Erstaunlich schwache Leistung: Das Testspiel des 1. FC Köln nutzt kein Profi als Bewerbung
Simon Bartsch
Überschattet wurde die Begegnung bei der Viktoria von der schweren Verletzung von Thijs Dallinga. Einen weiteren bleibenden Eindruck konnte kein Spieler des 1. FC Köln so wirklich hinterlassen. Ein Klassenunterschied war nicht zu sehen. Dementsprechend konnte auch kein Spieler das Duell als Bewerbung nutzen.
Ron-Robert Zieler brachte es nach dem Spiel wohl auf den Punkt. Man solle die Kirche nach dem Spiel im Dorf lassen. Tatsächlich braucht man die Begegnung gegen den Drittligisten nicht überbewerten, immerhin fehlten viele Spieler. Doch nutzte auch kein Spieler die Chance, um sich in den Fokus des Trainers zu spielen.
Ellyes Skhiri und Jan Thielmann im Duell gegen Viktoria Köln
Am Ende war es Marius Bülter, der dem FC eine Niederlage im Testspiel gegen Viktoria Köln ersparte. So traf der Offensivspieler zum späten 2:2 und verhalf dem FC zu einem besonders glücklichen Remis. Das Unentschieden wird angesichts der schweren Verletzung von Thijs Dallinga und den Muskelbeschwerden von Ragnar Ache sehr schnell in Vergessenheit geraten. Denn René Wagner wird sich nun wohl schneller seine Gedanken um das Derby machen müssen, als zunächst angenommen. Es braucht Alternativen, die es eigentlich im Kader nicht gibt. Eigentlich hatte sich Wagner von dem Test gegen die Viktoria sicherlich auch Erkenntnisse versprochen.
Zwar bahnt sich bei dem Kölner Coach so etwas wie eine erste Elf an, aber Wagner hat noch mehr Spieler im Blick. „Im Idealfall ist klar, dass jene elf Akteure am Wochenende spielen, die in dem Moment die elf besten Spieler sind und die beste Leistung zeigen. Und die Spieler 12 bis 16 sind gleichzeitig so knapp dran, dass sie von der Bank kommen, Gas geben und Impact haben“, sagte der Coach gegenüber come-on-fc.com.
Von den Spielern eins bis elf befinden sich aktuell fünf auf Länderspielreise. Inklusive dem verletzten Alessio Castro-Montes fehlen Wagner also ein halbes Dutzend Stammspieler. Dementsprechend sollte der Test gegen den Stadtrivalen durchaus auch eine Art Bewerbung für die Spieler sein, die ein wenig hinten dran sind. Nur hat sich bei den Geißböcken am Samstagnachmittag kein Spieler so richtig in den Vordergrund gespielt. Stockfehler, Fehlpässe, Schwierigkeiten im Spielaufbau, dazu Wackler in der Defensive. Sicher ist: Das Team, das im Sportpark Höhenberg gegen die Viktoria auflief, wird so sicher nicht nochmal auflaufen – zumindest nicht in einem Pflichtspiel. Den stärksten Eindruck hinterließ noch Sebastian Sebulonsen, der das Eigentor des Gegners mit einer starken Hereingabe provozierte und immer wieder den Weg in die Offensive suchte. Das Problem: Sebulonsen ist für kommenden Sonntag wohl gegen Gladbach ohnehin gesetzt.
Wirklich viel wird in der Hintermannschaft der Geißböcke ohnehin nicht passieren. Die Viererkette stellt sich unter Wagner von selbst auf, das gleiche gilt für das defensive Mittelfeld um Ellyes Skhiri, der ebenfalls hinter seinen Erwartungen blieb, sowie Tom Krauß. Bis zu den Verletzungen der beiden Mittelstürmer war wohl die eine Position der Offensivkette neben Mikey Moore und Said El Mala nicht gänzlich vergeben. Mit Bülter, Jan Thielmann und Luca Waldschmidt lieferten sich gleich drei Offensivkräfte zuletzt ein Battle mit Linton Maina. Trotz des Treffers von Bülter hat sich keiner der Spieler wirklich aufgedrängt. Auch Maina erwischte nicht gerade seinen besten Tag. Immerhin erhielten auch die U21-Spieler ihre Chance. Den besten Eindruck hinterließ wohl Assad Kotya-Fofana. Der Innenverteidiger stand in der Startelf, hatte zu Beginn noch ein paar Wackler, spielte dann aber seinen Stiefel souverän runter. Die großen Erkenntnisse wird Wagner nicht gewonnen haben.
Aktuell wird sich der Trainer wohl auch eher mit möglichen Alternativen für das Sturmduo auseinandersetzen. Das wird schwer genug.
Aussortiert, zurückgekämpft und wieder aussortiert? Imad Rondics kurzes Comeback beim 1. FC Köln
Redaktion
Vom Verzicht ins Bundesliga-Aufgebot: Imad Rondic hat sich beim 1. FC Köln mit harter Arbeit zurückgekämpft. Ob daraus mehr wird als eine kurze Episode, ist offen. Wie geht es weiter mit Imad Rondic beim 1. FC Köln?
Ob dieser überraschende Auftritt tatsächlich der Beginn von mehr war oder am Ende doch nur eine Momentaufnahme bleibt, zeigt sich erst im Rückblick auf die Geschichte, die zu diesem Comeback geführt hat.
Die Ansage zu Beginn der Vorbereitung war eigentlich eindeutig. Imad Rondic sollte nicht mehr am Training der Profis teilnehmen. Der Grund lag in seiner sportlichen Bilanz seit seinem Wechsel: Rondic war im Februar 2025 am letzten Tag der Wintertransferperiode nach Köln gekommen, ausgestattet mit einem langfristigen Arbeitspapier. Der erhoffte Durchbruch blieb jedoch aus. In neun Einsätzen gelang dem Bosnier lediglich ein Treffer, ein Billardtor gegen den SC Paderborn. Es folgten Leihstationen in die Extraklasa und in die zweite Bundesliga. Doch auch dort fehlte es dem Angreifer an Konstanz und Torgefahr.
Als sich im Sommer kein neuer Abnehmer fand, blieb Rondic zunächst ohne Perspektive in Köln, während der FC auf der Suche nach einer Alternative für den Kader war. Die wurde bekanntlich nicht gefunden. Und am Tag nach dem Deadline Day warteten die Geißböcke mit der Überraschung auf: Imad Rondic sollte wieder eine Chance bei den Profis bekommen. „Imad hat uns in den vergangenen Wochen in einer für ihn nicht einfachen Situation jeden Tag gezeigt, mit welcher Haltung und welchem Engagement er seine Aufgaben angeht. Im individuellen Training mit Kevin McKenna hat er sehr professionell gearbeitet und mit seinen Leistungen deutlich gemacht, dass er es verdient hat, wieder vollständig in den Trainingsbetrieb unserer Lizenzmannschaft zurückzukehren“, sagte Thomas Kessler unlängst. Eine nicht abzusehende Entwicklung, denn Rondic hatte bei keiner seiner letzten Stationen überzeugen können. Nun durfte er sich bei den Profis wieder beweisen.
Verletzungssorgen öffneten die Tür für Stuttgart
Was folgte, beschrieb Wagner kürzlich als bemerkenswerte Trainingsleistung. Rondic habe sich in dieser Zeit „den Arsch aufgerissen“, so der Trainer. Diese Einstellung zahlte sich überraschend aus: Beim 1:4 in Stuttgart vor rund zwei Wochen stand der 27-Jährige plötzlich wieder im Kader und wurde in der Schlussphase für Tom Krauß eingewechselt. Viel Zeit, sich zu beweisen, blieb ihm nicht. So verfing bei dem Kurzeinsatz gegen die Schwaben lediglich ein unglücklicher Eindruck. Bei einem Kopfballversuch nach einem Einwurf verschätzte sich Rondic, der Ball landete bei Josha Vagnoman, der aus 18 Metern zum Endstand traf.
Dass Rondic überhaupt zum Zuge kam, hing eng mit der angespannten Personallage im Kölner Angriff zusammen. Mit Said El Mala, Thijs Dallinga und Luca Waldschmidt fehlten dem FC gleich drei Offensivkräfte. Gegen Werder Bremen reichte es für Rondic dann bereits nicht mehr für einen Platz im Spieltagskader, zu stark war die Konkurrenz durch Dallinga und Ragnar Ache. Doch Wagner machte deutlich, es könnte nicht der letzte Auftritt des Bosniers in dieser Saison gewesen sein: „Er ist der Spieler, bei dem wir uns alle gefreut haben, dass er letzte Woche sein Bundesliga-Debüt feiern sollte. Aber er hat den klaren Anspruch, dass er bei uns im Training stattfinden sollte, um da Gas zu geben. Und wenn es mal passt, ist er dabei“, sagte Wagner noch vor einer Woche.
Die Sterne müssten demnach mehr als günstg stehe für den Bosnier, um auf für ihn zufriedenstellende Einsatzminuten in der Bundesliga zu kommen. Rondics Auftritt in Stuttgart war somit vielleicht nicht mehr als eine emotionale Nebelkerze, keine sportliche Trendwende. Ob aus dem kurzen Comeback mehr wird, hängt nicht nur von seinem Einsatz im Training ab, sondern vor allem davon, ob er auf dem Platz endlich die Torgefahr zeigt, die ihm in den vergangenen anderthalb Jahren gefehlt hat. Sicher ist, dass er angesichts der Konkurrenz aus Ragnar Ache und Neuzugang Thijs Dallinga auf der Mittelstürmerposition aller Voraussicht nach noch häufiger in dieser Spielzeit auf ein Sspielfreies Wochenende freuen darf. Ausgestattet mit einem attraktiven Arbeitspapier bis 2029 mit einem kolportierten Salär von knapp 700.000 Euro pro Jahr sollte nicht die schlechteste Gesamtkonstellation für den Offensivspieler sein.
Nach den Neuverpflichtungen: Wurde Jakub Kaminski beim 1. FC Köln adäquat ersetzt?
Simon Bartsch
Müsste man den Kreis der Erfolgsgaranten der vergangenen Saison beim FC auf zwei Personen eingrenzen, so wäre neben Said El Mala sicherlich Jakub Kaminski zu nennen. Der Pole war wohl die große Überraschung der vergangenen Spielzeit, sein Abschied schmerzhaft, aber folgerichtig für den 1. FC Köln: Wurde Jakub Kaminski überhaupt adäquat ersetzt?
Anthony Modeste, Jonas Hector, ja sogar Ellyes Skhiri – in der jüngeren Vergangenheit kämpften die Kölner immer wieder damit, das abgewanderte Leistungsträger nicht adäquat ersetzt wurden. In der vergangenen Spielzeit überzeugte vor allem Jakub Kaminski. Sein Weggang war verständlich, deswegen aber nicht weniger schmerzhaft. Nun stellt sich durchaus die Frage, ob es einen Ersatz für den Polen gibt.
Wer wird Nachfolger von Jakub Kaminski beim 1. FC Köln?
Wie schon eine Fußballfloskel sagt: „Verliebe dich nie in einen Leihspieler“. Wobei es bei Jakub Kamiński korrekterweise ja heißen muss: „Verliebe dich nie in einen Leihspieler, für den du zwar eine Kaufoption besitzt, die allerdings eine Ausstiegsklausel beinhaltet.“ Es war der Deal der Saison. Nur 5,5 Millionen Euro Ablöse für einen der besten Kicker der jüngeren FC-Vergangenheit. Die guten Leistungen blieben allerdings nicht unentdeckt. Benfica Lissabon machte Kaminski diese Transferperiode mit einer Ablöse von 17 Millionen Euro zum zweitteuersten Abgang der Vereinsgeschichte. Klar, ein Transferplus von 11,5 Millionen Euro ist ein absoluter Segen, nur stellt sich nach einem 63 Tage offenen Transfermarkt, der zehn neue FC-Spieler hervorgebracht hat, die Frage: Konnte man den Dauerbrenner der vergangenen Saison adäquat ersetzen?
Wie ersetzt man einen Allrounder?
Als Erstes ist natürlich zu klären, auf welcher Position man Kaminski überhaupt ersetzen musste. Ein Spieler, für den die Bezeichnung „Allrounder“ einst erfunden wurde. Egal ob auf den offensiven Außenbahnen, auf der 10, auf der 6 oder als Rechtsverteidiger, Kaminski kam in der vergangenen Saison auf fast jeder Position zum Einsatz. Am Ende hätte es überspitzt gesagt wohl auch keinen mehr überrascht, wenn er selbst Marvin Schwäbe im Tor ersetzt hätte. Dazu stand der laut Ex-Trainer Lukas Kwasniok beste Spieler des Kaders in jedem Pflichtspiel in der Startelf. 7 Tore und 5 Vorlagen konnte er dabei verbuchen. Einzig Saïd El Mala kam auf noch mehr Scorerpunkte. Problem nur, El Mala braucht man schon als El Mala. Er scheidet als Kaminski-Ersatz somit aus.
Ersatz aus den eigenen Reihen?
Könnte stattdessen ein anderer Spieler der Ersatz sein, der bereits in der vergangenen Saison das FC-Trikot getragen hat? Luca Waldschmidt – mit neun Scorern war er quantitativ nicht viel weniger erfolgreich als Kaminski und hat dafür auch noch zehn Spiele weniger gebraucht. Auch in der Vorbereitung hat sich abgezeichnet, dass Waldschmidt die offensive Mittelfeldrolle im 4-2-3-1 System übernehmen kann, bevor auch ihn muskuläre Probleme zunächst wieder zurückgeworfen haben. Bei Waldschmidt kommt einem aber auch ein Wort recht schnell in den Sinn: Inkonstanz. Über die fußballerischen Fähigkeiten des ehemaligen Nationalspielers sind sich wahrscheinlich alle einig. Zu selten konnte er diese aber über einen längeren Zeitraum auf den Platz bringen. Dazu kommt, dass Waldschmidt in seine bereits vierte Saison beim FC geht. Und jede Spielzeit aufs Neue schwingt die Hoffnung mit „Diesmal platzt der Knoten“.
Das Problem ist, der Knoten ist bisher noch nicht geplatzt. Und: Kaminski verfügte über eine beeindruckende Intensität. Die meisten Sprints beim FC, die meisten intensiven Läufe, viele Kilometer in den Beinen. Zwar kommt der Siegener nicht an das läuferische Volumen des Polen, aber auch Waldschmidt spult erstaunlich viele Kilometer ab. Ein Waldschmidt auf dem Niveau des Vorjahres-Kaminskis wäre ein Traumszenario. Alles nur darauf zu setzen wäre aber fahrlässig.
Ein Neuzugang als großes Versprechen
Linton Maina, Jan Thielmann – es gibt noch weitere Spieler, die offensiv Akzente setzen können – es in der jüngeren Vergangenheit zu selten und wenn, dann ohne Konstanz taten. Daher richtet sich der Blick eher auf die Neuzugänge. Alle Positionen, auf denen Kaminski zum Einsatz kam, wurden nachbesetzt. Als echter Ersatz ist am naheliegendsten aber natürlich der spät dazugestoßene Mikey Moore. Auch er gilt als Allrounder, kann offensiv alle Positionen besetzen. Und das Beste: Durch gleich zwei neue Außenverteidiger ist auch nicht davon auszugehen, dass Moore hinten aushelfen muss. In der vergangenen Saison ist Moore auf ähnliche Zahlen gekommen wie Kaminski. Doch es gibt auch hier ein aber: Man darf nicht vergessen, dass Moore erst 19 Jahre alt ist. Als Kaminski im vergangenen Sommer zum FC gestoßen ist, war dieser bereits ein gestandener Bundesligaprofi und Nationalspieler.
Und dennoch: Tottenham-Coach Roberto de Zerbi hat in den englischen Youngster in den bisherigen Pflichtspielen nicht ohne Grund immer eingesetzt. Wenn Moore also halten sollte, was sich alle versprechen, könnte der Name Kaminski bald vergessen sein. Nur ist Moore eben auch ein Leihspieler, sogar einer ohne Kaufoption. Und so stehen die Chancen nicht schlecht, dass man sich in genau einem Jahr wieder eine Frage stellen muss: Konnte man den Dauerbrenner der vergangenen Saison adäquat ersetzen?
Neuzugang Mikey Moore läuft für den FC mit der 47 auf. Said El Mala wechselte seine Rückennummer im Sommer von der 13 auf die Zehn.
Von wo wurde Moore verpflichtet?
Der FC hat Moore aktuell aus England von den Tottenham Hotspur ausgeliehen. In der Vorsaison spielte er auf Leihbasis in Schottland bei den Glasgow Rangers.
Von wo wurde El Mala verpflichtet?
Said El Mala wechselte im Sommer 2025 gemeinsam mit seinem Bruder Malek von Viktoria Köln zum FC.
Der Club der 100 Spiele wird dünner: Wer sind die neuen Identifikationsfiguren?
Tim Schmermbeck
Der sportliche Verlust von Florian Kainz, Dominique Heintz, Eric Martel und Denis Huseinbasic lässt sich, auch in Anbetracht der Neuzugänge, sicherlich verkraften. Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass der FC mit diesen Abgängen nicht nur reichlich an Erfahrung verliert, sondern auch Spieler, die tragende Säulen für den Verein waren. Wer wird die neue Identifikationsfigur beim 1. FC Köln?
Mit weit über 100 Pflichtspielen für den FC hat unter anderem Eric Martel die Kölner diesem Sommer verlassen. Auch weitere Lücken wurden gerissen. Doch wer füllt diese und wird zur neuen Identifikationsfigur der Geißböcke?
Nach dem Abgang von unter anderem Eric Martel sucht der FC eine neue Identifikationsfigur
Im aktuellen Kader befinden sich nur sechs Spieler, die seit mehr als drei Saisons ununterbrochen beim 1. FC Köln spielen. Das sind Jan Thielmann, Marvin Schwäbe, Timo Hübers, Linton Maina, Luca Waldschmidt und Matthias Köbbing. Letztgenannter ist zwar bei Mitspielern und Fans gleichermaßen beliebt und stellt sich wie kaum ein anderer jedes Jahr aufs Neue in den Dienst der Mannschaft, hat allerdings auch noch kein Pflichtspiel für den FC absolviert. Als richtige Identifikationsfigur scheidet er somit aus. Torwartkollege Marvin Schwäbe ist hingegen der Inbegriff von Identifikationsfigur und das nicht nur aufgrund seines Kapitänsamts.
Als Herausforderer von Urgestein Timo Horn hat er sich den Platz im Tor mit Leistung erobert. Hat auch gegenüber Jonas Urbig am Ende nicht den Kürzeren gezogen. Auch in den eher schwierigen Saisons hat man seine Leistung immer ausgeklammert, wenn es darum ging, die Schuldigen auszumachen: „An ihm lag es nicht“. Der Vertrag läuft allerdings im kommenden Sommer aus. In der zurückliegenden Transferperiode vernahm man auch vereinzelt Meldungen, der FC wäre auch bereit, Schwäbe bei einem guten Angebot abgeben zu wollen. Der Transfermarkt ist aber jetzt geschlossen, Marvin Schwäbe weiterhin die Nummer 1 im Kölner Tor und zumindest noch in der kommenden Saison eine Identifikationsfigur des FC.
Schwankende Leistungen
Thielmann, Maina und Waldschmidt teilen alle ein ähnliches Schicksal. Die Leistungen schwanken zwischen Genie und Wahnsinn. Von allen erhofft man sich Jahr für Jahr, dass der Knoten doch endlich platzen muss. Gerade Thielmann, Eigengewächs, Deutscher B-Jugend-Meister, Kabinen-DJ, wäre als Kölsche Identifikationsfigur prädestiniert. Man hat bei ihm aber eher das Gefühl, dass er den Status des ewigen Talents nicht mehr loswird. In keiner Saison hat er mehr als drei Tore geschossen. Auch bei ihm vernahm man, dass man ihm bei einem möglichen Wechsel keine Steine in den Weg gelegt hätte.
Timo Hübers schwere Verletzung war auch ein Grund, warum der FC in der vergangenen Saison ins Straucheln geraten ist. Der Mannschaft fehlte ihr Abwehrchef spürbar. Hübers Qualitäten als Führungsspieler und Identifikationsfigur sind unbestritten. Nicht umsonst hat er die Mannschaft eine Saison lang als Kapitän auf den Platz geführt. Trotzdem muss man sich, so weh es auch tut, fragen, ob Hübers nach der schweren Verletzung überhaupt noch einmal zu seinem alten Niveau zurückfinden, im schlimmsten Fall sogar, ob er überhaupt noch einmal spielen kann. Aber auch neben dem Platz ist Hübers eng mit der Mannschaft verbunden, ist mit ins Trainingslager gefahren und arbeitet kontinuierlich an seinem Comeback. Den Traum, ihn nochmal im FC-Trikot auf dem Platz zu sehen, teilt er mit den Fans.
Der Rückkehrer
Bei seiner Entscheidung, zum 1. FC Köln zurückzukehren, dürfte Ellyes Skhiri sicherlich auch der 27. Mai 2023 in Erinnerung gekommen sein. Beim emotionalen Abschied von Timo Horn und Jonas Hector wurde plötzlich auch er von den Fans zur Südkurve geordert und lautstark gefeiert. Flaco hatte sich das Standing in den vier Jahren im FC-Dress aber auch reichlich verdient. Nicht als Lautsprecher, sondern mit seinen Leistungen. Keiner ist so viel gelaufen wie er, Einsatzwille von der ersten bis zur letzten Minute und mit sieben Toren in seiner letzten Bundesligasaison war er plötzlich auch torgefährlich. Ihn nicht adäquat ersetzt bekommen zu haben, war auch einer der Gründe für den Abstieg in der darauffolgenden Saison.
Umso größer ist jetzt die Freude über seine Rückkehr. Auch wenn diese nicht allein auf seine sportliche Leistung in der jüngeren Vergangenheit zurückzuführen ist. Bei Eintracht Frankfurt war er in der letzten Saison eher als Rotationsspieler unterwegs, dazu hat er mit Tunesien eine WM zum Vergessen gespielt. Aber genau das macht ihn zu einem Topkandidaten als alte neue Identifikationsfigur. Der verlorene Sohn, der genau da zu alter Stärke findet, wo seine Karriere erst so richtig Fahrt genommen hat. Das ist genau das, was die Fans sehen wollen. Und spätestens, wenn er dann noch einmal ein Tor im Stil seines allerersten Bundesligators gegen Freiburg erzielt, ist er auch beim letzten Fan zurück im Herzen.
In diesen Herzen hat er bereits einen sehr großen Platz eingenommen. Und würde man unter FC-Fans eine Umfrage nach der größten Identifikationsfigur machen, fiele sein Name wohl am häufigsten – Saïd El Mala. Und dafür hat er nur eine Saison gebraucht. Wobei, wenn man ehrlich ist, haben seine ersten 44 Minuten dafür ausgereicht. So lange hat es nämlich gedauert, bis er sein erstes Tor für den FC erzielt hat. Und nicht nur irgendwie, sondern mit einem Strahl genau in den Knick. Eine Art von Tor, das wir nicht zum letzten Mal bestaunen durften. El Mala erfüllt die Sehnsucht, die FC-Fans seit Lukas Podolski hegen.
Einen Spieler in den eigenen Reihen zu sehen, der Dinge kann, die kaum ein anderer kann. Ein Spieler, der, wenn er am Ball ist, immer und aus jeder Situation ein Tor erzielen könnte. Ein Spieler, der einfach zu gut für diesen Verein ist, der dennoch dessen Trikot trägt. Und dass dieses Trikot jetzt die Nummer 10 ziert, ist kein Affront gegenüber Podolski, sondern im Gegenteil – die Bestätigung, dass dieser Spieler genau das mitbringt und auslöst, was einst Podolski ausmachte. An El Malas Rolle als Identifikationsfigur gibt es also keine Zweifel. Das Problem: Selbst die größten Optimisten müssen sich wohl eingestehen, dass dies die letzte Saison der neuen Nummer 10 in Köln sein wird. Aber bis dahin heißt es einfach: Genießen und bestaunen. Und wer weiß, vielleicht spielt sich ja schon in dieser Saison eine neue Identifikationsfigur in die Herzen der FC-Fans.
Skhiri spielte von 2019 bis 2023 für den FC und bestritt in dieser Zeit 118 Spiele für den Club. Zudem erzielte er 17 Tore unter anderem in der UEFA Conference League.
Der breite Kader bietet taktische Alternativen – sie müssen nun genutzt werden
Elias Schnaubelt
Für die deutschen Vereine schloss das Transferfenster am vergangenen Montag seine Pforten. Dem 1. FC Köln gelang auf der Zielgeraden noch ein Doppelschlag, wobei aus taktischer Sicht vor allem der Leihwechsel von Borna Sosa interessant ist. Das könnten die Transfers für die Spielidee des 1. FC Köln bedeuten.
Die Sommertransferphase ist beendet, nun können alle Beteiligten erstmal wieder durchatmen. Thomas Kessler hat wahrlich für viel Bewegung im Kader gesorgt. Dabei stehen unter dem Strich deutlich mehr einflussreiche Zugänge als Abgänge, woraus sich laut transfermarkt.de ein Transferminus von 7,65 Millionen Euro speist. Doch weiß auch Kessler, dass nur geerntet werden kann, was zunächst gesät wird. Und der 40-Jährige hat für mehr als nur Tiefe im Kader der Kölner gesorgt. Vielmehr gibt er René Wagner das Rüstzeug für taktische Flexibilität an die Hand.
René Wagner beim Spiel des 1. FC Köln gegen Werder Bremen
Den wohl eindeutigsten Beweis für diese Vermutung liefert der Deadline-Day-Transfer von Borna Sosa. Wer den Spieler noch aus seiner Zeit beim VfB Stuttgart kennt, weiß: Der Kroate ist alles andere als ein klassischer Linksverteidiger. In seiner sportlich besten Zeit bei den Schwaben brillierte der 28-Jährige als Schienenspieler in einer Dreierkette. Auf dieser Position offenbarte sich auch seine größte Stärke: Die Flankenqualität. Bereits 46 Vorlagen konnte Sosa in seiner bisherigen Karriere verbuchen, welche 233 Pflichtsiele umfasst. Die Verpflichtung des Kroaten wirft jedoch einige Fragen auf, so auch die nach Gideon Mensah. Der Ghanaer, der sich mit Sosa nominell die gleiche Position teilt, ist nahezu ein Gegenentwurf dessen. Mensahs Aufgabenbereich umfasst Zeit seiner Karriere hauptsächlich das Verteidigen, vornehmlich in einer Viererkette. Dass beide Spieler erst diesen Sommer in die Domstadt gewechselt sind, legt die Vermutung nahe, dass den Verantwortlichen beim FC ein klares Konzept fehlt. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Verzicht auf ein starres Spielsystem exakt die Idee ist.
Jeder Gegner ist anders, so auch die Herangehensweise
Eine Sache, die Wagner-Vorgänger Lukas Kwasniok wie keinen zweiten auszeichnete, war die Fähigkeit, sich auf jeden Gegner individuell einzustellen. Das bedeutete in der Umsetzung auch den häufigen Wechsel zwischen Dreier- und Viererkette. Gerade zu Beginn seiner Amtszeit lieferte dieser Ansatz beachtliche Erfolge. Die Entlassung innerhalb seiner Debüt-Saison hatte hintenraus nur zweitrangig mit den Ergebnissen auf dem Rasen zu tun. So gelang es Kwasniok, jedem Gegner das Leben schwer zu machen. Haushohe Pleiten gegen große Konkurrenten sucht man indes vergebens.
Seinem Nachfolger wird nun das nötige Rüstzeug an die Hand gegeben, um diese Flexibilität fortzuführen. Allerdings mit deutlich mehr Tiefe und Qualität auf den jeweiligen Positionen. Einen klassischen linken Schienenspieler mit Flankenqualität vermisste Kwasniok schmerzlich – zumindest lassen die Scorerwerte eben jener „Wingbacks“ nur diesen Schluss zu. Außerdem verfügt der aktuelle Kader mit beispielsweise Said El Mala oder Mikey Moore über Spieler mit Eins-gegen-Eins-Qualität, zudem über Tiefgang mit ebenfalls El Mala, Maina oder Heskey. Auch kann René Wagner verschiedene Mittelfeldkonstellationen aufstellen, so verfügt der 38-Jährige über mehrere zuverlässige Optionen, um eine Doppelsechs aufzustellen und Johannesson offensiver auflaufen zu lassen. Der Punkt ist: Egal ob Dreier- oder Viererkette, egal welcher Gegner und egal welche Anforderungen jede Partie individuell mit sich bringt – Der Kader beinhaltet für alle Positionen die passenden Spieler, um es jedem Gegner schwer zu machen. Das verschiebt aber auch die Verantwortung und verlangt viel taktisches Geschick vom neuen Coach.
Eine aufgeweichte Spielphilosophie
Mit dem Auftaktsieg gegen Hoffenheim gelang bereits ein wichtiges Ausrufezeichen, das zunächst Druck vom Kessel nahm. Es folgte die bittere 1:4-Pleite gegen Stuttgart – mit nur einem Wechsel in der Startformation – und die erzwungener Maßen durch den Ausfall von Said El Mala. Alternative Spieler und Taktiken sind da, sie müssen eben nur genutzt werden. Es wird spannend zu sehen sein, ob gegen andere Gegner die Dreierkette zum System der Wahl wird. Kessler hat zumindest dafür gesorgt, dass für beide Formationen die richtigen Profile vorhanden sind. Damit weicht der Sportdirektor abermals die Nachwuchsphilosophie von Christian Keller auf. Dieser hatte das Ziel ausgerufen, vom Jugend- bis in den Herrenbereich ein Viererketten-System spielen zu lassen, um Jugendspielern den Wechsel zu den Profis zu erleichtern. Bestimmt wanderte damals der ein oder andere sehnsüchtige Blick zum FC Barcelona, wo genau das seit vielen Jahren auf allerhöchstem Niveau erfolgreich praktiziert wird.
Allerdings stellt die Amtszeit von Kessler keinen Bruch in der Idee der Nachwuchsförderung dar, vielmehr ist es ein anderer Ansatz. Im Nachwuchs wird auf ein starres System verzichtet. Anhand der verfügbaren Spielerprofile wird eine individuelle Ausrichtung entworfen. Somit wird verhindert, dass vielversprechende Talente dem System zum Opfer fallen, wodurch auf der anderen Seite sogar mehr Durchlässigkeit entstehen kann. Ja, beim FC Barcelona funktioniert die Idee der einheitlichen Spielphilosophie. Aber muss und sollte man sich als 1. FC Köln an einem Giganten des Weltfußballs orientieren?
Feststeht, dass René Wagner eine Mannschaft mit viel Potenzial, sowohl taktischer als auch spielerischer Natur, zur Verfügung steht. Dieser Umstand wird dem jungen Trainer viel abverlangen, ihm gleichzeitig aber auch jede Menge Entscheidungsmacht übertragen. Damit einher geht unweigerlich eine große Verantwortung – und ob Wagner dieser Verantwortung gerecht wird, kann nur die Zukunft zeigen.
Wer hat Chancen auf die Startelf, wer sitzt auf der Bank? Die Kader-Prognose: Mittelfeld und Angriff
Matthias Wilhelm
Kurz vor dem Pflichtspielstart im DFB-Pokal formiert sich eine erste Elf – auch, wenn noch einige Kaderlücken zu besetzen sind. Wer wird es in die Startelf schaffen, wem bleibt eher die Jokerrolle beim 1. FC Köln? Die Kader-Prognose Teil 2: Mittelfeld und Angriff.
Der FC hat im Sommer 2026 ein weiteres Facelift erfahren und wird sich wohl auch noch weiter verändern. Denn weitere Zugänge aber auch Abgänge sind noch offen. Doch wie sieht es im Kader mit potenziellen Stammplätzen aus? Unsere Prognose für Mittelfeld und Angriff.
Nach dem Abgang von Eric Martel wohl zunächst gesetzt. Zweikampfstark und unangenehm als Gegenspieler. Kann in dieser Saison eine größere Rolle übernehmen, auch wenn weiterhin nach einem neuen Sechser gesucht wird. Position: Startelfkandidat
Isak Johannesson
Hat in der vergangenen Saison seine Leistung noch nicht konstant zeigen können. Sein Talent steht aber außer Frage. Hat schon bewiesen, wie wichtig er sein kann. Will diese Saison mit neuer Rückennummer durchstarten. Position: Startelfkandidat
Ellyes Skhiri
Der Tunesier ist erst seit wenigen Tagen in Köln und absolviert demnach gerade erst seine ersten Einheiten. Nach der schwachen Vorsaison hofft man in Köln auf die Leistung, die Skhiri damals beim FC abgerissen hat. Skhiri soll ein Führungsspieler werden, Verantwortung übernehmen. Insofern ist er mittelfristig als Stammspieler eingeplant. Am Montag gibt es erst mal die Ersatzbank. Position: Stammelf
Reigan Heskey
Talentierter englischer Flügelspieler. Stark im Eins-gegen-Eins und pfeilschnell. In diesem Sommer von Manchester City verpflichtet. Zunächst wohl keine Startelfoption, könnte jedoch im Saisonverlauf Fahrt aufnehmen und die Fans begeistern. Position: Ersatzmann
Said El Mala
Die Personalie beim FC schlechthin. Auch in der kommenden Saison also der absolute Leistungsträger und Starspieler im Kader. Kann sowohl auf dem linken Flügel, als auch im Zentrum spielen. Bei vergleichbarer Entwicklung zur Vorsaison über den nächsten Sommer hinaus wohl nicht zu halten. Position: Stammspieler
Paul Okon-Engstler hat noch viel Entwicklungspotenzial (Foto: come-on.fc.com)
Paul Okon-Engstler
Neuer Mann für die Sechser-Position. Nach der WM aus Australien verpflichtet. Braucht wohl noch eine Weile, könnte sich im Saisonverlauf allerdings zur Startelfoption entwickeln. Mit seinen 21 Jahren noch viel Entwicklungspotenzial. Position: Ersatzmann
Jan Thielmann
Hat im Sommer angekündigt, dass er mehr Verantwortung übernehmen will. Seine Vorbereitung war durchwachsen. Duelliert sich mit Linton Maina um den Platz in der Anfangsformation. Lange dabei und Kölner ein Eigengewächs. Position: Startelfkandidat
Linton Maina
Starke Vorbereitung, nachdem viele ihn schon abgeschrieben hatten. Bringt enormes Tempo mit. Kann eine Waffe sein und dem FC damit wichtige Punkte sichern. Position: Startelfkandidat
Gil Neves
Als vielversprechendes Talent von Benfica verpflichtet. Ist zunächst für die U21 eingeplant, könnte aber Kadereinsätze bekommen. Für die Startelf wohl diese Saison keine Option. Womöglich ein spannender Kandidat für die nächsten Jahre. Position: Ergänzungsspieler
Der Angriff
Luca Waldschmidt
Mit fünf Toren einer der Gewinner der Vorbereitung. Kämpft jedoch seit Jahren mit inkonstanten Leistungen. Wenn er in Form ist, kann er enorm wichtig sein. Zudem ein sicherer Elfmeterschütze. Fällt gegen Würzburg aus. Position: Startelfkandidat
Ragnar Ache im Trainingslager in St. Johann
Ragnar Ache
Gilt zum Saisonstart als gesetzt. Sehr kopfball- und abschlussstark vor dem Tor. Möchte mit Sicherheit auf der vergangenen Saison aufbauen. Könnte den FC zu vielen Punkten schießen. Position: Stammspieler
Thijs Dallinga
Am vergangenen Montag aus Bologna verpflichtet. Zunächst nur ausgeliehen, der FC besitzt jedoch eine Kaufoption. Spannendes Profil. Hat in Frankreich schon gezeigt, dass er weiß, wo das Tor steht. Wird sich zunächst wohl erstmal hinter Ache anstellen müssen. Eventuell wäre auch eine Doppelspitze denkbar. Position: Startelfkandidat
Marius Bülter
Starke Vorbereitung gespielt. Mit seiner Erfahrung wichtig für die Mannschaft. Zudem immer wieder mit wichtigen Toren. Wird während der Saison wahrscheinlich als Energiebringer von der Bank fungieren. Position: Ersatzmann
Youssoupha Niang
Galt zu Beginn der Vorbereitung als Überraschungskandidat, zuletzt allerdings eher wieder in die zweite Reihe gerutscht. Offensiv flexibel einsetzbar, schnell und torgefährlich. Dürfte insbesondere für die Schlussphase einer Partie spannend sein. Könnte sich im Saisonverlauf an die Startelf annähern. Position: Ersatzmann
Die Jugendspieler
Auch in der Offensive durften sich einige Spieler aus der U21 zeigen. Der Kader soll nun zum Saisonstart allerdings verkleinert werden. Vielleicht konnte sich dennoch einer der jungen Spieler nachhaltig beweisen.
Kristiyan Irmiev und Patrik Kristal trainieren mit den Profis in Kitzbühel (Foto: come-on-fc.com)
Patrik Kristal
Wurde von Trainer René Wagner mehrfach öffentlich gelobt. Könnte während der Saison mal in den Kader rutschen, hat im Mittelfeldzentrum allerdings starke Konkurrenz. Soll hauptsächlich in der Regionalliga zum Einsatz kommen. Der FC will außerdem auf der sechs unbedingt noch nachlegen. Spannender Kandidat für die nächsten Jahre. Position: Ergänzungsspieler
Kristiyan Irmiev
Durfte die Vorbereitung mit den Profis bestreiten, wird während der Saison allerdings zur U21 zurückkehren. Womöglich gelegentlich als Trainingsspieler bei den Profis dabei. Position: Regionalliga
Maik Afri Akumu
Durfte in seiner ersten Herrensaison direkt die Vorbereitung mit den Profis bestreiten. Bringt Tempo und Dribbling mit. Soll zunächst in der U21 Spielzeit und Erfahrung sammeln, könnte allerdings ebenfalls bei Ausfällen eine Chance auf den Kader haben. Seine Zeit steht noch bevor. Position: Ergänzungsspieler
Wer hat Chancen auf die Startelf, wer sitzt auf der Bank? Die Kader-Prognose: Torhüter und Abwehr
Matthias Wilhelm
Der Saisonstart steht unmittelbar bevor. Der FC hat sein Gesicht verändert und startet mit René Wagner ins zweite Bundesliga-Jahr nach dem Aufstieg. Wer wird es in die Startelf schaffen, wem bleibt eher die Jokerrolle beim 1. FC Köln? Die Kader-Prognose Teil 1: Torhüter und Abwehr.
Der FC hat sich über den Sommer verändert und die Transformation ist noch nicht abgeschlossen. Weitere Zugänge aber auch Abgänge sind noch offen. Doch wie sieht es im Kader mit potenziellen Stammplätzen aus? Unsere Prognose für Torhüter und Abwehr.
Sebastian Sebulonsen und Jahmai Simpson-Pusey vom 1. FC Köln
Auch in dieser Saison ist der Keeper wieder Kapitän und wichtiger Führungsspieler. Schwäbe ist weiterhin die unangefochtene Nummer eins im Tor und stets ein sicherer Rückhalt. Prognose: Stammspieler
Ron-Robert Zieler
Erfahrener Spieler und immerhin Weltmeister von 2014. Der Routinier füllt die Rolle des Ersatztorwarts hervorragend aus, auf, vor allem aber neben dem Platz. Als Vize-Kapitän wichtig für die Mannschaft. Wird in dieser Spielzeit aber nicht als Pokal-Keeper fungieren. Prognose: Ersatzmann
Ron-Robert Zieler und Matthias Köbbing vom 1. FC Köln
Martin James
Der Franzose ist ein junges Torwarttalent. Könnte viel in der Regionalliga zum Einsatz kommen. Bei einem Ausfall von Schwäbe oder Zieler immerhin ein Kaderkandidat – mehr aber noch nicht. Prognose: Ergänzungsspieler
Matthias Köbbing
Klare Nummer vier und Trainingstorwart. Wichtig für die Abläufe des Torwartteams. Beliebt in der Mannschaft und nach all den Jahren fast schon Kultstatus bei den Fans. Prognose: Tribünenplatz
Die Abwehr
Joel Schmied
Zweikampfstark und laut auf dem Platz. Die Konkurrenz in der Innenverteidigung ist groß, Schmied hat aber Chancen auf die erste Elf. In den vergangenen Jahren hatte der Schweizer immer wieder Probleme mit kleineren Verletzungen. Prognose: Startelfkandidat
Julian Pauli
Hat nach seiner Leihe einen schweren Stand. Derweil ist er wohl nur Innenverteidiger Nummer fünf im Kader. Kandidat für eine weitere Leihe. Prognose: Ergänzungsspieler
Timo Hübers
Nach seiner schweren Verletzung noch in der Reha. Eine Rückkehr ist gegen Jahresende möglich. Dann muss sich Hübers aber erst einmal gegen die Konkurrenz beweisen. Prognose: Ersatzmann
Gideon Mensah
Im Sommer aus Frankreich verpflichtet. Hatte bisher einen holprigen Start, ist auf seiner Position aktuell jedoch ohne Konkurrenz. Muss sich trotzdem noch steigern. Prognose: Stammspieler
Alessio Castro-Montes
Nach der Verletzung von Sebastian Sebulonsen zum Saisonstart wohl die erste Wahl hinten rechts, danach wird es schwer für ihn. Hat teilweise mit starken Leistungsschwankungen zu kämpfen. Technisch sicherlich einer der besten Spieler des Kaders. Prognose: Ersatzmann
Jahmai Simpson-Pusey
Nach seiner Leihe im Sommer wurde er fest von Manchester City verpflichtet. Soll in dieser Saison Verantwortung übernehmen und beim Spielaufbau helfen. Gilt als gesetzt. Prognose: Stammspieler
Luka Lochoshvili hat im Trainingslager einen guten Eindruck gemacht
Luka Lochoshvili
Aus Nürnberg zum FC gewechselt. Soll Kopfballpräsenz mitbringen und die Kölner Standardschwäche beenden. Dürfte in den ersten Partien starten, hat jedoch starke Konkurrenz auf seiner Position und überzeugte in der Vorbereitung nicht restlos. Prognose: Startelfkandidat
Sebastian Sebulonsen
Fehlt aktuell mit muskulären Problemen. Wenn er wieder fit ist, ist er gesetzt. Kann im Zweifel auch als Innenverteidiger aushelfen und dort in der Viererkette oder in der Dreierkette spielen. Prognose: Stammspieler
Rav Van den Berg
Immer noch jung und talentiert. Wartet noch auf seinen Durchbruch beim FC. Wenn er in Form ist, dann ist er ein klarer Kandidat für die Anfangsformation. Doch davon scheint er aktuell ein Stück weit entfernt. Prognose: Startelfkandidat
Elias Bakatukanda
Nach seiner Leihe bisher vollständig außen vor. Wird keine Rolle im Bundesliga-Kader spielen. Ein Verkauf oder eine erneute Leihe ist wahrscheinlich. Prognose: Tribünenplatz
Die Jugendspieler
In der Saisonvorbereitung hat René Wagner einigen Spielern aus der U21 die Chance gegeben, sich bei den Profis zu zeigen. Womöglich hat einer von ihnen die Chance, zur Überraschung der Saison zu werden.
David Fürst hat sich in der Vorbereitung gut präsentiert
Jonathan Friemel
Der ehemalige U19-Kapitän profitiert davon, dass außer Gideon Mensah kein weiterer Linksverteidiger im Kader steht. Dieser soll jedoch noch kommen. Friemel bringt viel Potenzial mit, diese Saison ist aber wohl noch zu früh für ihn. Prognose: Ergänzungsspieler
David Fürst
Fürst hat in seiner ersten Vorbereitung einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Durch den Ausfall von Sebulonsen dürfte er für die ersten Spiele den Sprung in den Kader schaffen. Sollte er überzeugen, könnte er Castro-Montes den Platz als Back up für hinten rechts streitig machen. Prognose: Ersatzmann
Tom Krauß im Exklusiv-Interview: „Meine Hoffnung ist groß, dass es jetzt hier in Köln klappt“
Simon Bartsch
Seit Ende der vergangenen Saison hat der 25-Jährige einen festen Vertrag beim FC. Mit come-on-fc.com spricht der gebürtige Leipziger über die abgelaufene Spielzeit, seine Karriereziele und seine Zukunft beim 1. FC Köln: Tom Krauß im Exklusiv-Interview.
Der 25-Jährige kam im vergangenen Sommer vom 1. FSV Mainz 05 per Leihe mit Kaufoption zum 1. FC Köln. Mit dem Klassenerhalt und einer zuvor vereinbarten festen Anzahl an Einsätzen wurde die Kaufpflicht aktiviert. Nun hat der Mittelfeldspieler einen festen Vertrag bis Sommer 2029. Im Exklusiv-Interview sprach der gebürtige Leipziger mit come-on-fc.com über seine Karriereziele und die Zukunft beim FC.
Tom Krauß im Interview mit come-on-fc.com (Foto: come-on-fc.com)
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Das Gespräch führte Simon Bartsch für come-on-fc.com
Herr Krauß, im September 2023 gab es ein Testspiel in Mainz, bei dem sich der FSV von der Südtribüne des Stadions verabschiedet hat. Damals haben Sie zwei Elfmeter verwandelt, Mainz gegen Duisburg 2:0 gewonnen. Und das unter den Augen des damaligen FSV-Idols und Liverpool-Coach Jürgen Klopp. War das schon eine vorahnende Bewerbung für größere Aufgaben unter dem neuen Bundestrainer?
Tom Krauß: Nein (lacht). Das ist ganz weit weg. Ich lebe im Hier und Jetzt. Ich konzentriere mich gerade nur auf den FC, habe nicht ohne Grund für drei Jahre einen Vertrag unterschrieben. Da mache ich mir jetzt über solche Dinge keine Gedanken. Wichtig ist, dass ich hier die Leistung bringe.
Aber Sie haben schon sämtliche Nachwuchsmannschaften des DFB durchlaufen. Ist die A-Auswahl dann kein erhofftes Szenario?
Tom Krauß: Das ist natürlich für jeden Profi-Spieler ein Traum. Aber sich jetzt damit zu befassen, das ist Quatsch.
Sie waren in den USA im Sommer. Haben Sie sich die WM auch vor Ort angesehen?
Tom Krauß: Nein, leider nicht. Wir waren in Miami. Da war zwar ein Spiel von Saudi-Arabien gegen Uruguay, das habe ich mir aber nicht angesehen. Ich habe einfach meinen Urlaub genossen und trotzdem das WM-Feeling aufgesogen. Dadurch, dass die deutsche Mannschaft leider sehr schnell aus dem Turnier ausgeschieden ist, war das hier in Deutschland vielleicht nicht so möglich. In den USA war das schon ein besonderes WM-Feeling und es war cool, das mitzuerleben.
Was hat das Feeling so besonders gemacht?
Tom Krauß: Man bekommt einen Eindruck von vielen Nationalitäten. Argentinien, Brasilien, die haben einfach eine komplett andere Mentalität. Es war auch cool zu sehen, wie viele Kolumbianer und viele andere Nationen angereist sind, um bei der WM mitzufiebern. Wie diese Fans den Fußball wirklich leben, das kriegt man hier überhaupt nicht so mit. Es sei denn, die WM ist in Deutschland.
“Auch wenn ich ein Profi bin, bin ich dann einfach ein normaler Fan“
Sie haben die WM-Spiele der Deutschen sicherlich auch verfolgt. Blickt man da als Fußball-Profi anders drauf, ist man besonders kritisch mit den Kollegen?
Tom Krauß: Nein, kritisch nicht. Am Ende ist man genauso voll dabei wie ein normaler Fan. Weil man sich im Erfolgsfall natürlich für das ganze Land freut. Es ist einfach cool, wenn alle mitfiebern, weil es unsere Nation verbindet. Da bin ich dann schon voll mit dabei. Auch wenn ich ein Profi bin, bin ich dann einfach ein normaler Fan.
Nun der Kontrast – Alpenpanorama in Kitzbühel. Statt Erholung am Meer, Arbeiten vor dem Wilden Kaiser. Wie sind Ihre ersten Eindrücke?
Tom Krauß: Es ist sehr schön. In Österreich hast du immer die besten Bedingungen im Sommer. Die Plätze sind gut, es sind wieder viele Fans mitgekommen. Das Ambiente ist immer schön. Das Training war zu Beginn ein bisschen ruhiger, aber jetzt starten wir dann richtig rein. Es ist wichtig, dass du mit der richtigen Fitness in die Saison gehst. In den Testspielen holst du dir dann dein Selbstvertrauen. Dann sieht man auch sehr schnell, ob alles rund läuft und wo man noch etwas verbessern kann. Am Ende zählt es dann, beim ersten Pflichtspiel in Würzburg voll da zu sein.
Wie groß ist die Vorfreude auf die Saison?
Tom Krauß: Die ist nach der Sommerpause immer groß. Wir hatten dieses Mal einen verhältnismäßig langen Zeitraum, in dem wir frei hatten. Dann bekommt man automatisch wieder die Lust auf Fußball. Und gerade in Köln ist es dann noch einmal besonders, weil du immer vor vielen Zuschauern spielen kannst, diese besonderen Erlebnisse hast.
Erlebnisse sind in Köln aber auch sehr schwankend. Zumindest wird die Stimmung ja gerne als „Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt“ beschrieben. Die vergangene Saison war da symptomatisch – zwischen Gesängen von Europa und der Sorge vor dem Abstieg. Wie empfindet man das als Spieler, der dann noch nicht einmal aus Köln kommt?
Tom Krauß: Ich habe ja schon mehrere Jahre in der Bundesliga erlebt – das ist im Profigeschäft auch einfach ein Stück weit Normalität. Man muss einfach mit kritischen Tönen rechnen, wenn es nicht die erhofften Ergebnisse gibt. Ich kenne das auch von anderen Vereinen: Du gewinnst zwei Spiele und spielst gefühlt Champions League, dann verlierst du und der Abstieg ist nah. Ehrlich gesagt, mag ich das aber auch, weil es zeigt, dass alle mitfiebern und nur den bestmöglichen Erfolg für den Verein wollen. Ich lasse mich da nicht aus der Ruhe bringen. Man muss als Team da sein. Wenn man als Team zusammenhält, dann bin ich immer sehr zuversichtlich, dass man die Klasse hält.
„Jeder muss am Anfang seine eigenen Erfahrungen machen“
Sind diese Stimmungen denn trotzdem etwas, was man jungen Leuten wie einem 18-jährigen Reigan Heskey erst einmal vermitteln muss?
Tom Krauß: Ich finde, da muss jeder am Anfang seine eigenen Erfahrungen machen. Ich glaube aber schon, dass man auch ein wenig Hilfe geben kann. Es wird bei jedem Spieler die Phasen geben, in denen es ein bisschen schwieriger ist. Da ist Hilfe von den Routiniers schon hilfreich. Ich bin jetzt auch noch nicht 30, aber ich habe einfach schon gewisse Situationen miterlebt. Jeder junge Spieler wird es ganz sicher Höhen und Tiefen erleben. Das kenne ich aus meiner Karriere.
Wo Sie die Höhen und Tiefen ansprechen, Sie haben sich nach einem komplizierten Beginn in der vergangenen Spielzeit ziemlich eindrucksvoll einen Stammplatz erkämpft. Was waren die Qualitäten, die Lukas Kwasniok und René Wagner dann letztlich überzeugt haben?
Tom Krauß: Zu Beginn steckte ich in einem kleinen Tief, weil ich auf vielen Positionen gespielt habe, die ich tatsächlich erst einmal erlernen musste – obwohl ich auch dort mein Bestmöglichstes gegeben habe. Ich bin einfach drangeblieben und habe weiter an mir gearbeitet. Zudem hatte ich auch ein gutes Umfeld um mich herum, das mich gestärkt hat. Das war mental sehr wichtig. Und dann kam meine Knieverletzung. Damit war es wieder ein bisschen schwieriger für mich. Am Ende wollte ich alles dafür geben, dass der Verein in der Liga bleibt. Dafür habe ich Schmerzen in Kauf genommen. Ich wollte einfach dem Team, dem Verein helfen und konnte nicht mehr zu hundert Prozent da sein. Aber ich habe dem Trainer von Beginn an gesagt, dass ich für den Verein da bin, wenn er mich braucht.
Sie sagen, es ging für die Mannschaft um den Klassenerhalt. Damit verbunden war aber auch die Kaufpflicht, die in Ihrem Vertrag verankert war.
Tom Krauß: Natürlich. Es wäre schon blöd für mich gewesen, auf der Tribüne zu sitzen und nur hoffen zu können, dass sie greift. So konnte ich mithelfen, auch wenn es dann vielleicht nur zehn Minuten waren. Für mich ging es dabei aber nicht um mich persönlich, sondern um den Verein. Der FC gehört in die Bundesliga und ich wollte, dass er ein weiteres Jahr dort spielt und weiter darauf aufbauen kann.
Gab es denn auch ein Szenario B oder sogar schon Gespräche, was passiert wäre, wenn der FC die Klasse nicht gehalten hättet?
Tom Krauß: Nein, da gab es keine Gespräche. Wir waren aber auch alle davon überzeugt, die Klasse zu halten.
Auf der Zielgeraden kam es dann zum Trainerwechsel. Wie erlebt man das als Spieler?
Tom Krauß: Die Erfahrung habe ich leider öfter gemacht. Am Ende sind das normale Abläufe im Profifußball. Für die Spieler bedeutet das in erster Linie, dass man sich dann neu beweisen muss. Mit René hat jemand übernommen, der uns schon kannte. Aber trotzdem willst du dich neu beweisen, willst zeigen, dass du spielen willst. Für mich ist das aber ohnehin mein Motto. Der Trainer soll wissen, dass er immer auf mich zählen kann.
„Jetzt hat der Trainer die Zeit, uns das beizubringen, was er will“
War es dann ein Vorteil, dass René Wagner geblieben ist? Er dürfte ihr Motto ja bestens kennen…
Tom Krauß: Er war nah dran an der Mannschaft – und wir hatten ein gutes Verhältnis zu ihm. Ergebnistechnisch war es sicher nicht überragend, aber René kam auch während der Saison. Das Heidenheim-Spiel war ein kleiner Dämpfer. Wir waren zwar rechnerisch durch, aber wir wollten unbedingt einen guten Abschluss haben – gerade für Dominique Heintz und Florian Kainz. Das ist uns nicht gelungen. Jetzt hat der Trainer die Zeit, uns das beizubringen, was er will.
Sie haben die verschiedenen Positionen angesprochen. In welcher Rolle sehen Sie sich denn auf dem Platz?
Tom Krauß: Ich glaube, in den beiden Spielen, bei denen ich Rechtsverteidiger gespielt habe, ging nichts über meine Seite – aber nach vorne ging eben auch nur sehr wenig (lacht). Das kann ich schon solide spielen. Aber natürlich bin ich Sechser, Achter oder auf der Doppel-Sechs. Das ist meine Rolle. Da bin ich Profi geworden.
Wir haben gerade die Trainersuche angesprochen. Eine andere Suche ist die nach neuen Spielern. Es wird ja seit Wochen schon kolportiert, dass noch ein routinierter Sechser dazukommen soll. Was macht das mit einem Spieler? Heizt das an?
Tom Krauß: Es war klar, dass auf Eric ein Neuer folgt. Und Konkurrenz belebt das Geschäft. Am Ende kann ich die Vorbereitung und die Testspiele nutzen, um dem Trainer zu zeigen, dass er auf mich setzen kann. Es liegt ja an mir: Trainiere ich gut und spiele ich gut? Dann muss der Trainer entscheiden. Das ist mein Motto. Wenn man mich braucht, bin ich da. Ich bin entspannt und konzentriere mich auf meine Leistung.
Was sind Ihre persönlichen Ziele für die Saison?
Tom Krauß: Für mich ist jedes Jahr das Ziel, erstmal mit dem Verein die Liga zu halten. Alles andere kann dann kommen. Für mich ist es wichtig, fit zu bleiben und einfach meine beste mögliche Leistung abzurufen. Und für den FC wollen wir so schnell wie möglich den Klassenerhalt. Wenn das dann am 33. Spieltag der Fall ist, dann ist es eben am 33. Spieltag. Klar ist auch, dass wir alles dafür tun werden, es besser als letzte Saison zu machen.
„Meine Hoffnung ist groß, dass es jetzt hier in Köln klappt“
Sie strahlen auf dem Platz Willen und Leidenschaft aus, gehen voran, übernehmen Verantwortung. Ist das eine Rolle, in der Sie sich wohl fühlen?
Tom Krauß: Ich bin jetzt 25, noch keine 30. Aber trotzdem habe ich schon eine gewisse Anzahl an Bundesligaspielen, an Profi-Spielen. Natürlich will ich diese Erfahrung auch an jüngere Leute weitergeben. Und gleichzeitig muss ich meine Leistung bringen. Dann kann ich auch, wie man es letztes Jahr gesehen hat, die Fans mitziehen und vielleicht auch die Spieler, die sich gerade vielleicht auf einem Hoch befinden.
Sie haben einen Vertrag bis 2029 unterschrieben. Es wirkt so, als ist das jetzt endlich die Konstante, die Sie während den ganzen Leihen gesucht haben. Ist Köln jetzt auch in gewisser Weise zu Hause?
Tom Krauß: Ja, da kann man so sagen. Ein langfristiger Vertrag ist das, was ich wollte. Ich bin einfach sehr froh, dass es geklappt hat. Meine Freundin wohnt jetzt auch in Köln. Also nimmt es jetzt langsam Formen an. Ich bin einfach sehr glücklich, dass es so gekommen ist.
Warum jetzt und nicht vorher schon?
Tom Krauß: Es gibt immer Gründe, warum es letztlich nicht geklappt hat. Bei Schalke haben wir die Klasse nicht gehalten, sonst wäre ich damals wahrscheinlich dortgeblieben. Als ich zurück in Mainz war, hat Trainer nicht so auf mich gesetzt. Auch das ist Teil des Geschäfts und vollkommen okay. In Luton gab es familiäre Probleme. Trotzdem ist meine Hoffnung groß, dass es jetzt hier in Köln klappt.
Diese Spieler des 1. FC Köln müssen sich im Trainingslager besonders beweisen
Luca Kaiser
Am Samstagmorgen startet René Wagner mit seinem Teams ins Sommer-Trainingslager. Die erste Einheit ist für 10:30 Uhr angesetzt. Dann wird wohl auch der Konkurrenzkampf um die begehrten Plätze in der Startelf sowie um möglichst viele Einsatzminuten beginnen bei den Akteuren des 1. FC Köln: Diese Spieler müssen sich im Trainingslager besonders beweisen.
Das sommerliche Wetter und das Flair der Alpenstadt genossen die Profis des 1. FC Köln sichtlich. Doch mit der Ruhe ist es schon am Samstag vorbei. Dann startet René Wagner in die erste Trainingseinheit.
Die FC-Profis kommen in Kitzbühel an (Foto: come-on-fc.com)
Es erinnerte schon ein wenig an die bekannte Ruhe vor dem Sturm, als eine Gruppe in Grau gekleideter FC-Profis am Freitagnachmittag zusammensaß. Bei sommerlichen Temperaturen und strahlend blauem Himmel genossen unter anderem Isak Johannesson, Neuzugang Luka Lochoshvili, Sebastian Sebulonsen, Alessio Castro-Montes und Ron-Robert Zieler den Spätnachmittag nach der Anreise im österreichischen Kitzbühel gemeinsam in einem Café in der Innenstadt. Doch die Idylle wird nicht sonderlich lange anhalten. Denn bereits am morgigen Samstag steht um 10:30 Uhr die erste Trainingseinheit der Vorbereitungswoche in Tirol auf dem Plan. Für einige Profis geht es in Österreich auch darum, sich im Kampf um Einsatzzeit und einen Platz im Bundesliga-Kader zu empfehlen. Während einige Leistungsträger diesen bereits sicher haben dürften, müssen andere in den kommenden Tagen ein Ausrufezeichen setzen. Das Trainingslager könnte für sie richtungsweisend werden.
Rav van den Berg
Eigentlich bringt der Niederländer vieles mit, was ein moderner Innenverteidiger benötigt. Dennoch spielte van den Berg unter Trainer René Wagner zuletzt kaum noch eine Rolle. Beim Debüt des Trainers bei Eintracht Frankfurt stand der Innenverteidiger zwar über die komplette Spielzeit in der Startelf, danach folgte allerdings keine einzige Einsatzminute mehr. Ein deutliches Zeichen, dass der 22-Jährige im Saisonendspurt nicht mehr erste Wahl war. Zur neuen Spielzeit ist die Konkurrenz in der Innenverteidigung zudem größer geworden. Mit Luka Lochoshvili und Julian Pauli stehen weitere Alternativen zur Verfügung. Van den Berg muss das Trainingslager deshalb nutzen, um sich wieder in den Fokus zu spielen. Gelingt ihm das nicht, dürfte seine Perspektive beim FC weiter schwinden.
Luca Waldschmidt
Der Offensivspieler konnte unter Wagner Eigenwerbung betreiben. Zwei Tore und ein Assist sprechen für die Qualitäten des Offensivspielers. Trotzdem stand der Linksfuß in diesem Zeitraum nur einmal in der Startelf. Ein Hinweis darauf, dass spielerische Klasse allein für Wagner nicht ausreicht. Vor allem im Gegenpressing und in der Defensivarbeit erwartet der FC-Coach mehr. Genau dort lagen in der Vergangenheit die größten Schwächen Waldschmidts. Kann der 30-Jährige im Trainingslager die geforderte Intensität und Disziplin nachweisen, dürfte er sich für mehr Einsatzzeit empfehlen. Gleichzeitig läuft sein Vertrag 2027 aus. Bleibt der erhoffte Entwicklungsschritt aus, könnte auch seine Zukunft beim FC früher zum Thema werden als gedacht.
Jan Thielmann
Das Eigengewächs zählt trotz seiner erst 24 Jahre bereits zu den erfahrenen Gesichtern im Kölner Kader. Das Saisonfinale verlief für Thielmann allerdings enttäuschend. In den jüngsten vier Bundesliga-Partien gehörte er kein einziges Mal zur Startelf. Zwar erhielt der Offensivspieler unter Wagner seine Chancen, wirklich nutzen konnte er diese allerdings nicht. Das Trainingslager ermöglicht Thielmann nun, das Blatt wieder zu wenden. Mit seiner Laufbereitschaft und seiner Aggressivität bringt der Rechtsfuß vieles mit, was Wagner von seinen Offensivspielern verlangt. Jetzt muss der gebürtige Föhrener aber auch wieder im letzten Drittel für mehr Durchschlagskraft sorgen. Denn die Konkurrenz in der Offensive ist groß – und der Kampf um die Startelf hat gerade erst begonnen.
Linton Maina
In der Aufstiegssaison gehörte der gebürtige Berliner noch zu den Unterschiedsspielern des FC. In der vergangenen Spielzeit konnte der Flügelspieler daran allerdings nur selten anknüpfen. Zwar kam Maina regelmäßig zum Einsatz, wirklich konstant überzeugen konnte der Offensivspieler aber nicht. Mit Reigan Heskey ist die Konkurrenz auf den Außenbahnen noch einmal größer geworden. Maina muss deshalb in Österreich zeigen, dass er sich im intensiven Spiel gegen den Ball weiterentwickelt hat und seine Stärken im Eins-gegen-eins wieder regelmäßiger auf den Platz bringen kann. Hinzu kommt, dass sein Vertrag 2027 ausläuft. Will sich der 27-Jährige langfristig beim FC empfehlen, sollte er in den kommenden Tagen ein deutliches Zeichen setzen.
Marius Bülter
Marius Bülter gehörte unter Wagner zu den Gewinnern des Saisonendspurts. Nachdem sich Ragnar Ache verletzt hatte, rückte der Offensivspieler in die Startelf und nutzte seine Chance. In den jüngsten vier Bundesliga-Partien stand Bülter jeweils von Beginn an auf dem Platz und beendete mit zwei Treffern seine Torflaute. Mit Beginn der neuen Saison startet der Konkurrenzkampf allerdings wieder bei Null. Zudem arbeitet der FC bekanntlich noch an der Verpflichtung eines weiteren Stürmers, wodurch die Konkurrenz im Angriff weiter wachsen würde. Bülter muss im Trainingslager deshalb unter Beweis stellen, dass seine starken Leistungen zum Saisonende keine Momentaufnahme waren. Bestätigt der Routinier seine Form, dürfte er dennoch gute Chancen auf einen Platz in der ersten Elf besitzen.
Youssoupha Niang
Das Eigengewächs sammelte bereits vor dem Trainerwechsel erste Bundesliga-Erfahrungen. Unter Wagner blieb der Youngster dennoch Teil des Profikaders und kam in den jüngsten vier Saisonspielen jeweils zu einem Kurzeinsatz. Ein Zeichen dafür, dass der Trainer dem Offensivspieler etwas zutraut. Für Niang geht es im Trainingslager nun darum, den nächsten Schritt zu machen. Der Youngster bringt mit seinem Tempo und seiner Dynamik viel Potenzial mit, muss jetzt aber beweisen, dass er bereit für mehr ist als vereinzelte Kurzeinsätze. Mit starken Leistungen in den Testspielen könnte sich der Offensivspieler dauerhaft für den Bundesliga-Kader und eine größere Rolle in der kommenden Saison empfehlen.
Für die genannten Profis dürfte das Trainingslager in Österreich deshalb weit mehr sein als nur eine intensive Vorbereitungswoche. Während sich einige einen Stammplatz erarbeiten oder verteidigen wollen, geht es für andere darum, ihre Perspektive beim FC nachhaltig zu verbessern. Die kommenden Tage könnten somit bereits erste Hinweise darauf liefern, welche Spieler mit einer guten Ausgangsposition in die neue Bundesliga-Saison starten – und wer im Kampf um Einsatzminuten zunächst ins Hintertreffen gerät.
Offiziell: Der 1. FC Köln verpflichtet Martin James
Simon Bartsch
Pünktlich zum Beginn des Trainingslagers in Kitzbühel hat der FC den fünften Neuzugang des Sommers eingetütet. Der 1. FC Köln verpflichtet Torhüter Martin James. Der 18-Jährige spielte bis zum Sommer im Nachwuchs von Paris Saint-Germain.
Am Donnerstagabend war der Name durchgesickert, am Freitag die Unterschrift gesetzt. Der FC hat einen neuen dritten Torwart. Die Geißböcke haben den 18-Jährigen Martin James unter Vertrag genommen. Der Kontrakt läuft bis 2028.
Der FC treibt seine punktuelle Verjüngungskur weiter voran. Nach der Verpflichtung von Reigan Heskey haben die Geißböcke mit Martin James den nächsten 18-Jährigen verpflichtet. Es handelt sich erneut um ein Talent, das in einer großen, internationalen Nachwuchs-Akademie ausgebildet wurde. James spielte bis zum vergangenen Sommer für diverse Juniorenmannschaften von Paris Saint-Germain. Da der Vertrag des Keepers aber im Sommer ausgelaufen ist, war der 18-Jährige zuletzt vereinslos und kostet die FC-Verantwortlichen daher keine Ablöse. „Martin ist ein sehr spannendes Torhütertalent mit großem Entwicklungspotenzial. Er hat eine gute Ausbildung bei einem Top-Club genossen, ist aktueller U-Nationalspieler Frankreichs und bringt die Voraussetzungen mit, um bei uns die nächsten Schritte in seiner Entwicklung zu gehen. Er wird eng an den Profibereich herangeführt. Gleichzeitig ist vorgesehen, dass er Spielpraxis in unserer U21 sammelt, um seine Entwicklung auf hohem Niveau kontinuierlich voranzutreiben“, sagt Thomas Kessler.
“Für mich ist es eine große Chance, zum FC zu wechseln“
Der Kölner Geschäftsführer hatte bewusst nach einem jungen Torhüter gesucht, der das Keeper-Duo Marvin Schwäbe und Ron-Robert Zieler unterstützt, aber gleichzeitig auch herausfordert. Der Fokus soll dabei ganz gezielt auf junge Spieler gerichtet worden sein, die beim FC den nächsten Schritt gehen wollen, oder können. Matthias Köbbing wird damit wohl die Nummer vier werden. Unter Ex-Trainer Steffen Baumgart hatte es zuletzt ein Keeper-Quartett gegeben, vor allem, um gute Voraussetzungen im Training zu schaffen. Für den 18-Jährigen soll sich die Chance bieten, Profiluft zu schnuppern. Bei PSG kam der junge Torhüter zu einigen Kadernominierungen bei den Profis, zum Profi-Debüt reichte es aber noch nicht. „Für mich ist es eine große Chance, zum FC zu wechseln. Ich habe schon sehr viel über den FC gehört, vor allem wie positiv verrückt die Fans sind. Sie stehen immer hinter dem Verein, der mir einen Weg aufgezeigt hat, den ich hier mit dieser großartigen Unterstützung gehen möchte“, so James.