Kristals Pfosten-Pech: U21-Siegesserie endete gegen Gütersloh
Daniel Mertens
Die Siegesserie der U21 ist gerissen: Nach zuletzt vier Dreiern in Folge endete das Heimspiel gegen den FC Gütersloh torlos. Es war die erste Punkteteilung für den FC in dieser Saison. Dennoch ist das Team seit nunmehr fünf Spielen ungeschlagen. Die U21 des 1. FC Köln spielt Remis gegen den FC Gütersloh.
Patrik Kristal wäre als Joker beinahe zum späten Matchwinner geworden. Die U21 des 1. FC Köln spielt Remis gegen den FC Gütersloh.
Sargis Adamyan bei der U21 des 1.FC Köln
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Kölns Trainer Evangelos Sbonias änderte seine Startelf im Vergleich zum 2:1-Erfolg in Oberhausen auf zwei Positionen in der Offensive: Nilas Yacobi und Etienne Borie ersetzten den verletzten Malek El Mala und Arda Süne, der auf die Bank rutschte. Die Kölner besaßen direkt in der Anfangsphase zwei gute Gelegenheiten: Sargis Adamyan leitete den ersten gefährlichen Angriff selbst ein, passte über Safyan Toure raus auf die linke Außenbahn zum aufgerückten Mikail Özkan. Dessen flache Hereingabe brachte Adamyan im Zentrum scharf aufs Tor, doch Güterslohs Torwart Jarno Peters parierte per Fuß (3.). Und nur wenige Sekunden später scheiterte Yacobi aus kurzer Distanz, aber spitzem Winkel ebenfalls an Peters (4.).
Glück, abgeflachte Partie und nahezu ein Torschrei
Kurz danach hatte der FC jedoch Glück, dass die Gäste einen Kölner Ballverlust im Mittelfeld nicht besser ausnutzten, als Patrik Twardzik frei aufs Tor zulief, jedoch überhastet aus der Distanz abzog, was Luis Hauer vor keine Probleme stellte (10.). Nach diesem furiosen Beginn verflachte die Partie allerdings umso mehr, erwähnenswerte Aktionen in den Strafräumen entwickelten sich vorerst nicht mehr. Torgefahr strahlte erst wieder ein Schuss von Güterslohs Jan Lukas Liehr aus, der vom Sechzehner jedoch knapp links unten am Tor vorbeiflog (42.).
Die Kölner waren nach dem Seitenwechsel insbesondere nach Eckbällen gefährlich: So wurde eine Kopfball-Verlängerung von Luc Dabrowski am ersten Pfosten nach einer Ecke von Emin Kujovic noch vor der Linie geklärt (55.). Gütersloh hingegen hatte den Torschrei nach einem hohen Freistoß aus dem Mittelfeld auf den Lippen, doch Björn Rothers Schuss am ersten Pfosten ging knapp am Kölner Tor vorbei (57.). Luis Hauer hatte Probleme bei einem Distanzschuss von Güterslohs Sandro Reyes, konnte den Ball nur zur Seite abwehren (65.).
Unentschieden geht durchaus in Ordnung
Die Gäste erhöhten in der Schlussphase den Druck, Marvin Ajani klärte einen Ball in höchster Not kurz vor der Linie (80.). Und keine 120 Sekunden später hatte der FC Glück, dass Paolo Maiella das Kunststück fertigbrachte, den Ball aus wenigen Metern nicht im Tor unterzubringen (82.). Doch dann waren die Gastgeber wieder am Drücker: Luiz Labenz hatte den späten Siegtreffer für den FC auf dem Fuß, brachte die Flanke von Marvin Ajani aber am zweiten Pfosten nicht im Tor unter (87.). Noch bitterer war es für den eingewechselten Patrik Kristal, dessen Schuss nur am Pfosten landete (89.). Labenz scheiterte in der Schlussminute mit seinem Schuss am Gütersloher Torwart (90.).
Nach dem Chancenplus in der Schlussphase war der Punkt für den FC eigentlich zu wenig. Über die gesamte Spieldauer geht das Unentschieden aber durchaus in Ordnung. Die U21 verpasste es damit zwar, den Rückstand zur Tabellenspitze weiter zu verkürzen, baute die Serie jedoch auf fünf Spiele ohne Niederlage aus. Für die FC-Talente geht es bereits am Freitagabend (19:30 Uhr) bei der U23 Fortuna Düsseldorfs weiter.
Der FC-Wahlcheck von COFC – Das sagen die Kandidaten zur Frage der Talentbindung
Simon Bartsch
Morgen steht die wichtige Wahl bei den Geißböcken auf dem Plan. Die Mitglieder des 1. FC Köln wählen den neuen Vorstand. Um bei der Wahlentscheidung zu helfen, hat come-on-fc.com mit den Präsidentschaftskandidaten gesprochen. Wahl beim 1. FC Köln: So stehen die Teams zum Thema der Talentbindung.
Nur noch ein Tag bis zur Vorstandswahl bei den Geißböcken. Die Mitglieder des 1. FC Köln wählen den neuen Vorstand und haben somit die Chance, die Zukunft mitzugestalten. Fakt ist, mit dem Wechsel im Präsidium soll sich einiges ändern beim 1. FC Köln: So stehen die Teams zum Thema der Talentbindung.
Sven-Georg Adenauer, Jörn Stobbe und Wilke Stroman im Faktencheck
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Für alle die, die nicht die Zeit für längere Wahlveranstaltungen haben, sich nicht auf Wahlprogramme fokussieren können oder wollen, werden wir in den kommenden Tagen einige Fragen, die den Fans auf der Seele brennen, von den Teams beantworten lassen. Dazu haben wir mit allen Präsidentschaftskandidaten gesprochen. Die Aufgabe: Beantwortet die wichtigsten Fan-Fragen in 20 Sekunden.
Das Thema der Talenteflucht ist nicht erst in diesem Sommer mit unter anderem den Abgang von Justin von der Hitz zu einem viel diskutierten geworden. Bereits seit einigen Jahren wird den Verantwortlichen des FC immer wieder vorgeworfen, sich nicht genug um die langfristige Bindung von jungen Talenten zu bemühen. Aber wie soll nun in der Zukunft mit den Top-Talenten des Kölner Nachwuchses umgegangen werden? Das sagen die Kandidaten.
Wie kann der FC die Top-Talente langfristiger binden?
“Das sind zwei Aspekte: Einmal haben wir den Ulf, der eine Strategie entwickelt hat, den Mensch in den Vordergrund zu stellen. Wir müssen wirklich aus den Talenten Persönlichkeiten entwickeln, die auch Verantwortung übernehmen. Wir müssen sie emotional an den FC binden. Thomas Kessler und Lukas Berg haben schon viel richtig gemacht, siehe El Mala. Und wir müssen vielleicht künftig ein bisschen mutiger sein, auch Verträge denen frühzeitiger zu geben unseren Talenten.“
Jörn Stobbe (Team FC)
„Also es kann nicht sein, dass die gute Jugendarbeit des FC dadurch konterkariert wird, dass andere die Früchte, die wir an den Baum gehängt haben, abpflücken. Wir müssen unsere Spitzenjugendlichen bei uns halten, wir müssen ihnen den roten Teppich ausrollen, wir müssen ein attraktiver Arbeitgeber sein. Wir müssen uns vor allen Dingen viel intensiver als in der Vergangenheit mit ihrem Umfeld, mit ihren Freunden und mit ihren Familien auseinandersetzen. Und letztlich müssen sie stolz darauf sein, für den FC spielen zu dürfen. Das ist die Aufgabe, die wir uns gestellt haben.“
Sven-Georg Adenauer (Team Adenauer)
“Zunächst einmal wird hier am Geißbockheim klasse Arbeit geleistet. Die Jugendtrainerinnen und Jugendtrainer haben in den letzten Jahren ganz ganz viele Talente hervorgebracht. Wir vertrauen der sportlichen Leitung hier am Geißbockheim zu 100 Prozent. Was wir jetzt tun müssen ist, wir müssen etwas mutiger sein. Wir müssen mutigere Budgets zur Verfügung stellen und die Vertragsangebote etwas mutiger gestalten. Dazu kommt, dass wir sicherlich als Vorstand auch präsent sein müssen, Wertschätzung zeigen müssen. Hier am Geißbockheim.“
Wilke Stroman (Next Level FC)
In den vergangenen Tagen erschien jeden Tag eine Kernfrage und die kurzen Antworten der Kandidaten zu dem jeweiligen Thema.
Ohne El Mala, wohl mit Sargis Adamyan und neuem Torhüter: U21 will Siegesserie fortsetzen
Daniel Mertens
Die Reserve des 1. FC Köln kann am Samstag mit einem Sieg in der Tabelle weiter nach oben klettern. Das Selbstbewusstsein ist nach zuletzt vier Siegen in Folge groß. Die U21 des 1. FC Köln trifft am Samstag auf Gütersloh.
Das Team muss im Duell am Wochenende auf seinen Torjäger verzichten. Dafür hat die U21 in dieser Woche noch einen weiteren Torhüter verpflichtet. Die U21 des 1. FC Köln trifft am Samstag auf Gütersloh.
Sargis Adamyan hat bei der U21 des 1. FC Köln gute Chancen auf Einsatzzeit
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Eine solche Serie hätte vor rund einem Monat wohl niemand ernsthaft für möglich gehalten. Die U21 war nach dem 1:2 in Lotte, der vierten Niederlage im fünften Saisonspiel, am Tabellenende der Regionalliga West angekommen, hatte bereits 14 Gegentore kassiert. Doch mittlerweile hat sich die Stimmungslage am Geißbockheim deutlich gewandelt. Das Team von Trainer Evangelos Sbonias startete durch, gewann viermal in Folge und kletterte in der Tabelle bis auf den sechsten Rang nach dem vergangenen Spieltag. „Wenn jemand vor vier Wochen gesagt hätte, dass wir jetzt vier Mal gewinnen, wäre das natürlich ein bisschen vermessen gewesen“, äußerte Sbonias angesprochen auf den Lauf seiner Mannschaft, „entsprechend ist es umso höher zu hängen, was die Jungs in der kurzen Zeit geleistet haben. Wir mussten ein paar Schrauben drehen, das haben wir gemacht.“
Mit Adamyan, ohne El Mala
So ist die Defensive der Kölner mittlerweile deutlich stabiler. In den letzten vier Spielen kassierte das Team nur noch vier Gegentore. Und vor den gegnerischen Toren sei sein Team mittlerweile kaltschnäuziger geworden. Ebenso sei bei den Standards eine deutliche Steigerung festzustellen. Zuletzt etwa legte Sargis Adamyan mit zwei Freistoß-Toren das Fundament für den Sieg in Oberhausen. „Wir haben nicht das Traumtoreschießen trainiert“, lachte Sbonias, „aber schon noch mal einen anderen Fokus darauf gelegt, was in der englischen Woche auch gezündet hat.“ Zuvor hatte Emin Kujovic mit einer direkt verwandelten Ecke den Siegtreffer gegen Mönchengladbach erzielt.
Dem Matchwinner aus Oberhausen, Sargis Adamyan, habe man die drei Spiele innerhalb kürzester Zeit physisch angemerkt, gab der Trainer zu: „Er hat ohne richtige Vorbereitung darauf alles aus dem Körper rausgeholt, das hallt schon noch nach.“ Dennoch sei der Armenier auch gegen Gütersloh wieder ein Kandidat für die erste Elf. Dafür muss Sbonias jedoch auf seinen Torjäger Malek El Mala verzichten. Der Stürmer musste in Oberhausen bereits vorzeitig ausgewechselt werden. „Das ist eine Muskelverletzung nach einem Schlag“, berichtete Sbonias, „für das Wochenende kann man auf jeden Fall sagen, dass er ausfällt. Danach muss man schauen, wie es für nächste Woche aussieht.“
Weitere Kaderlücke geschlossen
Derweil hat die U21 deutlich nach dem Ende der Transferperiode noch eine Lücke im Kader geschlossen. Der zuletzt vertragslose Gavin Didzilatis kehrt ans Geißbockheim zurück. Der 23-Jährige unterzeichnete einen Vertrag bis zum Saisonende und komplettiert damit das Torhüter-Team. Der gebürtige Uelzener gehörte bereits in der Saison 2022/23 zum Kader der U21, absolvierte seinerzeit allerdings nur drei Einsätze. Didzilatis wechselte im Sommer 2023 zum VfB Lübeck, wo sein Vertrag nach der vergangenen Saison auslief. „Ich habe mich damals schon sehr wohlgefühlt und der Verein und die Stadt passen einfach sehr gut zu mir“, sagte der Torhüter bei seiner Unterschrift, „ich habe noch viele Freunde hier in Köln und möchte der Mannschaft mit meinen Qualitäten und meinen Erfahrungen der letzten Jahre weiterhelfen.“
Lukas Berg, technischer Direktor, äußerte: „Im Laufe des Saisonstarts sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es unserer Torwartgruppe in der U21 guttut, personell nochmal nachzulegen. Mit Gavin stößt ein Torwart zu uns, der uns sowohl durch seine Qualität als auch durch seine Mentalität absolut bereichert.“
Kwasniok bestätigt: Marius Bülter fällt für das Stuttgart-Spiel aus
Simon Bartsch
Der FC wird wohl auf einen Angreifer gegen den VfB verzichten müssen. Dabei handelt es sich aber offenbar nicht um Luca Waldschmidt, sondern um einen anderen angeschlagenen Spieler des 1. FC Köln: Marius Bülter wird dem FC gegen Stuttgart fehlen.
Eigentlich sah es so aus, dass es reichen würde, doch nun herrscht Gewissheit beim 1. FC Köln: Marius Bülter wird dem FC gegen Stuttgart fehlen. Dafür könnte es zum Einsatz von Luca Waldschmidt kommen.
Marius Bülter lief in der Vorbereitung als Kapitän des 1. FC Köln auf
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Noch am Dienstag standen die Chancen gut, dass Marius Bülter rechtzeitig für die Begegnung gegen den VfB Stuttgart am Sonntag fit werden würde. Der Stürmer hatte im Spiel gegen Leipzig einen Pferdekuss abbekommen, war zur Halbzeit ausgewechselt worden. Bei einem Termin am Dienstag erklärte Bülter aber, dass es wohl bis zum Sonntag reichen würde. Dafür machte man sich unter der Woche eher Sorgen um Luca Waldschmidt. Der Offensivspieler war am Mittwoch bei der Trainingseinheit umgeknickt und hat sich am Sprunggelenk verletzt. Zwar liegt keine strukturelle Verletzung vor, der Einsatz gegen den VfB schien aber ein wenig früh zu kommen.
Bülter fällt aus
Nun sieht es aber anders aus. „Luca hat heute mit einem Tape mit trainiert. Das sah gut aus. Mal schauen, wie der Fuß reagiert“, sagte Kwasniok. „Bei Bülti sieht es nicht gut aus. Er hat eine Achillessehnen-Reizung, die sich als hartnäckiger herausgestellt hat, als wir uns das erwünscht haben. Aber das gehört zum Fußball dazu. Er hat es versucht, aber er hat sich nicht wohl gefühlt und es hat reagiert.“ Laut dem Coach habe es „keinen Sinn“ gemacht. „Wir hoffen, dass er nächste Woche wieder zur Verfügung steht.“ Ob Waldschmidt ein Kandidat für die Startelf stehen kann, ist offen. Vielleicht also eine Option für Ragnar Ache, der bislang nicht über die Rolle des Jokers hinausgekommen ist. „Oder für Linton Maina. Oder für Said El Mala. Wir haben die Qual der Wahl, das ist doch das Schöne. Darum geht es im Mannschaftssport“, sagte Kwasniok.
Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass Ache durch „mehr die Möglichkeit von Beginn an bekommt.“ So habe der Stürmer gegen Regensburg und Wolfsburg seine Qualität bereits unter Beweis gestellt. So wie andere Spieler aber auch. „Lasst euch überraschen“, betonte Kwasniok.
Stuttgart als Fingerzeig: Wo ordnet sich der 1. FC Köln ein?
Hendrik Broschart
Am vergangenen Spieltag kassierten die Geißböcke gegen Leipzig ihre erste Saisonniederlage. Dennoch kann man der anstehenden Begegnung gegen die Schwaben mit Zuversicht entgegenblicken beim 1. FC Köln: Zeigt sich ein erster Trend der Saison?
Nach der 1:3-Niederlage in Sachsen müssen die Domstädter nun erneut gegen einen starken Gegner antreten. Am Sonntag treffen die Kölner auf den VfB Stuttgart, der dank des 2:0-Erfolgs eine frühe Krise vorerst abwenden konnte. Dennoch gibt es Hoffnung beim 1. FC Köln: Zeigt sich ein erster Trend der Saison?
Am Sonntag steht für die Kölner das Heimspiel gegen VfB Stuttgart an (Foto: Herbert Bucco)
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„Wir sind Underdog und in dieser Rolle fühlen wir uns wohl“, sagte FC-Coach Kwasniok auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen Leipzig in der vergangenen Woche. Zuvor waren die Geißböcke bereits gegen die Europapokal-Teilnehmer Mainz und Freiburg sowie gegen Wolfsburg nicht als Favoriten ins Spiel gegangen und hatten sieben Punkte geholt. Die Kölner sorgten damit im Vorfeld der RB-Partie aber auch für den Gedankengang, dass die Rolle des Underdogs aber auch in Sachsen eine erfolgreiche werden könne. Gegen Leipzig kassierten sie allerdings am vergangenen Spieltag die erste Saisonniederlage. Die Roten Bullen von Trainer Ole Werner agierten zu schnell, zu technisch versiert und in vielen Phasen zu dominant für die Kwasniok-Elf und siegten am Ende verdient mit 3:1, auch wenn der FC ordentlich mitspielte. Doch der Favorit setzte sich dann doch erwartungsgemäß durch.
Stuttgart mit Startschwierigkeiten
Am Sonntag hat Köln nun aber die Chance, mit einem Erfolg im eigenen Stadion die Pleite abzuschütteln. Die Geißböcke gehen dabei wie auch schon am abgelaufenen Spieltag als Außenseiter ins kommende Heimspiel – doch diesmal sind die Vorzeichen weniger eindeutig. Der VfB Stuttgart hat mit bislang fünf Treffern die geringste Anzahl aller Teams der oberen Tabellenhälfte erzielt. An Offensivaktionen mangelt es den Schwaben dabei keineswegs, denn mit 62 Torschüssen stellen sie den zweithöchsten Wert der Bundesliga auf. Das eigentliche Problem liegt aus Sicht des VfB also weniger in der Anzahl der Chancen als vielmehr in ihrer Verwertung dieser. Auch auswärts läuft es noch nicht rund: Beide bisherigen Auswärtsspiele gingen verloren.
Beim jüngsten Erfolg der Schwaben über St. Pauli sendeten die Europapokal-Teilnehmer dann ein klares Signal. Eine Niederlage gegen die Hamburger hätte den ohnehin schwierigen Saisonstart noch verschärft. Die Lücke zwischen Anspruch und Realität beim VfB Stuttgart klafft seit dem letzten Spieltag wieder weit weniger auseinander. Sportdirektor Fabian Wohlgemuth sagte dazu: „Nach 14 Jahren Abwesenheit waren wir in der vergangenen Saison zum ersten Mal wieder in der Champions League dabei. Dort konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln. Wertvoll auch deshalb, weil wir den Großteil der Mannschaft und ihre Struktur zusammenhalten konnten. Wir haben ein junges, sehr erfolgsorientiertes Team und die Ambition, in der Europa League mehr zu sein als nur dabei.“
Kwasniok: „Nicht in Ordnung, wenn wir uns etwas in die Tasche lügen“
Gegen den FC St. Pauli wirkte der VfB wie entfesselt. Die Offensive zeigte sich treffsicher, während die Defensive mit Jeff Chabot, dem Nachwuchstalent Finn Jeltsch und Torhüter Alexander Nübel die Angriffe der Hanseaten erfolgreich abwehrte. Trainer Sebastian Hoeneß setzt dabei konsequent auf Kontrolle. Seine Mannschaft weist aktuell den höchsten Ballbesitzanteil der Bundesliga auf, der mit den Werten von Bayern München und Borussia Dortmund vergleichbar ist. Dennoch gilt aus Kölner Sicht wohl festzuhalten: Im Unterschied zur klaren Konstellation beim Duell mit Leipzig wirkt die Ausgangslage gegen Stuttgart offener. Schließlich hatten es die Geißböcke in dieser Saison schon in den Duellen gegen Mainz und Freiburg mit zwei Gegnern zu tun, die europäisch spielen – zumindest das Team aus dem Breisgau ist qualitativ ähnlich einzuschätzen wie der VfB.
Das Spiel könnte also auch als eine Art Fingerzeig empfunden werden, ob der FC in dieser Spielzeit tatsächlich die Qualität mitbringt, auch Gegner eben aus jener Kategorie ärgern zu können. Nach den Eindrücken aus dem bisherigen Saisonverlauf liegt ein Heimerfolg durchaus im Bereich des Möglichen. Insbesondere dann, wenn es den Kölnern gelingt, ihre Stärken auf den Platz zu bringen: „Wir sind gut und erfolgreich gestartet, aber ich finde es nicht in Ordnung, wenn wir uns etwas in die Tasche lügen. Wir haben eine gute Energie, einen unfassbar guten Geist, ein tolles Herz, eine Aufopferungsbereitschaft – aber im Spiel mit dem Ball ist schon noch Luft nach oben“, erklärte Kwasniok schon im Vorfeld der Partie gegen Leipzig.
Ein Fingerzeig?
Für die Geißböcke bedeutet das Heimspiel am Sonntag (17.30 Uhr, abrufbar im Liveticker über come-on-fc.com) eine weitere Möglichkeit, mit genau diesen Tugenden zu überzeugen und gegen einen Gegner, der auf dem Papier überlegen scheint, erneut für eine Überraschung zu sorgen. Möglicherweise ein Fingerzeig, ob der FC in dieser Saison tatsächlich Richtung Überraschungsteam oder dann doch mittelfristig Richtung Abstiegskampf tendiert. Dass sie das Potenzial dafür besitzen, haben die Kölner in dieser Saison bereits mehrmals eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Der 1. FC Köln spielt auch gegen eine beängstigende Heimserie
Simon Bartsch
Am 5. Spieltag der Bundesliga steht für die Kölner dann auch das zweite Heimspiel auf dem Programm. Das ist am Sonntagabend aber nicht unbedingt ein Vorteil für den 1. FC Köln: Heimfluch gegen den VfB Stuttgart?
Als einziges Team der Liga haben die Geißböcke erst ein Heimspiel auf der Uhr. Nun steht das zweite auf dem Programm, doch rein nach der Statistik ist das kein Vorteil für den 1. FC Köln: Heimfluch gegen den VfB Stuttgart?
Für den 1. FC Köln gab es in den vergangenen Jahren im eigenen Stadion gegen den VfB nur selten etwas zu holen
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Auch wenn die Aussichten sicherlich nicht die besten waren, waren die Hoffnungen beim FC doch große. Zumindest in der Theorie bestand am letzten Spieltag der Saison 21/22 die Chance, dass es der FC sogar in die Europa-League schaffen würde. Dort hätten sich die Geißböcke mit internationalen Schwergewichten messen können, etwa ein Wiedersehen mit dem FC Arsenal. Dass es dazu nicht kam, lag an den Ergebnissen auf den fremden Plätzen, aber ganz sicher auch an den Kölnern selbst. Die standen am finalen Spieltag der Saison dem VfB Stuttgart gegenüber. Gegen den Abstiegskandidaten musste der FC gewinnen, um die Chance am leben zu lassen. Bis in die Schlussphase schien das möglich. Es stand 1:1, ehe Wataru Endo einnickte und den VfB so sogar noch aus der Schlinge des Relegationsspiels befreite.
Ein Heimsieg in 25 Jahren
Letzten Endes hatte die Konkurrenz ohnehin nicht mitgespielt, der FC zog bekanntlich dennoch in die Conference League ein. Mittlerweile hat der FC eine Zwischenrunde 2. Bundesliga und die Schwaben eine Vizemeisterschaft sowie den Ausflug in die Königsklasse hinter sich gebracht. Am Sonntag stehen sich die Teams bereits zum 107. Mal in einem Pflichtspiel gegenüber. Die Bilanz spricht knapp für den FC. Die Kölner gewannen 41 dieser Begegnungen, Stuttgart 38 – man kann also insgesamt doch von einem ziemlich ausgeglichenen Duell sprechen. Doch der Schein trügt. Denn die Geißböcke müssen am Sonntag auch gegen eine erschreckende Bilanz spielen.
Denn die Kölner tun sich vor allem im eigenen Stadion überraschend schwer gegen die Stuttgarter. Seit einem 3:2-Erfolg vor ziemlich genau 25 Jahren hat der FC noch genau ein Heimspiel gegen den VfB gewonnen. Das im Dezember 2021 als Anthony Modeste Köln mit einem Tor kurz vor Spielende noch Richtung Erfolgs-Ziellinie stieß. Der FC setzte sich knapp 1:0 durch. Dafür kassierten die Kölner in den 14 Begegnungen aber insgesamt acht Niederlagen. Besonders bitter auch das 1:5 im Februar 2010, als alleine Cacau den Kölnern vier Dinger einschenkte. Im gleichen Jahr beendete Sebastian Hoeneß seine aktive Spielerkarriere. Seitdem trat er sechs Mal als Trainer gegen Köln an. Und auch die Bilanz ist nicht die beste. Gegen den FC hat Hoeneß als Coach noch nie verloren (fünf Erfolge, ein Unentschieden).
Es wird also Zeit, dass der FC den richtigen Schlüssel findet und Hoeneß gleichzeitig zu einem Jubiläum verhilft. In der Bundesliga hat Hoenes 49 Spiele als Trainer verloren.
Leistungsträger, Nationalspieler, Bankdrücker – einige Ex-Kölner, komplett unterschiedliche Entwicklungen
Luca Kaiser
Im aktuellen Kader des VfB Stuttgart befinden sich gleich mehrere ehemalige FC-Profis. Doch nicht für alle gab es eine positive Entwicklung nach dem Weggang vom 1. FC Köln: So haben sich die Ex-Kölner beim VfB entwickelt.
Am Abend spielt Stuttgart in der Europa League. Dabei werden wohl auch Spieler sein, die noch vor wenigen Monaten oder Jahren den Geißbock auf der Brust trugen. Doch nicht für alle ist es rund gelaufen seit dem Weggang vom 1. FC Köln: So haben sich die Ex-Kölner beim VfB entwickelt
Jeff Chabot mit dem Pokal im VfB Stuttgart Trikot (Foto: Stuart Franklin / Getty Images)
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Ob sich Justin Diehl auf eine Rückkehr ins Kölner Stadion gefreut hätte oder besonders ehrgeizig wäre, ist nicht bekannt. Die Frage wird am Sonntag auch nicht beantwortet werden. Denn zumindest als Spieler wird es für das ehemalige Kölner Talent nichts mit dem Duell bei seinem Heimatclub. Der Offensivspieler ist aktuell verletzt und fällt aus. Auch ohne Verletzung ist nicht klar, ob es gereicht hätte. Denn bei dem Ex-Kölner läuft es bislang alles andere als rund. Das sieht bei anderen Ex-Kölnern, die mittlerweile den roten Brustring tragen, anders aus. Eine Übersicht.
Schwerer Stand in Stuttgart
Justin Diehl: Der Youngster galt lange Zeit als eines der vielversprechendsten Talente des FC. Nachdem der Offensivspieler seit 2011 diverse Jugendmannschaften durchlaufen und auch gute Leistungen in der U19 gezeigt hatte, feierte der Rechtsfuß in der Saison 22/23 sein Profi- und Bundesligadebüt. In der darauffolgenden Saison kam Diehl dann überwiegend in der U21 zum Einsatz und machte mit zwölf Treffern und neun Vorlagen in 19 Spielen auf sich aufmerksam. In der Hinrunde dieser Spielzeit sammelte Diehl kein weiteres Spiel für die Profis, da er seinen Vertrag in Köln nicht verlängern wollte und Ex-Trainer Steffen Baumgart dadurch den Fokus auf andere Spieler legte. Nach dem Trainerwechsel zu Timo Schultz ändert sich die Situation – vielleicht auch, um den Youngster zum Verbleib zu bewegen. So kam Diehl in den ersten acht Spielen unter Schultz sechsmal zum Einsatz und feierte ausgerechnet gegen Stuttgart sein Startelfdebüt im Profibereich. Schon damals gab es konkrete Wechselgedanken.
Allerdings verletzte sich der talentierte Offensivspieler im Laufe der Rückrunde und wurde daher lediglich noch in einer Partie eingewechselt. Im Sommer 2024 zog es Diehl dann ablösefrei zum VfB. Nachdem der gebürtige Kölner die komplette Vorbereitung absolviert und direkt zum Bundeslig-Auftakt der Saison 24/25 sein Bundesligadebüt für Stuttgart gefeiert hatte, war die restliche Saison von Verletzungen geprägt. Immer wieder fehlte Diehl aus medizinischen Gründen und verbuchte daher am Ende der vergangenen Saison lediglich neun Spiele für die erste und sieben Spiele für die zweite Mannschaft der Schwaben. In der aktuellen Saison blickt Diehl bislang auf lediglich einen Einsatz für die U23 der Schwaben in der dritten Liga zurück und fällt aktuell wegen einer Muskelverletzung aus. Daher wird der Offensivspieler auch in Köln nicht zum Kader von Stuttgart gehören.
International umworben
Jeff Chabot: Der wuchtige Abwehrspieler wechselte im Januar 2022 zunächst in Leihe in die Domstadt. In dieser Zeit zeigte Chabot sehr anspruchsvolle Leistungen und entwickelte sich zum unangefochtenen Stammspieler im Kader der Kölner. Aufgrund der positiven Entwicklung des Verteidigers verpflichteten die Verantwortlichen des FC Chabot im Sommer 2023 für 2,5 Millionen Euro fest von Sampdoria Genua. Auch in der Saison 23/24, in der der FC am Ende den Gang in die zweite Liga antreten musste, gehörte der Linksfuß zu den besseren Kölner Profis, stand in 32 Ligaspielen in der Startelf und verpasste die anderen beiden Partien nur aufgrund einer Sperre. Die Leistungen von Chabot blieben auch anderen Vereinen nicht verborgen. Am Ende entschied sich der Verteidiger für einen Wechsel zum VfB Stuttgart, der zum damaligen Zeitpunkt ein Champions-League-Teilnehmer war. Für die Dienste des 27-Jährigen zahlten die Schwaben vier Millionen Euro, was man aus heutiger Sicht als echtes Schnäppchen bezeichnen kann.
In seiner ersten Saison beim VfB etablierte sich Chabot als Stammspieler, absolvierte 45 Pflichtspiele, in denen er drei Treffer erzielte und einen weiteren vorbereitete. Chabot gewann mit 65,2 Prozent die zweitmeisten Zweikämpfe der ganzen Liga. Insbesondere seine Leistungen in der Champions League sorgten dafür, dass neben den saudischen Erstligisten Al Nassr und Neom SC auch Juventus Turin Interesse am gebürtigen Hanauer gehabt haben soll. Auch in dieser Spielzeit bleibt Chabot bislang ein wichtiger Teil des Teams. Nach zwei Startelfeinsätzen gegen den FC Bayern München im Supercup und zum Auftakt der Bundesliga bei Union Berlin verpasste Chabot die erste Runde des DFB-Pokals sowie das Ligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach aufgrund von Adduktorenbeschwerden. Nach der Länderspielpause kehrte der Abwehrmann zurück und absolvierte die vergangenen beiden Spiele gegen Freiburg und St. Pauli über die volle Spielzeit.
Ergänzungsspieler
Nikolas Nartey: Der Däne wechselte im Januar 2017 aus Kopenhagen in die Jugend des FC. Damals kam der Mittelfeldspieler viermal für die U21 zum Einsatz. In der Saison 17/18 pendelte der Mittelfeldspieler immer wieder zwischen U19 und U21, feierte jedoch auch sein Debüt bei den Profis. Nach zweieinhalb Jahren in Köln wechselte Nartey im Sommer 2019 zum VfB Stuttgart. Die Schwaben verliehen den Dänen direkt nach Rostock weiter, wo der Rechtsfuß Erfahrung in der Dritten Liga sammelte. Ein Jahr später ging Nartey dann für ein Jahr nach Sandhausen. Bei den Schwarz-Weißen kam Nartey auf 24 Zweitligaspiele sowie zwei Einsätze im Pokal. Im Anschluss an die beiden Leihstationen kehrte der 25-Jährige zum VfB zurück, setzte sich da jedoch nie endgültig durch. So kommt der ehemalige dänische U-Nationalspieler seit 2021 nur auf 26 Einsätze für die Profis sowie acht Partien für die Reserve des amtierenden Pokalsiegers.
In der laufenden Saison stand Nartey in bislang allen Spielen im Kader und kam im Supercup gegen Bayern und in den Partien gegen Gladbach und St. Pauli zu drei Kurzeinsätzen. In der Europa League wurde der Däne nicht nominiert und darf somit gegen Celta Vigo nicht zum Kader der Schwaben gehören. Gegen den FC dürfte der 25-Jährige wieder zum Kader gehören. Ob er gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber zum Einsatz kommt, wird insbesondere vom Spielverlauf abhängen.
Über Umwege zur Nationalmannschaft
Chris Führich: Gebürtig aus Castrop-Rauxel wechselte der Offensivspieler im Sommer 2017 aus dem Nachwuchs von Rot-Weiß Oberhausen zum FC. Dem jungen Spieler wollte der Durchbruch bei den Geißböcken aber nicht gelingen. Am Ende standen drei Spiele in zwei Jahren auf der Uhr. Dafür aber zahlreiche Einsätze in der U21 des FC. Es folgte der Wechsel zu Borussia Dortmund II. In der Reserve der Westfalen erzielte Führich acht Tore und bereitete sechs weitere Treffer in 24 Spielen vor. Der nächste Karriereschritt erfolgte über eine Leihe zum SC Paderborn, die nach nur einem Jahr in eine feste Verpflichtung umgemünzt wurde. Auch bei den Ostwestfalen blieb Führich gefährlich, traf in 37 Spielen 14 Mal und legte acht weitere Tore auf.
Das rief den VfB Stuttgart auf den Plan. Die Schwaben überwiesen rund 2,5 Millionen Euro Richtung Paderborn. Und Führich startete recht schnell durch, wurde zu einem Leistungsträger im Vizemeisterschafts-Jahr, zudem Nationalspieler. Aktuell läuft es nicht mehr ganz so rund. Führich kommt zurzeit nicht über die Rolle des Ergänzungsspieler hinaus. Vier Kurzeinsätze stehen in der Liga zu Buche. Nur im DFB-Pokal stand er in der Startelf. Aktuell steht erst eine Vorarbeit auf dem Konto.
Update beim 1. FC Köln: Bülter wieder im Training, Waldschmidt fehlt
Simon Bartsch
Die Szenen am Mittwoch ließen Schlimmeres erahnen, doch offenbar ist die Verletzung nicht so schlimm wie befürchtet. Ein anderer Angreifer meldete sich zurück beim 1. FC Köln: Marius Bülter zurück, Luca Waldschmidt noch nicht.
Zumindest leicht entspannt sich die Personaldecke in der angeschlagenen Offensive des 1. FC Köln: Marius Bülter ist wieder zurück im Training der Geißböcke, Luca Waldschmidt allerdings noch nicht. Wie lange der Offensivspieler ausfällt, ist noch unklar.
Marius Bülter im Training des 1. FC Köln
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Eigentlich war für Donnerstag eine öffentliche Einheit anberaumt, doch FC-Trainer Lukas KWasniok änderte kurzfristig seine Pläne. Der FC trainierte schon am Donnerstag hinter verschlossenen Türen. Das hat aber sicherlich nichts mit dem Verletztenstand bei den Geißböcken zu tun. Der FC sorgte sich zuletzt um seine Offensive. Marius Bülter hatte sich im Spiel gegen RB Leipzig einen Pferdekuss abgeholt, wurde zur Halbzeit ausgewechselt und konnte zu Beginn der Woche nicht trainieren. Am Mittwoch erwischte es dann Luca Waldschmidt. Der gebürtige Siegener war umgeknickt, hatte sich offenbar am Sprunggelenk verletzt und musste das Training dementsprechend abbrechen. Zumindest bei einem der beiden Spieler gibt es erst einmal eine Entwarnung.
Bülter wieder dabei, Waldschmidt fehlt
Denn Marius Bülter ging am Donnerstag mit der Mannschaft wieder aufs Feld. Der Angreifer hatte schon am Dienstag bekannt gegeben, dass er keine Probleme für die Begegnung gegen den VfB Stuttgart (Sonntag, 17:30 Uhr) sehe. Bülter wird also gegen den VfB wohl tatsächlich zur Verfügung stehen und wieder auf Torejagd gehen. Anders ist die Lage wohl bei Waldschmidt. Der Offensivspieler hat sich nach Informationen von come-on-fc.com zwar keine strukturelle Verletzung zugezogen, konnte am Donnerstag aber dennoch nicht mit der Mannschaft trainieren. Wie lange der ehemalige Nationalspieler noch ausfällt, ist noch offen. Allerdings bleiben auch nur noch zwei Einheiten bis zum Spiel am Sonntag. Wie schon am Mittwoch trainierte erneut U21-Stürmer Nilas Yacobi mit. Auch Safyan Toure war am Donnerstag dabei.
Der FC trifft am Sonntagnachmittag auf den VfB Stuttgart. Es ist das zweite Heimspiel der laufenden Saison. Die Kölner sind bislang das einzige Team, das erst einmal im eigenen Stadion angetreten ist. Bislang gehört Marius Bülter zu den absoluten Stammspielern bei den Kölnern.
Warum Eric Martel beim 1. FC Köln wieder Mr. Unverzichtbar ist
Hendrik Broschart
Ausgerechnet gegen seinen Ex-Club musste Eric Martel das erste Mal frühzeitig vom Platz. Dem Mittelfeldspieler drohte der Platzverweis. Einen adäquaten Ersatz gab es auf der Sechs für Martel ad hoc nicht beim 1. FC Köln: Eric Martel wird wieder Mr. Unverzichtbar.
Eric Martel stand am vergangenen Wochenende unmittelbar vor dem Platzverweis und wurde ausgewechselt. Nach dem Ausfall von Rav van den Berg setzte Lukas Kwasniok Tom Krauß als Linksverteidiger ein. Dieser Plan ging auf, führt eventuell jedoch zu neuen Problemen im Mittelfeld des 1. FC Köln: Eric Martel wird wieder Mr. Unverzichtbar.
Hatte gegen seinen Ausbildungsverein RB Leipzig einen schweren Stand: Eric Martel (Foto: Herbert Bucco)
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Viel hätte wohl nicht mehr gefehlt und das Spiel wäre mit einer Roten Karte zu Ende gegangen. Vielleicht hatte Eric Martel auch eine gehörige Portion Glück. Denn der Mittelfeldspieler hatte die Gelbe Karte schon lange gesehen, als er gleich zwei Mal im Mittelfeld gegen Leipziger Spieler foulte. Die Forderung von David Raum, nun auch die Ampelkarte zu zeigen, war Fehl am Platz, aber durchaus verständlich. Martel sah zwar nicht die dritte Gelb-Rote Karte seiner Karriere, das Spiel war aber dennoch frühzeitig für den 23-Jährigen beendet. Ausgerechnet im Spiel gegen seinen Ex-Club in Leipzig musste der Straubinger zum ersten Mal in dieser Spielzeit frühzeitig vom Platz. Lukas Kwasniok wollte natürlich keine Unterzahl riskieren, aber sicher auch keine Sperre seines Dauerläufers.
Eric Martel ist für den Trainer unverzichtbar
Schon vor der Saison hat der Trainer erklärt, dass Martel für ihn absolut gesetzt sei. Bis zum Leipzig-Spiel war der Sechser der einzige Feldspieler neben Jakub Kaminski, der immer auf dem Platz stand. Martel ist ein absoluter Leader in der Mannschaft, Vorbild in Sachen Wille, Kampfgeist und Leidenschaft. Martel geht dahin, wo es wehtut, scheut keinen Zweikampf. Und vielleicht tut sich daher auch genau an dieser Stelle so etwas wie eine kleine Sollbruchstelle in dem breiten Kader der Geißböcke auf. Denn zum 23-Jährigen fehlt im Grunde die Alternative. Am Samstag kam Denis Huseinbasic für den Mittelfeldspieler. Eine Rolle, die der Bosnier spielen kann. Doch der nominelle Ersatz kommt an die defensiven Qualitäten von Martel nicht heran. Der Bosnier scheint womöglich weniger geschaffen für intensive Zweikämpfe und die körperbetonten Duelle im Zentrum. Stattdessen bringt er seine Stärken im Spiel nach vorne ein, ist technisch versiert und mit einem feinen Fuß ausgestattet, aber die Rolle des Sechsers interpretiert er anders als Martel.
Mit Tom Krauß haben die Kölner im Sommer einen Backup verpflichtet. Dass der 24-Jährige die Position bekleiden kann, hat er in der vergangenen Saison beim VfL Bochum bewiesen. Doch ob Kwasniok seinen „Defensiv-Allrounder“ auf der Sechs sieht, ist eine andere Frage. Denn beim FC spielte der gebürtige Leipziger die Position noch nicht. Zudem muss der FC in den kommenden Wochen und Monaten auf zwei Defensivakteure verzichten. Während der dritte Kreuzbandriss binnen 18 Monaten für Luca Kilian einen herben langfristigen Rückschlag bedeutete, fiel auch Neuzugang Rav van den Berg nach dem Wolfsburgs-Spiel mittelfristig aus. Unter anderem diese Tatsache führte am vergangenen Wochenende zu einem durchaus überraschenden Personal-Experiment von Kwasniok. Beim Bundesligaspiel gegen RB Leipzig entschied dieser sich gegen eine positionsgetreue Kompensation von Van den Bergs Ausfall und verlegte stattdessen den gelernten Sechser Tom Krauss auf die linke Abwehrseite.
Ein gelungenes Experiment
Der Defensiv-Allrounder startete somit an der Seite von Timo Hübers in der Viererkette. Krauß war von dieser für ihn gänzlich neuen Position nicht überrumpelt: „Ich bin da sehr variabel, diese Position hatte ich auch noch nie gespielt. Ich bin froh, dass der Trainer mich aufstellt, und ich versuche, mein Bestes zu geben. Aber am Ende ist es nicht immer einfach, gegen Bakayoko zu verteidigen“, zeigte sich Krauß nach dem Spiel ehrlich. Gegen den pfeilschnellen Leipziger Flügelspieler Johan Bakayoko hatte der 24-Jährige alle Hände voll zu tun und machte seine Sache dennoch beachtlich. Auch Kwasniok zeigte mit dem Auftritt seines Schützlings zufrieden: „Tom hat es gegen Bakayoko herausragend gemacht, ihn wie erhofft auf seinen linken Fuß gelenkt mit seinem rechten. Aber dann macht Bakayoko Übersteiger und in der Box war es nicht einfach zu verteidigen.“ Unterm Strich ein gelungenes Experiment: „Ich war mit seiner Leistung echt absolut einverstanden.“
Auch, wenn der Trainer mit der Leistung einverstanden war, war die Defensive im Gesamtverbund nicht immer sattelfest. Gerade bei Standards hatten die Kölner in der Hintermannschaft einiges zu tun. In der vergangenen Saison gelang es dem 1. FC Köln, die damals wackelige und oft löchrige Defensive durch das Zurückziehen von Eric Martel in die Innenverteidigung deutlich zu stabilisieren. Diese Maßnahme erwies sich als effektiv, um auch gegen individuell stärkere und spielerisch überlegene Gegner standzuhalten. Solche Überlegungen könnten nun auch in die systemischen Gedankenspiele von Kwasniok einfließen. Der FC-Coach betont immer wieder, dass er keine feste Startelf hat, sondern seine Aufstellung an Spiel und Gegner anpasst. Es ist also gut möglich, dass er im kommenden Duell mit dem VfB Stuttgart die nächste Überraschung bereithält – idealerweise eine, die dabei hilft, die zweite Saisonniederlage zu verhindern.
Lukas Kwasniok hat zwar keine Stammelf, aber eine Stammacht
Simon Bartsch
FC-Trainer Lukas Kwasniok wird nicht müde zu betonen, dass er nicht auf eine Stammelf setzen, möglichst vielen Spielern Einsatzzeit geben wolle. Das tut er auch, 22 Profis kamen bereits zum Einsatz. Doch es gibt auch Akteure, auf die der Trainer vollends setzt. Das sind die Stammspieler des 1. FC Köln.
Zwar keine Stammelf, aber ein Pool an Spielern, die für die Anfangsformation in Frage kommen, hat Lukas Kwasniok angekündigt. Aber stimmt das? Das sind die Stammspieler des 1. FC Köln.
Die Spieler des 1. FC Köln beim Spiel gegen den SC Freiburg
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Fünf Pflichtspiele sind absolviert, die zweite Länderspielpause ist bereits näher als die vergangene alt ist und nach wie vor wird FC-Trainer Lukas Kwasniok nicht müde, zu betonen, dass es beim FC aktuell keine klassische Stammformation gäbe. „Es wird keine dauerhafte Stammelf geben, sondern immer nur eine Startelf, die sich je nach Bedarf und der persönlichen Verfassung einzelner Spieler verändert“, sagte der Trainer noch vor dem ersten Pflichtspiel. „Wir werden sehen, dass wir den gesamten Kader nutzen, weil jedes Spiel andere Herausforderungen mit sich bringt und andere Spielertypen gefragt sind.“ Nach diesem Motto lebt der Kölner Trainer in der Bundesliga wie kaum ein anderer. Bis auf Dominique Heintz kamen tatsächlich sämtliche Feldspieler bislang zum Einsatz (ausgenommen der Nachwuchshoffnungen wie Neo Telle sowie der Langzeitverletzten).
Es gibt eine Stammachse
Inklusive Pokalspiel hat Kwasniok in dieser Saison 22 Akteure bereits auf das Feld geschickt. Nur der Hamburger SV kommt auf mehr eingesetzte Spieler (23). 17 Spieler standen in den bisherigen fünf Pflichtspielen in den Anfangsformationen. Dabei wählte der Kölner Trainer auch jedes Mal eine andere taktische Formation. Mal Dreier-, mal Viererkette, mal Doppelspitze, mal Doppelsechs – anders als noch in der vergangenen Saison hält Kwasniok sein Wort und stellt die Mannschaft auf den jeweiligen Gegner anders ein und das auch meist mit einem anderen Personal. Dabei betont der Trainer auch, dass es durchaus vorkommen könne, dass er auch mal das gleiche Team wie in der Vorwoche auf den Platz schicke. Das kam in dieser Saison noch nicht vor.
Teile einer Stammelf haben sich dagegen schon mehr als deutlich herauskristallisiert. Zumindest hat Kwasniok – wie von ihm auch angekündigt – einige Stammkräfte, die offensichtlich eine Achse bilden. Mit Timo Hübers, Sebastian Sebulonsen, Eric Martel, Jakub Kaminski und Marius Bülter standen fünf Spieler bislang immer in der Anfangsformation. Marvin Schwäbe ist in der Liga ebenfalls gesetzt. Jan Thielmann kam im Pokalspiel gegen Regensburg als Joker und lief fortan ebenfalls von Beginn an auf. Isak Johannesson stand gegen Wolfsburg nicht in der Startelf, wohl auch aufgrund seiner Verletzung, die er in der Woche zuvor erlitten und aufgrund derer er nicht alle Trainingseinheiten absolviert hatte. Ansonsten kommt der Kölner Coach wohl auch an dem Isländer nicht vorbei. Aktuell wirkt es so, als habe Kwansiok also eine Starting-Acht.
Kwasniok setzt bislang auf drei Joker
Und die macht es der Konkurrenz – zumindest in Teilen – aktuell auch alles andere als einfach. An der Achse Schwäbe, Hübers, Martel, Johannesson, Bülter wird der Kölner Coach vorerst nicht rütteln. Auch Sebulonsen und Johannesson sind aktuell deutlich stärker als die direkten Konkurrenz. Jakub Kaminski hat gerade in den ersten Spielen bewiesen, warum der Trainer auf ihn setzt. Und so bleiben aktuell tatsächlich nur wenige klar umkämpfte Positionen. So haben es Spieler wie Dominique Heintz (ohne Einsatz), Jusuf Gazibegovic, vielleicht auch Denis Huseinbasic erst einmal schwer. Nach den ersten Spielen zeichnen sich auch Akteure ab, die der Kölner Trainer als klare Joker sieht. Said El Mala und Ragnar Ache wurden in allen fünf Spielen eingewechselt, Florian Kainz in vier Begegnungen. Eine neue Rolle für den Ex-Kapitän der Geißböcke.