Der 1. FC Köln präsentiert sein neues Karnevalstrikot

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Der 1. FC Köln präsentiert sein neues Karnevalstrikot

Der 1. FC Köln hat sein diesjähriges Karnevalstrikot vorgestellt. Wenige Tage vor Sessionsbeginn präsentierten die Kölner ein aufwendiges Video mit dem neuen Jersey.

Der 1. FC Köln wird das Heimspiel gegen den FC Augsburg am kommenden Samstag in einem neuen Jersey bestreiten. Der FC präsentiert am Montagmorgen das Karnevalstrikot für die kommende Session.

Die Stimmung rund um das Geißbockheim hat gerade relativ wenig mit Feiern zu tun, dennoch wird der FC auch in diesem Jahr natürlich wieder Heimspiele rund um den 11.11. in seinem Karnevalstrikot bestreiten. Dieses präsentierten die Kölner am Montagmorgen in einem aufwendigen Video. Bereits am Freitag hatte der Klub eine Neuigkeit für den Montagmorgen angekündigt, es brauchte keine besonders große Spürnase, um auf das neue Trikot zu kommen. Denn seit vielen Jahren bestreiten die Kölner einige ihrer Heimspiele in den beliebten Sonder-Trikots. Für den FC ist das Jersey natürlich eine sinnvolle Einnahmequelle. Für knapp 90 Euro ist das Trikot zu haben.

Trikot erinnert an Prinzenornat des Dreigestirns

Hennes IX. wurde für das Video extra auf die Volksbühne am Rudolfplatz gebracht. Neben dem Geißbock sind in dem Video auch zahlreiche Spieler und Spielerinnen sowie Cheftrainer Steffen Baumgart zu sehen. Das Trikot erinnert an das Prinzenornat des Kölner Dreigestirns. Gold-Rote Längsstreifen verzieren das weiße Jersey. Auf der Brust prangt das Kölner Wappen. Im Nackenbereich sind das diesjährige Sessionsmotto „Wat e Theater – wat e Jeckespill“ sowie das dazugehörige Logo zu finden.  Auf dem rechten Ärmel befinden sich zudem eine Narrenkappe, der Kölner Dom sowie die Krone aus dem Stadtwappen, die alle in Gold gestickt sind. „Es ist die kölsche Lebensfreude, die in uns allen steckt, die so ansteckend ist und die unsere Stadt und unseren Verein so besonders macht“, sagte FC-Geschäftsführer Markus Rejek. „Dieses Gefühl wollen wir mit dem Karnevalstrikot zum Ausdruck bringen und das Motto der Session 2024 mit Stolz sichtbar in die Welt tragen.“

Im vergangenen Jahr hatte es aufgrund des Jubiläum-Trikots kein Karnevalstrikot gegeben. Bundesligisten sind in der Saison nur eine bestimmte Anzahl an Sondertrikots erlaubt.

Trotz Debakel kann sich der FC Hoffnung auf den Pokalerfolg machen

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Trotz Debakel kann sich der FC Hoffnung auf den Pokalerfolg machen

Nur wenige Stunden nach dem 0:6-Debakel gegen Leipzig hat der FC mit der Vorbereitung auf das Pokalspiel gegen Kaiserslautern begonnen. Der Fokus ist bereits neu gesetzt. Die Kölner Verantwortlichen rechnen mit einem anderen Gesicht.

Die Niederlage war deutlich, sie war verdient – das 0:6 hat bei den Kölnern Spuren hinterlassen. Dennoch gilt der Fokus bereits dem Duell gegen Kaiserslautern. Was dem FC für den Pokal Hoffnung machen kann.

Das 0:6-Debakel bei RB Leipzig hatte deutliche Spuren hinterlassen. Die Kölner Profis schlichen mit versteinerter Miene zu den rund 2000 mitgereisten Fans, während sich die Leipziger Spieler auf der anderen Seite des Stadions feiern ließen. Zwar konnte man den Geißböcken nicht hinter den leeren Blick schauen, das gegen Gladbach im Derby hart erarbeitete Selbstvertrauen dürfte allerdings dahin, es dürfte verpufft sein. Es wird in den Köpfen der Kölner zumindest arbeiten. Zu desolat trat der FC gegen die Sachsen auf, zu deutlich war der Klassenunterschied, zu bitter die Klatsche, als dass noch viel vom Schwung des 3:1-Erolgs übrig geblieben wäre. „Das war sehr enttäuschend. Wir wollten den Derby-Aufschwung mitnehmen, das hat nicht geklappt“, sagte Davie Selke.

Wenig Zeit zur Aufarbeitung als Vorteil?

Dabei könnte den Kölnern gerade das Derby aktuell als Mutmacher für das Pokalspiel gegen Lautern dienen. Immerhin ging es für die Kölner in einer ähnlichen Gemütslage gegen die Fohlen. Zwar kassierten die Geißböcke gegen Leverkusen „nur“ ein 0:3, doch der FC war ebenfalls deutlich unterlegen und konnte sich schließlich bei dem überragenden Marvin Schwäbe bedanken, dass es nicht auch gegen Werkself schon ein Debakel gegeben hat. Zwar mit ein wenig mehr Erholung nach der Länderspielpause, aber sicher nicht mit Schwung lief der FC gegen den Rivalen auf, war trotz anhaltender Negativserie das spielbestimmende, das dominante Team. Köln war aber vor allem die Mannschaft, die den Sieg in diesem hoch emotionalen Spiel mehr wollte, das Derby, den Kampf annahm. Mentalität und Glaube stimmten zumindest. Die aufgeheizte Stimmung war für den FC kein zusätzlich lähmendes Hindernis.

Das soll Baumgart nun auch für das Pokalspiel am Dienstag gelingen. „Ich bin überzeugt davon, dass das Trainerteam die Mannschaft bis dahin wieder aufrichten wird. In Kaiserslautern werden wir wieder ein anderes Gesicht zeigen“, sagte Christian Keller. Viel Zeit zur Aufarbeitung, wie zwischen den Nachbarschaftsduellen gegen Leverkusen und Gladbach, bleibt dem FC aber nicht. Gerade einmal 72 Stunden liegen zwischen dem Schlusspfiff in Leipzig und dem Anpfiff auf dem Betzenberg. Baumgart sieht darin aber überhaupt keinen Nachteil. „Es kann ja auch helfen, wenn du gleich wieder spielst“, sagte der Coach am Samstag im Sportstudio. So sollen sich die Akteure nicht lange mit dem Debakel aufhalten, der Fokus ist schon auf das Pokal-Highlight auf dem Betzenberg gerichtet. „Wir müssen das Spiel schnell abhaken, weil wir am Dienstag ein extrem wichtiges Spiel haben, für das wir unsere Kräfte sammeln müssen“, sagte auch Kapitän Florian Kainz. Ein extrem wichtiges für die Moral, aber wohl auch ein extrem schweres.

Uth und Thielmann als Hoffnungsträger

Denn der Traditionsklub spielt in dieser Saison in der 2. Bundesliga eine gute Rolle, ist aktuell Sechster und mischt im Kampf um die Aufstiegsplätze mit. Allerdings zeigte sich Lautern zuletzt in der Defensive nicht ganz sattelfest. Gegen Düsseldorf gaben die Roten Teufel eine 3:0-Führung aus der Hand und verloren 3:4, gegen den HSV reichte am Wochenende eine 3:1-Führung nur noch zum Unentschieden – und das im eigenen Stadion. Kaiserslautern wird motiviert sein, ist aber längst keine Übermannschaft. Ein ähnliches Offensivfeuerwerk wie gegen Leverkusen und Leipzig haben die Kölner nicht zu erwarten.

Mut macht den Kölnern auch die Rückkehr von Mark Uth und Jan Thielmann. Gerade für den Youngster dürfte das Pokalspiel gegen Lautern eigentlich noch zu früh kommen, doch Baumgart kündigte schon an, dass er sich bei Thielmann immer erst kurzfristig entscheidet. Zudem gab der 21-Jährige am Samstag sein Comeback bei der U21. Uth wird wahrscheinlich ebenfalls noch kein Kandidat für die Startelf sein, der Offensivspieler gab aber immerhin sein Comeback beim 0:6 – wenn auch ein undankbares. „Ich habe nach dem Spiel zu Mark gesagt: Wenn ich eine sehr positive Sache aus diesem Spiel hier mitnehme, dann, dass er nach fast einem Jahr wieder Bundesliga gespielt hat“, sagte Keller am Samstag „Dass er eine sehr hohe Qualität hat, hat man schon in der ersten Aktion auf dem Platz gesehen.“


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Das Kartenhaus stürzt, wenn die Leistungsträger wackeln

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Das Kartenhaus stürzt, wenn die Leistungsträger wackeln

Nach der bitteren 0:6-Pleite gegen Leipzig fand FC-Trainer Steffen Baumgart überraschend deutliche Worte – auch bei seinen Spielern. Der FC präsentierte sich als fragiles Gebilde, das wie ein Kartenhaus zusammenfiel.

Bei RB kassierte der FC eine bittere Klatsche. Steffen Baumgart betonte, dass auch seine Leistungsträger zu viele Fehler gemacht haben. Doch das war nur ein Teil der Wahrheit für die Pleite des 1. FC Köln: Gründe für das Debakel gegen Leipzig.

Marvin Schwäbe konnte einem am Samstagabend schon ein wenig leid tun. Und das nicht, weil der Kölner Keeper sich beim 0:3 den Ball mit dem Rücken selbst ins Netz legte. Vielmehr, weil der Kölner Keeper der beste Spieler des 1. FC Köln im Duell gegen RB Leipzig war und doch ein halbes Dutzend Mal hinter sich greifen musste. Sechs Tore in einem Spiel sprechen nicht unbedingt für die Qualität des Torhüters. Doch zum einen war Schwäbe bei allen sechs Treffern chancenlos, zum anderen verhinderte der Kölner Keeper wie schon gegen Leverkusen Schlimmeres. Nur, dass Schwäbe damals den FC vor einem Debakel bewahrte, es dieses Mal aber nicht abwenden konnte. So kritisierte Steffen Baumgart nach dem Spiel einige Spieler, um auf der Pressekonferenz den Keeper zu loben. „Am Ende können wir uns noch bei Marvin Schwäbe bedanken, dass er die eine oder andere richtig gute Parade gezeigt hat“, sagte der Coach.

Kölner Defensive weit von Normalform entfernt

Der Kölner Trainer wusste natürlich sehr wohl, wo ein Problem am Samstagabend gelegen hatte. „Die Jungs, die über eine ganz lange Zeit stabil waren, haben heute ihren entscheidenden Fehler gemacht. Das tut schon weh“, sagte der Trainer ohne Namen zu nennen, deutete aber zwischen den Zeilen an, dass das Gebilde 1. FC Köln aktuell ein sehr fragiles ist. Wenn dann auch noch die Stabilisatoren ausfallen, fällt es wie ein Kartenhaus zusammen. Zumindest erweckte der FC gegen Leipzig genau dieses Bild. So erwischte auch Jeff Chabot wohl ausnahmsweise einen rabenschwarzen Tag. Der Innenverteidiger hatte eine gehörige Teilschuld an zwei Treffern, wirkte mit den schnellen Offensivkräften und bei einigen Tiefenläufen des Gegners überfordert. Zudem sah der Kölner Abwehrchef eine vollkommen überflüssige Gelbe Karte, die ein herzhaftes Eingreifen bei folgenden Abwehrversuchen zumindest erschwerte und die frühe Auswechslung bedeutete. Für ihn kam bereits zur Halbzeit Luca Kilian, der in dieser Saison noch nicht viel Einsatzzeit bekam und sich des Öfteren nur mit Foulspielen zu helfen wusste.

Noch vor wenigen Tagen hatte Baumgart Eric Martel als den Stabilisator der Kölner betitelt. Doch auch der Sechser war von seiner normalen Leistung ein großes Stück weit entfernt. Eine schlampige Ballbehandlung brachte Martel in einen unnötigen Zweikampf mit Amadou Haidara, der 21-Jährige wusste sich nur mit einer Ringereinlage zu helfen, die dann zum berechtigten Strafstoß führte. Martel leitete somit das Ungemach ein. Zwar steigerte sich der Mittelfeldspieler im Laufe der Partie, war einmal mehr der laufstärkste Spieler auf dem Platz und brachte 86 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler, wirklich glücklich wirkte der 21-Jährige aber nicht mehr. Ausgerechnet die beiden Kölner Defensiv-Konstanten, die beiden Spieler, die in der Jugend für Leipzig auf dem Platz gestanden haben, hatten maßgeblichen Anteil am Debakel.

FC findet kein Mittel

Natürlich nicht nur. Die ganze Mannschaft stand neben sich. So auch Leart Pacarada und Timo Hübers, bislang ebenfalls wichtige Stützen im Kölner Abwehrverbund. „Heute haben wir die Fehler gemacht, die du nicht machen darfst“, sagte Baumgart. „Wir legen vier Tore direkt vor und das sind individuelle Fehler, die dürfen nicht passieren.“ Tatsächlich hatte gerade die Kölner Defensive die Geißböcke in vielen Begegnungen im Spiel gehalten, oft noch Schlimmeres verhindert – zumindest lag die Krise bislang sicher nicht an Chabot und Co. Bis zum achten Spieltag hatte der FC nur 15 Gegentore zugelassen – am Samstag waren es sechs. Die Innenverteidigung gewann bislang im Schnitt rund zwei Drittel ihrer Zweikämpfe, bei Chabot waren es gegen Leipzig gerade einmal 40 Prozent.

Das angesprochene Manko der Kölner war aber nur ein Teil der Wahrheit. Das Gesamtbild hieß wohl eher zu viele individuelle Fehler, zu wenig individuelle Klasse, die der FC den Bullen entgegen zu setzen hatten. Nahezu in jedem Mannschaftsteil war RB einfach besser. Deutlich besser. So reichte ein taktischer Kniff, nämlich die Umstellung von Vierer- auf Dreierkette, um Köln aus dem Konzept zu bringen, wie Florian Kainz später bestätigte. Der FC fand nicht in sein Spiel und erst recht kein Mittel gegen die geballte Offensivkraft, das beeindruckende Tempo der Leipziger.

Am meisten ärgerte Baumgart aber die falsche oder fehlende Einstellung. „Wir können hier den Arsch voll kriegen, dafür ist die Qualität von Leipzig entsprechend. So darfst du nicht auftreten. Du darfst nicht den Kopf hängen lassen“, sagte der Coach. Dementsprechend durften sich die Spieler nach der Begegnung auch einiges anhören. Gegen Kaiserslautern wird am Dienstag mit Sicherheit ein anderer FC zu sehen sein.


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Kommentar: Debakel lässt die Euphorie verpuffen

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Kommentar: Debakel lässt die Euphorie verpuffen

Eine knappe Woche hat die Euphorie durch den Derbysieg die bedrohliche Situation ein wenig vergessen gemacht, sie kaschiert. Das 0:6 hat die Krise wieder schamlos offen gelegt. Und das zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Ein Kommentar.

Die berechtigte Euphorie nach dem 3:1-Erfolg über Gladbach ist am Samstagabend wie ein Kartenhaus zusammen gefallen. Das Selbstvertrauen dürfte sich nach dem desolaten Auftritt wieder im Keller befinden. Und das unmittelbar vor den Duellen gegen die direkte Konkurrenz. Ein Kommentar zur 0:6-Pleite des 1. FC Köln.

Die Bilder hätten kaum unterschiedlicher sein können. Steffen Baumgart ausgelaugt auf der Reservebank, gezeichnet von einer fiebrigen Erkältung, vor allem aber auch von der großen Erleichterung, die er auch später im Interview beschrieb. Ganze sechs Tage später dann ein ganz anderes Bild: der schimpfende, wütende Baumgart, der bei seiner Kritik auch seine Spieler nicht länger ausklammern wollte, noch auf dem Spielfeld auf sie sichtbar erregt einredete. Wut und Frust waren am Samstag mindestens genauso verständlich wie die Erleichterung nach dem Derbysieg am vergangenen Sonntag.

Leipzig ist ein anderes Kaliber

Beim 0:6 in Leipzig boten die Kölner eine desolate Leistung, stellten ihre Bundesligatauglichkeit selbst in Frage, wie auch Thomas Kessler richtig bemerkte und ließen so ziemlich alles vermissen, was es im Abstiegskampf braucht. Auch mit Baumgarts mutigen, selbstbewussten Offensivfußball hatte das Spiel in Leipzig wenig gemein. Die Kölner standen tief, fanden offensiv so gut wie nicht nicht statt und erinnerten viel mehr an jene Mannschaft, die vor drei Spielzeiten mit ihrem destruktiven Zerstör-Kick nur hauchdünn am Abstieg vorbeischrammten. Anderer Trainer, zum Großteil andere Mannschaft – und doch muss der Vergleich angesichts der aktuellen Situation, der vermeintlich zurückgekehrten Krise erlaubt sein. Denn der FC hatte am Samstag viel von einem Absteiger.

Erstaunlich, dass exakt dieselbe Mannschaft auf dem Feld stand, die eine Woche zuvor Gladbach dominiert hat. Eben ein Team, dass ebenfalls in dieser Spielzeit schon zeigte, wie man gegen RB bestehen kann, nur unglücklich 0:1 verlor. Nun ist Leipzig ein anderes Format, ein anderes Kaliber, das in anderen Sphären agiert, als die Fohlen und auch als die Geißböcke. Alleine der Kaderwert der Leipziger ist sechs Mal so hoch wie der des FC, Doppeltorschütze Lois Openda kommt gemeinsam mit dem wohl kommenden Superstar Xavi Simons auf einen Marktwert, der den des gesamten Kölner Kaders übersteigt. Baumgart hat recht, wenn er sagt, dass die Schere zwischen den Topteams und dem Rest der Liga größer wird und die ersten Sechs wegziehen, während die unteren Acht ums Überleben kämpfen. Das ist nicht von der Hand zu weisen und die Schere wird größer werden. Nur hatte man am Samstag nicht den Eindruck, dass die Kölner das letzte Hemd gaben, ums Überleben kämpften. Alarmierend, dass der Ausfall der Stabilisatoren das Kartenhaus hat zusammenfallen lassen.

Köln darf gegen Leipzig verlieren, nur nicht so

Nur um das Klarzustellen: eine Mannschaft wie Köln darf in Leipzig verlieren, Punkte wird kein Verantwortlicher erwartet haben. Aber die Mannschaft, die nach dem Derbysieg doch vor Selbstbewusstsein hätte strotzen sollen, versank in Mutlosigkeit. Der FC wirkte vollkommen verunsichert, ängstlich, seltsam fehl am Platz. Köln hat eine große Chance liegen lassen und das sicher nicht aufgrund des Ergebnisses. Der Derbysieg hat am und um das Geißbockheim eine Euphorie ausgelöst. Eine Euphorie, die der Krise trotzte, sie kaschierte, Hoffnung weckte. Nicht wenige Fans, nicht wenige Experten sahen in dem Erfolg den Auftakt der Wende, sie hofften zumindest darauf und darauf, dass die Kölner Verantwortlichen mit ihren Planungen, ihren Taktiken, ihren Strategien am Ende doch recht behalten würden. Diese Euphorie, dieser Kredit, dieser Glaube ist mit dem 0:6 in Leipzig vorerst verpufft. Der Derbysieg sollte Köln eigentlich beflügeln, ausgerechnet RB hat dem FC diese Flügel aber gestutzt. Köln hat auf der Euphoriewelle reitend eine fast schon historische Bruchlandung erlitten.

Das Derby wie auch beispielsweise die knappe Niederlage gegen den BVB haben gezeigt, dass der FC durchaus mithalten, auch Gegner schlagen kann. Sie haben gezeigt, dass Köln per se das Zeug zum Klassenerhalt hat. Dazu muss beim FC aber vieles zusammenlaufen. Von der Kaderdichte, über die Leistung auf dem Feld bis hin zur Mentalität. Das Selbstvertrauen für die bevorstehenden Aufgaben gegen die Mannschaften auf Augenhöhe, für die richtungweisenden Wochen im Herbst dürfte nach der bösen Pleite aber ähnlich tief im Keller stecken, wie der FC in der Tabelle – gelitten hat es allemal. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Den Mut muss sich der FC nun im Pokal zurückholen. Und das gegen einen sicherlich aufopferungsvoll kämpfenden Zweitligisten, in einem euphorischen Stadion – es gibt leichtere Aufgaben. Diese war selten so wichtig.

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Einzelkritik

Matchwinner Kainz

U21: Jan Thielmann gibt Comeback beim 5:1-Erfolg, Dietz trifft

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U21: Jan Thielmann gibt Comeback beim 5:1-Erfolg, Dietz trifft

Die U21 des 1. FC Köln mischt auch weiterhin im Kampf der Topteams in der Regionalliga mit. Beim Aufsteiger SSVg Velbert setzte sich die Mannschaft von Evangelos Sbonias 5:1 durch.

Am Tag der bitteren 0:6-Pleite des 1. FC Köln in Leipzig gab es auch für die Profis einen kleinen Lichtblick. Allerdings bei der U21: Jan Thielmann gibt sein Comeback beim 5:1-Erfolg, Florian Dietz trifft.

Mit einem verdienten Erfolg über Velbert hat sich die U21 des 1. FC Köln im Kampf um die Topplätze der Regionalliga zurückgemeldet. Drei Tage nach der 1:3-Niederlage in Paderborn gewann die Mannschaft für Evangelos Sbonias 5:1 beim Aufsteiger und verbesserte sich auf den vierten Tabellenplatz. Der FC liegt nur zwei Punkte hinter dem Tabellenzweiten, der Fortuna aus Köln, und fünf hinter Spitzenreiter Bocholt. Für ein positives Highlight sorgte vor allem der Einsatz von Jan Thielmann, der erstmals in dieser Spielzeit wieder ein Pflichtspiel bestritt, wenn auch nur 45 Minuten.

Diehl an allen Toren beteiligt

Zum Matchwinner avancierte allerdings Justin Diehl. Bereits nach fünf Minuten brachte der Kölner Youngster eine Ecke, die Elias Bakatukanda verwertete. Der FC spielte souverän auf, kam so gut wie gar nicht in Bedrängnis und hätte auch vor dem Halbzeitpfiff erhöhen können. Das geschah allerdings unmittelbar nach dem Wechsel. Einen langen Ball aus der eigenen Hälfte spielte Diehl ins Zentrum und Jonas Saliger verwertete. Nach einer guten Stunde verkürzte Markus Pazurek wie aus dem Nichts. Doch der FC ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und gab umgehend die richtige Antwort. Diehl dribbelte Richtung Strafraum, spielte den Ball zu Florian Dietz, der klatschen ließ und Diehl stellte den alten Abstand wieder her. Keine 120 Sekunden später trafen die Kölner erneut. Dieses Mal legte Diehl Sturmkollegen Damion Downs auf, der den Ball zum 4:1 verwertete. Die Entscheidung war gefallen. Doch die Geißböcke setzten noch einen drauf. Ein abgefälschter Ball vom überragenden Diehl landete bei Dietz, der problemlos zum 5:1-Endstand einschob.

Jan Thielmann stand in der Startelf und wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Auch Max Finkgräfe begann für die Kölner U21, war aber nicht so auffällig wie in den vergangenen beiden Spielen. Am kommenden Samstag empfangen die Geißböcke den SV Lippstadt (14 Uhr).

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Der Ton wird rauer

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Der Ton wird rauer

Am neunten Spieltag der Bundesliga hat der FC die siebte Niederlage kassiert. Eine besonders bittere – gegen RB Leipzig hatten die Kölner nicht den Hauch einer Chance. Kein Wunder, dass sich die Tonlage in Köln ändert.

Trotz der anhaltenden Krise haben sich die Verantwortlichen des 1. FC Köln immer vor die Mannschaft gestellt. Das tun sie auch weiterhin, doch der Ton wird nach dem 0:6 beim FC rauer.

Steffen Baumgart ist wahrlich kein Mensch, der seine Emotionen gut verstecken kann. Wenn überhaupt ein Lächeln, das irgendwo innerlich stattfindet. Nun war dem Kölner Trainer am Samstagabend nicht gerade nach Lächeln zu Mute. Im Gegenteil: Baumgart schimpfte. Mit seinen Spielern, mit dem Schiedsrichter. Irgendwie beschlich den Zuschauer das Gefühl, er würde während des 0:6-Debakels, seiner höchsten Niederlage als FC-Trainer, mit allem schimpfen, was auch nur annähernd in seinem Sichtfeld landete. Nein, Baumgart war ganz und gar nicht glücklich. Und daraus machte er auch nach dem Spiel keinen Hehl. „Um RB Paroli bieten zu können, müssen wir anders auftreten. Die Sachen, die wir über einen langen Zeitraum gut gemacht haben, müssen wir auch heute gut machen. Davon haben wir heute aber sehr wenig gut gemacht“, sagte der Trainer.

Baumgart hadert mit den individuellen Fehler

Dabei hatte der FC Leipzig nicht nur kein Paroli geboten, die Kölner wurden phasenweise vorgeführt. Die Dominanz des Gegners war beeindruckend – zumindest für die Anhänger, die es mit den Sachsen halten, für FC-Fans war es ausgerechnet nach dem euphorisierenden Derbysieg eine bittere Bruchlandung. Zur Halbzeit lagen die Kölner bereits 0:4 zurück und das hochverdient. Tatsächlich hatten die Geißböcke Glück, dass es nicht schon nach 45 Minuten ein Halbes Dutzend gegeben hatte. Die einzige wirkliche Kölner Torchance vergab Luca Waldschmidt, der nach einer Flanke von Linton Maina aus wenigen Metern nur den Pfosten traf. Nach dem Wechsel schaltete RB einen Gang zurück, konnte das Ergebnis aber dennoch in die Höhe schrauben. Der FC war nur noch einmal durch Davie Selke gefährlich.

Dass Leipzig an diesem Abend besser war, ärgerte Baumgart dabei gar nicht so sehr, damit hatte der Trainer gerechnet. Vielmehr haderte er mit der Leistung seiner eigenen Mannschaft. „Wir waren RB in keiner Weise gewachsen – unabhängig davon, ob wir Fehler gemacht haben und die haben wir gemacht. Wir legen vier Tore direkt vor. Das sind Fehler, die dürfen nicht passieren“, sagte Baumgart. „Die Jungs, die über eine ganz lange Zeit stabil waren, haben heute ihren entscheidenden Fehler gemacht“, so der Trainer weiter, der vermutlich Spieler wie Jeff Chabot und Eric Martel meinte, die den Kölnern in den vergangenen Krisen-Wochen zumindest ein wenig Stabilität verliehen hatten. „Das tut schon weh. Wir können hier den Arsch voll kriegen, dafür ist die Qualität von Leipzig entsprechend. Aber so darfst du nicht auftreten“, wurde der Kölner Trainer dann doch deutlicher.

Baumgart zeigt sich selbstkritisch

Gerade die individuellen Fehler brachten Baumgart so richtig auf die Palme. So landete Eric Martel noch in der Anfangsphase auf dem Hosenboden, begrub dabei aber Amadou Haidara unter sich und Schiedsrichter Benjamin Brand musste auf den Punkt zeigen. Timo Werner verwandelte eiskalt. Ein Fehlpass von Chabot auf Haidara in der Vorwärtsbewegung sorgte für eine Unterzahl in der Rückwärtsbewegung: 0:2. Vor dem dritten Leipziger Treffer passte Leart Pacarada Haidara den Ball zu, der den nächsten erfolgreichen Angriff einleitete. Und unmittelbar vor dem Seitenwechsel schaute die Kölner Defensive beim vierten Streich einfach nur noch zu.

Und so soll der Kölner Trainer schon in der Kabine zur Pause laut geworden sein. Welche Tonart der Coach dort genau wählte, ist nicht bekannt. Dass sowohl Davie Selke als auch Florian Kainz aber betonten, dass die Worte des Trainers in der Kabine oder im Kreis bleiben sollten, sagt wohl mehr aus als die ausgesprochenen Worte. Sichtbar wurde der Frust dann wieder nach dem Spiel, als Baumgart einen Kreis bilden ließ und auf seine Spieler sichtbar enttäuscht einredete. „Den Kopf runternehmen, das ist keine Art und Weise“, sagte Baumgart später. Aber: „Ich nehme die Jungs auch gleich wieder in den Arm.“ Und nicht nur das, Baumgart stellte sich auch wieder vor seine Jungs. „Das hat dann auch was mit mir zu tun. Ich muss Lösungen anbieten und die waren heute nicht gut genug“, so der 51-Jährige selbstkritisch. „Ich bin derjenige, der sagt, wie es gehen kann. Und so geht es auf keinen Fall.“  

Deutliche Worte von Thomas Kessler

Ungewohnt deutlich kritisierten dagegen Thomas Kessler und Christian Keller die Leistung der Mannschaft. „Wir haben heute einiges gemacht, was du dir in der Bundesliga nicht erlauben kannst“, erklärte der Leiter der Lizenzspielabteilung. „Das sollte ein deutliches Ausrufezeichen für jeden Spieler sein, dass du so nicht Bundesliga spielen kannst.“ Kessler zeigte sich verwundert über das Ausmaß der Fehler. „Mir haben die ganzen 90 Minuten nicht gefallen“, resümierte auch Keller und betonte, dass der FC mit dem halben Dutzend Gegentoren noch gut bedient gewesen ist. Vor dem Pokalspiel gegen Kaiserslautern am Dienstag wird der Ton beim FC rauer. Die Kölner Verantwortlichen nehmen die Spieler in die Pflicht. Vielleicht ein wichtiger Wachmacher vor den „Wochen der Wahrheit“.  

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„Das hat dann auch was mit mir zu tun“

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„Das hat dann auch was mit mir zu tun“

Auf den Befreiungsschlag folgte am Samstag ein Debakel. 0:6 unterlagen die Kölner RB. Dementsprechend war die Stimmung beim FC. Die Stimmen zum Leipzig-Spiel.

„Von uns allen waren es zu viele Fehler. Das, was der Trainer gesagt hat, bleibt im Kreis, kann sich aber jeder denken. Wir wollten den Derby-Aufschwung mitnehmen, das hat nicht geklappt. Dienstag ist aber ein ganz anderes Spiel. Wir müssen uns kurz schütteln, dann wartet ein richtig geiles Spiel auf uns.“ 

Davie Selke

„Wir waren RB in keiner Weise gewachsen – unabhängig davon, ob wir Fehler gemacht haben und die haben wir gemacht. Wir legen vier Tore direkt vor. Das sind Fehler, die dürfen nicht passieren. Um RB Paroli bieten zu können, müssen wir anders auftreten. Die Sachen, die wir über einen langen Zeitraum gut machen, müssen wir auch heute gut machen. Und davon haben wir heute sehr wenig gut gemacht. Die Jungs, die über eine ganz lange Zeit stabil waren, haben heute ihren entscheidenden Fehler gemacht. Das tut schon weh. Wir müssen uns an die eigene Nase packen. Das hat dann auch was mit mir zu tun. Ich muss Lösungen anbieten und die waren heute nicht gut genug. Deswegen bin ich derjenige, der sagt, wie es gehen kann. Und so geht es auf keinen Fall. Wir sehen gerade, dass die ersten Sechs wegziehen. Das Problem mit der Qualität haben die ersten Sechs nicht und die letzten Acht schon. Wir gehören zu den unteren Acht, gegen die wir uns durchsetzen müssen. Wir haben es gegen Leverkusen gesehen. Nur haben meine Jungs da ordentlich gespielt. Heute waren wir noch klarer unterlegen. Heute haben wir die Fehler gemacht, die du nicht machen darfst. Ich bin derjenige, der vorne steht und die Lösungen vorgeben muss. Heute waren die Lösungen nicht gut genug. Mit der Mannschaft gehe ich um wie immer. Wir müssen ganz klar gucken, was geht und was nicht geht. Man sollte schon mutig sein. Wir können hier den Arsch voll kriegen, dafür ist die Qualität von Leipzig entsprechend. So darfst du nicht auftreten. Du darfst nicht den Kopf hängen lassen. Das sind wir nicht. Ich stehe für einen anderen Fußball. Ich nehme die Jungs auch gleich wieder in den Arm. Den Kopf runternehmen, das ist nicht die Art und Weise. Es sind meine Jungs.“

Steffen Baumgart

„Leipzig war die klar bessere Mannschaft. Sie hatten gute Lösungen mit dem Ball, wir haben es nicht geschafft, Zugriff zu bekommen. Sie haben es anders als erwartet gespielt. Wir waren von einer Viererkette ausgegangen. Wir haben es dann vor dem Anpfiff besprochen, es aber nicht geschafft Druck drauf zu bekommen. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, haben individuelle Fehler gemacht und haben völlig verdient verloren. Der Trainer war in der Halbzeit schon nicht so gut drauf. Er hat uns schon gesagt, dass wir da durch müssen. Heute haben wir richtig einen auf den Deckel bekommen Aber was in der Kabine war, bleibt in der Kabine. Jeder kann sich vorstellen, dass der Trainer nach so einem Spiel nicht gut drauf ist. Das sind wir Spieler aber auch nicht. Wir müssen das Spiel schnell abhaken, weil wir am Dienstag ein extrem wichtiges Spiel haben, für das wir unsere Kräfte sammeln müssen.“

Florian Kainz

„Wir haben heute eine Top-Leistung gezeigt und ein wirklich gutes Spiel auf den Platz gebracht. Wir hatten heute das Spiel, was wir gebraucht haben. Nach vielen Arbeitssiegen hatten wir heute ein Spiel, wo wir in den Flow kommen. Und wir haben gefühlt, dass wir das schaffen können. Ich freue mich heute sehr für die Jungs. Die Dinge sind aber nah beieinander. Vor drei Wochen hatten wir drei Spiele in Folge nicht gewonnen, in den letzten Spielen haben wir uns schon auch immer wieder schwergetan. Es freut mich, dass wir heute auch mal durchgezogen haben. Ohne Gas rauszunehmen und ohne groß was zuzulassen. Wir haben uns den Sieg über 90 Minuten mehr als verdient.“

Marco Rose

„Wir haben Leipzig permanent zu Torchancen eingeladen. Dabei haben sie noch nicht einmal alle ihrer Chancen genutzt. Wir haben heute einiges gemacht, was du dir in der Bundesliga einfach nicht erlauben kannst. Das sollte ein deutliches Ausrufezeichen für jeden Spieler sein, dass du so nicht Bundesliga spielen kannst. Wir müssen uns ordentlich schütteln, dann muss es ein klares Fazit unter diesem Spiel finden. Es gab einige Aktionen, eklatante Fehler, die ich in diesem Ausmaß von unserer Mannschaft noch nicht gesehen habe.“

Thomas Kessler

Alles zum Spiel

Einzelkritik

So bewerten wir die FC-Profis gegen Leipzig

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So bewerten wir die FC-Profis gegen Leipzig

Nach dem überzeugenden Sieg über Gladbach erlebte der FC gegen Leipzig ein Debakel. Dabei konnte kein Feldspieler eine ordentliche Leistung abrufen. Das zeigen auch die Noten.

In der vergangenen Woche lobte FC-Trainer Steffen Baumgart noch eine überragende Halbzeit gegen Gladbach, nun erlebte er genau das Gegenteil bei RB. Gegen den Champions-League-Teilnehmer hatte Köln nicht den Hauch einer Chance. Die Einzelkritik der FC-Profis gegen Leipzig

Ungewohnt deutlich wurde FC-Trainer Steffen Baumgart nach dem Spiel gegen Leipzig. Auch, weil Köln gegen RB nicht den Hauch einer Chance hatte. Baumgart monierte unter anderem, dass gerade die Spieler, die über einen langen Zeitraum stabil gewesen seien, nicht an ihre Leistungen anknüpfen konnten. So ist es nicht verwunderlich, dass die Defensive durch die Bank weg schlechte Noten kassiert hat. Vor allem durch individuelle Fehler machten sich die Geißböcke das Leben schwer. Auch in der Offensive wollte nicht viel gelingen. Einzig Luca Waldschmidt bäumte sich sichtlich gegen die Niederlage, hatte aber Pech bei seinem Pfostentreffer.

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FC zurück auf dem Boden der Tatsachen

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FC zurück auf dem Boden der Tatsachen

Nach dem Derbysieg am vergangenen Wochenende ist der 1. FC Köln unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Bei RB kassierten die Kölner eine auch in dieser Höhe verdiente Klatsche.

Viel wurde über die Negativ-Serie von Steffen Baumgart gegen Leipzig und seinen Kumpel Marco Rose diskutiert, sie hat am Samstagabend einen bitteren Höhepunkt erfahren. Die Euphorie nach dem Derbysieg über Gladbach war für Köln jedenfalls nur von Kurzer Dauer. Der 1. FC Köln kassiert eine bittere 0:6-Niederlage bei RB Leipzig und liegt nun wieder auf einem direkten Abstiegsplatz. Beim 0:6 nach Toren von Timo Werner, Lois Openda (2), David Raum, Benjamin Sesko und Christoph Baumgartner unterliefen den Kölnern erschreckend viele individuelle Fehler. Zu allem Überfluss sah Mathias Olesen zehn Minuten nach seiner Einwechslung die Gelb-Rote Karte. Der einzige Lichtblick war das Comeback von Mark Uth.

Wie erwartet und eigentlich auch folgerichtig blieb Steffen Baumgart komplett bei der Erfolgself vom Derby, Marco Rose stellte dagegen vor allem taktisch um, setzte auf eine Dreierkette. Personell stand vor allem auch Timo Werner mal wieder in der Startelf. Die erste Chance hatte aber Leipzigs 60-Millionen-Euro-Stürmer Lois Openda, der von Benjamin Henrichs geschickt wurde, aus spitzem Winkel aber an Marvin Schwäbe scheiterte. Genauso wie Xavi Simons, der es von der Sechzehnerlinie versuchte. Der FC stand dagegen ungewöhnlich tief, lauerte auf Fehler, die Balleroberung und Umschaltmomente. Die Fehler machte aber der FC und das in einem viel zu hohen Maße. Den ersten machte Eric Martel. Der Sechser bekam den Ball gegen Amadou Haidara nicht unter Kontrolle, stoppte den Gegenspieler mit einer verunglückten Ringereinlage, die Schiedsrichter Benjamin Brand mit einem Strafstoß ahndete. Diesen verwandelte ausgerechnet der bis dahin blasse Werner souverän.

FC mit zu vielen individuellen Fehlern

RB hatte das Spiel im Griff, ließ so gut wie gar nichts in der eigenen Hälfte zu und setzte wenige, dann aber sehr gefährliche Spitzen. Der FC sorgte wenn überhaupt bei Standards für einen Hauch von Gefahr, mehr aber auch nicht. Nach einer halben Stunde brach Maina über die rechte Seite durch, Waldschmidt nahm den Ball direkt und setzte ihn an den Pfosten. RB ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Der FC wirkte verunsichert, machte weiterhin unerklärliche individuelle Fehler und lud Leipzig damit ein. Nach einem Fehlpass von Chabot spielte Xavi Simons Openda perfekt in den Lauf und der Angreifer vollendete mit einem satten Schuss kaltschnäuzig. Leart Pacarada spielte ebenfalls einen haarsträubenden Fehlpass, Henrichs flankte in den Strafraum, in dem David Raum gegen drei (!) Kölner Abwehrspieler leichtes Spiel und nickte den Ball an den Pfosten. Von dort sprang er an den geschlagenen Schwäbe, der zum 0:3 aus Kölner Sicht traf. Und als wäre das noch nicht genug, erhöhte Openda mit einer starken Einzelleistung zum 4:0-Halbzeitstand. Zuvor hatte Simons nahezu im Alleingang die Kölner Defensive ausgehebelt.

Comeback von Uth einziger Kölner Höhepunkt

Baumgart wechselte bereits zur Halbzeit, nahm den verwarnten Chabot sowie Maina vom Platz und brachte Luca Kilian sowie Faride Alidou. Doch das Bild änderte sich nicht. So prüfte Werner mit seinen zweiten und dritten Abschlüssen den Kölner Keeper innerhalb weniger Minuten. Auf der anderen Seite spielte Dejan Ljubicic einen scharfen Ball in den Strafraum, aber Davie Selke vergab aus kürzester Distanz. Doch auch weiterhin dominierte RB das Spiel und vor allem den FC nach Belieben, war aber nicht mehr so zielstrebig wie noch im ersten Abschnitt. Chancen erarbeitete sich Leipzig aber weiterhin. So brachte Henrichs eine Flanke in den Strafraum, Openda traf den Ball nicht richtig. Leipzig hatte zu diesem Zeitpunkt mindestens einen Gang runtergeschaltet, tat nicht mehr als nötig.

Das brauchte RB auch nicht. Denn der FC schwächte sich auch noch selbst. Nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung sah Mathias Olesen die Gelb-Rote Karte. Vor allem die zweite Verwarnung war hart, aber vertretbar. Unmittelbar vor dem Schlusspfiff durften dann die eingewechselten Benjamin Sesko und Christoph Baumgartner auch noch mal und erhöhten auf den 6:0-Endstand. „Der Trainer war in der Halbzeit schon nicht so gut drauf“, sagte Kainz. „Er hat uns schon gesagt, dass wir da durch müssen. Heute haben wir richtig einen auf den Deckel bekommen.“ Das einzige Kölner Highlight war das Comeback von Mark Uth – es hat schon schönere gegeben.

1. FC Köln: Schwäbe – Carstensen, Chabot (45. Kilian), Hübers, Pacarada – Martel, Ljubicic – Waldschmidt (70. Olesen), Kainz (70. Huseinbasic), Maina (45. Alidou) – Selke (77. Uth); Tore: 1:0 Werner (15.), 2:0 Openda (40.), 3:0 Raum (45.), 4:0 Openda (45.), 5:0 Sesko (89.), 6:0 Baumgartner (90.) – Gelb-Rot: Mathias Olesen (80.)

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Gegnercheck: Starkes Umschaltspiel, überragende Chancenverwertung

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Gegnercheck: Starkes Umschaltspiel, überragende Chancenverwertung

Nach dem Derbysieg am vergangenen Sonntag ist der FC am Abend zu Gast bei RB Leipzig. Eine denkbar schwere Aufgabe. Denn RB spielt einen gefährlichen und erfolgreichen Tempofußball.

Auf den FC wartet auch am neunten Spieltag ein dicker Brocken. Für die Geißböcke geht es am Abend zum Duell gegen RB Leipzig. Eine schwere Aufgabe. Das zeigt auch unser Gegnercheck zu RB Leipzig.

Am Ende hat gar nicht so viel gefehlt und Steffen Baumgart hätte seinen ersten Sieg als Trainer gegen RB Leipzig gefeiert. Vor knapp 15 Monaten war der FC zu Gast in Leipzig, wehrte sich mit aller Macht gegen den selbst ernannten Titelkandidaten und als sich dieser durch eine Rote Karte von Dominik Szboszlai selbst schwächte, witterten die Kölner ihre Chance. Am Ende fehlte die Durchschlagskraft, um drei Punkte aus Sachsen mit nach Köln zu nehmen. Es blieb beim 2:2-Unentschieden. Für den damaligen Leipziger Trainer Domenico Tedesco war es der Anfang vom Ende. Nach dem fünften Spieltag und Platz elf war Schluss. RB verpflichtete Marco Rose und holte damit die RB-DNA zurück. Denn der gebürtige Leipziger brachte die eigentliche Spielidee der Sachsen mit: ein aggressives Pressing sowie ein schnelles und besonders gefährliches Umschaltspiel. Das hat der Trainer bis heute beibehalten. „Sie werden eine sehr sehr gute Mannschaft auf dem Platz haben, eine Mannschaft mit sehr viel Geschwindigkeit“, glaubt auch Baumgart.

Leipzig mit überragender Chancenverwertung

Tatsächlich suchen die Leipziger nach Balleroberung umgehend den direkten Weg in die gefährliche Zone. Dabei kommen ihnen die schnellen Offensivspieler natürlich zu Gute. Allen voran Lois Openda, der in den bisherigen acht Ligaspielen bereits sechs Tore erzielte. Und noch ein weiterer Ansatzpunkt dürfte Steffen Baumgart durchaus bekannt vorkommen. Auch Leipzig setzt den Gegner früh unter Druck, stresst ihn und versucht, ihm keine Luft zum Atmen zu lassen. Allerdings ist das Leipziger Spiel nicht so laufintensiv wie das Kölner. Zudem suchen die Bullen deutlich seltener den Abschluss als der FC. Allerdings macht die RB-Offensive dieses vermeintliche Defizit durch eine überragende Torquote wieder wett. Während der FC gerade einmal fünf Prozent seiner Chancen in Tore ummünzt, ist bei RB jeder fünfte Schussversuch ein Treffer. Nur Stuttgart mit dem überragenden Serhou Guirassy sowie die Leverkusener Offensiv-Maschinerie sind in dieser Statistik minimal erfolgreicher.

Rose spielt in aller Regel ein kompaktes 4-2-2-2-System, wobei die beiden Sechser in der Rückwärtsbewegung die Räume extrem eng machen. Obwohl sich die Leipziger Defensive nicht immer sattelfest zeigt, hat RB erst sieben Gegentore kassiert. Einzig Frankfurt hat sich noch weniger Treffer gefangen. Dabei gehen fünf der Gegentore auf die Konten von Bayern München und Bayer Leverkusen. In der Vorwärtsbewegung kommt vor allem David Raum eine besondere Aufgabe entgegen. Der bislang schnellste Leipziger Akteur schaltet sich immer wieder in die Offensivbewegung ein. Im Schnitt spielt Leipzig 40 Prozent seiner Angriffe über die linke Seite. Raum ist in der gesamten Bundesliga der Spieler mit den meisten Flanken aus dem Spiel heraus. 35 Hereingaben brachte der Nationalspieler. Auf Rang drei liegt in dieser Statistik Leart Pacarada mit 25 Hereingaben.

Beeindruckende Transferpolitik

Zwar hat Leipzig mit Akteuren wie Dominik Szoboszlai, Josko Gvardiol und Christopher Nkunku zahlreiche starke Spieler verloren, RB hat sich aber auch extrem gut verstärkt. Alleine die jungen Offensivkräfte Openda und Xavi Simons deuten schon jetzt die enorme Qualität des Kaders an. Insgesamt hat RB mehr als 150 Millionen Euro in neue Spieler investiert und das in Akteure, die vornehmlich zwischen 20 und 23 Jahre alt sind. Unter anderem knapp 30 Millionen in den Innenverteidiger Castello Junior Lukeba, der mit seinen 20 Jahren erst vor zehn Tagen sein Debüt für die französische Nationalmannschaft feierte sowie 20 Millionen in den hoch veranlagten slowenischen Stürmer Benjamin Sesko, der wettbewerbsübergreifend auf fünf Tore kommt. Dennoch hat RB ein Plus von rund 100 Millionen Euro auf dem Transfermarkt erzielt. Zudem sind zahlreiche Leistungsträger wie Dani Olmo oder Emil Forsberg geblieben, die der Mannschaft Stabilität und Kreativität verleihen.

Der Vergleich:

Der Kaderwert spricht deutlich für die Gastgeber. Leipzig erreicht laut Gool.ai einen Kaderwert von rund 450 Millionen Euro, der FC liegt aktuell bei rund 80 Millionen Euro. Kölns wertvollster Spieler ist Dejan Ljubicic (9.5 Mio), gäbe es in Leipzig eine interne Liste der wertvollsten Spieler, würde sich der Österreicher auf Rang 17 (!) einsortieren. Der wertvollste Spieler von RB ist Openda, dessen Wert Gool.ai auf mehr als 62 Millionen Euro berechnet.

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