Am Dienstagabend fand die alljรคhrliche Karnevalssitzung des 1. FC Kรถln statt. Zwei Tage vor Weiberfastnacht hรผllten sich die FC-Profis in verschiedene Kostรผme.
Nach dem 2:0-Sieg gegen die Eintracht am Wochenende kรถnnen die Kรถlner etwas Durchatmen. Der Fokus liegt aber ganz klar auf dem anstehenden Spiel gegen Hoffenheim. Dennoch gab es die alljรคhrliche Sitzung. Die FC-Karnevalssitzung in Bildern.
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Nach dem Sieg der Geiรbรถcke am vergangenen Samstag betonte Trainer Timo Schultz im Anschluss an das Spiel, dass der Fokus dieser Woche trotz Karneval auf dem Hoffenheim Spiel liege. „Ich bin nicht hier, um Karneval zu feiern und ich werde nicht in Kรถlsche Euphorie verfallen. Ich gehe davon aus, dass die Spieler den Ernst der Lage erkannt haben“, sagte Schultz. Am Dienstagabend fand dennoch im Maritim die alljรคhrliche Karnevalssitzung der Geiรbรถcke stand. So verkleideten sich FC-Profis, Trainer und Vorstand. Am Mittwoch hat die Mannschaft trainingsfrei.
Im vergangenen Jahr machte auch Steffen Baumgart seine Erfahrungen mit dem Kรถlner Karneval und sagte damals โDer Karneval hat uns nicht gutgetanโ, nachdem der FC am Karnevalssamstag 2023 gegen den VfB Stuttgart 0:3 verloren hatte. Auch in den folgenden Spielen konnte der FC nicht รผberzeugen und stรผrzte in eine Mini-Krise. Timo Schultz lieร die Mannschaft heute gleich zweimal zum Training antreten. Die Marschrichtung ist klar. โIch werde am Dienstag sicherlich die FC-Sitzung genieรen und freue mich auf die Zeit โ aber ich bin hier, um mit der Mannschaft zu trainieren und auch das Spiel am nรคchsten Sonntag in Hoffenheim erfolgreich gestalten zu kรถnnen.โ Dann also: Kรถlle Alaaf!
FC-Karnevalssitzung in Bildern
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Denis Huseinbasic: „Uns ist es scheiรegal, was die Gegner machen“
Simon Bartsch
Auch Denis Huseinbasic lebt unter Timo Schultz auf, ist wieder Stammspieler. Am Dienstag รคuรerte sich der 22-Jรคhrige am Rande des Trainings zu seiner Rolle und der Situation beim FC.
Seit fรผnf Begegnungen gehรถrt Denis Huseinbasic wieder fest zum Stammpersonal des 1. FC Kรถln, spielte in diesen Begegnungen immer 90 Minuten (gegen Frankfurt nur 89). Das war so zu Beginn der Saison nicht abzusehen. Da suchte auch der 22-Jรคhrige seine Form. Das sagt Denis Huseinbasic รผber seine Rolle und die Situation.
Foto: Christof Koepsel/GettyImages
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Mit strahlendem Gesicht stand auch Denis Huseinbasic am Samstagabend vor der Sรผdkurve und lieร sich von den Fans feiern. Der erste Sieg seit Anfang Dezember war schon „ein sehr schรถnes Gefรผhl“, sagte der Mittelfeldspieler am Dienstag nach der ersten Trainingseinheit, um dann aber, รคhnlich wie sein Coach am Samstag, den Fokus schon auf die kommende Begegnung zu richten. „Wir haben das schon wieder abgehakt. Uns steht eine neue Woche bevor, mit einem neuen Spiel. Da wollen wir alles geben.“ Das ist auch weiterhin nรถtig. Zwar hat der FC inklusive seines Umfelds nach dem 2:0 neue Hoffnung geschรถpft, die Ausgangslage in der Tabelle hat sich nicht dramatisch verbessert, wird sich aber am Mittwoch mit dem Nachholspiel zwischen der direkten Konkurrenz aus Mainz und Berlin aber auch wieder verschlechtert – unabhรคngig des Ausgangs.
Huseinbasic: „Wir fokussieren uns nur auf uns. Wir mรผssen Punkte holen“
Darรผber macht sich der Kรถlner Mittelfeldspieler รผberhaupt keine Gedanken. „Wir fokussieren uns nur auf uns. Wir mรผssen Punkte holen. Da ist es scheiรegal, was die Gegner machen“, sagt Huseinbasic. „Wir brauchen Punkte. Wir geben Gas, um am Wochenende den grรถรtmรถglichen Erfolg zu haben. Wir mรผssen bereit sein. Ich glaube, dass werden wir auch sein.“ Bereit ist auch der 22-Jรคhrige, der nach seinem starken ersten Jahr in der Bundesliga in dieser Saison nicht so recht in Form kam. Die Vorbereitung lief eigentlich noch gut, aber: „Man muss schon sagen, dass die Spiele, die ich gespielt habe, nicht so gut waren“, sagt Huseinbasic. „Ich habe auf meine Chance gewartet.“ Und die hat der Spieler auch genutzt. Wie Faride Alidou oder Florian Kainz scheint auch Huseinbasic unter Timo Schultz wieder zu alter Form zu finden.
Seitdem Schultz die Fรคden beim FC in der Hand hat, bildet der 22-Jรคhrige gemeinsam mit Eric Martel das starke zentrale Duo im Mittelfeld, die Doppelsechs. Und scheint dort auch unangefochten zu sein. Vor allem die enorme Passsicherheit und die starke รbersicht sind Stรคrken des Youngsters, der sich als flexiblen Spieler sieht, der die Bรคlle verteilt, den Weg in die „Box“ sucht, aber auch druckvoll gegen den Ball agiert. Zurzeit weist der 22-Jรคhrige mit รผber 90 Prozent die beste Passquote aller FC-Profis auf, lรคuft im Schnitt 11,8 Kilometer pro Spiel, ebenfalls mehr als seine Mannschaftskollegen. Aktuell scheint er die Nase gegenรผber dem im Sommer so hoch gehandelten Jacob Christensen deutlich vorne zu haben. Und das soll auch so bleiben. „Ich spiele im Moment und versuche, auch weiterhin zu spielen. Ich gebe im Training alles, um mich jede Woche zu empfehlen“, sagt Huseinbasic.
Huseinbasic: „Das tut unserem Spiel gut“
Das Duo mit Martel schein fรผr das Kรถlner Spiel jedenfalls gut zu passen. Eine genaue Aufteilung haben er und der Kapitรคn der U21-Nationalmannschaft nicht, sagt Huseinbasic, aber einen wichtigen Job. Denn fรผr den jรผngsten Erfolg ist auch die Kรถlner Doppelsechs mitverantwortlich. „Ich wรผrde sagen, dass wir in manchen Phasen des Spiels einfach kompakter stehen, den Gegner kommen lassen und dann auf den Auslรถser warten. Das tut unserem Spiel gut“, sagt der gebรผrtige Hesse. Am Sonntag steht das Auswรคrtsspiel bei der TSG Hoffenheim auf dem Spielplan. Eine schwere Aufgabe. Aber der Fokus liegt nur auf dem eigenen Team.
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Podolski: „Der einzige Faktor, der das Ganze am Leben hรคlt“
Simon Bartsch
Am Rande der Baller League in Kรถln รคuรerte sich Mitorganisator Lukas Podolski zum 2:0-Erfolg รผber Frankfurt und die Rolle der Fans.
Mit dem 2:0-Erfolg รผber Eintracht Frankfurt hat sich der 1. FC Kรถln eindrucksvoll in der Bundesliga zurรผckgemeldet. Die Begeisterung hielt sich bei einem in Grenzen: FC-Ikone Lukas Podolski sieht FC-Fans als Trumpfkarte.
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Nach dem verdienten 2:0-Erfolg รผber Eintracht Frankfurt am vergangenen Samstag ist die Hoffnung beim 1. FC Kรถln und vor allem seinen Anhรคnger zurรผck. Der FC spielte sicher nicht wie ein Absteiger und befindet sich auf Tuchfรผhlung mit dem rettenden Ufer. Auch, wenn der Sieg gegen die Hessen durchaus verdient gewesen ist, hรคlt sich die Begeisterung bei FC-Ikone Lukas Podolski in Grenzen. โIch bin immer Fan, ich habe immer Hoffnungโ, sagte Podolski am Montag am Rande seiner Baller League in Kรถln. โDas war jetzt keine sehr, sehr gute Leistung. Sie hatten etwas Spielglรผck mit den Roten Karten. Die Frankfurter haben zum Glรผck keinen guten Tag erwischt. Sonst war das ganz ordentlich.“ Ganz ordentlich reichte immerhin zum dritten Saisonsieg und das gegen einen hochgehandelten Gegner.
Podolski: โIch glaube, die einzige Trumpfkarte sind die Fansโ
Dementsprechend war der 38-Jรคhrige zwar nicht vollends zufrieden mit der Leistung, umso mehr mit der Ausbeute. „Man muss auch mal wegkommen von diesem ‚Gut spielen‘ und ‚Gute Leistung‘. Am Ende zรคhlen halt die Punkte – und die muss man jetzt sammeln“, erklรคrte Podolski und nahm auch Stellung zu der offenkundigen Sturmflaute der Geiรbรถcke. „Es geht um Punkte und nicht darum, wie man spielt.“ Einen entscheidenden Faktor fรผr den mรถglichen Klassenerhalt sieht der Weltmeister von 2014 ohnehin nicht auf dem Feld. โIch glaube, die einzige Trumpfkarte sind die Fansโ, sagte Podolski und schlug damit in die gleiche Kerbe wie in der vergangenen Woche Timo Schultz. Der Kรถlner Trainer sprach im Zusammenhang mit den Fans von einem entscheidenden Pfund. โIch erinnere mich gerne an meine Zeit zurรผck, wo wir um den Abstieg gespielt haben – da ging es ganz anders am Geiรbockheim und drumherum ab.ย Die letzten Jahre โ oder vor allem auch dieses Jahr โ sind die Fans, die Sรผdkurve, der einzige Faktor, der das Ganze am Leben hรคltโ, erklรคrte Podolski.
Podolski sieht Nachwuchs als richtigen Ansatz
Mittelfristig wird aber auch der Nachwuchs eine entscheidende Rolle spielen. Das sei ein richtiger Ansatz. Es ginge darum, „der Jugend eine Chance zu geben. Ich glaube, das ist man der Akademie und allen schuldig, weil daraus entstehen Spieler, die man irgendwann verkaufen kann oder die dann auch weiter Karriere machen kรถnnen“, sagte Podolski. So wie aktuell Max Finkgrรคfe. Podolski liebรคugelt damit, in Zukunft wieder eine Rolle beim FC einzunehmen. „Wir haben schon Ideen ausgetauscht, das finde ich sehr schรถn. Wenn das so weitergeht, kann ich mir gut vorstellen, dem 1. FC Kรถln in einer Position โ nรคher am Verein als zuletzt โ zu helfen. Nach der Karriere muss ich erst einmal entscheiden, was ich willโ, sagte Podolski im Dezember dem TV-Sender Sky.
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TV-Experte sieht Finkgrรคfe auf dem Weg in die DFB-Elf
Simon Bartsch
Er ist nicht nur eins der grรถรten Talente des 1. FC Kรถln, seit Beginn des Jahres ist Max Finkgrรคfe konstant der beste Feldspieler der Kรถlner. Fรผr Lothar Matthรคus kรถnnte der 19-Jรคhrige die Antwort auf die Frage nach dem Linksverteidiger im DFB-Dress werden.
Im Spiel des 1. FC Kรถln am Samstagabend gegen Eintracht Frankfurt รผberzeugte der Youngster nicht nur die Fans und den Trainer Timo Schultz. Auch TV-Experte Lothar Matthรคus lobte den 19-Jรคhrigen fรผr seine Spielweise und sah Max Finkgrรคfe als mรถglichen DFB-Elf Kandidaten.
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Wirklich gerne werden die FC-Fans die Worte von Lothar Matthรคus vor einigen Wochen nicht gehรถrt haben. Der TV-Experte und Weltmeister von 1990 war sich ziemlich sicher, dass die Geiรbรถcke unter Timo Schultz nicht mehr die Kurve bekommen wรผrden, den Gang in die zweite Liga antreten mรผssten. Am Samstag klangen die Worte des Rekord-Nationalspielers schon deutlich versรถhnlicher – aus Kรถlner Sicht. Vor allem Max Finkgrรคfe wurde von Matthรคus immer wieder hervorgehoben. Geradezu begeistert zeigte sich der TV-Experte und suchte den Vergleich zu Jonas Hector. „Man sollte immer schรถn den Ball flachhalten, es ist mein elftes Bundesligaspiel und mal gucken, was noch kommt“, sagte der Youngster. „Aber der neue Jonas Hector, das bin ich ganz sicher nicht.“
Matthรคus mit Hinweis auf DFB-Elf
Doch Matthรคus belieร es nicht bei dem Vergleich mit der Kรถlner Ikone. „Dann wieder Finkgrรคfe, wieder dieses Umschalten, wie er den Ball gewinnt, mit Geschwindigkeit nach vorne geht – das ist dieser Spieler“, stellte der 62-Jรคhrige nach gut 70 Minuten fest. „Er kann auf jeden Fall Linksverteidiger. Mehr will ich mal dazu nicht sagen“, betonte Matthรคus wiederum vielsagend und sprach dann nach dem Hinweis von Kommentator Wolff-Christoph Fuss, dass es nicht so viele Linksverteidiger gรคbe, doch weiter: Zumindest nicht so viele „mit Ausweis, der dazu berechtigt, fรผr die deutsche Nationalmannschaft zu spielen.“ Finkgrรคfe ein Fall fรผr die DFB-Elf? Nach elf Einsรคtzen fรผr den FC dรผrfte der Sprung zu Julian Nagelsmann bei allem Talent und Potenzial dann doch noch ein sehr groรer sein. Zumal der Linksverteidiger nahezu unter dem Radar der Nationalmannschaft geflogen ist. Erst im Oktober war Finkgrรคfe erstmals auf Abruf in der U20. Einen Einsatz gab es nicht.
Das Thema Nationalmannschaft dรผrfte und sollte fรผr Finkgrรคfe zurzeit noch weiter entfernt sein, als der Vergleich mit Jonas Hector. Dabei sind allerdings zwei Punkte nicht von der Hand zu weisen. Dass die Nationalmannschaft gerade auf den Auรenpositionen dรผnn besetzt ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Hansi Flick entschied sich nicht umsonst fรผr Spieler Joshua Kimmich oder Nico Schlotterbeck, die eigentlich auf anderen Positionen zu Hause sind. Mit Kai Havertz zauberte auch Julian Nagelsmann keinen etatmรครigen Linksverteidiger auf diese Position. Dabei gibt es natรผrlich auch starke Linksverteidiger wie Robin Gosens oder David Raum, die ihre Stรคrken vor allem in der Vorwรคrtsbewegung haben, in der Verteidigung in der Nationalmannschaft nicht immer ganz sicher wirkten. Benjamin Henrichs ist da schon deutlich stabiler. Die Auรenverteidiger-Position ist sicherlich eine Baustelle der DFB-Elf, in der die Konkurrenz nicht so breit gefรคchert ist, wie im Zentrum.
Vergleich mit Hector ist nicht von der Hand zu weisen
Zudem spielt Finkgrรคfe tatsรคchlich eine bislang รผberragende Rรผckrunde. Schon gegen Dortmund sah der Linksverteidiger gegen Donyell Malen lange gut aus, gegen Wolfsburg war der 19-Jรคhrige zweifelsohne bester Feldspieler. Finkgrรคfe hatte die meisten Ballkontakte und eroberte die meisten Bรคlle. Gegen Frankfurt schaltete sich der gebรผrtige Gladbacher zudem immer wieder in die Offensive ein, brachte Flanken, setzte seine Mitspieler gut in Szene und fรผhrte 70 Prozent erfolgreicher Dribblings durch. In der Defensive wirkt der 19-Jรคhrige bereits รผberraschend souverรคn, in der Offensive kann er ein Faktor werden. Zwangslรคufig erinnert Finkgrรคfe aktuell an Jonas Hector, der das Talent in seinem Podcast „Schlag und fertig“ ebenfalls lobte. Einen frappierenden Unterschied gibt es zwischen den Linksverteidiger dann offenbar doch: Finkgrรคfe erreichte gegen Frankfurt eine Hรถchstgeschwindigkeit von 34 km/h.
Bilder zum Spiel 1. FC Kรถln – Eintracht Frankfurt
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Kommentar: Ein Lebenszeichen zum richtigen Zeitpunkt
Simon Bartsch
Mit dem verdienten 2:0-Erfolg รผber Eintracht Frankfurt hat der 1. FC Kรถln wichtige Punkte im Abstiegskampf gesammelt. Viel wichtiger aber, die Kรถlner haben ein Lebenszeichen an die Fans und die direkte Konkurrenz geschickt. Ein Kommentar.
Kampfgeist und Willen waren den Kรถlnern am Samstagabend anzumerken. Die Mannschaft von Timo Schultz zeigte ein leidenschaftliches Spiel mit starker Defensivarbeit und endlich auch erfolgreicher Offensive. 1. FC Kรถln: Kommentar zum Sieg gegen Frankfurt.
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Seit der Trennung von Steffen Baumgart hat sich der Ton beim 1. FC Kรถln verรคndert – und das nicht nur, weil das FC-Spiel nicht mehr vom Pfeif-Code des 52-Jรคhrigen angetrieben wird. Sachlich und nรผchtern, fast schon vorsichtig bewertet Timo Schultz die Leistungen seiner Mannschaft. Auch nach dem 2:0 รผber Frankfurt blieb der Coach komplett bei sich und ordnete den so nicht erwartbaren Erfolg ein. „Es sind nur drei Punkte“, sagte Schultz. „Wir schauen schon auch auf die Tabelle und wissen, dass wir Ergebnisse brauchen.“ Soll heiรen: Der Sieg gegen Frankfurt war wichtig, aber der Weg ist nach wie vor noch ein langer. Schon allein der Blick auf die Tabelle gibt dem Trainer Recht.
Weder Zufall noch Ausreiรer
Und doch war der 2:0-Erfolg รผber Frankfurt am Ende ein wenig mehr als „nur“ drei wichtige Punkte. Auch, weil der Spieltag fรผr den 1. FC Kรถln von den Ergebnissen her nicht besser hรคtte laufen kรถnnen. Darmstadt, Mainz und Union Berlin kassierten Pleiten, wรคhrend die Geiรbรถcke dreifach punkteten. Der Rรผckstand zum rettenden Ufer betrรคgt vor dem Nachholspiel zwischen Mainz und Union am Mittwoch nur noch zwei Punkte, der Vorsprung auf die direkten Abstiegsplรคtze vier. Vielmehr aber sind die drei Zรคhler รผber die Hessen ein wichtiges Lebenszeichen und das wohl genau zum richtigen Zeitpunkt.
Ein wichtiges Lebenszeichen, denn was auch immer Timo Schultz in den vier Wochen seiner Amtszeit mit der Mannschaft gemacht hat, es scheinen die richtigen Stellschrauben gewesen zu sein. In allen vier Begegnungen seit seiner Verpflichtung spielte der FC lange auf Augenhรถhe mit, war phasenweise das bessere Team und stellte vor allem aber unter Beweis, dass die Kรถlner doch die Qualitรคt zur Bundesliga haben. So wie gegen Frankfurt spielt jedenfalls kein Team, dessen Weg in Liga zwei vorgegeben ist. Nach vier Spielen lรคsst sich zudem festhalten, dass es sich bei der positiven Entwicklung weder um einen Zufall noch um einen Ausreiรer nach oben handeln kann. Am Samstag kam nun auch endlich das Spielglรผck wieder hinzu. Die FC-Profis rufen das ab, was es in der Theorie zum Klassenerhalt braucht. Allerdings gilt es die Bรผrde der desolaten Hinrunde auszugleichen.
Aufwind in schwieriger Phase
Zur richtigen Zeit nicht nur, weil damit der Ausgang des Nachholspiels keine dramatische Auswirkung auf die Tabellensituation der Kรถlner hat. Vielmehr aber, weil der FC den Fans Hoffnung gibt, in einer Phase, in der der Verein nach einer Kette von Fehlern und Fehleinschรคtzungen mehr als nur mit dem Rรผcken zu Wand steht. Erst vergangene Woche sorgte die Verรถffentlichung des CAS-Urteils fรผr neuen Zรผndstoff. Dieser Sieg kann den gebeutelten Kรถlnern in einer besonders schweren Phase Aufwind geben.
Timo Schultz hat den Schulterschluss mit den Fans als mรถgliches Pfund angesprochen, versprochen, den Fans etwas fรผr die Unterstรผtzung zurรผckzugeben. Das Versprechen haben Trainer und Mannschaft am Samstagabend gehalten. Der FC hat bewiesen, dass er sich mit Kampf und Leidenschaft gegen den Abstieg in Liga zwei stemmen wird. Es ist richtig, dass Schultz bereits auf die Euphoriebremse tritt. Gewonnen ist noch nichts. Am Ende hat Timo Schultz Recht. Fรผr die Tabelle sind es nur drei Punkte. Fรผr die Fans, vor allem aber die direkte Konkurrenz ist es ein starkes Zeichen: Der FC lebt – nicht mehr, aber bestimmt auch nicht weniger.
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Mit seinem zweiten Treffer in Folge untermauerte Faride Alidou am Sonntag seine ansteigende Form. Und das ausgerechnet gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber Eintracht Frankfurt.
Die Gelb-Rote Karte rausgeholt, die Kรถlner Fรผhrung erzielt: Faride Alidou dreht beim FC endlich auf. Fรผr die Frankfurter Leihgabe war es bereits der zweite Treffer in Folge. Und das gegen Eintracht Frankfurt.
Foto: Leon Kuegeler/Getty Images
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Jubeln wollte er nicht. Zumindest zuckte Faride Alidou nach seinem Treffer gegen Eintracht Frankfurt nur kurz zusammen, um dann aber fast schon entschuldigend die Hรคnde zu heben. Dabei hatte der Auรenbahnspieler sehr viel fรผr diesen Moment getan. Von der ersten Minute an ging der 22-Jรคhrige keiner Eins-gegen-eins-Situation aus dem Weg, lief den Gegner immer wieder aggressiv an, zwang ihn zu Fehlern und brachte auch frรผh eine erste Flanke auf Dejan Ljubicic, der diese aber nicht nutzte. Auch, weil Ljubicic den Ball mit dem Schienbein traf. So wie spรคter Alidou, dann aber mit besserem Ende. Und das gegen Frankfurt. โDas ist schon etwas Besonderes fรผr mich, weil ich letztes Jahr sehr viel mit dem Verein erlebt habe und mit den Spielern sehr gut befreundet binโ, sagt Alidou noch vor dem Spiel gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber. โIch bin gerade FC-Spieler und ich werde alles dafรผr tun, dass wir siegen.โ
Schultz: „Er hatte einen groรen Anteil daran“
Das tat der Offensivspieler, auch wenn weiterhin nicht alles rund lief. Vor allem der erste Kontakt gibt bei Alidou mitunter Rรคtsel auf. Oft wirkt der 22-Jรคhrige dadurch unglรผcklich in seinen Aktionen. Glรผcklich war in gewisser Weise sein Treffer gegen Frankfurt, den Alidou eben mit dem Schienbein versenkte. Zwei Minuten zuvor hatte der Offensivspieler bereits entscheidenden Einfluss auf die Begegnung genommen. Niels Nkounkou griff Alidou im Fallen erst an den Arm, umklammerte dann das Bein der Frankfurter Leihgabe und lud Alidou damit zu einem Freifall ein. Schiedsrichter Timo Gerach blieb keine andere Wahl, als dem Verteidiger die Gelb-Rote Karte zu zeigen. Wiederum zwei Minuten zuvor hatte Nkounkou noch in hรถchster Not vor Alidou gerettet, sonst hรคtte der spรคtere Torschรผtze schon zu diesem Zeitpunkt genetzt.
So brachte Alidou den FC mit seinem Schienbeintreffer auf Erfolgskurs. Und das zum zweiten Mal in Folge, auch wenn in der Vorwoche Wolfsburg noch den Ausgleich erzielte. „Es freut mich fรผr Faride, dass er jetzt sogar im zweiten Spiel hintereinander treffen konnte“, sagte Trainer Timo Schultz. „Seitdem ich hier bin, ist er sehr auffรคllig im Training. Er hat auch die Gelb-Rote Karte herausgeholt und hat einen groรen Anteil daran, dass wir das Spiel gewonnen haben.“ Auch Christian Keller bescheinigte dem Auรenbahnspieler gerade bei der Gelb-Roten Karte eine รผberragende Situation. Bei Alidou selbst scheint der Knoten geplatzt zu sein. Das Talent des Spielers ist unbestritten, seine Auftritte waren bis zum Winter dementsprechend rรคtselhaft. Das mache was mit einem, hatte der 22-Jรคhrige noch unter der Woche gesagt.
Mit seinem zweiten Treffer fรผr den FC hat Alidou bei 13 Einsรคtzen bereits mehr Tor erzielt als bei der Eintracht in der vergangenen Spielzeit (21 Spiele). Der 22-Jรคhrige kam zum FC, um seiner Karriere einen Boost zu verleihen. Das sollte bislang nicht sein. An einer festen Verpflichtung im Sommer gab es Zweifel. Das Problem: Sollte Alidou beim FC so aufdrehen, dass er fรผr die Kรถlner unabdingbar wird, besitzt Frankfurt immer noch das Rรผckkaufrecht und kรถnnte die Kaufoption der Geiรbรถcke kontern. Die Ablรถse fรผr den FC soll bei rund drei Millionen Euro liegen, die Rรผckkaufoption bei vier bis fรผnf. Mรถglicherweise hรคtten sich die Frankfurter Verantwortlichen am Samstagabend gewรผnscht, ein anderes Detail im Vertrag zu verankern: Dass Alidou gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber nicht auflรคuft.
Bilder zum Spiel 1. FC Kรถln – Eintracht Frankfurt
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Keller zur Transfersperre: „Dann ist klar, dass du einen Kardinalfehler gemacht hast“
Simon Bartsch
Unmittelbar nach dem 2:0-Erfolg รผber Eintracht Frankfurt รคuรerte sich Christian Keller zum Erfolg der Geiรbรถcke, aber auch zur Transfersperre.
Im Anschluss an das 2:0 des 1. FC Kรถln รผber Eintracht Frankfurt รคuรerte sich FC-Sportdirektor Christian Keller im ZDF. Der Kรถlner Sportdirektor sprach รผber den ersten Erfolg seit Anfang Dezember, aber natรผrlich auch รผber das Registrierungsverbot. Das sagt Christian Keller zur Transfersperre.
Archivbild Stadion
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Die Freude รผber den 2:0-Erfolg รผber Eintracht Frankfurt, die Erleichterung nach dem ersten Dreier seit Anfang Dezember war den FC-Spielern, der Mannschaft, den Verantwortlichen verstรคndlicherweise deutlich anzumerken. Die Wochen vor dem Jahreswechsel hatten es beim FC in sich, die Transfersperre wurde den Geiรbรถcken am Deadline-Day noch einmal besonders schmerzhaft vor Augen gefรผhrt. Wรคhrend die Konkurrenz aufrรผstete, blieb den Kรถlnern am Donnerstag nur die Rolle des Zuschauers. Nun kollektives Aufatmen. „Die Jungs freuen sich. Wir haben lange Zeit nicht gewonnen, wir haben heute auch รผberzeugend gewonnen“, sagte Christian Keller im ZDF-Interview. „Aber die Wende zum Besseren wรคre jetzt ein bisschen zu viel.“
Keller: „Wir wussten, dass es vor dem CAS schwierig wird, zu gewinnen“
Zumal die Transfersperre unabhรคngig des sportlichen Erfolgs nach wie vor wie ein dunkler Schatten รผber dem FC schwebt. Erst wenige Stunden vor dem Spiel gegen Frankfurt sorgte die Verรถffentlichung des CAS-Urteils fรผr neuen Zรผndstoff. „Wenn du eine Transfersperre kriegst, ist klar, dass du einen Kardinalfehler gemacht haben musst“, rรคumte der Kรถlner Sportdirektor ein. „Da war ein Fehler, wo man vielleicht sagen muss, muss man die Verpflichtung tรคtigen. Man hatte sich arbeitsrechtlich abgesichert. Das unternehmerische Risiko war dennoch zu hoch.“ Der FC hatte im Januar 2022 Jaka Potocnik unter Vertrag genommen, der am Tag zuvor seinen Kontrakt bei Olimpija Ljubljana gekรผndigt hatte. Die FIFA warf dem FC die Anstiftung zum Vertragsbruch vor und belegte die Kรถlner mit dem Registrierungsverbot.
Der FC ging gegen die Sperre vor. Am Ende wurde sie vom internationalen Sportgerichtshof bestรคtigt. Nun kann der FC bis zum Winter 24/25 keine neuen Spieler registrieren. Bei einem Abstieg droht der Abgang einiger Leistungstrรคger. „Wir wussten, dass es vor dem CAS schwierig wird, zu gewinnen“, sagte Keller nun. Worte, die sich auf der Mitgliederversammlung im September doch noch anders angehรถrt hatten. „Aufgrund der Zeugenaussagen sind wir zuversichtlich, dass unsere Argumentation auf positives Gehรถr trifft und der CAS dann die Kรผndigung von Jaka als rechtsmรครig erachtet und die Spielsperre gegen den Spieler und die Transfersperre gegen den FC aufheben wird“, hatte FC-Vize Carsten Wettich damals gesagt. Nun ein anderer Ton. „Deswegen haben wir versucht, eine Vergleichslรถsung mit Ljubjana anzustreben. Das hat leider nicht funktioniert.“
Keller: „Im Endeffekt haben alle verloren“
Tatsรคchlich soll es mit dem slowenischen Klub fast eine Einigung gegeben haben. Wie mittlerweile bekannt ist, hat der FC Olimpija 500.000 Euro, weitere 250.000 Euro nach den ersten zehn Profi-Partien des Spielers geboten sowie eine zehnprozentige Beteiligung bei einem Weiterverkauf des Spielers. Und beide Seiten waren mit dem Deal wohl einverstanden. So erklรคrte FC-Geschรคftsfรผhrer Philipp Tรผroff kurz nach der Urteils-Bestรคtigung, dass man einige Einigung erzielt habe, die aber aus unerklรคrlichen Grรผnden nicht zu Stande gekommen sei. „Im Endeffekt haben alle verloren“, sagte Keller am Samstag. „Wenn du als erster deutscher Verein eine Transfersperre kriegst, kรถnnen wir sicherlich nicht sagen, dass wir den Sachverhalt richtig gelรถst haben.“
Bilder zum Spiel 1. FC Kรถln – Eintracht Frankfurt
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Im Anschluss an den 2:0-Erfolg des 1. FC Kรถln im Heimspiel gegen Frankfurt ist es zu Auseinandersetzungen in Kรถln-Bickendorf gekommen. Rund 100 Personen waren an der Schlรคgerei beteiligt.
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Wie die Kรถlner Polizei mitteilt, seien mehrere Menschen bei einer „Auseinandersetzung von mutmaรlichen Gewalttรคtern aus der Fuรballszene“ in Kรถln-Bickendorf verletzt worden. Laut Polizei waren bis zu 100 Personen an der Schlรคgerei beteiligt. Gegen 20.30 Uhr ist es zu der Auseinandersetzung gekommen. Passanten verstรคndigten die Polizei. Beim Eintreffen der Einsatzkrรคfte rannten die Beteiligten der Schlรคgerei davon. Unter anderem flรผchtete ein Groรteil der Anhรคnger in einen Kรถlner Szenetreffpunkt in der Vogelsanger Straรe. Nach Rรผcksprache mit der Staatsanwaltschaft Kรถln sperrte die Polizei das Umfeld um den Treffpunkt weitrรคumig ab. Dort seien die Beamten auf mehr als 30 Personen getroffen – teilweise verletzt. Laut Polizeiangaben wurde im Anschluss die Identitรคt der Personen festgestellt, die den Treffpunkt dann verlassen durften.
Polizei nimmt Ermittlungen auf
Die von Zeugen vor Ort beobachteten mutmaรlichen Anhรคnger von Eintracht Frankfurt flรผchteten unerkannt. Die Polizei Kรถln hat Ermittlungen wegen Landfriedensbruch und Gefรคhrlicher Kรถrperverletzung aufgenommen. Derweil erhebt die Fanhilfe Kรถln Vorwรผrfe gegen die Polizei. „Polizeieinheiten der BFE und Einsatzhundertschaften halten sich seit drei Stunden auf dem Gelรคnde eines Vereinsheims auf, haben die Rรคumlichkeiten aufgebrochen und durchsucht, wรคhrend die aktive Fanszene in einem Polizeikessel festgehalten wurde“, heiรt es in einem Tweet. โEs ist richtig, dass die betroffenen Personen wรคhrend der Kontrolle vor Ort festgehalten wurden. Einen Polizeikessel gab es aber nicht. Ein Anwalt war im Laufe des Einsatzes vor Ort, diesem wurde der Zugang zu den Rรคumlichkeiten auch gewรคhrtโ, sagte ein Sprecher dem โKรถlner Stadt-Anzeigerโ.
Zeugen, die Hinweise zu der Auseinandersetzung geben kรถnnen, werden gebeten, sich telefonisch unter 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de bei den szenekundigen Beamten der Polizeiinspektion 3 zu melden.
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In der Defensive konsequent, in der Offensive endlich erfolgreich
Simon Bartsch
Die von Timo Schultz geforderte „Null“ stand beim 1. FC Kรถln gegen Eintracht Frankfurt. Und auch in der Offensive funktionierte es endlich deutlich besser.
Der 1. FC Kรถln hat seit dem 1. Dezember erstmals wieder ein Spiel gewonnen, erstmals seit Oktober wieder im eigenen Stadion. Der FC verteidigte konsequent und traf gleich zweimal. Es geht aufwรคrts beim 1. FC Kรถln: So schlug sich der FC gegen Frankfurt.
Foto: Leon Kuegeler/Getty Images
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Timo Schultz war wieder ganz bei sich, als er zum Interview bei Sky auftauchte. Kurz zuvor hatte der Trainer noch mit seinen Assistenten und anschlieรend im Kreis mit der Mannschaft auf dem Rasen gestanden, die Freude รผber seinen ersten Dreier in der Bundesliga, den ersten Erfolg mit dem FC war offensichtlich. „Es sind nur drei Punkte. Wir schauen schon auch auf die Tabelle und wissen, dass wir Ergebnisse brauchen“, sagte der 46-Jรคhrige wenig spรคter und trat auf die Euphoriebremse, vermutlich nicht ahnend, was ein verdienter Erfolg รผber einen Favoriten in der Domstadt auslรถsen kann. Zwar gab Schultz seinem Team frei, aber nicht aufgrund des 2:0-Erfolgs รผber die Eintracht. Das Zauberwort dรผrfte wohl „Belastungssteuerung“ heiรen. „Fรผr mich entscheidend ist das Spiel am Sonntag und das haben die Jungs auch anhand des Trainingsplans gesehen“, so Schultz.
Schultz: „Ich freue mich vor allem รผber das zu Null“
Denn der Trainer weiร auch, dass der Erfolg nur ein kleiner Schritt auf dem Weg Richtung Klassenerhalt ist. Ein Schritt, mit dem zuvor aber nicht zwingend zu rechnen gewesen ist. Schlieรlich wird die Eintracht nicht grundlos als Champions-League-Kandidat gehandelt. Der Kader und die individuelle Qualitรคt der Eintracht spielen in dieser Saison eigentlich in einer anderen Liga als der FC. Noch am Deadline-Day hatte Frankfurt noch einmal mit Sturmjuwel Huge Etikitรฉ nachgelegt, der Franzose saร gegen den FC aber zunรคchst nur auf der Bank. Doch trotz der Qualitรคt des Gegners machten die Geiรbรถcke die Warnung ihres Trainers von der ersten Minute an wahr. โWir haben uns gut vorbereitet, dass wir drei Punkte hier behaltenโ, hatte der Coach gesagt und genau das zeigte seine Mannschaft.
Die Kรถlner Defensive stand kompakt, lieร die Millionen-Offensive um Sasa Kalajdzic und Co. so gut wie gar nicht zur Entfaltung kommen. Erstaunlicherweise kam der Ex-Kรถlner Ellyes Skhiri zu den besten Mรถglichkeiten in Durchgang eins. Vor allem Max Finkgrรคfe stach aus dieser Defensive wieder besonders hervor und verdiente sich von Experte Lothar Matthรคus den Vergleich mit Jonas Hector. „Es ist mein elftes Bundesligaspiel und mal gucken, was noch kommt. Aber der neue Jonas Hector, das bin ich ganz sicher nicht“, sagte Finkgrรคfe. Der 19-Jรคhrige nahm seine Gegenspieler aber konsequent aus dem Spiel, รผberzeugte mit sicherem Spiel unter Druck und leitete einige Mรถglichkeiten ein, unter anderem mit einem Freistoร das 1:0. Finkgrรคfe war wieder der beste Kรถlner Feldspieler (Hier geht es zur Einzelkritik).
Ausgerechnet Alidou
Doch Kรถln verteidigte nicht nur gut. Schon nach 60 Sekunden kam Jan Thielmann zum Abschluss, wenn auch aus Abseitsposition. Eine Viertelstunde kam der Youngster zur nรคchsten Mรถglichkeit. Der FC hatte ohnehin die deutlich besseren Chancen. รberhaupt fanden die Kรถlner in der Offensive deutlich mehr statt: 15:11 Torschรผsse, 13:8 Flanken, 2:0 Tore. โDie Statistiken lesen sich รคhnlich wie gegen Dortmund โ nur ganz oben nicht, beim Ergebnis. Das ist fรผr uns heute das Entscheidende“, sagte der Trainer und sein Gegenรผber Dino Toppmรถller ergรคnzte: „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht die Aggressivitรคt und Power auf den Platz gebracht, die wir uns vorgenommen hatten.“ In den ersten Minuten nach dem Wechsel รคnderte sich das Bild. Frankfurt drรผckte auf die Fรผhrung. Doch das Tempo lieร auch schnell wieder nach und der FC sich nicht verunsichern.
Dennoch deutete viel daraufhin, dass das Bild dem der Vorwoche รคhnelte. Die Kรถlner waren รผberlegen, hatten ihre Chancen, nutzen konnten sie diese aber nicht. Bis Niels Nkounkou die Frankfurter Leihgabe Faride Alidou von den Beinen holte, dafรผr die Ampelkarte sah und damit auch seinen Anteil am Gegentor hatte. Denn den Freistoร nutzten die Kรถlner zur Fรผhrung. Dejan Ljubicic schoss Alidou an, der zum 1:0 traf. Nun war eine Fรผhrung in den vergangenen Spielen nicht immer viel wert. Doch dieses Mal geriet der Sieg nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Auch, weil Jan Thielmann einen Konter zum 2:0 nutzte und Tuta ebenfalls den Ampelkarton sah. „Der Schlรผsselmoment war sicherlich a) die Gelb-Rote Karte und b) daraus resultierend das Tor von Faride Alidou. Fรผr uns war der Sieg verdient“, sagte Schultz.
Bilder zum Spiel 1. FC Kรถln – Eintracht Frankfurt
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Amiri, Ngankam, Polter – die Konkurrenz rรผstet auf, der FC schaut nur zu
Simon Bartsch
Am Donnerstagabend ist die Wintertransferperiode zu Ende gegangen und damit der erste Teil der Transfersperre der Kรถlner. Wรคhrend der FC also nur zuschauen kann, rรผstete die direkte Konkurrenz dann spรคt nochmal auf.
Seit Donnerstagabend hat der 1. FC Kรถln den ersten Teil der ausgesprochenen Transfersperre รผberstanden. Wรคhrend die Kรถlner nur zuschauen konnten, gab es einige Neuverpflichtungen am Deadline-Day: FC-Konkurrenz rรผstet auf.
Foto: Alex Grimm/Getty Images
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Dass der FC am Deadline-Day, also am finalen Tag der Transferperiode, nur die Rolle des Zuschauers genieรt, ist nicht neu fรผr die Verantwortlichen der Geiรbรถcke. Bereits im Sommer trat Christian Keller am letzten Tag des Sommertransferfensters morgens vor die Presse, um zu erklรคren, dass der Kader eigentlich gut und breit genug sei und es keinen weiteren Transfer geben werde. Auch wenn sich der FC damals schon vergeblich nach einem neuen Stoรstรผrmer umgesehen hat, hat sich die Situation dramatisch verรคndert. Der FC darf bekanntlich nicht mehr nachjustieren, mรผsste aber – und das eigentlich dringend. Denn, dass die Qualitรคt des Kaders dann doch eher รผberschaubar ist, lรคsst sich alleine schon an der Tabelle ablesen. Dementsprechend unglรผcklich werden die Kรถlner Verantwortlichen die finalen Stunden des Deadline-Days verfolgen, auch wenn Thomas Kessler, Leiter der Lizenzspielabteilung, betonte, dass das „nicht unser Thema“ sein dรผrfe.
Darmstadt rรผstet die Offensive auf
Dabei ist der Blick zur direkten Konkurrenz fรผr die Kรถlner alles andere als uninteressant. Denn nachdem die Keller-Kinder lange auch eher zurรผckhaltend auf dem Wintertransfermarkt unterwegs waren, gab es am Donnerstag noch einmal Bewegung. Erst kurz vor Toreschluss gab der SV Darmstadt die Verpflichtung von Sebastian Polter bekannt. Der Stรผrmer wechselt vom FC Schalke 04 zu den Lilien. Noch am vergangenen Wochenende hatte Trainer Thorsten Lieberknecht betont, dass es nicht so leicht sei, einen weiteren Spieler zu verpflichten. Nun kommt Polter. Der 32-Jรคhrige spielte unter S04-Coach Karl Geraerts keine Rolle mehr. Anfang Dezember hatte es auch lose Gerรผchte um ein Kรถlner Interesse gegeben. Die waren aber sehr schnell wieder vom Tisch. Allerdings berichtet der Kรถlner Stadt-Anzeiger, dass es durchaus ein Interesse an einer weiteren Lilien-Neuverpflichtung gegeben haben soll. Julian Justvan soll demnach auf dem Wunschzettel der Kรถlner gestanden haben. Neben Justvan hat Darmstadt mit Gerrit Holtmann einen dritten Offensivspieler geliehen.
Amiri und Ngankam auf Leihbasis nach Mainz
Mainz schlug ebenfalls am Donnerstag noch einmal krรคftig zu. Die Rheinhessen holten gleich zwei neue Spieler. Und das, obwohl Christian Heidel im Herbst noch betonte, das Vertrauen in den aktuellen Kader sei groร genug. Worte, die dem FC-Fan doch bekannt vorkommen dรผrften. Mit David Mamutovic zogen die Mainzer nur einen Nachwuchsspieler zu den Profis hoch. Bis eben zum Deadline-Day. Dann folgten zwei durchaus prominentere Namen. So haben die 05er von Bayer Leverkusen Nadiem Amiri geliehen. Der Offensivspieler kommt auf 225 Pflichtspiele fรผr Bayer und die TSG Hoffenheim. „Wir haben einen kreativen, schnellen Mittelfeldspieler gesucht, der unserer Offensive sofort helfen kann โ und mit Nadiem Amiri eine sehr gute Lรถsung gefunden“, sagte Heidel. Zudem wechselt Frankfurts Jessic Ngankam nach Mainz. Auch der 23-Jรคhrige kommt auf Leihbasis zum FSV. „Jessic ist ein junger, physisch robuster Spieler, der eine Menge Tempo und Spielfreude mitbringt“, sagte Heidel รผber den 23-Jรคhrigen.
Ein Stรผrmer geht, ein anderer kommt
Auch Union Berlin legte noch einmal nach – aber keine groรe รberraschung. Erwartungsgemรคร nahmen die Eisernen Yorbe Vertessen von PSV Eindhoven unter Vertrag. Der Auรenbahnspieler kam in den Niederlanden nicht รผber die Rolle des Jokers hinaus. Zuvor hatten die Eisernen bereits Chris Bedia von Servette FC sowie Kevin Vogt von der TSG Hoffenheim unter Vertrag genommen. Allerdings haben gleich mehrere Spieler die Kรถpenicker auch verlassen. Prominentester Abgang ist wohl Behrens, der fรผr den VfL Wolfsburg auf Torejagd gehen wird. Nicht der einzige Weggang: Laurenz Dehl (SK Austria Klagenfurt),Sheraldo Becker (Real Sociedad San Sebastiรกn),Leonardo Bonucci (Fenerbahce Istanbul), David Fofana (FC Chelsea, Leihe beendet), Yannic Stein (VfB Lรผbeck, Leihe), Keita Endo (FC Tokyo, Leihe) und Aljoscha Kemlein (FC St. Pauli, Leihe) spielen nicht mehr fรผr die Eisernen.
Neben dem FC haben aus der Bundesliga nur der 1. FC Heidenheim und Borussia Mรถnchengladbach nicht mehr nachgebessert.
12. Borussia Mรถnchengladbach
Zugรคnge: –
Abgรคnge: Hannes Wolf (New York City FC), Yvandro Borges Sanches (NEC Nijmegen, Leihe)