„Ein guter Test gegen einen richtig guten Gegner“- Die Stimmen zum Testspiel des 1. FC Köln gegen Viktoria Köln
Simon Hense
Mit einem 2:2-Unentschieden endete das Testspiel zwischen Viktoria und dem 1. FC Köln. Dabei gelang den Geißböcken nach einem Rückstand zur Pause zwar noch der Ausgleich aber nicht mehr. Nach der Partie äußerten sich René Wagner und Ron-Robert Zieler: Die Stimmen zum Testspiel des 1. FC Köln gegen Viktoria Köln.
Nur ein Unentschieden gegen einen Drittligisten und mit den Verletzungen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache beide Stürmer verloren: Das Testspiel der Geißböcke gegen Viktoria Köln verlief gleich in mehrfacher Hinsicht nicht so, wie es sich die FC-Verantwortlichen und -Spieler gewünscht hätten.
René Wagner vom 1. FC Köln (Neil Baynes / Getty Images)
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come-on-fc.com berichtet aus dem Sportpark Höhenberg
Nach einer frühen Führung gerieten die Geißböcke bei Viktoria Köln durch einen Doppelschlag der Viktoria zwischen der 33. und 36. Minute zur Pause im Rückstand. Dabei war die erste Hälfte noch bittererer, weil sich sowohl Thijs Dallinga am Knie als auch der für ihn eingewechselte Ragnar Ache am Oberschenkel verletzten. In der zweiten Hälfte gab es dann Chancen auf beiden Seiten, wobei dem FC mit Bülters Kopfball nach einer Ecke immerhin noch der Ausgleich gelang. Nach dem Spiel äußerten sich René Wagner und Ron-Robert Zieler.
Wir haben ein Standardtor gemacht und keins bekommen. Das war schon mal gut. An sich war es ein guter Test gegen einen richtig guten Gegner. Die Viktoria kann richtig gut Fußball spielen. Die haben Bock zu zocken. Es war nicht einfach, Ballgewinne zu generieren. Das ist uns trotzdem gelungen. Wir haben ein paar Jungs aus der U21 Spielzeit gegeben. Es war ein gelungener Rahmen, ein guter Test und ein paar Sachen, die wir mitnehmen werden.
Zu Said El Mala und der Anruf von Jürgen Klopp
Wir haben mittlerweile gesprochen. Der Anruf hat stattgefunden. Ich habe mich über die Halbzeit von Said gefreut. Er hat auch zwei, drei gute Aktionen gehabt. Ich freue mich, dass er jetzt deutscher Nationalspieler ist und ich hoffe, dass er mit breiter Brust nach hause kommt.
Zum Derby
Wir haben alle Bock auf das Spiel. Wir haben eine lange Woche, um uns darauf vorzubereiten. Es heißt jetzt, sich jeden ausgiebig darauf vorzubereiten, richtig Gas im training zu geben, um dann ein Feuerwerk abzubrennen. Wir kennen vom neuen Trainer, die Idee, wie er Fußball spielen will.
Ron-Robert Zieler
„Gegen eine beeindruckend gute Mannschaft“
„Wir müssen aber auch die Kirche im Dorf lassen.“
Alle Aussagen anzeigen
Zum Eindruck vom Spiel
Wir haben heute gegen eine beeindruckend gute Mannschaft aus der dritten Liga gespielt. Das hat man echt selten, dass sie so mutig und ballsicher spielen. Sie haben uns gerade in der ersten Halbzeit vor Probleme gestellt. Das war ein sehr guter Test für uns.
Zu der Intensität
Es war eine brutal intensive Trainingswoche. Nichtsdestotrotz hat es gerade sehr viel Spaß gemacht. Manchmal waren es zu leichte Abspielfehler, teilweise waren wir hier und da zu passiv. Das muss man jetzt alles in Ruhe analysieren. Wir müssen aber auch die Kirche im Dorf lassen.
Zu der langen Länderspielpause
Abschalten war nicht. Wir haben Bereiche an denen wir arbeiten müssen.
„Dann gibt es irgendwann einen anderen Spieler, der die Chance hat, es besser zu machen“ – René Wagner über Skhiri, El Mala, Moore und van den Berg
Redaktion
René Wagner spricht im zweiten Teil des Interviews mit come-on-fc.com über die sportlichen Baustellen und die schwierigen Personalentscheidungen beim 1. FC Köln: René Wagner über El Mala, van den Berg und die Abwehr.
Wer spielt, wer nicht? Wo muss sich der FC noch verbessern? Und wie lange hält René Wagner an Spielern fest, wenn die erhoffte Entwicklung ausbleibt. Im zweiten Teil des großen Exklusiv-Interviews mit come-on-fc.com wieder Trainer bei den sportlichen Themen und einigen Personalien konkret.
Herr Wagner, man spricht ja immer ein bisschen von der Handschrift eines Trainers. Gab es für Sie hier in Köln schon Momente, in denen Sie dachten: Das ist der René-Wagner-Fußball, den ich sehen will?
René Wagner:Ganz, ganz oft. Das können Teilbereiche des Spiels sein, aber auch Trainingsinhalte und wie wir uns miteinander verhalten. Um in einem Umfeld langfristig Erfolg zu haben, müssen die Kultur und die Erwartungshaltung an jedem einzelnen Tag klar sein. Im Spiel wird es aber immer Phasen geben, in denen der Zufall übernimmt, in denen Sachen nicht wie geplant laufen, in denen das Ergebnis etwas verändert, in denen wir uns anpassen müssen und das Spiel anders aussieht, als man es sich gewünscht hat. Nach fünf Spielen kann ich da nur Teilbereiche, Teilphasen und Momente in Spielen nennen. Letzte Saison war das Leverkusen-Spiel fast schon so etwas wie eine Benchmark, wo ich sagen würde: So wollen wir spielen, da sind wir zu Hause.
Würden Sie sagen, der aktuelle Kader ist gut genug, um den Fußball zu spielen, den Sie sehen wollen? Oder mussten Sie sich in größeren Bereichen schon an den Kader anpassen?
René Wagner:Als Trainer musst du immer auf Nuancen reagieren. Du holst einen Spieler, mit dem du dich lange beschäftigt hast. Dann lernst du den Menschen kennen, arbeitest zusammen und plötzlich fallen Dir neue Dinge auf. Darauf gehen wir bei jedem Spieler in der täglichen Arbeit ein. Dabei achten wir darauf, dass niemand überfordert und in Phasen oder Situationen gebracht wird, in die er nicht gehört. Wir haben zum Beispiel auf der rechten Seite Alessio Castro-Montes und Sebastian Sebulonsen. Und natürlich muss sich die taktische Rolle leicht verändern, je nachdem, wer spielt. Wir haben einen sehr vielfältigen Kader – und viele Spieler, die uns viel Freude bereiten werden, wenn sie nur annähernd ihr Potenzial ausschöpfen werden.
In den ersten fünf Spielen haben Sie fünfmal eine unterschiedliche Startelf beginnen lassen. Insgesamt waren es 16 verschiedene Spieler. Dennoch kristallisiert sich schon in weiten Teilen eine Stammelf heraus. In welchem Moment wird denn aus dem Ausprobieren eine feste Überzeugung?
René Wagner:Wir stellen an jedem Spieltag die Mannschaft aufs Feld, von der wir glauben, dass es die besten elf Spieler sind, die wir in dem Moment zur Verfügung haben. Ich persönlich bin ein Freund davon, einer Mannschaft eine gewisse Sicherheit zu geben. Trotzdem werde ich niemals versuchen, Spieler durchzuschleppen, nur um an meiner Stammelf festzuhalten. Jeder Spieler, der gerade nicht zu der Startelf gehört, muss das Gefühl haben, dass er in die Anfangsformation reinbrechen kann. Im Idealfall ist klar, dass jene elf Akteure am Wochenende spielen, die in dem Moment die elf besten Spieler sind und die beste Leistung zeigen. Und die Spieler 12 bis 16 sind gleichzeitig so knapp dran, dass sie von der Bank kommen, Gas geben und Impact haben. Viel Rotation ist eher etwas für Teams, die international spielen. Wenn ein Profi nach drei guten Spielen ein schlechteres gemacht hat, möchte ich ihm auch nicht direkt das Gefühl geben, er sei jetzt raus.
„Egal, was passiert, er bringt immer seine Leistung“
Sie haben im Sommer keinen Hehl daraus gemacht, wie wichtig Ihnen persönlich die Verpflichtung von Ellyes Skhiri war. Die gezeigten Leistungen geben Ihrem Gefühl recht. Diese Entwicklung war jedoch nach seiner vergangenen Saison nicht zwingend erwartbar. Wie wichtig ist Ellyes das Vertrauen, das Sie ihm schenken? Und in welchem Moment wussten Sie, dass er beim FC wieder funktionieren wird?
René Wagner:Ellyes ist ein Spieler, mit dem ich schon in meiner Zeit als Co-Trainer eng zusammengearbeitet habe. Alle im Verein haben sich gefreut, als er wieder hier war. Er arbeitet extrem hart. Er ist mir vor kurzem abends noch im Geißbockheim entgegengekommen, weil er gerade von einem Lauf zurückkam. Er ist ein Vollprofi und wir wussten, dass er unserer Mannschaft Stabilität, Halt und Struktur geben wird. Er bringt einfach eine Qualität mit, die unbestritten wichtig für uns sein wird. Auch in Frankfurt hat er sich so eingebracht: Denn egal, was passiert, er bringt immer seine Leistung.
René Wagner gibt im Training Anweisungen
Bei seiner ersten Zeit beim FC hat er auch Offensivqualitäten bewiesen, die in Frankfurt kaum zur Geltung kamen. Und jetzt ist er wieder hier und hat schon zwei Tore vorbereitet. Kennen Sie die Gründe?
René Wagner:Ellyes ist auf jeden Fall jemand, der Vertrauen braucht. Dadurch kann er vielleicht noch den einen oder anderen Prozentpunkt mehr rausholen. Wenn das am Ende der Hebel ist, um ihn dazu zu befähigen, Tore zu machen und zu assistieren, dann bin ich froh, dass wir den Hebel haben. Ich hätte mir für ihn aber genauso gewünscht, wenn es auch in Frankfurt so gelaufen wäre.
Mehr Stabilität wünschen sich viele Fans bei den Standards. Ihnen ist das Thema bekannt, spätestens nach letzter Saison sowieso und Sie haben im Sommer auch an Stellschrauben gedreht. Kevin McKenna wurde als Assistenztrainer installiert. Luka Lochoshvili ist gekommen, weil er beim ruhenden Ball stark in der Box ist. Wieso bekommen Sie das Problem nicht in den Griff?
René Wagner:Wenn es darauf diese eine Antwort gäbe, müssten wir nicht darüber sprechen. Es ist ein Thema, mit dem wir nicht zufrieden sind, ganz klar. Wir arbeiten daran, der Mannschaft jede Woche im Training und in der Analyse Sicherheit zu geben, sodass sich die Abläufe verbessern und das Vertrauen zurückkommt.
Luka Lochoshvili stand ja auch zweimal sehr knapp davor, ein Tor nach einem Standard zu erzielen. Ist doch nicht alles nur schlecht?
René Wagner:Das ist absolut erfreulich. Bei den Daten, die wir bei Offensivstandards betrachten, sind wir in den Top 5 und tatsächlich auf einem guten Weg. Da fließen nicht nur die Tore ein. Es geht um Chancen, erwartbare Tore und Abschlüsse. Wir hätten schon einige Treffer nach Ecken erzielen können.
„Natürlich gibt es irgendwann eine Grenze“
Auch unabhängig von den Standards hatte die Mannschaft defensiv bisher ein paar Probleme. Sie haben sich früh auf Lochoshvili und Jahmai Simpson-Pusey als Duo in der Innenverteidigung festgelegt. Ab welchem Punkt hinterfragen Sie auch selbst, ob es nicht nur an den Abläufen, sondern möglicherweise auch an personellen Entscheidungen liegt?
René Wagner:Innenverteidiger sind wie der Torhüter oft das letzte Glied in einer Fehlerkette. Sie sind natürlich diejenigen, die noch eingreifen können und dann vermeintlich den Fehler mit der größten Folge begehen. Beide Spieler stehen am Anfang ihrer Bundesliga-Karriere – und wir sind eine Mannschaft, die am Anfang ihrer Entwicklung steht. Wir erklären den Spielern, woran es lag und bewerten nicht blauäugig. Wir wollen, dass sie sich entwickeln. Und natürlich gibt es irgendwann eine Grenze, wo wir sagen: Wenn der Spieler sich nicht entwickelt, dann gibt es irgendwann einen anderen Spieler, der die Chance hat, es besser zu machen.
Zwei Dinge, auf die Sie sehr viel Wert legen, sind Kommunikation und klare Abläufe. Trotzdem hat Linton Maina nach dem Spiel gegen Werder gesagt, dass es Phasen gab, da wusste keiner so richtig, was er jetzt gerade eigentlich machen soll.
René Wagner:Wenn ich den Spieler nicht kennen würde und nicht wissen würde, was er in dem Moment gemeint hat, dann hätte ich ihn am nächsten Tag wahrscheinlich an die Wand genagelt (lacht). Das musste ich zum Glück nicht. Linton wollte damit ausdrücken, dass die Mannschaft es in diesen Phasen nicht geschafft hat, sich selbst wieder zusammenzurotten und zum Plan zurückzufinden. Es gibt solche Phasen in jedem Spiel und Fußball ist leider nicht Schach. Wenn eine neu formierte Mannschaft gemeinsam auf dem Platz steht, ist das normal. Meine Aufgabe ist es dann, den Jungs zu helfen. Es ist aber nicht so einfach, in unserem geilen Stadion einen Spieler an der gegenüberliegenden Seitenlinie zu erreichen und mit irgendwelchen Handbewegungen Anweisungen zu geben.
Zwei Spieler, die am Anfang noch in der Startformation standen, sind Isak Johannesson und Paul Okon-Engstler. Gerade sind beide nicht da, sondern auf Länderspielreise. Wie hilfreich ist es für die beiden, jetzt gerade diese positiven Erfahrungen mit der Nationalmannschaft zu machen? Oder hätten Sie sie lieber hier in Köln und im Training gehabt?
René Wagner:Aus Trainersicht ist es immer schöner, alle Spieler da zu haben. Wir freuen uns aber genauso, dass wir Spieler bei der Nationalmannschaft haben. Es ist ein Zeichen von Qualität. Paul und Isak sind zwei Spieler für die Zentrale. Mit Ellyes ist ein weiterer dazugekommen, der seine Position sicher hat, wenn er fit ist. Tom Krauß macht es bisher ebenfalls gut. Er liefert derzeit keinen Grund, ihn nicht aufzustellen.
Sie haben schon angekündigt, dass es harte Entscheidungen und auch Enttäuschungen geben wird. Ist es für Sie einfacher, einem Routinier wie Luca Waldschmidt oder einem Talent wie Reigan Heskey mitzuteilen, dass es für den Kader nicht gereicht hat?
René Wagner:Ich muss sagen, bei Reigan tat mir die Entscheidung richtig weh. Nicht, weil die Entscheidung so brutal schwer war. Sondern weil ich weiß, wie sich für ihn aktuell die Welt verändert. Er kommt hier nach Deutschland, er ist neu in der Mannschaft, er ist neu in einer Top-5-Liga. Er gibt jeden Tag Gas, kennt seine Themen, an denen er arbeiten muss. Gegen Stuttgart hat er gespielt, dann streiche ich ihn aus dem Kader. Das war bitter für ihn. Aber auch Reigan wird seine Spiele bekommen. Für Luca ist es natürlich auch nicht einfach und wir kennen seine Qualität. Er ist natürlich ein Spieler, der den Anspruch hat, immer im Kader zu stehen. Wenn man dann gegen einen Anspruch entscheiden muss, ist logischerweise das Gegenüber nicht glücklich.
„Wir unterstützen ihn dabei, damit er hier beim FC sein Potentialmaximum erreichen wird“
Ein anderer Spieler ist Rav van den Berg. Wie weit ist er vom Kader aktuell entfernt?
René Wagner:Wir haben aktuell vier Innenverteidiger – davon spielen zwei. Joel war zuletzt derjenige, der die Position auf der Bank bekommen hat. Jetzt liegt es an Rav selbst: Er kennt die Gründe, warum er im Moment nicht zum Zug kommt, genauso kennt er aber auch die Mittel und Wege, wie er zurück in die Mannschaft finden kann.
Ein Spieler, der in der letzten Saison schon eine Entwicklung gemacht hat, ist Said El Mala. Würden Sie sagen, er ist immer noch ein Talent oder ist er da schon lange rausgewachsen? Und was fehlt ihm noch, um wirklich ein internationaler Top-Spieler werden zu können?
René Wagner:Said ist ein junger Spieler mit einer brutalen Qualität. Er ist aber auch ein junger Spieler, der noch ganz viel lernen muss. Es ist sehr schwer für jemanden, der so eine kristallklare Unterschiedsfähigkeit hat, weil sich die Gegner inzwischen teilweise mit zwei Spielern dagegenstellen, um ihn zu verteidigen. Im Vergleich zur vergangenen Saison ist die Situation jetzt eine andere für ihn, er ist im zweiten Jahr, und damit verbunden sind neue Themen, an denen er arbeitet und mit denen er umgehen muss. Wir unterstützen ihn dabei, damit er hier beim FC sein Potentialmaximum erreichen wird.
Ein weiteres Talent in Ihren Reihen ist Mikey Moore. Präsident Jörn Stobbe hat gesagt, dass er ohne Sie nicht nach Köln gekommen wäre. Was haben Sie ihm gesagt?
René Wagner:Wir haben einfach offen und ehrlich darüber gesprochen, was wir hier von ihm erwarten. Natürlich waren wir auch sehr früh an ihm dran. Es hilft sicher, wenn man einen jungen Spieler früh überzeugt, dass er bei der Mannschaft den Unterschied machen kann. Wir haben ihm die Perspektive aufgezeigt, dass er hier Spielzeit sammeln kann, wenn er performt. Was letztlich den Ausschlag gegeben hat, kann ich nicht sagen, mit Sicherheit hat es auch geholfen, dass in seiner Muttersprache mit ihm sprechen konnte.
Herr Stobbe hat auch gesagt, dass Sie bei Said einen großen Einfluss auf die Verlängerung hatten. Welche Wege haben Sie ihm aufgezeigt, dass der nächste Entwicklungsschritt für ihn beim FC eher erfolgen kann als bei einem internationalen Topteam?
René Wagner:Auch da war es ein direkter, ehrlicher und klarer Umgang miteinander. Er weiß, was wir von ihm erwarten – und welche Schritte er hier gehen kann. Aus meiner Sicht schätzt er den offenen Austausch sehr und fordert ihn ein. Deshalb fühlt er sich wohl hier. Und er weiß natürlich auch, dass er hier Fußball spielt, wenn er seine Leistung bringt. Das ist das, was er am liebsten macht.
„Das Unangenehmste, das es gibt“ – René Wagner im Interview über harte Entscheidungen und emotionale Momente des Jobs
Redaktion
Im großen Exklusiv-Interview mit come-on-fc.com spricht René Wagner über seinen Umgang mit Kritik, schwierige Entscheidungen und seinen Führungsstil. Dabei erklärt der Coach, was ihn „brutal“ geärgert hat und wann er auch mal laut werden muss beim 1. FC Köln: René Wagner gibt im Interview emotionale Einblicke.
Die ersten Wochen im Amt als Cheftrainer des 1. FC Köln waren für René Wagner sicherlich intensiv. So muss sich der Coach Kritik stellen und einen neu zusammengestellten Kader entwickeln. Dabei gilt es sowohl unbequeme Entscheidungen zu treffen als auch die eigenen Idee des Fußballs zu implementieren. Im großen Interview mit come-on-fc.com spricht der Trainer über seinen Umgang mit dem Druck, sein Verhältnis zu den Spielern und darüber, wieviel Harmonie einer Mannschaft eigentlich guttut.
René Wagner im Interview mit come-on-fc.com (Foto: come-on-fc.com)
Das Interview führten Matthias Wilhelm und Simon Bartsch für come-on-fc.com
Teil 2 des Interviews mit René Wagner erscheint am Samstagmorgen bei come-on-fc.com.
Herr Wagner, vor knapp zwei Monaten fühlte ich mich von Ihnen ziemlich ertappt. Im Trainingslager in Kitzbühel hatten Sie den Trainingsplatz gewechselt. Weil ich unbedingt Gideon Mensah aus der Nähe fotografieren wollte, bin ich hinter den Zaun geklettert und habe von dort fotografiert – also nicht aus dem offiziell vorgesehenen Bereich. Dann kamen Sie mit der Mannschaft auf den Platz und winkten ziemlich wild in meine Richtung. Wie gesagt, ich fühlte mich ertappt, bis eine Frau neben mir sagte: „Zu Hause ist er ganz anders.“ Sie haben Ihrer Mutter gewunken.
Wie wichtig ist es Ihnen gerade in diesem Beruf zu wissen, dass es Menschen gibt, die Sie unterstützen und denen es egal ist, ob Sie gewinnen oder verlieren?
René Wagner:Es wäre sehr schön, wenn es ihnen egal sein könnte. Sie fiebern bei den Spielen natürlich auch mit. Ich habe das Gefühl, dass es die Eltern oder nahe Familienangehörige teilweise noch viel härter mitnimmt, wenn man Spiele verliert. Umso schöner ist es, wenn man gewinnt. Den besten Job macht für mich tatsächlich meine Frau. Sie liest interessehalber den ein oder anderen Artikel. Sie ist aktuell der sicherste Anker, den ich habe.
Gibt es auch mal Kritik aus der eigenen Familie? Und können Sie diese dann reflektieren oder annehmen?
René Wagner:Kritik ist immer wichtig. Meine Frau würde sich aber niemals anmaßen, zu kritisieren, wie wir Fußball spielen oder wie wir arbeiten, weil sie sich mit der Materie nicht auskennt. Ich persönlich urteile deswegen auch nie über einen anderen Trainer, weil mir dazu der Kontext fehlt. Aber ich verstehe Menschen, die das tun, weil es ihr Job ist oder weil sie eine emotionale Verbindung zum Verein haben. Ich bin Trainer in der Bundesliga, dieser Job bringt Kritik mit sich. Ich kann das einordnen. Trotzdem darf ich mich davon nicht leiten lassen.
Sie standen schon in Hamburg und in Berlin unter Vertrag – Sie können die verschiedenen Standorte beurteilen. In Köln haben Sie die Stimmungen um Lukas Kwasniok oder Steffen Baumgart mitbekommen. Haben Sie das Gefühl, dass Medien und Fans in Köln mitunter besonders unfair sind?
René Wagner:Generell habe ich persönlich ein sehr starkes Fairnessbedürfnis. Aber ich würde nach einem Spiel nie sagen, Kritik ist unfair. Alle Menschen im Stadion äußern ihre Meinung aufgrund ihrer persönlichen Wahrnehmung, Spiele sind emotional und jeder hat eine andere Informationslage. Nach dem HSV-Spiel ist jeder Spieler, jeder im Staff, jeder Trainer, jeder Fan, jeder Verantwortliche aus dem Stadion gegangen und hat gesagt: „Scheiße, hier war mehr möglich.“ Man muss sich immer bewusst machen: Im Fußball laufen manchmal Sachen gegen uns, die nicht geplant sind und manchmal Sachen für uns, die auch nicht geplant sind. Wenn Mikey Moore das Tor macht, steht es kurz nach der Halbzeit 1:1. Wenn wir uns bei der Standardsituation anders verhalten, kommt vielleicht keiner drei Meter vor dem Tor frei zum Abschluss. Unsere Bewertungsgrundlage ist trotzdem immer unser Plan: Was hatten wir vor, was ist am Ende passiert und woran lag es, dass es nicht funktioniert hat. Daraus resultiert auch Frustration, deshalb kann ich enttäuschte Fans verstehen.
“Einem Spieler mitzuteilen, dass man ihm etwas nicht zutraut, ist wahrscheinlich das Unangenehmste, was es gibt“
Sie haben beim Amtsantritt und auch danach immer wieder die Kommunikation im Team hervorgehoben, das Vertrauen, die Beziehung zu den Spielern. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt Ihrer Arbeit. Müssen Sie Ihre Spieler eigentlich persönlich mögen?
René Wagner:Wir haben 22 Feldspieler plus vier Torhüter – mit dem Staff sind wir fast 50 Leute. Es ist wie in einer Familie, ich glaube auch da ist es so, dass man zu der einen Tante vielleicht einen besseren Draht hat als zu anderen (lacht). Mir ist wichtig, dass jeder Spieler weiß, dass wir zwischenmenschlich alle gleichbehandeln. Aber ich kann natürlich nicht jedem Profi die gleiche Spielzeit geben. Da muss man auch immer den Menschen hinter dem Spieler sehen. Menschen machen Fehler – so wie in jedem anderen Job. Nur werden sie nicht jeden Tag in den sozialen Medien, im Internet, in den Zeitungen und im Fernsehen beurteilt. Ich versuche, jedem Spieler den gleichen Respekt zu geben, indem ich ehrlich, offen und klar mit ihm bin. Wenn sie nicht spielen, nenne ich ihnen die Gründe. Wenn sie spielen, sage ich ihnen aber auch: „Junge, du spielst gerade, aber wenn du so weitermachst, spielst du bald nicht mehr.“ Damit gewinnt man vielleicht nicht immer Sympathien, aber das ist der einzig mögliche Weg.
Ist es schwieriger, einem Spieler zu sagen, dass er nicht spielen wird oder dass Sie ihm gewisse Dinge nicht zutrauen?
René Wagner:Einem Spieler mitzuteilen, dass man ihm etwas nicht zutraut, ist wahrscheinlich das Unangenehmste, was es gibt. Das passiert aber auch nur in den seltensten Fällen. Einem Spieler, der aus der Jugend kommt, kann man manche Sachen vielleicht noch nicht zutrauen, weil er noch nicht so weit ist. Es ist aber auch nicht viel einfacher, einem Spieler zu sagen, dass er nicht spielen wird. Wenn die Erwartungshaltungen klar definiert sind, wird es für die Jungs zumindest nachvollziehbarer. Trotzdem gibt es aber auch Gefühlsentscheidungen, gerade wenn zwei Spieler beispielsweise nahezu gleichauf sind. Die tun am meisten weh, weil man sie nicht erklären kann. Sie sind dann für den Spieler auch nur schwer greifbar.
Im Trainingslager haben Sie vom „sozialen Leim“ innerhalb der Mannschaft gesprochen. Sie stellen das „Wir-Gefühl” in den Vordergrund. Gleichzeitig bedeutet Profifußball aber immer auch Konkurrenz, Egoismus, Enttäuschung. Wie viel Streit kann eine Mannschaft aushalten? Oder andersherum: Ist zu viel Harmonie irgendwann auch gefährlich?
René Wagner:Gesunde, konstruktive Kritik ist wichtig für eine Gruppe. Wir haben am Anfang über viele Themen gesprochen, die uns als Gemeinschaft wichtig sind, und wie wir miteinander umgehen müssen, um erfolgreich zu sein. Dazu gehört immer, dass man sich gegenseitig die Meinung sagen muss und sagen darf, weil wir sonst nicht weiterkommen. Das muss natürlich auf einer konstruktiven Ebene stattfinden. Im Fußball ist das oft allerdings gar nicht möglich: Auf dem Trainingsplatz darf auch mal ein „unkonstruktives“ Wort fallen.
„Wenn keiner dem anderen mehr die Wahrheit sagen kann, bringt es einen nicht voran“
In Kitzbühel hat Ihre Mutter in die Runde damals gefragt, ob das da ihr René sei, der da so schreit. Muss ein Trainer also auch mal laut werden?
René Wagner:Das gehört einfach dazu. Danach muss man aber auch wieder gut miteinander sein. Wenn man sich nur in den Arm nimmt und versucht, sich gegenseitig nicht wehzutun, ist das auf jeden Fall schädlich. Wenn keiner dem anderen mehr die Wahrheit sagen kann, bringt es einen nicht voran. Wenn es aber dahin geht, dass wir uns nur noch kritisieren und haltlose Kritik üben, ist das auch falsch. Es braucht eine konstruktive Balance. Laut kann man meiner Meinung nach werden, wenn es um etwas geht, das nicht verhandelbar ist.
Welcher Spieler hat Sie zuletzt so richtig auf die Palme gebracht und warum?
René Wagner:Gute Frage. Wenn mich einer auf die Palme bringen wollte, müsste er aktiv und mit Absicht etwas falsch machen. Das passiert nicht. Brutal geärgert habe ich mich zuletzt über die Riesenchance von Mikey Moore in Hamburg. Ich wusste, wenn wir aus der Halbzeit kommen und schnell das 1:1 machen, gewinnen wir das Spiel. Ich will einfach daran glauben, dass bei ihm neun von zehn solcher Chancen drin sind. Und wenn es dann die eine von zehn ist, die nicht reingeht, ärgert mich das brutal. Genau diese Momente können ein Spiel entscheiden – wie auch der Kopfball von Thijs Dallinga. Und sie sind so wichtig für die Entwicklung der Mannschaft. Eine Entwicklung verstärkt sich vor allem, wenn man gemeinsam Erfolgserlebnisse sammelt.
Mikey Moore hat sein Trefferglück ja jetzt wiedergefunden und bei der U20 von England zwei Mal getroffen.
René Wagner:Ich hoffe, dass es kein Glück war. Dann müsste ich davon ausgehen, dass er nicht neun von zehn macht, dann wäre es ein 50:50-Ding. Aber im Ernst: Der Junge ist gut, er ist top.
„Wenn im Fußball bei allen alles funktionieren würde, wäre es der langweiligste Sport aller Zeiten“
Sie haben eben schon angesprochen, dass es Entscheidungen gibt, bei denen Sie sich selbst nicht ganz sicher sind und am Ende das Bauchgefühl entscheidet. Trotzdem müssen Sie diese vor der Mannschaft und vor der Öffentlichkeit vertreten. Gab es Entscheidungen, an denen Sie selbst gezweifelt haben, bei denen Sie aber nach außen stark auftreten mussten?
René Wagner:Die gibt es immer. Wie gesagt, die härtesten Entscheidungen sind die, bei denen die Informationslage einfach keine Entscheidung hergibt. Entweder, weil beide Spieler etwas anderes mitbringen, beide aber passen würden oder, weil beide trainieren, beide performen, beide spielen könnten und beide der Mannschaft das Gleiche geben. Entscheidungen wie bei einer Auswechslung trifft man in dem Moment mit Überzeugung. Und muss im Nachhinein auch mal damit leben, dass es vielleicht nicht perfekt war. Wirklich weh tut es, wenn etwas spielentscheidend war. Das ist uns zum Glück noch nicht passiert. Wenn im Fußball bei allen alles funktionieren würde, wäre es der langweiligste Sport aller Zeiten.
Wann haben Sie zuletzt nach einem Spiel gedacht, da habe ich einen Fehler gemacht?
René Wagner:Nach jedem Spiel setze ich mich hin und analysiere, was passiert ist. Wir wollen ein Spiel so souverän wie möglich in unsere Richtung lenken, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, es zu gewinnen. Aber auch wenn wir alles dafür tun, alles richtig machen, können wir trotzdem verlieren. Denn auf der anderen Seite steht ein Gegner, der das Gleiche vorhat oder individuell vielleicht sogar besser besetzt ist. Nach dem Spiel gegen Union Berlin haben wir uns natürlich gefragt, ob die drei Wechsel sinnvoll waren. (Der FC führte im Mai 2:0 und kassierte nach drei Wechseln in der Schlussphase noch zwei Gegentore; Anm. d. Red.)
Zu Beginn der Woche kamen etwas merkwürdige Trainergerüchte auf, eine mögliche Nachfolge von Horst Steffen, der ein Spiel der U21 gesehen hat, hat sich aber als falsch herausgestellt. Was machen solche Meldungen mit Ihnen, vor allem wenn Sie wissen, wie viel – oder in dem Fall eher wie wenig – tatsächlich dran ist?
René Wagner:Meine Frau hat es mir abends gezeigt. Mittlerweile fragt sie mich dann, ob da etwas dran ist. Ich hatte in keiner Weise das Gefühl, dass das stimmen könnte. Dafür entwickelt man ja auch mit der Zeit ein Bauchgefühl. Die Kommunikation innerhalb des Vereins ist ganz klar. Außerdem habe ich auch ein paar Gehirnzellen im Kopf, um das richtig einzuordnen (lacht). Mir tut es dann eher leid, wenn meine Frau zwei Stunden auf der Couch sitzt und sich fragt, was da los ist.
Zum Abschluss gehe ich noch einmal zurück nach Kitzbühel ins Trainingslager. Wenn wir in zehn Jahren im Trainingslager mit dem FC sind, Sie sind noch da und Ihre Eltern stehen neben mir. Was würden Sie sich wünschen, was sie dieses Mal zu mir oder in die Runde sagen?
René Wagner:Wenn ich in zehn Jahren hier noch Cheftrainer bin, dann muss viel Geiles passiert sein. Dann müssen wir wahrscheinlich darüber sprechen, dass wir in der Europa League ein bisschen weitergekommen sind. Oder sie erzählt, wie cool es im Berliner Olympiastadion war. Es müssen auf jeden Fall besondere Sachen sein, um bei einem Verein wie dem 1. FC Köln zehn Jahre im Amt zu sein.
Das zweiten Teil des Interviews mit René Wagner lest ihr am Samstagmorgen bei come-on-fc.com.
René Wagner spricht exklusiv über wilde Gerüchte, Linton Mainas Aussage und Rav van den Bergs Zukunft
Redaktion
Mit come-on-fc.com spricht der Kölner Coach im Interview exklusiv über die jüngsten Trainergerüchte, äußert sich zu Linton Mainas Aussage und zu Rav van den Bergs Zukunft. Vor der Veröffentlichung des großen Interviews am Freitagmorgen gibt es vorab schon einige beeindruckende Einblicke des Cheftrainers des 1. FC Köln: René Wagner spricht über Gerüchte, Maina und van den Berg.
Es waren bereits bewegende Wochen für René Wagner beim 1. FC Köln. Nach einem durchwachsenen Start in die Saison wird bereits über die sportliche Entwicklung, einzelne Personalentscheidungen sowie angebliche Alternativen auf der Trainerposition diskutiert. Mit come-on-fc.com sprach der Coach über die aktuellen Themen und nahm Stellung – zum Teil fand er dabei bemerkenswert deutliche Worte.
Das Interview führten Matthias Wilhelm Simon Bartsch für come-on-fc.com
Das vollständige Interview mit René Wagner erscheint am Freitagmorgen bei come-on-fc.com. Drei Aussagen gibt es jetzt schon vorab.
Zu Beginn der Woche kamen etwas merkwürdige Trainergerüchte auf, eine mögliche Nachfolge von Horst Steffen, der ein Spiel der U21 gesehen hat, hat sich aber als falsch herausgestellt. Was machen solche Meldungen mit Ihnen, vor allem wenn Sie wissen, wie viel – oder in dem Fall eher wie wenig – tatsächlich dran ist?
René Wagner:Meine Frau hat es mir abends gezeigt. Mittlerweile fragt sie mich dann, ob da etwas dran ist. Ich hatte in keiner Weise das Gefühl, dass das stimmen könnte. Dafür entwickelt man ja auch mit der Zeit ein Bauchgefühl. Die Kommunikation innerhalb des Vereins ist ganz klar. Außerdem habe ich auch ein paar Gehirnzellen im Kopf, um das richtig einzuordnen (lacht). Mir tut es dann eher leid, wenn meine Frau zwei Stunden auf der Couch sitzt und sich fragt, was da los ist.
„Dann hätte ich ihn am nächsten Tag wahrscheinlich an die Wand genagelt“
Zwei Dinge, auf die Sie sehr viel Wert legen, sind Kommunikation und klare Abläufe. Trotzdem hat Linton Maina nach dem Spiel gegen Werder gesagt, dass es Phasen gab, da wusste keiner so richtig, was er jetzt gerade eigentlich machen soll.
René Wagner:Wenn ich den Spieler nicht kennen würde und nicht wissen würde, was er in dem Moment gemeint hat, dann hätte ich ihn am nächsten Tag wahrscheinlich an die Wand genagelt (lacht). Das musste ich zum Glück nicht. Linton wollte damit ausdrücken, dass die Mannschaft es in diesen Phasen nicht geschafft hat, sich selbst wieder zusammenzurotten und zum Plan zurückzufinden. Es gibt solche Phasen in jedem Spiel und Fußball ist leider nicht Schach. Wenn eine neu formierte Mannschaft gemeinsam auf dem Platz steht, ist das normal. Meine Aufgabe ist es dann, den Jungs zu helfen. Es ist aber nicht so einfach, in unserem geilen Stadion einen Spieler an der gegenüberliegenden Seitenlinie zu erreichen und mit irgendwelchen Handbewegungen Anweisungen zu geben.
Ein anderer Spieler ist Rav van den Berg. Wie weit ist er vom Kader aktuell entfernt?
René Wagner:Wir haben aktuell vier Innenverteidiger – davon spielen zwei. Joel war zuletzt derjenige, der die Position auf der Bank bekommen hat. Jetzt liegt es an Rav selbst: Er kennt die Gründe, warum er im Moment nicht zum Zug kommt, genauso kennt er aber auch die Mittel und Wege, wie er zurück in die Mannschaft finden kann.
Das ausführliche Interview mit René Wagner lest ihr am Freitagmorgen bei come-on-fc.com.
1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #20 – Sechs Thesen zu den nächsten Wochen: Wie geht es weiter beim FC?
Simon Bartsch
Der 1. FC Köln bietet viel Raum für Diskussionen, Meinungen und Kommentare. Grund genug, come-on-fc auch hörbar zu machen. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast – Folge #20 – Sechs Thesen zu den nächsten Wochen: Wie geht es weiter beim FC?
Im Podcast sprechen heute Simon Hense, Simon Bartsch und Matthias Wilhelm von „come-on-fc“ über die aktuellen Fragen zum FC. 1948 – Der COME-ON-FC Podcast -Folge #20 – Sechs Thesen zu den nächsten Wochen: Wie geht es weiter beim FC?
Podcast zum 1. FC Köln
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Alle zwei Wochen gibt es die geballte Ladung come-on-fc als Podcast. Denn bekanntlich lässt sich rund um den FC, das Geißbockheim und die Stadt viel diskutieren. Und genau da setzen wir an. 1948 – Der Podcast von come-on-fc bespricht die Themen rund um den FC möglichst aus verschiedenen Sichtweisen. Das wird nicht immer gelingen. Aber doch hoffentlich möglichst oft.
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Folge #20:
In Folge 20 gibt es natürlich wieder neue Themen rund um den FC: In der Länderspielpause wagen Simon Bartsch, Matthias Wilhelm und Simon Hense einen Ausblick auf die kommenden Wochen beim 1. FC Köln. Bekommt der Verein seine Standardschwäche in den Griff, wie sicher wird René Wagner im Sattel sitzen und wie viele Siege sind drin bis zur nächsten Länderspielpause im November? Außerdem schauen die drei sich die Konkurrenzsituation in der Innenverteidigung, im zentralen Mittelfeld und im Sturm an. Bei einigen Spielern sind sie sich sicher, dass diese ihren Stammplatz behalten werden – andere wiederum müssen sich dafür noch steigern.Und weil es immer und immer wieder Neuigkeiten und Diskussionspunkte gibt und man ohnehin niemals genug über den „Effzeh“ reden kann, hört einfach rein in „1948 – Der COME-ON-FC Podcast.“ Wir freuen uns, auf spannende und auch kontroverse Diskussionen und den Meinungsaustausch.
Kurswechsel beim FC: Said El Mala macht es vor – Wer hat ebenfalls Entwicklungspotenzial?
Erik Stalleicken
Junge Spieler günstig verpflichten, weiterentwickeln und mit Erlös wieder verkaufen – Der Weg klingt gleichermaßen lukrativ wie logisch. Und Said El Mala bietet das perfekte Beispiel, dass dieser Weg auch gangbar ist. Doch nicht jedes Talent wird irgendwann auch das erhoffte Geld bringen. Doch welche weiteren FC-Spieler besitzen großes Entwicklungspotenzial?
Insbesondere die Neuzugänge aus dem vergangenen Sommer deuten beim 1. FC Köln auf einen möglichen Kurswechsel bei den Transfers hin. Der FC setzt offenbar verstärkt auf junge, entwicklungsfähige Spieler wie beispielsweise Reigan Heskey oder Paul Okon-Engstler, die durch ihre Entwicklung finanziell und sportlich an Wert gewinnen sollen. Einen ähnlichen Weg sind Vereine wie Borussia Dortmund oder auch Eintracht Frankfurt bereits erfolgreich gegangen. Doch welche Spieler aus dem aktuellen Kader könnten den 1. FC Köln künftig tatsächlich für eine hohe Summe verlassen?
Der offensichtlichste Kandidat ist Said El Mala. Denn der 20-Jährige hat sich in kurzer Zeit zum wertvollsten Spieler im Kader der Domstädter entwickelt. In diesem Sommer lagen bereits Angebote vor, deren Gesamtpakete die Marke von 50 Millionen Euro überstiegen haben sollen. El Mala zeigt damit exemplarisch, welches wirtschaftliche Potenzial in einer erfolgreichen Entwicklung stecken kann. Doch neben ihm gibt es weitere junge Spieler, bei denen der FC auf eine ähnliche Entwicklung hofft. Jahmai Simpson-Pusey, Reigan Heskey, Paul Okon-Engstler, Ísak Jóhannesson, Gil Neves, Patrik Kristal, Fynn Schenten und Youssoupha Niang sind allesamt noch jung und bringen grundsätzlich das Potenzial mit, ihren Wert deutlich zu steigern.
Nicht immer eine positive Entwicklung
Bei Simpson-Pusey und Heskey wurde medial darüber spekuliert, dass Manchester City aufgrund von Rückkaufklauseln oder einem Matching-Right nach wie vor das letzte Wort bei den jungen Engländern haben. Bei Gil Neves soll Benfica angeblich an einem späteren Verkauf beteiligt sein. Dennoch bleiben genügend vielversprechende Spieler, bei denen der FC das Heft des Handelns in den eigenen Händen hält. Allerdings ist der Weg für einige der genannten Akteure noch weit. Teilweise müssen sie sich überhaupt erst dauerhaft im Spieltagskader und anschließend in der Startelf der ersten Mannschaft etablieren, bevor ernsthaft über größere Transfererlöse gesprochen werden kann. Es handelt sich deshalb nicht um sichere Millionenwerte, sondern um Spieler, denen der FC den Feinschliff verpassen muss.
Doch nicht jede Karriere entwickelt sich so, wie es sich Verein und Spieler erhoffen. Bei Rav van den Berg, Julian Pauli und Elias Bakatukanda ist das Potenzial nach wie vor bekannt, die großen Entwicklungssprünge sind bislang jedoch ausgeblieben. Besonders deutlich wird das am Beispiel Jan Thielmann. Beim inzwischen 24-Jährigen waren die Erwartungen bereits vor mehreren Jahren groß. Der nächste Schritt in seiner Entwicklung ist jedoch über einen längeren Zeitraum ausgeblieben. Während bei anderen Talenten noch viel Zeit für eine Entwicklung vorhanden ist, wird es bei Thielmann zunehmend schwieriger, mit einer deutlichen Vervielfachung seines Wertes zu rechnen. Ein gewisser Wiederverkaufswert bleibt dennoch bestehen.
Sportliche Soforthilfe ebenfalls von Bedeutung
So auch bei diesen Spielern. Denn natürlich gibt es im Kader Akteure, bei denen sportlicher Nutzen und wirtschaftlicher Wert aufgrund ihres Alters stärker zusammenkommen. Ragnar Ache, Sebastian Sebulonsen oder Tom Krauß sind Beispiele dafür. Sie gelten weder als Talente, noch als Spieler über ihrem Zenit. Die Profis können dem FC bereits kurzfristig auf dem Platz helfen und gleichzeitig aufgrund ihrer sportlichen Qualität und ihres nicht zu hohen Alters noch einen gewissen Wiederverkaufswert erzielen. Sie sind damit keine klassischen Ausbildungsspieler, bei denen es um eine mögliche Vervielfachung des Marktwerts geht, sondern welche, die sportliche Gegenwart und wirtschaftliche Perspektive miteinander verbinden.
Dann gibt es aber auch Routiniers, deren größter Wert nicht in einem möglichen späteren Verkauf liegt. Ellyes Skhiri, Timo Hübers, Marius Bülter, Marvin Schwäbe, Alessio Castro-Montes oder Luka Lochoshvili können für den FC vor allem sportlich wichtig sein. Bei ihnen geht es weniger darum, ihren Marktwert in den kommenden Jahren massiv zu steigern, sondern darum, mit Erfahrung und Leistung zum Erfolg der Mannschaft beizutragen. Genau darin liegt die entscheidende Unterscheidung: Der Wert eines Spielers lässt sich für den 1. FC Köln nicht allein daran messen, wie viel Geld er bei einem späteren Transfer einbringen könnte. Entscheidend ist auch, ob und wie sehr er dem FC bereits heute auf dem Platz hilft.
Am Ende zeigt der Blick auf den Kader damit, dass der FC verschiedene Formen von Wert miteinander verbinden muss. Junge Talente können zu erheblichen Transfererlösen führen, andere Spieler besitzen zumindest noch einen soliden Wiederverkaufswert und bei wieder anderen steht der sportliche Beitrag im Vordergrund. Für Köln dürfte es deshalb nicht nur darum gehen, die nächsten El Malas zu finden, sondern auch darum, die vorhandenen Akteure tatsächlich so weiterzuentwickeln, dass aus Potenzial irgendwann sportlicher und wirtschaftlicher Erfolg wird.
Ausweg für Rav van den Berg? West Ham soll am Innenverteidiger des 1. FC Köln interessiert sein – das ist dran
Redaktion
Sportlich will es bei Rav van den Berg weiterhin nicht rund laufen. Der Innenverteidiger der Kölner ist in dieser Spielzeit außen vor. Den nächsten Rückschlag erlebte er erst jüngst bei der U21 der Niederlande. Nun aber könnte sich ein Ausweg bieten für den Spieler des 1. FC Köln: Was ist dran am Gerücht um Rav van den Berg?
Eigentlich hatte der Abwehrspieler der Geißböcke gehofft, bei dem Nachwuchs der Elftal Einsatzzeit zu bekommen und dadurch wieder in die Spur zu finden. Doch auch bei der U21 wurde van den Berg aus dem Kader gestrichen. Möglicherweise gibt es aber schon bald einen Ausweg.
Rav van den Berg spielt unter René Wagner keine Rolle
Denn wie gleich mehrere Portale berichten, soll van den Berg auf der Wunschliste von Westham United befinden. Die Hammers wollten den Niederländer schon im Sommer unter Vertrag nehmen, doch zu einem Transfer ist es bekanntlich nicht gekommen. Nun wagt der englische Club offensichtlich einen zweiten Anlauf. Das berichten unter anderem die Onlinportale transferfeed.com sowie 4-4-2.com. Tatsächlich spielt der Abwehrspieler bei den Geißböcken in dieser Saison keine Rolle. Unter René Wagner kam van den Berg in der vergangenen Saison nur im Duell gegen Eintracht Frankfurt zum Einsatz, spielte danach keine minute mehr. Und auch in dieser Saison ist der 22-Jährige außen vor, schaffte es zuletzt sogar nicht mal mehr in den Kader. „Es geht um Trainingsleistungen und Dinge, die wir jeden Tag beobachten. Rav weiß, an welchen Themen er arbeiten muss.“ Zuletzt sagte Wagner zudem: „Es wird immer wieder Situationen geben, in denen er nicht im Kader sein wird.“
Wie wahrscheinlich ist ein Transfer?
Das klingt nicht gerade danach, als würde man in Köln noch das große Vertrauen in einen Gamechanger bei van den Berg haben. Im Sommer 25 war van den Berg für mehr als acht Millionen Euro an den Rhein gewechselt. Der Innenverteidiger wurde damit zum teuersten Abwehrspieler der Vereinsgeschichte. Der Plan mit dem Niederländer war aber nicht nur eine sportliche Soforthilfe, Thomas Kessler erhoffte sich euch einen wirtschaftlichen Benefit. Sowohl Spieler als auch Verein planten wohl mittelfristig mit der Premier League. Van den Berg machte zumindest keinen Hehl daraus, dass die Bundesliga für ihn nur eine Zwischenstation in die erste englische Spielklasse sei. In Köln plant man mittelfristig damit, den Abwehrspieler zu einem höheren Preis abzugeben. Den Berichten zufolge, soll eine zweistellige Millionensumme im Raum stehen. Allerdings erscheint es fraglich, ob der englische Club wirklich bereit ist, für den Niederländer, der zuletzt gar nicht mehr zum Einsatz kam, so tief in die Tasche zu greifen. Zumal die Hammers dem Vernehmen nach an einer Soforthilfe interessiert seien. Denkbar wäre natürlich auch eine Leihe, denn das Potenzial des Abwehrspielers liegt unstrittig vor und van den Berg hat noch lange Vertrag.
In englischen Medien ist bislang noch nicht viel über das Interesse der Hammers bekannt.
Wagners Anspruch, andere Statistik: Dem 1. FC Köln fehlt ausgerechnet das, was ihn letzte Saison auszeichnete
Simon Hense
Eigentlich verlangt René Wagner von seinem Team eine hohe Einsatzbereitschaft, vor allem gegen den Ball. Wie die Statistik zeigt, konnte die Mannschaft das noch nicht komplett umsetzen trotz Wagners Forderungen: Dem 1. FC Köln fehlt die Intensität.
Gerade im Kampf gegen den Abstieg sind Grundlagen wie die Laufbereitschaft einer Mannschaft sehr wichtig. Nicht umsonst äußerte der Trainer unlängst den Wunsch, die fitteste Mannschaft der Liga zu stellen. In einiger dieser Statistiken hinkt der FC aber zum Saisonstart noch hinterher.
Wenn man bei Trainern nachfragt, für was für einen Spielstil ihre Mannschaft stehen soll, ist dieses Wort wohl eines der am häufigsten genannten: Intensität. Auch FC-Coach René Wagner hat den Begriff bereits benutzt. „Und generell geht es um Intensität. Wir waren letztes Jahr eine der intensivsten Mannschaften und das werden wir beibehalten“ meinte der Coach schon zu Beginn der Vorbereitung auf die Frage, worauf bei Neuzugängen geachtet werde. Und an diesem Anspruch an sein Team hat sich seitdem nichts geändert. Allerdings zeigt die Statistik, dass es seiner Mannschaft noch schwer fällt, dem auch gerecht zu werden.
Schwache Kölner Laufdaten
Denn gerade die läuferischen Daten, die die Bundesliga veröffentlicht, belegen, dass der FC noch deutlichen Nachholbedarf hat. So liegen die Geißböcke mit Blick auf die Laufdistanz gerade mal auf Platz 14 mit 464 Kilometern. Im Schnitt liefen sie damit pro Spiel knapp acht Kilometer weniger als Bayern München, die in dieser Statistik Spitzenreiter sind. In Sachen Sprints sind die Kölner mit Rang zwölf immerhin im unteren Mittelfeld. Aber damit immer noch deutlich entfernt von Wagners Ziel, eine der intensivsten Mannschaften der Liga zu sein.
Noch extremer wird es, wenn man auf die Anzahl der intensiven Läufe schaut: Dort belegen die Geißböcke den vorletzten Platz. Nur Mainz 05 hat in dieser Saison noch weniger intensive Läufe. Damit zeigt sich ein deutliches Missmatch zwischen dem Anspruch, den Wagner an sein Team hat, und der Realität. Statt eine der intensivsten Mannschaften zu sein, bewegen sich die Kölner statistisch in dafür wichtigen Bereichen maximal im unteren Mittelfeld. Und das zeigt sich nicht nur läuferisch.
Klare Baustellen für Wagner
So schneiden die Domstädter beim Portal „Fotmob“ in einigen Bereichen gegen den Ball schwach ab. Sie stehen zum Beispiel nur auf Rang 14 bei den Ballgewinnen im letzten Drittel pro Spiel. Auch bei den abgefangenen Pässen pro Partie sowie den Tacklings pro Spiel haben die Geißböcke noch eine Menge Nachholbedarf. Nur Platz 16 beziehungsweise 17 sind in diesen Kategorien für den FC drin. Dabei verlangt Wagner eigentlich von seiner Mannschaft, aggressiv und mutig nicht nur mit, sondern auch gegen den Ball zu sein. Ein Musterbeispiel dafür dürften vor allem die ersten circa 20 Minuten gegen Werder Bremen gewesen sein. Diese Art von Spiel jedoch wirklich umzusetzen, gelingt den Kölnern bisher höchstens phasenweise, wie die Statistik belegt.
Damit zeigen sich klare Baustellen, an denen der FC arbeiten muss, um zurück in die Erfolgsspur zu kommen. Wobei die Werte natürlich noch mit Vorsicht genossen werden müssen, da die Grundlage mit vier Spielen noch sehr gering ist. Trotzdem lässt sich eine erste Tendenz nach dem Saisonstart schon festhalten. Und diese überrascht schon angesichts der eigentlichen Ankündigungen und Ziele des Trainers. Wagner muss nun schnell die Ursache finden, warum die Mannschaft seine Vorstellungen noch nicht ausreichend umsetzen kann. Denn gerade im nächsten Spiel gegen Borussia Mönchengladbach ist angesichts der Derby-Atmosphäre eine hohe Intensität noch mehr als sonst gefordert.
Das sind unsere Verlierer und Pechvögel des Saisonstarts beim 1. FC Köln
Luca Kaiser
Nicht bei allen FC-Akteuren ist der Saisonstart nach Wunsch verlaufen. Einige Spieler wurden durch Verletzungen ausgebremst, andere konnten ihre Chancen bislang nicht nutzen oder sind in der Hierarchie zurückgefallen. Vor allem für einige etablierte Kräfte hat sich die Situation in den ersten Wochen verschärft. Das sind unsere Verlierer des Saisonauftakts beim 1 FC Köln.
Während sich einige Spieler unter Rene Wagner bereits festspielen konnten, müssen andere aktuell um ihre Einsatzzeiten kämpfen. Die Konkurrenz auf mehreren Positionen ist groß, zudem haben sich einige Akteure mit ihren Leistungen in den Vordergrund gespielt. Für die folgenden FC-Spieler verlief der Saisonstart deshalb bislang nicht wie erhofft.
Rav van den Berg: Der Abwehrspieler kam im Sommer 2025 für rund acht Millionen Euro von Middlesbrough zum 1. FC Köln und galt als Top-Transfer. Unter dem ehemaligen FC-Trainer Lukas Kwasniok kam der Niederländer auch zum Einsatz, wurde allerdings immer wieder durch Verletzungen oder Sperren ausgebremst. Nach dem Trainerwechsel zu Rene Wagner stand van den Berg im ersten Spiel unter dem neuen Coach bei Eintracht Frankfurt in der Startelf und spielte die 90 Minuten durch. Seitdem wartet der Innenverteidiger allerdings auf die nächste Einsatzminute. Meist saß der 22-Jährige auf der Bank, gegen Werder Bremen und den Hamburger SV rutschte er in den vergangenen Wochen sogar aus dem Kader. Aktuell ist van den Berg in der Innenverteidiger-Hierarchie nur noch die Nummer vier hinter Joel Schmied, Luka Lochoshvili und Jahmai Simpson-Pusey. Seine Situation hat sich damit unter Wagner deutlich verschlechtert und dürfte weder für den FC noch für den Spieler zufriedenstellend sein.
Der Kampf um Einsatzzeit
Sebastian Sebulonsen: Der 26-Jährige war in der vergangenen Saison gesetzt und galt auch in der Vorbereitung als Nummer eins auf der Rechtsverteidigerposition. Kurz vor dem Saisonstart verletzte sich der Norweger allerdings am Oberschenkel und verpasste dadurch das Pokalspiel in Würzburg sowie die ersten beiden Bundesliga-Partien gegen Hoffenheim und Stuttgart. Gegen Werder Bremen feierte Sebulonsen als Joker sein Comeback. Beim Hamburger SV saß der Norweger dann allerdings 90 Minuten auf der Bank. Aktuell hat Alessio Castro-Montes auf der rechten Seite die Nase vorn. Für Sebulonsen geht es nun darum, wieder an ihm vorbeizukommen und sich seinen Platz zurückzuerobern. Das könnte bald der Fall sein, denn „Monty“ fällt vorerst verletzt aus.
Luca Waldschmidt: Auch der gebürtige Siegener wurde zu Beginn der Saison durch muskuläre Probleme ausgebremst. Der Offensivspieler verpasste dadurch das Pokalspiel in Würzburg und die ersten beiden Ligapartien. Auch für das Spiel gegen Werder Bremen kam ein Einsatz noch zu früh. Beim Hamburger SV feierte Waldschmidt schließlich als Einwechselspieler seine ersten Saisonminuten. Gleichzeitig ist die Konkurrenz in der Offensive größer geworden. Mit Mikey Moore hat der FC eine weitere Option bekommen, die um Einsatzzeiten kämpft. Für den 30-Jährigen wird es darum gehen, sich nach seinem verspäteten Saisonstart wieder stärker in den Vordergrund zu spielen.
Jan Thielmann: Der Offensivspieler erwischte zunächst eine ordentliche Vorbereitung und stand in den ersten drei Pflichtspielen gegen Würzburg, Hoffenheim und Stuttgart jeweils in der Startelf. Überzeugen konnte Thielmann dabei allerdings nicht wirklich. In den vergangenen beiden Partien gegen Werder Bremen und den Hamburger SV blieb der 24-Jährige komplett ohne Einsatzminuten. Aktuell ist die Konkurrenz auf den offensiven Positionen groß und einige seiner Mitspieler konnten ihre Chancen nutzen. Für Thielmann bedeutet das, dass er derzeit hinter anderen Offensivspielern zurückliegt und um den Anschluss kämpfen muss.
Paul Okon-Engstler: Der Australier stand in den ersten beiden Bundesliga-Spielen jeweils in der Startelf. Gegen Werder Bremen verlor der Youngster seinen Platz im Zentrum allerdings an Ellyes Skhiri. Okon-Engstler kam erst in der Nachspielzeit noch zu einem Kurzeinsatz. Beim Hamburger SV gehörte der 21-Jährige anschließend gar nicht mehr zum Kader. Im zentralen Mittelfeld ist die Konkurrenz für den Linksfuß derzeit groß. Hinter Skhiri, Krauß und Johannesson ist Okon-Engstler aktuell nur die vierte Option.
Auch Jonas Hector über den HSV und den nächsten Standard: „Dass da etwas nicht stimmt, liegt auf der Hand“
Matthias Wilhelm
In der neuen Folge seines Podcasts „Schlag und fertig“ spricht der ehemalige Kölner Kapitän über die große Baustelle der Geißböcke, die Standardschwäche. Der ehemalige Defensivspieler findet deutliche Worte. Außerdem spricht der Ex-Nationalspieler über Jürgen Klopp und das jüngste Spiel des FC. Jonas Hector kritisiert die Standardschwäche des 1. FC Köln.
Der Kölner Ex-Kapitän Jonas Hector ärgert sich in der neuen Folge von „Schlag und fertig“ über die hellseherischen Fähigkeiten der beiden Hosts. Denn er und sein Talk-Partner Fabian Köster hattes es in der vergangenen Woche schon prophezeit. Der FC könnte zum Aufbaugegner für den HSV werden. Das wurde er bekanntlich. Doch Hector fand auch deutliche Worte zu einem Problemfeld.
Jonas Hector äußert sich regelmäßig zum FC in seinem Podcast Schlag & fertig
Jonas Hector hatte es bereits in der vergangenen Woche geahnt. Das Spiel gegen den HSV würde für seinen Ex-Club kein Selbstläufer werden. Und nicht nur das, Hector und Köster alberten schon in der jüngsten Folge ihres Podcasts rum, dass der FC für die Rothosen zum Aufbaugegner werden könne. Genau das trat bekanntlich ein. Der HSV gewann das Heimspiel 2:1. „Ich war erst einmal überrascht, dass sich der HSV so tief hinten reinstellt. Gut, die haben 12 Gegentore bekommen. Aber sie hatten ein Heimspiel. Da war ich sehr überrascht, dass es so defensiv war“, so Hector. „Du siehst, was passiert, wenn du ein Tor bekommst. Die konnten nicht, die wollten nicht und wenn du das 1:0 nicht machst und sie das Tor so machen – und dann ist eine Standardsituation im Fußball schon mal entscheidend – dann haben sie plötzlich auch das Selbstvertrauen. Die spielen dann eine ganz andere Halbzeit“, erklärte der Ex-Kapitän der Geißböcke.
„Die konnten nicht, die wollten nicht“
Tatsächlich dominierte der FC das Spiel, war über weite Strecken die bessere Mannschaft mit den besseren Chancen. Unter anderem vergab Thijs Dallinga eine große Möglichkeit, als er frei stehend den Ball zu zentral aufs Tor brachte. Nur wenige Minuten später fiel das 1:0 für Hamburg. Besonders ärgerlich: Das Gegentor fiel ein weiteres Mal nach einer Standardsituation. Bereits der fünfte Gegentreffer nach einem ruhenden Ball. Ein Problem, das den FC schon in der Vorsaison beschäftigte und nun wieder präsent ist. „Das ist ein Ball, der kommt im Fünfer runter. Da stehen zwei Leute komplett blank und einer köpft das Ding eben rein. Dass da etwas nicht stimmt, das liegt auf der Hand“, sagt Hector. „Wenn du solche Themen immer wieder ansprichst, dann ist das genauso wie bei uns, wenn wir unser Thema ansprechen: der FC ist ein Aufbaugegner und natürlich baut der dann auf.“ In der Situation standen gleich drei Kölner Abwehrspieler in der Nähe des Torschützen. Doch Nicolas Capaldo konnte trotzdem ungestört treffen.
Doch Hector sieht in diesem Fall noch einen anderen möglichen Grund. „Dazu kommt, dass mit Marvin noch ein Keeper da ist, der nicht die Körpergröße hat wie andere Torhüter in der Bundesliga und dann vielleicht nicht das Selbstvertrauen hat, da voll reinzufliegen. Es wirkt auf jeden Fall so“, so Hector, der mit seinen Mit-Zuschauern diskutiert habe, ob der Kölner Keeper vielleicht hätte rauskommen sollen. „Nichtsdestotrotz stehen da zwei Spieler einfach blank. Das regt natürlich auf. Da geht es dann wirklich ums Aufbauen. Die konnten nicht, die wollten nicht und wenn du das 1:0 nicht machst und sie das Tor so machen – und daher ist eine Standardsituation im Fußball schon mal entscheidend – dann haben die das Selbstvertrauen.“ Der HSV traf bekanntlich noch unmittelbar nach dem Wechsel zum zweiten Mal, der Anschlusstreffer von Ragnar Ache kam zu spät. Em Ende scheiterten die Geißböcke an dem Samstag aber auch an der eigenen Effizienz.
„Zum Glück hat das ein anderes Geschmäckle“
Sorge, dass auch das Duell gegen das aktuelle Tabellenschlusslicht aus Gladbach am fünften Spieltag ein ähnliches Szenario und der FC erneut zum Aufbaugegner wird, hat der ehemalige Defensivspieler nicht. „Zum Glück hat das ein anderes Geschmäckle. Das ist dann eine andere Hausnummer. Das Spiel gehst du anders an – so war es bei uns immer. Zumindest wird es anders angepriesen“, sagt Hector. „In dem Jahr wo wir abgestiegen sind, hatten wir sechs Punkte, jeder dachte, wir würden sang- und klanglos absteigen. Wir hatten die Fans beim Training und die haben uns schon mitgeteilt, dass das das wichtigste Spiel des Jahres ist.“ Nun aber habe man den Vorteil, dass man ja mit einem kleinen Polster in das Duell gehe.
Zunächst aber steht ohnehin die Länderspielpause an, auf die sich der ehemalige Nationalspieler besonders freue. Bundestrainer Jürgen Klopp hat für die anstehenden vier Länderspiele 44 Spieler in zwei Kadern nominiert. „Ich verstehe, dass er sich die Spieler anschauen will. In drei Wochen kann man auch schon intensiver arbeiten. Durch die zwei Kader hast du ja dennoch nur anderthalb Wochen. Ich fand es ein wenig komisch, verstehe aber die Vorgehensweise“, so der 36-Jährige. „Ich bin echt gespannt, der gesamte DFB hat appelliert, dass das Ganze Zeit braucht, wie viel Zeit er am Ende bekommt.“ Hector hofft darauf, eine Veränderung zu sehen. „Wenn wir dann noch tollen Fußball spielen…“