Der FC wollte sich mit einem Sieg in die Länderspielpause verabschieden, doch es gab den nächsten Rückschlag. Gegen den noch tor- und punktlosen Hamburger SV kassierten die Geißböcke eine bittere Niederlage. Bitter, weil der FC eigentlich viel richtig machte. Der 1. FC Köln verliert beim Hamburger SV 1:2.
Hamburger SV gegen den 1. FC Köln. Das klingt schon allein von der Ansetzung nach Bundesliga pur. Vor anderthalb Jahren gemeinsam in die Bundesliga aufgestiegen, wollen beide Clubs diese Saison den nächsten Schritt in Richtung Etablierung gehen. Während der FC vor dem Spiel mit 4 Punkten einen soliden Saisonstart hinlegte, war es für den HSV ein Saisonstart zum Vergessen: 0 Punkte und dabei kein einziges eigenes Tor in den ersten drei Spielen. Nun aber verabschiedet sich der HSV mit breiterer Brust in die Länderspielpause, während der FC den nächsten Dämpfer hinnehmen muss.

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Der HSV schob die Favoritenrolle zu Beginn klar dem FC zu. Das Heimteam ließ sich gegen den Ball weit in die eigene Hälfte zurückdrängen, während der FC, wie schon gegen Bremen, vorne alles anlief. Auch die erste Chance des Spiels gehörte den Kölnern. Dallinga traf nach Mainas Vorlage aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz (6.). Gegen den tiefen Hamburger Block versuchte der FC immer wieder, mit vielen kurzen Pässen spielerische Lösungen zu finden. Dallinga löste sich dafür öfters aus der Sturmspitze, um sich den Ball zu holen. Said El Mala blieb dagegen zum Start noch blass und glücklos im Dribbling. Sein neuer kongenialer Offensivpartner Mikey Moore war hingegen wieder mal einer der Auffälligsten. Seinen Schuss aus rund 30 Metern musste Heuer Fernandes per Faustabwehr zur Ecke klären (26.).
Machst du sie vorne nicht, kriegst du sie hinten
Während der FC das Spiel dominierte, wurde der HSV nie wirklich gefährlich. Wenn es mal Offensivaktionen gab, dann über Vieira. Mit einem Weitschuss per Freistoß kam er zumindest zu Hamburgs erstem Torschuss. Dieser war allerdings viel zu harmlos und kein Problem für Schwäbe. Der FC wurde dafür gegen Ende der ersten Halbzeit immer stärker. Vor allem durch die Flügelspieler Linton Maina und den endlich aufblühenden El Mala. Zunächst verpasste der Kölner Shootingstar eine Maina-Flanke nur knapp mit dem Kopf, bevor er dann mit seinem klassischen El-Mala-Schuss an Heuer Fernandes scheiterte. Die dickste Chance hatte dann aber Thijs Dallinga. Nach einer maßgenauen Flanke von Gideon Mensah, kam er aus fünf Metern frei zum Kopfball. Heuer Fernandes konnte den Ball mit einem starken Reflex gerade noch so abwehren (38.). Während die Spieler gedanklich schon in der Kabine waren und René Wagner vermutlich schon die Halbzeitansprache überlegte, traf Hamburg zum 1:0 (44.) aus dem buchstäblichen Nichts. Nach einer Ecke von Albert Gronbaek sah sich in der Kölner Hintermannschaft keiner in der Verantwortung, Nicolás Capaldo zu decken. Dieser hatte dann keine Mühe mehr Marvin Schwäbe per Kopf zu überwinden.
Eine Abtastphase wie in der ersten Halbzeit war es in der zweiten Häfte wahrlich nicht mehr. Beide Teams kamen mit mächtig Feuer aus der Kabine. Moore hatte den Ausgleich schon früh auf dem Fuß (47.). Kurz darauf kam es zu einer Slapstick-Aktion des FC. Schwäbes Weitschussversuch traf Jahmai Simpson-Pusey am Rücken, wodurch der Ball Groenbaek vor die Füße fiel. Schwäbe konnte den Fehler gerade noch so wieder ausbügeln (49.). Gegen den Schuss von Yussuf Poulsen zwei Minuten später war er dann aber machtlos. Nach einem schön und vor allem schnell ausgespielten Konter musste Poulsen nach einer scharfen Groenbaek-Flanke nur noch den Fuß reinhalten (51.).
Kein Durchkommen gegen den Hamburger Block
Nach dem 2:0 zeigte sich ein ähnliches Bild wie zu Beginn ersten Halbzeit. Der HSV ließ die Kölner kommen und die probierten mit viel Ballbesitz gegen den tiefen Hamburger Block durchzukommen. Wagner wechselte in diese Phase Ragnar Ache, Borna Sosa und Isak Johannesson ein, die Mitte der zweiten Halbzeit neuen Schwung reinbringen sollten. Für Sosa war es der erste Einsatz im FC-Dress. Richtig zwingend wurde es aber auch durch den Dreifachwechsel nicht. Die erste größere Chance nach dem Gegentor hatte der FC eher aus Zufall. Ein abgeblockter Sosa-Freistoß fällt über Umwege El Mala vor die Füße. Sein abgefälschter Schuss verfehlte den Pfosten nur knapp (74.).
Der HSV kam hingegen durch den Druck der Kölner immer wieder zu aussichtsreichen Kontern, die sie aber nicht clever genug ausspielten. Aber auch per Standards blieb der HSV gefährlich. Einen Freistoß von Vieira konnte Schwäbe gerade noch so über die Latte lenken (78.). Viel mehr machen musste der HSV auch nicht mehr. Bis Ellyes Skhiri mit einer genauen Flanke Ragnar Ache in der Spitze fand, der zum 1:2 einnickte (90.+1). Doch der Anschlusstreffer fiel zu spät.
Start der langen Länderspielpause
Die Bundesliga verabschiedet sich jetzt in ihre allererste XXL-Länderspielpause. Für Saïd El Mala geht es in Klopps zweitem Kader am 1. Oktober gegen Serbien und am 4. Oktober gegen Griechenland. Nach der Länderspielpause heißt es für den FC: Derby! Am 11. Oktober geht es gegen die Fohlen aus Mönchengladbach. Bis zum Spiel am 11. Oktober wird Mönchengladbach dann auch ihren neuen Cheftrainer gefunden haben.
1. FC Köln: Schwäbe – Mensah (64. Sosa), Lochoshvili, Simpson-Pusey, Castro-Montes (67. Johannesson) – Skhiri, Krauß (82. Waldschmidt) – El Mala, Moore, Maina (82. Bülter) – Dallinga (64. Ache); 1:0 Capaldo (43.), 2:0 Poulsen (49.), 2:1 Ache (90. +1)
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