Faxgerät angesiedelt werden. Sollten die Richter aber zu dem Schluss kommen, dass zum Beispiel die zeitliche Nähe zwischen Kündigung des Spielers und Neuvertrag (keine 24 Stunden) nicht so richtig für den FC spricht und die Kölner dem Spieler dementsprechend doch vielleicht ein wenig angestiftet haben, sich für einen Umzug nach Köln zu entscheiden, dann steht der FC vor dem wohl größten Desaster der Vereinsgeschichte. Im Worst-Case-Szenario würden die Kölner absteigen und dürften dann keine neuen Spieler verpflichten. Spätestens dann werden sich neue Fragen auftun. Besonders interessant wird die nach der Verantwortung werden.
Wie geht es weiter mit dem FC?
Der FC steht vor entscheidenden Wochen, die Wochen der Wahrheit wenn man so will. An deren Ende wird man dann nämlich sehen, ob die Kritik an Kellers Sparkurs berechtig war. Ob die Sommer-Transfers ausgereicht haben und ob der Kölner Optimismus in Sachen Transfersperre richtig dosiert war. Der FC steht vor einem unruhigen Winter. Und das gilt nicht nur für Spieler und Trainer.
Kainz und Ljubicic lösen EM-Ticket und tanken Selbstvertrauen
Simon Bartsch
Florian Kainz und Dejan Ljubicic haben mit Österreich das Ticket für die Europameisterschaft in Deutschland im kommenden Jahr gebucht. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick setzte sich in Aserbaidschan 1:0 durch. Für die beiden FC-Profis ist es ein Erfolgserlebnis zur richtigen Zeit.
Die Europameisterschaft im kommenden Jahr wird mit FC-Profis stattfinden – zumindest wenn sie von Trainer Ralf Rangnick nominiert werden. Florian Kainz und Dejan Ljubicic lösen mit Österreich und einem 1:0 über Aserbaidschan das EM-Ticket und tanken Selbstvertrauen für die bevorstehenden Aufgaben beim FC.
Mit dem verdienten, wenn auch mühsamen Erfolg über Aserbaidschan kann die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick nicht mehr von einem der beiden Qualifikationsplätze der Gruppe F verdrängt werden. Belgien hatte am Freitag Österreich in Wien 3:2 besiegt und damit zuerst das Ticket für das Endturnier in Deutschland gelöst. Das Spiel der Roten Teufel gegen Schweden wurde am Abend aufgrund des Terroranschlags in Brüssel abgebrochen. Das EM-Turnier wird vom 14. Juni bis zum 14. Juli ausgetragen. Auch in Köln wird im kommenden Sommer gespielt. Ob die beiden Kölner Profis dann eine größere Rolle für Österreich spielen, ist offen. Die Konkurrenz im Mittelfeld ist groß. So groß, dass Kainz und Ljubicic in den Planungen des Trainers zuletzt keine große Rolle gespielt haben.
Kainz in der Startelf
Am Montagabend stand der Kölner Kapitän dann aber etwas überraschend in Baku in der Startelf. Gegen Belgien hatte Kainz genau wie Ljubicic noch 90 Minuten auf der Bank gesessen. Und der 30-Jährige mühte sich redlich, seine Nominierung zu rechtfertigen. Der Kölner schlug einige Flanken, mal aus dem Halbfeld, mal als Standard – mit einem ähnlichen Ertrag wie in Köln. Zwar war Österreich das dominierende Team, wirklich Gefahr strahlten das Team von Rangnick aber in den ersten 45 Minuten nicht aus. Der Trainer reagierte und brachte zur Halbzeit drei neue Kräfte. Unter anderem wechselte Rangnick Leipzigs Christoph Baumgartner eben für Kainz. Auch Dortmunds Marcel Sabitzer kam und brachte Österreich sofort in Front. Der Dortmunder Mittelfeldspieler traf nach einem Handspiel vom Punkt. Der Treffer gab Österreich noch einmal Aufwind. Der Achtelfinalist von 2021, der nur knapp am späteren Sieger aus Italien gescheitert war, gab fortan den Ton an und kam zu guten Möglichkeiten. Ein weiterer Treffer wollte nicht mehr fallen, der Sieg und damit auch das frühzeitige EM-Ticket geriet in der Nachspielzeit noch einmal in Gefahr, als Toral Bayramov nur die Latte traf. Guido Burgstaller sah in der letzten Minute noch die Ampelkarte.
Dejan Ljubicic saß wie bereits gegen Belgien 90 Minuten auf der Bank. Noch in der vergangenen Woche hatte der Kölner Trainer betont, dass das mit dem Selbstvertrauen in der Nationalmannschaft so eine „Sache“ sei. Dennoch wird das Lösen des EM-Tickets wohl bei den Akteuren für Aufwind sorgen. Einen Aufwind, den sie vor dem Derby dringend benötigen. Für Mathias Olesen sind die Chancen für eine EM-Teilnahme dagegen drastisch gesunken. Im direkten Duell gegen die Slowakei unterlag Luxemburg 0:1. Vor den beiden finalen Gruppenspielen hat Luxemburg nun fünf Punkte Rückstand.
Vom Leistungsträger bis chancenlos – so schlagen sich die FC-Abgänge
Simon Bartsch
Zahlreiche Spieler haben den FC im Sommer verlassen. Für einige hat sich der Wechsel absolut gelohnt, für andere läuft es dagegen alles andere als optimal.
Die Bilanz der Kölner, die den FC im Sommer verlassen haben, könnte nicht unterschiedlicher sein. Vom Stammspieler eines Tabellenführers bis zum Bankdrücker eines Zweitligisten ist alles mit dabei: So schlagen sich die Kölner Abgänge bei ihren neuen Klubs.
Ellyes Skhiri: Neben Jonas Hector ist Ellyes Skhiri wohl der schmerzhafteste Abgang der Kölner. Der Mittelfeldspieler wollte den nächsten Schritt seiner Karriere gehen. Bei kolportierten Angeboten aus Italien etwa vom AC Milan und Spanien von Sevilla mag der Wechsel nach Frankfurt ein überraschender Schritt gewesen sein. Der Tunesier hat sich aber auch bei der Eintracht durchgesetzt, ist Taktgeger und erreicht ähnliche beeindruckende Werte wie beim FC. Skhiri ist mit 88 gelaufenen Kilometern den zweitbeste der Liga, kommt auf eine Passquote von mehr als 87 Prozent und hat bereits mehr als 70 Zweikämpfe gewonnen. Im Gegensatz zu seiner Zeit in Köln konnte sich der Tunesier in der Liga allerdings noch nicht in die Scorerliste eintragen. Skhiri hat weder ein Ligator geschossen, noch eins vorbereitet. Aktuell befindet sich der Mittelfeldspieler mit der tunesischen Nationalmannschaft auf Länderspielreise in Asien. Gegen Südkorea kassierte Skhiri eine herbe 0:4-Klatschte, am Dienstag geht es gegen Japan.
Kingsley Schindler: Für den 30-Jährigen hat sich der Wechsel in die Türkei gelohnt – zumindest was die Spielzeit angeht. Schindler war beim Aufsteiger Samsunspor Stammspieler, kam in sechs von sieben möglichen Spielen für den neuen Klub zum Einsatz, wurde nur einmal eingewechselt. Allerdings läuft es für Samsunspor alles andere als rund. Der Aufsteiger holte ähnlich wie der FC bislang erst einen Punkt und belegt den letzten Tabellenplatz. Auch deswegen hat der türkische Klub mit Markus Gisdol einen Trainer geholt, der Schindler noch aus der Kölner Zeit kennt. Das scheint nicht für den Mittelfeldspieler zu sprechen. Gegen Rizespor stand Schindler im Kader, spielte aber keine Minute. Dennoch ist Schindler weiter Teil der Nationalmannschaft Ghanas. Beim Testspiel gegen Mexiko stand der gebürtige Hamburger in der Startformation. Am Mittwoch trifft Ghana auf die USA.
Duda Stammspieler, Pedersen erneut nicht im Kader
Ondrej Duda: Nach seiner Kreuzbandverletzung in der vergangenen Spielzeit ist der Slowake unangefochtener Stammspieler bei Hellas Verona. In der vergangenen Spielzeit dem Abstieg nur hauchdünn entgangen, starteten die Norditaliener fulminant in die Liga. Unter anderem gewann Verona am 2. Spieltag gegen AS Rom 2:1. Ondrej Duda brachte Hellas bereits in den ersten Minuten in Führung und bereitete den zweiten Treffer vor. Offenbar nur eine Momentaufnahme. Mittlerweile ist Verona im Tabellenkeller angekommen, hat seit dem Rom-Sieg kein Spiel mehr gewonnen und Duda auch keinen weiteren Scorerpunkt gesammelt. Das gelingt dem offensiven Mittelfeldspieler allerdings in der Nationalmannschaft. Im September hatte Duda beim 3:0-Erfolg über Liechtenstein noch selbst getroffen, bei der knappen 2:3-Niederlage gegen Portugal in der vergangenen Woche legte der Offensivspieler einen Treffer auf. Am Montagabend kann Duda einen großen Schritt Richtung Europameisterschaft machen. Dann kommt es zum direkten Duell gegen Luxemburg mit Mathias Olesen. Die Slowakei könnte sich im Erfolgsfall auf dem zweiten Platz festsetzen.
Kristian Pedersen: Ende Juli hatte sich der Wechsel des Verteidigers in die zweite britische Liga zu Swansea City angedeutet, am Deadline Day wurde er schließlich vollzogen. Gelohnt hat sich der Wechsel aber offensichtlich nicht. Zwar stand Pedersen zunächst gegen Cardiff in der Startformation, nachdem er gegen die Queens Park Rangers nur zuschaute, stand er gegen Sheffield Wednesday auch erneut von Beginn an auf dem Platz, seitdem befand sich der Abwehrspieler aber nicht mehr im Kader der Waliser.
Unterschiedliche Entwicklungen bei den Leihspielern
Die fünf Leihspieler des FC schlagen sich ebenfalls unterschiedlich. Vom Goalgetter bis zum Bankdrücker ist alles dabei. Weitere Informationen gibt es hier.
Die beiden Ex-Kölner Timo Horn und Sebastian Andersson sind immer noch auf der Suche nach einem neuen Verein. Aus dem kolportierten Interesse an Sebastian Andersson von Seiten Baris, ist nichts geworden. Anthony Modeste hat seine ersten Spiele für El Ahly absolviert und war auch schon einmal erfolgreich.
Florian Kainz und Dejan Ljubicic können am Abend das Ticket für die Europameisterschaft 2024 buchen. Ein Erfolgserlebnis für die beiden. Eins, von dem aber auch der FC profitieren könnte.
Für Florian Kainz und Dejan Ljubicic läuft die Saison alles andere als gut. Mal abgesehen von der Kölner Krise suchen die beiden Akteure aktuell ihre Form. Das könnte sich am Montagabend ändern. So kann der FC diesmal von den Länderspielen profitieren
Die Europameisterschaft im kommenden Jahr ist im Grunde nur noch einen Sieg entfernt. Für Florian Kainz und Dejan Ljubicic kann am Abend ein Traum in Erfüllung gehen. Die beiden Profis des 1. FC Köln spielen mit der Nationalmannschaft Österreichs in Baku gegen Aserbaidschan. Mit einem Sieg hat die Mannschaft von Ralf Rangnick definitiv das Ticket für das Endturnier gelöst. Und selbst mit einer Niederlage könnte Österreich unter Umständen schon Hotels und Flüge für die EM buchen. Sollte Schweden in Belgien verlieren, sind Kainz und Co. ebenfalls sicher qualifiziert. Es wäre für die beiden Kölner Spieler ein Erfolgserlebnis in Mitten einer bislang katastrophalen, einer mehr als nur enttäuschenden Spielzeit.
Kainz holte sich im Frühling Selbstvertrauen in der Nationalmannschaft
Holen sich die FC-Profis Selbstvertrauen durch das EM-Ticket? „Ganz so einfach ist das nicht“, erklärte FC-Trainer Steffen Baumgart in der vergangenen Woche. „Es ist ja nicht so, dass es da ist, wenn du mal gewinnst und dann wieder weg ist, wenn du verlierst. Es geht darum, dass die Jungs ihren Job machen.“ Dennoch kann die Länderspielreise einen positiven Effekt auf die Spieler haben. „Grundsätzlich sagt man ja, dass ein Tapetenwechsel ganz gut ist“, sagt der sportpsychologische Berater Thorsten Loch. Der Experte meint, dass die Spieler in der Nationalmannschaft in eine andere Rolle schlüpfen als im Heimatverein. „Das kann dafür sorgen, dass sie leichter in den Moment kommen. Denn dann sind die Sportler am Besten. Die Spieler haben ja nicht das Fußballspielen verlernt. Sie kennen auch ihre Stärken, nur gelegentlich fehlt ihnen die Überzeugung, dass das, was sie können, sie auch zu dem gewünschten Erfolg bringt.“
Dabei sind gerade Ljubicic und Kainz zwei Akteure, die beim FC Verantwortung übernehmen sollen. Beide suchen aktuell nach ihrer Form, beide rufen ihre Leistung nicht ab. Ljubicic startete stark in die Saison, ließ dann aber auch stark nach. „Ich bin dann in so einen Knacks gekommen, wo es dann nicht mehr so gut gelaufen ist“, sagte Ljubicic. „Aber ich komme schon wieder.“ Dafür könnten positive Aktionen in der Nationalmannschaft sorgen. „Die Spieler können dort ihre Fähigkeiten auf den Prüfstand bringen“, sagt Loch. „Und im Fall von gelungenen Aktionen wieder an Selbstvertrauen gewinnen.“ So erging es Florian Kainz in der vergangenen Spielzeit. Der neue Kölner Kapitän steckte ebenfalls im Formtief, so wie der FC. Es wollte weder Klub noch Spieler viel gelingen. Kainz kehrte von der Länderspielreise mit einem Tor im Gepäck zurück, eine Art Turnaround für den Mittelfeldspieler. Auch damals traf der FC im ersten Spiel nach der Pause auf Gladbach.
Die Leistung in der Nationalmannschaft ist ein zweischneidiges Schwert
Davon ist Kainz aktuell weit entfernt. Denn weder der Kölner Kapitän noch der Sechser Ljubicic kommen unter Rangnick regelmäßig zum Einsatz. Beide saßen am Freitag im Spitzenspiel gegen Belgien 90 Minuten auf der Bank. Auch in den Quali-Partien zuvor spielten die FC-Profis kaum. Florian Grillitsch, Konrad Laimer, Marcel Sabitzer – die Konkurrenz im Mittelfeld ist groß. Nur im Testspiel gegen Moldau durften die beiden Akteure ran, konnten aber nicht überzeugen, obwohl Rangnick das Spiel als Casting ausgerufen hatte. Ljubicic verletzte sich zudem. Die Leistung in der Nationalmannschaft ist ein zweischneidiges Schwert. „Im Fall eines Misserfolgs kann es natürlich auch das Gegenteil bewirken“, sagt Loch. So könnte es sein, dass das dann eventuell gelöste EM-Ticket alleine als Erfolgserlebnis herhalten muss. Für den FC wären Einsätze mit positiven Aktionen allerdings deutlich wichtiger. Sicherlich spielen wird Mathias Olesen mit Luxemburg gegen die Slowakei. Auch er kann etwas für sein Selbstvertrauen tun. „Mit positiven Erfahrungen geht man natürlich wieder gestärkt in den Bundesliga-Alltag“, sagt Loch. Das wäre vor dem Derby gegen Gladbach sicher nicht unwichtig.
Im Testspiel gegen Reusrath trug Max Finkgräfe die Kapitänsbinde. Möglicherweise ein Gimmick, weil er durch den vierten Bundesliga-Einsatz nun auch laut Vertrag zu den Profis in Köln gehört. Finkgräfe, Damion Downs und Co. sorgen dafür, dass der FC zu den Top-Adressen in Sachen „Eigengewächse“ gehört.
Mit Damion Downs und Max Finkgräfe haben in dieser Spielzeit zwei Kölner Nachwuchstalente bereits ihr Profidebüt gegeben. Erstaunlich für die angespannte Situation, aber auch ein Beleg dafür, wie wichtig den Kölnern die Arbeit mit Hoffnungsträgern aus den eigenen Reihen ist. Der FC gehört bei den Eigengewächsen jedenfalls zur Spitze.
Viel Spielzeit gab es für die Kölner Profis an diesem Wochenende nicht. Gerade drei Spieler waren mit den Nationalmannschaften im Einsatz. Die übrigen Akteure im Dunstkreis der Nationalmannschaft wurden entweder nicht nominiert oder mussten verletzt passen. So wurde Eric Martel, immerhin bei der Nominierung im September zum Kapitän der U21 des DFB ernannt, nicht berücksichtigt. Mit Max Finkgräfe, Damion Downs und Elias Bakatukanda hatten es immerhin drei Kölner Profis auf die Liste der Spieler auf „Abruf“ für die U20 geschafft. Und doch spielte dort ein FC-Profi: Justin Diehl. Das Talent war bei dem 2:1-Erfolg des deutschen Nachwuchses über Portugal im Einsatz und die Chancen stehen nicht schlecht, dass Diehl auch am Montag gegen Tschechien spielt.
FC in der Tabelle der Eigengewächse auf Rang fünf
Der 18-Jährige gilt bekanntlich als eins der größten Kölner Talente, ist nicht umsonst in den Kader der DFB-Auswahl berufen worden. In der Profimannschaft der Geißböcke spielt Diehl bekanntlich keine Rolle. Der Youngster war nicht bereit, seinen Vertrag in Köln zu verlängern, der FC dann auch nicht mehr, den Offensivspieler weiter zu fördern. Die Kapazitäten wollen die Kölner Verantwortlichen lieber für Spieler nutzen, die den Kölner Weg verfolgen. Eine plausible, konsequente, für einige Fans aber zu harte Entscheidung. Gerade in der aktuellen Krise ist der Name Diehl ein Kritikpunkt. Nicht wenige Kölner Anhänger wünschen sich mehr Einsatzzeit des Youngsters, hoffen aber auch auf mehr Einsatzzeit für Finkgräfe, Downs und Meiko Wäschenbach. Die Diskussion um mehr Einsatzzeit des Kölner Nachwuchses ist eine müßige. Letztlich ist es die Aufgabe des Trainers, zu entscheiden, welcher Akteur es in den Kader der Profis und schließlich auch aufs Feld schafft.
Grundsätzlich ist die Nachwuchsarbeit der Kölner nach wie vor eine der besten der Liga. So gibt es aktuell nicht viele Tabellen oder Statistiken, in denen der FC in dieser Spielzeit im oberen Drittel anzutreffen ist – zumindest wenige positive. Eine ist gerade die Statistik der Eigengewächse. Denn wie schon in den vergangenen Jahren gehört Köln in dieser Berechnung zu den Top-Adressen der Liga. Und das, obwohl mit Timo Horn und Jonas Hector gerade erst zwei Eigengewächse den Klub verlassen haben. Dennoch kommen die Kölner auf sieben Spieler aus dem eigenen Juniorenbereich. Darunter auch Routinier Mark Uth und Hoffnungsträger Jan Thielmann. Aber eben auch Finkgräfe, Downs und Co. Der FC liegt in dieser Bilanz sogar knapp vor den Bayern auf Rang vier. Nur Freiburg (11), Hoffenheim (9) und Mainz (9) sind aktuell besser. Schlusslicht ist mit zwei Spielern wenig überraschend RB Leipzig, Borussia Dortmund liegt mit vier Akteuren auf Rang 13, Leverkusen mit drei Spielern auf Rang 14.
Bereits zwei Profidebüts
Nicht umsonst betonte Christian Keller wenige Tage nach seinem Amtsantritt, dass er den FC zu einem Entwicklungsklub umwandeln wolle oder müsse. Nun gibt es verschiedene Ansätze eines Entwicklungsklubs. Eine Variante ist, Spieler jung zu kaufen, um durch die Entwicklung möglichst einen sportlichen und/oder wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen. So ist der Wert beispielsweise von Rasmus Carstensen in den vergangenen Wochen auf über vier Millionen Euro gestiegen, der Däne würde den FC beim Kauf dem Vernehmen nach aber nur 1.5 Millionen Euro kosten. Die andere Variante sieht eben die Entwicklung der eigenen Spieler vor. Und auch dort ist der FC eine gute Adresse. Auch wenn Köln nach der Causa Wirtz nun mit Diehl das zweite Toptalent zu einem viel zu günstigen Preis zu verlieren droht.
Dass der FC seinen Nachwuchsspielern aber keine Perspektive aufzeigt, ist zumindest unter einem Gesichtspunkt falsch. Mit Downs und Finkgräfe haben in dieser Spielzeit zwei Youngsters bereits ihr Profidebüt gefeiert. Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere noch folgen werden. Bakatukanda gehört bereits zu dem Profi-Kader, Wäschenbach wäre ein weiterer möglicher Kandidat. Insgesamt haben in der Bundesliga erst elf Spieler in dieser Saison ihr Profidebüt gegeben. Neben dem FC schickten nur Union Berlin und Borussia Mönchengladbach zwei neue Spieler aufs Feld, Bayern, Freiburg, Bremen, Heidenheim und Frankfurt jeweils einen.