Leihspieler des 1. FC Köln drängt sich auf für mehr

Julian Pauli könnte im Sommer zurückkehren
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Leihspieler des 1. FC Köln drängt sich auf für mehr

Gerade in der Defensive hat der FC aktuell wieder die Qual der Wahl. Das könnte auch für Thomas Kessler im Sommer gelten, gerade bei den Innenverteidigern des 1. FC Köln: Mit Julian Pauli drängt sich ein weiterer auf.

Nicht für alle Leihspieler des 1. FC Köln läuft es aktuell rund. Doch ein Akteur bringt bei seinem Verein gute Leistungen und empfiehlt sich für die Rückkehr zu den Geißböcken. Julian Pauli dreht in Dresden auf und könnte im Sommer zurück ans Geißbockheim kommen. Ob eine weitere Leihe ansteht, ist aktuell noch offen.

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Der Punkt gegen St. Pauli war ein teuer erkaufter. Ragnar Ache fällt mit einer muskulären Verletzung bis voraussichtlich zum Saisonende aus. Und doch hat sich die ganz große Verletztenmisere beim FC zumindest aktuell verbessert. Und sie führt René Wagner bekanntlich zur Qual der Wahl – vor allem in der Defensive. Und auch Thomas Kessler wird sich mit der Menge der Abwehrspieler beschäftigen müssen. Cenk Özkacar gilt als sicherer Kaufkandidat. Der Innenverteidiger hat sich mit soliden bis guten Leistungen festgespielt, erhielt zuletzt immer wieder den Vorzug vor Rav van den Berg. Die feste Verpflichtung ist von daher sehr wahrscheinlich.

Pauli überzeugt in Dresden

Auch Jahmai Simpson-Pusey soll im Idealfall gehalten werden – allerdings ist die Ablöse bei mehr als acht Millionen Euro hoch. Mit Rav van den Berg, Joel Schmied und Timo Hübers (Vertrag soll verlängert werden) befinden sich weitere Innenverteidiger auch für die kommende Spielzeit im Kader. Dem Vernehmen nach will der FC noch einen weiteren erfahrenen Abwehrspieler verpflichten. Und dann drängt sich noch ein weiterer Kölner auf. Allerdings einer, der in dieser Spielzeit nicht für den FC aufläuft. Julian Pauli ist längst eine wichtige Säule im Defensivverbund von Dynamo Dresden. Am Wochenende stand der 20-Jährige zum siebten Mal in Folge von Beginn an in der Startelf, zum sechsten Mal 90 Minuten und freute sich über einen 2:0-Erfolg.

Der Innenverteidiger hat großen Anteil an den jüngsten Erfolgen des Traditionsvereins. Dresden holte aus den vergangenen fünf Spielen neun Punkte, kassierte gerade einmal zwei Gegentore. Zu gerne würde Dynamo den Spieler behalten. Doch der Plan ist, dass Pauli im Sommer erst einmal zum FC zurückkehrt. In der vergangenen Spielzeit war der heute 20-Jährige der Kölner Shootingstar in der Abwehr, in dieser Saison ging es um mehr Spielpraxis, die er in Köln wohl nicht bekommen hätte. Ob die Chancen im Sommer wieder steigen, ist offen und damit auch die Zukunft des Akteurs. Bewerbungspunkte hat Pauli in den vergangenen Wochen einige gesammelt.

Rondic weiter außer Form

Anders als Elias Bakatukanda, der ebenfalls aktuell verliehen ist. Doch der 20-Jährige kommt in Linz aktuell gar nicht mehr zum Zug, sammelt dementsprechend keine Spielzeit und stand auch am Wochenende für die Blau-Weißen nicht im Aufgebot. Ganz anders als Jusuf Gazibegovic, der für Graz wieder in der Startelf im Spitzenspiel gegen LASK stand. Der Bosnier hofft noch, auf den WM-Zug aufzuspringen. Die Leihe von Imad Rondic will dagegen auch weiterhin nicht in Schwung kommen. Mit Preußen Münster musste der Angreifer eine Niederlage gegen Schalke hinnehmen, kam zur Pause, hatte aber keinen Zugriff auf das Spiel. Mehr als ein Treffer steht noch nicht auf dem Konto des Angreifers.

Eine bittere Niederlage gab es auch für Jaka Potocnik mit Rot-Weiß Essen. Trotz deutlicher Führung kassierte RWE eine 3:5-Pleite in Cottbus. Potocnik kam für 25 Minuten zum Einsatz. Dennoch befindet sich Essen weiterhin auf Aufstiegskurs.


1. FC Köln: Luca Waldschmidt überzeugt erneut in der Jokerrolle

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1. FC Köln: Luca Waldschmidt überzeugt erneut in der Jokerrolle

Luca Waldschmidt brilliert in der Jokerrolle. Auch gegen den FC St. Pauli wusste der 29-Jährige zu überzeugen und setzte die positive Entwicklung fort beim 1. FC Köln: Luca Waldschmidt überzeugt erneut in der Jokerrolle

Im Kellerduell gegen den FC St. Pauli gab es nur wenige Lichtblicke für den 1. FC Köln. Für Luca Waldschmidt allerdings lief das Aufeinandertreffen mit den Kiezkickern wie gemalt.

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Die mitgereisten FC-Fans hatten für die Auswärtspartie gegen den FC St. Pauli eine eindringliche Botschaft im Gepäck, die sie kurz vor Anpfiff in einem Tifo entrollten: Zu sehen war ein finster dreinblickender Geißbock im Muscle-Shirt mit dem Schriftzug „Niemals aufgeben – niemals zurückziehen”. Umwabert vom Rauch der zündelnden FC-Fans nichts geringer als eine außergewöhnliche Darbietung für den Showdown am Millerntor-Stadion. Und diese Worte treffen auf einen Akteur im FC-Dress nur zu genau zu. Denn dieser Appell ist auch Ausdruck der schwierigen Spielzeit von Luca Waldschmidt, der seit der Amtsübernahme durch René Wagner ein neues Gesicht auf dem Feld zeigt und sich pudelwohl zu fühlen scheint.

Bereits am vergangenen Mittwoch teilte Wagner im Pressegespräch mit, dass ihm die derzeitige Entwicklung des gebürtigen Siegeners mehr als zusagt: „Es ist einfach eine Phase, in der ich finde, dass man mit vielen Spielern sprechen muss, weil die Situation natürlich nicht einfach ist. Wir haben gewisse Rollen, die verteilt wurden und eingehalten werden müssen. Da muss jeder seinen Beitrag leisten. Ein großes Beispiel ist für mich Luca Waldschmidt. Er reißt sich in jedem Training den Allerwertesten auf, wird gefährlich, wenn er reinkommt, und hat im Training immer positive Energie. Das erwarte ich von den Jungs. Ohne jetzt Luca als einzigen herauszunehmen, machen das alle Spieler, die aktuell nicht von Anfang an spielen.”

Waldschmidt: „Ich spüre einfach Vertrauen“

Wagners Plan mit Waldschmidt scheint aufzugehen: Auch auf St. Pauli gelang es ihm, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken – mit etwas Mithilfe von außen. In der 79. Minute kam er für Isak Johannesson ins Spiel und übernahm die kreative Rolle in der FC-Offensive. Nachdem Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck mit Unterstützung des Videoassistenten ein Foul an Jakub Kaminski als elfmeterwürdig bewertet hatte, schnappte sich der 29-Jährige den Ball. Mit Blick auf die Auswärtskurve und gegen den Elfmeterkiller Nikola Vasilj im Tor der „Boys in Brown“ behielt Waldschmidt die Nerven und glich die Führung der Hamburger aus. Im Nachklapp des glücklichen Unentschiedens gegen die Kiezkicker erwiderte Waldschmidt das vorangegangene Lob seines Trainers: “ich glaube, ich bin mit René im guten und offenen Austausch. Ich spüre einfach auch Vertrauen. Auch wenn man vielleicht nicht von Beginn an auf dem Platz steht, glaube ich, kann man trotzdem ein gewisses Vertrauen dem Spieler entgegenbringen”.

Der Torschütze bestätigte noch einmal, dass er mit dem Wechsel auf der Trainerposition auch bei ihm Umdenken über seine Rolle innerhalb der Mannschaft stattgefunden habe: “Gerade in dieser Phase ist es wichtig, dass jeder seine Stärken ins Spiel bringt. Wenn die aktuell hinten raus sind, dann ist das eben so. Dass ich gerne lange auf dem Platz stehe, ist, glaube ich, kein Geheimnis. […] Wenn man sich das Spiel anschaut, dann sieht man, dass es an sich kein besonderes, schönes Fußballspiel war. Es ist selten schön, muss man sagen, sondern es ist viel Abarbeiten, viel Kampf. Vielleicht wird es hinten raus einfach ein bisschen mehr Fußball. Es geht dann einfach mehr darum, hinten raus nochmal Akzente zu setzen“.

Raus aus der Jokerrolle, rein in die Startelf

Mit Blick auf den Großteil der Partie abseits der Schlussphase inklusive des erlösenden Elfmeters muss allerdings klar werden: Auch ein herausragender Joker wird die größten Probleme des 1. FC Köln nicht lösen können, die im Duell mit Alexander Blessins St. Paulianern teils erschreckend deutlich wurden. So waren die Geißböcke gegen den Hamburger Defensivverbund lange Zeit ideenlos, es hakte im Umschaltspiel und bei den vielversprechenden Torchancen. So kam St. Pauli, das mit großem Abstand die harmloseste Offensive der Liga stellt, auf 2,26 xGoals, die Geißböcke nur auf 1,51, wobei der Elfmeter seinen Teil zur Bemessungsgrundlage für den Kölner Wert beiträgt. Zudem droht Ragnar Ache für die verbleibenden Saisonspiele auszufallen, was angesichts seiner zentralen Rolle im Offensivspiel des FC schwierig zu kompensieren sein wird. Vielleicht darf Waldschmidt am kommenden Spieltag gegen Bayer Leverkusen dann doch wieder von Beginn an ran.


Vier Spieltage vor Saisonende hat es der FC in der eigenen Hand: Das spricht im Saisonfinale für den 1. FC Köln

Jubel bei den Spielern des 1. FC Köln
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Vier Spieltage vor Saisonende hat es der FC in der eigenen Hand: Das spricht im Saisonfinale für den 1. FC Köln

Der Auftritt beim FC St. Pauli war alles andere als rosig und auch nicht so wirklich vielversprechend. Und dennoch stehen die Chancen sehr gut, dass der FC auch in der kommenden Spielzeit wieder Bundesliga spielen wird. Darum hält der 1. FC Köln die Klasse.

Die Erleichterung nach dem 1:1-Unentschieden beim FC St. Pauli war bei den Kölnern verständlicherweise groß. Zum einen hatte es bei den Kiezkickern nicht unbedingt noch nach einem Zähler ausgesehen, zum anderen haben die Kölner ihre Situation durch das Remis minimal verbessert. Der Abstand zum Relegationsplatz ist gleich geblieben, nur hat die Konkurrenz nun ein Spiel weniger vor der Brust, in denen der Rückstand aufgeholt werden kann. Dennoch ist der FC natürlich noch nicht durch. Es sind immerhin noch zwölf Zähler zu vergeben. Gerade der Auftritt gegen St. Pauli war besorgniserregend. Und doch gibt es einige Punkte, die für den FC im Kampf um den Klassenerhalt sprechen.

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Punktepolster: Durch die Ergebnisse vom Wochenende befinden sich noch acht Mannschaften in der (etwas) engeren Verlosung. Auf den FC warten mit Leverkusen und den Bayern zwei Top-Teams, dazu spielen die Kölner noch gegen die direkte Konkurrenz aus Berlin und Heidenheim. Nach dem Papier ist das sicher nicht das schwerste Restprogramm. So spielen Hamburg und Bremen beispielsweise ausschließlich gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte, gegen Teams, die noch nach Europa oder mehr schielen. Anders ist die Situation bei St. Pauli. Die Kiezkicker spielen noch gegen Leipzig, aber eben auch gegen die beiden Kellerkinder Heidenheim und am letzten Spieltag Wolfsburg. Mit vier Punkten aus den restlichen Partien sollte der Klassenerhalt möglich sein.

Comeback-Könige und Torgefahr

Comeback-Könige: Mit dem späten Treffer gegen die Kiezkicker holten die Geißböcke einmal mehr einen wichtigen Punkt nach einem Rückstand. Das gelang den Geißböcken bereits zum zehnten Mal in der laufenden Saison. Zehn Tore erzielten die Geißböcke in dieser Spielzeit in der Schlussviertelstunde, acht weitere in der Nachspielzeit. Besser sind in dieser Saison nur Stuttgart (16+4) und die Bayern (24+7), der BVB kommt ebenfalls auf 18 Tore (11+7). Einen Großteil der Treffer übernehmen insgesamt die Joker. Gleich elf Mal waren Einwechselspieler in dieser Saison erfolgreich.

Starker Rückhalt: Der FC kann sich seit einigen Wochen wieder komplett auf seinen Keeper verlassen. Marvin Schwäbe hielt schon gegen Eintracht Frankfurt mit einigen starken Paraden den Punkt fest. Nachdem der Torhüter gegen Bremen nicht viel zu tun bekam, einzig mit einem Strafstoß überwunden wurde, war Schwäbe auch gegen St. Pauli wieder bester Kölner, parierte vier Schüsse, einmal sensationell gegen Andréas Hountondji aus kurzer Distanz.

Kölner Torgefahr: Auch, wenn der Auftritt gegen St. Pauli es nicht vermuten lässt. Von den Abstiegskandidaten verfügen die Geißböcke über die höchste Torgefahr. So liegt der xGoals-Wert der Kölner bei 47. Einzig die top-Sechs der Liga erzeugt einen höheren Wert. Die 44 erzielten Tore bedeuten im Ligavergleich immerhin auch noch einen sehr guten achten Platz. Mit so vielen Treffern darf eine Mannschaft nicht in den Abstiegskampf rutschen. Im Gegenteil, die insgesamt ordentliche Torbilanz könnte am Ende noch einmal für die Kölner sprechen – denn es ist die mit Abstand beste der unteren Tabellenhälfte.

Positive Stimmung

Breite des Kaders: Nach der Rückkehr der zahlreicher Rekonvaleszenten kann FC-Coach René Wagner nahezu aus dem Vollen schöpfen. Aber eben nur nahezu. Denn mit Ragnar Ache fällt nun einer der wichtigen Offensivspieler aus, Wagner braucht eine Alternative. Dennoch ist der Kader in der Breite sehr stark, wie die zwölf Jokertore und 23 Torbeteiligungen von Einwechselspielern eindrucksvoll beweisen. Gerade in der Defensive hat der FC aktuell die Qual der Wahl.

Selbstvertrauen & Stimmung: Das ganz große Rad hat René Wagner ganz offensichtlich nicht gedreht – wie der Auftritt gegen St. Pauli vermuten lässt. Vor allem in der Kommunikation hat sich bei den Geißböcken viel verändert. Und das offensichtlich durchaus positiv. Einige Spieler blühen aktuell wieder auf, den Spielern werden negative Entscheidungen frühzeitig mitgeteilt. Da schafft Vertrauen gegenüber dem Trainer. Mit nunmehr vier Spielen ohne Niederlage in Serie dürften sich die Kölner auch genügend Selbstvertrauen für den Endspurt geholt haben.


Kommentar zum 1. FC Köln: Den Vorsprung gehalten, aber mit besorgniserregender Leistung

René Wagner vom 1. FC Köln
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Kommentar zum 1. FC Köln: Den Vorsprung gehalten, aber mit besorgniserregender Leistung

In drei Spielen unter René Wagner haben die Kölner nun gepunktet und mit dem Remis am Freitagabend den Abstand auf den Relegationsplatz gehalten. Eigentlich eine gute Nachricht mit Blick auf den Klassenerhalt, doch die Geißböcke spielten eher wie ein Absteiger: Ein Kommentar zum 1:1 des 1. FC Köln bei St. Pauli.

Eigentlich wollte der FC am 30. Spieltag den Erhalt der Klasse schon nahezu besiegeln und sich einen soliden Acht-Punkte-Vorsprung erarbeiten. Aber weit gefehlt. Am Ende der Partie gegen St. Pauli dürfen die Kölner sich sogar über einen eingefahrenen Punkt noch freuen.

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„Europa wir kommen“, heißt die aktuelle Folge des Podcasts von Jonas Hector und Fabian Köster, in der sich die beiden FC-Verbundenen zu Beginn der vergangenen Woche über eine Rechnung amüsiert haben, nach der die Kölner nur drei Punkte vom internationalen Geschäft entfernt seien. Tatsächlich eine skurrile Vorstellung, nachdem sich der Club vor lauter Abstiegsangst vor gerade einmal vier Wochen vom Trainer trennte. Sollte es wirklich Optimisten geben, die diese Rechnung ernsthaft aufmachen wollten, so dürften diese spätestens am Freitagabend ihre Europa-Rechenschieber wieder in der Schublade verstaut haben. Und das nicht etwa, weil Mainz in der Conference League doch scheiterte und damit ein wichtiger Faktor dieser Rechnung wegfällt. Vielmehr, weil der FC im Duell beim FC St. Pauli eindrucksvoll bewiesen hat, dass er vielleicht doch noch nicht so weit ist, wie es die Euphorie rund ums Geißbockheim zuvor vermuten ließ.

Schwacher Auftritt

Die Bilanz des neuen Trainers ist zweifellos eine ordentliche. Immerhin haben die Kölner seit dem Ende von Lukas Kwasniok in Köln kein Spiel verloren. Doch auch die Stellschrauben von René Wagner haben ganz offensichtlich Grenzen. Wie schon unter Kwasniok des Öfteren tat sich Köln am Freitagabend gegen einen direkten Konkurrenten ungewohnt schwer. Einen Konkurrenten, der bislang nicht durch die ganz große Torgefahr aufgefallen ist und auch gegen Köln über weite Strecken harmlos war. Nur waren die Kölner am Ende noch harmloser und hätten sich über eine Niederlage nicht beschweren dürfen. Nicht umsonst sprach Kapitän Marvin Schwäbe von einer der schlechteren Spiele, die er beim FC erlebt habe. In den meisten relevanten Statistiken waren die Kiezkicker sogar besser. Nur hat Wagner offenbar das unter Kwasniok abhanden gekommene Spielglück wieder für die Kölner entdeckt. Eine einzige Aktion in den Schlussminuten veränderte das Spiel, vor allem das Ergebnis, so dass der Vorsprung vor den Relegationsplätzen einigermaßen komfortabel erscheint.

Einigermaßen, denn mit Leverkusen kommt am 31. Spieltag eine Mannschaft nach Köln, gegen die der FC seit 2019 vor eigenem Publikum nicht mehr gewonnen hat und die nach dem schwachen Auftritt gegen Augsburg um den sicher geglaubten Champions-League-Platz bangen muss und dementsprechend kämpfen dürfte. Sollte der FC verlieren und Pauli gegen das Tabellenschlusslicht aus Heidenheim gleichzeitig gewinnen, dann betrüge der Vorsprung der Kölner eben nur noch zwei Punkte. Auch das ist natürlich spekulativ. Nur ist ein Eintreten dieses Szenarios doch deutlich realistischer und die Folge kann am Ende dramatischer sein. Der Druck dürfte dann zumindest noch einmal steigen. Und die Leistung von Freitag dürfte die ein oder andere Alarmglocke schrillen lassen. Im Gegensatz zu „hat Europa verpasst“ ist „hat den Klassenerhalt verpasst“ jedenfalls das weitaus schlimmere Übel.

Fakt ist: Rein nach dem Papier haben Wolfsburg und St. Pauli am Ende des Tages das leichtere Restprogramm. Das Gute: Die Kölner haben mit einem guten Polster alles weiter in der eigenen Hand. Doch René Wagner tut gut daran, möglichst schnell die richtigen Stellschrauben für das Saisonfinale zu finden. Es wäre ziemlich katastrophal, wenn schon bald eine Podcast-Folge „2. Liga, wir kommen“ heißen würde.


Zurück zur alten Baustelle des 1. FC Köln? Erneut Schwierigkeiten bei ruhenden Bällen

Mets erzielt die Führung für den FC St. Pauli
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Zurück zur alten Baustelle des 1. FC Köln? Erneut Schwierigkeiten bei ruhenden Bällen

Haben die Geißböcke ihre alte Schwäche bei Standards überwunden, oder droht ihnen im Saisonfinale ein Déjà-vu? Das Spiel gegen St. Pauli hat gezeigt, wie anfällig die Defensive des 1. FC Köln bei ruhenden Bällen noch immer sein kann: Ist die Standard-Schwäche zurückgekehrt?

Der 1. FC Köln hat den Abstand in der Tabelle gewahrt, doch die Analyse des Spiels beim FC St. Pauli fällt nüchtern aus. Vor allem bei Standards offenbarten die Geißböcke erneut Probleme, die eigentlich schon überwunden schienen. Droht im Saisonendspurt die Rückkehr alter Schwächen, oder war der Auftritt gegen die Hamburger ein Sonderfall? Im Spiel selbst deutete sich die Gefahr bei ruhenden Bällen von Beginn an an.

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Sportdirektor Thomas Kessler zeigte sich nach dem Auftritt seiner Mannschaft gegen St. Pauli ehrlich: „Wir haben den Abstand gehalten. Das war für uns sehr wichtig. Der Spielverlauf hätte auch ehrlich gesagt nicht mehr hergegeben“. Auch Kessler ist nicht entgangen, dass die Domstädter vor allem nach ruhenden Bällen eklatante Probleme bekamen. Nach dem Gastspiel am Millerntor stellt sich die Frage, ob die Geißböcke unter der Regie von René Wagner im Saisonfinale wieder in alte Fehlermuster zurückfallen. Oder noch drastischer: Kehrt die Standardgegentor-Seuche beim 1. FC Köln zurück?

Gegentreffer mit Ankündigung

Die Hausherren strahlten während des gesamten Spiels insbesondere dann Gefahr vor dem Tor von Marvin Schwäbe aus, wenn es ihnen gelang, eine ihrer insgesamt acht Ecken zu erzwingen. Bereits nach 12 Minuten hätte es 1:0 stehen können, als Pauli-Stürmer Andreas Hountondji im Fünfmeterraum nach einer verlängerten Ecke völlig frei vor Schwäbe an den Ball kam. Houtondji bekam allerdings keinen Druck hinter die Kugel, seine Gelegenheit verpuffte. Der Franzose hatte im Vorfeld keine Probleme, sich von den Gegenspielern Jan Thielmann und Ragnar Ache, die durch die Verlängerung der Ecke über Pauli-Spieler Tomoya Ando aus dem Spiel genommen wurden, freizuspielen.

Bis zur 69. Minute dauerte es, bis die Kiezkicker die Zuordnungsfehler der Kölner Defensive bei Standards schließlich ausnutzten. Topscorer Daniel Sinanis Hereingabe erreichte Zielspieler Hauke Wahl am zweiten Pfosten. Eric Martels Ziehen und Zerren hinderte ihn nicht an der perfekten Vorlage für Karol Mets, der mit einem wuchtigen Kopfball aus fünf Metern keine Blöße gab. Zuvor gelang es gleich drei St. Paulianern, sich in der Gefahrenzone direkt vor Schwäbes Tor zu lösen: Houtondji, Arkadiusz Pyrka und eben Mets erhielten lediglich Begleitschutz von Isak Johannesson, Jahmai Simpson-Pusey sowie Felipe Chavez, die allesamt durch den Kniff der verlängerten Ecke erneut die Bindung zum Gegner verloren.

Standard-Schwäche gegen St. Pauli? Nicht nur ein FC-Problem

Ist der Auftritt in Hamburg nun Grund zur Sorge hinsichtlich der eigentlich begrabenen Standardschwäche Kölns? Diese Frage lässt sich nur vor dem Hintergrund sinnvoll beantworten, dass die Geißböcke gegen die „Boys in Brown“ mit den Standard-Königen der Liga zu tun bekamen. Der FC St. Pauli erzielte zwölf von 26 Saisontoren nach ruhenden Bällen, mit einem Anteil von 46 Prozent die meisten in der Liga. Der FC war hingegen bislang erst siebenmal durch Standards erfolgreich; nur zwei Teams in der Liga trafen dadurch seltener.

Und so deutlich das Spiel von St. Pauli mögliche defensive Schwachpunkte aufgezeigt hat, so ungefährlich spielten sich die Versuche in der Offensive ab. Wagners Plan bestand augenscheinlich darin, Said El Mala auf dem zweiten Pfosten einzusetzen, der die Kugel wiederum ins Zentrum befördern sollte (so gesehen bei Mets Führungstreffer). Das aufgeräumte Defensivverhalten der Gastgeber machte es dem Teenager jedoch sehr schwer, diese Variante vom Taktikbrett auf den Rasen zu bringen.

Wie schwer fallen Ecken ins Gewicht?

Angesichts der Punkteteilung gegen die Standardspezialisten aus der Hansestadt wäre es vermessen zu urteilen, die Geißböcke seien beim Thema Standards wieder auf dem Stand von Januar. Zumal Ecken in der laufenden Bundesligasaison statistisch geringer ins Gewicht fallen, als man vielleicht annehmen würde. Im Schnitt landet nur jeder 33. Eckball im Tor. Und dennoch wird Wagner vor dem kommenden Duell gegen Bayer Leverkusen mit seinem Team sicherlich einen besonderen Fokus auf die Verteidigung von Eckbällen legen. Denn die Leverkusener haben sich in der bisherigen Saison bereits 164 Chancen durch Ecken erspielt. Nur Hoffenheim und die Bayern können mehr vorweisen. Es bleibt abzuwarten, ob Köln aus dem Aufeinandertreffen mit St. Pauli die richtigen Schlüsse gezogen hat oder ob im Nachbarschaftsduell erneut Panik nach ruhenden Bällen ausbricht.


Nach Ache-Schock: René Wagner steht beim 1. FC Köln vor einer besonders komplizierten Stürmer-Suche

Ragnar Ache wird dem FC fehlen
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Nach Ache-Schock: René Wagner steht beim 1. FC Köln vor einer besonders komplizierten Stürmer-Suche

Ausgerechnet zum Saisonfinale muss der FC auf seinen Mittelstürmer verzichten. Der Angreifer erzielte 2026 bereits sechs Tore. Und daraus ergibt sich eine Baustelle beim 1. FC Köln: René Wagner und die Suche nach dem Ache-Ersatz.

Sechs Tore erzielte Ragnar Ache im Jahr 2026. Der Ausfall schmerzt aber auch, weil aktuell das Spiel auf den Wandspieler zugeschnitten ist. Nun muss René Wagner eine Alternative finden.

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Die Szene ließ schon nichts Gutes verheißen. Ragnar Ache griff sich zunächst an den Oberschenkel, spielte noch einen Ball und als die Aktion gerade weiterlief, signalisierte der Stürmer bereits, dass die Begegnung für ihn beendet sei. Und keine 24 Stunden später folgte die bittere Bestätigung. Ragnar Ache wird den Geißböcken mehrere Wochen, vermutlich bis zum Saisonende fehlen. Ein herber Verlust – und das aus mehreren Gründen. Der 27-Jährige spielt eine starke Rückrunde. Sechs seiner sieben Saisontore erzielte der Angreifer in diesem Jahr. Gemeinsam mit Jakub Kaminski und Said El Mala ist Ache eine Art Lebensversicherung der Kölner. Insgesamt waren die drei Offensivakteure an 39 FC-Toren beteiligt – Ache mit einem besonders schönen. Der gebürtige Frankfurter legte mit seinem sensationellen Fallrückzieher gegen die TSG Hoffenheim im Februar die Latte zur Wahl zum Tor des Jahres schon einmal extrem hoch.

Bülter die Alternative?

Vor allem aber war in den vergangenen Wochen das Spiel auf Ache zugeschnitten. Die Kölner Defensive suchte den Mittelstürmer immer wieder als Wandspieler, als erste Anspielstation. Gegen St. Pauli wollte das nicht so recht gelingen, aber in der Regel verlängerte Ache die Kugel, machte sie fest oder legte ab. Dann ging es meist schnell mit einem Ball in die Tiefe ins Schlussdrittel. René Wagner muss nun also eine Alternative finden. Die naheliegendste Variante heißt Marius Bülter. Allerdings sucht der 33-Jährige seit Wochen seine Form, hat seit November vergangenen Jahres nicht mehr getroffen. Tatsächlich gehört der Routinier mit 28 Einsätzen zu den Spielern mit den meisten Begegnungen in dieser Saison, allerdings stand Bülter nur 14 Mal in der Startelf und das gerade zu Saisonbeginn. Vor allem aber ist der Offensivspieler eigentlich auf den Außen zu Hause. Bülter kann auch Mittelstürmer spielen, tat das auch für den FC meist, verkörpert aber eine andere Art Stürmer als Ache. Als großer Wandspieler ist der Angreifer zuletzt jedenfalls nicht aufgefallen.

Das gilt natürlich auch für Luca Waldschmidt. Der gebürtige Siegener wurde zuletzt von René Wagner über den grünen Klee gelobt. Am Wochenende zahlte der ehemalige Nationalspieler das Vertrauen mit dem wichtigen Ausgleich gegen St. Pauli zurück. Allerdings per Elfmeter, ansonsten hatte der Joker wenige auffällige Aktionen, spielte aber auch nur gute zehn Minuten. Doch auch Waldschmidt ist schon lange kein Mittelstürmer mehr. Als dieser wurde der 29-Jährige zu Beginn seiner Karriere eingesetzt – und das mit Erfolg. Mittlerweile ist der Offensivspieler aber – auch aufgrund seiner Körperlichkeit – eher eine Kette hinter der vordersten Spitze zu Hause. Mal als Außenspieler, mal als Zehner, sogar als hängende Spitze. Dem Ex-Nationalspieler fehlt zudem seit Jahren die nötige Konstanz, über einen längeren Zeitraum zu performen.

Eine Chance für den Nachwuchs?

Ein Wandspieler ist Waldschmidt nicht. Den sucht man im Kader der Kölner eigentlich vergebens. Weitere Optionen wären sicherlich Fynn Schenten und vor allem Youssoupha Niang, der sich zuletzt mit einer starken Leistung bei der U21 für mehr empfahl. Beide Angreifer haben in dieser Saison bekanntlich schon bei den Profis debütiert. Beide haben sicherlich in Sachen Robustheit noch einen Weg vor sich, spielen aber im Kölner Nachwuchs auch in der Spitze. Die Youngster wären aber auch Spieler, die über die Außen für Tempo sorgen können. Zwangsläufig stellt sich die Frage, ob der FC kurz vor Saison-Ende noch in der Lage ist, das Spielsystem noch einmal anzupassen. Dass die Kölner gegen Leverkusen aber das Spiel machen und auf lange Bälle verzichten werden, scheint eher sehr unwahrscheinlich.


„Ein Lichtblick“: Das sagen Matchwinner Youssoupha Niang Evangelos Sbonias nach dem Derbysieg

Youssoupha Niang bei seinem Heimdebüt gegen den FC Bayern München
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„Ein Lichtblick“: Das sagen Matchwinner Youssoupha Niang Evangelos Sbonias nach dem Derbysieg

Die FC-Talente haben sich nach fünf Niederlagen am Stück ausgerechnet im Stadt-Derby eindrucksvoll zurückgemeldet. Gegen den Spitzenreiter SC Fortuna Köln gab es eine reife Leistung von der U21 des 1. FC Köln: Trainer Evangelos Sbonias verteilte entsprechend viel Lob.

Nach dem Sieg gegen Fortuna Köln waren sowohl der Coach Evangelos Sbonias als auch Matchwinner Youssoupha Niang erleichtert und äußerten sich zu den Leistungen.

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Am Ende fehlte nur noch das I-Tüpfelchen, um von einem perfekten Abend sprechen zu können. Die U21 des 1. FC Köln bezwang den übermächtig scheinenden Rivalen aus der Südstadt deutlich mit 3:0. Großartig feiern konnten die Geißböcke den Triumph jedoch nicht außerhalb des eigenen Teamkreises auf dem Rasen. Auf den Rängen des Franz-Kremer-Stadions dominierten ganz eindeutig die Fortuna-Fans aufgrund des parallel stattfindenden Bundesliga-Spiels des FC am Millerntor. Dabei hätten sich die FC-Talente den akustischen Balsam der eigenen Fans nach dem Abpfiff redlich verdient gehabt.

„Das war heute wirklich schon ein sehr hohes Niveau“

„Das war heute wirklich schon ein sehr hohes Niveau, was meine Mannschaft hier gespielt hat“, lobte Trainer Evangelos Sbonias kurz nach dem Abpfiff im Gespräch mit come-on-fc.com, „wir haben hochverdient mit 3:0 gewonnen, was natürlich auch nicht selbstverständlich ist in dieser Phase gerade. Dann so einen Auftritt gegen Fortuna Köln hinzulegen, das nötigt mir allerhöchsten Respekt ab.“ Letztlich hatte seine Mannschaft nur eine wirklich brenzlige Situation zu überstehen, als die Gäste nach rund einer Stunde beim Stand von 0:2 auf ihren Anschlusstreffer drückten. Sbonias brachte in dieser Phase mit Marvin Ajani einen zusätzlichen Routinier, der dem Kölner Spiel auch die notwendige Ruhe verlieh. „Dass man irgendwann mal ein bisschen was überstehen muss, ist auch klar“, äußerte Sbonias, „aber ich finde, das haben die Jungs auch sehr erwachsen in der Box verteidigt heute.“

Der Coach hatte auch noch lobende Worte zu seinem Matchwinner Youssoupha Niang: „Es freut mich für ihn, weil er sehr viel arbeitet, sehr fleißig ist. Und dann konnte er sich selbst belohnen und damit auch die Mannschaft.“ Der Stürmer selbst äußerte sich ebenfalls kurz nach dem Abpfiff gegenüber unserer Redaktion: „Das ist auch für mich einfach mal ein Erfolgserlebnis nach zwei Spielen in der Regionalliga, die für mich persönlich und die Mannschaft nicht perfekt liefen. Das ist sehr schön, ich fühle mich sehr wohl in der Mannschaft und mag die Jungs super gerne. Mit ihnen zusammen so zu gewinnen und ein gutes Spiel zu machen, ist einfach unfassbar schön.“

“Ich nehme mir selbst immer ziemlich viel vor“

Niang gewährte auch Einblicke in sein Innerstes: „Ich nehme mir selbst immer ziemlich viel vor. Ich habe sehr hohe Ansprüche an mich selbst. Ich möchte immer das Beste aus mir rausholen. Dementsprechend war ich auch in den letzten Spielen nicht komplett zufrieden. Für mich ist es ein Lichtblick und zeigt, dass es noch geht.“ Mit Blick auf die vergangenen Wochen ergänzte Niang: „Genau bei solchen Zeiten heißt es dann, man muss geduldig bleiben und gut weiterarbeiten. Dann ist es eine Frage der Zeit, bis dann auch solche Spiele wieder kommen.“

Und vermutlich wird auch der Profi-Trainer Rene Wagner den Auftritt seines Sturmtalents auf dem Rückweg aus Hamburg zur Kenntnis genommen haben. Gut möglich daher, dass Niang bald schon wieder gemeinsam mit den FC-Fans feiern kann. Und das vor der roten Wand in Müngersdorf.

Glücklicher Punkt für den 1. FC Köln: Keine Lösungen im letzten Drittel, Probleme mit dem Matchplan

Jubel des 1. FC Köln nach dem Duell gegen St. Pauli
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Glücklicher Punkt für den 1. FC Köln: Keine Lösungen im letzten Drittel, Probleme mit dem Matchplan

Beim 1:1-Unentschieden gegen den FC St. Pauli bot der FC eine durchwachsene Leistung an. Am Ende stand ein glücklicher Punkt und die Gewissheit, dass sich die Situation sogar minimal verbessert hat. Der 1. FC Köln tut sich gegen St. Pauli auch unter René Wagner schwer.

Nach dem 1:1 gegen St. Pauli hat sich die tabellarische Situation für die Geißböcke eher positiv verändert. Die Leistung war dagegen bedenklich.

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Überschwänglich fiel der Jubel nach dem 1:1 gegen den FC St. Pauli bei den Spielern nicht aus, als sie sich nach der Begegnung vor den mitgereisten Kölner Fans aufbauten. Zumindest war nicht allen Gesichtern eine Erleichterung nach dem Punktgewinn anzusehen. Dabei hatte der FC durchaus Schlimmeres verhindert. Bis in die Schlussminuten führten die Kiezkicker das Kellerduell 1:0 an. Und tatsächlich erweckte nicht viel den Eindruck, als würde sich an dem Spielstand noch etwas ändern können. „Uns ist heute nicht alles gut gelungen, gerade mit Ball haben wir nicht immer gute Entscheidungen getroffen“, sagte Thomas Kessler. Und das konnte man getrost so unterschreiben. Viel zu oft versuchten es die Kölner mit langen Bällen auf Ragnar Ache oder Said El Mala, doch die Versuche fanden nur selten einen Abnehmer. In den ersten Minuten kam der FC noch zu einigen Abschlüssen, im Laufe des Spiels wurden die Kölner harmloser und harmloser.

„Dann sah es nicht mehr so gut aus“

Und das offenbar entgegen der Marschroute. „Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht geschafft, mit Ball gefährlich zu werden. Wir haben zu viel die langen Bälle gespielt, das war eigentlich nicht der Plan“, sagte Kölns Coach René Wagner. Tatsächlich gewann der Gastgeber nach dem Wechsel zunehmend die Überhand, drückte den FC phasenweise tief in die eigene Hälfte. „In der zweiten Halbzeit haben wir es dann nicht geschafft, hinten rauszukommen. Dann wurde es schwer. Es kommen immer mehr Ecken rein und wir bekommen nach einem Standard das Gegentor“, so der Coach weiter. Allerdings war der Eckball von Jahmai Simpson-Pusey und Eric Martel sehr schlecht verteidigt, der Treffer von Karol Mets eine folgerichtige Entwicklung. Und in diesem Moment schwand die Euphorie einer möglichen Vorentscheidung der vergangenen Tage. Im Gegenteil, der angestrebte Acht-Punkte-Vorsprung schrumpfte auf zwei Zähler zusammen. „Wenn man kurzfristig auf die Tabelle geschaut hat, sah es dann nicht mehr so gut aus“, stellte Kapitän Marvin Schwäbe fest, der gerade im ersten Abschnitt Schlimmeres gegen Andréas Hountondji verhindert hatte.

„Das war für uns sehr wichtig“

Auch nach der Führung blieb Pauli Spiel bestimmen, wenn auch nur selten richtig gefährlich. Den Kölnern fiel offensiv herzlich wenig ein. „Ich kann es mir zum Teil selbst nicht erklären. Wir haben im letzten Drittel nicht die Lösungen gefunden“, sagte Schwäbe. Doch, wenn die Kölner zwei Dinge können, dann Comeback und späte (Joker)-Tore. Wagner wechselte unter anderem Luca Waldschmidt ein. Nach einem Foul von Mets an Jakub Kaminski entschied Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck nach Ansicht der Bilder auf Elfmeter und eröffnete dem FC die Chance auf einen Punkt. Der Joker trat an und verwandelte sicher. „Ich habe gedacht, das ist meine Ecke, die nehme ich mir. Ich wollte keine großen Experimente bei der Wichtigkeit des Tores machen“, so Waldschmidt. So rettete der ehemalige Nationalspieler dem FC noch den Zähler. „Das war für uns sehr wichtig. Der Spielverlauf hätte auch ehrlich gesagt nicht mehr hergegeben“, sagte Thomas Kessler.

Tatsächlich erinnerte der Auftritt an einige trostlose Begegnungen der vergangenen Wochen. Wenn man so will hat sich trotz der schwachen Leistung die Situation sogar noch ein wenig verbessert. Der Abstand von fünf Zählern zum Relegationsplatz ist der gleiche geblieben, die Anzahl der Spiele hat abgenommen. Ein Hauch Zufriedenheit dürfte sich also zumindest aufgrund des Ergebnisses einstellen.


Thomas Kessler lässt Wagner-Zukunft offen: „Es liegt in meiner Verantwortung“

Thomas Kessler lässt die Zukunft des Trainers offen
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Thomas Kessler lässt Wagner-Zukunft offen: „Es liegt in meiner Verantwortung“

Mit fünf Punkten aus den vergangenen drei Spielen hat René Wagner die Geißböcke auf Kurs Klassenerhalt gebracht. Dennoch ist seine Position als Chefcoach für die kommende Spielzeit nicht gesichert beim 1. FC Köln: Thomas Kessler lässt Zukunft von René Wagner offen.

Trotz oder Dank des Remis gegen St. Pauli bleibt der Vorsprung auf den Relegationsplatz bei fünf Zählern. Und das bei nur noch vier ausstehenden Spielen. Doch die Frage nach dem künftigen Trainer ist noch offen.

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Die Bilanz ist insgesamt keine schlechte. Fünf Punkte holte René Wagner aus den drei Spielen, in denen der 37-Jährige mittlerweile als Cheftrainer der Geißböcke fungiert. Der FC hat vier Spieltage vor dem Saisonfinale fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wagner hält mit den Geißböcke ganz klar den Kurs Klassenerhalt. Es gibt jedenfalls gleich mehrere Teams, die sich deutlich mehr Gedanken angesichts der Tabellenkonstellation machen müssen – auch, wenn es unten wieder einmal eng zugeht. Wie groß die Veränderungen des Interimscoachs sind, ist auch nach einem knappen Monat Amtszeit noch schwer zu beantworten. Fakt ist: Sollte der FC den Klassenerhalt schaffen, hat Wagner das vorgegebene Ziel erreicht und damit rein statistisch die in ihn gesetzte Hoffnung gerechtfertigt. Allerdings wäre damit nicht automatisch gesagt, dass der gebürtige Dresdner auch in der kommenden Spielzeit weiter den Hut auf hat.

„Wir haben René die Verantwortung gegeben“

Vor dem Duell gegen St. Pauli zeigte sich Thomas Kessler mit der Arbeit des Trainers durchaus zufrieden. „Alles, was ich mir vorgestellt habe, setzt er um. Die Ergebnisse in den letzten beiden Spielen waren auch gut“, sagte der Geschäftsführer Sport. „Wir haben aber noch einige wichtige Spiele vor der Brust. Wir müssen uns extrem fokussieren und dann setzen wir uns zusammen und schauen, wie es weitergeht.“ Grundsätzlich kann man sich eine Zukunft mit dem aktuellen Interimscoach vorstellen. „Wir haben René die Verantwortung in dieser schwierigen und wichtigen Zeit gegeben, weil da eine Überzeugung hintersteckt. Ich war lange mit ihm im Austausch, seit seiner Zeit, als er den FC damals verlassen hatte.“ Wagner war bereits unter Steffen Baumgart Co-Trainer der Geißböcke. Kessler selbst soll sich im Sommer stark um die Rückkehr des Trainers bemüht haben, offenbar mit dem mittelfristigen Plan, Wagner irgendwann zum Verantwortlichen zu machen.

Gespräche mit anderen Trainern

Das ging dann vor vier Wochen schneller als geplant. Allerdings machte Kessler auch klar, dass er sich durchaus auch mit anderen Trainer beschäftige. Schon im vergangenen Jahr war beispielsweise Christian Eichner ein Thema. Der Ex-FC-Spieler und der Karlsruher SC werden im Sommer getrennte Wege gehen. Nach der Entlassung von Lukas Kwasniok soll sich Kessler auch mit Dino Toppmöller beschäftigt haben. „Es liegt in meiner Verantwortung. Aber das weiß auch jeder Cheftrainer, der bei uns unter Vertrag steht, dass ich mich grundsätzlich immer auch mit anderen Cheftrainern auseinandersetze. Und wenn sich die Möglichkeit ergibt, auch mal das ein oder andere Gespräch führe“, so Kessler bei Sky. Man werde sich schon bald zusammensetzen. Bei den bevorstehenden Planungen gehe es aber nicht nur um den Trainer, sondern auch um den gesamten Kader für die kommende Spielzeit.

Zur Wahrheit gehört auch, dass der FC gegen St. Pauli eben nicht überzeugte, das Team den Matchplan nicht umsetzte. Kessler war mit der Leistung am Freitagabend nicht zufrieden. Das dürfte auch für die Einstellung des Teams und damit den Aufgabenbereich von Wagner gelten. In den kommenden vier Spielen hat also auch der 37-Jährige die Chance, Pluspunkte zu sammeln.


Konkurrenz gewinnt und erhöht den Druck auf den 1. FC Köln

Patrick Wimmer jubelt nach seinem Treffer gegen Union
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Konkurrenz gewinnt und erhöht den Druck auf den 1. FC Köln

Der FC wollte auch an diesem Spieltag wieder als der große Gewinner des Tabellenkellers einen Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Doch die Konkurrenz spielt nicht mit: Der Druck auf den 1. FC Köln steigt wieder.

Mit einem Sieg über den FC St. Pauli wollten die Kölner eigentlich die Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt feiern. Es kam aber anders. Auch, weil die Konkurrenz nicht mitspielt.

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Die Euphorie war vor dem Spiel gegen den FC St. Pauli rund ums Geißbockheim groß. Denn mit einem Sieg über die Kiezkicker hätte der FC bereits mit einem Bein die Tür zur Bundesliga-Saison 2026/27 überschritten. Immerhin verhinderte Köln mit dem späten Ausgleich durch Luca Waldschmidt Schlimmeres. „Der Punkt war unfassbar wichtig. Wenn wir das Spiel verlieren, dann sind wir zwei Punkte an St. Pauli ran, so sind wir fünf weg“, lautete die Reaktion von René Wagner nach der Begegnung. Doch auch mit den fünf Zählern ist Köln vier Spieltage vor Saisonende alles andere als durch. Denn das Restprogramm hat es mit den Spielen gegen Bayern und Bayer sowie die direkten Konkurrenten Union und Heidenheim durchaus in sich. Und die Konkurrenz spielte am 30. Spieltag ebenfalls nicht mit. Durch die Erfolge von Wolfsburg und Bremen schiebt sich die Tabelle im Keller wieder ein Stückchen weiter zusammen.

Bremen verbessert sich

Werder setzte sich nach der verdienten Niederlage gegen Köln in der vergangenen Woche im Nordderby 3:1 durch. Jen Stage brachte Bremen gleich zwei Mal in Führung. Zwischenzeitlich hatte der HSV durch Robert Glatzel ausgeglichen. In der Nachspielzeit erzielte Cameron Puertas das erlösende 3:1 – und das in Überzahl. Philip Otele war zuvor vom Platz geflogen. Bremen hat damit ebenfalls 31 Punkte auf dem Konto, liegt nur aufgrund der Tordifferenz hinter dem FC auf Rang 14. Auch der VfL Wolfsburg sendete wieder ein Lebenszeichen. Die Wölfe gewannen bei Union Berlin 2:1. Patrick Wimmer und Dženan Pejčinović brachten den VfL in Führung, Oliver Burke verkürzte in den Schlussminuten. Zwar drückten die Eisernen auf den Ausgleich, der fiel aber nicht mehr. Durch den Erfolg hat Wolfsburg den Rückstand zum Relegationsplatz auf zwei Zähler reduziert. Es könnte also durchaus am letzten Spieltag zum Finale zwischen den beiden Teams im direkten Duell kommen.

Durch die Niederlage mischt auch Hamburg wieder im Abstiegskampf mit. Der Punktestand zwischen den Rängen zehn und 15 beträgt nun nur noch drei Punkte. Bei fünf Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz – vier Spieltag vor Saisonende – hat der FC es natürlich weiterhin in der eigenen Hand. Am Sonntag greifen mit Heidenheim in Freiburg und Mönchengladbach gegen Mainz zwei weitere Abstiegskandidaten in den Spieltag ein.