Offiziell: Sebastian Andersson verlässt den FC

Sebastian Andersson vom 1. FC Köln
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Offiziell: Sebastian Andersson verlässt den FC

Was der Verein schon vor Wochen angekündigt hat, ist nun auch offiziell: Sebastian Andersson verlässt den 1. FC Köln.

Er kam im Sommer 2020 als Hoffnungsträger, erzielte wichtige Treffer in der Relegation im Sommer 2021, fand sich auch aufgrund hartnäckiger Verletzungen beim FC nie so richtig zu recht. Was bereits beschlossen war, ist nun offiziell: Sebastian Andersson verlässt den 1. FC Köln.

Als der FC im Sommer 2020 Jhon Cordoba in einem Blitztransfer Richtung Hertha BSC abgab, musste Ersatz her. Torgefährlich, kopfballstark, ein Wandspieler sollte er sein. Die damaligen Kölner Verantwortlichen glaubten bei Union Berling fündig geworden zu sein: Sebastian Andersson, zwölf Tore und drei Vorlagen in 33 Spielen sprachen eine beeindruckende Sprache.

Doch Andersson konnte das Versprechen nicht halten. In der ersten Spielzeit kam der Stürmer auf 16 Einsätze, erzielte drei Treffer, bereitete ein Tor vor. Der Schwede wurde immer wieder von Knieproblemen zurückgeworfen, musste lange aussetzen. Probleme, die durchaus bekannt waren. Ausgerechnet im Rückspiel der Relegation gegen Holstein Kiel war Andersson zur Stelle, brachte den FC mit einem Doppelpack auf Erfolgskurs. Auch in der Folgesaison erzielte Andersson drei Treffer, bereitete ein Tor vor – allerdings bei 26 Liga-Einsätzen.

Im vergangenen Sommer galt Andersson als sicherer Wechselkandidat. Zwar lagen dem Spieler zahlreiche Angebote vor, doch der Schwede schlug sie alle der Reihe nach aus. Stattdessen unterzog sich der Stürmer einer Knie-OP, von der ihm die Kölner Ärzte abgeraten hatten. Nachdem Andersson die Mediziner anschließend auch noch öffentlich kritisierte, war das Tischtuch zwischen Verein und Spieler endgültig zerschnitten. Nach drei Jahren verlässt Andersson nun den FC, für beide Seiten wohl enttäuschende drei Jahre.

 

Unsere Einzelkritik zum Bremen-Spiel

1. FC Köln: Besondere Momente der Saison

Jonas Hector und Timo Horn erhalten einen würdigen Abschied
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1. FC Köln: Besondere Momente der Saison

Die größte Überraschung, der bitterste Augenblick, das schönste Tor, die heftigste Enttäuschung – die Spielzeit war eine Achterbahn der Gefühle beim FC. Ein Rückblick des 1. FC Köln: Besondere Momente der Saison.

Zwar verpasste der FC einen Sieg am letzten Spieltag gegen die Bayern, die Kölner können aber dennoch auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Trotz einiger Widrigkeiten hat der FC die Spielzeit auf Rang elf beendet. Eine Spielzeit mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen, vor allem aber gab es beim 1. FC Köln zahlreiche besondere Momente in der Saison.

Der emotionalste Moment: Der Abschied von Timo Horn und Jonas Hector

Wenn man so will hat der 1. FC Köln bis zum Schluss gewartet, um wiederum mit dem größten Highlight der Saison aufzuwarten. Schon die Kabinenansprache von Jonas Hector, in der er seinen Abschied verkündete, löste bei vielen Fans Wehmut aus. Der Kapitän geht von Bord. Und das, nach mehr als einer Decade bei den Geißböcken. Nachdem auch Timon Horn seinen Abschied bekannt gegeben hat und der Klassenerhalt der Kölner in trockenen Tüchern war, gab es rund um das Geißbockheim so gut wie kein anderes Thema mehr.

Entgegen ihres normalen Vorgehens versprachen die Kölner Verantwortlichen einen offiziellen, einen emotionalen Abschied für die beiden FC-Ikonen. Und der wurde es, als 50.000 Zuschauer inklusive Mannschaft, Trainer, Wegbegleiter und Freunde gemeinsam mit Ben Randerath „Tommi“ von AnnenMayKantereit sangen, konnte selbst ein Jonas Hector die Tränen nicht mehr zurückhalten. Ein emotionaler Moment, ein Gänsehautmoment, ein Moment, den die FC-Anhänger so schnell nicht vergessen werden.

Die Erkenntnis der Saison: Not macht erfinderisch!

Diese ist aus der Not geboren, denn durch die langwierige Verletzung von Mark Uth, die zwischenzeitliche von Dejan Ljubicic und dem Abgang von Ondrej Duda suchte FC Trainer Steffen Baumgart lange nach einem geeigneten Zehner. Er probierte gleich zahlreiche Optionen aus, doch Mathias Olesen ist offensichtlich noch nicht so weit und auch Denis Huseinbasic wird trotz seiner rasanten Entwicklung noch einige Zeit brauchen, um konstant auf hohem Bundesliganiveau zu spielen. Auch Ljubicic fiel lange verletzt aus, suchte dann nach der Form und war schließlich auf der rechten Seite am effektivsten. Somit entschied sich Baumgart für Florian Kainz auf der Zehn. Der Österreicher zeigte, dass er sich auf dieser Position wohlfühlt und ist eine echte Alternative zu Mark Uth.

Die positive Überraschung: Jeff Chabot wird zum Türsteher

Die Saisonbilanz von Jeff Chabot fiel vor genau einem Jahr alles andere als gut aus. Der Abwehrspieler war im Winter von Sampdoria Genua an den 1. FC Köln verliehen worden. Doch Chabot tat sich schwer, fiel zunächst krankheitsbedingt aus und bei seinen ersten Einsätzen nicht unbedingt positiv auf. Insgesamt kam der Innenverteidiger auf vier Einsätze und 208 Spielminuten und somit an Timo Hübers und Luca Kilian nicht vorbei. Nichts, aber auch gar nichts deutete auf eine mögliche Vertragsverlängerung oder eine feste Verpflichtung Chabots hin.

Doch schon in der Vorbereitung steigerte Chabot seine Leistung, spielte sich auch auf Grund der Verletzung von Kilian in der Startelf fest und ist aus dieser nicht mehr wegzudenken. Der Abwehrspieler gewann prozentual die meisten Zweikämpfe der Kölner, weist die drittbeste Passquote auf, nicht umsonst wurde er von manchen Medien bereits als der Kölner Türsteher gefeiert. Chabot stellte mit seiner Leistung die durchaus erfreuliche Entwicklung der Youngster Eric Martel und Denis Huseinbasic in den Schatten.

Der kurioseste Moment: Nebel über Slovacko

Zugegeben, die Rasensprenger im letzten Pflichtspiel des Jahres waren auch schon besonders. Den wohl kuriosesten Moment erlebten Spieler und Fans aber wohl in der Conference League. Beim 1. FC Slovacko deutete schon vor dem Spielbeginn viel auf einen unregelmäßigen Verlauf. Auf Grund von schwerem Nebel, war das Spiel ohnehin schon verspätet angepfiffen worden. Als weder FC-Trainer Steffen Baumgart noch seine Spieler noch die Fans ihre eigene Hand vor Augen sehen konnten, wurde das Spiel unterbrochen und erst am Folgetag zu Ende gespielt.

Das schönste Tor: Schmitz, Tigges und Hübers

Gleich drei Treffer haben es in die vereinsintern Tor-der-Saison-Auswahl geschafft. Gegen Bayer Leverkusen war der 1. FC Köln im Herbst vergangenen Jahres die bessere Mannschaft, hätte den Sieg im Nachbarschaftsduell verdient gehabt. Am Ende blieb den Kölner eine bittere Niederlage, aber auch ein unvergessener Moment. Benno Schmitz nahm sich Höhe Sechzehner ein Herz, den Ball volley und versenkte ihn im Winkel. Steffen Tigges traf beim 7:1-Erfolg über Werder Bremen zwar nicht in den Winkel, dafür aber aus 46 Metern. Dass auch Timo Hübers über einen Torriecher verfügt, zeigte der Innenverteidiger beim 5:2-Erfolg über Hertha BSC. Hübers traf gegen die Hauptstädter gleich doppelt und einmal besonders sehenswert mit der Hacke.

Der bitterste Moment: Nizza

Eigentlich war alles angerichtet. Es sollte eine traumhafte Reise werden. Eine Reise quer durch Europa, mit Flutlichtspielen und namhaften Gegnern. Der Lohn für eine hervorragende Saison. Viele tausend Kölner Anhänger reisten nach Südfrankreich, um mit dem FC in das Unterfangen Gruppenphase Conference League zu starten. Doch der Traum von Europa wurde schnell zum Albtraum von Nizza. Ausschreitungen, Krawalle, Verletzte – auch Kölner Anhänger waren unter den Chaoten. Am Ende standen Razzien, Festnahmen und Verurteilungen. Der FC versprach, mit voller Härte gegen die Randalierer vorzugehen. Ein bitterer Moment der Kölner Europapokal-Geschichte.

Der schönste Sieg: Nachbarschaftsduell, Klassenerhalt und ein wenig Häme

Kleines Derby oder Nachbarschaftsduell – eine allseits zufriedenstellende Definition für die Spiele zwischen dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen wird es möglicherweise nie geben. Emotional aufgeladen sind die Spiele gegen den Nachbarn allemal. So auch das Jüngste. Schon Tage vor dem Duell gab es reichlich Diskussionsbedarf. Stein des Anstoßes war die DFL, die dem Wunsch von Bayer Leverkusen entsprach, das Duell beim Rivalen von Sonntag auf Freitag vorzuverlegen. Der Grund: Bayer wollte möglichst ausgeruht in das Pokalhalbfinale gegen AS Rom starten.

Viele Kölner Fans erinnerten sich an die Absage der DFL, als der FC im vergangenen Jahr ebenfalls versuchte, ein Spiel zu verlegen. Damals war die Begegnung gegen Slovacko unterbrochen und erst am Folgetag fortgesetzt worden. Der FC musste zwei Tage später gegen die TSG Hoffenheim ran. Den Kölner Verantwortlichen stieß es übel auf, dass Leverkusen nicht zuerst das Gespräch mit dem FC gesucht hatte. Am Ende des Tages gewannen die Kölner das Nachbarschaftsduell in Leverkusen 2:1 und sicherten die Klasse. Leverkusen verlor nicht nur gegen Köln, die Werkself schied auch gegen Rom aus.

Die größte Enttäuschung: Sturmflaute beim FC

Mal abgesehen von seinen Toren gegen Holstein Kiel in der Relegation, ist Sebastian Andersson beim 1. FC Köln nie über die Rolle des Hoffnungsträgers hinaus gekommen. Nicht umsonst galt der ehemalige schwedische Nationalspieler im Sommer `22 als potenzieller Wechselkandidat. Zwar lagen dem Spieler zahlreiche Angebote vor, doch Andersson schlug sie alle der Reihe nach aus. Stattdessen unterzog sich der Stürmer einer Knie-OP, von der ihm die Kölner Ärzte abgeraten hatten. Nachdem Andersson die Mediziner anschließend auch noch öffentlich kritisierte, war das Tischtuch zwischen Verein und Spieler endgültig zerschnitten. Erstaunlicherweise keimte im Frühling noch einmal Hoffnung auf, dass der Angreifer tatsächlich noch einmal mit dem Geißbock auf der Brust auflaufen würde. Doch Davie Selke machte seine Sache zu gut, als dass Andersson wirklich noch einmal eine Chance erhielt.

Sportliche Gewinner und Verlierer

Neben Jeff Chabot und Florian Kainz setzten auch einige andere Spieler ihre Ausrufezeichen. Denis Huseinbasic kam in seiner Premierensaison auf 29 Einsätze für die Profis, erzielte fünf Treffer. Der Mittelfeldspieler kam für 50.000 Euro an den Rhein, ist laut transfermarkt.de aber mittlerweile 5 Millionen wert. Auch Eric Martel bewies, dass er mittelfristig in die Fußstapfen von Ellyes Skhiri treten kann. Martel entwickelte sich zum Stammspieler und war in zahlreichen Begegnungen sogar laufstärker als sein tunesischer Mitspieler. Zu den Gewinnern der vergangenen Wochen gehört aber auch Davie Selke, der nach Anlaufschwierigkeiten zum Hoffnungsträger im Kölner Sturm wurde.

Nicht ganz so gut lief es dagegen für Sargis Adamyan. Der Stürmer war mit großen Hoffnungen an den Rhein gewechselt. Zu Beginn der Saison erhielt Adamyan auch viel Einsatzzeit. Insgesamt erzielte der Armenier in 32 Einsätzen zwei Tore und bereitete vier vor. Adamyan sorgte aber auch unfreiwillig für den Slapstick-Moment der Saison, als er bei Hertha BSC den Ball aus kürzester Distanz noch über das Tor schoss. Auch Ondrej Duda kam unter Baumgart weiterhin nicht so recht auf Touren und wurde im Winter erwartungsgemäß verliehen.

Das Comeback der Saison

Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würde Sebastian Andersson nach den sommerlichen Querelen noch einmal zurück in das Trikot mit dem Geißbock schlüpfen dürfen. Dazu kam es nicht und so wurde das Comeback der Saison wohl Dimitrios Limnios zuteil. Nach seiner schweren Knieverletzung und dem verkorksten Anlauf beim FC hatten wohl nur wenige mit dem Comeback gerechnet.

Beeindruckende Bilder

Die wohl beeindruckendsten Bilder lieferten mehr als 10.000 Kölner Fans zum Auftakt der Conference League aus Nizza. In rote Trikots und T-Shirt gehüllt trafen sie sich am “Fontaine du Soleil” und verwandelten die Côte d’Azur in ein rotes Meer. Gemeinsam marschierten die Fans Richtung Stadion. Die Bilder erinnerten stark an den Auftritt in London 2017.

*Es handelt sich nicht um den kompletten Kader. Es wurden nur die Spieler berücksichtigt, die wir auch im Laufe der Saison bewertet haben

1. FC Köln: Die Saison-Einzelkritik

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1. FC Köln: Die Saison-Einzelkritik

Der elfte Platz in der Liga, emotionale Spiele im Europapokal, Anwärter zum Tor des Monats. Es war eine Saison voller Höhen und Tiefen beim 1. FC Köln: Die Saison-Einzelkritik der FC-Spieler.

Mit einem packenden Finale endete für den 1. FC Köln am vergangenen Wochenende eine spannende und emotionsgeladenen Saison. Nicht nur für die Kölner Anhänger war es eine Achterbahn der Gefühle zwischen Europaträumen, Höhenflügen und kleinerer Krisen. Vom aufstrebenden Youngster, über einen neuen Leistungsträger bin hin zum unerwarteten Bankdrücker – es gab positive und negative Überraschungen bei den Akteuren des 1. FC Köln: Die Saison-Einzelkritik der FC-Spieler.

So bewerten wir die FC-Spieler über die Saison

*Es handelt sich nicht um den kompletten Kader. Es wurden nur die Spieler berücksichtigt, die wir auch im Laufe der Saison bewertet haben

Saisonrückblick: Der FC trotzte den Widrigkeiten

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Saisonrückblick: Der FC trotzte den Widrigkeiten

Emotionen, Dramen, Erfolge – der FC beendet eine emotionale Spielzeit. Unser Saisonrückblick: Der FC trotzte den Widrigkeiten.

Als Ben Randerath am frühen Samstagabend die ersten Zeilen des AnnenMayKantereit-Songs „Tommi“ anstimmte, blieben nur wenige Augen im Kölner Stadion trocken. Kein Wunder, der Song, der von Heimweh, Liebe zur Stadt, Sehnsucht handelt, hat Köln, den FC, die Mannschaft durch die Saison begleitet und dürfte zur offiziellen Verabschiedung der FC-Legenden Timo Horn und Jonas Hector natürlich nicht fehlen. Mitarbeiter, Mitspieler, Wegbegleiter, ehemalige Spieler und Familie sangen die Hymne Arm in Arm. Es war der emotionale Saison-Höhepunkt, der eine dramatische Spielzeit mit Höhen und Tiefen krönte. Unser Saisonrückblick: Der FC trotzte allen Widrigkeiten.

Es war aber auch eine Saison voller Drama. Und das begann eigentlich schon, da hatte die Saison noch gar nicht begonnen. Ohne erkennbaren Grund trat der Protagonist der Vorsaison nach einer schweißtreibenden Einheit im Trainingslager in Donaueschingen vor die Mikrofone und deutete seinen Abschied an – wieder einmal. Und wieder einmal sorgte Anthony Modeste bei den Fans in Köln für eine unnötige Unruhe. Greifbar wurde sie dann unmittelbar vor dem ersten Saisonspiel gegen den FC Schalke 04, als durchsickerte, dass der Goalgetter Salih Özcan folgen und zum BVB wechseln würde. Modeste stand nicht mehr im Aufgebot, dem FC gelang mit einem 3:1 trotz dem Pokal-Aus in Runde eins ein guter Auftakt. Nicht nur das, mit fünf Spielen ohne Niederlage hätte der Saisonstart ohne den Goalgetter wohl kaum besser gelingen können.

Es folgte die größte Tragödie der Spielzeit – ausgerechnet in Europa. Bei einer Reise, auf die die Fans fünf Jahre warten mussten, mit der sich Spieler und Trainer für eine herausragende Vorsaison belohnten. Doch die Reise stand unter keinem besonders guten Stern. Der Auftakt in Nizza wurde von schweren Krawallen, Ausschreitungen mit einigen Verletzten überschattet – auch von Kölner Anhängern. Es folgten Razzien, Anschuldigungen und schließlich auch Strafen. Auch in Slovacko gab es Störgeräusche – allerdings unvermeidbare. Der Nebel hüllte das kleine Stadion in Tschechien ein, ein Spiel war nur für wenige Minuten möglich – wenn überhaupt. Das Duell wurde vertagt.

Aus in der Conference League, Abstiegsplatz in der Liga

Und Europa hatte für den FC einen ungeahnten Begleiteffekt. Die Doppelbelastung, die am FC und seinen Spielern nicht spurlos vorbeiging. Mark Uth, Dejan Ljubicic, Luca Kilian, Florian Dietz und Co. – zu viele Verletzte, müde Beine, verschenkte Punkte. Die Reise endete vor der Weltmeisterschaft in Katar mit dem Aus nach der Gruppenphase und mit einer Mini-Krise vor der Winterpause mit nur einem Zähler aus fünf Spielen. Auch, weil der Kölner Sturm eher einem lauen Lüftchen glich. Also legte Köln im Winter nach, verpflichtete Davie Selke und erwischte auch im neuen Jahr einen perfekten Start. Fünf Spiele, neun Punkte, keine Niederlage. Dem Mini-Hoch, folgte ein Mini-Tief. Fünf Spiele, ein Punkt, kein Sieg. Köln befand sich Mitten im März wieder Mitten im Abstiegskampf.

Und Ende März vor einer ungewissen Zukunft. Die FIFA verhängt dem FC eine Transfersperre von zwei Transferperioden. Lücken, die im Kader definitiv entstehen werden, werden nicht zu stopfen sein. Ellyes Skhiri, Jonas Hector und Timo Horn verlassen den Club. Vertragsgespräche geraten dazu ins Stocken, abgeschlossene Verträge sind nichtig, ein weiterer Abstieg unter diesen Bedingungen wäre fatal. Der FC legt Einspruch ein, ist aber zum Abwarten verdammt. Sportlich bekommen die Kölner die Kurve, erreichen nach dem 29. Spieltag den gefühlten, nach dem 31. Spieltag den sicheren Klassenerhalt.

Und doch wollte das Drehbuch der Kölner Saison noch einmal Drama bereit halten. Der FC war plötzlich das Zünglein an der Waage im Kampf um die Deutsche Meisterschaft, hätte Borussia Dortmund zum Titel verhelfen können, tat alles dafür, blieb aber am Ende erfolglos, kann aber dennoch auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Denn bei allen Widrigkeiten, den Verletzungen, der Doppelbelastung, den Abgängen einiger Leistungsträger hat Köln frühzeitig die Klasse gesichert, beendet die Saison auf Rang elf. Bayern feierte den Titel, Köln seine Helden: Timo Horn und Jonas Hector – zu AnnenMayKantereits Tommi, Arm in Arm, mit Tränen in den Augen.

 

Ein bewegender Abschied für Hector und Horn

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Ein bewegender Abschied für Hector und Horn

50.000 Fans singen Tommi, warme Worte der Kölner Verantwortliche. Alle gemeinsam bereiten einen bewegenden Abschied für Hector und Horn.

Sichtbar gerührt hielt Jonas Hector seinen Sohn Anton auf und seine Frau Anika im Arm. Der scheidende Kapitän des 1. FC Köln kämpfte nach der 1:2-Pleite gegen Bayern sogar mit den Tränen, offenbar mehr als Timo Horn, der nach 21 Jahren seinen Heimatverein ebenfalls verlässt. 50.000 Fans sangen gemeinsam mit dem gesamten Staff des 1. FC Köln, inklusive Trainer und Spieler, „Tommi“ von AnnenMayKantereit und trieben damit auch dem ein oder anderen hartgesottenen FC-Anhänger Tränen ins Gesicht. Es war ein bewegender Abschied für Hector und Horn nach dem Saisonfinale.

Thomas Tuchel saß wenige Meter entfernt, unmittelbar neben dem blau-roten Konfetti, dem Rest einer etwas in den Hintergrund geratenen Meisterfeier. Dass die Spieler des FC Bayern nach ihrem Titelgewinn nicht von den gegnerischen Fans gefeiert wurden, war zu erwarten gewesen. Dass sie aber selbst aber zu Zuschauern wurden, um dem emotionalen Treiben um Timo Horn und Jonas Hector zu folgen, überraschte dann aber doch. Genauso wie die plötzliche Entlassung von Hasan Salihamidžić und Oliver Kahn, die nach und nach durchsickerte.

Der frisch gebackene Meister mischte sich unter die Mitarbeiter des FC, ehemalige Spieler wie Bernd Cullmann und Harald Konopka und Wegbegleiter von Hector und Horn, die unmittelbar nach den Titelfeierlichkeiten Spalier für die Protagonisten des emotionalen Höhepunkts standen. Zunächst war es Horn, der auf den Rasen kam. Dem Keeper blieben auch aufgrund des spannenden Meisterschaftskampfs, den Jamala Musiala im Grunde erst in der Schlussminute entschieden hatte, ein paar letzte Einsatzminuten verwehrt. Kurz darauf folgte Jonas Hector mit seinem Sohn Anton auf dem Arm.

Jonas Hector: „Wenn Timo jetzt nicht mehr da ist, kann auch ich dann aufhören“

Nach warmen Worten von Christian Keller und Tommi, gespielt von Ben Randerath, übernahm zunächst Timo Horn das Mikrofon. „Ich habe als kleiner Junge immer geträumt, hier spielen zu können. Dieser Traum ist ganz lange in Erfüllung gegangen. Ich bin unglaublich dankbar. Es war mir eine Ehre, mit euch durch Europa zu reisen“, sagte der Keeper. „Lieber Jonas, es war mir eine Ehre, deine ganze Karriere mit dir zusammenspielen zu können. Du bist einer der größten Spieler, die der FC je hatte.“

Tatsächlich blickt der Defensivspieler auf eine beeindruckende Karriere zurück, absolvierte bei der 1:2-Pleite gegen Bayern sein 347. Pflichtspiel für die Kölner. Auch Horn kommt auf 329 Spiele. Viel Zeit, in der die beiden Akteure auch viel gemeinsam erlebten. Auf- und Abstiege, die Reisen durch Europa. „Ich bin glücklich, dass ich meine ganze Karriere hier verbringen durfte. Auch wenn es schlechtere Zeiten gab, habe ich mich immer wohl gefühlt“, so Hector. „Ich freue mich, jetzt Zeit für meine Familie und meinen kleinen Sohn zu haben. Und es war immer gut, dass einer immer dabei war: Timo war ein guter Messwert, wie es hier bei uns lief. Wenn Timo jetzt nicht mehr da ist, kann auch ich dann aufhören.“

Die letzten Worte hatte allerdings FC-Trainer Steffen Baumgart, der eigentlich nicht viel reden wollte. Tat er auch nicht. „Ich will gar nicht mehr viel sagen, sondern ein großes Danke für Euch beide. Und nur noch ein letztes Mal“, sagte Baumgart und pfiff über die Finger. Der Startschuss für Florian Kainz und Davie Selke, die die beiden Scheidenden mit Bier überschütteten. Anschließend suchten Hector und Horn noch einmal die Nähe der Südkurve, die sich wie angekündigt ebenfalls von den Spielern verabschiedet hatte. So gab es gleich mehrere Banner. „Gefühl ist wichtiger als Geld“ und „Die Zeit schreibt Geschichten – wer ewig bleibt, ist Teil davon“, war zu lesen.

 

Einzelkritik der FC-Spieler gegen Bayern

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Einzelkritik der FC-Spieler gegen Bayern

Gegen den Rekordmeister zeigte Köln eine starke Leistung, konnte das 1:2 nicht abwenden. So fällt unsere Einzelkritik der FC-Spieler gegen Bayern aus.

Trotz einer starken Leistung konnte der 1. FC Köln Borussia Dortmund im Kampf um die Meisterschaft nicht helfen. Gegen den Rekordmeister verlor der FC 1:2. So fällt unsere Einzelkritik der FC-Spieler zum Bayern-Spiel aus.

So bewerten wir die FC-Spieler gegen Bremen

FC kann BVB nicht helfen

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FC kann BVB nicht helfen

Der 1. FC Köln unterliegt trotz guter Leistung den Bayern 1:2. Im Kampf um den Titel kann der FC dem BVB nicht helfen.

Der 1. FC Köln geht mit einer 1:2-Niederlage in die Sommerpause. Beim Abschied von Jonas Hector und Timo Horn waren die Kölner gegen den FC Bayern München das bessere Team, unterlagen dem Rekordmeister nach Toren von Kingsley Coman (8.) und Jamal Musiala (89.) aber. Dejan Ljubicic (81.) hatte zwischenzeitlich den Ausgleich erzielt. Der FC kann dem BVB nicht helfen.

Wie angekündigt, wechselte FC-Trainer Steffen Baumgart nur auf einer Position. Davie Selke rückte für den verletzten Steffen Tigges zurück in die Startelf. Und tatsächlich kamen die Kölner gegen den Rekordmeister zum ersten Abschluss. Florian Kainz probierte es volley aus 14 Metern, verzog aber. Die Bayern übernahmen zunehmend die Spielkontrolle und belohnten sich schnell. Coman wurde von Benno Schmitz nur halbherzig am Schuss gehindert. Der Franzose schlenzte den Ball unhaltbar ins lange Ecke. Der FC attackierte aber weiterhin früh, ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Doch auch die nächste dicke Chance gehörte Bayern. Thomas Müller köpfte den Ball an den Innenpfosten.

Auf der anderen Seite kam Eric Martel nach gut 20 Minuten zum Abschluss, traf unter Bedrängnis den Ball aber nicht richtig. Köln wurde stärker, dominierte das Mittelfeld. Auch, weil der Rekordmeister mal wieder ein wenig den Faden verlor, zu wenig in die Offensive investierte. Doch auch der FC wurde nicht wirklich gefährlich. Der letzte Pass wollte meist nicht ankommen. Die Bayern blieben eiskalt. Serge Gnabry setzte Sané perfekt in Szene, der problemlos einschob. Zuvor hatte der Offensivspieler den Ball aber mit dem Arm weitergeleitet. Schiedsrichter Sven Jablonski entschied auf Handspiel.

Kahn und Salihamidžić müssen wohl gehen

Auch nach dem Wechsel waren die Kölner dominant, kamen vor allem durch Standards in den Sechzehner der Bayern, strahlten aber weiterhin so gut wie keine Gefahr aus. Bayern setzte auf Konter. Unter anderem verpasste Sané eine Flanke von Coman nur knapp. Auf der anderen Seite rettete Yann Sommer nach einer Ecke gegen Davie Selke. Mit Jan Thielmann, Denis Huseinbasic und Kingsley Schindler brachte Steffen Baumgart noch einmal frische Kräfte. Während Köln drückte, setzten die Bayern zunehmend auf Zeitspiel und auf den eingewechselten Eric Maxim Choupo-Moting, der das Tor nach einem Konter aus zwölf Metern nur hauchdünn verfehlte.

Auf der anderen Seite bekam Gnabry den Ball auf der Sechzehnerlinie an die Hand, Ljubicic verwandelte den berechtigen Elfmeter sicher. Auch weiterhin spielten der Rekordmeister zu fahrig, erhöhte zwar den Druck, fand kaum ein Mittel gegen die Kölner Defensive. Bis zur Einwechslung von Musiala. Der Nationalspieler schob eine Minute vor Spielende aus zwölf Metern ein. Köln versuchte alles, konnte die Niederlage aber nicht abwenden und dem BVB, der parallel 2:2 gegen Mainz spielte, nicht mehr helfen. Hasan Salihamidžić und Oliver Kahn konnte die Meisterschaft nicht mehr helfen, offenbar soll der Abschied der beiden feststehen.

Ex-FC-Profis – Dank Baumgart zum Titel?

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Ex-FC-Profis – Dank Baumgart zum Titel?

Für Anthony Modeste und Salih Özcan geht es am Samstag um die Meisterschaft. Kommen die Ex-FC-Profis Dank Baumgart zum Titel?

Vor einem guten Jahr feierten die beiden noch gemeinsam die Qualifikation zur Conference League, am Samstag können Salih Özcan und Anthony Modeste mit Borussia Dortmund Deutscher Meister werden. Auch, weil beide in der Vorsaison noch einmal extrem aufblühten. Daran dürfte auch der Kölner Coach einen Anteil haben. Kommen die Ex-FC-Profis also Dank Baumgart zum Titel?

Eine gewisse Häme konnten sich einige FC-Fans während der Saison dann doch nicht verkneifen. Anthony Modeste, einst in Köln auf Händen getragen, wollte bei Borussia Dortmund einfach nicht zünden. Der Stürmer war unmittelbar nach dem ersten Saisonspiel zu den Westfalen gewechselt, sollte den schwer erkrankten Sébastien Haller ersetzen. Doch während Modeste den FC zuvor fast im Alleingang nach Europas geschossen hatte, avancierte er bei der Borussia schnell zum Bankdrücker.

Auf gerade einmal 18 Ligaspiele kommt Modeste in dieser Saison, keine 800 Minuten Einsatzzeit. Der Stürmer erzielte zwei Tore, bereitete eins vor, kommt damit auf drei Scorerpunkte, erhielt aber vier Gelbe Karten. Nach seinem zweiten Frühling beim FC deutet aktuell viel auf Herbst der Karriere hin.

Dabei hat Modeste seine angekündigten Ziele fast erreicht. Im Juli vergangenen Jahres ließ der Stürmer im Trainingslager des 1. FC Köln aufhören, als er unverhohlen den Wunsch äußerte, noch einmal Titel zu gewinnen, zumindest Königsklasse zu spielen. Zehn Monate später hat der Franzose gegen Chelsea und ManCity in der Champions League gespielt, steht unmittelbar vor dem Titelgewinn. Sollte der BVB sein Heimspiel gegen Mainz gewinnen, ist der Ausgang der Begegnung zwischen dem FC und Bayern München egal. „Ich freue mich riesig, dass sie sich diese Chance erarbeitet haben“, sagt FC-Trainer Steffen Baumgart, ohne den dieser Erfolg vielleicht gar nicht erst möglich gewesen wäre.

Auch Salih Özcan blühte unter Steffen Baumgart auf

Denn Modeste galt auch beim FC eigentlich als abgeschrieben, wollte auch in Köln nicht zünden, wurde verliehen und kehrte frustriert zurück. Baumgart übernahm, baute Modeste auch seelisch auf, fand das passende Spielsystem und verhalf dem Franzosen damit zum zweiten Frühling. Wieder wurde der Stürmer auf Händen getragen, bis er trotz obligatorischer Liebesbekundung dem FC den Rücken kehrte.

Auch bei Salih Özcan fand Baumgart ganz offensichtlich den richtigen Zugang. Der Mittelfeldspieler galt in Köln viele Jahre als großer Hoffnungsträger, der Durchbruch wollte aber nicht gelingen. Unter Baumgart wurde Özcan Leistungsträger und türkischer A-Nationalspieler. Erst dadurch wurde er für den BVB interessant. „Salih wollte eine neue Herausforderung. Tony Modeste hat gesagt, ‚Ich will einen Titel gewinnen‘. So wie es jetzt aussieht, hat er eine große Chance darauf“, sagte Baumgart. „Wie groß da jetzt mein Anteil dran ist, das sollen andere entscheiden.“

Die mögliche Aufstellung

CAS setzt Sperre gegen FC aus

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CAS setzt Sperre gegen FC aus

Der 1. FC Köln ist in dieser Sommer-Transferphase doch handlungsfähig. Das CAS setzt die Sperre gegen den FC aus.

Aufatmen beim 1. FC Köln. Die Geißböcke können nun doch in der Sommer-Transferphase auf dem Transfermarkt tätig werden. Der internationale Sportgerichtshof CAS setzt die Sperre gegen den FC aus – zumindest vorläufig. Die FIFA hatte sie im Frühling im Fall Jaka Potocnik ausgesprochen. Der Transfer von Linksverteidiger Leart Paqarada hat Bestand, er wechselt im Sommer an den Rhein.  

Die FIFA hatte den FC im Frühling mit einer Transfersperre, die zwei Wechselperioden umfasst, belegt. Konkret geht es um das U19-Sturmtalent Jaka Cuber Potocnik. Der Slowene stand bei NK Olimpija Ljubljana unter Vertrag. Am 30. Januar 2022 hatte die Mutter des Angreifers den Vertrag mit dem slowenischen Klub aufgrund nicht eingehaltener Versprechen gekündigt. Pikant: Schon am folgenden Tag unterschrieb der Youngster seinen Vertrag beim 1. FC Köln.

Olimpija Ljubljana warf den Kölnern vor, an der „Vertragsauflösung beteiligt gewesen“ zu sein und ging vor das FIFA-Tribunal. Der Klub forderte eine Ablöse in Höhe von 2,5 Millionen Euro, einen höheren fünfstelligen Betrag als Ausbildungsentschädigung sowie die Transfer-Sperre der Kölner. Anfang Februar hat die FIFA den FC tatsächlich für schuldig befunden, die Kündigung von Seiten der Mutter sei „ohne Rechtsgrund“ erfolgt. Allerdings belegte der Weltverband den FC nicht mit der geforderten Millionen-Strafe, sondern mit einer deutlich niedrigeren Summe sowie der Sperre für zwei Transferperioden. Potcnik wurde für vier Monate gesperrt, verpasste die U19-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft sowie das Pokalfinale.

Das sagt Christian Keller zur Entscheidung des CAS

Die Transfersperre kommt nach der Suspendierung der Strafe durch den CAS somit zunächst nicht zum Tragen. Potocniks viermonatige Sperre wurde ebenfalls ausgesetzt. „Die Entscheidung des CAS über die Aussetzung der Transfersperre ist wichtig für uns. Jetzt können wir im Rahmen unserer durch die wirtschaftliche Konsolidierung begrenzten Möglichkeiten auf dem Transfermarkt aktiv werden“, sagt FC-Sportdirektor Christian Keller. „Gleichzeitig wissen wir, dass die Strafsuspendierung nur ein erster Schritt zur Verhinderung der Transfersperre ist. Wir werden deshalb weiterhin hart daran arbeiten, das FIFA-Urteil komplett abzuwenden.“ Wann der Sportgerichtshof final über den Fall entscheidet, ist unklar.

Schon jetzt dürfte dem FC ein immenser Schaden entstanden sein. Gespräche mit möglichen Neuverpflichtungen waren ins Stocken geraten. Der Kader drohte auszudünnen. Denn nach dem Saisonfinale gegen den FC Bayern werden den Klub vier Spieler verlassen. Mit Jonas Hector und Ellyes Skhiri zwei wichtige Säulen. Auch Sebastian Andersson und Timo Horn werden nicht mehr mit dem Geißbock auflaufen. Dazu kommen die langwierigen Verletzungen von Steffen Tigges und einigen Leihspielern wie Ondrej Duda und Noah Katterbach, die unter Umständen hätten zurückgeholt werden können.

 

Unsere Einzelkritik zum Bremen-Spiel

FC steht vor ungewissen Kaderplanung

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FC steht vor ungewissen Kaderplanung

Mindestens vier Spieler werden den 1. FC Köln im Sommer verlassen. Dazu gibt es zahlreiche Verletzte und eventuell die FIFA-Sperre. Der FC steht vor einer ungewissen Kaderplanung.

Eigentlich können die Kölner Verantwortlichen dem Saisonfinale gegen die Bayern unerwartet entspannt entgegen blicken. Für den FC geht es maximal um eine bessere Tabellenposition und den würdigen Abschied seiner Ikonen Jonas Hector und Timo Horn. Dabei werden auch Ellyes Skhiri und Sebastian Andersson den Klub verlassen. Es tun sich zahlreiche Lücken im Kölner Kader auf, auch durch die Verletzung von Steffen Tigges. Während das Saisonfinale also entspannt sein dürfte, steht der FC vor einer ungewissen Kaderplanung.

Denn unabhängig einer möglichen Transfersperre von Seiten der FIFA wird die Kaderplanung beim 1. FC Köln voran getrieben. Wenn auch auf Sparflamme. „Natürlich bereiten wir uns auf einen Plan B vor“, hatte FC-Vizepräsident Eckhard Sauren im April gesagt. Die Gespräche mit möglichen Neuzugängen sind ins Stocken geraten. Der FC hat zwar Einspruch gegen die mögliche Sperre beim CAS eingelegt, erhofft sich zumindest ein Aussetzen der Sanktion, die Entscheidung steht aber nach wie vor aus und ist insofern weitestgehend handlungsunfähig. Grund für die Sperre war ein möglicher Vertragsbruch bei der Verpflichtung des Youngster Jaka Cuber Potocnik.

Ausgerechnet der Nachwuchsspieler steht für einen wichtigen Teil des „Plan Bs“. Bleiben dem FC die Hände gebunden, wird er wohl oder übel den Weg forcieren müssen, den er in den vergangenen Jahren eingeschlagen hat: die eigene Jugend. So haben die Kölner Verantwortlichen bereits bei Spielern wie Damion Downs oder Elias Bakatukanda Nägel mit Köpfen gemacht und sie mit einem Profivertrag ausgestattet, weitere sollen folgen. Einige Nachwuchsspieler werden so oder so die Vorbereitung mit den Profis bestreiten. Auch Offensivtalent Justin Diehl soll dabei sein. Der Angreifer hat noch einen Vertrag bis 2024, es soll aber zahlreiche weitere Interessenten geben.

Bei der Kaderplanung des FC tun sich weitere Lücken auf

Doch FC-Trainer Steffen Baumgart wird nicht müde zu betonen, wie groß der Sprung zu den Profis für den eigenen Nachwuchs sei. Und so können und werden die Kölner Verantwortlichen nicht nur auf die mittelfristige Zukunft bauen. So groß die Hoffnung auch war, noch einige auslaufende Verträge verlängern zu können, wird es einen Umbruch geben. Mit Ellyes Skhiri und Jonas Hector brechen wichtige Säulen aus dem Kader weg, die vorerst nicht zu kompensieren sind. Erst recht nicht, wenn das FIFA-Urteil Bestand hat. Auch die etatmäßige Nummer zwei Timo Horn verlässt den Verein, genauso wie Sebastian Andersson.

Alleine durch diese beiden Abgänge tun sich weitere Lücken auf. Jonas Urbig wird nach dem Abstieg von Jahn Regensburg zum FC zurückkehren, wäre vorerst die Nummer zwei. Aber: „Es wäre zwar schön, wenn er hier die Nummer zwei wäre, aber vielleicht wäre es auch gut, wenn er irgendwo noch einmal ein Jahr die Nummer eins wäre – gerade in seinem Alter“, sagt Steffen Baumgart. „Damit er, wenn er wiederkommt, ein echter Konkurrent sein kann.“ Vermutlich wird also ein Keeper aus dem Nachwuchs befördert.

Durch die Verletzung von Steffen Tigges könnte auch noch einmal in die Offensivplanung Bewegung kommen. Baumgart betonte zuletzt, dass er mit Davie Selke, Steffen Tigges und Florian Dietz drei Akteure auf der Mittelstürmerposition sehe. Andersson ist kein Thema mehr und wird es auch nicht mehr werden. Dietz befindet sich aber nach seinem Kreuzbandriss noch im Aufbau, Tigges fällt mit seiner Schulterverletzung wochenlang aus. Wirklich fit dürfte somit nur Davie Selke in die neue Saison starten. Der Angriff, in dieser Saison lange Zeit die Schwachstelle des FC, ist also mehr als dünn besetzt. Zwar hat Tim Lemperle seinen Vertrag erst kürzlich verlängert, doch auch bei ihm denken die Kölner Verantwortlichen wohl über eine Leihe nach.

Verletzungspech bei Kölner Leihspielern

Die Gedanken über die Rückkehr ihrer bereits verliehenen Spieler dürfte den Kölner Verantwortlichen dagegen Kopfschmerzen bereiten. Ondrej Duda und Noah Katterbach zogen sich schwere Knieverletzungen zu, würden also auch nicht zur Option werden. Auch Meiko Sponsel zog sich einen Bänderriss zu. Eine Option wird wohl Kingsley Schindler sein können. Der Nationalspieler Ghanas zeigte auf der rechten Außenbahn zumindest in der Offensive eine ansteigende Form. Möglicherweise wird sein Vertrag noch verlängert – bei der drohenden Sperre ein logischer Schritt.

Doch irgendwo scheint in Köln eine Spur Optimismus zu herrschen. Zumindest erklärte Leart Paqarada am Donnerstag via Instagram, dass sein Umzug von Hamburg Richtung Köln in vollem Gange sei. Ein mutiger Schritt: Der Linksverteidiger hatte zwar schon vor Monaten einen Vertrag beim FC unterschrieben, soll Hectors Nachfolge antreten, im Falle der Sperre wäre der Vertrag aber nichtig. Und so müssen die Kölner Verantwortlichen weiter planen – aktuell mit einem dünnen Kader.