Der Rahmenkalender der Geißböcke nimmt weitere Konturen an. Am Mittwoch hat der DFB die dritte Pokalrunde genau terminiert, nun zog die DFL nach. Es gibt eine Reihe Sonntagsspiele für den 1. FC Köln: DFL terminiert Spieltage 12 bis 18 der Saison 2026/27. So muss der FC ran.
Der Spielplan der Bundesliga-Saison 2026/27 bekommt die nächsten genauen Spielzeiten, die weiteren sieben Spieltage sind genau terminiert. Und für den FC gibt es gleich mehrere Samstagsspiele.
Bevor der FC sich mit dem Nachbarschaftsduell gegen Leverkusen in die nächste Länderspielpause verabschiedet, hat die DFL die weiteren Termine für die Bundesliga bekannt gegeben. Die Spiele 12 bis 18 wurden genau terminiert. Und für die Geißböcke heißt es endlich einige Male Bundesliga-Primetime. Denn ab dem Spiel gegen Elversberg Ende November treten die Kölner bis ins neue Jahr nur noch am Samstagnachmittag an. Auswärts in Augsburg und Main, dazu zu Hause gegen Leipzig. Und auch das erste Spiel im neuen Jahr gegen den SC Freiburg findet zur gleichen Zeit statt. Am 9. Januar geht es weiter. Ein Trainingslager ist in diesem Winter nicht geplant. Auf den BVB treffen die Kölner dann in der Englischen Woche am darauffolgenden Dienstag, bevor wieder zur gewohnten Zeit das Duell gegen den SC Paderborn ansteht. Die zweite Ausnahmen bildet dann das Rückspiel gegen Hoffenheim am Sonntagabend (24.1.).
Karnevalsspiel in Bremen
Das Karnevalsspiel wird erwartungsgemäß auswärts stattfinden. Die Kölner sind Anfang Februar zu Gast in Bremen. Am letzten Spieltag empfangen die Geißböcke den SC Paderborn. Dann sollte das Thema Klassenerhalt in trockenen Tüchern sein.
Seit anderthalb Jahren ist Thomas Kessler nun der Entscheidungsträger in den sportlichen Fragen beim 1. FC Köln, erst als Sportdirektor, jetzt als Geschäftsführer. Gleich zwei Mal hat es im Sommer einen großen Kaderumbruch gegeben. Dass der Ex-Keeper der Geißböcke zur neuen Saison das nächste Facelifting betreiben muss, scheint unausweichlich. Denn es laufen zahlreiche Verträge 2027aus und eine Verlängerung des Kontrakts scheint bei vielen eher unwahrscheinlich.
Marvin Schwäbe, Luca Waldschmidt, Marius Bülter und viele mehr – die Liste der Spieler mit einem Vertragsende im kommenden Sommer ist eine lange. Mindestens neun Verträge laufen aus und gleich bei einer Vielzahl der Akteure scheint es ein neues Arbeitspapier aus nachvollziehbaren Gründen eher nicht zu geben. Zudem gibt es noch weitere Fragezeichen.
Thomas Kessler beim Spiel des 1. FC Köln (Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)
Wie schon im vergangenen Jahr hat Thomas Kessler auch in diesem Sommer wieder das große Transferrad angeworfen. Nahezu der halbe Kader wurde ausgetauscht: Kaufoptionen bei Leihen nicht gezogen, Spieler verkauft, mit anderen die Verträge verlängert. Und kaum ist der eine Kaderumbruch vollzogen, da kündigt sich schon der nächste an. Bei mindestens neun Spielern laufen die Verträge nach dieser Spielzeit aus. Bis dahin ist es zwar noch weit, doch bedeutet das nicht, dass ein Verbleib der Spieler zwangsläufig sicherer wird. Einige Profis haben die 30 Jahre bereits erreicht oder überschritten, einige spielen unter René Wagner so gut wie keine Rolle, weitere sind noch lange verletzt. Dazu kommen auch Akteure, die zwar Vertrag haben, deren Verbleib aber dennoch eher unwahrscheinlich erscheinen. Die Strecke bis dahin ist noch lang, aber tatsächlich könnte die Vertragskonstellation schon jetzt im Winter zu Veränderungen führen.
1. FC Köln: Die Leihspieler Moore, Sosa und Dallinga
So wirklich klar scheint die Situation nur bei einem Spieler. Mikey Moore wird den FC mit großer Wahrscheinlichkeit im kommenden Sommer wieder verlassen. Der 19-Jährige gilt in England als absolutes Toptalent. Moore hat das auch bereits in Schottland bei den Rangers sowie in Tottenham unter Beweis gestellt. Dementsprechend hält man bei den Lilywhites so große Stücke auf den Youngster, dass eine Kaufoption bei der Leihe kein Thema war. Bei den Spurs hat man sogar lange darüber nachgedacht, den Spieler überhaupt abzugeben. Höchstens als ausgeweitete Leihe wäre ein weiteres Jahr denkbar. Doch so richtig realistisch scheint dieses Szenario nicht. Auch im Vertrag von Borna Sosa ist keine Kaufoption verankert. Der Linksverteidiger ist von Crystal Palace ausgeliehen. Zwar hat der Kroate offenbar wieder zur alten Form gefunden, nur wird Sosa damit auch für den englischen Club wieder interessanter.
Bei Thijs Dallinga, dem dritten aktuellen Leihspieler der Geißböcke, stellt sich die Ausgangslage dann ganz anders dar. Bei dem Niederländer gibt es die Kaufoption. Diese soll bei elf Millionen Euro liegen. Eine stolze Summe, die sich aber vielleicht gelohnt hätte, wenn der Stürmer eingeschlagen wäre. Das wird der Angreifer nach seinem Kreuzbandriss bis zum Ende der Saison wohl nicht machen. Es ist kaum vorstellbar, dass der FC so viel Geld für einen Spieler ausgibt, der erst einmal wieder in die Spur finden muss – auch, wenn Kessler Dallinga volle Unterstützung zugesagt hat.
Bülter und Waldschmidt: Kommt der Generationenwechsel?
Spannend ist die Situation in der Offensive. Mit Marius Bülter und Luca Waldschmidt hat der FC zwei Routiniers in vorderster Reihe, deren Verträge ebenfalls auslaufen. Beide bringen Erfahrung mit, beide haben ihre Qualitäten. Dass sie darüber hinaus eine Zukunft beim FC haben, ist damit aber keineswegs entschieden. Waldschmidt hatte schon mehrfach erwähnt, dass er viel Wert auf Einsatzzeit legt. Nur ist davon keine Spur. Keine 40 Minuten stand der 30-Jährige in dieser Saison auf dem Rasen. So wirklich glücklich ist die Lage nicht. Ein Wechsel wäre sogar in diesem Winter denkbar. Es wäre der letzte Zeitpunkt für den FC, noch einmal die Hand für den Spieler aufzuhalten. Dass der FC den Vertrag mit dem Ergänzungsspieler noch einmal verlängert, ist mindestens offen. Marius Bülter erhält aktuell seine Spielzeit, allerdings auch, weil Dallinga und Ragnar Ache ausfallen.
Hübers und das Torwart-Trio
Auch der Kontrakt von Timo Hübers läuft nicht mehr lange. Der Abwehrspieler arbeitet wie Dallinga gerade an seinem Comeback, doch die Rückkehr zieht sich. Auch der Innenverteidiger kann sich also kaum beweisen. Eine Verlängerung ist dennoch möglich, genauso wie ein Abschied. Wenn es nach den reinen Papieren geht, stehen die Kölner im kommenden Sommer ohne Torwart da. Denn die Verträge von Marvin Schwäbe, Ron-Robert Zieler und Matthias Köbbing laufen ebenfalls aus. Allerdings soll es bei der aktuellen Nummer eins eine Klausel geben, dass sich der Kontrakt mit dem Erreichen einer bestimmten Anzahl von Spielen automatisch verlängert. Ruhe herrscht trotzdem nicht. Rund um den 31-Jährigen gibt es immer wieder lose Wechselgerüchte. Selbst Kölns Kapitän ist damit nicht für die kommende Saison sicher.
Offen ist auch die Situation um Linton Maina, der gerade wieder mächtig aufblüht. Der Flügelflitzer hatte seinen Vertrag 2025 verlängert – wie lange ist nicht offen kommuniziert worden, die Quellenlage ist dünn. Das Datenportal Capology führt das Ende mit 2027 auf. Maina wäre dann der zehnte Spieler, allerdings ist das Portal keine Primärquelle. Und dann gibt es noch weitere Fragezeichen. So hat Said El Mala seinen Vertrag gerade erst ohne Ausstiegsklausel verlängert. Dennoch ist ein baldiger Abschied ein wahrscheinliches Szenario. Die ersten Clubs sollen sich schon vorsichtig in Stellung gebracht haben, beim FC würde man El Mala bei der richtigen Ablöse gehen lassen. Sollte es so kommen, würde der Umbruch noch einmal deutlich größer ausfallen. Denn dann würde ein absoluter Leistungsträger den Verein verlassen, möglicherweise gemeinsam mit Bruder Malek. Gleichzeitig hätte Kessler dann aber auch die Mittel, jene Veränderungen zu finanzieren.
Die Frage ist also ganz sicher nicht, ob sich der Kader im Sommer verändert, sondern wie stark. Neun Verträge laufen stand jetzt aus, dazu kommen Maina und die El Malas: Kessler steht vor dem dritten Umbruch im dritten Sommer. Wie groß er ausfällt, entscheidet sich zum Teil schon im Winter.
Diese Verträge beim 1. FC Köln laufen 2027 aus
Spieler
Position
Endet im Sommer 2027
Marvin Schwäbe*
Tor
Vertrag
Ron-Robert Zieler
Tor
Vertrag
Matthias Köbbing
Tor
Vertrag
Timo Hübers
Abwehr
Vertrag
Marius Bülter
Offensive
Vertrag
Luca Waldschmidt
Offensive
Vertrag
Borna Sosa
Abwehr
Leihe von Crystal Palace
Mikey Moore
Offensive
Leihe von Tottenham Hotspur
Thijs Dallinga**
Offensive
Leihe vom FC Bologna
* Automatische Verlängerung bei bestimmter Einsatzzahl möglich ** Mit Kaufoption Stand: 5. November 2026
Durch die Verletzungen von Ragnar Ache und Thijs Dallinga im Testspiel gegen Viktoria Köln musste der 1. FC Köln zuletzt ohne klassischen Mittelstürmer auflaufen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich die neu formierte Offensive zuletzt immer mehr gefunden. Im Pokalspiel gegen Union Berlin erzielten die Kölner fünf Tore, in der Liga traf Malek El Mala bei seinem Bundesliga-Debüt sofort. Die Optionen sind also da – wird Ache trotzdem noch gebraucht?
Der fehlende Mittelstürmer wurde in den letzten Wochen häufig als größte Baustelle des 1. FC Köln ausgemacht. Stattdessen musste René Wagner auf andere Varianten zurückgreifen. Dafür rückte Said El Mala von seinem linken Flügel in eine offensivere Position neben Marius Bülter. Trotzdem wurde besonders die zentrale Anspielstation im Angriff vermisst. Am Sonntag könnte Ragnar Ache gegen Leverkusen nach überstandener Verletzung in den Kader zurückkehren und genau diese Rolle einnehmen – sofern sie überhaupt noch gebraucht wird.
Mit sieben Treffern war Ragnar Ache in der vergangenen Saison der zweitbeste Torschütze des FC in der Bundesliga. Zu Saisonstart galt der Stürmer zunächst als fest eingeplanter Schlüsselspieler in der Offensive. Mit dem ersten Spieltag in der Bundesliga änderte sich das jedoch schlagartig. Neuzugang Thijs Dallinga traf gegen Hoffenheim nach seiner Einwechslung direkt doppelt und erhielt in den folgenden Wochen den Vorzug vor Ache. Für den 28-Jährigen blieb zunächst nur noch die Jokerrolle. Beim Auswärtsspiel in Hamburg erzielte der Angreifer kurz vor Schluss zwar seinen ersten Saisontreffer, am Ausgang der Partie änderte dieser allerdings nichts mehr.
In der Länderspielpause folgte dann der große Schock: Sowohl Dallinga als auch Ache mussten im Testspiel angeschlagen ausgewechselt werden und wurden umgehend in die MediaPark Klinik gebracht. Während der Niederländer mit Kreuzbandriss wohl für die gesamte Saison ausfällt, stand Ache einige Wochen später schon wieder gemeinsam mit den Kollegen auf dem Platz. Am Sonntag könnte er gegen Leverkusen erstmals wieder im Kader stehen.
Durch den doppelten Ausfall blieb René Wagner lediglich Imad Rondic als gelernter Mittelstürmer im Kader. Im Derby gegen Borussia Mönchengladbach setzte der Trainer der Geißböcke jedoch auf eine andere Variante. Said El Mala, Marius Bülter, Mikey Moore und Linton Maina teilten sich die Aufgaben, wobei vor allem Bülter und El Mala die zentralen Räume besetzten. Beide fühlen sich sonst eigentlich auf der linken Seite wohler und hatten zunächst sichtbare Schwierigkeiten mit der neuen Rolle. Zudem war das Kölner Spiel in den letzten Jahren stark auf einen Zielspieler im Zentrum ausgelegt.
Das Heimspiel gegen Schalke hat gezeigt, dass sich der FC ohne diese Anspielstation teilweise sehr schwertut. Gegen sehr defensive Schalker gelang es dem Angriff der Geißböcke kaum, sich Abschlussmöglichkeiten herauszuspielen. Stattdessen segelten immer wieder Flanken in den gegnerischen Strafraum. Einen Abnehmer für die Hereingaben suchten die Außenspieler jedoch vergeblich. Trotz seiner Körpergröße von 1,88 m gilt Bülter nicht als besonders kopfballstark und auch El Mala kann in der Luft noch zulegen. Die Einwechselkandidaten um Luca Waldschmidt, Reigan Heskey und Jan Thielmann haben ihre Stärken ebenfalls in anderen Bereichen.
Im Pokalspiel gegen Union bewies der Kölner Angriff jedoch eindrucksvoll, dass sie es auch ohne klassischen Neuner können. Durch das flexiblere Positionsspiel kamen die Geißböcke oft in gefährliche Räume und zu guten Abschlusschancen. Gerade Nationalspieler Said El Mala tauchte immer wieder in den Halbräumen auf und traf auch von beiden Seiten. Es geht also auch ohne Mittelstürmer – zumindest manchmal.
Konkurrenz aus dem Kölner Nachwuchs
Dass der Torregen aus dem Pokalspiel eine Ausnahme war, zeigte sich nur fünf Tage später. Der Gegner war derselbe, das Spiel ein ganz anderes. An der Alten Försterei verfiel der FC in alte Muster und konnte sich gegen tiefstehende Berliner kaum Torchancen herausspielen. Die Flanken, die immer wieder in den Strafraum segelten, blieben unverwertet. Stattdessen setzte Wagner 20 Minuten vor Schluss auf eine Waffe, die viele Fans schon länger forderten. Malek El Mala, der ansonsten für die U21 der Geißböcke in der Regionalliga auf Torejagd geht, kam in die Partie und erlebte einen Einstand, von dem jeder kleine Junge träumt. Nach einer Flanke seines Bruders landete der Ball über Umwege am zweiten Pfosten, wo der Stürmer nur noch einschieben musste und zum Ausgleich vollendete.
Der Grund für seine Einwechslung war so einfach wie nachvollziehbar. El Mala war der einzige verfügbare klassische Mittelstürmer im Kölner Aufgebot. Mit seinem Treffer reichten ihm zwei Ballkontakte aus, um seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. Ein Stürmer, der Tore macht, kann jeder Mannschaft helfen. Wie seine Rolle in der Zukunft aussieht, insbesondere wenn die Konkurrenzsituation durch Ache wieder eine andere ist, wird sich noch zeigen. In jedem Fall dürfte er eine Option darstellen.
Ein weiterer spannender Name aus den eigenen Reihen ist zudem Nilas Yacobi. Der Stürmer entwickelte sich in dieser Saison in der zweiten Mannschaft zu einem verlässlichen Knipser, traf in 13 Einsätzen in der Regionalliga sieben Mal und legte weitere sieben Treffer vor. Während der Sommervorbereitung durfte sich der 19-Jährige auch schon bei den Profis zeigen und erzielte im Testspiel gegen Real Sociedad sogar ein Tor.
Mittelfristig könnte außerdem Kevin Ekweribe interessant werden. Der U19-Stürmer ist aktuell gut drauf und wurde zuletzt erstmals für die DFB-Auswahl in seinem Jahrgang berufen. Dass Wagner das junge Talent auf dem Zettel hat, zeigte unter anderem seine Beförderung in das Profi-Training vor einiger Zeit. Obwohl der Angreifer einen guten Eindruck hinterließ, reicht es für den Profikader aktuell noch nicht. Wenn er allerdings weiterhin so spielt wie aktuell, könnte sich das noch ändern.
Ragnar Ache beim 1. FC Köln: Welche Rolle bleibt dem Mittelstürmer?
Die Rückkehr des Stürmers erhöht zunächst die Flexibilität im FC-Angriff. Ache bringt ein Profil mit, das sich von dem seiner Mitspieler deutlich unterscheidet. Er ist körperlich präsent, kopfballstark und hat einen guten Abschluss innerhalb des Strafraums. Darüber hinaus kann er Bälle behaupten und seinen Mitspielern damit Zeit zum Nachrücken verschaffen. Durch eine Rückkehr in die Startelf könnte Said El Mala außerdem zurück auf seine angestammte linke Seite. Unklar ist jedoch, ob das überhaupt gewünscht ist. Im Zentrum ist der 20-Jährige näher am Tor und kommt häufiger in Abschlusspositionen. Im Duo mit Bülter können sich die beiden stets abwechseln und in die Halbräume fallen lassen, während der andere die Zentrale besetzt.
Mit Ache wäre ein solches Wechselspiel wohl nicht mehr möglich. Auf der einen Seite steht Wagner nun also wieder ein Mittelstürmer zur Verfügung, der weiß wo das Tor steht, auf der anderen Seite hat gerade das Pokalspiel gegen Union gezeigt, dass der FC auch ohne ihn Tore schießen kann. Außerdem steht mit Malek El Mala ein Stürmer im Kader, der bereits bewiesen hat, dass er weiß wo das Tor steht und keine lange Anlaufzeit braucht. Im weiteren Saisonverlauf dürften alle diese Varianten wichtig werden. Welche Rolle Ache dabei spielt, bleibt noch abzuwarten.
Der 1. FC Köln bietet viel Raum für Diskussionen, Meinungen und Kommentare. Grund genug, come-on-fc auch hörbar zu machen. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #23 – Ernüchterung in der Liga, aber wenigstens ein Lichtblick
Im Podcast sprechen heute Simon Hense und Matthias Wilhelm von „come-on-fc“ über die aktuellen Fragen zum FC. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast -Folge #23 – Ernüchterung in der Liga, aber wenigstens ein Lichtblick
Podcast zum 1. FC Köln
Teil’ diesen Beitrag mit deinen Freunden:
Jede Woche gibt es die geballte Ladung come-on-fc als Podcast. Denn bekanntlich lässt sich rund um den FC, das Geißbockheim und die Stadt viel diskutieren. Und genau da setzen wir an. 1948 – Der Podcast von come-on-fc bespricht die Themen rund um den FC möglichst aus verschiedenen Sichtweisen. Das wird nicht immer gelingen. Aber doch hoffentlich möglichst oft.
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt unserem WhatsApp-Kanal hier
Folge #23:
In Folge 23 gibt es natürlich wieder neue Themen rund um den FC: Auf die Pokal-Party folgte der Kater – Beim 1:1 gegen Union Berlin in der Liga ließen die Geißböcke wieder fast alles von dem vermissen, was sie beim 5:0 gegen die Eisernen nur ein paar Tage vorher noch so stark gemacht hatten. Aber der FC hat dank des traumhaften Debüts von Malek El Mala immerhin noch einen Punkt gerettet. Trotzdem bleibt die Frage: Hat man wirklich einen Punkt gewonnen oder vor den schwierigen Duellen gegen Leverkusen und Bayern doch eher zwei verloren? Darüber sprechen Matthias Wilhelm und Simon Hense in der neuen Folge von 1948. Sie schauen außerdem, woran die großen Unterschiede zum Pokal-Abend lagen: Eher an einem verbesserten Union oder einem schlechteren FC? Auch diskutieren die beiden, welche Konsequenzen aus dem Spiel folgen sollten und wie wichtig die anstehende Rückkehr von Ragnar Ache ist. Dabei kommen sie natürlich auf Malek El Mala und seinen Treffer in Berlin zu sprechen, bremsen aber gleichzeitig die Erwartungen an den jungen Stürmer. Zum Schluss gibt es noch einen Ausblick auf das kommende Spiel gegen Leverkusen – und warum die Partie den Kölnern vielleicht besser liegen könnte. Und weil es immer und immer wieder Neuigkeiten und Diskussionspunkte gibt und man ohnehin niemals genug über den „Effzeh“ reden kann, hört einfach rein in „1948 – Der COME-ON-FC Podcast.“ Wir freuen uns, auf spannende und auch kontroverse Diskussionen und den Meinungsaustausch.
Im Sommer konnte Luca Waldschmidt wieder mit einer starken Vorbereitung von sich überzeugen. Mittlerweile spielt der 30-Jährige unter Trainer René Wagner aber kaum noch eine Rolle. Waldschmidt selbst pocht bei den Kölnern auf mehr Spielzeit. Damit könnte es aber auch in den kommenden Wochen schwierig werden.
Beim vergangenen Bundesligaspiel gegen Union Berlin haderte der FC wieder mit der offensiven Durchschlagskraft. Die Ausfälle von Ragnar Ache und Thijs Dallinga sind in den letzten Begegnungen deutlich spürbar gewesen. Einer, der von dem personellen Engpass in der vordersten Reihe jedoch überhaupt nicht profitieren konnte, ist Luca Waldschmidt.
Trotz magerer 666 Bundesliga-Minuten in der vergangenen Spielzeit kam Waldschmidt immerhin auf fünf Tore und vier Assists für den FC. Nur siebenmal stand der ehemalige Nationalspieler in der Startelf. Zwischenzeitlich galt er bei den Kölnern als „Super-Joker“, da er sechs seiner neun Scorerpunkte nach Einwechslungen erzielte. Doch mit seiner Rolle war er selbst nicht zufrieden. Waldschmidt pochte auf mehr Einsatzzeit, weshalb im Sommer auch die ein oder anderen Transfergerüchte aufpoppten. Unter anderem wurde Hannover 96 ein Interesse am FC-Profi nachgesagt. Die Kölner hätten dem Offensivspieler bei einem Wechsel wohl auch keine Steine in den Weg gelegt. Doch Waldschmidt selbst betonte nochmals am Rande der Trikot-Präsentation vor der Saison, dass er sich extrem wohl in Köln fühle.
In der Vorbereitung betrieb der 30-Jährige dann auch mächtig Eigenwerbung, steuerte in den Testspielen ganze fünf Treffer bei. Waldschmidt überzeugte schon mehrfach bei den Domstädtern mit einer guten Vorbereitung, gilt sogar als „Testspiel-König“. In den Pflichtspielen kann er diese Leistungen aber häufig nicht bestätigen. Der gebürtige Siegener hat die Qualitäten, Spiele zu entscheiden, ruft dies aber viel zu selten ab. Zusätzlich verpasste Waldschmidt auch noch den Saisonauftakt im DFB-Pokal und der Bundesliga aufgrund von muskulären Problemen. Damit war er direkt wieder außen vor.
Warum Luca Waldschmidt nicht ins System des 1. FC Köln passt
Gegen den Hamburger SV rückte Waldschmidt dann zurück in den Kader, kam seitdem aber nur auf 38 Einsatzminuten in der Bundesliga. Gegen Union saß er sogar die komplette Spielzeit auf der Ersatzbank, Malek El Mala sowie Mikey Moore bekamen den Vorzug. Dass Waldschmidt auch unter Wagner nicht wirklich gefragt ist, liegt vielleicht auch am System der Kölner. Im klassischen 4-2-3-1 kann er nicht als alleinige Spitze vorn spielen, da der FC eher auf einen bulligen Stürmertyp setzt. Angreifer wie Ache dienen als Wandspieler, um Bälle festzumachen, sind kopfballstark und haben zudem einen guten Abschluss. Waldschmidt kommt dagegen eher über seine technischen Fähigkeiten.
Zuletzt lief der FC dann in einer 3-5-2-Formation auf. Die Doppelspitze bildeten Marius Bülter und Said El Mala. Der Kölner Shootingstar ist ohnehin gesetzt, während Bülter die Rolle als Wandspieler übernehmen soll. Da der FC aufgrund der Ausfälle auch keinen klassischen Ersatz für diesen Spielertyp hat, steht Bülter auch häufig über die volle Spielzeit auf dem Feld. Waldschmidt würde eher in einem System mit hängender Spitze funktionieren, häufig als „falscher Neuner“ betitelt. Dabei lässt sich der Angreifer gerne auch mal ins Mittelfeld fallen und agiert nicht hauptsächlich auf vorderster Linie. Somit kann er auch das Spiel mit aufbauen. Die Domstädter spielen in so einem System jedoch nicht und ein klassischer Zehner ist Waldschmidt auch nicht. Dort würde es im Konkurrenzkampf mit Mikey Moore auch ohnehin schwierig werden.
Vertrag bis 2027: Wie geht es mit Waldschmidt weiter?
Sobald Ache wieder in den Kader zurückkehrt und der Klub im Winter in der Offensive noch mal nachlegt, dürfte es eng für Waldschmidt mit weiteren Einsatzzeiten werden. Sollte es nicht plötzlich eine Leistungsexplosion bei ihm geben, dürfte er höchstens weiter als Joker im Kader eingeplant sein. Der FC-Profi ist nicht zufrieden mit der aktuellen Situation und besitzt nur noch einen Vertrag bis 2027 in Köln. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Lage rund um den 30-Jährigen in dieser Saison noch entwickelt.
Vor etwas über einer Wochefeierte der 1. FC Köln mit dem furiosen 5:0 über Union Berlin den Einzug in das Achtelfinale des DFB-Pokals. Seit Sonntagabend stand bereits fest, dass die Kölner in der nächsten Runde eine weite Reise auf sich nehmen müssen. Denn als Gegner wurde dem FC Zweitligist Holstein Kiel zugelost. Nun hat der DFB die Achtelfinal-Paarungen zeitgenau terminiert.
Mit dem glorreichen 5:0-Erfolg gegen Union Berlin im DFB-Pokal ist der 1. FC Köln ins Achtelfinale eingezogen und trifft dort auf Holstein Kiel. Am vergangenen Sonntag fand die Auslosung in der ARD statt. Nun steht auch die genaue Terminierung fest.
Die Mannschaft des 1. FC Köln feiert den Pokalsieg gegen Union Berlin vor der Kurve
Die Geißböcke sind am Dienstag, den 1. Dezember, um 18 Uhr bei Zweitligist Holstein Kiel zu Gast. Besonders den Kölner Fans dürfte die Anstoßzeit nicht sonderlich schmecken. Die frühe Uhrzeit kollidiert bei vielen Auswärtsfahrern mit der Arbeit. Daher gab es in der Vergangenheit auch schon Proteste gegen die frühen Ansetzungen. Geändert hat sich daran aber bislang noch nichts. Trotz der Umstände dürften dennoch wieder viele heißblütige FC-Fans bei dem Pokal-Fight vor Ort sein.
Sportlich gesehen gehen die Kölner als klarer Favorit in das Spiel gegen die Störche. In der 2. Bundesliga hängt der Klub im Tabellenkeller auf dem 17. Platz fest. Die Kieler konnten in zehn Ligaspielen nur einen Sieg einfahren, kassierten vier Niederlagen und spielten fünfmal Remis. Im DFB-Pokal feierte die Mannschaft von Trainer Tim Walter dagegen in der zweiten Runde einen fulminanten Erfolg. Gegen die TSG Hoffenheim setzten sich die Kieler im Elfmeterschießen durch. Der FC sollte also gewarnt sein. Auch wenn es in der Liga für die Störche nicht gut läuft, gelten im Pokal bekanntermaßen andere Regeln. Deshalb wird es mit Sicherheit kein einfaches Spiel für die Kölner.
Die Truppe von René Wagner kann allerdings auch auf einen starken Erfolg im Pokal zurückblicken. Während man in der ersten Runde nur knapp gegen die Würzburger Kickers (2:1) weiterkam, spielte man in der zweiten Runde umso stärker auf. Gegen Union Berlin gelang ein grandioser 5:0‑Erfolg. Der FC hat durch die beiden Siege schon eine ordentliche Summe erspielt. Rund 1,6 Millionen Euro hat das Erreichen der Runde der letzten 16 schon eingebracht. Sollten die Geißböcke das Viertelfinale erreichen, winken noch einmal 1,8 Millionen Euro.
Die weiteren Terminierungen im DFB-Pokal im Überblick:
Zu Saisonbeginn spielte er unter René Wagner eher die kleine Rolle, in den vergangenen Wochen hat sich Joel Schmied wieder einmal in der ersten Elf des 1. FC Köln festgespielt. Am Sonntag empfangen die Geißböcke mit Leverkusen eine der stärksten Offensiven der Liga. Dazu und zu seiner Rolle in der Mannschaft äußerte sich der Schweizer am Mittwoch am Rande des Trainings.
In drei der vergangenen vier Spiele stand Joel Schmied in der Kölner Startelf und sorgte mit für die Stabilisierung der FC-Defensive. Davon, dass er jetzt einen Stammplatz hat, möchte der Schweizer aber noch nichts wissen.
Joel Schmied vom 1. FC Köln (Foto: Christof Koepsel / Getty Images)
Die Bilanz war eine beeindruckende: Nicht einen einzigen Gegentreffer hatten die Kölner bis zum vergangenen Wochenende gefangen, wenn Joel Schmied auf dem Platz stand. Das hat sich gegen Union am Sonntagnachmittag geändert. Und nicht nur das, der Schweizer war auch unmittelbar an dem Gegentreffer beteiligt, wurde vor dem 0:1 von seinem Gegenspieler getunnelt. Nach zwei, drei kleineren Wacklern fing sich Schmied aber wieder und knüpfte an die Leistungen der Vorwochen an. So holte der FC noch einen wichtigen Punkt in einer engen Tabelle. „Gewinnt man mal ein Spiel, ist man fast auf einem europäischen Platz. Verliert man, ist man fast auf einem Abstiegsplatz. Es ist extrem eng“, sagte der Innenverteidiger am Mittwoch am Rande des Trainings. Der Abwehrspieler sieht seine Mannschaft aber auf einem guten Weg: „Ich finde, in den letzten Wochen hat man auch gemerkt, dass wir uns stabilisiert haben.“
Daran hatte der 28-Jährige seinen Anteil. Schon gegen Eintracht Frankfurt stärkte der Abwehrspieler die Defensive, verlieh ihr Stabilität. Der Gegentreffer fiel erst nach der verletzungsbedingten Auswechslung. Im Pokal gegen die Eisernen war Schmied überragend, in der Liga eben nach anfänglichen Schwierigkeiten gut. Und mit diesen Leistungen dürfte der 28-Jährige den Stammplatz vorerst sicher und Luka Lochoshvili verdrängt haben. Auch wenn er da selber noch zurückhaltender ist. „Ich würde jetzt aufpassen mit dem Begriff Stammplatz. Ich glaube, in den letzten Wochen ging es auch bei mir wieder bergauf. Dann ist natürlich klar, dass man dann auch eher mit einem breiten Lächeln aufsteht, als wenn man nicht so viele Minuten sammelt“, so der Innenverteidiger.
Entscheidend dafür ist, dass sich der Schweizer auch zu Saisonbeginn, als er weniger gefragt war, nicht hat hängen lassen. „Was René (Wagner, Anm. d. Red.) allen Spielern mitgibt, ist selbst wenn man nicht spielt, hau dich jedes Wochenende und jede Woche rein, auch im Training. Genau das habe ich gemacht und konnte zum Glück meine Chance nutzen“, erklärte der 28-Jährige. Diese wird er wohl auch in den kommenden Wochen bekommen. Auch wenn der Defensivspezialist sich daher nicht zurücklehnen darf. Schließlich kann seine Konkurrenz wie Lochoshvili sich wiederum umgekehrt über gute Trainingsleistungen empfehlen.
Harter nächster Gegner mit Leverkusen: „Kann uns entgegenkommen“
Am Sonntag wird es die Kölner Defensive mit einer anderen Hausnummer als noch in der Vorwoche zu tun bekommen. Denn mit Leverkusen kommt eine der kaltschnäuzigsten Offensiven der Liga. 18 Tore erzielte die Werkself in den bisherigen Ligaspielen. Nur Leipzig und die Bayern mehr. Aber die Leverkusener Spielweise könnte auch Vorteile für den FC bieten im Vergleich zu den vorherigen Gegnern, die tiefer gestanden haben. „Es ist ein Fakt, dass wir sehr schnelle Offensivspieler haben, die es mögen, wenn wir viel Raum dahinter ist. Ich glaube, das ist auch etwas, was uns entgegenkommen kann: Große Gegner, die den Anspruch haben, das Spiel zu dominieren“, sagt Schmied. Der FC müsse wegen des „sehr, sehr guten“ Leverkusener Angriffs einen guten Mix zwischen einer stabilen Defensive und offensiven Nadelstichen finden.
Dabei freut sich der Innenverteidiger auch auf die Atmosphäre im Duell mit dem Nachbarn. „Derbys sind immer sehr besonders“, meinte der Abwehrspieler. „Die wollen wir immer gewinnen. Ganz klar, auch wenn wir der Underdog sind. Wir werden alles wieder reinwerfen und einen guten Matchplan haben und dann hoffentlich auch das Stadion wieder anzünden.“ Dafür könnte bestimmt auch Schmied mit der ein oder anderen guten Defensivaktion gegen die starke Leverkusener Offensive sorgen.
Auf die rauschende Gala im Pokal in Köln folgte nur wenige Tage später der trostlose Auftritt des 1. FC Köln bei Union Berlin. Jonas Hector hat beide Spiele gesehen und sich zu diesen auch in seiner neuen Folge des Podcasts „Schlag & fertig“ geäußert. Und der Ex-Spieler der Geißböcke findet deutliche Worte, sieht etwas Positives, spricht aber auch eine vorsichtige Warnung aus.
Fünf Tage lagen zwischen dem 5:0-Erfolg des FC im Pokal und dem müden 1:1 in Berlin. Jonas Hector habe genau das erwartet, sagt der Ex-Kapitän der Kölner in der aktuellen Ausgabe seines Podcasts, den er mit Fabian Köster betreibt. „Wie oft hat man das, im Vorgang gehört, wie oft habe ich das gesagt. Es war tatsächlich ein ganz anderes Spiel. Es war umkämpfter, würde ich mal sagen“, so Hector.
Dass die Begegnung nach dem 5:0 eine andere werden würde, kam tatsächlich alles andere als unerwartet. Union trat im eigenen Stadion deutlich kompakter und in der Defensive stabiler auf, ließ den Kölnern gerade auf den Außen kaum Räume. Berlin stand tief, verteidigte teilweise mit allen Feldspielern. „Ich habe da ein Spiel gewonnen, zu Zweitliga-Zeiten. Das war der letzte Sieg bei Union“, erinnert sich Hector. „Da ist es immer eklig. Du liegst 0:1 hinten und dann spielst du gefühlt gegen 25 Unioner. Die spielen mit ihrer Fünferkette. Das ist eklig.“ Ähnlich hatte es auch Said El Mala nach dem Remis beschrieben. Der Kölner Shootingstar hatte eine große Chance, war aber sonst eher kein Faktor. „Aber Kleinvieh macht auch Mist“, sagt der ehemalige Nationalspieler.
Jonas Hector: „Das Kerngeschäft ist die Bundesliga“
Und genau darauf kann es am Ende aus Sicht des Ex-Kapitäns ankommen. Denn die Tabelle deutet schon nach dem 8. Spieltag daraufhin, dass es einen packenden Kampf um den Klassenerhalt geben könnte. „Das wird richtig eng. Da brauchst du jeden Punkt“, sagt Hector und die müsse man jetzt sammeln, weil die Konkurrenz nicht schläft. So warnt er, dass beispielsweise auch Gladbach punktet und den Anschluss nach oben schnell wiederherstellen könne. Insofern wäre ein Sieg gegen die Eisernen auch extrem wichtig gewesen. „Das Kerngeschäft ist die Bundesliga, da musst du eben punkten. Da kann ein zweiter Wettbewerb über gewisse Sachen hinwegtäuschen“, sagt Hector. „Als wir abgestiegen sind und Europa League gespielt haben, da hatten wir sechs Punkte in der Halbserie, aber in der Europa League ganz gut performt. Das täuscht ein wenig weg, das verändert die Stimmung ins Positive.“
Malek El Mala sorgt für das Happy End
Das Positive habe es aber auch am Sonntag gegeben. „Nämlich, dass Malek El Mala sein erstes Tor gemacht hat bei seinem Profidebüt“, sagt der Ex-Spieler. Der ältere Bruder von Said hatte zwei Mal im Kader gestanden, aber nicht gespielt. Gegen Union wurde der Stürmer eingewechselt, hatte sieben Minuten später den wichtigen Ausgleich erzielt und damit zumindest für ein kleines Happy End und gute Stimmung bei den Fans gesorgt. „Hätte es ein anderer geschossen, wäre es nicht so.“ Dennoch hatte sich Hector mehr erhofft. „Das sind schwere Wochen, die dem FC bevorstehen. Es sind noch einige Brocken zu spielen.“
Im Sommer wurde er als großes Versprechen an den Rhein geholt, bisher ist Mikey Moore diesen Nachweis beim 1. FC Köln allerdings noch schuldig. Obwohl immer wieder vielversprechende Anlagen erkennbar sind, fehlt dem jungen Engländer die Konstanz. Auf seinen ersten Treffer wartet er ebenfalls noch. Zuletzt blieb dem Offensivspieler teilweise sogar nur der Bankplatz. Die Partie gegen Leverkusen wäre ein guter Zeitpunkt, um sein Können unter Beweis zu stellen.
Um sich die Dienste von Moore zu sichern, verzichteten die Geißböcke sogar auf eine Kaufoption des Leihspielers. Alleine die Chance, diesen Spieler ein Jahr in den eigenen Reihen zu haben, sollte schon Gewinn genug sein. Nach acht Spielen fällt die Bilanz allerdings noch nicht aus wie erhofft. Von dem angekündigten Unterschiedsspieler ist bisher kaum etwas zu sehen. Gegen Leverkusen soll sich das ändern.
Tom Krauß, Mikey Moore und Said El Mala auf der Bank des 1. FC Köln
Den Bankplatz des Talents beim Auswärtsspiel in Berlin erklärte René Wagner zunächst mit Belastungssteuerung und Moores Qualität, ein Spiel auch nach Einwechslung noch entscheiden zu können. Gleichzeitig kommunizierte der FC-Coach aber auch offen, dass der 19-Jährige ihn noch nicht vollständig überzeugt. Die Veranlagungen und Qualitäten des englischen U20-Nationalspielers sind unbestritten, er bekommt sie bisher nur zu selten auf den Bundesligarasen. Stattdessen entschied sich Wagner an der Alten Försterei für Isak Johannesson, der etwas defensiver ausgerichtet ist. Im Nachgang der Partie lässt sich jedoch sagen, dass die Kreativität von Moore dem FC möglicherweise gut getan hätte. Nach seiner Einwechslung blieb er in der Schlussphase allerdings ähnlich blass wie der Großteil seiner Mitspieler.
Die Rolle der Tottenham-Leihgabe ist nach etwa einem Viertel der Saison noch nicht eindeutig definierbar. Zunächst war Moore im offensiven Mittelfeld gesetzt. Hinter der Angriffsreihe sollte er für kreative Momente sorgen und seine Mitspieler in Szene setzen. Beim Auswärtsspiel in Frankfurt und zuletzt in Berlin entschied sich Wagner jedoch bewusst gegen den Youngster. Entscheidungen, die Moore sichtlich unzufrieden stimmten. Während sich seine Kollegen im Vorfeld des Spiels den Ball zuspielten, blieb der Engländer beide Male abseits und jonglierte alleine mit dem Leder. Auch er selbst hat sich diese Leihe bis hierhin wohl anders vorgestellt. Ob er sich von diesen Rückschlägen runterziehen lässt oder sie als Ansporn sieht, werden die nächsten Wochen zeigen. Außer Frage steht aber: Wenn Moore in Form ist, wird er seinen Stammplatz bei den Geißböcken sicher haben.
Wann platzt der Moore-Knoten?
Für Trainer, Verantwortliche und Fans scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Moore in die Spur findet. Die Veranlagungen sind da, vielleicht braucht es nur diesen kleinen Anstoß, damit die Nummer 47 in Fahrt kommt. Bisher fehlt ihm jedoch das Glück. Trotz aussichtsreicher Abschlussgelegenheiten blieb die erste Torbeteiligung noch aus. Sollte diese jedoch zeitnah folgen, ist nicht auszuschließen, dass Moore ein anderer wird. Obwohl er nichts dafür kann, dass seine Vorlagen nicht zu Toren umgewandelt werden, braucht es oft dieses erste Erfolgserlebnis. In den anstehenden Partien besteht dafür die Chance, seine Fähigkeiten gegen nationale Spitzenteams unter Beweis zu stellen. Am Sonntag empfängt der FC den Nachbarn aus Leverkusen in Müngersdorf, anschließend steht ein Auswärtsspiel in München auf dem Plan. Dazwischen pausiert die Bundesliga eine Woche, aufgrund der anstehenden Länderspielpause. Die Reise zu den Young Three Lions könnte Moore dabei gerade recht kommen und ihn auf andere Gedanken bringen.
Ein Aufblühen des Spielmachers wäre eine Win-Win-Win-Situation. Der FC bekommt einen Unterschiedsspieler, Moore selbst kann sich auf höchstem Niveau weiterentwickeln und Tottenham bekommt einen Spieler zurück, der in der Premier League sofort helfen kann. Dafür muss er sich zunächst allerdings aus der aktuellen Formkrise rausspielen. 26 Spiele in der Liga und mindestens ein Pokalspiel bleiben dem 19-Jährigen dafür noch. Das Heimspiel gegen Leverkusen könnte zum Startschuss der Trendwende werden.
Das 1:1 bei Union Berlin brachte neben sportlicher Magerkost auch einen neuen Negativrekord mit sich. Saisonübergreifend konnte der FC in den letzten 17 Auswärtsspielen nicht gewinnen. Bei genauerer Betrachtung lassen sich gewisse Muster feststellen. Darauf sollten die Geißböcke bei den kommenden Spielen außer Haus achten.
Die Euphorie nach dem 5:0-Erfolg im DFB-Pokal war am Dienstagabend so groß, dass sogar die Reise durch Europa gesanglich im Stadion manifestiert wurde. Nach dem Spektakel gegen die Eisernen lag eigentlich auf der Hand, dass die Revanche gegen die Berliner ganz anders ablaufen würde. Nun ja, der Rest ist bekannt. Auch im siebzehnten Auswärtsspiel in Folge konnten die Domstädter keinen Dreier einfahren. Zusammengerechnet ergibt das inzwischen eine komplette Saison ohne Sieg in der Fremde. Neben immerhin sechs Unentschieden stehen elf Niederlagen zu Buche. Zudem ein Torverhältnis von 16:35.
Das große Problem? In den meisten dieser Spiele kassierte der FC den ersten Treffer und musste folglich zumeist einem Rückstand hinterherlaufen. In gleich fünfzehn Partien war das der Fall. So oft mit einer derartigen Hypothek Spiele bestreiten zu müssen ist vergleichbar damit, direkt zu Beginn einer Schachpartie seine Dame zu opfern. Positiv ist immerhin zu bemerken, dass die Geißböcke sich in sechs dieser Rückstände zu einem Unentschieden kämpfen konnten. Das Spiel drehen konnten sie aber nie.
Nach der Pause verschläft der 1. FC Köln den Start
Doch woran kann man diese Negativserie nun festmachen? Gibt es vielleicht gewisse Spielerkonstellationen, die auswärts besonders oft zum Einsatz kamen? Einen alleinigen Sündenbock sogar? So einfach ist das leider nicht. Zwar stand Marvin Schwäbe in jeder dieser Partien zwischen den Pfosten, ihm die Schuld an der mageren Ausbeute zu geben wäre aber vermessen und falsch. Obwohl also weder personelle noch taktische Auffälligkeiten erkennbar sind, lassen sich dennoch interessante Erkenntnisse bezüglich einzelner Phasen des Spiels ableiten.
Besonders in den Heimspielen kommt der FC eigentlich stets recht gut aus der Halbzeit. Angepeitscht von der beeindruckenden Kulisse im RheinEnergieStadion legen die Domstädter häufig sofort los wie die Feuerwehr und treffen folglich auch des Öfteren. Auswärts fällt der Support aber natürlich ganz anders aus als im eigenen Wohnzimmer. Und das macht sich auch in den Zahlen bemerkbar. In den letzten siebzehn Auswärtsspielen fielen die wenigsten Tore in der ersten Viertelstunde nach dem Pausentee. Nur vier an der Zahl, darunter lediglich eines auf Seiten der Kölner. In dieser Spielphase können die Geißböcke noch die ein oder andere Schippe drauflegen. Ein Tor unmittelbar nach der Halbzeit kann zudem auch einen psychologischen Effekt haben. Der zur Pause besprochene Matchplan des Gegners wird direkt hinfällig und der FC befindet sich in einem positiven Momentum.
Zwischen der 61. und 75. Minute schlägt es ein
Nicht nur verpassen die Kölner im ersten Drittel der zweiten Halbzeit die Erzielung eines Wirkungstreffers, in der Folge werden sie postwendend bestraft. Die meisten Gegentreffer dieser Spiele fielen im Anschluss an diese Phase. Zehnmal klingelte es zwischen der 61. und der 75. Spielminute. Das lässt sich gewiss auch als Folgeeffekt bewerten. Würden die Kölner zu Beginn des zweiten Durchgangs treffen, könnten sie den Aufwind daraus mit in den Rest des Spiels nehmen. Stattdessen sorgen die vielen Gegentore in der Mitte der zweiten Halbzeit für einen Bruch der Moral – sollte man meinen.
8:8 in der Schlussviertelstunde: Die Gegenwehr kommt zu spät
Doch dem ist nicht so. Tatsächlich akzeptiert der FC gegen Ende eines Spiels keineswegs sein Schicksal, sondern wirft noch einmal alles nach vorne. Das schlägt sich sowohl in der Menge der eigenen Tore (8) in der Schluss-Viertelstunde als auch in der Menge der Gegentore (8) nieder. In diesen letzten Momenten eines FC-Spiels wird den Fans immer etwas geboten. In keinem anderen Abschnitt der Partie fallen so viele Tore. Aus Kölner Sicht wird eines klar: Wir können auswärts Tore schießen. Jedoch wachen die Domstädter zu spät auf und beginnen sich meist erst gegen Ende zu wehren.
Woran der 1. FC Köln auswärts scheitert
Abschließend lässt sich also festhalten, dass die Auswärtsspiele des FC besonders in der zweiten Halbzeit entschieden werden. Die ersten Minuten nach der Pause sind in jedem Spiel eine besonders sensible Phase. Genau dort sind die Kölner oft selbst noch zu schläfrig. Diese Schläfrigkeit hält so lange an, bis der Gegner in der Mitte des zweiten Durchgangs seine Torfabrik in Gang bekommt und am FC austestet. In der Schlussphase laufen die Geißböcke dann zumeist bereits einem Rückstand hinterher, gegen den sie sich mit aller Macht stemmen. Das resultiert neben vielen eigenen Toren aber auch in einer ordentlichen Menge an weiteren Gegentreffern.
Es ist eigentlich wie in der Schule. Wer rechtzeitig seine Hausaufgaben erledigt, der hat am Ende nicht mehr so einen Stress. Mit diesen Erkenntnissen könnte das nächste Auswärtsspiel schon etwas zuversichtlicher angegangen werden. Das einzige Problem: Der FC muss nach München. Der optimale Zeitpunkt, um diese Serie zu beenden.